Titel 1 : KING KONG Track 1 von James Newton Howard
(Türenknarren?)
Oma:
Hallo mein lieber Paul. Was hast du denn da gerade gehört?
Enkel:
Hi Oma! Och, das war die Einleitungsmusik für die neue King-Kong-Verfilmung von diesem Hobbit-Typen, Peter Jackson.
Oma:
Oh. Aha. Das klang ja ganz… interessant. Aber, Moment… ich zeig dir mal was. Dazu muß ich aber erst mein olles Röhrenradio einschalten…. (Oma ächzt, als sie sich bückt). Na gut, Paul... komm her, hör dir DAS mal an:
Titel 2: KING KONG „Overture“, Max Steiner (Max Steiner Collection, Silva, CD 1/1)
Enkel:
(voll begeistert) WOW! Oma… was war denn DAS?!
Oma:
Tja, Paulchen, das war
meine Version von KING KONG, aus dem Original von 1933! Ach herrje, kannst du dir das vorstellen? Das vor knapp 80 Jahren! Und trotzdem… ich finde, dagegen klingt dein neuer KONG wie ein Plüschäffchen, findste nicht auch? (kichert) Hier… horch:
Radiomoderatorin:
… Jaaa, meine sehr geehrten Damen und Herren, Junge und Junggebliebene, willkommen zu unserer Nostalgie-Radioshow über das sogenannte Goldene Zeitalter der Filmmusik. Lassen Sie uns das Rad der Leinwandzeit zurückdrehen und ein paar alte Bekannte aus einer Zeit erlauschen, als die Bilder in den Kinosälen noch wohlig in Schwarz/Weiß flimmerten; als weder Popcornknuspern noch Handypiepsen den Genuß der geliebten Schmachtfetzen trübte… abgesehen von dem Rattern der Filmspulen über den Köpfen der Zuschauer in der letzen Reihe.
Soeben hörten wir die Ouvertüre aus einem wahren Klassiker der Filmgeschichte, KING KONG, komponiert von Max Steiner. Steiner, 1914 von Österreich nach Amerika emigriert, zählt zu den Pionieren einer eigenständigen, schöpferischen Filmmusik. Von allen Namen, die mit der goldenen Ära der Filmmusik in Hollywood in Verbindung gebracht werden, besitzt keiner so viel Glanz wie der Max Steiners. Er war ein Meister ansprechender Tonkunst, mit einer erstaunlichen Schaffenskraft. In einem Zeitraum von 35 Jahren hat er an mehr als 300 Filmen mitgearbeitet. Seine Melodien und Rhythmen waren verhältnismäßig einfach, aber sie trafen stets ins Herz der Zuschauer. Wie auch in folgendem unvergesslichen Klassiker der Filmgeschichte, VOM WINDE VERWEHT…
Titel 3: GONE WITH THE WIND „Suite“ (Max Steiner Coll. CD 2/11)
Enkel:
Mensch, Oma… das klingt für mich fast wie eine von deinen ollen klassischen Sinfonien!
Oma:
Naja, Paulchen, damit haste nich ganz unrecht. Viele der Filmmusikkomponisten, die damals zum Teil aus politischen Gründen nach Amerika auswanderten, waren echte klassische Komponisten der alten Wiener Schule, wie etwa Erich Wolfgang Korngold, Franz Waxman, Ernest Gold oder eben mein Mäxchen Steiner. (Seufzer) Ach, was habe ich bei VOM WINDE VERWEHT geheult, Paulchen… Dass sich Scarlett und der schnuckelige Rhett Butler nie gekriegt haben… und dann diese Musik! (seufzt wieder ganz tief)…
Enkel:
Ja, Oma, das kenne ich auch. Als Russell Crowe am Ende vom GLADIATOR stirbt, war mein Taschentuch auch nass… und dann die Musik von Hans Zimmer! (seufzt auch ganz tief).
RM: Machen wir nun einen etwas größeren Sprung vom epochalen Tränenbomber zu etwas schwungvolleren Klängen, gepaart mit Degen, Enterhaken und Meeresbrise:
Titel 4: THE SEA HAWK, Erich Wolfgang Korngold (Suite? )
Radiomoderatorin:
Soeben hörten Sie eine Suite aus THE SEA HAWK, für die der Österreicher Erich Wolfgang Korngold 1941 für den Oscar nominiert wurde. Auch Korngolds Name ist unauslöschlich mit der goldenen Ära der Filmmusik in Hollywood verbunden, obwohl er in dem Dutzend Jahren, die er dort arbeitete, nur zwanzig Filmkompositionen geschaffen hat. 1946 zog er sich zurück, hauptsächlich deswegen, weil ihn seine Berühmtheit als Filmkomponist erschreckte. Schämte er sich für das, was er – einst ein gefeierter Konzertkomponist in Wien – für die Leinwand geschaffen hatte? Oh nein… er arbeitete mit derselben Liebe für den Film, wie für Oper und Konzertsaal. Vielmehr verbitterten ihn die Verachtung und Überheblichkeit der amerikanischen Kritiker. Diese lobten zwar alles, was an Filmmusik aus England oder Russland zu hören war, hatten aber nur Spott und Arroganz für die Hollywoodkomponisten übrig.
Die Zuschauer und Filmemacher jedoch liebten Korngold. Für sie war er, vor allem durch seine flotten Mantel-, Degen- und Piratenscores ein Superstar. Seine Musik zu Robin Hood, König der Vagabunden erreichte Platz 11 in der Liste der 25 Besten Filmmusiken aus 100 Jahren, welche vom
American Film Institute zusammengestellt wurde. Und… für diese Musik erhielt er 1939 seinen zweiten Oscar:
Titel 5: ROBIN HOOD, Erich Wolfgang Korngold (Suite)
Enkel:
Duhuuu, Omaaa? Ich höre da die ganze Zeit fettes Orchester. Hatten die nicht früher nur so Klimperklavier in der Ecke stehen, auf dem so ein zerzauster Pianist irgendwelche Melodien zu den Filmen spielte?
Oma:
Ach Dummerchen… neiiin, das war doch nur während der Stummfilmzeit so. Die endete jedoch Ende der 20er Jahre, als plötzlich im Kino die Bilder zu sprechen und auch zu musizieren begannen. Ach Paulchen, ich kann mich noch erinnern, wie ich als kleines Mädel inmitten all der fein angezogenen Leute in diesem großen dunklen Saal saß und die Schauspieler richtig
hören konnte… und, haaach… die Musik! *schwärmt* Diese herrliche Musik! Sie schien von einem unsichtbaren Orchester gespielt worden zu sein. Endlich gab es richtige Filmmusik, für immer eingebrannt auf der Tonspur des Films, nur für diesen einen Film komponiert, unverwechselbar, einmalig. Weißt du, damals gab es die „Großen Fünf“… fünf große Filmstudios, die uns kleine Leute mit ihren Leinwandträumen verzauberten: Fox, Paramount, MGM, Warner Brothers und RKO (
Anmerkung von mir: Arr-Kej-Oh ausgesprochen). Und das Tollste war, sie alle hatten alle ihr eigenes Orchester, mit eigenen Komponisten, die für unsere Lieblinge die schönsten Musiken komponierten…. So wie diese hier:
Titel 6: EL CID, Miklós Rózsa (Suite)
Radiomoderatorin:
Das war die beeindruckende Musik zu EL CID, komponiert von Miklós Rózsa, einer der schillerndsten Persönlichkeiten des goldenen Zeitalters der Hollywoodfilmmusik. Er war ein Superstar, der nicht nur riesige Erfolge auf der Leinwand, sondern auch im Konzertsaal feierte. 13 Oscarnominierungen und 3 Oscars konnte er für sich verbuchen. Rózsa, gebürtiger Ungar, komponierte die Musik für einige der größten Epen, Abenteuer- und Sandalenfilme, die die kalifornische Traumfabrik je hervorbrachte: Der Dieb von Bagdad, Ben Hur, Quo Vadis, Ivanhoe, Das Duschungelbuch, Sodom und Gomorrah, Die Ritter der Tafelrunde, König der Könige oder Das Tal der Könige. Aber es gab auch eine Zeit, als er in den kriegumtosten 40er Jahren Berühmtheit für seine Musik der
Film-noir-Ära Hollywoods erlangte… und auch die Aufmerksamkeit eines damals 16jährigen jungen Mannes, den er 1945 mit seiner Komposition zu SPELLBOUND (Ich kämpfe um dich) so sehr beeindruckte, dass dieser sich entschloß, ebenfalls Filmkomponist zu werden. Der Name des jungen Mannes war Jerry Goldsmith… und der Rest ist Geschichte.
Titel 7: SPELLBOUND, Miklós Rózsa
Enkel:
Hey, Oma… was war denn das für ein komisches, heulendes Geräusch da eben? Hat man einer der Geigenspielerinnen ein Cello auf die Füße gestellt, oder was?
Oma:
Ach neiiiin, Schusselchen… das war ein elektronisches Instrument, ein sogenanntes Theremin, welches von Rozsa in diesem Film zum allerersten Mal eingesetzt wurde. Klingt ganz schön gespenstisch, was? *lacht hexisch*… Aber, Paulchen, mal was anderes. Hast du dieses wunderschöne Thema bemerkt, welches Rózsa für die beiden Liebenden geschrieben hat? Zum Dahinschmelzen. Das ist ein sogenanntes Leitmotiv.
Enkel:
Ein was? Kenn ich nich. Ich kenne nur nen Leitwolf.
Oma:
Ach neee…. aber so ähnlich! Du kennst doch STAR WARS, oder? Da hat es dieser… dieser Williams-Bursche genauso gemacht: Wichtige Figuren, Schauplätze oder Ereignisse bekommen ihr eigenes Thema oder Motiv, damit der Zuschauer sie im Verlauf eines Films leichter zuordnen kann. Das Ding ist nur: Dieser Johnny Boy hat sich das bei den Meistern des Golden Age abgeschaut… die wiederum aber von Richard Wagner und seinen gewaltigen Opern. Da staunst du, was? Richard Wagner… der musikalische Urgroßvater von Darth Vader, Indiana Jones und den Transformers…. hihihi.
Radiomoderatorin:
: Hören Sie nun Musik aus THE GREATEST STORY EVER TOLD, komponiert von Alfred Newman, dem „Godfather of Filmmusic“…
Titel 8: THE GREATEST STORY EVER TOLD, Alfred Newman („The Long Journey“)
Enkel:
Duuu, Oma… hat die Moderatorin eben gesagt, dieser Alfred wäre der “Godfather“ der Filmmusik? Muß man den kennen?
Oma:
Ohhh jaaa, mein Lieber! Alfred Newman ist eine Legende. Er ist der einflussreichste und machtvollste Musiker in der Geschichte Hollywoods. Er war dabei, als der Tonfilm geboren wurde… bis hin zum Niedergang des Großstudiosystems. Neun Oscars hat er gewonnen… und er war sage und schreibe 45mal für den Goldbuben nominiert. Das ist ein unerreichter Rekord, Paulchen… und wird es wohl auch für immer bleiben. Newman war 20 Jahre lang Chef der Musikabteilung bei Fox und führte den Laden dort mit Autorität und fester Hand. Der Fox-Boss gab ihm freie Hand: Newman bekam ein erstklassiges Orchester und konnte jeden unter Vertrag nehmen, den er als Arrangeur, Orchestrator und Komponisten haben wollte. Er selbst war also Komponist, Dirigent und Manager in einem. Wahnsinn…
Enkel:
Hmmmm… hey, Oma, dann kann man doch diesen Newman mit Hans Zimmer vergleichen. Der ist ja auch Komponist und Manager von Remote Control Productions und hat viele Leute unter seinen Fittichen… stimmt´s?
Oma:
(macht eine kleine Pause)… äääähm, Paulchen… Erstens, wenn du dein komisches Remote-Control-Dingsbums mit dem Foxstudio vergleichst, vergleichst du ein brennendes Streichholz mit einem Osterfeuer. Und zweitens… neben der Sache mit den Oscars… zweitens: Hans Zimmer kann nicht dirigieren.
Titel 9: CAPTAIN FROM CASTILLE, Alfred Newman, „Conquest“
Radiomoderatorin:
Ein großer Verdienst von Alfred Newman war es, das Talent von jungen, aufstrebenden Komponisten zu entdecken und zu fördern. Einer davon war Hugo Friedhofer, ein Multitalent sondersgleichen. Friedhofer war nicht nur Komponist, sondern auch Bearbeiter, Arrangeur, Filmmusiklehrer, Orchestrator und Chef vom Dienst bei vielen Projekten, die heute längst in Vergessenheit geraten sind. Er orchestrierte Musik von Max Steiner oder Erich Wolfgang Korngold, bis ihn Alfred Newman Anfang der 40er Jahre zu Fox holte. Dort erlebte Friedhofer seine Glanzstunde: Für THE BEST YEARS OF OUR LIVES erhielt er 1947 den Oscar… und verwies damit Größen wie Bernard Herrmann, Franz Waxman, Miklós Rózsa und William Walton auf die Plätze.
Titel 10: THE BEST YEARS OF OUR LIVES, Hugo Friedhofer, 1946
Oma:
Sag mal, mein lieber Paul… kennst du Querköpfe in der Filmmusik? Also Komponisten, die nicht dem Zeitgeschmack folgen?
Enkel:
Joaah… also einer fällt mir da ein. John Williams.
Oma:
John Williams? Wieso das denn?
Enkel:
Naja, der komponiert eben noch Filmmusik, die nicht so klingt, wie das meiste, was heute in Blockbustern zu hören ist.
Oma:
(nachdenklich) Hmmmm… da könntest du recht haben. Im Golden Age gab es auch ein paar davon. Die schrieben eben etwas modernere Musik, ein bisschen dissonanter, weniger romantisch und pompös. Mir fallen da zwei ein. Ein fast Vergessener und ein seeeehr Berühmter…. Kennst du Adolph Deutsch? Nee? Aber vielleicht hast du ja schon mal vom Malteser Falken gehört, diesem Film-Noir-Krimi mit einem meiner Lieblinge, Humphrey Bogart… Ach, Paulchen… DAS war ein Mann! *seufzt* … Hier hör mal:
Titel 11: THE MALTESE FALCON, Adolph Deutsch, 1941, Suite
Enkel:
Brrrr… das klang ja manchmal ganz schön schräg. Und wer ist der andere Querkopf, Oma?
Oma:
Das ist… mein süßer Benny. Benny Herrmann. Zwar nicht gerade ein Bogart-Typ, *träumerisch* aber seine Musik…
Radiomoderatorin:
Bernard Herrman. Es ist wohl nicht zu hoch gegriffen, wenn man ihn als den bedeutendsten aller amerikanischen Filmkomponisten bezeichnet, ganz abgesehen von seinem Bekanntheitsgrad, den er seiner späteren, äußerst fruchtbaren Zusammenarbeit mit Alfred Hitchcock zu verdanken hat. Miklós Rózsa sagte über ihn: „Herrmann ist der Gulliver unter den Liliputanern der Filmmusik. Er war ein Meilenstein in der Geschichte des Films“.
Was Rózsa nicht sagte, war, dass Herrmann ein sehr störrischer „Meilenstein“ war, der sich oft mit Regisseuren und Produzenten stritt, aber auch seiner eigenen Musik gegenüber äußerst kritisch gegenüberstand. Sein Humor war scharf und schonungslos, er war nicht gerade ein Ausbund an Höflichkeit und Toleranz. Sein Ruf als Wildling war ebenso legendär wie der als Komponistengenie.
Und dass er ein Genie war, ist unbestritten. Er war der Meister ungewöhnlicher und ausgefallener Orchesterbesetzungen, er spielte mit kurzen, markanten Motive, die sich unauslöschlich ins Gedächtnis der Zuschauer einbrannten. Zur Macht der Filmmusik sagte er: „Die Tonspur eines Films ist ein äußerst heikles Medium. Wenn man entsprechend fachmännisch zu Werke geht, können ein einfaches tiefes Flötensolo, das Klopfen einer Basstrommel oder die Töne verhalten klingender Hörner oft mehr bewirken als das Drauflosspielen eines halben Hunderts von Musikern.“ Ein Beispiel dafür hören Sie nun: THE DAY THE EARTH STOODS TILL, „Der Tag an dem die Erde stillstand“. Musik. Bernard Herrmann.
Titel 12: THE DAY THE EARTH STOOD STILL, Bernard Herrmann, 1951
Enkel:
Wow, Oma… du hast recht. Das klang doch ganz schön anders als das, was wir bisher gehört haben.
Oma:
Stimmt, Paulchen… Aber, weißt du… ich finde, jetzt wird es wieder Zeit für ein paar schöne, süße Erinnerungen an die Zeit, als ich noch ein junger Hüpfer war und mit verträumtem, verzaubertem Blick im Kino saß. Hör mal… auch das ist Musik aus der goldenen Ära des Films:
Titel 13: PINOCCHIO, Leigh Harline, 1940, Suite
Enkel:
Moment mal… das ist doch die Melodie, die immer gespielt wird, wenn ein Disneyfilm beginnt und dieses Märchenschloß auftaucht!
Oma:
Ganz genau, Paulchen… das Golden Age war auch die Geburtsstunde einer kleinen Maus, die als „Steamboat Willie“ pfeifend ihre Karriere begann, und der heutigen Welt ein ganzes Imperium hinterlassen hat. Viele andere Figuren sollten noch folgenden, die wir Kinder für immer in unsere Herzen schlossen: Dumbo, Schneewittchen, Bambi, Peter Pan, Dornröschen, Robin Hood, Mowgli und auch den süßen kleinen Pinocchio, den wir gerade gehört haben. *schmacht* Haaach… das waren noch herrliche Zeiten…
Enkel:
Oma? Wann war dieses Golden Age eigentlich zuende?
Oma:
Pst, hier… hör zu:
Radiomoderatorin:
Größter Feind der großen Filmstudios wurde schließlich ein kleiner, flimmernder Kasten, der auch im Amerika der Nachkriegszeit immer mehr Einzug in die heimischen Stuben nahm: der Fernseher. Die Leute hatten nun ein Kino im Kleinformat in ihrem Haus… und blieben davor sitzen. Zudem machten sich immer mehr Einflüsse aus Jazz und Pop in der Musikwelt bemerkbar, Einflüsse, denen sich auch die Filmmusik nicht entziehen konnte. Und so begann Ende der 40er Jahre der Niedergang der „Big Five“ und ihrer großen Musikabteilungen. Neue Stimmen machten auf sich aufmerksam und läuteten den Übergang zur nächsten Filmmusikepoche, dem Silver Age, ein. Doch davon mehr in unserer nächsten Nostalgiesendung. Hier nun Musik von zwei jener neuen Wilden, die für frischen Wind in der Filmmusik sorgten: zunächst Alex North mit VIVA ZAPATA!, und danach Elmer Bernstein mit WALK ON THE WILD SIDE.
Titel 14: VIVA ZAPATA!, Alex North, 1952, „Gathering Forces“ & WALK ON THE WILD SIDE, Elmer Bernstein, 1962
Enkel:Tja… und das war´s dann? Goodbye Golden Age, es war schön mit dir?
Oma:
Najaaa, nicht ganz. Die angeschlagenen Filmstudios wollten es mit dem kleinen Stubenflimmerkasten aufnehmen und versuchten, in einem letzten Aufbäumen Ende der 50er/Anfang der 60er Jahre, die Leute mit epischen Historienfilmen und anderen Spektakeln aus den häuslichen vier Wänden zu locken. Bei mir haben sie´s geschafft… und bei vielen anderen Leuten auch. *seufzt* Ach ja… es waren noch einmal großartige Zeiten für uns Kinofans. Manche von diesen Schinken wurden echte Klassiker, wie zum Beispiel BEN HUR, EL CID oder DIE ZEHN GEBOTE mit dem damaligen Superstar, Charlton Heston. Und weißt du, wer die Musik zu den ZEHN GEBOTEN komponiert hat? Dieser Jungspund von eben… Elmer Bernstein. Ich saß im Kino und hatte richtige Gänsehaut…
Titel 15: THE TEN COMMANDMENTS, Elmer Bernstein, 1955, Suite
Radiomoderatorin:
Zum Abschluß unserer heutigen musikalischen Kinozeitreise möchten wir Ihnen gern noch zwei Höhepunkte der ausgehenden Goldenen Ära der Filmmusik präsentieren. Zum einen Musik aus MEUTEREI AUF DER BOUNTY aus dem Jahr 1962, mit Marlon Brando in der Hauptrolle. Die Musik schrieb Bronislau Kaper, dessen Name untrennbar mit der Geschichte von MGM, Metro-Goldwyn-Mayer, verbunden ist. 28 Jahre war Kaper bei Metro beschäftigt und schuf für das Studio alle erdenklichen Arten von Musik. Kaper war ein Mann von hoher Bildung, voller Witz und Charme… sowie ein vortrefflicher Pianist. Seine Musik zu MEUTEREI AUF DER BOUNTY ist großsymphonisch für die Seefahrerszenen und sehr authentisch während der Episoden auf Tahiti, für die Kaper originales Quellenmaterial studierte. Sein Hauptthema, „Follow Me“ wurde ein Publikumshit.
Titel 16: MUTINY ON THE BOUNTY, Bronislau Kaper, 1962, „Overture“
Radiomoderatorin:
Das zweite und letzte Musikbeispiel unserer heutigen Sendung stammt aus TARAS BULBA und heißt „Ride to Dubno“… ein fulminantes, derwischtanzendes Kabinettstück aus der Feder von Franz Waxman, einem der ganz Großen des Golden Age. Er ist der einzige Komponist des Golden und Silver Age, der zwei Oscars in Folge gewann: für „Sunset Boulevard“ 1950 und „A Place in the Sun“.
Waxman, so wie viele seiner Kollegen aus Europa emigriert, setzte sich sehr für anspruchsvolle Musik ein und empörte sich aus tiefster Überzeugung über Kritiker, die an der Filmmusik herummäkelten. Wenn man seinen „Höllenritt“ nach Dubno hört, kann man solche Mäkeleien tatsächlich nicht verstehen.
Viel Spaß nun mit diesem Glanzlicht des späten Golden Age… und damit ich verabschiede mich bis zum nächsten Mal.
Titel 17: TARAS BULBA, Franz Waxman, 1962, „The Ride to Dubno“
Oma:
Tja, Paulchen… das war´s. Bist du beim „silbernen Zeitalter“ wieder mit dabei?
Enkel:
(stöhnt leise auf): Na klar, Omma… aber jetzt brauch ich erst einmal eine gute Dosis aus THE ROCK….
ENDE
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