John Carpenter - Terror takes shape

Diskussion über John Carpenter - Terror takes shape im Forum Komponisten Diskussion der Kategorie Fakten und Informationen; JOHN CARPENTER Geboren: 16.01.1948 in Carthage, New York So, nun habe ich mich doch dazu durchgerungen, einem meiner Lieblingskomponisten endlich ...


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Alt 11.08.2006, 21:32   #1
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JOHN CARPENTER

Geboren: 16.01.1948 in Carthage, New York


So, nun habe ich mich doch dazu durchgerungen, einem meiner Lieblingskomponisten endlich auch einen Thread zu widmen...Ladys and Gentlemen: John Carpenter!
Von vielen Filmmusikfans verschmäht ist Carpenter dennoch soetwas wie eine Institution geworden, seine Filme waren stilprägend und auch seine Musik trug ihren Teil dazu bei, wenngleich sich Carpenter seit Anfang der 90er in einem Formtief befindet, aus dem er sich mit seinem aktuellen Projekt "Psychopath" hoffentlich wieder etwas herausbewegt.

John Carpenter schrieb bereits für seine Studentenfilme die Musik selbst, einer davon, "The Resurrection of Broncho Billy", bekam sogar einen Oscar als bester Kurzfilm. Sein nächstes Projekt sollte ein einschneidendes Erlebnis für manchen Beteiligten werden. Als Kurzfilm geplant, wurde "Dark Star", eine Parodie auf das Science-Fiction-Genre, besonders auf 2001 - A Space Odyssey, Carpenters erster abendfüllender Spielfilm. Gedreht über einen Zeitraum von fast drei Jahren, aufgrund von akutem Geldmangel, wurde er 1973 fertiggestellt, Carpenter beschrieb den Film einmal als "Warten auf Godot im Weltraum". Eine der beteiligten Personen war Dan O´Bannon, der die Rolle eines der drei Astronauten übernahm, außerdem zusammen mit Carpenter das Drehbuch schrieb und für Set Design und Special Effects zuständig war. Es gibt in "Dark Star" eine Szene, in der O´Bannon ein quietschendes Gummi-Alien, das aussieht wie eine grosse Tomate mit Füssen, durch einen Aufzugschacht verfolgt. Diese Idee brachte Dan O´Bannon einige Jahre später in einer "ernsteren" Form zu Papier, als er das Drehbuch zum ersten "Alien"-Film schrieb. Die Musik in "Dark Star" stammt natürlich auch wieder von Carpenter selbst, der für den Film auch den Titelsong "Benson, Arizona" komponierte. Was mir kurioserweiser erst kürzlich so richtig auffiel, als ich den Film mal wieder sah: Es gibt in Carpenters Musik ein 5-Noten-Motiv, welches hin und wieder auftaucht, die ersten drei Noten klingen den ersten drei Noten des 5-Noten-Motivs von John Williams aus "Close Entcounters of the third kind" zum verwechseln ähnlich, sogar der Rhythmus ist der gleiche, nur die Tonart ist bei Williams höher. Es sind die 5 Noten, mit denen in Spielbergs Film die Wissenschlaftler mit den Ausserirdischen Kontakt aufnehmen. Hat John Williams etwa bei Carpenter geklaut?

Carpenter ist ein großer Western-Fan, besonders die Filme von Howard Hawks haben es ihm angetan. Sein nächster Film, "Assault on Precinct 13", ist dann auch ein Remake des Hawks-Westerns "Rio Bravo", nur wurde die Handlung in die Gegenwart verlegt und so sind es bei Carpenter keine Indianer, sondern Gangmitglieder, die ein abgelegenes Polizeirevier belagern. Mit einem Budget von nur 100.000 Dollar gedreht, wird der Film in den USA von den Kritikern zerrissen, in Europa jedoch, besonders in Grossbritannien, wird er begeistert aufgenommen. Die Musik komponierte Carpenter innerhalb von drei Tagen und spielte sie auch in dieser Zeit ein, da das Budget nicht mehr Spielraum zuliess. Nichtsdestotrotz gilt "Assault" heute als einer der beliebtesten Carpenter-Scores unter den Fans, zu denen sich auch Hans Zimmer zählt, der den Score als "Masterpiece, von dem ich schon oft versucht habe, zu stehlen" bezeichnet.
Zwischendurch schreibt Carpenter auch immer wieder Drehbücher für andere Filme, so z. B. für den Film "Die Augen der Laura Mars" und führt Regie bei einem Fernsehfilm mit dem Titel "Someone´s watching me". 1978 kommt dann der große Durchbruch und Carpenters bisher immernoch größter kommerzieller Erfolg: "Halloween". Bei einem Budget von 700.000 Dollar spielt der Film alleine in den Staaten knapp 55 Millionen Dollar ein und bleibt bis zu "The Blair Witch Project" der erfolgreichste Independent-Film. Carpenters Musik zeigt auf eindrucksvolle Weise, wie mit minimalsten musikalischen Mitteln eine maximale Spannung erzeugt werden kann, das Halloween-Thema ist wohl Carpenters berühmteste Filmmusik.

Diese Minimalistik behält Carpenter auch weiter bei, laut eigenen Aussagen ist er kein Freund des Mickey-Mousing, sondern des "Unterschwelligen". Die Musik soll dem Zuschauer nicht sagen, was gerade passiert, sie soll es ihn spüren lassen. So ist es auch nicht weiter verwunderlich, daß Carpenter bis heute die Musik zu seinen Filmen immernoch selbst komponiert, mit der einen oder anderen Ausnahme. Nach dem grossen Erfolg mit "Halloween" folgte 1979 "The Fog" und der Fernsehfilm "Elvis", in dem Kurt Russell die Hauptrolle spielt. Mit Russell kommt Carpenter dann auch gleich wieder zusammen, als er ihn für die Hauptrolle in "Escape from New York/Die Klapperschlange" besetzt. Bei diesem Film arbeitet Carpenter auch mit Alan Howarth zusammen, der fortan bis Ende der 80er als Carpenters Co-Komponist fungierte.


John Carpenter und Alan Howarth

So komponierten sie auch die Fortsetzung von Carpenters "Halloween" zusammen, wenngleich auch die Regie des Filmes ein anderer übernahm, ebenso komponierten sie "Halloween III - Season of the Witch".
Carpenters Vorliebe für Howard Hawks kam 1982 wieder zum Vorschein, als er ein Remake von dessen Science-Fiction-Klassiker aus den 50ern, "The Thing", drehte, dieser Film stellte auch die erste Arbeit für ein großes Filmstudio, Universal, dar. Für die Musik wurde kein geringerer als Ennio Morricone verpflichtet, dessen Score aber im Film augenscheinlich größtenteils durch Carpenter selbst ersetzt wurde.
Nach der Stephen-King-Verfilmung "Christine" kam 1984 der Film "Starman", mit einem Score von Jack Nitzsche. Für die weiteren Filme in den 80ern, "Big Trouble in little China", "Prince of Darkness" und "They Live!" komponierte Carpenter die Musik wieder selbst, zusammen mit Alan Howarth. Dann folgte eine 4-jährige Pause, die Carpenter aber offensichtlich nicht wirklich gut getan hat, denn seine Filme waren nun nicht mehr das, was sie einmal waren. Für "Jagd auf einen Unsichtbaren" schrieb Shirley Walker die Musik, für die TV-Produktion "Body Bags" holte sich Carpenter mit Jim Lang einen neuen Co-Komponisten, der ihm auch bei "Die Mächte des Wahnsinns" zur Seite stand. Bei "Das Dorf der Verdammten", einem weiteren Remake eines 50er-Jahre-Science-Fiction-Films, arbeitete Carpenter mit Dave Davies für die Musik zusammen, dem Gitarristen der "Kinks". Das war auch der Punkt, in dem sich seine Musik verändert hatte, es waren nicht mehr nur Carpenter und sein Synthesizer zu hören, sondern es wurden verstärkt auch Gitarren und Percussions zum Einsatz gebracht. Dies war auch deutlich zu hören in Carpenters nächstem Film "Escape from L.A.", den er zusammen mit Shirley Walker komponierte. Es stellt die bisher letzte Zusammenarbeit mit einem Co-Komponisten für Carpenter dar, denn für "Vampires" und "Ghosts of Mars" schrieb Carpenter wieder alleine die Musik. 1998 entstand ausserdem die Musik für das Computer-Spiel "Sentinel Returns". Seine puren Synthie-Flächen waren längst in den Hintergrund getreten und hatten einer weitaus "organischeren" Musik Platz gemacht, die von nicht gerade unbekannten Gastmusikern eingespielt wurde. So formte Carpenter, der in den 70ern und 80ern mit den "Coupe de Villes" bereits seine eigene Rockband hatte, für den Score zu "Vampires" die "Texas Toad Lickers", bei denen er selbst neben den Synthies auch Rhythmusgitarre spielte. In der Band befanden sich unter anderem Donald "Duck" Dunn und Steve Cropper aus der legendären Blues-Brothers-Band. Für "Ghosts of Mars" holte Carpenter die Hard-Rock-Combo Anthrax, sowie Buckethead und Steve Vai ins Studio. Für seinen Beitrag zur "Masters-of-Horror"-Serie, "Cigarette Burns", komponierte sein Sohn Cody die Musik.

Nun bin ich doch wieder ins Schwätzen gekommen, aber ich hoffe, es ist trotzdem ganz interessant zu lesen......ich mag Carpenters Musik sehr, besonders die Sachen bis Ende der 80er. Seine Musik ist so simpel, aber doch so wirkungsvoll, sie erzeugt bei mir beim Hören eine ganz bestimmte Atmosphäre, die mich sofort wieder in die Welt seiner Filme hineinzieht. Meine persönlichen Lieblinge, Film und Musik, sind Prince of Darkness, They Live!, Halloween, The Thing und In the Mouth of Madness, der für mich beste Carpenter-Film seit They Live!. Hier noch eine kleine Discographie:

1973 Dark Star (John Carpenter)
1976 Assault on Precinct 13 (John Carpenter)
1978 Halloween (John Carpenter)
1979 The Fog (John Carpenter)
1980 Halloween II (John Carpenter/Alan Howarth)
1981 Escape from New York (John Carpenter/Alan Howarth)
1982 The Thing (Ennio Morricone)
1982 Halloween III - Season of the Witch (John Carpenter/Alan Howarth)
1983 Christine (John Carpenter/Alan Howarth)
1984 Starman (Jack Nitzsche)
1986 Big Trouble in little China (John Carpenter/Alan Howarth)
1987 Prince of Darkness (John Carpenter/Alan Howarth)
1988 They Live! (John Carpenter/Alan Howarth)
1992 Memoirs of an invisible man (Shirley Walker)
1994 Body Bags (John Carpenter/Jim Lang)
1995 In the Mouth of Madness (John Carpenter/Jim Lang)
1995 Village of the Damned (John Carpenter/Dave Davies)
1997 Escape from L.A. (Shirley Walker/John Carpenter)
1998 Vampires (John Carpenter)
1998 Sentinel Returns (John Carpenter)
2001 Ghosts of Mars (John Carpenter)
2005 Masters of Horror: Cigarette Burns (Cody Carpenter)
2006 Masters of Horror 2: ProLife (Cody Carpenter)
2010 The Ward (Mark Kilian)
20?? Psychopath (?)
20?? The 13th Apostel (?)
20?? L.A. Gothic (?)
20?? The Prince
20?? Riot





"I was the fastest and cheapest I could get." John Carpenter über seine Musik

Mehr Infos gibt es unter The offical John Carpenter
Leider nicht mehr ganz auf dem neuesten Stand...



"Er hat sechs Leute, die für ihn die Musik schreiben, aber er ist der Komponist?"
John Carpenter über Hans Zimmer

Geändert von Alexander Grodzinski (17.08.2010 um 21:12 Uhr)
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Alt 11.08.2006, 21:54   #2
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Standard AW: John Carpenter - Terror takes shape

Alleine schon wegen der Mühe, die Du Dir gemachst hast: Daumen Hoch.

Irgendwie fasziniert mich die Musik in seinen Filmen immer wieder. So mancher seiner Filme ist (leider) unterirdisch schlecht, die Musik eigentlich immer gut. Auch wenn meine Begeisterung nicht dafür ausreicht, dass ich mir jetzt alle CDs kaufen würde, hat die Musik doch was.

Bommel

Rache ist ein Gericht, das am besten dänisch serviert wird: Smørrebrød, Smørrebrød røm, pøm, pøm, pøm

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Alt 11.08.2006, 21:59   #3
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Standard AW: John Carpenter - Terror takes shape

Zitat:
Zitat von Bommel
Alleine schon wegen der Mühe, die Du Dir gemachst hast: Daumen Hoch.

Irgendwie fasziniert mich die Musik in seinen Filmen immer wieder. So mancher seiner Filme ist (leider) unterirdisch schlecht, die Musik eigentlich immer gut. Auch wenn meine Begeisterung nicht dafür ausreicht, dass ich mir jetzt alle CDs kaufen würde, hat die Musik doch was.

Bommel
Danke für die Blumen......ja, du hast recht, besonders seine Filme der letzten Jahre sind irgendwie nur noch guter Durchschnitt, Ausnahme ist für mich "Die Mächte des Wahnsinns", absoluter Tiefpunkt bisher ist für mich sein letzter Film "Ghosts of Mars"...aber der Soundtrack bläst den Staub aus der Anlage...



"Er hat sechs Leute, die für ihn die Musik schreiben, aber er ist der Komponist?"
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Alt 11.08.2006, 22:26   #4
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Standard AW: John Carpenter - Terror takes shape

Wer auf Horrorfilme steht, kann an ein paar seiner Filme halt nicht vorbei:

In meiner DVD-Sammlung:
- Big Trouble in little China
- Das Ding aus einer anderen Welt
- Die Fürsten der Dunkelheit
- Halloween 1
- The Fog
- Die Klapperschlange
- Sie leben

Beim nächsten Besuch der DVD-Börse werde ich da noch ein paar Titel ergänzen.

Bommel

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Alt 11.08.2006, 23:02   #5
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Standard AW: John Carpenter - Terror takes shape

Mir fehlen eigentlich nur seine beiden TV-Filme aus den 70ern, sowie Jagd auf einen Unsichtbaren, Dorf der Verdammten und Body Bags auf DVD, die letzten drei habe ich noch auf VHS und aufgrund der Entbehrlichkeit dieser Titel und der Tatsache, daß die DVDs dazu nicht gerade mit Specials glänzen, wird sich das wohl auch so schnell nicht ändern...

@Bommel Du solltest dir unbedingt auch Assault on Precinct 13 in der Neuauflage auf DVD holen, denn da findest du auf der zweiten DVD die tolle Doku "John Carpenter - Angst ist nur der Anfang". Und außerdem ist der Preis dieser Doppel-DVD sehr erschwinglich, bei Amazon nur 12,95 Euro. Keine Angst, der Film ist jetzt als FSK 16 eingestuft, nicht mehr FSK 18, also ist er auf der DVD bei Amazon ungekürzt...




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Alt 11.08.2006, 23:05   #6
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*notiert*

Den Film kenn ich, der ist mal in Stuttgart im Programmkino gelaufen... Blues Brothers - Rocky Horro Picture Show & Das Ende ... von 222 Uhr bis irgendwann Morgens ;-)

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Alt 11.08.2006, 23:09   #7
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Zitat:
Zitat von Bommel
*notiert*

Den Film kenn ich, der ist mal in Stuttgart im Programmkino gelaufen... Blues Brothers - Rocky Horro Picture Show & Das Ende ... von 222 Uhr bis irgendwann Morgens ;-)
Grandios......aber nicht mit dem Remake von 2005 verwechseln...das stinkt gegen das Original genauso ab, wie das Remake von The Fog...



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Alt 12.08.2006, 00:50   #8
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Standard AW: John Carpenter - Terror takes shape

Zitat:
Zitat von Alexander Grodzinski
[center]
Hier noch eine kleine Discographie:

1973 Dark Star (John Carpenter)
1976 Assault on Precinct 13 (John Carpenter)
1978 Halloween (John Carpenter)
1979 The Fog (John Carpenter)
1980 Halloween II (John Carpenter/Alan Howarth)
1981 Escape from New York (John Carpenter/Alan Howarth)
1982 The Thing (Ennio Morricone)
1982 Halloween III - Season of the Witch (John Carpenter/Alan Howarth)
1983 Christine (John Carpenter/Alan Howarth)
1984 Starman (Jack Nitzsche)
1986 Big Trouble in little China (John Carpenter/Alan Howarth)
1987 Prince of Darkness (John Carpenter/Alan Howarth)
1988 They Live! (John Carpenter/Alan Howarth)
1992 Memoirs of an invisible man (Shirley Walker)
1994 Body Bags (John Carpenter/Jim Lang)
1995 In the Mouth of Madness (John Carpenter/Jim Lang)
1995 Village of the Damned (John Carpenter/Dave Davies)
1997 Escape from L.A. (Shirley Walker/John Carpenter)
1998 Vampires (John Carpenter)
1998 Sentinel Returns (John Carpenter)
2001 Ghosts of Mars (John Carpenter)
2005 Cigarette Burns (Cody Carpenter)
2006 Psychopath (? )
Welche CD würdest Du denn empfehlen, wenn man sich einen ersten Eindruck von Carpenters Musik verschaffen will?
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Alt 12.08.2006, 01:15   #9
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Standard AW: John Carpenter - Terror takes shape

Zitat:
Zitat von Christian
Welche CD würdest Du denn empfehlen, wenn man sich einen ersten Eindruck von Carpenters Musik verschaffen will?
Hmm, schwierig. Vom Bekanntheitsgrad her wäre das natürlich Halloween, das Problem ist nur, dass genau dieser Score losgelöst vom Film auf der CD etwas verloren wirkt. Auf jeden Fall lohnt sich aber der Score zu The Fog, den sogar einige Carpenter-Verschmäher als durchaus hörbar einstufen......das wäre so die reine Synthie-Phase von Carpenter, wenn es aber auch knackige Gitarrenriffs sein dürfen, dann kannst du mit Vampires und Ghosts of Mars nichts falsch machen, ein weiterer Tipp wäre von mir noch In the Mouth of Madness, der vorallem durch seine wahrhaft düster-gruselige Atmosphäre besticht. The Fog gibt es in einer expanded Edition, ist aber genau wie Vampires bei Amazon nur noch gebraucht erhältlich, ausser, du willst eine Import-CD haben. Von Halloween gibt es eine 20th Anniversary Edition, die sich aber nicht wirklich lohnt, da es nicht mehr Musik gibt, sondern die Tracks sich öfter wiederholen und ausserdem mit den Dialogen aus dem Film versetzt sind, die alte Varese-CD gibt es aber anscheinend bei Amazon garnicht mehr. Aber mein persönlicher Lieblings-Carpenter ist Prince of Darkness, hab den Film bestimmt schon hundertmal gesehen und mir mindestens genauso oft die Musik angehört, hier findest du eigentlich alles, was Carpenters Synthie-Musik ausmacht: Wabernde Klangteppiche, tiefe rhythmische Bassfiguren und seine immer wieder eingestreuten Motive für Orte oder Personen, einen Chor gibt es noch obendrauf...












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Geändert von Alexander Grodzinski (12.08.2006 um 01:22 Uhr)
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Alt 12.08.2006, 01:54   #10
Heavy Metal + Score = Ich :)
 
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Standard AW: John Carpenter - Terror takes shape

Hier ist noch so ein kleiner Fan von John Carpenters Musik.
Der Meister der simplen Stimmungs- und Atmosphärenmusik !

Ich mag seine Filme genauso wie die meist synthetischen Klänge.
Die erste Berührung mit Carpenter hatte ich durch den Film "The Fog", der auch heute noch einer meiner Lieblings-Gruselfilme ist. Der Soundtrack schlug mich irgendwie sofort in seinen Bann und gefällt mir auch heute noch tierisch gut. Danach kam sofort Halloween und langsam aber sicher durchforstete ich sein Machwerk. Meine persönlichen Favourites seiner Scores sind:

The Fog
Prince of Darkness
Vampires
Halloween
Ghosts of Mars
In the Mouth of Madness
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Alt 12.08.2006, 01:58   #11
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Standard AW: John Carpenter - Terror takes shape

Zitat:
Zitat von Nightwalker
Hier ist noch so ein kleiner Fan von John Carpenters Musik.
Der Meister der simplen Stimmungs- und Atmosphärenmusik !

Ich mag seine Filme genauso wie die meist synthetischen Klänge.
Die erste Berührung mit Carpenter hatte ich durch den Film "The Fog", der auch heute noch einer meiner Lieblings-Gruselfilme ist. Der Soundtrack schlug mich irgendwie sofort in seinen Bann und gefällt mir auch heute noch tierisch gut. Danach kam sofort Halloween und langsam aber sicher durchforstete ich sein Machwerk. Meine persönlichen Favourites seiner Scores sind:

The Fog
Prince of Darkness
Vampires
Halloween
Ghosts of Mars
In the Mouth of Madness
Machwerk? Das habe ich jetzt aber mal ganz galant überhört......ausserdem ist er nicht der Meister der simplen Spannungs- und Atmosphärenmusik, sondern der Meister im Erzeugen von Spannung und Atmosphäre mit simplen Mitteln...grosser Unterschied... *herum klugscheissert*



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Alt 12.08.2006, 02:30   #12
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Standard AW: John Carpenter - Terror takes shape

Hier ein paar "Beschreibungen" von Carpenters Musik :




Minimalistisch bis zum Scheitel, aber Carpenters düster-sphärischer Synthieklangteppich erzeugt eine schön unheimliche Atmossphäre. Natürlich nicht jedermanns Geschmack, Liebhaber großer Melodien und ausgefeilter Orchesterarrangements werden schreiend davonlaufen, aber trotzdem sehr eindringlicher Score, wobei der ein wenig vergleichbare Carpenter-Score zu Halloween III, der ein Jahr vorher entstand, noch einen Tick mehr zu bieten hat.


John Carpenter - Ghosts of Mars

Eigentlich bin ich ja ein Liebhaber von Carpenters Synthie-Scores der End-70er und Anfang-80er, ich liebe diesen wummernden Sound, aber nach langer Eingewöhnungszeit bin ich nun endlich auch bei Ghosts of Mars angekommen. Kurz zum Film: Carpenters bisher letzter Film von 2001 ist, so muß ich das leider als ein glühender Bewunderer dieses Mannes sagen, der mit Abstand schlechteste Film, den der Meister je vom Stapel gelassen hat. Dabei hätte die Story wesentlich mehr hergegeben, als diese lärmende Schlachtplatte. Das letzte Drittel des Filmes besteht eigentlich nur daraus, daß die Helden ohne Unterlaß mit ständig feuernden Waffen sich einen Weg durch die Zombieherden planieren, begleitet von krachender Metal-Mucke. Und was für eine Überleitung zu Carpenter´s Score. Nach dem ersten Hören stand ich etwas ratlos da, die Musik fetzt, ohne Zweifel, aber irgendwie vermisse ich die Fähigkeit Carpenters, mit seinen minimalistischen Synthieeinsätzen eine unheilvolle und bedrohliche Atmossphäre zu schaffen. Doch läßt man dies außer Acht und hat auch den seltsamen Film im Hinterkopf, hat man am Score-Album unendlich viel Spaß, vorausgesetzt natürlich, man kann mit harter Rock-Musik etwas anfangen. Während Carpenter selbst wieder die Synthies bedient, hauen ganz andere Haudegen in die Gitarrensaiten. Carpenter verpflichtete niemand geringeren als die Band Anthrax, um seine Musik einzuspielen. Dazu kommen noch hochkarätige Solisten wie die Gitarren-Magier Buckethead , Elliot Easton und Steve Vai. Mit dieser Truppe brennt Carpenter ein wahres Feuerwerk an krachend-rockenden Themen ab, seine Synthies bleiben auf vielen Stücken deshalb auch eher im Hintergrund. Absolute Anspieltipps sind die Tracks "Fight Train" und "Kick Ass", bei letzterem ist der Titel wirklich Programm


John Carpenter / Jim Lang - In the Mouth of Madness

Carpenters Score zu seinem besten Film der letzten 15 Jahre ist gleichzeitig sein letzter "wirklich" ausschliesslich synthetischer Score, mal von den Main Titles abgesehen, denn da rockt Carpenter, was das Zeug hält und gibt damit die Richtung für seine nachgefolgten Scores an. Carpenter tut bei In the Mouth of Madness das, was er am besten kann: Minimalistische Synthieteppiche erzeugen beim Hören eine unwillkürlich gruselige Atmossphäre, wobei Carpenter die Stücke hier und da noch mit von ihm selbst "gesprochenen" und verfremdeten Flüstersätzen zusätzlich verfeinert. Ähnliches tat auch James Newton Howard ein paar Jahre später bei seinem Score zu The Sixth Sense. So hat man als Hörer wirklich das Gefühl, es ist noch jemand im Raum, man hört so ein leises Flüstern und Wispern. Ausserdem benutzt Carpenter hier wieder einmal Synthiechöre, die hauptsächlich der "erfundenen" Stadt Hobb´s End zugeordnet werden, eine Geisterstadt, im wahrsten Sinne des Wortes Der Score ist für jemanden, der Synthieklangcollagen zu schätzen weiß und sich mal gerne nachts wieder gruseln möchte, genau richtig.



"Er hat sechs Leute, die für ihn die Musik schreiben, aber er ist der Komponist?"
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Geändert von Alexander Grodzinski (15.04.2008 um 16:29 Uhr)
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Alt 12.08.2006, 02:38   #13
Heavy Metal + Score = Ich :)
 
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Standard AW: John Carpenter - Terror takes shape

Ich entschuldige mich vielmals für die (vielleicht auch Uhrzeitbedingte) formale Entgleisung bezüglich des Schaffens von Herrn Carpenter. Machwerk hat wirklich einen eher negativen Beigeschmack, wobei es meinerseits eine Bewunderung für diesen Herren ausdrücken sollte.
Und auch bei dem zweiten Ausdrucksfehler meinerseits, stimme ich deiner Verbesserung voll und ganz zu.
Du kannst aber auch kritisch sein!
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Alt 12.08.2006, 02:42   #14
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Zitat:
Zitat von Nightwalker
Ich entschuldige mich vielmals für die (vielleicht auch Uhrzeitbedingte) formale Entgleisung bezüglich des Schaffens von Herrn Carpenter. Machwerk hat wirklich einen eher negativen Beigeschmack, wobei es meinerseits eine Bewunderung für diesen Herren ausdrücken sollte.
Und auch bei dem zweiten Ausdrucksfehler meinerseits, stimme ich deiner Verbesserung voll und ganz zu.
Du kannst aber auch kritisch sein!
Ach was, ich doch nicht...



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Alt 12.08.2006, 03:17   #15
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Standard AW: John Carpenter - Terror takes shape

Erst einmal: toller Thread, sehr umfangreiche Hinführung zu Carpenters Werk! Hab den Thread gleich mal entsprechend bewertet.

Nun zu Carpenter selbst:
Ich muss gestehen, ich kann weder mit seinen Filmen noch mit seiner Musik besonders viel anfangen (bis auf eine Ausnahme, auf die ich gleich zu sprechen komme). Einige seiner Filme habe ich zwar noch nicht gesehen, aber das, was ich von ihm kenne (z.B. HALLOWEEN, THE FOG, CHRISTINE) finde ich nicht nur musikalisch öde, auch die Filme lassen mich ziemlich kalt - sogar seinen HALLOWEEN, der von nahezu jedem, den ich kenne, als einer der unheimlichsten Filme aller Zeiten angesehen wird, finde ich absolut un-gruselig und nichtssagend. Merkwürdig, insbesondere da ich ein großer Liebhaber des Horror-Genres bin. Während sich mir bei THE FOG zumindest beim atmosphärischen Anfang die Nackenhaare kurzfristig aufstellen, finde ich zu CHRISTINE hingegen wieder gar keinen Zugang - für mich in keiner Sekunde unheimlich...
Seine beiden Actioner, ESCAPE FROM NEW YORK und ESCAPE FROM L.A., habe ich mir vor kurzem auch mal angesehen - gefesselt haben mich die aber auch nicht.

So, und jetzt zur groooooßen Ausnahme, aufgrund derer ich überhaupt in diesen Thread poste :
IN THE MOUTH OF MADNESS. Ein großartiger, unglaublich atmosphärischer und angsteinflößender Film - bisher der einzige Horrorfilm von Carpenter, der mich durchgehend gegruselt und auch durchgehend überzeugt hat. Auch seinen experimentellen Score mag ich außerordentlich gerne (obwohl er sich hier einer kurzen Passage aus John Coriglianos ALTERED STATES bedient hat) - landet sehr oft in meinem Player. Hier geht Carpenter mit den Synthies wirklich sehr kreativ und vielseitig um, experimentiert mit interessanten, teils beinahe exotisch anmutenden Klangfarbenkombinationen und arbeitet sogar in gewisser Weise leitmotivisch (einzelne Motive, aber auch Klänge für verschiedene Orte und Wesen - am unheimlichsten finde ich die Mischung aus "Leitklang" und "Leitmotiv" für die entstellten Kinder von Hobb´s End, wirklich im positiven Sinne haarsträubend!). Einfach eine tolle, frische Horrormusik, die ich immer wieder gerne höre. Aber keinesfalls nachts - bei jetzigem Genuss des Scores würde ich mich wahrscheinlich einpissen vor Schiss.

Fazit: Das, was ich von Carpenter kenne, ist eigentlich kaum mein Fall, bis eben auf IN THE MOUTH OF MADNESS, den ich wahrlich überirdisch gelungen finde, auch was den Score betrifft. Komisch dat, würde mich mal interessieren, wieso mir nur dieser Carpenter-Film wirklich Angst macht - vielleicht hast du da als Carpenter-Kenner eine Erklärung, Alexander.

PS: Wie sieht es eigentlich mit PRINCE OF DARKNESS und VILLAGE OF THE DAMNED aus? Kenne beide noch nicht. Würden mir die beiden theoretisch gefallen, wenn ich IN THE MOUTH OF MADNESS mag? Wenn ich mir die Handlungen beider Filme durchlese, würde ich sagen, dass diese noch am ehesten in die Richtung von MADNESS gehen.

Geändert von Sebastian Schwittay (12.08.2006 um 03:22 Uhr)
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Metacrawler - Die Metasuchmaschine. dieses Thema Refback 09.04.2009 22:25

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