James Horner
#41
Geschrieben 26.01.2008 - 09:21 Uhr
#42
Geschrieben 26.01.2008 - 11:20 Uhr
Außerdem hat er Homers "Ilias" gelesen und sich an den Beschreibungen der Völker orientiert: Die Griechen seien nicht so kultiviert wie die Trojaner gewesen und das spiegelt sich auch in seiner Musik. Während der trojanische Herrscher Priamos eine wundervoll gehaltene Fuge komponiert bekommen hat, ist der "Griechen-Walzer" einstimmig, stampfend und primitiv (und trotzdem schön).
Sinnvollerweise war es auch von Yared, für beide Liebespaare ein jeweiliges Thema zu schreiben und nicht DAS Liebesthema in jede Stelle des Filmes zu knallen (Wenn sich das Tor zu Troja von den Griechen öffnet, wieso hört man da eine dramatische Fassung vom "Briseis und Achilles"-Thema?). Schließlich hätte Horner sich doch noch unendlich viele Themen zusammenbasteln können oder wenigstens ein einziges selber schreiben (diese Griechen-Triole würde ich höchstens als Motiv bezeichnen)...
Yared hingegen rutscht bei beiden Liebesthemen keinen Milimeter in den Kitsch ab, was sehr wohl tut.
Wie die Musik im Film wirkt, kann man doch feststellen, indem man sie an den richtigen Stellen zum tonlosen Film abspielt. Und findet ihr es nicht auch seltsam, dass im DC von Wolfgang Petersen Tania Tzarovskas hornergestüztes komplett rausgeschnitten wurde? Tja, James, war anscheinend doch keine gute Idee, aber halt arbeitssparend...
Besser gut geklaut, als schlecht erfunden, ja, aber dann sollte man die geklaute Idee auch in ihrer ursprünglichen Form einsetzen, finde ich.
Vielleicht kennen einige das Interview schon, aber trotzdem, für alle, die's interessiert:
http://www.original-...gemeines_troja/
#43
Geschrieben 26.01.2008 - 14:32 Uhr
Mephisto sagte:
Das Thema von Stargate ist auch schon geklaut. Es stammt aus Tchaikovskys Der Nußknacker. Horner hat sich nach dem Nußknacker orientiert. Es ist schwer zu glauben, dass er von Arnold zitiert.
Zitat
"Ich glaube, dass der Film durchaus Möglichkeiten hat, zu den schönsten Künsten gezählt zu werden [...] Ich glaube immer noch daran, dass der Film das Potential für eine Verschmelzung aller Künste in sich birgt, von der Wagner nie zu träumen gewagt hätte."
- Ralph Vaughan Williams (1872-1958)
#44
Geschrieben 27.01.2008 - 12:00 Uhr
#45
Geschrieben 28.01.2008 - 00:05 Uhr
waldgeist sagte:
Da hatte Mephisto aber doch recht, das "Danger-Motiv" stammt eindeutig aus Rachmanninovs 1. Symphonie, hab gerade nochmal reingehört.
Die fängt sogar direkt damit an, da meint man im ersten Moment man hätte "Willow" eingelegt...
#46
Geschrieben 29.01.2008 - 10:27 Uhr
#47
Geschrieben 30.01.2008 - 17:38 Uhr
Christoph81 sagte:
Die fängt sogar direkt damit an, da meint man im ersten Moment man hätte "Willow" eingelegt...
Echt? Ich habe gedacht, es wäre nur auf der Zweiten, da ich sie gut kenne und angenommen habe, Rachmaninov verwendet das Motiv nur einmal. Wenn ich die Erste bei mir finden sollte, höre ich mal rein. Trotzdem ist auf der Zweiten im letzten Satz auch dieses Motiv.
Mephisto sagte:
Richtig, auf der Nussknacker-Suite wirst du es auch nicht finden, da musst du dir schon die Gesamtaufnahme holen. Es ist der Track "Scene In The Pine Forest (Journey Through The Snow)", auf dieser http://www.amazon.co...ks_all_1#disc_2 Aufnahme zu hören. Ich habe Amazon.com ausgewählt, da die Qualität der Hörproben wesentlich besser ist. Genau in dem genannten Track kommt das Thema. Das Original ist nicht heroisch wie bei Stargate oder melancholisch wie bei Troy, sondern eher sehr schwelgerisch verspielt.
Übrigens rate ich jedem Klassikliebhaber sowieso zur Gesamtaufnahme dieses genialen Balletts, denn die Suite umfässt nur die Höhepunkte der Höhepunkte - da gehen sehr effektive Einfälle des Maestro Tchaikovskys (wie beispielsweise das Stargate-Thema
"Ich glaube, dass der Film durchaus Möglichkeiten hat, zu den schönsten Künsten gezählt zu werden [...] Ich glaube immer noch daran, dass der Film das Potential für eine Verschmelzung aller Künste in sich birgt, von der Wagner nie zu träumen gewagt hätte."
- Ralph Vaughan Williams (1872-1958)
#48
Geschrieben 01.02.2008 - 22:43 Uhr
Ich habe jetzt einmal die ganzen Zitate aus den Symphonien und der Filmmusik geschnitten und hintereinander gesetzt und das ein paar Bekannten vorgespielt und selbst die absolut nicht-klassik-filmmusik-Hörer haben's gemerkt.
#49
Geschrieben 02.02.2008 - 17:22 Uhr
Mephisto sagte:
Bitte, gern geschehen.
Zitat
Das verstehe ich nicht ganz: Was haben deine Bekannten gemerkt? Den Unterschied zwischen Filmmusik und klassischer Musik? Oder habe ich den Sinn deiner Aussage nicht verstanden? Darf man auch fragen, welche Filmmusiken und Symphonien du geschnitten und hintereinander gesetzt hast?
"Ich glaube, dass der Film durchaus Möglichkeiten hat, zu den schönsten Künsten gezählt zu werden [...] Ich glaube immer noch daran, dass der Film das Potential für eine Verschmelzung aller Künste in sich birgt, von der Wagner nie zu träumen gewagt hätte."
- Ralph Vaughan Williams (1872-1958)
#50
Geschrieben 03.02.2008 - 02:01 Uhr
Das habe ich dann so angeordnet, dass man immer erst das Zitat, dann das Original hörte und alle, denen ich das gezeigt und nicht gesagt habe, was sie da gleich hören werden, haben sofort gemerkt, dass da eindeutig geklaut wurde. Will damit sagen, dass Horner hier besonders offensichtlich gearbeitet hat...
#51
Geschrieben 03.02.2008 - 11:47 Uhr
Mephisto sagte:
Das habe ich dann so angeordnet, dass man immer erst das Zitat, dann das Original hörte und alle, denen ich das gezeigt und nicht gesagt habe, was sie da gleich hören werden, haben sofort gemerkt, dass da eindeutig geklaut wurde. Will damit sagen, dass Horner hier besonders offensichtlich gearbeitet hat...
Achso, jetzt verstehe ich.
Ein ziemlich kluges Experiment, aber es ist ja auch ziemlich offensichtlich, dass Horner sich hier nicht sehr viel Mühe gemacht hat. Wenn man aber bedenkt, dass er für den Score nur zwei Wochen Zeit hatte, kann man es ihm vielleicht nicht Übel nehmen, aber wenn ich dann wiederum Goldsmith als Vergleich nehme, der für Chinatown zwei Wochen brauchte und diesen mit Troy vergleiche, sind gewaltige, qualitative Unterschiede zu erkennen.
"Ich glaube, dass der Film durchaus Möglichkeiten hat, zu den schönsten Künsten gezählt zu werden [...] Ich glaube immer noch daran, dass der Film das Potential für eine Verschmelzung aller Künste in sich birgt, von der Wagner nie zu träumen gewagt hätte."
- Ralph Vaughan Williams (1872-1958)
#52
Geschrieben 10.02.2008 - 11:24 Uhr
#54
Geschrieben 23.02.2008 - 15:19 Uhr
#55
Geschrieben 31.05.2008 - 09:46 Uhr
Prinz Meister Seth sagte:
Ich habe ja vorhin im "Ich höre gerade..." einen Text dazu geschrieben, den ich an dieser Stelle einfach noch Mal aufgreifen möchte:
Zitat:
Zitat von Meister Seth
Seit langem mal wieder drinne:

Ein Score von James Horner der auf den ersten Eindruck (bei Hörproben) positiv wirkte aber dann doch schnell zeigte das Horner sich hier kein bisschen weier entwickelt hat und nix offenbart. Einige Passagen sind nett anzuhören aber auf Grund der Albumlänge ist man mehr als übersättigt. Außerdem sind diese ständigen Deja Vu - Erlebnisse wirklich nur langweilig.
Zudem kann ich das Braveheart - Lovetheme nicht mehr hören. So sehr ich es auch mag. Es ist in jedem Score! Und ganz ehrlich mittlerweise geht es mir mit Erlaub nur noch auf den "Sack".
Wertung: 2,5 von 6 Punkten
Hier ein Video vom Scoring der Filmmusik:
http://video.google.....arch&plindex=0
Hab den Soundtrack jetzt auch endlich in meiner Sammlung und muss sagen, dass ich ihn persönlich nicht so zerreißen würde wie Seth. Die Selbstzitate sind zwar wieder reichlich vorhanden, aber die interessieren mich bei Horner eh nicht. Denn ich seh seine Scores (und auch die von jedem anderen Komponisten) immer unabhängig von vorangegangen Werken und betrachte die Score stehts für sich allein. Die Zitate von Horner bewirken auch eher ein Schmunzeln bei mir, als das es mich aufregen würde. Und ich muss sagen, dass mich auch hier wieder die typische Breitwand-Stimmung von Horner verzaubert hat. Die thematische Verarbeitung ist wie immer großartig und die dezent eingestreuten Indianer-Sounds wissen auch zu gefallen.
Was jedoch nicht zu verheimlichen ist, ist die Tatsache, dass der Score fast nur auf einem großen Thema aufbaut. Dies führt bei der reichlichen Spielzeit von über 77 Minuten doch zu einigen Längen. 20 - 30 Minuten weniger hätten es auch getan. Alles in allem gewohnter Horner-Standart, bei dem man als Fan nix falsch machen aber auch nicht viel neues entdecken kann. Kritiker bleiben wie immer fern davon.
4/6 Punkte von mir.
Bearbeitet von Thomas Nofz, 31.05.2008 - 23:35 Uhr.
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''Schämen Sie sich keine Sekunde wegen Ihrer Narben. Sie tragen nur das außen, was wir alle in uns haben.''
#56
Geschrieben 31.05.2008 - 10:50 Uhr
Bada Bing sagte:
Ich würde den Soundtrack auch nicht so schlecht bewerten. An jeder Ecke hört man zwar deutlich, dass es sich um einen Horner-Score handelt aber das ist ja auch der Grund, weshalb Fans seiner Musik immer wieder zu Horner-CDs greifen.
Wäre die Spielzeit nicht 77 Min. lang gewesen, dann hätten wieder viele gemeckert, wie viel wertvolle Musik da unterschlagen worden wäre.
4/6 Punkte halte ich auch für gerechtfertigt.
Csongor
#57 Guest_Cinematographer_*
Geschrieben 03.06.2008 - 15:31 Uhr
Selbstverständlich der zu A Beautiful Mind!
Äußerst einfühlsam und Melancholisch,
Schwere, drückende Melodien,
Echt klasse!
#58
Geschrieben 05.06.2008 - 17:36 Uhr
Ich find "Willow" musikalisch großartig. Als Klassikbanause wusste ich nicht, dass das Hauptmotiv geklaut ist. "Rocketeer" find ich auch klasse. "Braveheart" geht (mit Ausnahme von "Battle of Stirling") als Höralbum an mir total vorbei - Kitsch ohne Ende. Im Film funktioniert's aber gut. Yareds "Troy" gefällt mir zehnmal besser als Horners "Cut and Paste"- Version... obwohl ich vor Horners Blitztempo den Hut ziehe und Yareds Score den Streifen auch nicht gerettet hätte.
Sympathisch? Grundehrlich? Bescheiden? Größenwahnsinnig? Genial? Egozentrisch? Kollegial? Bewundernswert? Durchgeknallt? Dazu möchte ich mir jetzt nicht anmaßen, eine letztgültige Aussage zu treffen. Schlussendlich kenne ich den Mann ja gar nicht. Aber je mehr ich von ihm und über ihn lese, desto weniger Interesse hab ich, mir Scores von ihm zu kaufen. Tatsächlich hab ich nach dem ganzen "Wer klaut wo, wer hat keine Ahnung, und wer kann's am besten"- Gezacker sogar auf "Willow" kaum noch Lust. Sorry.
Aber es freut mich für seine Fans, dass "Spiderwick" ein bisschen alten Glanz auffrischt. Insofern - Peace and Love.
Alex
#59
Geschrieben 06.06.2008 - 12:30 Uhr
Alex sagte:
Ich find "Willow" musikalisch großartig. Als Klassikbanause wusste ich nicht, dass das Hauptmotiv geklaut ist. "Rocketeer" find ich auch klasse. "Braveheart" geht (mit Ausnahme von "Battle of Stirling") als Höralbum an mir total vorbei - Kitsch ohne Ende. Im Film funktioniert's aber gut. Yareds "Troy" gefällt mir zehnmal besser als Horners "Cut and Paste"- Version... obwohl ich vor Horners Blitztempo den Hut ziehe und Yareds Score den Streifen auch nicht gerettet hätte.
Sympathisch? Grundehrlich? Bescheiden? Größenwahnsinnig? Genial? Egozentrisch? Kollegial? Bewundernswert? Durchgeknallt? Dazu möchte ich mir jetzt nicht anmaßen, eine letztgültige Aussage zu treffen. Schlussendlich kenne ich den Mann ja gar nicht. Aber je mehr ich von ihm und über ihn lese, desto weniger Interesse hab ich, mir Scores von ihm zu kaufen. Tatsächlich hab ich nach dem ganzen "Wer klaut wo, wer hat keine Ahnung, und wer kann's am besten"- Gezacker sogar auf "Willow" kaum noch Lust. Sorry.
Aber es freut mich für seine Fans, dass "Spiderwick" ein bisschen alten Glanz auffrischt. Insofern - Peace and Love.
Alex
Ein sehr schöner Beitrag! Danke. Prinzipiell sehe ich das ganz ähnlich.
Ich bin dem "Horner der 80er" gross geworden und habe seine Musik so geliebt wie die von Goldsmith und Williams (andere Komponisten kannte ich damals gar nicht oder kaum...). Unabhängig davon, ob man glaubt, er hätte in der heutigen Zeit (oder sogar schon Mitte der 90er) seine Kreativität und Inspiration weitgehend verloren und würde nur noch Standard-"Copy and Paste"-Scores komponieren, halte ich seine Verdienste um die Filmmusik für unbestreitbar: ohne "Battle Beyond The Stars", "Krull", "Aliens", "Star Trek 2", "Rocketeer", "Wolfen", "Willow", "Land Before Time", "The Pagemaster", "A Beautiful Mind", "Bicentennial Man", ja selbst "Titanic" u.a. wäre mein musikalischer "Erlebnishorizont" ungleich ärmer und ich würde nie auf diese grossartigen Hörerlebnisse verzichten wollen.
...und auch ich sehe Horner mit "Spiderwick Chronicles" auf dem "Weg der Besserung". Ich bin schon sehr neugierig, was er für den neuen James Cameron-Film "Avatar" musikalisch erschaffen wird...
Gruss
Paul Verhoeven
#60
Geschrieben 07.06.2008 - 10:04 Uhr
Alex sagte:
Ich find "Willow" musikalisch großartig. Als Klassikbanause wusste ich nicht, dass das Hauptmotiv geklaut ist. "Rocketeer" find ich auch klasse. "Braveheart" geht (mit Ausnahme von "Battle of Stirling") als Höralbum an mir total vorbei - Kitsch ohne Ende. Im Film funktioniert's aber gut. Yareds "Troy" gefällt mir zehnmal besser als Horners "Cut and Paste"- Version... obwohl ich vor Horners Blitztempo den Hut ziehe und Yareds Score den Streifen auch nicht gerettet hätte.
Sympathisch? Grundehrlich? Bescheiden? Größenwahnsinnig? Genial? Egozentrisch? Kollegial? Bewundernswert? Durchgeknallt? Dazu möchte ich mir jetzt nicht anmaßen, eine letztgültige Aussage zu treffen. Schlussendlich kenne ich den Mann ja gar nicht. Aber je mehr ich von ihm und über ihn lese, desto weniger Interesse hab ich, mir Scores von ihm zu kaufen. Tatsächlich hab ich nach dem ganzen "Wer klaut wo, wer hat keine Ahnung, und wer kann's am besten"- Gezacker sogar auf "Willow" kaum noch Lust. Sorry.
Aber es freut mich für seine Fans, dass "Spiderwick" ein bisschen alten Glanz auffrischt. Insofern - Peace and Love.
Alex
Kann man durchaus so stehen lassen,keine sinnloses runtergemache....dennoch würde ich dir mal Horners teilweise feinste Arbeit zu Trickfilmen ans Herz legen.
Ich sag da nur...Pagemaster (gefällt dir hundertpro);Balto;Once upon a forest;Feivel; etc
Zitat
Herrmann Ritter














