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Themen der Filmmusik - Golden & Silver Age



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67 Antworten in diesem Thema

#41 Laubwoelfin

    Hornerianisch Vergoldschmiedeter Elfmaniac

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Geschrieben 22.02.2012 - 12:32 Uhr

Beitrag anzeigenMephisto sagte am 22.02.2012 - 12:13 Uhr:

Und warum nützt Dir das nichts? Genau darum ging es mir, dir eine Empfehlung auszusprechen für einen Klassiker, mit dem man sich auseinander gesetzt haben sollte, bevor man auch nur ansatzweise über Golden Age urteilen kann. Du kennst "Ben Hur" nicht, darum habe ich einen so detailliert beschriebene Herangehensweise gepostet, damit Du vielleicht über diese Methode einmal die Musik entdecken kannst.

Achsoooh. Dann klassisches Missverständnis.. Entschuldige. :)

Nun, diese ganze theoretische Beschreibung. Ich kann damit nichts anfangen. Wenn da steht "Die Streicher spielen das Hauptthema mit einem leichten Stakkato in versetzten Akkorden in D-Moll" (oder so), dann lese ich es genau, wie es da steht. Ich kann dieses, was da steht nicht erkennen, geschweige denn "verstehen". Nicht, weil ich die Begriffe nicht kenne und die Bedeutungen nicht kenne. Mein Hirn weigert sich nur, diese Begriffe direkt in das Gehörte einzuarbeiten, also direkt die Verknüpfungen zu erstellen. Ich lese die Buchstaben, ich verstehe die Begriffe, aber ich habe keine Ahnung, was das mit der Musik da zu tun hat, die ich grade höre... Ich kann wenn ich lese eher etwas mit der plastischen Beschreibung anfangen: "Er ging über eine grüne Wiese, jeder einzelne Grashalm bewegte sich rauschend im leichten Wind, rote und blaue Schmetterlinge flogen umher..." So finde ich Sachbücher besonders dann interessant, wenn sie eben wie eine Art Roman geschrieben werden, statt nur mit Fachbegriffen gefüllt zu sein.
Bin sogar fast dazu geneigt, mich nun leise schmollend, stur und trotzig ins Unterholz zurückzuziehen, da ich nicht in der Lage zu sein scheine, genau zu definieren, was mir gefällt, warum es mir gefällt und warum mir einiges nicht gefällt. Gepaart mit einem verzweifelt auf die Knie fallen und euch anzuflehen: "Lasst mich doch bitte sein wie ich bin, ich lass euch doch auch!"

...wenn ihr mich nun entschuldigen würdet, ich muss in die "Schule", spanisch lernen. Das ist mir jetzt wichtiger.

P.S. Bedenkt bitte eins: Bis vor 2 Jahren war ich noch glühender Verfechter des RCP. Kenne seit 1 Jahr gerade mal Goldsmith, kannte bis zu jener Sendung, um die es in dem Thread geht, kaum 1 Stück dieses Zeitalters..... Bin allgemein erst seit knapp 10 Jahren Filmmusik-Fan und mochte bis vor wenigen Jahren kaum etwas aus der Zeit vor 1970.

"Mein Komponist ist besser als deiner" ;)

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"If he doesn't inspire you, I don't think you are a good film composer"

- John Frizzell über Jerry Goldsmith -

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"Es ist Liebe -> es ist Seele -> es ist Musik"

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USS.Cinema World (incl. "Einfach nur Filmmusik")
Mittwoch ab 18 Uhr
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#42 Guest_Babis_*

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Geschrieben 22.02.2012 - 12:48 Uhr

Beitrag anzeigenLaubwoelfin sagte am 22.02.2012 - 12:32 Uhr:

Bin sogar fast dazu geneigt, mich nun leise schmollend, stur und trotzig ins Unterholz zurückzuziehen, da ich nicht in der Lage zu sein scheine, genau zu definieren, was mir gefällt, warum es mir gefällt und warum mir einiges nicht gefällt. Gepaart mit einem verzweifelt auf die Knie fallen und euch anzuflehen: "Lasst mich doch bitte sein wie ich bin, ich lass euch doch auch!"


Nein, kein Grund zum leisen Rückzug. (Schule geht natürlich vor [was mich auf die Idee bringt, mein Spanisch auch mal aufzufrischen :) ]) Keiner greift dich an und es geht doch alles human zur Sache. Aber einer der Gründe, warum vielleicht zum Beispiel Gerrit auch so energisch bei dir zur Sache geht, könnte doch sein, dass er sehr viel von dir und deiner Art hält. Also ein Kompliment. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er so etwas jedem Hinz und Kunz erzählt. ;)

Und klar, du sollst sein, wie du willst. Aber aus meiner Sicht ist das "Ich mache was ich will und lasse dich machen, was du willst" eine der asozialsten Herangehensweisen in einer Gesellschaft. Womit wir bei Gesellschaftskritik wären und ich möchte es nicht zu weit ausführen, aber ich schreibe hier natürlich auch deswegen, weil ich euch als Diskussionspartner schätze und gerade auch dich mag. Ich schreibe hier, um zu lernen und zu lehren, so gut beides eben geht. Ich will, dass man mich belehrt!! Ich will aufzeigen, wenn ich sehe, dass vielleicht jemand seinem Glück im Weg steht. Das ist Gesellschaft, das ist Austausch, das ist Wechselwirkung und das ist Liebe.

Ich glaube indes, dass du dich unter Wert verkaufst. Das kann ich vielleicht auch gut beurteilen, denn das mache ich auch oft genug.
Es bleibt deine Entscheidung, dein Leben. Daran ist nicht zu rütteln, so sehr man es auch wollte.

#43 Mephisto

    Moderator

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Geschrieben 22.02.2012 - 13:43 Uhr

Beitrag anzeigenLaubwoelfin sagte am 22.02.2012 - 12:32 Uhr:

Achsoooh. Dann klassisches Missverständnis.. Entschuldige. :)

Nun, diese ganze theoretische Beschreibung. Ich kann damit nichts anfangen. Wenn da steht "Die Streicher spielen das Hauptthema mit einem leichten Stakkato in versetzten Akkorden in D-Moll" (oder so), dann lese ich es genau, wie es da steht. Ich kann dieses, was da steht nicht erkennen, geschweige denn "verstehen". Nicht, weil ich die Begriffe nicht kenne und die Bedeutungen nicht kenne.


Dann mal salopp gefragt: Was bedeuten die Begriffe denn?

Zitat

Mein Hirn weigert sich nur, diese Begriffe direkt in das Gehörte einzuarbeiten, also direkt die Verknüpfungen zu erstellen. Ich lese die Buchstaben, ich verstehe die Begriffe, aber ich habe keine Ahnung, was das mit der Musik da zu tun hat, die ich grade höre... Ich kann wenn ich lese eher etwas mit der plastischen Beschreibung anfangen: "Er ging über eine grüne Wiese, jeder einzelne Grashalm bewegte sich rauschend im leichten Wind, rote und blaue Schmetterlinge flogen umher..." So finde ich Sachbücher besonders dann interessant, wenn sie eben wie eine Art Roman geschrieben werden, statt nur mit Fachbegriffen gefüllt zu sein.


Natürlich, solche Beschreibungen sind "leckerer", aber sie ermöglichen einem nicht, über die Materie zu diskutieren und sich auszutauschen. Ich würde sehr gerne in diesem Forum wieder mehr über Musik diskutieren und zwar die Musik an sich! Die kompositorischen Eigenschaften, die Umsetzung, aber dann wird sofort der Balken vorgeschoben mit "Aber ich fühle" und "Aber mir gefällt's nicht". Das ist aber nur die halbe Miete.

Zitat

P.S. Bedenkt bitte eins: Bis vor 2 Jahren war ich noch glühender Verfechter des RCP. Kenne seit 1 Jahr gerade mal Goldsmith, kannte bis zu jener Sendung, um die es in dem Thread geht, kaum 1 Stück dieses Zeitalters..... Bin allgemein erst seit knapp 10 Jahren Filmmusik-Fan und mochte bis vor wenigen Jahren kaum etwas aus der Zeit vor 1970.


Dass du die ersten neun Jahre nur die letzten 30 Jahre der immerhin 80 Jahre alten Filmmusik abgeklappert hast, ist bestimmt auf Deine Beschränkung, die Du Dir selbst erstellst, zurück zu führen. Und ich muss Ludwig zustimmen: Es ist kindisch, Sachen aus Prinzip abzulehnen und über sie urteilen zu wollen, ohne sich mit ihnen auseinander gesetzt zu haben (siehe mein Haydn-Beispiel).

Zitat

"Lasst mich doch bitte sein wie ich bin, ich lass euch doch auch!"


Wir würden Dich alle gerne so lasse wie Du bist. Das Problem, was ich ein bisschen habe ist: Ich weiß nicht, was oder wie Du bist. Auf der einen Seite arbeitest Du an einem Vampirroman, auf der anderen Seite liest Du nicht gerne. Du machst eine Radiosendung über Filmmusik und möchtest somit Mitmenschen erfreuen aber vielleicht auch bereichern oder würdest Du Dich sonst so lobenswert für die deutsche Filmmusik einsetzen? Gleichzeitig bist Du fast schon stolz darauf, auf ausgetretenen Pfaden zu wandeln. Du stellst Dich als neugierig und aufgeschlossen dar, sodass Leute ihre Zeit investieren, Dir Hinweise und Tipps zu geben, doch in anderen Threads werden diese Leute als nervige Prediger diffarmiert. Anstatt einmal 5,- für eine Stravinsky-CD auszugeben, schaffst Du Dir lieber für doppeltes Geld "Transformers" an, den Du ohnehin schon besitzt. Wahrscheinlich wird meine "Ben Hur"-Empfehlung auch im Sande verlaufen, die Doppel-CD für 7,- nichtmal ansatzweise beachtet (im Gegensatz zu weiteren "Transformers") und mit stolz in der Öffentlichkeit die selbstverschuldete Unmündigkeit als wahrer Lebensweg gepriesen...

#44 Lars Potreck

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Geschrieben 22.02.2012 - 15:53 Uhr

ich bin der meinung, dass man musik nicht anfängt "zu mögen", nur weil man sich intensiver damit beschäftigt. letztendlich ist es der ton, der beim ohr ankommt. der ändert sich auch nicht, wenn man die bedeutung der musik ergründet hat oder sich mit dem bisherigen schaffen des komponisten auseinandergesetzt hat. wenn man also etwas hört und man den klang nicht mag, wird sich das auch nicht ändern, nachdem man die track-by-track anylse ausgiebig gelesen hat. hinzu kommt, was ich mit der musik bezwecken möchte, wenn ich sie höre. ich will ehrlich sein, ich höre musik ausschließlich um abzuschalten und in eine bestimmte stimmung zu kommen. für mich ist einfach entscheidend, was und vorallem ob die musik eine bestimmte atmosphäre erzeugen kann und was sie selbst bei mir bewirkt.

hier mal paar beispiele:

ich hatte mir damals im saturn hörproben aus john powells The Bourne Identity angehört. da waren paar gute stellen bei, also hatte ich ihn mir gekauft. zu hause dann im ganzen gehört, und schnell als fehlkauf abgestempelt. die ganze elektronik mit diesen drum loops ging mir auf den zeiger. dann paar monate später, hab ich endlich den film gesehen. titel wie Treadstone Assassins, Escape From Embassy oder auch On Bridge Number 9 sind im film einfach der hammer. spannend, adrenalinfördernd und dymnamisch. ich hab auf meiner couch auf aufregung hin und her gewackelt, so geil waren bild, ton und musik kombiniert. nach dem film hab ich die stücke immer noch gesummt, so aufgekratzt war ich. und wenn ich jetzt nur die musik höre, wackel ich wieder vor aufregung auf meiner couch und bin wieder so aufgekratzt. und genau das will ich erreichen, wenn ich den score höre.

dann die musik zu teil 2. der langsame aufbau in Moscow Wind Up ist grandios und wenns dann in Bim Bam Smash übergeht gibts kein halten mehr. der rhythmus der drums, das streicher motiv und überhaupt das zusammenspiel der instrumente einfach aufreibend. non stop power. warum höre ich diese titel? schlicht und ergreifend, weil ich einen musikalischen adrenalinkick brauche. und zum schluss kommt der titel Atonement. warum gefällt mir der titel so? erstens weil er sehr melancholisch ist und zweitens, weil er mich an die öden plattenbauten in moskau erinnert, die man im film gesehen hat. bild und musik erzeugen eine tolle melancholisch-trostlose atmosphäre. und warum höre ich den titel? weil ich genau daran denken will.

das 3. beispiel sind jetzt Ben Hur, How The West Was Won und Doktor Schiwago. im dezember 2010 hatte ich aus heiterem himmel lust auf solche musik bekommen. ich kannte den klang solcher alten musik schon aus etlichen filmen. deshalb hab ich vorher auch in jeden score auf amazon reingehört. sie haben mir auf anhieb gefallen. die themen waren toll. die chöre klangen schön old school und auch das zusammenspiel des orchesters gefiel mir. von Doktor Schiwago hab ich mir einfach russische atmosphäre versprochen. die hab ich bekommen. How The West Was Won hat einfach ein tolles ohrwurmthema und bei den liedern kann ich einfach mitschwingen und mitsummen. so und Ben Hur baut einfach ne "alter Klassiker" atmosphäre auf. schön themen und tolle chorgesänge. das orchester klingt einfach toll.

und das alles, weshalb ich musik höre, bekommt man beim ersten mal musikhören und spätestens bei filmsichtung mit. daran werden keine bookleteinträge etwas ändern und auch nicht die ergründung der komponistenintention. ich habe das alles mit interesse gelesen, aber meine einstellung zur musik und was ich mit dem hören dieser bezweckt habe, hat sich nicht geändert.

es muss einfach begriffen werden, dass in diesem forum filmmusik aus völlig unterschiedlichen gründen gehört wird. und keiner dieser gründe ist richtig/falsch bzw. mehr/weniger wert.

#45 Guest_Babis_*

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Geschrieben 22.02.2012 - 16:39 Uhr

Beitrag anzeigenLars Potreck sagte am 22.02.2012 - 15:53 Uhr:

ich bin der meinung, dass man musik nicht anfängt "zu mögen", nur weil man sich intensiver damit beschäftigt. letztendlich ist es der ton, der beim ohr ankommt.


Und eben das stimmt ja nicht. Du behauptest damit ja, dass die Wahrnehmung eine feste Größe ist. Ist sie aber schlichtweg nicht. Du behauptest doch auch selbst, dass die Wahrnehmung, wie die Musik ankommt, auch von der Stimmung abhängt. Wenn ich beispielsweise traurig bin, höre ich eine Melodie anders, als wenn ich fröhlich bin. Daraus alleine ergibt sich ja schon, dass die Wahrnehmung der Töne unterschiedlich sein kann. Und genauso wie Emotionen die Wahrnehmung beeinflussen, beeinfussen auch Informationen die Wahrnehmung.
Was nicht bedeutet, dass man sich alles schön informieren kann.

Zitat

es muss einfach begriffen werden, dass in diesem forum filmmusik aus völlig unterschiedlichen gründen gehört wird. und keiner dieser gründe ist richtig/falsch bzw. mehr/weniger wert.


Dagegen sagt ja auch keiner was. Nur verwirrt es manchmal, weil sich manche ständig selbst widersprechen. Auf der einen Seite spricht man von Liebe zur Musik, auf der anderen Seite schaut man die Musik mit dem Arsch nicht an. Das widerspricht sich sehr sehr oft und ist einfach nur schwer nachzuvollziehen. Was auch in Ordnung sein kann, ist ja die eigene Entscheidung. In einem Forum scheidet man dann aber - manchmal selbst verschuldet, manchmal selbst gewollt - aus dem Rahmen der Diskutanten heraus. Es ist nur sehr schwer zu wissen, wann jetzt welcher Moment vorherrscht.
Zudem ist Liebe aus reinem Selbstzweck in meinen Augen keine Liebe. Kann ich auch nicht richtig nachvollziehen.

Und ihr wisst auch, dass ich genauso von Horner schwärme und seine Musik einfach nur schön finde und dahin schmelze etc., und wenn ich gerade meine Liegestütze mache, dann nutze ich auch Hans Zimmer statt John Williams, aber eben weil ich die Musik liebe, beschäftige ich mich auch mit ihr.
Für mich klingt das immer wieder danach: jau, die Alte ist geil zum poppen, aber ich will bloß nicht wissen, wo sie herkommt oder wann sie Geburtstag hat. Das ist dann eben meist keine Liebe zur Musik sondern nur oberflächlich. Was zu einem bestimmten Grad ja vollkommen in Ordnung ist, wenn man es aber als Maxime oder Maßstab nennt, dann ist es eben meist auch nur reiner Konsum.

#46 Ludwig

    Alter Forumslöwe

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Geschrieben 22.02.2012 - 17:31 Uhr

Beitrag anzeigenLars Potreck sagte am 22.02.2012 - 15:53 Uhr:

ich bin der meinung, dass man musik nicht anfängt "zu mögen", nur weil man sich intensiver damit beschäftigt. letztendlich ist es der ton, der beim ohr ankommt. der ändert sich auch nicht, wenn man die bedeutung der musik ergründet hat oder sich mit dem bisherigen schaffen des komponisten auseinandergesetzt hat. wenn man also etwas hört und man den klang nicht mag, wird sich das auch nicht ändern, nachdem man die track-by-track anylse ausgiebig gelesen hat. hinzu kommt, was ich mit der musik bezwecken möchte, wenn ich sie höre. ich will ehrlich sein, ich höre musik ausschließlich um abzuschalten und in eine bestimmte stimmung zu kommen. für mich ist einfach entscheidend, was und vorallem ob die musik eine bestimmte atmosphäre erzeugen kann und was sie selbst bei mir bewirkt.

es muss einfach begriffen werden, dass in diesem forum filmmusik aus völlig unterschiedlichen gründen gehört wird. und keiner dieser gründe ist richtig/falsch bzw. mehr/weniger wert.


Da muss ich Dir eindeutig widersprechen: man kann sehr wohl seine Meinung zur Musik verändern, wenn man mehr über sie weiß. Wenn man sich - um beim Beispiel der Track-by-Track Analyse zu bleiben - ausführlich mit einem Score beschäftigt und die ganzen Themen in und auswendig kennt, so kann man dann viel mehr entdecken: man hört plötzlich, wo der Komponist ein Thema mit einem anderen verknüpft, wenn Themen gegeneinander kämpfen (Beispiel: Rózsas KNIGHTS OF THE ROUND TABLE, da kann man ganze Schlachten mit dem Ohr mitverfolgen!) oder wenn Themen so verändert werden, dass eine ganz andere Stimmung transportiert wird. Wenn man das raushört und versteht, was dahinter steckt, dann kann einem das durchaus Freude machen und ergo mag man die Musik mehr [das ganze setzt natürlich voraus, dass sich ein Komponist so viele Gedanken macht].

Auch andere Faktoren können doch den Hörgenuss beeinträchtigen. Vielleicht denkst Du beim Hören eines Marsches "Ach, der ist aber schön, hat so nen tolles Ufftata, gefällt mir". Wüsste man dann, dass solche Musik gezielt zu Propagandazwecken verwendet wurde, sieht man das ganze vielleicht aus einem anderen Blickwinkel. Tchaikovkys 4. hört man ganz anders, wenn man weiß, dass er zur Entstehungszeit von Selbstmordgedanken gequält wurde. Und bewundern wir Beethoven nicht umso mehr, da wir wissen, dass er die 9. komponierte, als er schon taub war?

Für die einen mögen solche Hintergründe und Zusatzinfos irrelevant sein, ihnen geht es halt nur ums Fühlen und Empfinden. Fakt ist jedoch, dass mehr dahinter steckt.


Eingefügtes Bild


#47 peter-anselm

    James Thatcher - Fan

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Geschrieben 22.02.2012 - 19:13 Uhr

Vielleicht kann ein literarischer Vergleich helfen: in der Schule haben wir damals romantische Lyrik besprochen, also Eichendorff und Konsorten. Sehr interessant diese Gedichte zu analysieren, aber ebenso konnte man sich einfach an der Schönheit des geschriebenen Wortes delektieren. Will damit sagen: das eine schließt das andere nicht aus, kann aber durchaus bereichern. Und einen vertieften Zugang zur Musik kann man durch intensives Hören, Musikanalyse und andere Zusatzinformationen (z.B biographische Notizen) gewinnen. Es ist immer die Frqage, wie tief man in die Materie eintauchen möchte (oder auch nicht).

#48 Lars Potreck

    Alter Forumshase

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Geschrieben 22.02.2012 - 19:32 Uhr

Beitrag anzeigenBabis sagte am 22.02.2012 - 16:39 Uhr:

Und eben das stimmt ja nicht. Du behauptest damit ja, dass die Wahrnehmung eine feste Größe ist. Ist sie aber schlichtweg nicht. Du behauptest doch auch selbst, dass die Wahrnehmung, wie die Musik ankommt, auch von der Stimmung abhängt. Wenn ich beispielsweise traurig bin, höre ich eine Melodie anders, als wenn ich fröhlich bin. Daraus alleine ergibt sich ja schon, dass die Wahrnehmung der Töne unterschiedlich sein kann. Und genauso wie Emotionen die Wahrnehmung beeinflussen, beeinfussen auch Informationen die Wahrnehmung.

seh ich nicht so. wenn ich traurig bin und eine traurige melodie höre, bleibe ich traurig. wenn ich fröhlich bin und eine traurige melodie höre werde ich melancholisch. nur weil ich fröhlich bin, ändert sich ja nicht die charakteristik der melodie. und wenn in der musik mir irgendetwas nicht gefällt, sei es die instrumentierung, die melodie oder der jaulige chor, ändert sich das nicht in gefällt mir, nur weil meine stimmung schwankt, ich die musik kompositorisch aufgeschlüsselt habe oder nun weiß, unter welchen schweren bedingungen das komponiert wurde. dieser eine aspekt, der mir in dem musikstück nicht gefällt ist doch trotz alledem immer noch vorhanden. z.bsp. das schindlers liste theme von der violine gespielt gefällt mir nicht. mir gefällt einfach nicht, dass die violine auf teufel komm raus auch wirklich die allerletze emotion rausquetscht. daran wird sich auch nix ändern, wenn ich total traurig bin, ich weiß warum es so geschrieben wurde oder man mir erzählt, was für eine tolle komposition es ist. der klang bleibt gleich. somit gefällt mir das stück in der form nicht. auch nach 1000maligem hören nicht.

es hatte mal jemand im Game Of Thrones thread geschrieben, dass ihm das titelthema nicht gefällt. grund war, weil es demjenigen zu simpel gestrickt war. ich glaube kaum, dass es etwas an seiner meinung geändert hätte, wenn er sich das thema noch 100 mal angehört hätte, djawadi im booklet erläutert hätte, warum er es so komponiert hat, unter welchen schlechten bedingungen er arbeiten musste oder die musik halt mit der eröffnungsequenz schauen sollte. das alles würde an dem einfachen aufbau des titelthemas nämlich nichts ändern. also, warum sollte er die titelmusik auf einmal ganz toll finden?

#49 Guest_Babis_*

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Geschrieben 22.02.2012 - 20:09 Uhr

1. Es geht nicht darum, dass einem plötzlich alles ganz toll vorkommt.
2. Du sagst doch selber, dass sich für dich die Musik nicht selten verändert oder deine Wertung darüber, wenn du den dazu gehörigen Film gesehen hast. Deine Wahrnehmung ändert sich also aufgrund weiterer Informationen!! Du widersprichst dich doch an dieser Stelle. :confused:
3. Wenn man immer vom selben Standpunkt auf eine Sache schaut, dann kann sie sich schlichtweg nicht ändern. Das ist klar. Das beschäftigen erfordert ja auch eine Betrachtung von verschiedenen Seiten und eben das machen viele nicht. Bilden sich aber ein, sie würden näher darauf eingehen. Man kann kein Gefäß füllen, was bereits voll ist.

#50 Sayarin

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Geschrieben 23.02.2012 - 01:03 Uhr

Leben und leben lassen... wer nicht will, der hat schon...

Ich bin ehrlich: langsam aber sicher nervt es, dieses ständige "Golden Age" vs. "Modern Age".

1) Keiner ist gezwungen Musik zu hören die ihm/ihr nicht interessiert.
2) Man sollte KEINEM vorschreiben wie er seinen Intellekt zu befriedigen hat.
3) Missionieren find ich affig, auf nur einer Stelle rumtrampeln und stolz drauf sein ebenso.

Gerrit mag Golden Age, Lars Trevor Rabin, ich Hans Zimmer, Anne Jerry Goldsmith etc etc.
Und?
Was wird wieder aus ner Mücke nen Elefanten gemacht?!
Nur weil man einem Score-Neuling ein paar Sachen vorstellt und sich gleich wieder die Parteien an den Hals gehen?
Habt ihr nix besseres zu tun?

Musiktheoretiker vs. Gefühlshörer, X gegen Y... meine Güte, lasst MENSCH einfach mal MENSCH sein und haut euch net zum 10000 Male die Köppe ein, nicht auf diese Art und Weise, jedermann zu missionieren oder das eigene Hörgefühl bzw. die Herangehensweise anzukreiden! Es macht einfach keinen Spaß mehr.
Lasst doch einfach jedem seine Freitheit, Musik zu entdecken und haut nicht mit dem Hammer drauf.
Ebenso brüstet euch nicht mit Lethargie und Faulheit und dem "Stolz drauf sein, nur ABC zu hören und keinen Bock auf Weiteres zu haben".

Das bringt keine Diskussion weiter. Bockig & Missionare sind wie Feuer und Wasser.

Mir reichts, ehrlich. Punkt.

#51 Sayarin

    Out of order

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Geschrieben 23.02.2012 - 03:09 Uhr

Einen Nachtrag noch:

Ich kann beide Seiten mehr als nur gut vestehen.
Und wenn ihr schon alle meint, ihr seid weltoffen und bereit für Neues bzw. macht keinen Abgesang auf Musik XY...dann bitte wendet das so auch auf den Menschen an, der als User mit Gefühlen hinter dem Bildschirm sitzt und versucht zumindest einen Teil zu verstehen.
Das gleiche Schema les ich nun schon seit gefühlten 10 Jahren... und ich gebe zu, immer mal auch reingeschlagen zu haben, aber inzwischen hängt es mir zum Hals raus.... alles weitere Oben...

:(

#52 Guest_Babis_*

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Geschrieben 23.02.2012 - 08:39 Uhr

Freddie, deine Meinung dazu in allen Ehren, aber eigentlich ist das hier doch gar kein Streit um Musik als solche. Keiner wollte irgendwem etwas vorschreiben, es geht nur um eine Verständnisfrage, die Gerrit als Prämisse zu Anfang im John Williams Thread in den Raum gestellt hat. Daraus folgernd gibt es eben auch manchmal Kommunikationsprobleme, die aufgrund von Widersprüchen vorherrschen.

Niemand hat hier über den Geschmack als solchen geredet oder diesen angeprangert, aber Widersprüche werden nunmal kommunikativ aufgegriffen. Niemand, wirklich niemand hier, hat was dagegen, wenn jemand Transformers hört. Absolut nicht, darauf zielte Gerrits Diskussionsansatz auch nicht ab.

Ich finde es eher mehr als Schade, dass man offensichtlich hier kaum überhaupt über etwas diskutieren kann. Niemand braucht sich angegriffen fühlen, weil niemand angegriffen worden ist. Man hat nur geredet. Und genau das gehört doch dazu, zur Empathie, die Gegenseite verstehen und Gerrit hat mehrmals darauf hingewiesen, ich auch, dass er diese Widersprüche einfach nicht nachvollziehen kann. Aber anstatt darauf einzugehen (so mühsam es vielleicht sein mag, aber hey, dass hier ist doch ein Forum für Kommunikation) wird gleich Missionierung und Angriff zum Vorwurf gemacht. Das kann es doch nicht sein.
Wir können uns jetzt Missionierung und Ignoranz an den Kopf werfen oder es einfach lassen und über die Sache reden. Ihr wisst doch, ich bin musikalisch auch mit genau auf eurer Seite, finde Pirates 4 als einen der Top Scores 2011 - lest doch da bitte heraus, dass es nicht um Angriff, sondern um Diskussion geht! :rose:

#53 Mephisto

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Geschrieben 23.02.2012 - 09:01 Uhr

Fredie, ich muss Babis komplett zustimmen: Es geht nicht darum, WAS für Musik jemand hört (mal abgesehen davon, dass ich alle drei Komponisten höre, die Du einzelnen Personen zugeordnet hast, sondern darum, zu verstehen und nachzuvollziehen:

Beitrag anzeigenMephisto sagte am 22.02.2012 - 13:43 Uhr:

Wir würden Dich alle gerne so lasse wie Du bist. Das Problem, was ich ein bisschen habe ist: Ich weiß nicht, was oder wie Du bist.


Diese ganzen Widersprüche, die hier im Thread auftraten und sich auch noch in viel größerem Ausmaß das Forum überspannen, verwirren nunmal. Ich habe ewig lange PNs mit Anne ausgetauscht, in der ich ihr einen kleinen Ausblick in die Konzertmusik verschafft habe. Dabei habe ich niemals missioniert sondern verständnisvoll rausgesucht, was Anne am Besten gefallen könnte. Jetzt lese ich, ich würde hier rummissionieren und sei ein nerviger Prediger. Schön ist das nicht - im Gegenteil.

Babis hat es schon richtig aufgefasst: Das Bestreben, jemand anderem etwas nahe zu bringen, hat auch damit zu tun, dass man den anderen Menschen schätzt und ihm eine Freude machen will. Anne betont immer, dass sie vor zwei Jahren nichts von Goldsmith hören wollte, weil sie 9 Jahre in der RCP-Ecke verankert war. Dagegen hat niemand etwas gesagt, aber wenn ich hier im Forum immer lese, wie toll Anne die Sachen von Goldsmith findet, dann zeigt es doch, dass dieser Schritt, sich mal an einen unbekannteren Komponisten heranzuwagen, vollends gefruchtet hat. Die logische Konsequenz wäre, jetzt noch einen Schritt zu gehen und wieder das "Erste Ritter"-Erlebnis zu haben und dabei wollen Babis, Ludwig und ich helfen mit Tipps und Hinweisen, damit Anne nicht wieder neun Jahre warten muss.

Wenn man dann frech um die Ohren gehauen bekommt, wie toll es doch ist, sich extra der Bildung zu entziehen, Dinge im Vorhinein zu verurteilen, weil dämliche Intellektuelle (also wir) für uns rausgefunden haben, dass "Ben Hur" eine großartige Musik ist, ist man schon ziemlich vor den Kopf gestoßen.

#54 Laubwoelfin

    Hornerianisch Vergoldschmiedeter Elfmaniac

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Geschrieben 23.02.2012 - 10:37 Uhr

Eines noch und dann mag ich diese Sache für mich aus der Welt geschafft haben.

Gerrit, ich meinte es nicht im Allgemeinen und dich nicht im Speziellen so mit dem Prediger. Es kam mir in dem Moment nur kein passender Vergleich in den Sinn. Und ab und an hast du eine leicht missionierende Art. Nicht immer, nur gelegentlich. Denn größtenteils bist du wirklich der nette Lehrer, ohne Rohrstock, sondern mit viel Geduld. (mehr via PN) ...

Ihr drei hier, Babis, Ludwig, Gerrit.. Ich fühlte mich hier direkt an eine Wand gestellt, während ihr von vorn mit Argumenten auf mich eingefeuert habt. "Bamm. Befass dich mehr damit." "Bamm. Sonst wirst du nie was tolles entdecken". "Bamm. Verlass du mal deine ausgetretnen Pfade". Darum der Rückzug. Nun.... Ich hab mich auch dahin manövriert, durch falsche Argumentation und ja, auch nicht die richtigen Worte. Ich fühlte es eskalieren, innerlich und habe nichts dagegen unternommen, sondern direkt zugeschnappt. So auch meine Entschuldigung an dieser Stelle.

Und ich glaube, es gab hier auch einige Missverständnisse, die fast zur indirekten Kritik an meiner Person führten, jedenfalls fühlte es sich für mich so an. Ja, ich bin ein Gewohnheitstier und faul und sowieso, aber ich möchte es ändern. Nur eben nicht jetzt.
Grund: Ich fahre nächste Woche für einen ganzen Monat nach Spanien. Darum wies ich darauf hin, dass ich die Zeit, mich mit dem Golden Age zu befassen, bzw. damit anzufangen, eben gern noch etwa 6 Wochen (bis Anfang April) verschieben möchte.

Also ja, ich bin offen für neues, ich brauche nur einen richtigen Zeitpunkt. Was nicht heißt, dass ich solang warte, bis er mal zufällig kommt, sondern dass ich vor allem die gewisse Zeit und innerliche Ruhe brauche, um besonders komplexe Sachen richtig zu erfassen.

Also es tut mir leid, euch vor den Kopf gestoßen zu haben. Vor allem dich, Gerrit.

Alles weitere bitte via PN. Ich würde mich nun gern aus diesem Thread hier raushalten.

"Mein Komponist ist besser als deiner" ;)

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"If he doesn't inspire you, I don't think you are a good film composer"

- John Frizzell über Jerry Goldsmith -

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"Es ist Liebe -> es ist Seele -> es ist Musik"

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USS.Cinema World (incl. "Einfach nur Filmmusik")
Mittwoch ab 18 Uhr
auf Radio Zoom


#55 Lars Potreck

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Geschrieben 23.02.2012 - 11:54 Uhr

Beitrag anzeigenBabis sagte am 22.02.2012 - 20:09 Uhr:

1. Es geht nicht darum, dass einem plötzlich alles ganz toll vorkommt.
2. Du sagst doch selber, dass sich für dich die Musik nicht selten verändert oder deine Wertung darüber, wenn du den dazu gehörigen Film gesehen hast. Deine Wahrnehmung ändert sich also aufgrund weiterer Informationen!! Du widersprichst dich doch an dieser Stelle. :confused:
3. Wenn man immer vom selben Standpunkt auf eine Sache schaut, dann kann sie sich schlichtweg nicht ändern. Das ist klar. Das beschäftigen erfordert ja auch eine Betrachtung von verschiedenen Seiten und eben das machen viele nicht. Bilden sich aber ein, sie würden näher darauf eingehen. Man kann kein Gefäß füllen, was bereits voll ist.

die musik mögen, weil man den dazugehörigen film gesehen hat ist was völlig anderes, als die musik mögen, weil man 10 hördurchläufe, ne track-by-track analyse gemacht oder sich mit dem schaffen des komponisten auseinander gesetzt hat. und unter "den dazugehörigen film schauen" verstehe ich nicht, sich mit der musik intensiver zu befassen.

ein sehr gutes beispiel hast du sogar selbst geliefert. Pirates 4 ist für dich einer der top scores 2011. wenn du dich jetzt mit dieser musik "intensiver" beschäftigen würdest, müsste dir diese musik danach eigentlich nicht mehr gefallen. letztendlich ist diese musik nämlich nur kalter kaffee und ein samplebrei übelster sorte. so, und wenn du im booklet dann noch lesen würdest, weshalb zimmer alte themen sinnlos in szenen eingearbeitet hat, wär der ofen für diese musik doch ganz aus, weil die verwendung nicht nachvollziehbar ist. ich denke, dein eindruck wird sich nicht ändern. und weshalb, weil die themen immer noch eingängig sind, für dich auf cd ne menge spaß bieten, du die gitarrenmusik magst, und sei sie noch so einfallslos und du wahrscheinlich den film gesehen hast und die musik für dich eine top atmosphäre aufgebaut hat. es sind die töne, die du magst und das was sie bei dir bewirken. das drumherum hat überhaupt keinen einfluss auf dich.

also warum sollte jemand, der Ben Hur weder auf cd noch im film mag und nur auf das achtet, was die musik bewirkt und wie ihr klang ist, plötzlich die musik mögen?

ich kann vollkommen nachvollziehen, weshalb z.bsp. mephisto und ludwig Ben Hur grandios finden, trevor rabins Gone In 60 Seconds jedoch in die mülltonne treten würden. kompositorisch ist da nunmal ein unterschied wie tag und nacht vorhanden. wenn einem hauptsächlich dieser aspekt und das drumherum bei fimmusik wichtig ist, ist es natürlich einfacher zu verstehen, warum etwas gefällt oder nicht. ich finde z.bsp. beide scores ganz toll, weil für mich ganz andere sachen wichtig sind.

ich glaube das problem ist nicht, wie musik hier betrachtet wird, sondern dass hier zu oft und völlig daneben mit den begriffen "gut", "besser", und "schlechter" hantiert wird. und damit meine ich die, die nur auf gefühl achten. ist natürlich logisch, dass sowas die, die es besser wissen auf die palme bringt und auch nicht nachvollziehbar ist, erst recht, wenns nicht ordentlich erläutert ist. aber wenns erläuter wird, und wenns ne andere betrachtungsweise ist, muss die gegenseite das einfach mal akzeptieren.

#56 Guest_Babis_*

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Geschrieben 23.02.2012 - 12:08 Uhr

Beitrag anzeigenLars Potreck sagte am 23.02.2012 - 11:54 Uhr:

die musik mögen, weil man den dazugehörigen film gesehen hat ist was völlig anderes, als die musik mögen, weil man 10 hördurchläufe, ne track-by-track analyse gemacht oder sich mit dem schaffen des komponisten auseinander gesetzt hat. und unter "den dazugehörigen film schauen" verstehe ich nicht, sich mit der musik intensiver zu befassen.


Deine Schlussfolgerung erschließt sich mir nicht. Ob nun Booklet, Biographie des Komponisten oder dazugehörigen Film (etc.) - in jedem Fall erhälst du neue Sinneseindrücke und Informationen, die du in Zukunft mit der Musik in Verbindung bringst!


Beispiel: ich höre Star Wars Ep. VI, den Part, in dem Yoda stirbt (Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiß). Ich mag die Musik, weiß aber nichts davon, dass Yoda stirbt. Jetzt könnte es doch verschiedene Möglichkeiten geben:

1. Ich lese den Tracktitel "the death of yoda". Schon wirkt der Track stärker.
2. Jemand erzählt mir davon oder ich lese davon, dass Yoda stirbt. Schon wirkt der Track gleich viel stärker.
3. Ich sehe die dazugehörige Szene. Schon wirkt der Track gleich viel stärker.

Damit will ich sagen: ich erhalte Informationen auf die ein oder andere Art und Weise und diese verändern mein Bild auf das Gehörte. Die Assoziation in mir verändert sich, weil ich andere Sinneseindrücke erhalte, die mir durch den Kopf schießen.


Ich habe mich mit Pirates 4 sogar (ein bisschen) näher beschäftigt und mag ihn sogar noch mehr seit dem.
Aber es geht ja auch nicht darum, dass ich es nun besser oder schlechter finde, nur weil ich mehr Background kenne, sondern darum, dass ich es von einer anderen Warte aus betrachte und die Wertung dementsprechend auch differenzierter ausfallen kann als nur "gut" oder "schlecht" (was du ja auch geschrieben hast).

#57 Lars Potreck

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Geschrieben 23.02.2012 - 12:26 Uhr

Beitrag anzeigenBabis sagte am 23.02.2012 - 12:08 Uhr:


Deine Schlussfolgerung erschließt sich mir nicht. Ob nun Booklet, Biographie des Komponisten oder dazugehörigen Film (etc.) - in jedem Fall erhälst du neue Sinneseindrücke und Informationen, die du in Zukunft mit der Musik in Verbindung bringst!


Beispiel: ich höre Star Wars Ep. VI, den Part, in dem Yoda stirbt (Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiß). Ich mag die Musik, weiß aber nichts davon, dass Yoda stirbt. Jetzt könnte es doch verschiedene Möglichkeiten geben:

1. Ich lese den Tracktitel "the death of yoda". Schon wirkt der Track stärker.
2. Jemand erzählt mir davon oder ich lese davon, dass Yoda stirbt. Schon wirkt der Track gleich viel stärker.
3. Ich sehe die dazugehörige Szene. Schon wirkt der Track gleich viel stärker.

Damit will ich sagen: ich erhalte Informationen auf die ein oder andere Art und Weise und diese verändern mein Bild auf das Gehörte. Die Assoziation in mir verändert sich, weil ich andere Sinneseindrücke erhalte, die mir durch den Kopf schießen.


Ich habe mich mit Pirates 4 sogar (ein bisschen) näher beschäftigt und mag ihn sogar noch mehr seit dem.
Aber es geht ja auch nicht darum, dass ich es nun besser oder schlechter finde, nur weil ich mehr Background kenne, sondern darum, dass ich es von einer anderen Warte aus betrachte und die Wertung dementsprechend auch differenzierter ausfallen kann als nur "gut" oder "schlecht" (was du ja auch geschrieben hast).


folgendes Beispiel: Du hörst Star Wars Ep. VI, den Part, in dem Yoda stirbt (Was du zu diesem Zeitpunkt noch nicht weißt). du magst die Musik nicht und weißt auch nichts davon, dass Yoda stirbt. Jetzt könnte es doch verschiedene Möglichkeiten geben:

1. Du liest den Tracktitel "the death of yoda". (ich denke du magst den titel immer noch nicht)
2. Jemand erzählt dir davon oder du liest davon, dass Yoda stirbt. (ich denke du magst den titel auch jetzt noch nicht)
3. Du siehst die dazugehörige Szene. (jetzt könntest du anfangen ihn zu mögen)

ich bin der meinung, dass in bezug auf filmmusik, mehr hintergrundinformation einen eindruck verstärken/abschwächen, aber nicht um 180° drehen können, sondern nur aktive aspekte einfluss darauf nehmen können. filmmusik wirkt mit bild nunmal anders als ohne bild. wenn die instrumentierung anders ist, klingt die musik anders.

#58 Guest_Babis_*

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Geschrieben 23.02.2012 - 12:32 Uhr

Beitrag anzeigenLars Potreck sagte am 23.02.2012 - 12:26 Uhr:


folgendes Beispiel: Du hörst Star Wars Ep. VI, den Part, in dem Yoda stirbt (Was du zu diesem Zeitpunkt noch nicht weißt). du magst die Musik nicht und weißt auch nichts davon, dass Yoda stirbt. Jetzt könnte es doch verschiedene Möglichkeiten geben:

1. Du liest den Tracktitel "the death of yoda". (ich denke du magst den titel immer noch nicht)
2. Jemand erzählt dir davon oder du liest davon, dass Yoda stirbt. (ich denke du magst den titel auch jetzt noch nicht)
3. Du siehst die dazugehörige Szene. (jetzt könntest du anfangen ihn zu mögen)


Neee, sehe ich nicht so. :P

Natürlich heißt es zunächst weder, dass ich es mehr oder weniger mag.
Also zunächst mag ich den Track aus irgendwelchen Gründen nicht, dann erfahre ich aber auf irgendeinem Wege von seinem Tod und habe ein besseres Verständnis für den Track und es fängt in mir an zu rattern: war die Musik vorher vielleicht eine öde Langeweile, erschließt sie sich mir durch die neuen Informationen auf eine neue Weise und ich erkenne, was ich vormals als langweilig empfunden habe, gar nicht so langweilig ist, ich aber es eben nur von meinem vorherigen Standpunkt aus so gesehen habe.

Es ist doch wohl auch so, dass Erwartungen ganz klar mit beeinflussen, wie ich etwas empfinde und wie es bei mir ankommt. Meine Herangensweise beeinflusst also mein Hören. Oder wie Qui-Gon es ausdrückte (und der hat immerhin Yoda in Sachen Machteingang unterrichtet): unsere Wahrnehmung bestimmt unsere Realität.

#59 Lars Potreck

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Geschrieben 23.02.2012 - 13:00 Uhr

Beitrag anzeigenBabis sagte am 23.02.2012 - 12:32 Uhr:


Neee, sehe ich nicht so. :P

Natürlich heißt es zunächst weder, dass ich es mehr oder weniger mag.
Also zunächst mag ich den Track aus irgendwelchen Gründen nicht, dann erfahre ich aber auf irgendeinem Wege von seinem Tod und habe ein besseres Verständnis für den Track und es fängt in mir an zu rattern: war die Musik vorher vielleicht eine öde Langeweile, erschließt sie sich mir durch die neuen Informationen auf eine neue Weise und ich erkenne, was ich vormals als langweilig empfunden habe, gar nicht so langweilig ist, ich aber es eben nur von meinem vorherigen Standpunkt aus so gesehen habe.

seh ich völlig anders, denn das würde bedeuten, dass ich ein musikstück, welches ich vorher mochte, aufgrund von neuen informationen nicht mehr mögen könnte.

bsp. schindlers liste thema violinen version: gefällt mir nicht. diese quietschende violine klingt grauenvoll. jetzt lese ich irgendwo, dass zu dieser musik unschuldige leute hingerichtet werden oder man erzählt es mir. du hast recht damit, dass ich jetzt weiß, weshalb es so klingt wie es klingt. der klang der quietschende violine ist jedoch immer noch vorhanden. warum sollte mir der quietschende klang jetzt besser gefallen? informationen können einfluss nehmen, es hängt jedoch davon ab, wie die information an den mann gebracht werden. wenn ich etwas mit den augen sehe, ist dies wesentlich eindringlicher, als wenn ich nur darüber lese oder man mir nur etwas erzählt. ein gelesener oder gehörter satz nimmt meiner mung nach keinen einfluss auf die gehörte musik, da beides zu separat abläuft. wenn zur musik jedoch weitere töne dazu kommen und dann noch bilder und das alles miteinder verschmilzt, dann kann der eindruck zur musik verändert werden. seh ich zumindest so.

#60 Guest_Babis_*

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Geschrieben 24.02.2012 - 09:44 Uhr

Beitrag anzeigenLars Potreck sagte am 23.02.2012 - 13:00 Uhr:

seh ich völlig anders, denn das würde bedeuten, dass ich ein musikstück, welches ich vorher mochte, aufgrund von neuen informationen nicht mehr mögen könnte.


Ich wüsste nicht, was dagegen spricht. Immerhin verändern sich doch Meinungen, Wahrnehmungen und Geschmäcker. Findest du immernoch jedes Lied gut, was du jemals in deinem Leben gut gefunden hast? Ich würde vielleicht auf Nein tippen und wenn dem so ist, dann zeigt es doch, dass sich das Hörbare in der Wahrnehmung verändern kann. Welche Faktoren letztendlich dafür eine Rolle spielen, das scheint nun wirklich in jeder Form sehr subjektiv zu sein. Ich gebe dir recht, wenn du sagst, dass bewegte Bilder mit der Musik natürlich zunächst viel eindringlicher wirken, doch auch sonstige Informationen sind für mich fortan Bestandteil einer Assoziation.


Beitrag anzeigenLars Potreck sagte am 23.02.2012 - 13:00 Uhr:

bsp. schindlers liste thema violinen version: gefällt mir nicht. diese quietschende violine klingt grauenvoll. jetzt lese ich irgendwo, dass zu dieser musik unschuldige leute hingerichtet werden oder man erzählt es mir. du hast recht damit, dass ich jetzt weiß, weshalb es so klingt wie es klingt. der klang der quietschende violine ist jedoch immer noch vorhanden. warum sollte mir der quietschende klang jetzt besser gefallen?


Hier hast du mich vielleicht falsch verstanden. Es ist nicht so, dass die neuen Informationen eine Alibifunktion haben, mit der sich der Klang rechtfertigt und daher mein Verstand eine neue Sichtweise hat. Vielmehr sorgen die neuen Informationen für eine emotionelle Komponente, die ich dann auch nicht einfach ausschalten kann.

Es gibt da ein kleines Beispiel. Von der Band KISS gibt es eine Liedzeile, die "I just wanna a romance, I just wanna dance, I just wanna forget you" geht.
Irgendwann habe ich mal eine Coverversion gehört, die ich auf Anhieb - weil ich das Ursprungslied eben auch sehr mag - gut fand. Irgendwann viel mir dann aber auf, dass in der Coverversion nicht "wanna forget you", sondern "wanna fuck with you" gesungen wurde, was eben bei nicht näherem Hinhören nicht offensichtlich auffällt. Nachdem ich das erst einmal gemerkt habe, finde ich den Song emotionell einfach nicht mehr gut, auch wenn er objektiv eigentlich noch immer sehr gleich ist. Ich kann das nicht ausschalten und bekomme schon fast Beklemmungen, wenn ich den Song höre, obwohl er eben in der Gänze vormals gefallen hat.

Aber gut, wie schon gesagt, da kommen wir wahrscheinlich wirklich sehr stark in die Subjektivität und dem, was jeder aus Informationen macht bzw. wie sie bei ihm ankommen.





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