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<rss version="2.0"><channel><title>Markus' Filmmusik-Kalender Neueste Themen</title><link>https://www.soundtrack-board.de/forum/62-markus-filmmusik-kalender/</link><description>Markus' Filmmusik-Kalender Neueste Themen</description><language>de</language><item><title>41/52 QB VII by Jerry Goldsmith</title><link>https://www.soundtrack-board.de/topic/15877-4152-qb-vii-by-jerry-goldsmith/</link><description><![CDATA[
<p>
	<img alt="Bildergebnis für QB VII jerry Goldsmith" src="http://i.imgur.com/KcTlMse.png"><img alt="Bildergebnis für jerry goldsmith" src="http://www.radcrew.net/media/2015/03/Jerry-Goldsmith-jerrygoldsmith.jpg"></p>

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</p>

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	<span style="font-size:16px;"><sub><span style="color:#000000;">Jerry Goldsmith hat in seiner fünfzig Jahre dauernden Karriere in nahezu jedem Genre musikalische Maßstäbe gesetzt. Auch in Bezug auf Fernsehmusik hat er herausragendes geschaffen. Ein Beweis dafür sind die fünf Emmys die er für seine Fernsehscores bekommen hat. In den Jahren 1973 bis 1975 gelang ihm das Kunststück dreimal hintereinander den Emmy zu gewinnen. Für die John Steinbeck Adaptation The Red Pony, die Leon Uris Verfilmung QB VII und das Sportlerportrait Babe. Weitere großartige Fernsehscores von Maestro Goldsmith sind Masada, Thriller oder die Waltons – die Liste ließe sich noch lange fortführen. Der Höhepunkt seiner Fernseharbeit ist meiner Meinung nach seine Zusammenarbeit mit dem Regisseur Tom Gries an der Miniserie (einer der ersten Miniserien überhaupt) QB VII. Goldsmith hat mit dem früh verstorbenen Gries insgesamt viermal zusammengearbeitet. Drei der vier Werke sind ungemein interessante Arbeiten – 100 Rifles ist vielleicht Goldsmith´s interessanteste Westernmusik und Breakhart Pass ein ganz persönlichen Liebling von mir (großartiges Hauptthema und eindrucksvolle Actionmusik) und eben QB VII.</span></sub></span>
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	<span style="font-size:16px;"><sub><span style="color:#000000;">Goldsmith machte auf mich immer etwas einen abgeklärten Eindruck, der sich nicht großartig mit seinen Filmprojekten identifizierte – doch gab es eine Handvoll Projekte in denen Goldsmith wirklich Herzblut hineinsteckte. Eines dieser Herzensprojekte ist das „Holocaust Gerichtsaaldrama“ QB VII. Ein Beweis dafür sind auch die Liner notes der CD die Goldsmith höchstpersönlich verfasst hat. </span><span lang="en-us" style="color:#000000;" xml:lang="en-us">So sagt er dort zB <i>„I can quite honestly say that QB VII was probably the greatest creative challenge I have ever faced“ </i>und abschließend fügt er hinzu <i>„For me, the drama of QB VII is more than entertainment. It is a plea to mankind for love and tolerance towards their fellowman – a plea that is both personal and deeply felt by me“</i> Ungewohnt persönliche und emotionale Worte in bezug auf ein Filmprojekt von Maestro Goldsmith. </span><span style="color:#000000;">Gründe für die starke emotionale Bindung zu QB VII sind natürlich naheliegend. Zum einen die jüdische Herkunft Goldsmiths und zum anderen das Thema das QB VII behandelt – den Holocaust. Das Thema bedeutet natürlich eine besondere Verantwortung und Herausforderung für jeden Komponisten und besonders einem von jüdischer Herkunft. </span></sub></span>
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	<span style="font-size:16px;"><sub><span style="color:#000000;">Das zum Teil autobiographische Werk QB VII vom Exodus Autor Leon Uris ist ein spannendes und emotional bewegendes Gerichtssaaldrama und verfolgt das Leben der beiden Protagonisten über mehrere Jahrzehnte. Die beiden Hauptfiguren Dr. Adam Kelno (großartig dargestellt von Anthony Hopkins) und Abe Cady (nicht weniger eindrucksvoll von Ben Gazzara gespielt) treffen in einem eineinhalbstunden dauernden Prozess aufeinander. Cady beschuldigt Kelno im KZ Jadwiga (sinnbildlich für Auschwitz) medizinische Experimente durchgeführt zu haben. Zuvor erfährt man die Lebensgeschichte der beiden Personen. Die leider nur im englischen original erhältliche Miniserie ist sehr aufwendig produziert mit 200 Sprechrollen, vielen verschieden Drehorten und toller Besetzung - neben Hopkins und Gazzara sind auch John Gielgud, Jack Hawkins, Lee Remick, Anthony Quale, Leslie Caron oder Robert Stephens zu sehen. Das Drehbuch stammte von Oscarpreisträger Edwart Anhalt. Insofern bekam Goldsmith eine große dramatische Bühne geboten und er nutzte diese Möglichkeit, seinem musikdramaturgischem Genie entsprechend, auch eindrucksvoll.</span></sub></span>
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	<span style="font-size:16px;"><sub><span lang="en-us" style="color:#000000;" xml:lang="en-us">Jerry nochmals über QB VII und seine jüdische Herkunft <i>"As far as the music is concerned, it´s interesting the two major things I´ve done were QB VII and Masada. I just felt like nobody else could have written this music and done what I did. There´s some gene or something particularly Jewish or, at least, that I´m Jewish that I have this affinity for this kind of music that only a Jew can do. It seems like a pompous and arrogant thing to say. I really think that only Jews can relate to this kind of feeling." </i></span><span lang="de" style="color:#000000;" xml:lang="de">QB VII stellt sozusagen Goldsmith Schindlers Liste dar - einen Film den er unglaublich gerne vertont hätte, so Goldsmith in einem Interview in den späten 90ern. Wie großartig wäre ein Schindler Soundtrack von Jerry Goldsmith gewesen - Williams score ist großartig und wurde von Goldsmith auch hoch geschätzt (aus dem gleichen Interview) - aber Schindlers Liste von Jerry Goldsmith zu hören, das wäre nach Lord of the Rings von Goldsmith wohl mein zweiter großer filmmusikalische Wunschtraum gewesen!</span></sub></span>
</p>

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	<span style="font-size:16px;"><sub><span lang="de" style="color:#000000;" xml:lang="de">Es ist naheliegend das QB VII kein monothematischer Score ist - Goldsmith zaubert für das fünfstündige Drama eine Vielzahl an Themen. Bereits im nur  knapp zwei Minuten langen <i>"Main Title" </i>werden drei zentrale musikalische Motive bzw. Themen vorgestellt. Eine rhythmisch interessant gestaltete Fanfare eröffnet den Main Title und repräsentiert das Gerichtsgebäude bzw. den Gerichtsprozess, dann folgt das Thema für Dr. Kelno in Moll ein relativ einfach gehaltenes waltzerähnliches Thema, daran anschließend etwas energiegeladener und untriebiger das Thema für Abe Cady. Abgeschlossen wird das ganze nochmal durch die Gerichtsfanfare, sozusagen der (musikalische) Rahmen in dem die beiden Protagonisten aufeinandertreffen. In <i>"Escape" </i>zeigt Goldsmith auf das er <b>der </b>Großmeister der Actionfilmmusik war, es gibt nicht viel Gelegenheit für Actionmusik in QB VII, aber diese kurze Track ist exemplarisch für die herausragende Actionmusik die er über die Jahre geschrieben hat. Stampfende, rastlose, getriebene und aggressive Musik begleiten die Flucht von Dr. Kelno aus Jadwiga. Ein Stück das an die zwei großartigen Papillon Actiontracks erinnert.</span></sub></span>
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	<span style="font-size:16px;"><sub><span lang="de" style="color:#000000;" xml:lang="de">Zum ersten Mal erklingen die Geister des Holocaustes und damit der Chor in <i>"A New Life" </i>- ein Angst,  Respekt und vorallem Unbehagen einflößendes Klangbild das im zweiten Teil, wenn der Prozess beginnt und die Holocaust Überlebenden aussagen noch gesteigert wird. Auch für die verschiedenen Spielorte (Polen, Kuwait) bringt Goldsmith tolle Themen aufs Tableau. Zum einen <i>"Poland" </i>und noch eindrucksvoller <i>"Journey into the Desert" </i> bzw. <i>"Visit to the Sheik"</i> - Musik die den Wüstensand geradezu spüren lässt und schon etwas vom großartigen The Wind and the Lion erahnen lässt. <i>„I Cannot See my Love“ </i>ist ein charmantes Liebesthema (für Abe und Samantha), das auf Abe Cadys Thema basiert nur diesmal in Dur.</span></sub></span>
</p>

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	<span style="font-size:16px;"><sub><span lang="de" style="color:#000000;" xml:lang="de">All das würde ja schon für zwei bis drei Filme reichen, aber wichtigstes Thema kommt zum ersten Mal gegen Ende des ersten Teils (nach ca zwei Stunden) zu Gehör (<i>„Papa´s Burial“</i> und „<i>The Wailing Wall“</i>) . Das <i>„Kaddish“ </i>Thema ist vielleicht das eindringlichste, spirituellste und aufwühlenste Thema aus der Feder von Jerry Goldsmith (und das mag was heißen). Das Kaddisch (in Aramäisch verfasst) ist ein wichtiges Gebet im Judentum, das auch zum Totengedenken häufig rezitiert wird. Das Gebet wird abstrakt gesprochen bzw. gesungen.  Aber zurück zum Thema – es vereinbart tief empfundenen Schmerz und zugleich aufrichtig empfundene Hoffnung, Musik die mir immer wieder Gänsehaut beschert. Goldsmith auf dem Zenit seiner Fähigkeiten die Grundaussage eines Films in ein musikalisches Thema zu kleiden – absolut atemberaubend!!!  Am eindrucksvollsten ist das Thema und das Kaddisch in <i>„A Kaddish for the Six Million“ </i>zu hören – ich lege mich mal fest das eindringlichste Chorwerk der Filmmusikgeschichte. Für den Besuch von Abe Cady der Holocaust Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem <i>„The Holocaust“ </i> kreiert Goldsmith ein abstraktes, klagendes, angsteinflößendes Klangbild – klagende (anklagende) Stimmen singen die ersten Noten von Kelno´s Thema, dann folgt das Kaddish Thema und dann kehren die Stimmen der Vergangenheit wieder murmelnd und nach Gehör schreiend wieder zurück – musikdramaturgisch einfach großartig (ähnlich eindrucksvoll ist <i>„Jadwiga Relived“) </i>– kein anderer Filmkomponist hätte das so auf den Punkt bringen können.</span></sub></span>
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	<span style="font-size:16px;"><sub><span lang="de" style="color:#000000;" xml:lang="de">Beschwingte traditionell jüdische Musik gibt es noch in <i>„Rekindling the Flame of Jehovah“ </i>zu hören – zusätzlich gibt es noch ein weiteres etwas unterkühlt wirkendes Liebesthema für Abe und Margaret zu hören <i>„Free to Love Again“.</i></span></sub></span>
</p>

<p>
	<span style="font-size:16px;"><sub><span lang="de" style="color:#000000;" xml:lang="de">Von dieser großartigen Musik gibt es zwei CD Einspielungen. Zum einen den original Soundtrack bei Intrada erschienen, eingespielt in Italien mit akzeptabler Soundqualität. Aber leider wie so viele Goldsmith Alben mit nur ca. 30 Minuten sehr kurz (bei insgesamt 120 Minuten Musik) – trotzdem sind die essentiellen auf der CD enthalten. Zum anderen gibt es eine komplette Neueinspielung von tadlow mit den Pragern – vom Orchester her großartig interpretiert nur der Chor gefällt mir hier nicht so gut. Ideal wäre eine 45 – 50 minütige CD gewesen – aber man kann sich ja eine Playliste aus beiden programmieren. </span></sub></span>
</p>

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	<span style="font-size:16px;"><sub><span lang="de" style="color:#000000;" xml:lang="de">Zusammenfassung: genial !!!!</span></sub></span>
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</p>

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]]></description><guid isPermaLink="false">15877</guid><pubDate>Tue, 06 Jun 2017 20:37:48 +0000</pubDate></item><item><title>42/52 THE SEA HAWK by Erich Wolfgang Korngold</title><link>https://www.soundtrack-board.de/topic/15908-4252-the-sea-hawk-by-erich-wolfgang-korngold/</link><description><![CDATA[
<p style="color:#000000;">
	<img alt="Bildergebnis für the sea hawk soundtrack" src="https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/61UvBMe2PUL._SY450_.jpg"><img alt="Bildergebnis für erich wolfgang korngold" src="http://cps-static.rovicorp.com/3/JPG_400/MI0004/085/MI0004085975.jpg?partner=allrovi.com"></p>

<p style="color:#000000;">
	<strong><span style="color:#000000;">"He (Korngold) has so much talent that he could easily give us half - and still have enough left for himself!" (Giacomo Puccini)</span></strong>
</p>

<p style="color:#000000;">
	<font face="Calibri">Als Österreicher darf man ohne Zweifel stolz sein auf die großen Filmmusiker die aus meinem Heimatland kamen. Der Grundstein der Filmmusik wurde von zwei Österreichern gelegt die nahezu im Alleingang das Vokabular für die klassische Filmmusik geprägt und geformt haben (natürlich auch noch andere Größen wie Franz Waxman zB). Der Einfluss dieser zwei Giganten der Filmmusik ist gar nicht groß genug zu bemessen - die romantische Sinfonik in Star Wars - hätte es ohne die zwei Österreicher vielleicht gar nicht gegeben. Als Erich Wolfgang Korngold in Hollywood auftauchte war Max Steiner bereits ca. fünf Jahre im Geschäft.</font>
</p>

<p style="color:#000000;">
	<font face="Calibri">Korngold wurde 1897 als Sohn eines Musikkritikers in Brünn geboren. Er war ein musikalisches Wunderkind das mit 11 ernsthaft zu komponieren begann und mit dreizehn schrieb er breits Klaviersonaten. Seinen größten "klassichen" musikalische Erfolg feierte er 1920 mit der Oper "Die tote Stadt". Korngold war jüdischer Herkunft und so war Max Reinharts Ruf nach Hollywood zu kommen um mir ihm am "Sommernachtstraum" zu arbeiten sicher nicht ganz unglücklich. Korngold arrangierte Mendelsohns Musik neu und komponierte auch im Stil von Mendelsohn zusätzliche Musik. Zur Zeit des Anschlusses Österreichs an Nazi Deutschland weilte Korngold in Hollywood, damals unter Vertrag bei Warner, und vertonte gerade Robin Hood. Ihm gelang es auch seine Familie und seine Eltern in die USA zu holen. Für<span> </span><i>Anthony Adverse<span> </span></i>und<span> </span><i>Robin Hood, König der Vagabunden<span> </span></i>erhielt Korngold jeweils einen Oscar.</font>
</p>

<p style="color:#000000;">
	<i><font face="Calibri">"Meine Filmmusiken sind wie Opern ohne Worte" - Erich Wolfgang Korngold</font></i>
</p>

<p style="color:#000000;">
	<font face="Calibri">Korngold schrieb nur eine relativ geringe Anzahl von diesen Opern ohne Worte in seiner doch von 1935 bis 1947 dauernden Karriere (19 Stück). Jede einzelne Vertonung zeigt die absolute Professionalität eines herausragenden Musikers der sein kompositionshandwerk in Bezug auf Orchestrierung, Themenverarbeitung und Dramaturgie wie kein zweiter beherrschte. Dabei war Filmmusik keine minderwertiges Beschäftigungsfeld für Korngold. Ein Satz zu seiner Arbeitsauffassung:</font>
</p>

<p style="color:#000000;">
	<i><font face="Calibri">"Musik ist Musik, ob sie für die Bühne, das Dirigentenpult oder fürs Kino ist. Die Form mag sich ändern, die Art sie zu notieren, mag unterschiedlich sein, aber der Komponist darf keine Zugeständnisse machen in Bezug auf das, was er für seine eigene musikalische Überzeugung hält"</font></i>
</p>

<p style="color:#000000;">
	<font face="Calibri">Da er einer der ersten war der Filme mit großer symphonischer Musik ausstattete hatte er bei Warner auch eine Freiheit die heutzutage gänzlich undenkbar ist</font>
</p>

<p style="color:#000000;">
	<font face="Calibri"><i><span lang="en" style="color:#333333;" xml:lang="en">"I feel very happy as an artist here. No one tells me what to do. I do not feel part of a factory. I take part in story conferences, suggest changes in the editing when it is dramatically necessary to coincide with a musical structure. It is entirely up to me to decide where in the picture to put music. But I always consult thoroughly with the music-chief... I also keep the producer well-informed and always secure his consent for my musical intentions first. But in none of my pictures have I 'played' my music first to either the music-chief, the director, or the producer. And the studio heads never make the acquaintance of my music until the day of the sneak preview. As for my working habits, I like the idea of perfection. If a thing is not right, it is done over and over again.</span></i><i><span lang="en-us" xml:lang="en-us">"</span></i></font>
</p>

<p style="color:#000000;">
	<font face="Calibri">Ich wünschte mir nur das die heutigen, so erfolgreichen Filmkomponisten nur halb das musikalische Rüstzeug, kompositorischen Fähigkeiten und Arbeitsauffassung hätten wie ein Korngold, Steiner, Herrmann, Waxman oder Rozsa. Aber viele so erfolgreiche Hollywoodkomponisten haben keine fundierte Kompositionsausbildung und daher fehlt natürlich auch das notwendige Handwerkszeug und deswegen klingt vieles auch, sagen wir mal sehr dünn! Miklos Rozsa sagte über die schon damals beschäftigen "film music specialists":</font>
</p>

<p style="color:#000000;">
	<i><span lang="en-us" xml:lang="en-us"><font face="Calibri">"If you would had ask them to write a Mozart Rondo - he wouldn´t even know what is Mozart and what is Rondo" - Miklos Rozsa</font></span></i>
</p>

<p style="color:#000000;">
	<font face="Calibri">Um so trauriger finde ich das seine großartige Musik vorallem bei jüngeren Filmmusikfreunden so wenig anklang findet. Dabei ist es meiner Meinung nach unmöglich das man Star Wars liebt und Soundtracks wie Captain Blood, Robin Hood oder The Sea Hawk nicht mag. Ich persönlich tu mir auch manchmal schwer mit vielen Werken von Max Steiner und seiner "wall to wall Musik" die einfach nicht immer sexy zum anhören ist - aber auch hier bleibt die musikalisch Qualität der Komposition außer Frage. Von den beiden Golde Age Granden war mir Korngold immer der eindeutig liebere.</font>
</p>

<p style="color:#000000;">
	<font face="Calibri">Korngold hatte einen ganz interessanten Kompositionsprozess - er ließ sich den Film immer wieder vorführen während er dabei am Klavier improvisierte und komponierte und dabei eine mit Anmerkungen versehene Klavierpartitur ablieferte - zusätzlich instruierte Korngold während dieses Prozesses die oder den anwesenden Orchestratoren in Bezug auf Instrumentation - die sich nebenbei Notizen machten. Ganz nebenbei war einer seiner wichtigsten Orchestratoren der später großartige Filmkomponist Hugo Friedhofer.</font>
</p>

<p style="color:#000000;">
	<font face="Calibri"> </font>
</p>

<p style="color:#000000;">
	<font face="Calibri">Der Höhepunkt in Erich Wolfgang Korngolds Schaffen stellt meiner Meinung nach die Musik zum Piratenabenteuer THE SEA HAWK (Der Herr der sieben Meere) dar. Der 1940 erschienen Film von Michael Curtiz mit Errol Flynn in der Titelrolle thematisiert das spanische Weltmachtstreben im 16 Jahrhundert und zieht somit auch Parallelen zu Hitler und Churchill im zweiten Weltkrieg. Ein sehr gelungener Film mit toller Ausstattung und ansprechendem Drehbuch, der gar nicht mal so schlecht gealtert ist. Mit dem ungarnstämmigen Regisseur Michael Curtiz schuf Korngold auch seine größten Werke (Robin Hood, Captain Blood, The Sea Wolf oder The Privat Lives of Elizabeth and Essex). Heutzutage wo es kaum mal ein memorables Thema in Filmen gibt hat Korngold elf Stück davon für The Sea Hawk komponiert.</font>
</p>

<p style="color:#000000;">
	<font face="Calibri">Der Main Title ist eine wunderbare, atemberaubende ungemein energiegeladene Fanfare die für den Hauptcharakter Thorpe (Errol Flynn) steht, ein der der heroischsten Themen die je komponiert wurden und zugleich auch der Klingelton für meine Frau <img alt=";)" data-emoticon="" height="20" src="https://www.soundtrack-board.de/uploads/emoticons/default_wink.png" srcset="https://www.soundtrack-board.de/uploads/emoticons/wink@2x.png 2x" title=";)" width="20"> - die Fanfare geht umgehend in das wunderschöne, ausladende Liebesthema über. Eine ebenso tolle Fanfare gibt es für das Schiff von Thorpe die Albatross und sogar das Schiffsäffchen bekommt ein Xylophonmotiv. "The Battle" ist eine Orchester tour-de-force die Ihresgleichen sucht ein Thema jagt das andere wir variiert in den Hintergrund gedrängt und gewinnt wieder an Präsenz. Atemberaubende Orchestrierung und dazu noch extrem schwer zu spielende Bläserparts. Ein wahrlich virtuoses musikalisches Schlachtgemälde!</font>
</p>

<p style="color:#000000;">
	<font face="Calibri">Aber auch die Liebe kommt in The Sea Hawk nicht zu kurz - besonders gut gefällt mir hier "Love Scene on the Boat" oder auch "Rose Garden" man hört hier unverkennbar wie die Liebe von Dona Maria zu Thorpe förmlich wächst und ihre anfängliche Vorbehalte dem Freibeuter gegenüber über Bord geworfen werden. In "Throne Room" hören wir einen schmissigen typischen Korngold-Marsch.</font>
</p>

<p style="color:#000000;">
	<font face="Calibri">"Panama Montage" bzw "Map of Panama" bringt uns eindrucksvoll die Hitze und Dunstigkeit des Dschungels wieder.</font>
</p>

<p style="color:#000000;">
	<font face="Calibri">Die musikalische Komplexität dieses farbenprächtigen Opus magnum übersteigt leider um Lichtjahre meine musikalische Analysefähigkeit - trotzdem oder gerade deswegen hat diese Musik einen gewaltigen Reiz für mich und wandert ziemlich regelmäßig in meinen Player. Großartig auch das Chorarrangement vom Hauptthema "Happy Sailing" und der finale Schwertkampf "Thorpe enters into Castle - Duel", ein Orchesterfeuerwerk!!!! Es folgt ein pompöses und vor allem glorioses Finale das musikalisch seinesgleichen sucht</font>
</p>

<p style="color:#000000;">
	<font face="Calibri">Eine Jahrhundertfilmmusik!</font>
</p>

<p style="color:#000000;">
	<font face="Calibri">Die beste Einspielung ist wie so oft von Charles Gerhardt!</font>
</p>

<p style="color:#000000;">
	 
</p>

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</div>

<p style="color:#000000;">
	 
</p>

<div class="ipsEmbeddedVideo">
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</div>

<p style="color:#000000;">
	 
</p>

<p style="color:#000000;">
	 
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">15908</guid><pubDate>Sun, 09 Jul 2017 19:51:34 +0000</pubDate></item><item><title>39/52 THE RED CANVAS by James Peterson</title><link>https://www.soundtrack-board.de/topic/15694-3952-the-red-canvas-by-james-peterson/</link><description><![CDATA[
<p style="margin:0cm 0cm 10pt;text-align:justify;line-height:normal;">
	<span style="font-size:14pt;"><font color="#000000" face="Calibri">One hit wonders in der Filmmusik sind mir eigentlich wenige bekannt. Der Amerikaner James Peterson ist leider so eine "Eintagsfliege". Nicht aufgrund von kreativer Erschöpfung sonder weil er schlicht und einfach nicht die Möglichkeit bekommt weitere Filme oder auch nur halbwegs ordentliche TV Produktionen zu vertonen. So bleibt sein relevantes Output auf eine relevante Filmmusik zu einem schrecklichen Martial Arts Film beschränkt. Trotzdem zeigt sich der gebürtige Californier für ein filmmusikalisches Weckereignis verantwortlich. Alle Jubeljahre kommt eine Filmmusik daher, in den letzten Jahren werden die Abstände leider signifikant größer, die einen vollkommen in ihren Bann zieht und kalt erwischt. Noch überraschender ist es natürlich wenn ein absoluter Newcomer, für einen wirklich letztklassigen Film die musikalischen hochwertigen Pfade eines Miklos Rozsa oder Jerry Goldsmith beschreitet. So geschehen im Jahr 2009 für den Film "THE RED CANVAS", der unter der Regie eines gewissen Kenneth Chamitoff mit einigen C-Klasse Schauspielern in den wichtigen Rollen (George Takei, John Savage, Ving Rhames) entstand. </font></span>
</p>

<p style="margin:0cm 0cm 10pt;text-align:justify;line-height:normal;">
	<span style="font-size:14pt;"><font face="Calibri"><font color="#000000">Das absolut ungewöhnliche an diesem Streifen ist welche große Bedeutung und Freiraum der Filmmusik eingeräumt wird. Peterson der einen Bachelor of Arts in Musik von der UCLA hat <span> </span></font><font color="#000000">kam mehr oder weniger zufällig zu dem Engagement. Seine konzertante Filmmusiksuite "Moving Images Suite" die ebenfalls auf der CD enthalten ist, erinnerte seinen ehemaligen Collegecollegen Chamitoff (Drehbuch und Regie) an Peterson und so wurde er angeheuert. James Peterson, gelernter Blechbläser (und das hört man definitiv in der Filmmusik) hatte bis dahin nur Kurzfilme und Werbungen vertont. Die Filmmusik brachte ihm große Aufmerksamkeit in der Filmmusikbranche entgegen, er gewann auch einige Preise dafür (IFMCA, BSO Goldspirit...) - alleine die Früchte dieser großartigen, adrenalingefüllten und mutigen Arbeiten blieb ihm verwährt - sprich es gab keine weiteren relevanten Aufträge für Peterson.</font></font></span>
</p>

<p style="margin:0cm 0cm 10pt;text-align:justify;line-height:normal;">
	<font color="#000000"><i><span lang="en-us" style="font-family:'Courier New';font-size:14pt;" xml:lang="en-us">“you must hear this! it’s been a while since i’ve met a composer whose talent is exploding to greatness, and just waiting to be discovered.  james peterson is he. listen and i know you will agree.” </span></i><i><span style="font-family:'Courier New';font-size:14pt;">Christopher Young</span></i></font>
</p>

<p style="margin:0cm 0cm 10pt;text-align:justify;line-height:normal;">
	<span style="font-size:14pt;"><font face="Calibri"><font color="#000000">Sein filmmusiklischen Vorbilder, so hat er mir erzählt, sind vor allem Golden Age Komponisten wie Rozsa, North und Herrmann aber natürlich auch Jerry Goldsmith und John Williams. Peterson hatte nur drei Wochen (hallo Mr. Giacchino) Zeit für die Musik an The Red Canvas.<span>  </span></font><font color="#000000">Was macht diese Filmmusik für mich jetzt so besonders?</font></font></span>
</p>

<p style="margin:0cm 0cm 10pt;text-align:justify;line-height:normal;">
	<span style="font-size:14pt;"><font face="Calibri"><font color="#000000">Erstens die ungestüme und im besten Sinne respektlose Herangehensweise des jungen Komponisten. Die Musik ist für großes Symphonieorchester komponiert mit einem erweiterten Blechbläseranteil (8 Hörner, 6 Posaunen, 4 Trompeten und dazu 2 Tubas) <span> </span></font><font color="#000000">und einer großen Streicherbesetzung (60 Stück) - die Perkussions stammen aus der sample librarie (hört man aber nicht). Aufgenommen wurde in Prag mit dem Prague FILMharmonic Orchestra unter dem Dirigat von Adam Klemens. Das zweite was diese Filmmusik, besonders heutzutage, </font><span><font color="#000000"> </font></span><font color="#000000">so außergewöhnlich macht ist der großartige, komplexe und doch leichtfüßige Umgang mit dem Klangkörper Orchester (hallo hallo Mr. Giacchino). Die zahlreichen Themen oder Motive (auch wenn es kein catchy Hauptthema gibt) werden leichtfüßig und virtuos ineinander verwoben, variiert und entwickelt. Die filmmusikalischen Vorbilder für diese Musik sind zahlreich, aber insbesondere Rozsa (vom Komponisten selbst genannt), Goldsmith, Goldenthal und auch Herrmann würde ich persönlich nennen. Trotzdem ist es eine absolut eigenständige Komposition, die und das ist mein einziger Kritikpunkt, für den schwachen Film etwas zu viel des guten ist. Aber als reine FilmMUSIK ist sie ein Ohrenschmaus.</font></font></span>
</p>

<p style="margin:0cm 0cm 10pt;text-align:justify;line-height:normal;">
	<span style="font-size:14pt;"><font color="#000000" face="Calibri">Schon "Out of the Darkness" mit den düsteren Celli zu Beginn den frenetischen Streichern und den brutalen Blechfanfaren macht klar das es sich hier nicht um eine 08/15 Filmmusik zu einem Kampfsportfilm handelt - sondern es wird klar das hier ein Kerl am Werk ist der diesen filmischen Restposten ernst nimmt und wichtiger noch das musikalischen Rüstzeug hat ein interessantes Vertonungskonzept zu schaffen. Aber die Musik ist zum Glück nicht ein durchgehender Adrenalintrip - "Awaiting the News" ist ein besonders bitterschönes, dramatisches Streicherthema (hier höre ich persönlich ein bisschen Doyle raus) das ein Gefühl von zarter Hoffnung vermittelt. Das Thema taucht später noch in verschiedenen Variationen und Orchestrierungen auf (besonders nobel und klassisch klingend in "A Not so conjugal visit).</font></span>
</p>

<p style="margin:0cm 0cm 10pt;text-align:justify;line-height:normal;">
	<span style="font-size:14pt;"><font color="#000000" face="Calibri">"Death and Resurrection I" klingt vor allem zu Beginn stark nach Goldenthal - wobei das Thema selbst Herrmannesque klingt. Auf jeden Fall ein großartiges Zwischenspiel zwischen Blechbläsern und Streichern. Der Jazzfan bringt zusätzlich mit "Jazz Cafe" ein warmes und nobel klingendes jazziges Motiv zu gehör. </font></span>
</p>

<p style="margin:0cm 0cm 10pt;text-align:justify;line-height:normal;">
	<span style="font-size:14pt;"><font color="#000000" face="Calibri">Am deutlichsten ist Rozsa in dem kurzen Motiv "Johnny likes Extortion" zu hören - hier lugt deutlich Ben Hur durch - bewusst so gewählt den für ihn sind die Kämpfer wie Gladiatoren aus dem alten Rom. </font></span>
</p>

<p style="margin:0cm 0cm 10pt;text-align:justify;line-height:normal;">
	<span style="font-size:14pt;"><font color="#000000" face="Calibri">Die zwei Hauptaction Motive sind in "Grease Monkey Brawl" und "Jungle Rumble" zu hören. Hierin liegt auch die herausragende Stärke dieser Filmmusik. Die Actionmusik ist so fein komponiert und großartig orchestriert mit treibenden Bläserakkorden (meine Güte die armen Blechbläser müssen Blut geschwitzt haben), enthemmten Streichern und dröhnenden Percussions . Ich habe ehrlich gesagt in den letzten 7 oder 8 Jahren keine Handvoll ähnlich gute Actionmusik gehört. Ich glaube nicht das diese Art der Filmmusik heutzutage bei einem großen Blockbuster möglich wäre - Peterson wäre sicher durch Giacchino ersetzt worden <img alt=";)" data-emoticon="" height="20" src="https://www.soundtrack-board.de/uploads/emoticons/default_wink.png" srcset="https://www.soundtrack-board.de/uploads/emoticons/wink@2x.png 2x" title=";)" width="20" /></font></span>
</p>

<p style="margin:0cm 0cm 10pt;text-align:justify;line-height:normal;">
	<span style="font-size:14pt;"><font face="Calibri"><font color="#000000">Das beste soll man sich ja immer für zum Schluß aufbewahren - und da Peterson trotz seines Unerfahrenheit ein Profi <span> </span></font><font color="#000000">ist, macht er das auch. Der standout cue "BALLET FOR BRAWLERS" beschließt die Filmmusik. Es ist schwer diese gigantische elfminütige filmmusikalische Offenbarung zu subsumieren - vielleicht so - müsste ich eine Top 10 Liste der besten Tracks der Filmmusikgeschichte erstellen, "Ballet for Brawlers" wäre ganz sicher dabei! Oder das größte Kompliment das ich ihm geben kann, ist das die Actionmusik absolutes Goldsmith Niveau hat. Eine zornige, enthemmte musikalische Achterbahnfahrt die ihres gleichen sucht. Das Stück beginnt langsam mit stampfenden Streicherakkorden und steigert sich fortwährend - bestehend aus den zwei Actionmotiven und den zwei dramatischen Themen die furios ineinander verwoben werden. Es gibt ständige Tempowechsel, musikalisch Brutalität, pochende Percussions, </font><span><font color="#000000"> </font></span><font color="#000000">komplexes und technisch höchst anspruchsvolle Musik für Blech. Zwischendurch verschnauft das Stück immer wieder mal kurz, holt Luft und bringt ruhigere dramatische Musik um sich später in nur noch frenetischen Passagen zu entladen. Wenn man glaubt eine weitere Steigerung ist kaum mehr möglich packt Peterson noch einen drauf. Genau wegen dieser Art von musikalischen Magie liebe ich die Filmmusik so sehr!</font></font></span>
</p>

<p style="margin:0cm 0cm 10pt;text-align:justify;line-height:normal;">
	<span style="font-size:14pt;"><font color="#000000" face="Calibri">Diese Filmmusik sei jedem wärmstens ans Herzen gelegt. Ich kann mir nicht vorstellten das sie irgendeinen absolut kalt lässt - man spürt das sie vor Energie strotz und das ungemein viel Herzblut eines wirklich talentierten Musikers drinnen steckt. Und wenn in den letzten Tagen gefragt wurde wen man sich als Star Wars Komponist vorstellen könnte - James Peterson wäre meine Antwort. Aber heutzutage ist in der "Blockbuster" Filmmusik kein Platz für anspruchsvolle durchdachte Musik - und so sucht der arme Mr. Peterson weiterhin nach Jobangeboten, während andere durchschnittliche (Giacchino) und unterdurchschnittliche (da sag ich jetzt nix) alles vertonen dürfen was so daher kommt. Shame on you - Hollywood!!!!!</font></span>
</p>

<p style="margin:0cm 0cm 10pt;text-align:justify;line-height:normal;">
	<span style="font-size:14pt;"><font color="#000000" face="Calibri">Bilder kommen morgen</font></span>
</p>

<p style="margin:0cm 0cm 10pt;text-align:justify;line-height:normal;">
	 
</p>

<div class="ipsEmbeddedVideo">
	<div>
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<p style="margin:0cm 0cm 10pt;text-align:justify;line-height:normal;">
	 
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">15694</guid><pubDate>Fri, 23 Dec 2016 20:20:16 +0000</pubDate></item><item><title>40/52 DRAG ME TO HELL by Christopher Young</title><link>https://www.soundtrack-board.de/topic/15776-4052-drag-me-to-hell-by-christopher-young/</link><description><![CDATA[
<p>
	<img alt="Bildergebnis für Christopher young" src="http://www.filmmusicsociety.org/news_events/features/images/chrisyoung_BMIaward.jpg"></p>

<p>
	 
</p>

<p style="margin:0cm 0cm 10pt;color:rgb(0,0,0);font-family:Calibri, Arial, Helvetica, sans-serif;font-size:16px;font-style:normal;font-weight:normal;letter-spacing:normal;text-indent:0px;text-transform:none;white-space:normal;word-spacing:0px;background-color:rgb(255,255,255);">
	<span lang="de-at" xml:lang="de-at"><font face="Calibri">Leider hatte ich in zuletzt etwas weniger Zeit daher liegt die letzte Filmmusikpräsentation meiner "Lieblingsscores" schon etwas länger zurück. Aber ich bin fest entschlossen die 52 voll zu machen, außerdem wird es jetzt gegen Ende wirklich verdamm schwierig welche Soundtracks ich noch mit in die Liste aufnehme und welcher draußen bleiben muss - also bis Ende 2017 sollte ich hoffentlich fertig sein - so nun zur Sache!</font></span>
</p>

<p style="margin:0cm 0cm 10pt;color:rgb(0,0,0);font-family:Calibri, Arial, Helvetica, sans-serif;font-size:16px;font-style:normal;font-weight:normal;letter-spacing:normal;text-indent:0px;text-transform:none;white-space:normal;word-spacing:0px;background-color:rgb(255,255,255);">
	<font face="Calibri"><span lang="de-at" xml:lang="de-at">Der Horrorfilm bot schon immer am meisten Möglichkeit für Filmkomponisten sich auszutoben und zu verwirklichen. Anscheinend ist das Korsett von Vorgaben in das die Filmkomponisten durch Produzenten und Regisseur geschnürt werden beim Horrorfilm nicht ganz so eng geschnürt und so bringt gerade dieses Genre echte Perlen der Filmmusik hervor. Der unbestrittene Großmeister der Horrorfilmmusik ist der sympathische 58 jährige Amerikaner Christopher Young. Kein anderer Komponist schafft es allein durch seine Musik bei mir so Gänsehaut auszulösen. Dabei bedient er sich aller musikalischen Möglichkeiten die es gibt - großes Orchester, Chor, Atonalität oder synthetische Sounds. Die Liste der großartigen, intelligenten und innovativen Horrormusiken von Christopher Young ist sehr lange - The Vagrant, The Exorcism of Emily Rose, Sinister, Drag me to Hell, Hellraiser oder Bless the Child. Alles Filme mit einem intelligenten und mutigem Vertonungskonzept die unter der Feder von anderen Komponisten wahrscheinlich einen banale 08/15 Horrorscore bekommen hätten.<span> </span></span><span lang="en-us" xml:lang="en-us">Tracks wie "The Exorcism" aus The Exorcism of Emily Rose oder "Levantation" aus Sinister scare the shit out of you <img alt=":)" data-emoticon="" height="20" src="https://www.soundtrack-board.de/uploads/emoticons/default_smile.png" srcset="https://www.soundtrack-board.de/uploads/emoticons/smile@2x.png 2x" title=":)" width="20"> </span></font>
</p>

<p style="margin:0cm 0cm 10pt;color:rgb(0,0,0);font-family:Calibri, Arial, Helvetica, sans-serif;font-size:16px;font-style:normal;font-weight:normal;letter-spacing:normal;text-indent:0px;text-transform:none;white-space:normal;word-spacing:0px;background-color:rgb(255,255,255);">
	<font face="Calibri">Sein filmusikalisches Erweckungsereignis war Bernard Herrmann mit seiner LP "The Fantasy World of Bernard Herrmann". Beim erstmaligen Hören von "Journey to the Center of the Earth" wusste er was er in Zukunft machen wollte. Er erwarb einen Bachelor in Musik vom Hampshire College in Massachussetts<span> </span><span> </span>danach führte er seine Studien an der North State University von Texas und an der UCLA fort. Seine Filmmusikkarriere begann in den frühen 80er Jahren wo er relativ bald ins Horrorgenre stolperte und mit Hellraiser und Hellbound seinen Durchbruch schaffte.</font>
</p>

<p style="margin:0cm 0cm 10pt;color:rgb(0,0,0);font-family:Calibri, Arial, Helvetica, sans-serif;font-size:16px;font-style:normal;font-weight:normal;letter-spacing:normal;text-indent:0px;text-transform:none;white-space:normal;word-spacing:0px;background-color:rgb(255,255,255);">
	<span lang="en-us" xml:lang="en-us"><font face="Calibri">"I really like pursuing the side of my writing that´s the dark, sonic madness, but the other half of me would like nothing more than to be walking down the street one day and hear someone whistling a theme of mine" - Christopher Young</font></span>
</p>

<p style="margin:0cm 0cm 10pt;color:rgb(0,0,0);font-family:Calibri, Arial, Helvetica, sans-serif;font-size:16px;font-style:normal;font-weight:normal;letter-spacing:normal;text-indent:0px;text-transform:none;white-space:normal;word-spacing:0px;background-color:rgb(255,255,255);">
	<font face="Calibri">Dieses Zitat beschreibt auch die beiden musikalischen Seiten von Christopher Young der eben durch seine Horrormusik berühmt wurde aber eben so tolle lyrische, romantische, epische und auch intime Filmmusiken schreibt. Diese Seite habe ich mit "The Tower" schon kurz beleuchtet, aber es gibt noch unzählige weitere tolle Beispiele für seine weniger "aggressive" Seite - The Shipping News, Murder in the First, Creation, An Unfinished Live, Monkey King... Ich habe es schon einmal erwähnt aber für mich ist es unverständlich warum er nicht große Projekte vertonen darf das Rüstzeug hat er dafür - für mich ist er z.B. musikalisch wesentlich interessanter als ein Michael Giacchino der heutzutage so gut wie alle großen Projekte vertonen darf.</font>
</p>

<p style="margin:0cm 0cm 10pt;color:rgb(0,0,0);font-family:Calibri, Arial, Helvetica, sans-serif;font-size:16px;font-style:normal;font-weight:normal;letter-spacing:normal;text-indent:0px;text-transform:none;white-space:normal;word-spacing:0px;background-color:rgb(255,255,255);">
	<font face="Calibri">Die Auswahl zwischen "Drag me to Hell" und "Bless the Child" viel mir besonders schwer - die beiden sind für mich die schönsten Beispiele für seine Horrorfilmmusik - beide haben für mich den selben stellenwert.</font>
</p>

<p style="margin-top:0px;margin-bottom:0px;color:rgb(0,0,0);font-family:Calibri, Arial, Helvetica, sans-serif;font-size:16px;font-style:normal;font-weight:normal;letter-spacing:normal;text-indent:0px;text-transform:none;white-space:normal;word-spacing:0px;background-color:rgb(255,255,255);">
	Ich habe mich dann doch schlussendlich für die Zusammenarbeit mit Sam Raimi entschieden - DRAG ME TO HELL. Die neuerliche Zusammenarbeit mit Raimi verwundert ein wenig, da es bei der letzten Zusammenarbeit zwischen Young und Raimi "Spiderman 3" doch einige Probleme gegeben hat. Ganz anders dürfte es bei Drag me to Hell abgelaufen sein, denn man spürt dem Film in jeder Sekunde an wie viel Spaß das Team bei diesem außergewöhnlichen Horrorfilm gehabt haben dürfte. Ein ungemein unterhaltsamer Film gespickt mit großartigen Schockmomenten, spannungsgeladenen Szenen und ausgestattet mit einem deftigen Schuss schwarzem Humor. Ein Film wie gemacht für den Meister des Horrors - Chris Young!
</p>

<p style="margin-top:0px;margin-bottom:0px;color:rgb(0,0,0);font-family:Calibri, Arial, Helvetica, sans-serif;font-size:16px;font-style:normal;font-weight:normal;letter-spacing:normal;text-indent:0px;text-transform:none;white-space:normal;word-spacing:0px;background-color:rgb(255,255,255);">
	 
</p>

<p style="margin-top:0px;margin-bottom:0px;color:rgb(0,0,0);font-family:Calibri, Arial, Helvetica, sans-serif;font-size:16px;font-style:normal;font-weight:normal;letter-spacing:normal;text-indent:0px;text-transform:none;white-space:normal;word-spacing:0px;background-color:rgb(255,255,255);">
	Die Komposition beginnt großartig mit "Drag me to Hell", das wie eine großherzige Liebeserklärung an das Horrorgenre daherkommt. Ein umwerfendes Stück von verführerischer Schönheit gepaart mit dämonischer Brutalität. Großes Orchester, Chor, Orgel und Solo Violine vereint zu einer Ode an die Hölle <img alt=";)" data-emoticon="" height="20" src="https://www.soundtrack-board.de/uploads/emoticons/default_wink.png" srcset="https://www.soundtrack-board.de/uploads/emoticons/wink@2x.png 2x" title=";)" width="20"> . Young selbst erzählt im Booklet das er die Solo Violine sinnbildlich für den Teufel verwendet
</p>

<p style="margin-top:0px;margin-bottom:0px;color:rgb(0,0,0);font-family:Calibri, Arial, Helvetica, sans-serif;font-size:16px;font-style:normal;font-weight:normal;letter-spacing:normal;text-indent:0px;text-transform:none;white-space:normal;word-spacing:0px;background-color:rgb(255,255,255);">
	<em>"Here there is a dual responsibility that the solo violin has, both as the voice of the Devil and as source music for Mrs. Ganush and her friends"</em>
</p>

<p style="margin-top:0px;margin-bottom:0px;color:rgb(0,0,0);font-family:Calibri, Arial, Helvetica, sans-serif;font-size:16px;font-weight:normal;letter-spacing:normal;text-indent:0px;text-transform:none;white-space:normal;word-spacing:0px;background-color:rgb(255,255,255);">
	Für mich ist das Thema (vor allem in der konzertanter Form Concerto to Hell) das schönste Stück in Christopher Youngs illustrer Karriere. In "Lamia" wird angsteinflößender Chor präsentiert teilweise sprechend teilweise schreiend und im zweiten Teil des Stückes dann ein umwerfender satanischer Tanz der aus einer Zirkusvorstellung in der Hölle stammen könnte. Christopher Young´s Musik ist so energiegeladen und entfesselnd böse das man kein Bild braucht damit einem die Nackenhaare aufstehen.
</p>

<p style="margin-top:0px;margin-bottom:0px;color:rgb(0,0,0);font-family:Calibri, Arial, Helvetica, sans-serif;font-size:16px;font-weight:normal;letter-spacing:normal;text-indent:0px;text-transform:none;white-space:normal;word-spacing:0px;background-color:rgb(255,255,255);">
	Aber nicht der ganze Score ist durchgehender musikalischer Horror (im besten Sinne gemeint) sonder es gibt zwischendurch auch sanfte Töne - "Tale of Haunted Banker" ein zartes vom Klavier vorgetragens Schlaflied das , je weiter der Film fortschreitet immer verzagter und beklemmender klingt "Brick Dogs a la Carte". 
</p>

<p style="margin-top:0px;margin-bottom:0px;color:rgb(0,0,0);font-family:Calibri, Arial, Helvetica, sans-serif;font-size:16px;font-weight:normal;letter-spacing:normal;text-indent:0px;text-transform:none;white-space:normal;word-spacing:0px;background-color:rgb(255,255,255);">
	Ein weiterer absoluter Höhepunkt stellt "Loose Teeth" dar - für mich eine sechseinhalb minütige Achterbahnfahrt in der Geisterbahn. Selten hat mir eine Musik so viel Angst eingeflöst (wenn dann waren es andere Chris Young Stücke oder Alien von Goldsmith) wie diese düstere, kalte, aggressive Musik - großartig konstruiert, dissonant mit frenetischen Streicherpassagen und grunzendem Männerchor - zum Niederknien <img alt=";)" data-emoticon="" height="20" src="https://www.soundtrack-board.de/uploads/emoticons/default_wink.png" srcset="https://www.soundtrack-board.de/uploads/emoticons/wink@2x.png 2x" title=";)" width="20"> Intelligente, durchdachte , gut strukturierte, eindrucksvoll orchestrierte und wirkungsvolle Musik, all das Stärken des Komponisten!
</p>

<p style="margin-top:0px;margin-bottom:0px;color:rgb(0,0,0);font-family:Calibri, Arial, Helvetica, sans-serif;font-size:16px;font-weight:normal;letter-spacing:normal;text-indent:0px;text-transform:none;white-space:normal;word-spacing:0px;background-color:rgb(255,255,255);">
	In "Auto-Da-Fe" entfesselt Young noch mal alles was er zu bieten hat großes Orchester, Chor und prominent die Orgel - bis dann das "Concerto to Hell" alles zuvor gehörte nochmal in den Schatten stellt. Ein Stück für das ich ziemlich weit fahren würde um es mal live zu hören
</p>

<p style="margin-top:0px;margin-bottom:0px;color:rgb(0,0,0);font-family:Calibri, Arial, Helvetica, sans-serif;font-size:16px;font-weight:normal;letter-spacing:normal;text-indent:0px;text-transform:none;white-space:normal;word-spacing:0px;background-color:rgb(255,255,255);">
	 
</p>

<p style="margin-top:0px;margin-bottom:0px;color:rgb(0,0,0);font-family:Calibri, Arial, Helvetica, sans-serif;font-size:16px;font-weight:normal;letter-spacing:normal;text-indent:0px;text-transform:none;white-space:normal;word-spacing:0px;background-color:rgb(255,255,255);">
	Absolute Hörempfehlung - viel besser und effektiver geht Horrormusik dann nicht mehr
</p>

<p style="margin-top:0px;margin-bottom:0px;color:rgb(0,0,0);font-family:Calibri, Arial, Helvetica, sans-serif;font-size:16px;font-weight:normal;letter-spacing:normal;text-indent:0px;text-transform:none;white-space:normal;word-spacing:0px;background-color:rgb(255,255,255);">
	In zitternder Demut verneige ich mich vor ihrer großen Kunst Mr Young - in diesem Sinne - Ave Christopher!!!!!!!!!
</p>

<p style="margin-top:0px;margin-bottom:0px;color:rgb(0,0,0);font-family:Calibri, Arial, Helvetica, sans-serif;font-size:16px;font-weight:normal;letter-spacing:normal;text-indent:0px;text-transform:none;white-space:normal;word-spacing:0px;background-color:rgb(255,255,255);">
	 
</p>

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<p style="margin-top:0px;margin-bottom:0px;color:rgb(0,0,0);font-family:Calibri, Arial, Helvetica, sans-serif;font-size:16px;font-weight:normal;letter-spacing:normal;text-indent:0px;text-transform:none;white-space:normal;word-spacing:0px;background-color:rgb(255,255,255);">
	 
</p>

<p><a href="https://www.soundtrack-board.de/uploads/monthly_2017_03/bless.jpg.723c861964dec3f3c0eb50e5661276d2.jpg" class="ipsAttachLink ipsAttachLink_image"><img data-fileid="16731" src="https://www.soundtrack-board.de/uploads/monthly_2017_03/bless.jpg.723c861964dec3f3c0eb50e5661276d2.jpg" class="ipsImage ipsImage_thumbnailed" alt="bless.jpg"></a></p>]]></description><guid isPermaLink="false">15776</guid><pubDate>Sat, 11 Mar 2017 21:22:07 +0000</pubDate></item><item><title>38/52 ANNA AND THE KING by George Fenton</title><link>https://www.soundtrack-board.de/topic/15647-3852-anna-and-the-king-by-george-fenton/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/51AkXeUycmL.jpg" alt="51AkXeUycmL.jpg" /><img src="http://www.philharmonia.co.uk/assets/images/conductors/170/george_54_b_copy_w1000.jpg?width=780&amp;height=470&amp;x1=0&amp;y1=9&amp;x2=300&amp;y2=177.75&amp;w=300&amp;h=168.75&amp;credit=" alt="george_54_b_copy_w1000.jpg?width=780&amp;hei" /></p>
<p> </p>
<p> </p>
<p> </p>
<p><span style="font-size:14pt;">Ein großartiger, ungemein routinierter und versierter Filmkomponist der fast in jedem Forum (so auch diesem) viel zu kurz kommt ist der Engländer George Fenton. Der 66 jährige gebürtige Londoner genoss keine akademische musikalische Ausbildung im klassischen Sinne, trotzdem ist seine Musik von ungemein hoher musikalischer und technischer Qualität. Ich persönlich schätze ihn seine musikalisch Fähigkeiten und seine Kompositionen höher ein als die eines Alan Silvestris oder auch James Newton Howard, aber das ist natürlich nur mein persönlicher Geschmack. Fenton begann als Schauspieler und kam über Theaterkompositionen zur Filmmusik. Den Sprung auf die große Bühne schaffte er mit der Zusammenarbeit mit Richard Attenborough für „Gandhi“ 1983, die ihm auch die erste seiner vier Oscarnominierungen einbrachte. Eine „weltweite“ Berühmtheit erlangte Fenton für seine großartigen Klanggemälde zu den BBC Dokumentationen wie zB „The Blue Planet“, „Planeth Earth“ oder „Frozen Planet“. Mit „The Blue Planet“ tourte er auch weltweit sehr erfolgreich.</span></p>
<p><span style="font-size:14pt;">Immer wieder arbeitet Fenton mit Regisseuren wie Ken Loach, Nicholas Hytner, Richard Attenborough oder Terry Gilliam zusammen. Warum seine Kompositionen, sich keiner größeren Beliebtheit erfreuen lässt sich meiner Meinung nach nicht wirklich erklären. Er ist ein talentierter Komponist mit einer eigenen Klangsprache der schon die verschiedensten Genres erfolgreich mit toller Musik ausgestattet hat. Seiner Komödienmusik kann ich zugegebener masen eher weniger abgewinnen – ich bin ein Freund seiner großorchestralen romantischen Soundtracks wie Shadowlands, Dangerous Beauty, Ever After, Memphis Belle oder In Love and War.  Ein Insidertip den die wenigsten kennen dürften ist seine großartige Musik zur etwas missglückten Komödie „We´re no Angels“ mit Robert DeNiro und Sean Penn von Neil Jordan. Hier zeigt er wie großartig er auch dunkle, dramatische Actionmusik komponieren kann – eine wirklich eindrucksvolle Komposition die sehr von Bernard Herrmann inspiriert ist, leider ist die CD schwer zu bekommen (limitierte Varese Club CD).</span></p>
<p> </p>
<p><span style="font-size:14pt;">Den größten und nachhaltigsten Eindruck hat Fenton jedoch bei mir mit seiner Komposition zu „Anna and the King“ hinterlassen. Fenton hatte in den Jahren davor eben mit Dangerous Beauty und Ever After schon bewiesen das er romantische Dramen eindrucksvoll vertonen kann. Aber sein großorchestraler Score mit ethnischen fernöstlichen Soloinstrumenten stellt für mich den absoluten Höhepunkt in George Fentons Karriere dar. Der sehr altmodische Film routiniert von Andy Tennant inszeniert beschwört die Glanzzeiten des alten Hollywood herauf. Obwohl der Film weder bei den Kritikern noch an der Kinokasse besonders erfolgreich war, glänzt er mit edler Optik und auch guten schauspielerischen Leistungen von Chow-Yun Fat oder Jodie Foster. Der Film schreit geradezu nach einem üppigen, ausladenden, romantischen und farbeprächtigen Soundtrack. Fenton liefert genau das ab und noch einiges mehr – die 90er Jahre gehören sicher zur stärksten Phase von George Fenton.</span></p>
<p><span style="font-size:14pt;">Besonders interessant und sicher ein Ausnahmefall war auch die Entstehungsgeschichte der Filmmusik. Fenton hatte schon früher mit Andy Tennant zusammengearbeitet (Ever After) und so vertraute er Fenton nahezu blind. Der Regisseur ließ Fenton absoluten Freiraum und wollte nicht einmal die Musik vor der recording session hören.</span></p>
<p><em><span style="color:#444444;"><span style="font-size:14pt;">„ </span></span></em><em><span style="color:#444444;"><span style="font-size:14pt;">I played him one thing actually, because he happened to come to London and when he came round, he said “You don’t have to play me anything, but if  you want to play me anything, you can.” I said, I’ll play you one thing. It’s the only thing I can play you on the piano…, which is of course the main theme, which is a piano theme. And he really liked it. He went away and that was it</span></span></em><em><span style="font-size:14pt;"> „</span></em><span style="font-size:14pt;"> so Fenton im Interview</span></p>
<p><span style="font-size:14pt;">Heutzutage dürfte solch ein Arbeitsverhältnis wohl kaum mehr möglich sein, wo bevor eine Note aufgenommen wird zehn verschieden Produzenten noch ihren unqualifizierten Senf dazugeben müssen. </span></p>
<p> </p>
<p><span style="font-size:14pt;">Die Vertonung zu „Anna and the King“ brachte Fenton zwei Golden Globe Nominierungen ein, eine für die Filmmusik und eine für den netten Song „How Can I not love you“. Fenton ging beide Male leer aus und verlor zum einen gegen Ennio Morricone (Legende des Ozeanpianisten) und zum anderen gegen Phil Collins (Tarzan). </span></p>
<p><span style="font-size:14pt;">Das sechsminütige „Arrival at the Palace“ funktioniert gleichzeitig als großartige Suite der Filmmusik denn die wichtigsten musikalischen Elemente der Musik sind hier eindrucksvoll vereint. Eine im besten Sinne altmodische Musik die auf starken einprägsamen Melodien fußt und dramatisch eindrucksvoll funktioniert. Herausragend schön ist das bittere Liebesthema, bei dem die unerfüllte Liebe und der Verlust mitschwingt, das Fenton für Anna und Mongkut komponiert hat, das besonders strahlend in „Moonlit Beach“ und „Anna Returns“ zu hören ist. </span></p>
<p><span style="font-size:14pt;">Besonders eindrucksvoll ist auch das orientalische Klangkolorit das vor allem  durch die häufig eingesetzte Erhu und ethnische Percussions und durch die Dulcimer erreicht wird. Vorallem die Actiontracks „The Bridge“, „Rajah Attack“ und „Betrayed“ leben von dem eindrucksvollen Schlagwerk – hier beweist Fenton das er auch probate Actionmusik komponieren kann (siehe auch „We are no Angels“) – ein Metier für das George Fenton ja nicht wirklich bekannt ist.</span></p>
<p><span style="font-size:14pt;">Ein weiteres mitreisend schönes Thema kreiert Fenton für Tuptim, die Konkubine des Königs – atemberaubend schön, aufwühlend und traurig zugleich. Zu hören ist das Thema in „Tuptim“ und am eindrucksvollsten im alles überstrahlenden Track „The Execution“. Mit Sicherheit das schönste, aufwühlendste und ergreifendste Stück Musik aus der Feder von George Fenton bisher. Von Zeit zu Zeit werde ich immer mal geben (das wird euch wohl ähnlich gehen) für Freunde oder Arbeitskollegen eine „Best of Filmmusik“ CD zusammenzustellen – und „The Execution“ aus Anna and the King ist fast jedes Mal dabei. Auch filmisch gesehen ist die Szene der absolute Höhepunkt im Film.</span></p>
<p><span style="font-size:14pt;">Klavier, Erhu und dumpfe Perkussions untermalen atemberaubend die Hinrichtung von Tuptim und ihren Gefährten – definitiv ein perfekter Tränendrücker!</span></p>
<p> </p>
<p><span style="font-size:14pt;">Weiters komponiert Fenton zwei klangschöne Tänze die auch aus der Feder von Patrick Doyle hätten sein können – ein größeres Kompliment kann ich diesbezüglich nicht abgeben – „Anniversary Polka“ und der zweite Teil „I´m the King, I shall lead“</span></p>
<p><span style="font-size:14pt;">„I have danced with a King“ stellt dann einen krönenden und atemberaubenden Abschluss einer großartigen, altmodischen, romantischen und klangschönen Filmmusik dar.</span></p>
<p> </p>
<p><span style="font-size:14pt;">Sollte George Fenton bei euch bisher keinen Platz im CD Regal gefunden haben, so ist Anna and the King sicher der ideale Startpunkt um das eindrucksvolle Werk dieses unterschätzten Komponisten kennen zu lernen. </span></p>
<p><span style="font-size:14pt;">Musik wie diese ist genau der Grund dafür warum ich Filmmusik so sehr liebe!</span></p>
<p> </p>
<p>
</p>
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<p> </p>
<p>
</p>
<div class="ipsEmbeddedVideo"><div><iframe width="459" height="344" src="https://www.youtube.com/embed/4cJGre1aEBs?feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen="true"></iframe></div></div>
<p> </p>
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]]></description><guid isPermaLink="false">15647</guid><pubDate>Mon, 21 Nov 2016 20:24:36 +0000</pubDate></item><item><title>37/52 MEDAL OF HONOR: FRONTLINE by Michael Giacchino</title><link>https://www.soundtrack-board.de/topic/15604-3752-medal-of-honor-frontline-by-michael-giacchino/</link><description><![CDATA[
<p><img src="http://downloads.khinsider.com/album_images/3129-wiaehkkfjz.jpg" alt="3129-wiaehkkfjz.jpg" /><img src="https://www.serieslyawesome.tv/wp-content/uploads/2015/06/oscar_giacchino.jpg" alt="oscar_giacchino.jpg" /></p>
<p> </p>
<p><span style="font-size:14pt;">Obwohl im echten Sinne keine Filmmusik muss ich Michael Giacchino´s Beitrag zur Dreamworks/EA Videospielserie zu meiner Best of Liste hinzufügen. Auch andere namhafte Filmkomponisten wie Bruce Broughton, Howard Shore, John Debney oder Patrick Doyle haben bereits für den Videospielmarkt gearbeitet. Der 1967 in New Jersey geborene Michael Giacchino wurde durch seine Spielemusik berühmt und schaffte so den Einstieg ins Filmgeschäft, seine Durchbruch in Hollywood schaffte er mit der tollen Vertonung und Barry-Homage zu „The Incredibles“. Giacchino gehört heute zu den am besten beschäftigten Filmkomponisten. </span></p>
<p><span style="font-size:14pt;">1997 vertonte er das Spiel „The Lost World“ und 1999 – 2002 die „Medal of Honor“ Serien. Der großorchestrale Ansatz den Giacchino wählte war bereits etwas etabliert in der Computerspielebrange – Bruce Broughton war glaube ich mit „Heart of Darkness“ etwas früher dran. Aber in den folgenden Jahren wurde Computerspiele die heutzutage fast so viel kosten wie eine Filmproduktion immer häufiger mit orchestraler Musik versorgt – teilweise auf wirklich hohem Niveau. Komponisten wie Austin Wintory, Nobuo Uematsu, Gary Schyman oder Jeremy Soule schreiben wirklich hörenswerte „Spiele“ Musik auf hohem Niveau. Insofern sollte man die Ohren vor der Spielemusik nicht verschließen.</span></p>
<p> </p>
<p><span style="font-size:14pt;">Es war für mich relativ schwer zwischen Medal of Honor, Frontline und Secret Weapons over Normandie zu wählen – alle drei Gamescores sind für mich ungefähr auf dem gleichen Niveau und machen auch gleich viel Spaß – und um Spaß geht es bei dieser Art von Musik. Der 2002 erschienene Medal of Honor – Frontline, ist vielleicht der erwachsenste und seriöseste Beitrag zur Spielereihe. Das die Spiele einen orchestralen Sound bekommen haben ist keinem geringeren als Steven Spielberg zu verdanken. Saving Privat Ryan war gerade in der Post-Production als Giacchino sein Klangkonzept für Medal of Honor entwickeln durfte. Der damals 32 jährige Giacchino bereitete sich mit dem Lesen von historischen Büchern und dem History Channel vor. Auch aus Giacchinos Familie kam eine Inspirationsquelle – „…what probably helped most in guiding the tone oft he score was speaking with my Uncle, who had fought in the Pacific Theatre.“</span></p>
<p> </p>
<p><span style="font-size:14pt;">Wer das große musikalische Vorbild für die Vertonung von Medal of Honor dürfte bekannt sein. Insbesondere fällt mir hier Indiana Jones III, Saving Privat Ryan aber auch JFK von Maestro John Williams ein. Das schmälert aber das Hörvergnügen überhaupt nicht! </span></p>
<p><span style="font-size:14pt;">Giacchino gelingt mit der Medal of Honor Reihe und Frontline im Speziellen eine energiegeladene, dramatische, emotionale und aufregende Musik die es zudem schafft eine Geschichte zu erzählen und einen dramatischen Spannungsbogen zu erzeugen. Eine couragierte vor Selbstbewusstsein strotzende Musik die unendlich viel Spaß macht und insbesondere mit der Lautstärke im oberen Bereich mächtig abgeht. Giacchino hat seither nie mehr so befreit und lustvoll aufgespielt (vielleicht mit Ausnahme seiner frühen Animationsfilme) – insofern stellt für mich die Medal of Honor Reihe (inkl. Secret Weapons over Normandy) den bisherigen Höhepunkt der Karriere von Michael Giacchino dar.</span></p>
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<p><span style="font-size:14pt;">In Frontline geht es um die gigantische sehr umstrittenen Luftlandeoperation Market Garden (ca 40000 Fallschirmspringer wurden hinter den feindlichen Linien abgesetzt) und ihre Folgen. Bereits im großartigen und bewegenden Hauptthema „Operation Market Garden“ erkennt man das es sich bei Frontline um einen deutlichen erwachseneren und zurückhaltenderen Score handelt. Das elegisches Thema mit Chor dargeboten wirkt wie ein Requiem für die missglückte Operation.</span></p>
<p><span style="font-size:14pt;">Für die, die das Spiel nicht kennen – Medal of Honor ist ein First Person Shooter – da ist eine musikalische Untermalung natürlich heikel und will vorsichtig gewählt sein um nicht geschmacklos zu wirken. Giacchino schafft hier auch diese schwierige Gradwanderung und bleibt musikalisch respektvoll ohne langweilig zu sein.</span></p>
<p><span style="font-size:14pt;">Das Hauptthema aus dem ersten Spiel und das Nazi Thema werden auch in Frontline prominent wieder verwendet. Die Medal of Honor Reihe ist auch für ihre tolle Actionmusik bekannt und in Track 4 „Shipyard of Lorient“ geht auch schon richtig die Post ab – dynamische, grimmige, schweißtreibende und brutale Actionmusik wie sie unterhaltsamer nicht sein könnte. Im nächsten Track „After the Drop“ wieder eine vollkommen andere Stimmung. Knaben Sopran, ausladender Steicherteppich und Chor stellen ein ungemein schönes, eindringliches und elegisches Thema vor, wirklich kaum zu glauben das diese Musik für ein Computerspiel komponiert wurde. Ein Musikalisches Highlight jagt das nächste und es ist in der Tat kein einziger schwacher Track unter den 18 Titeln. „Kleveburg“ bringt dunkle und düstere Spannungsmusik. „Manor House Rally“ mit einem beschwingten kleinen Motiv das gekonnt variiert und gesteigert wird, erinnert sehr an Indy III.</span></p>
<p><span style="font-size:14pt;">Mir persönlich gefällt „Rowhouses“ sehr gut, wieder ein gut entwickelter Actiontrack mit einem besonders brutalen Actionmotiv das mich in seiner Einfachheit und Effektivität an Jerry Goldsmith erinnert.</span></p>
<p><span style="font-size:14pt;">Der musikalische Höhepunkt der CD (und für mich auch von Michael Giacchinos Karriere) ist ohne Zweifel jedoch „Arnhem“. Ein atemberaubend schönes 6minütiges Chorthema mit tollem Aufbau, beginnend mit Knabensopran der das fragile, beschauliche unglaublich anrührende Thema vorstellt und schrittweise steigert sich das Thema mit Chor und Orchester.</span></p>
<p><span style="font-size:14pt;">Damit ist der Zauber aber noch nicht zu Ende. Das siebenminütige „Escaping Gotha“ bringt nochmals komplexe, großartig orchestrierte und entfesselte Actionmusik wie sie Giacchino in seiner gesamten Filmkarriere nie mehr zusammengebracht hat.  Jedem klassichen Filmmusikfreund müsste bei einem solchen Actionfeuerwerk das Herz aufgehen.</span></p>
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<p><span style="font-size:14pt;">Medal of Honor – Frontline ist ein langes aber sehr ausgewogenes Album dargeboten mit einem glasklarem und lebendigem Sound (Nothwest Sinfonia – aufgenommen in der Seattle Kathedrale), den die heutigen Aufnahmen von Giacchino´s Scores vermissen lassen. Ein entfesselter, verspielter und inspirierter Giacchino liefert hier ein frühes Meisterstück ab.</span></p>
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]]></description><guid isPermaLink="false">15604</guid><pubDate>Sat, 29 Oct 2016 19:56:55 +0000</pubDate></item><item><title>36/52 PAN&#xB4;S LABYRINTH by Javier Navarrete</title><link>https://www.soundtrack-board.de/topic/15565-3652-pan%C2%B4s-labyrinth-by-javier-navarrete/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/51-VrDaHlgL.jpg" alt="51-VrDaHlgL.jpg" /><img src="http://www2.pictures.zimbio.com/gi/Art+Film+Music+Panel+Event+Sundance+London+1atfmfOA_0Fl.jpg" alt="Art+Film+Music+Panel+Event+Sundance+Lond" /></p>
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<p><span style="font-size:14pt;">Bei Nummer 36 angekommen wird der Entscheidungsfindungsprozess ehrlich gesagt immer schwieriger – ich hab zwar noch vier oder fünf Soundtracks die unbedingt auf die Liste kommen müssen aber die anderen sind noch in der Schwebe und müssen sorgfältig ausgewählt werden </span></p>
<p><span style="font-size:14pt;">Den Soundtrack den ich als Nummer 36 vorstellen möchte, wird sich wohl kaum auf irgendeiner offiziellen Bestenliste finden noch wird er in Gefahr geraten sich zum Klassiker zu entwickeln. Trotzdem nimmt die Filmmusik zu „Pan´s Labyrinth“ vom Spanier Javier Navarrete einen besonderen Stellenwert in meiner Sammlung und in meinem filmmusikalischen Herzen ein. </span></p>
<p><span style="font-size:14pt;">Der 1956 in Teruel (Spanien) geborene Javier Navarrete begann in den 80er Jahren mit der Arbeit an Filmvertonungen. Navarrete ist ein guter Freund von Alberto Iglesias mit dem er in den 80er Jahren auch ein auf elektronische Musik spezialisiertes Duo bildete, einem anderen bekannten spanischen Filmkomponisten. Überhaupt ist Spanien anscheinend ein gutes Pflaster für Filmmusik heutzutage – Roque Banos, Fernando Velasquez, Alberto Iglesias, Victor Reyes und eben Navarrete sind nur einige der talentierten spanischen Komponisten.</span></p>
<p><span style="font-size:14pt;">Das 2006 unter der Regie von Guillermo del Toro entstandene Märchen für Erwachsene, war bei der Oscarverleihung 2007 mit drei Preisen und insgesamt sechs Nominierung eine absolute Überraschung. Ein großartiger Film, ohne Zweifel del Toro´s größter Wurf bisher, großartig inszeniert und toll geschrieben – für mich einer der „schönsten“ Filme der letzten zehn Jahre. Und nahezu ebenso adäquat ist seine musikalische Untermalung. Navarretes Klangkonzept ist bei weitem nicht frei von musikalischen Klischees und trägt dick auf und manche Szenen wirken musikalisch etwas überfrachtet. Aber das ist eine Tatsache die mich bis jetzt noch selten gestört hat (siehe Frankenstein).</span></p>
<p> </p>
<p><span style="font-size:14pt;">Der Hauptgrund warum mir diese Filmmusik so sehr gefällt ist das atemberaubend schöne Hauptthema – ein simples Wiegenlied, das die zum Teil fragile und unschuldige Grundstimmung des Films überragend einfängt. Eine herzerweichende Melodie die mal von Klavier, mal von Streichern mal vom Chor vorgetragen wird – die zahlreiche Variationen im Film erhält und einen großartigen Kontrast zur dunklen Seite der Geschichte und auch der Musik darstellt. Außerdem war ich schon immer davon überzeugt das in der Einfachheit eines Themas ungemein viel Arbeit dahinter stecken muss. Der ¾ Rhythmus des Wiegenliedes beeinflusst auch maßgeblich einen Teil der anderen Filmmusik, so haben auch die anderen guten Charaktere und Emotionen einen Waltzercharakter (so Navarrete im Booklet) wie zum Beispiel „The Refuge“ oder „The Funeral“ beides tief emotionale und ebenso klangschöne Kompositionen oder „Waltz oft he Mandrake“ –düster, verstörend und gespenstisch zugleich.</span></p>
<p><span style="font-size:14pt;">Toll sind aber auch die dramatischeren und sehr düsteren Passagen wie „Not Human“ – ein vor Spannung brodelndes Stück, düster und unheilschwanger. Oder nicht weniger eindrucksvoll „A Book of Blood“ mit atonalem Finale. Fetzige düstere fast „Ligetieske“ Actionmusik gibt es in „Pan and the Full Moon“.</span></p>
<p> </p>
<p><span style="font-size:14pt;">Alles überragend ist aber wie schon gesagt für mich das großartige, unschuldige, zerbrechliche und herzerweichende Hauptthema. Wen „ A Princess“ nicht erweichen kann, der hat kein Herz <img src="https://www.soundtrack-board.de/uploads/emoticons/default_smile.png" alt=":)" srcset="https://www.soundtrack-board.de/uploads/emoticons/smile@2x.png 2x" width="20" height="20" /></span></p>
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<p><span style="font-size:14pt;">Guilty pleasure!</span></p>
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]]></description><guid isPermaLink="false">15565</guid><pubDate>Sat, 08 Oct 2016 20:51:16 +0000</pubDate></item><item><title>35/52 EXODUS by Ernest Gold</title><link>https://www.soundtrack-board.de/topic/15540-3552-exodus-by-ernest-gold/</link><description><![CDATA[
<p><img src="http://ecx.images-amazon.com/images/I/41EHuHEM3RL.jpg" alt="41EHuHEM3RL.jpg" /><img src="http://cps-static.rovicorp.com/3/JPG_400/MI0003/279/MI0003279529.jpg?partner=allrovi.com" alt="MI0003279529.jpg?partner=allrovi.com" /></p>
<p> </p>
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<p><span style="font-size:14pt;">Auch wenn ich mir vielleicht den Vorwurf gefallen lassen muß, dass ich hier einfach die Klassiker abarbeite und mit ein paar persönlichen Lieblingen aufbessere, muss ich einen weiteren Monolithen der Filmmusikgeschichte in meine Liste aufnehmen. Das schöne oder das Problem mit den Klassikern ist das sie ihren Namen sehr oft zu recht tragen. Meine zweite CD überhaupt war der knackige Sampler „Hollywoods Greatest Hits Vol. I – Erich Kunzel“ und da machte ich zum ersten Mal Bekanntschaft mit der Musik meines Landsmannes Ernest Gold und im speziellen mit dem monumentalen und herausragenden Hauptthema zu EXODUS.</span></p>
<p><span style="font-size:14pt;">Ernst Siegmund Goldner wurde 1921 in Wien geboren und galt bereits als Fünfjähriger als musikalisches Wunderkind (Gold konnte nach eigener Auskunft die Noten bereits als Kind wie Worte lesen). Aufgrund der jüdischen Herkunft musste die Familie Goldner 1938 in die USA emigrieren. Bereits sehr früh war für Gold klar was er später mal beruflich machen möchte – <em>„In jenen Jahren haben mich die Leute gefragt, was ich einmal werden möchte, und ich antwortete ihnen, daß ich nach Hollywood gehen und Komponist werden wollte. Niemand hat mich natürlich ernst genommen.“</em> </span></p>
<p><span style="font-size:14pt;">Zu Beginn der vierziger Jahre komponierte er vor allem Konzertmusik und  arbeitete als Arrangeur. 1945 zog er nach Los Angeles und begann für den Film zu arbeiten. Besonders bekannt ist Gold für seine Zusammenarbeit mit dem Regisseur Stanley Kramer (Inherit the Wind, Ship of Fools, Judgement at Nuremberg). </span></p>
<p><span style="font-size:14pt;">Ernest Gold´s unbestreitbares opus magnum ist die Musik zu dem 1960 unter der Regie eines anderen Österreichers (Otto Preminger) entstandenen Films, Exodus. Die über dreistündige Leon Uris Verfilmung , ein zionistisches Epos, ist ein stargespikter Schinken der mit großem Aufwand und großen Gesten unter anderem die Gründung des Staates Israel zum Thema hat. Dalton Trumbo zeichnete sich für das Drehbuch verantwortlich und Preminger produzierte auch den Film der ihm ganz besonders am Herzen lag. Meiner Meinung nach ist Exodus ein etwas hölzerner und zulange geratener Streifen der an seinen großen Ambitionen etwas scheitert. Über jeden Zweifel erhaben  ist meiner Meinung nach jedoch die oscarprämierte Musik – ob sich Gold bei der Oscarverleihung zurecht gegen Spartacus und Alex North durchsetzte sei mal dahingestellt (The Magnificent Seven, The Alamo, Elmer Gantry waren die anderen nominierten).</span></p>
<p> </p>
<p><span style="font-size:14pt;">Ernest Gold war, untypisch für die damalige Zeit, bereits sehr früh in der Produktionsphase des Films integriert. So besuchte er die Drehorte in Zypern und Israel und bereitete sich auch auf eine authentische geografische-musikalische Umsetzung vor. Preminger jedoch bestand auf ein klassisches orchestrales Vertonungskonzept. Im Zentrum der Filmmusik steht natürlich das großartige Exodus Thema, ein ungemein nobles, kräftiges und zielstrebiges Thema das die Stimmung des Films eindrucksvoll einfängt. Ein absolutes Hammerthema, das nahezu auf jeden „Best of“ Sampler der Filmmusikgeschichte zu finden ist. Trotzdem geht Gold relativ sparsam mit seinem Thema im Film um – wie auch der ganze Film relativ sparsam vertont wurde, auf eine Laufzeit von knapp 210min kommt eine Scorelänge von etwas über einer Stunde.  </span></p>
<p><span style="font-size:14pt;">Was jedoch weniger wissen, ist das die Filmmusik zu Exodus abseits des eindrucksvollen Hauptthemas ungemein viel zu bieten hat. Mindestens ein halbes Dutzend weitere memorable Themen und tolle lebendige Actionmusik  hat Gold für diesen Schinken komponiert.</span></p>
<p><span style="font-size:14pt;">Hier wäre zum Beispiel das militaristische Thema für die Hauptfigur Ari (Paul Newman) zu nennen, ein eindrucksvoll heroischer Marsch, der zum ersten Mal in „Ari“ zu hören ist (oder auch „Prelude“ ab 1:20). Ein maskulines unglaublich starkes und bestimmtes Thema, das die Bestimmtheit des Hauptcharakters eindrucksvoll einfängt.</span></p>
<p><span style="font-size:14pt;">„Summer in Cyprus“ vermittelt im ersten Teil musikalisches mediterranes Klima – ein lockerer Tanz dargeboten unter anderem mit Tambourin und Bongos die für exotische Stimmung sorgen. Im zweiten Teil des Tracks kommt ein unverkennbar hebräisch klingendes Thema das sehr getragen und traurig klingt.</span></p>
<p><span style="font-size:14pt;">„Escape“ bringt den ersten Vorgeschmack wie gut und vor allem aggressiv Ernest Gold´s Actionmusik ist!</span></p>
<p><span style="font-size:14pt;">Des weiteren gibt es zum Beispiel ein Thema für eine weibliche Hauptfigur namens Karen – auf dem Akkordeon vorgetragen in „The Tent“ – eine weiteres etwas verspieltes romantisches Themas für den Eve Marie Saint Charakter „Kitty“. Auch die terroristische Untergrundorganisation Irgun bekommt ein eigenes memorables Thema. Und als besonderes Zuckerl für mich persönlich arbeitet Gold ein altes Volkslied in die Filmmusik ein „Hativkah“ das später zur Nationalhymne Israels werden sollte – für mich die schönste Nationalhymne überhaupt.</span></p>
<p><span style="font-size:14pt;">Besonders eindrucksvoll finde ich auch die letzten zwei Stücke auf der ersten CD. „Acre Prison…“ ein spannungsgeladenes Stück für Altblockflöte die den Ruf des Muezzin imitiert sowie interessante Percussions. Sehr gewagt und interessant finde ich für diese Art von Hollywoodfilm. „D Day / The Bombs“ zeigt eindrucksvoll wie gut Ernest Gold mit seinen Themenfetzen Spannung aufbauen kann die sich dann in einem großartigen Actiontrack entlädt – sicher ein absolutes Highlight auf der CD.</span></p>
<p><span style="font-size:14pt;">Gold bringt sein Hauptwerk mit dem ebenso großartigen „Dawn / Finale – The Fight for Peace“ zu einem schwermütigen und doch hoffnungsvollen Abschluss. Der Tod von Kitty (ca ab 3:50) und eines Freundes von Ari wird hier besonders schwermütig musikalisch betrauert – aber aus der Trauer erwächst etwas gebrochen und doch hoffnungsgeladen das Exodus Thema, in der meiner Meinung nach schönsten Variation (Ari beschwört hier den Frieden von Arabern und Israelis). Ein Thema, ich muss es leider nochmals wiederholen, das schöner, ehrfürchtiger und passender nicht sein könnte.</span></p>
<p><span style="font-size:14pt;">Zum Abschluss gibt es nochmals die „Hatikvah“ auch in gedrückter Stimmung – sozusagen als gedämpfter Jubel über die Neugründung des Staates Israel.</span></p>
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<p><span style="font-size:14pt;">Eine im wahrsten Sinne des Wortes "Ernste" Filmmusik die vor allem durch ihren Themenreichtum glänzt. Eine ungemein inspirierte Filmmusik die vor allem narrativ im Zusammenhang mit dem Film großartig wirkt. Abgesehen von dem alles überragenden Hauptthema gibt es aber ungemein viel in der Filmmusik zu entdecken - bis hin zu großartiger Actionmusik - die man so, bei einer Filmmusik die in der Tradition des Golden Age geschrieben ist, nicht immer hört.</span></p>
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]]></description><guid isPermaLink="false">15540</guid><pubDate>Fri, 23 Sep 2016 08:17:59 +0000</pubDate></item><item><title>34/52 THE GHOST AND MRS. MUIR by Bernard Herrmann</title><link>https://www.soundtrack-board.de/topic/15509-3452-the-ghost-and-mrs-muir-by-bernard-herrmann/</link><description><![CDATA[
<p><img src="http://www.moviemusic.com/imgcover/285/ghostandmrsmuir.gif" alt="ghostandmrsmuir.gif"><img src="http://www.bernardherrmann.org/wp-content/uploads/2013/06/BernardHerrmannByEngstead.jpg" alt="BernardHerrmannByEngstead.jpg"></p>
<p> </p>
<p><span style="font-family:arial, sans-serif;"><span style="font-size:14pt;">Ich bin bereits bei Nummer 34 angekommen und nach Durchsicht der Liste musste ich erschreckt feststellen, das Bernard Herrmann erst zweimal vertreten ist. An sich bin ich eher der Fan von Herrmanns Thriller bzw. Hitchcock Soundtracks – für seine romantischen Soundtracks konnte ich mich bisher weniger erwärmen. Auf meiner persönlichen Herrmann Bestenliste ist Vertigo meine absolute Nummer eins und auch sonst bevorzuge ich seine kantigen, aggressiven Kompositionen. Einer seiner wenigen leitmotivischen Soundtracks (obwohl die Leitmotive eher eine Stimmung verbreiten) – Herrmann bezeichnete ihn als „my Max Steiner score“ – stellt hier eine Ausnahme dar. Die romantische Geistergeschichte „The Ghost and Mrs. Muir“ war Bernard Herrmanns erst siebente Filmmusik.  Unter den ersten Werken befinden sich filmmusikalische Meisterwerke wie Citizen Kane, The Magnificent Ambersons, Jane Eyre oder Herrmanns Oscarmusik The Devil and Daniel Webster.</span></span></p>
<p><span style="font-family:arial, sans-serif;"><span style="font-size:14pt;">Welch brennendes, emotionales Herz in Herrmanns Brust schlug durfte allerorts bekannt sein. Seine Wutausbrüche und Aussagen sind legendär. Genau dieses emotionale Herz prädestiniert Herrmann natürlich für das schreiben romantischer Scores.</span></span></p>
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<p><span style="font-size:18px;"><span style="font-family:arial, helvetica, sans-serif;"><em><span style="color:#000000;">„Well, I don’t see any use to write a language no one understands. I don’t understand Boulez. Last month, in London, he said, <em>“I will never conduct Tchaikovsky, Strauss, or Puccini.”</em> Who gives a damn? I suppose the crap he’s doing is better. I mean, he’s a talented man, but he doesn’t have any feeling.“</span></em></span></span></p>
<p> </p>
<p><span style="font-family:arial, sans-serif;"><span style="font-size:14pt;">The Ghost and Mrs. Muir (1947) entstand in einer turbulenten Zeit für Bernard Herrmann zum einen Versuchte er sich einen Namen als Konzertkomponist und Dirigent zu schaffen und zum Anderen stand seine erste Ehe kurz vor dem Ende. Seine Oper „Wuthering Heights“ entstand 1943 – 1951 und einige Motive der Filmmusik finden sich in der Oper wieder. Beide Werke beschäftigen sich mit dem Tod, spielen im historischen England und haben starke Frauenfiguren als Hauptcharaktere. Die Filmmusik nahm bei Herrmann einen besonderen Stellenwert ein, Interviews zu Folge war es seine persönliche Lieblingsfilmmusik – er bezeichnete ihn als poetisch, romantisch und sehr persönlich. Die sehnsüchtige, lyrische, ungemein romantische und teilweise traumgleiche Musik widerspiegelt romantische Sehnsüchte und die Hoffnung auf spirituelle Transzendenz durch den Tod.</span></span></p>
<p> </p>
<p><em><span style="color:rgb(85,85,85);"><span style="font-family:arial, sans-serif;"><span style="font-size:14pt;">“Musically I count myself an individualist. I believe that only music that springs out of genuine human emotion is alive and important. I hate all cults, fads, and circles. I feel that a composer should be true to his own innate instincts and tastes, and develop these to the best of his ability, no matter what the present vogue may be . . . I am not interested in music, or any work of art, that fails to stimulate appreciation for life and, more importantly, pride in life. ”</span></span></span></em></p>
<p> </p>
<p><span style="font-family:arial, sans-serif;"><span style="font-size:14pt;">Herrmann orchestrierte die Musik wie üblich selbst für mittelgroßes Orchester mit einer prominenten Holzbläsersektion. In der gegenwärtigen Filmmusik kommt ja kaum noch Holz vor, insofern sei diese Filmmusik allen wärmstens ans Herz gelegt.</span></span></p>
<p><span style="font-family:arial, sans-serif;"><span style="font-size:14pt;">Bereits in der Eröffnungsmontage stellt Herrmann seine wichtigsten Motive. Das traumgleiche auf und absteigende Seemotiv oder das wunderschöne lyrische Thema für die Hauptfigur Lucy. Für mich eine der musikalisch gehaltvollsten, schönsten und bezauberndsten Eröffnungssequenzen überhaupt – das alles vor dem Hintergrund einer Englischen Steilküste mit lebhafter Brandung.</span></span></p>
<p> </p>
<p><em><span style="color:#000000;"><span style="font-family:arial, sans-serif;"><span style="font-size:14pt;">„The trouble is, good composers, when they do a film, for some reason or other, they’re brainwashed, and they write rubbish. They’re afraid to write. The only one I know who doesn’t is Copland. Korngold also. But generally they say, </span></span></span></em><em><span style="color:#000000;"><span style="font-family:arial, sans-serif;"><span style="font-size:14pt;">“This is the Hollywood style, let’s write for it.”</span></span></span></em> <em><span style="color:#000000;"><span style="font-family:arial, sans-serif;"><span style="font-size:14pt;">Of course that’s all wrong, what they do</span></span></span>“</em></p>
<p> </p>
<p><span style="font-family:arial, sans-serif;"><span style="font-size:14pt;">Herzzerreisend schön ist auch die Musik als Lucy sich in ihren Verehrer (George Sanders) verliebt (Romance/Love/Farewell) – tief empfundene, filigrane, romantische Musik direkt aus dem Herzen Herrmanns – für mich einer seiner schönsten Stücke. Ein echter Tränendrücker!</span></span></p>
<p><span style="font-family:arial, sans-serif;"><span style="font-size:14pt;">Die Filmmusik zu "The Ghost and Mrs. Muir" versprüht über die gesamte Länge ein starkes Gefühl der Einsamkeit und, meinem Empfinden nach, Todessehnsucht – Gefühle die Herrmann nicht Fremd waren, wenn man seine Biografie liest.</span></span></p>
<p> </p>
<p><span style="font-family:arial, sans-serif;"><span style="font-size:14pt;">Eine Filmmusik voll von Höhepunkten, die von der ersten bis zur letzten Sekunde emotional fesselt und eine traurig schöne, schauderhafte Geschichte über Einsamkeit und Sehnsucht erzählt. Ein Meisterwerk eines Meisters der Filmmusik! </span></span></p>
<p><span style="font-family:arial, sans-serif;"><span style="font-size:14pt;">Zu empfehlen ist sowohl die Varese CD (Originalaufnahme) als auch die Neueinspielung von Elmer Bernstein. </span></span></p>
<p><span style="font-family:arial, sans-serif;"><span style="font-size:14pt;">Eine eindrucksvolle Persönlichkeit und ein 100%iger Künstler der keine Kompromisse machte – die Stephen Smith Biografie „A Heart at Fire´s Center“ sei jedem wärmstens ans Herz gelegt.</span></span></p>
<p><span style="font-family:arial, sans-serif;"><span style="font-size:14pt;">Zum Schluss darf nochmal Herrmann zu Wort kommen:</span></span></p>
<p><em><span style="color:rgb(51,51,51);"><span style="font-family:arial, sans-serif;"><span style="font-size:14pt;">„I have the final say, or I don’t do the music. The reason for insisting on this is simply, compared to Orson Welles, a man of great musical culture, most other directors are just babes in the woods. If you were to follow their taste, the music would be awful.</span></span></span>“</em></p>
<p> </p>
<p>
</p>
<div class="ipsEmbeddedVideo"><div><iframe width="459" height="344" src="https://www.youtube.com/embed/videoseries?list=RDyqG4i3zuX48" frameborder="0" allowfullscreen="true"></iframe></div></div>
]]></description><guid isPermaLink="false">15509</guid><pubDate>Thu, 01 Sep 2016 19:08:54 +0000</pubDate></item><item><title>33/52 INTERSTELLAR by Hans Zimmer</title><link>https://www.soundtrack-board.de/topic/15492-3352-interstellar-by-hans-zimmer/</link><description><![CDATA[
<p><img src="http://3.bp.blogspot.com/-0r4Yd1pRwok/VUviustIgdI/AAAAAAAAAK8/g5cZ87TsSW0/s1600/Interstellar+(Original+Motion+Picture+Soundtrack).png" alt="Interstellar%2B(Original%2BMotion%2BPict"><img src="https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/09/Hans_Zimmer_crop.jpg" alt="Hans_Zimmer_crop.jpg"></p>
<p> </p>
<p><span style="font-size:18px;"><span style="font-family:arial, helvetica, sans-serif;">Hans Zimmer und meine Wenigkeit werden sicher nie große Freunde werden. Für mich ist er zum Teil für den qualitativen Niedergang der Filmmusik mitverantwortlich. Sein generischer Sound der von seinen Jüngern zigfach kopiert wurde und wird, ist meistens eine ideenlose, herzlose und konturlose Klangsoße. Insbesondere seine Actionmusik ist meiner Meinung nach kompositorisch sehr schwach ,absolut austauschbar und ohne wesentlichen filmspezifischen Bezug. Trotzdem ist Hans Zimmer von nicht wegzuleugnender Bedeutung für die historische Entwicklung der Filmmusik.</span></span></p>
<p><span style="font-size:18px;"><span style="font-family:arial, helvetica, sans-serif;">Im Gegensatz zu seinen unzähligen Epigonen hat Hans Zimmer jedoch einen gewissen Instinkt bei manchen seiner Film eine gewisse Individualität zu bewahren. Außerdem hat er meiner Meinung nach ein gutes Talent Komödien und kleinere Filme zu vertonen. Weiters möchte ich ihm zugute halten, das er trotz seiner langen Karriere immer noch, wenn es ihm passt, versucht experimentierfreudig zu sein.</span></span></p>
<p><span style="font-size:18px;"><span style="font-family:arial, helvetica, sans-serif;">Zwei Musikalische Großtaten hat er aber zu verbuchen, beide Male wählte Zimmer seinem musikalischen Wortschatz entsprechend, einen minimalistischen Vertonungsansatz. Das erste „zimmersche Meisterwerk“ ist ganz sicher die Musik zu Terence Malicks „The Thin Red Line“ – ein großartiger atmosphärischer  und brodelnder Soundtrack. Und zum zweiten seine bereits fünfte Zusammenarbeit mit Christopher Nolan – „Interstellar“.</span></span></p>
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<p><span style="font-size:18px;"><span style="font-family:arial, helvetica, sans-serif;">Eine mutige und großartige Filmmusik von Hans Zimmer die natürlich nicht frei von prominenten Vorbildern ist aber es trotzdem schafft einen Zimmer „Sound“ herzustellen. Als Vorbilder fallen mir am deutlichsten Philip Glass „Zimmerquatsi“ und auch Ennio Morricone (Mission to Mars) auf. Die Filmmusik ist alles andere als subtil, hat aber in ihrer Einfachheit eine emotionale Wucht die einem Tritt in die Magengrube gleichkommt.  Insbesondere „Stay“ ist von aufwühlender emotionaler Kraft, die eben durch die Einfachheit aber tief empfundenen Aufrichtigkeit der Komposition entsteht. Meiner Meinung nach Zimmers größte Komposition bisher und eines der effektivsten Stücke was Filmwirkung und emotionale Wucht betrifft der letzten Jahre. </span></span></p>
<p><span style="font-size:18px;"><span style="font-family:arial, helvetica, sans-serif;">Weiters hervorzuheben ist der ungewöhnliche und mutige sowie prominente Einsatz der Kirchenorgel. Der Orgelsound trägt die Filmmusik und gibt ihr einen sakralen Charakter – passend auch zur Thematik. Oder mit den Worten Hans Zimmers „<span style="color:rgb(85,85,85);">By the 17th century the pipe organ was the most complex machine invented, and it held that number-one position until the telephone exchange. Think about the shape of it as well: those pipes are like the afterburners of space ships”</span> </span></span></p>
<p> </p>
<p><span style="font-size:18px;"><span style="font-family:arial, helvetica, sans-serif;">Besonders gut gefällt mir eines der wenigen Actionstücke, nämlich „Cornfield Chase“ eine ausgelassenen Orgelträumerei. „Message from Home“ eine Klavierversion des Hauptthemas, widerspiegelt eindrucksvoll die Einsamkeit und die Weite des Weltalls - am besten ist das Haupthema vielleicht in "Day one" zu erkennen (das Thema wurde bereits deutlich vor Drehbeginn von Zimmer komponiert). Toll auch das Vertonungskonzept von „Mountain“ – die Szene spielt auf einem Planeten in der die Zeit viel schneller vergeht als auf der Erde – der tick/tock Rhythmus beschreibt die verstreichende Zeit und zusätzlich kommt es zur dramatischen Steigerung in der zweiten Hälfte des Tracks mittels Orgel und Chor.</span></span></p>
<p><span style="font-size:18px;"><span style="font-family:arial, helvetica, sans-serif;">Die Musik ist reich an Höhepunkten – besonders eindrucksvoll der monumentale Track „Coward“. Orgelfurioso gepaart mit Horners „crashing pianos“ steigert sich immer mehr – absolut großartig.</span></span></p>
<p><span style="font-size:18px;"><span style="font-family:arial, helvetica, sans-serif;">Nicht minder eindrucksvoll das meditative „Where We´re Going“ – Naturklänge, Orgel und Horn variieren das simple aber absolut passende Hauptthema.</span></span></p>
<p><span style="font-size:18px;"><span style="font-family:arial, helvetica, sans-serif;">Von dem Soundtrack gibt es mehrere Veröffentlichungen – ein idealen Hörfluss hat aber bereits die normale Veröffentlichung – insofern ist das die Präsentation der Musik die ich empfehlen würde.</span></span></p>
<p> </p>
<p><span style="font-size:18px;"><span style="font-family:arial, helvetica, sans-serif;">Hans Zimmers Meisterwerk – meiner Meinung nach – hätte sich den Oscar redlich verdient, aber fairerweise muss man sagen Desplat´s „Grand Budapest Hotel“ auch. Sehr mutig war es auch von Christopher Nolan  der Musik so einen breites Feld einzuräumen - die Musik ist auf der Soundspur deutlich im Vordergrund.</span></span></p>
<p><span style="font-size:18px;"><span style="font-family:arial, helvetica, sans-serif;">Ein kolossales Werk!</span></span></p>
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<div class="ipsEmbeddedVideo"><div><iframe width="480" height="270" src="https://www.youtube.com/embed/SoP44KNu0IQ?feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen="true"></iframe></div></div>
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]]></description><guid isPermaLink="false">15492</guid><pubDate>Sat, 20 Aug 2016 20:18:27 +0000</pubDate></item><item><title>32/52 MOBY DICK by Christopher Gordon</title><link>https://www.soundtrack-board.de/topic/15466-3252-moby-dick-by-christopher-gordon/</link><description><![CDATA[
<p><img src="http://cps-static.rovicorp.com/3/JPG_500/MI0000/154/MI0000154870.jpg?partner=allrovi.com" alt="MI0000154870.jpg?partner=allrovi.com"><img src="http://www.btlnews.com/wp-content/uploads/2011/01/Christopher_Gordon.jpg" alt="Christopher_Gordon.jpg"></p>
<p> </p>
<p><span style="font-family:arial, sans-serif;"><span style="font-size:14pt;">Herman Melville´s Walfangepos um die schicksalshafte Fahrt der Pequod war schon immer einer meiner Lieblingsgeschichten. Schon als Kind hatte ich eine gekürzte Hörbuchversion auf Kassette die ich regelmäßig gehört habe. Mein nächster Kontakt mit dem weißen Wal war die recht ansprechende Verfilmung von John Huston mit einem etwas deplatzierten Gregory Peck als Ahab und der großartigen Musik von Philip Sainton. Danach habe ich mehrmals versucht den dicken Wälzer zu lesen, bin aber an dem trockenen und ausschweifenden Stil Melville´s mehrmals gescheitert. Schlussendlich habe ich Moby Dick in Form eines Hörbuchs endgültig erlegt </span></span><span style="font-family:wingdings;"><span style="font-size:14pt;">J</span></span><span style="font-family:arial, sans-serif;"><span style="font-size:14pt;">. Die Geschichte um den mythisch überhöhten Zweikampf zwischen dem weißen Wal und dem von Rache besessenen Captain Ahab mit all seiner tieferen psychologischen Bedeutung ist atemberaubend interessant und fesselnd. Der ausschweifende Stil von Melville mit seinen detaillierten Beschreibung des Walfangs und der Abläufe an Bord ist für mich jedoch teilweise ermüdend. </span></span></p>
<p> </p>
<p><span style="font-family:arial, sans-serif;"><span style="font-size:14pt;">„<em><span style="color:#000000;">Und er bürdete dem Buckel des weißen Wals die Summe der Wut und des Hasses der ganzen Menschheit auf. Wäre sein Leib eine Kanone, er hätte sein Herz auf ihn geschossen“</span></em></span> </span></p>
<p> </p>
<p><span style="font-family:arial, sans-serif;"><span style="font-size:14pt;">Zitiert ein anderer nicht weniger berühmte Captain in Star Trek VIII aus Moby Dick – das ist eines meiner absoluten Lieblingszitate der Literaturgeschichte. Und eben dieser Captain der USS Enterprise durfte 1998 in TV Verfilmung des Stoffes den besessenen Captain Ahab darstellen. Sir Patrick Stewart lieferte eine großartige darstellerische Leistung in der auch eher mittelprächtigen Verfilmung ab. </span></span></p>
<p><span style="font-family:arial, sans-serif;"><span style="font-size:14pt;">Für die musikalische Waljagd war ein damals mir gänzlich unbekannter australischer Komponist namens Christopher Gordon verantwortlich. Nach wie vor stellt Gordons Komposition für mich einer der besten wenn nicht die beste Musik für einen Fernsehfilm dar. </span></span></p>
<p><span style="font-family:arial, sans-serif;"><span style="font-size:14pt;">Gordon wurde 1956 in London geboren und lebt seit seiner Kindheit in Australien. Mit nur 13 Jahren entschloss er sich Komponist zu werden, wobei das Werk von Benjamin Britten eine besondere Inspirationsquelle war. Gordon ist Autodidakt und absolvierte nie eine höhere musikalische Ausbildung – was umso erstaunlicher ist, da sich Gordon durch eine besonders virtuose Beherrschung des Klangkörpers Orchester auszeichnet. Bei dem großartigen musikalischen sowie dramatischen Talent Gordons kommt es geradezu einem Verbrechen gleich wie selten Gordon Aufträge für Filme bekommt.</span></span></p>
<p><span style="font-family:arial, sans-serif;"><span style="font-size:14pt;">Seine Partituren sind technisch auf höchstem Niveau und dabei musikdramaturgisch ungemein eindrucksvoll und trotzdem relativ leicht zugänglich – für mich nur eine Parallele mit meinem Großmeister der Filmmusik Jerry Goldsmith. Insbesondere für das Horrorgenre lieferte er zwei herausragende Kompositionen ab (Daybreaker und Salem´s Lot). Es war eine wirklich schwere Entscheidung für mich, ob der musikalisch ungemein vielschichtige (Avantgarde Techniken, atemberaubende Perkussions oder tragisch melancholische Passagen) Daybreaker oder der doch eher klassische Moby Dick in meine Liste wandern sollte – aber es sind ja noch ein paar Plätze frei. Meine Vorliebe für großorchestrale romantische Scores hat wie immer gewonnen und deswegen darf ich hier über Gordon´s Moby Dick Soundtrack schreiben.</span></span></p>
<p> </p>
<p><span style="font-family:arial, sans-serif;"><span style="font-size:14pt;">Zuerst möchte ich vorausschicken wie großartige die sehr „britische“ Partitur von Philip Sainton für die John Huston Verfilmung aus dem Jahr 1956 ist. Auch für diese Musik gibt es von mir eine absolute Hörempfehlung. Gordons Interpretation des Stoffes ist aber etwas leichtfüßiger und zugänglicher und landet deswegen wesentlich häufiger in meinem CD Player. </span></span></p>
<p> </p>
<p><span style="font-family:arial, sans-serif;"><span style="font-size:14pt;">Frank Roddam der Regisseur der Fernsehproduktion dürfte Chris Gordon relativ viel kompositorische Freiheit eingeräumt haben – so verzichtete der Regisseur auch auf Temp Tracks. Die Musik ist im besten Sinne old school. Eine atemberaubende Abenteuermusik die einem die Meeresluft geradezu musikalisch um die Ohren haut. Schon das ausladende, mitreißende und majestätische Hauptthema bei dem es nicht schwer fällt,sich große Segelschiffe in voller Fahrt bei wogenden Wellen vorzustellen, ist absolut großartig. </span></span></p>
<p><span style="font-family:arial, sans-serif;"><span style="font-size:14pt;">Den großen weißen Wal stellt ein eindrucksvoll aggressiver  Bläserakkord dar – Goldenthals Elephantenbläser (mich würde interessieren wie dieser musikalische Effekt erzielt wird – vielleicht kann hier einer etwas dazu schreiben). Gut in „The Devil Himself“ zu hören.</span></span></p>
<p><span style="font-family:arial, sans-serif;"><span style="font-size:14pt;">Insbesondere beeindruckend an Gordons Komposition ist sein innovativer und enthemmter Umgang mit dem Schlagwerk und dem Blech (zB „The Pequod Burns“). </span></span></p>
<p><span style="font-family:arial, sans-serif;"><span style="font-size:14pt;">Zusätzlich kommt ein wortloser Chor zum Einsatz der insbesondere das mystische Naturphänomen Elmsfeuer eindrucksvoll klangmalerisch widerspiegelt – großartige spannungsgeladene Filmmusik. Atemberaubend entfesselte Actionmusik gibt es bei einem derartigen überdimensionalen Drama natürlich auch wie zB in „Fate´s Lieutenant“ einem frenetischen Scherzo oder in „Lower the Boats“.</span></span></p>
<p><span style="font-family:arial, sans-serif;"><span style="font-size:14pt;">Der Harpunier Queequeg wird durch brachiale, erdige Musik inklusive sprechendem Männerchor dargestellt.</span></span></p>
<p><span style="font-family:arial, sans-serif;"><span style="font-size:14pt;">Insgesamt eine musikalisch absolut hochwertige ungemein unterhaltsame, dramatisch akkurate Filmmusik die gigantisch viel Spaß macht - besonders eindrucksvoll ist es das Moby Dick Christopher Gordons erstes "größeres" Filmprojekt war. </span></span></p>
<p> </p>
<p><span style="font-family:arial, sans-serif;"><span style="font-size:14pt;">Für mich ist Chris Gordon nach wie vor einer der musikalisch interessanteste Komponist da draußen und es wirklich eine absolute Frechheit das er kaum Filmprojekte vertonen darf - immerhin steht jetzt nach drei Jahren wieder einmal ein Projekt bei imdb gelistet (Scarlett). Ein weiterer Beweis das heutzutage in der Filmmusik keine musikalische Qualität gewünscht ist sondern nur bekannter, sich bewährter Einheitsbrei.</span></span></p>
<p> </p>
<p>
</p>
<div class="ipsEmbeddedVideo"><div><iframe width="459" height="344" src="https://www.youtube.com/embed/HF7SD-JbXwU?feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen="true"></iframe></div></div>
]]></description><guid isPermaLink="false">15466</guid><pubDate>Fri, 05 Aug 2016 20:05:41 +0000</pubDate></item><item><title>31/52 DANCES WITH WOLVES by John Barry</title><link>https://www.soundtrack-board.de/topic/15438-3152-dances-with-wolves-by-john-barry/</link><description><![CDATA[
<p><img src="http://bilder.buecher.de/produkte/20/20180/20180516z.jpg" alt="20180516z.jpg"><img src="http://cdn.images.express.co.uk/img/dynamic/1/590x/secondary/107775.jpg" alt="107775.jpg"></p>
<p> </p>
<p>Vorab möchte ich klar stellen, das ich wirklich kein großer Fan und auch kein großer Kenner der Musik von John Barry bin. Ich schätze sein herausragendes Talent für Melodien trotzdem fehlt mir etwas der Zugang zu seinem Gesamtwerk - insgesamt ist es mir etwas zu weich, zu wenig kantig, manchmal auch musikalisch zu simpel. Aber einige Werke von ihm landen doch ziemlich regelmäßig bei mir im Player. Meine persönlichen Lieblingssoundtracks des 1933 in York (England) geborenen Barry sind The Lion in Winter, The Last Valley, Goldfinger und eben Dances with wolves. Barry ist sicher der erfolgreichste britische Filmkomponist aller Zeiten. Fünf Oscars ,vier Grammys und unzählige andere Filmpreise konnte er in seiner vierzigjährigen Karriere gewinnen. Den Durchbruch und unsterblichen Ruhm erlangte er durch die Vertonung der James Bond Reihe (insgesamt 11 Bond Filme).</p>
<p>1990 gewann John Barry seinen fünften und letzten Oscar für Kevin Costner´s Western opus magnum Der mit dem Wolf tanzt. Barry widmete die Filmmusik seinen Ärzten die ihn zwei Jahre zuvor das Leben retteten - Barry erlitt 1988 eine Ruptur der Speiseröhre und musste mehrmals operiert werden. Insofern war Dances with Wolves sein Comeback Soundtrack - Barry war jedoch nicht die erste Wahl für die Vertonung des Films. Basil Poledouris, dessen Lonsome Dove (wirklich großartig) es Costner angetan hatte sollte zuerst die Partitur beisteuern. Aber Terminkonflikte und die Loyalität zu John Millus ließen Poledouris abspringen - und so erhielt John Barry die Chance. Und wie er die Chance nutzte! Ein eindrucksvoll romantischer, großer, melancholischer und doch im besten Sinne einfacher Soundtrack der nahezu gänzlich ohne  "indianische" Musik auskommt.</p>
<p> </p>
<p>Barry erklärt sein musikalisches Konzept wiefolgt: <em>After initially perceiving the score in the tradition of the Great American Western I persuaded (Costner) to approach it differently - more specifically from the view of the leading character John Dunbar, in the same way the screenplay did. I tried to myself in John Dunbar´s place so that when I saw what he saw I tried to musically react in the wayhe would react for the first time, If you work that way through the central character you tend to get more of the emotion</em></p>
<p> </p>
<p>Ich kann mit der Bondmusik leider wenig anfangen und so ist für mich persönlich "Dances with wolves" Barry´s absolute Lieblingsmusik. Ein epischer, breiter, aufrichtiger, emotionaler und tief empfundener Soundtrack der zu einem der größten und vor allem populärsten der 90er Jahre zählt. Besonders beeindruckend ist die Anzahl und insbesondere Qualität der Themen die Barry für den Film komponiert. Das Barry einen einmaligen Griff für ohrgängige Melodien hatte (die er teilweise in Endlosschleife wiederholte) ist ja hinlänglich bekannt, aber für Dances... komponierte er knapp ein Dutzend eindrucksvolle Themen, für die viele heutige Komponisten ein ganzes Leben benötigen würden.</p>
<p> </p>
<p>Sein Hauptthema "John Dunbar" fasst den von Kevin Costner verkörperten Hauptcharakter eindrucksvoll zusammen. Aufrichtig, mutig, kontemplativ und doch bestimmt - für mich das schönste Thema aus der Feder von John Barry. Großartig mit einem bisschen Elmer Bernstein feeling ist auch seine Büffeljagd Musik "The Buffalo Hunt" - Abenteuerlust in einer epischen weitschweifenden Landschaft ist hier großartig musikalisch eingefangen. Das zerbrechliche teilweise ängstliche Wolfsthema meist auf der Flöte vorgetragen. Die brutale Pawnee Musik, die atemberaubend schöne "Reisemusik" oder sein wunderschönes Liebesthema. Und dazu kommen sicher noch fünf oder sechs weitere Themen die Barry für den Film komponiert hat. Sogar ansprechende Actionmusik gibt es im Film - "Rescue of Dances with Wolves" oder "Pawnee Attack"</p>
<p> </p>
<p>Eine tiefempfundene, wunderschöne und ungemein farbenprächtige Filmmusik - eines der größten Werke der 90er Jahre.</p>
<p> </p>
<p>
</p>
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<p> </p>
]]></description><guid isPermaLink="false">15438</guid><pubDate>Mon, 18 Jul 2016 19:56:28 +0000</pubDate></item><item><title>30/52 LEGEND by Jerry Goldsmith</title><link>https://www.soundtrack-board.de/topic/15429-3052-legend-by-jerry-goldsmith/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/51wgvwr23EL.jpg" alt="51wgvwr23EL.jpg"><img src="http://i.blogs.es/5ef5a3/jerrygoldsmith/650_1200.jpg" alt="650_1200.jpg"></p>
<p> </p>
<p>Hätte ich einen einzigen filmmusikalischen Wunsch frei, dann würde er ungefähr so lauten: "Ich wünsche mir das Jerry Goldsmith auf dem Höhepunkt seiner Schaffenskraft (70er bzw. Beginn 80er) Peter Jackson´s Herr der Ringe Trilogie vertont". Meine Güte, was wir da an musikalischer Qualität bekommen hätten, wäre sowieso zuviel für meine Ohren gewesen. Wie das ganze Ding vielleicht in etwa geklungen hätte, hören wir in seinem letzten ganz großen Meisterwerk - Legend. </p>
<p>Legend stellt die zweite Zusammenarbeit mit Regisseur Ridley Scott dar und zum zweiten mal, gab es sehr vorsichtig ausgedrückt, ein kreative Desaster für den Großmeister der Filmmusik. Scott ein rückgradloses musikalisches Leichtgewicht (meiner Meinung nach auch filmisch bis auf ganz wenige Ausnahmen) verstümmelte schon bereits Goldsmiths Großtat "Alien" und sechs Jahre später wurde auch auf Druck von Sid Sheinberg die Musik zu Legend rejected. Im europäischen Cut des Films ist Goldsmith´s Werk noch zuhören, aber leider auch nicht in der vom Komponisten geplanten Form. Sid Sheinberg wollte eine Musik die mehr das "jüngere" Publikum anspricht und so durfte Tangerine Dream die Musik (in 3 Wochen) für den amerikanischen Markt komponieren.   </p>
<p> </p>
<p>Goldsmith großorchestraler und synthetischer Hybridsoundtrack stellt meiner Meinung nach eine Ausnahmerscheinung in Oeuvre dar. Vergleichbar ist die Filmmusik vielleicht am ehesten noch mit The Secret of Nimh - aber in Legend steckt so viel kreative Kraft und Herzblut wie in kaum einer anderen Filmmusik von Jerry Goldsmith. Eine großartige Synthese aus Chor, Synthesizer, Orchester und Solostimmen die ihresgleichen in der Filmmusikgeschichte sucht. Ausschlaggebend für eine neuerliche Zusammenarbeit zwischen Goldsmith und Scott war das Drehbuch von William Hjortsberg (nach seinem Roman) das Goldsmith so liebte und ihn über seinen Schatten springen lies. </p>
<p> </p>
<p>"<span style="color:rgb(77,77,77);font-family:Verdana, Arial, Helvetica, sans-serif;font-size:13px;text-align:justify;">Ridley was somewhat surprised when they called me to do LEGEND. I flipped over the script, and you know the pity is the writer [William Hjorts-berg] is taking such a rap on this picture. They’re all blaming him, and he wrote a beautiful script. I wanted to do it because of the script. I told Ridley that working on ALIEN was one of the most miserable experiences I’ve ever had in this profession. Personally it was a really trying time for me. And he said, “What was the problem?” I said, “Ridley, you can’t communicate. I was on the picture for four months and I talked to you three times. All during the recording you didn’t say a word to me, and I need some feedback.” So on LEGEND we communicated like crazy and the score went right out the window." - Jerry Goldsmith</span></p>
<p> </p>
<p><strong>I read somewhere that he (Ridley Scott) said, “I hope Jerry forgives me.” Do you?</strong><br><span style="color:rgb(77,77,77);font-family:Verdana, Arial, Helvetica, sans-serif;font-size:13px;text-align:justify;">I read that. No, I don’t forgive him. Why should I forgive him?</span></p>
<p> </p>
<p>Goldsmith investierte ein halbes Jahr in die Musik zu diesem unterdurchschnittlichen Film - und dieses hohe Mass an persönlichem Engagement hört man meiner Meinung nach in jeder Note dieses großartigen Werks. Ich bin an sich kein großer Fan von Synthesizer Musik aber diese ungemein harmonische Verschmelzung zwischen Orchester, Stimmen und synthetischer Musik ist absolut einzigartig. Die synthetischen Element fügen sich natürlich in das Klangkonzept ein und passen in der Tat wie die Faust aufs Auge. Die Zurückweisung dieser Musik dürft Goldsmith doch deutlich getroffen haben, denn nach 1985 und der Erfahrung mit "Legend" versuchte er nie wieder ein ähnliches, so innovatives ambitioniertes Klangkonzept. Auch bei Goldsmiths ungemein hohen filmmusikalischen Standard sticht diese Vertonung noch heraus. Würde jemand behaupten "Legend" stellt Goldsmith Karrierehöhepunkt dar - so würde ich nicht protestieren, zumindest ist es aber sein ambitioniertestes Werk. Meine persönliche Liebe zu diesem Werk musste über die Jahre erst reifen - aber sie wächst weiter mit jedem Hören.</p>
<p> </p>
<p>Schon der erste Track "Main Title / The Goblins" zeigt wo die musikalische Reise hingeht. Die Synthesizer als natürliche Erweiterung zum Chor und Orchester schafft eine "unearthly" mystische und zauberhafte Stimmung. Schon dieses Eröffnungsstück klingt wie ein musikalischer Zweikampf zwischen den unterschiedlichen Stilen  der Musik - oder um es plakativ und nicht ganz treffend auszudrücken Gut gegen Böse.</p>
<p>"My True Love´s Eyes" is das wohl eindrucksvollste und schönste Liebesthema in Goldsmith Karriere - und ist ganz nebenbei seit Jahren mein Klingelton für meine Frau. Im Film wie auch in der Musik geht es auch um die Natur und die Liebe zur Natur - auch dieser Aspekt findet eindrucksvoll Einzug in Goldsmiths Partitur.</p>
<p>"The Unicorns" stellt mit seinen ständig wechselnden Klangfarben, die stets vorhandene Bedrohung durch die Goblins und das atemberaubend schöne Einhorn Thema einen weiteren Höhepunkt, einer an Höhepunkten reichen Filmmusik dar. Hier erklingt auch Jack´s (Tom Cruise) Thema zum ersten mal.</p>
<p>Die Musik beinhaltet ebenso eindrucksvolle "Folkloremusik" - besonders schön ist hier das verspielte und leichtfüßige "Sing the Wee" oder "The Riddle".</p>
<p>Goldsmith typische Actionmusik gibt es natürlich auch zu hören - erstmalig in "Bumps and Hollows / The Freeze" hier erinnert die Musik etwas an Poltergeist.</p>
<p>"Faerie Dance" ist ein weiterer Höhepunkt - ein frenetischer, ausgelassener Tanz der sich immer mehr steigert - eine orchestrale tour-de-force die beim bloßen Zuhören schon schwindlig macht - überflüssig zu bemerken das die Szene der Schere zum Opfer fiel. Ein weiteres eindrucksvolles, trancehaftes impressionistisches Tanzstück stellt "The Dress Waltz" dar. </p>
<p>Die Filmmusik ist so immens reich an musikalischen Farben, an origineller Orchestration und an spannenden musikalischen Einfällen das es fast schon beängstigend ist. Eine unbeschreibbar schöne Filmmusik!</p>
<p>In den letzten drei Tracks zündet Goldsmith nochmals ein kreatives Feuerwerk. "Darkness Fails" ist eine musikalische Achterbahnfahrt und spiegelt den Kampf zwischen Gut und Böse musikalisch atemberaubend wider. In "Re-United" sind nochmals die wichtigsten "hellen" Motive und Themen der Filmmusik zu hören die schlussendlich über die Dunkelheit triumphiert haben.</p>
<p> </p>
<p>Filmmusik auf der absoluten Spitze ihrer Möglichkeiten und Kunstfertigkeit - ein Meisterwerk von tatsächlich epischen Ausmaß!!!</p>
<p> </p>
<p>
</p>
<div class="ipsEmbeddedVideo"><div><iframe width="480" height="270" src="https://www.youtube.com/embed/H7CF3eVfcn4?feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen="true"></iframe></div></div>
]]></description><guid isPermaLink="false">15429</guid><pubDate>Thu, 07 Jul 2016 20:20:16 +0000</pubDate></item><item><title>29/52 PSYCHO by Bernard Herrmann</title><link>https://www.soundtrack-board.de/topic/15417-2952-psycho-by-bernard-herrmann/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://s-media-cache-ak0.pinimg.com/originals/5a/37/b2/5a37b2d899c33c9e82bacb29f730c41b.jpg" alt="5a37b2d899c33c9e82bacb29f730c41b.jpg"><img src="http://www.bz-berlin.de/data/uploads/2015/03/herrmann-hitchcock_1427625729-768x432.jpg" alt="herrmann-hitchcock_1427625729-768x432.jp"></p>
<p> </p>
<p>"Herrmann war der Gulliver unter den Liliputanern der Filmmusik. Er war ein Meilenstein in der Geschichte des Films" Miklos Rozsa</p>
<p> </p>
<p>Heute vor genau 105 Jahren erblickte der wohl bedeutendste amerikanische Filmkomponist aller Zeiten Bernard Herrmann das Licht der Welt. Sein Einfluss auf andere Komponisten und seine Bedeutung für die Entwicklung der Filmmusik kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Herrmann selbst war ein Heißsporn und ein nicht sehr umgänglicher Charakter der schon mal Produzenten und Regisseure verbal in die Schranken wies wenn der Film den er vertonen sollte, seines erachtens nach von minderer Qualität war. Ebenso kompromisslos war er bei der Qualität seiner Musik - er vertonte mit höchstem Engagement Meisterwerke wie auch filmischen Schund. Er selbst wollte nicht Filmkomponist genannt werden - er war Komponist - und seiner Meinung nach gab es nur zwei Arten von Musik, gute und schlechte! Er verkörperte eine bewundernswerte Kompromisslosigkeit die heutzutage im Filmgeschäft unbekannt und undenkbar ist. </p>
<p> </p>
<p>"Ich für meinen Teil würde eher ein Angebot ablehnen, als mich dem Regisseur zu unterwerfen. Ich würde die Sache lassen, weil ich so nicht abreiten möchte. Vor Jahren bat mich Kubrick, die Musik für "Lolita" zu schreiben. Als ich zusagte, fügte er hinzu "in die Komposition muss eine Melodie meines Schwagers" Also sagte ich ihm, er soll es vergessen" - Bernard Herrmann</p>
<p> </p>
<p>Außerdem war er sich seines großen kompositorischen Könnens sehr wohl bewusst.</p>
<p>"Ich war mit so vielen Filmen betraut, die von der Musik über die Runden gebracht wurden. Nicht nur ich, sondern viele meiner Kollegen haben auf ähnliche Weise Filme gerettet, indem sie diese für ein oder zwei Stunden akzeptabel machten" - wie recht er hatte <img src="https://www.soundtrack-board.de/uploads/emoticons/default_smile.png" alt=":)"></p>
<p>In seinem viel zu kurzen Leben, er starb 1975 unmittelbar nach Beendigung der Sessions für Taxi Driver, schuf er nur ca 50 Filmmusiken. Sein früher Tod ist besonders traurig, da gerade in den 70er Jahren seine Musik von jungen Regisseuren (DePalma, Scorsese) wieder neu entdeckt wurde. Die musikalische Zusammenarbeit mit Hitchcock ist einzigartig in der Geschichte der Filmmusik - alle ihre Zusammenarbeiten sind von höchster musikalischer Qualität. Nachdem es zum Zerwürfnis der beiden bei Torn Curtain kam - Hitchcock wollte eine "zeitgemäßere" Vertonung seines Films inklusive Song - war auch die Qualität der Filme von Hitchcock nurmehr mäßig (außer Frenzy vielleicht).</p>
<p> </p>
<p>Seine Komposition für Hitchcock´s "Psycho" zählt sicher zu den berühmtesten und meist zitierten Filmmusiken aller Zeiten. Neben Jaws und The Omen die effektivste Horrorfilmusik die je geschrieben wurde - ein Meilenstein in diesem Genre. Hitchcock selbst erklärte das ein Drittel des Erfolgs des Filmes der Musik von Bernard Herrmann geschuldet ist. Der Regisseur verdoppelte auch die Gage für Herrmann, weil er so zufrieden mit der Arbeit seines Schützlings war. Für mich wäre der Film ohne die prägnante und prominent eingesetzte Musik von Herrmann undenkbar - sie verleit dem Film eine härte und dramatische Ausdruckskraft. Allein das Vertonungskonzept mit reinem Streichorchester ist schon sehr ungewöhnlich für einen Horrorthriller. Herrmann sagte ja immer er wolle einen "Black and White score" damit fabrizieren, andere Quellen sagen wieder das das fehlende Budget dafür mitverantwortlich war. </p>
<p>Die legendäre Duschszene, die nach Hitchcock ja ohne Musik bleiben sollte, mit ihren dissonanten Streichern in hohen Lagen wurde damit zu einem der bekanntesten Momente der Filmgeschichte. </p>
<p> </p>
<p>Noch eindrucksvoller als die Duschszene finde ich die Vertonung der Autofahrt von Marion im Regen zu Bate´s Motel. Eine mahlstromartige Musik die keiner Auflösung entgegenstrebt von unglaublicher unruhiger und angsteinflößender Sogwirkung - hier wird klar das unglaubliches Unheil bevorsteht. Die Szene kommt nur mit wenigen Kameraeinstellungen aus und wird gänzlich alleine von der großartigen Musik getragen - absolut atemberaubend!!!!</p>
<p>Interessant ist auch das Teile der Musik "The Swamp" aus einer klassischen Komposition von Herrmann entlehnt wurde (Sinfonietta for Strings - 1935).</p>
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<p>Für mich vielleicht nicht der komplexeste Score der je geschrieben wurde aber vielleicht der effektivste!</p>
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<div class="ipsEmbeddedVideo"><div><iframe width="480" height="270" src="https://www.youtube.com/embed/0X3YuZYhPDM?feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen="true"></iframe></div></div>
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]]></description><guid isPermaLink="false">15417</guid><pubDate>Wed, 29 Jun 2016 19:53:52 +0000</pubDate></item><item><title>24/52 STAR TREK II - THE WRATH OF KHAN by James Horner</title><link>https://www.soundtrack-board.de/topic/15344-2452-star-trek-ii-the-wrath-of-khan-by-james-horner/</link><description><![CDATA[
<p><img src="http://startreksoundtracks.com/images/covers/st2-fsm-khan-600.jpg" alt="st2-fsm-khan-600.jpg"><img src="http://oneperfectshotdb.com/wp-content/uploads/2015/06/jhorner.jpg" alt="jhorner.jpg"></p>
<p> </p>
<p><span style="font-size:18px;"><span style="font-family:arial, helvetica, sans-serif;">Im Anfang war Star Trek! </span></span></p>
<p><span style="font-size:18px;"><span style="font-family:arial, helvetica, sans-serif;">Meine Liebe zu Film und teilweise Fernsehen wurzelt, so denke ich, in der ersten „Sichtung“ der Serie Raumschiff Enterprise im Alter von ca 9 oder 10 Jahren. Ich kann mich sogar daran erinnern das ich geweint habe als damals die letzte Folge ausgestrahlt wurde. Als ich die Star Trek Filme dann mit ca. 13 Jahren für mich entdeckte war auch die Liebe zur Filmmusik geboren. Ich weiß noch genau das ich mit meiner Doppelkassettendeck „Soundmachine“ mit eingebautem Mikrophon alle Filme aufgenommen habe und sie mir wirklich unzählige Male vor dem schlafen gehen angehört habe. Mit diesem Gerät habe ich auch unzählige Main Title und End Title aus diversen Filmen auf Kassette aufgenommen und so kam ich zu meinen ersten Soundtracks. </span></span></p>
<p><span style="font-size:18px;"><span style="font-family:arial, helvetica, sans-serif;">Star Trek II ist definitiv am häufigsten in den Player gewandert, es ist auch der Film den ich am öftesten gesehen haben dürfte. Nach einer groben Schätzung nach würde ich so ca. 50 – 70 mal sagen. Mit 16 oder 17 konnte ich alle Dialoge auswendig und auch heute </span></span><span style="font-family:arial, helvetica, sans-serif;font-size:18px;">würde ich schätze mal 30% - 40% des Dialoges noch zusammenbringen.</span></p>
<p><span style="font-size:18px;"><span style="font-family:arial, helvetica, sans-serif;">Ein wunderbarer, unterhaltsamer, spannender und humorvoller Film, also alles das, was beim ersten Film etwas zu kurz kam. Beide Filme sind jedoch mit herausragenden Filmmusiken ausgestattet. Star Trek I von Jerry Goldsmith habe ich schon kurz vorgestellt und gehört für mich zum Besten das die Filmmusik zu bieten hat. </span></span></p>
<p><span style="font-size:18px;"><span style="font-family:arial, helvetica, sans-serif;">Nicholas Meyer der Regisseur von Star Trek II wollte Goldsmith jedoch nicht für den zweiten Film (das Budget war wohl auch zu schmal für ihn), sondern engagierte den damals 29 jährigen James Roy Horner, das Wunderkind. Horners Vorgabe von Nicholas Meyer war das er einen Abenteuer Score wollte und sich von Horatio Hornblow inspirierien lassen sollte und sein Tip an Horner war „You have to think Debussy, La Mer – nautical but nice“. Für die Umsetzung dieser farbigen Vorschläge hatte Horner gerade mal viereinhalb Wochen Zeit.</span></span></p>
<p> </p>
<p><span style="font-size:18px;"><span style="font-family:arial, helvetica, sans-serif;">Und wie der junge Horner ablieferte! Ohne einen Verweiss auf Goldsmith´s Musik und unter Verwendung von Alexander Courage berühmten Star Trek Thema zauberte er einen lebendigen, ungemein farbenfrohen, frischen und spannenden Score, der sich vor Goldsmith Großtat nicht zu verstecken braucht.</span></span></p>
<p><span style="font-size:18px;"><span style="font-family:arial, helvetica, sans-serif;">„Sneakers“ ist meine persönliche Lieblingsmusik von Horner aber Star Trek II finde ich ist sein gelungenstes und formal schönstes Werk. </span></span></p>
<p><span style="font-size:18px;"><span style="font-family:arial, helvetica, sans-serif;">Allein die 8 minütige Sequenz „Battle in the Mutara Nebula“ zählt für mich zu einem absoluten Höhepunkt seiner Karriere. <span style="color:rgb(0,0,0);">Nur die wenigsten Komponisten schafften und schaffen es einen durchwegs musikalischen und dramatisch interessanten längeren Actioncue zu schreiben. James Horner war diesbezüglich besonders talentiert. Beeindruckend wie sich das Khan Motiv und das Kirkthema hier bekriegen sich immer wieder in der Vordergrund drängen - eine echte filmmusikalische Achterbahnfahrt die jede Emotion in der Szene unterstreicht und dabei musikalisch immer interessant bleibt und nicht eintönig wird. Ungemein musikalisch spannungsgeladen ist "Genesis Countdown" ebenso wie die Filmszene - die Genesis Musik wird hier schön ausgespielt und auch das Spock Motiv erklingt am Ende des Stücks. Großartige emontional dichte Musik gibt es für "Spock dies" - die sehr zurückhaltend gescorte Szene treibt mir fast jedesmal die Tränen in die Augen <img src="https://www.soundtrack-board.de/uploads/emoticons/default_smile.png" alt=":)"></span></span></span></p>
<p style="color:rgb(0,0,0);font-family:'Times New Roman';font-size:medium;"><span style="font-size:18px;"><span style="font-family:arial, helvetica, sans-serif;">Typisch für James Horner gibt es einen längeren Schlußtrack wo er alle wichtigen musikalischen Motive nochmals aufleben lässt, er war eine der wenigen Komponisten der es sich kaum nehmen ließ und sich die Mühe antat, eine große Suite zum Ende des Films zu komponieren - dafür schätze ich ihn umso mehr.</span></span></p>
<p style="color:rgb(0,0,0);font-family:'Times New Roman';font-size:medium;"><span style="font-size:18px;"><span style="font-family:arial, helvetica, sans-serif;">Die Musik ist reich an Höhepunkten - ein weiters Highlite und Horners Lieblingssequenz ist die Trockendock Szene "Enterprise Clears Moorings"- tolle majestetische Klänge zum Auslaufen der Enterprise erinnert mich immer ein wenig an "Meuteri auf der Bounty" - wirklich eindrucksvolle Musik die einen Vergleich mit der Goldsmith "Enterprise" Musik nicht zu schäuen braucht.</span></span></p>
<p style="color:rgb(0,0,0);font-family:'Times New Roman';font-size:medium;"><span style="font-size:18px;"><span style="font-family:arial, helvetica, sans-serif;">Eine großartige ungemein unterhaltsame und qualitativ hochwertige Filmmusik - und ein geiler Film <img src="https://www.soundtrack-board.de/uploads/emoticons/default_wink.png" alt=";)"></span></span></p>
<p style="color:rgb(0,0,0);font-family:'Times New Roman';font-size:medium;"> </p>
<p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=KilBvojsMdw" rel="external">https://www.youtube.com/watch?v=KilBvojsMdw</a></p>
<p> </p>
<p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=h1PejM57F8s" rel="external">https://www.youtube.com/watch?v=h1PejM57F8s</a></p>
]]></description><guid isPermaLink="false">15344</guid><pubDate>Mon, 09 May 2016 21:20:53 +0000</pubDate></item><item><title>21/52 THE EMPIRE STRIKES BACK by John Williams</title><link>https://www.soundtrack-board.de/topic/15287-2152-the-empire-strikes-back-by-john-williams/</link><description><![CDATA[
<p><img src="http://www.jwfan.com/wp-content/uploads/2012/04/tesb1997.jpg" alt="tesb1997.jpg"><img src="http://www.jwfan.com/wp-content/uploads/2015/12/JohnWilliams_BTS_Stills_0005_smaller.png" alt="JohnWilliams_BTS_Stills_0005_smaller.png"></p>
<p> </p>
<p>Leider hatte ich diese Woche sehr wenig Zeit und daher fällt meine Wahl auf eine Filmmusik zu der wirklich nicht viel gesagt werden muss. Bis heute konnte und kann ich mit dem Star Wars Franchise absolut nichts anfangen - es geht mir einfach am Ar... vorbei <img src="https://www.soundtrack-board.de/uploads/emoticons/default_wink.png" alt=";)"> (ich bin ein Star Trek Jünger). Natürlich habe ich trotzdem alle Filme gesehen und mehr oder weniger hassen gelernt. Inklusive dem überaus feigen und biederen siebenten Teil der Serie (null Risiko in der Verfilmung einfach einen schön anzusehenden Aufguss von Episode IV) - aber das ist hier nicht das Thema. Die Filmreihe hat für mich nur eine Berechtigung - John Williams großartige Oper. </p>
<p> </p>
<p>Episode V (The Empire Strikes Back) stellt für mich den absoluten musikalischen Höhepunkt seines leitmotivischen opus magnum dar. Drei eindrucksvolle neue Themen (zusätzlich noch einige neue Motive), einmalige Verwebung mit den Themen von Episode IV sowie wunderschöne Variation der Themen und dazu noch die eindrucksvollste Actionmusik die ich von John Williams kenne. Machen diese Musik für mich zu einen absoluten Klassiker und Meisterwerk der Filmmusikgeschichte. </p>
<p> </p>
<p>Dazu noch mit "The Imperial March" eines der eindrucksvollsten und einprägsamsten Themen das ich kenne. Dann noch das wundervolle wohlwollende Thema für Yoda und ein bezaubernd schönes Thema für Han und Leia.</p>
<p> </p>
<p>Ein Meisterwerk - punktum</p>
<p> </p>
<p>nächste Woche wieder ausführlicher <img src="https://www.soundtrack-board.de/uploads/emoticons/default_smile.png" alt=":)"></p>
]]></description><guid isPermaLink="false">15287</guid><pubDate>Sun, 10 Apr 2016 18:34:09 +0000</pubDate></item><item><title>18/52 THE FINAL CONFLICT by Jerry Goldsmith</title><link>https://www.soundtrack-board.de/topic/15253-1852-the-final-conflict-by-jerry-goldsmith/</link><description><![CDATA[
<p><img src="http://ecx.images-amazon.com/images/I/51K4UfYphDL.jpg" alt="51K4UfYphDL.jpg"><img src="http://www.azquotes.com/picture-quotes/quote-i-think-that-the-great-part-of-creativity-is-overcoming-fear-fear-is-a-given-when-you-jerry-goldsmith-79-30-31.jpg" alt="quote-i-think-that-the-great-part-of-cre"></p>
<p> </p>
<p><span style="color:rgb(37,37,37);font-family:sans-serif;">"It's nice to think about the Golden Age of Hollywood, with the big studios and their fabulous music departments and the hundreds of films coming out every year. But it's gone. In some ways the composer today is more fortunate, provided he can find a good film, because he can attempt more than he could two decades ago. Twelve-tone music was unheard of during </span><a href="https://en.wikiquote.org/w/index.php?title=Max_Steiner&amp;action=edit&amp;redlink=1" title="Max Steiner (page does not exist)" rel="external">Max Steiner</a><span style="color:rgb(37,37,37);font-family:sans-serif;">'s heyday, as were any other avant-garde techniques. Finally, the future of film music rests with the composers themselves. lf they take their work seriously and turn out the best that is within them, then perhaps we can persuade not only the public, but the filmmakers that good music is valuable in films. The public is not stupid. If our music survives, which I have no doubtit will, then because it is good" </span><b> Jerry Goldsmith</b></p>
<p> </p>
<p> </p>
<p> </p>
<p>Der qualitative filmische Absturz von Ben Hur zu Omen III: The Final Conflict könnte kaum größer sein. Goldsmith ist ja der absolute Großmeister darin bestenfalls drittklassige Filme mit erstklassiger Musik auszustatten und somit musikalische Perlen vor die Säue zu werfen. Bernard Herrmann sagte einmal über die Musik von Goldsmith zu "Lonely are the Brave", sie sei viel zu gut für den Film - wenn er das schon über den an sich tollen Spätwestern sagte was hätte er nur über Vertonung zu Final Conflict gesagt. Der Film ist der dritte Teil in der Omen Filmreihe, ein filmisch sehr verunglückter Versuch den Erfolg des ersten Teils zu wiederholen.</p>
<p>Als Goldsmith für "The Omen" 1977 den Oscar gewann war diese Würdigung schon mehr als überfällig. Müsste ich die drei Horrorfilmmusiken nennen mit der größten bzw. eindrucksvollsten Filmwirkung, dann wäre The Omen ganz sicher dabei. Trotzdem habe ich seit je her The Final Conflict bevorzugt. Zum einen weil die Musik opernhafter (manche behaupten ja es wäre Goldsmiths "Oper"), sorgfältiger komponiert und meiner Meinung nach ausgefeilter ist als bei Teil eins und zwei und zum Anderen weil es ein nahezu perfektes Höralbum ist.</p>
<p>Besonders interessant ist auch, das Goldsmith keines seiner ungemein effektiven Themen aus den ersten beiden Teilen wieder aufgreift - das macht das Endergebnis nur noch bewundernswerter. The Final Conflict war auch die erste LP die ich jemals gekauft habe - die CD war irgendwie nicht zu bekommen.</p>
<p> </p>
<p>Für mich stellt die Musik eine eindrucksvolle Vertonung des Kampfes zwischen Gut und Böse dar. Und so stellen auch jeweils die zwei Themen (Damien - Jesus) das Zentrum der Filmmusik dar. Das "Damienthema" wird schon prominent im "Main Title" vorgestellt - unheilverkündende Hornklänge stellen das ungemein kraftvolle, düster und zugleich verführerisch schöne Thema vor, bevor ein mächtiger Chor hinzukommt und das Thema in voller Pracht erklingen lässt. Ein eindrucksvoller Beweis wie gut Goldsmith auch mit Chor umgehen konnte.</p>
<p> </p>
<p>Das Thema für die Wiedergeburt Jesu Christi ist am eindrucksvollsten in "The Second Coming" zu hören - erhabene, aufstrebende Chormusik die einem Miklos Rozsa sicher ein Lächeln ins Gesicht gezaubert hätte. Einfach perfekte (Film) Musik.</p>
<p> </p>
<p>Mein persönliches Highlite der Filmmusik ist aber "The Hunt" das vielleicht schönste und energiegelandenste Scherzo der Filmmusikgeschichte - schon einmal ließ sich Goldsmith für eine Fuchsjagd zu einer musikalischen Großtat inspirieren ("Beagles and Fox" aus The List of Adrian Messenger ist seit Jahren meine Weckermelodie - und ich hab echt noch nie verschlafen). Damiens Thema in einen treibenden Rhythmus verpackt umwerfend orchestriert - einfach einer meiner orchestralen Lieblingstücke überhaupt!!!!!!</p>
<p> </p>
<p>Das 9 minütige "The Final Conflict"  rückt nochmals  Damiens Thema und das Christus Thema in den Mittelpunkt - ein eindrucksvolles Albumende.</p>
<p> </p>
<p>THE FINAL CONFLICT stellt für mich das zweitbeste Höralbum Jerry Goldsmiths dar - jedem Freund von qualitativ hochwertiger Filmmusik, kann dieses Meisterwerk nur wärmstens ans Herz gelegt werden.</p>
<p> </p>
<p>
</p>
<div class="ipsEmbeddedVideo"><div><iframe width="480" height="270" src="https://www.youtube.com/embed/ROMDvOdOCY0?feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen="true"></iframe></div></div>
<p> </p>
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</p>
<div class="ipsEmbeddedVideo"><div><iframe width="480" height="270" src="https://www.youtube.com/embed/NTHH2rZCAxs?feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen="true"></iframe></div></div>
<p> </p>
]]></description><guid isPermaLink="false">15253</guid><pubDate>Sat, 19 Mar 2016 22:22:53 +0000</pubDate></item><item><title>26/52 HENRY V by Patrick Doyle</title><link>https://www.soundtrack-board.de/topic/15366-2652-henry-v-by-patrick-doyle/</link><description><![CDATA[
<p><img src="http://www.fotos-hochladen.net/uploads/henry4dua7ijnbc.jpg" alt="henry4dua7ijnbc.jpg"><img src="http://www.fotos-hochladen.net/uploads/patandme1971euszdhg.jpg" alt="patandme1971euszdhg.jpg"></p>
<p> </p>
<p><span style="font-size:14pt;">Ich bin nun bei der Halbzeit meiner subjektiven Best of Liste angekommen, und daher muss auch ein ganz spezieller Soundtrack her. Außerdem bin ich draufgekommen das ich erste einen einzigen Patrick Doyle Score in meiner Liste habe – das geht ja mal gar nicht.</span></p>
<p><span style="font-size:14pt;">Also in diesem Sinne – once more unto the breach, dear soundtrack friends, once more!</span></p>
<p> </p>
<p><span style="font-size:14pt;">Der kleine dicke Schotte schlich sich nicht langsam in die Filmmusik sondern seine erste Vertonung für einen Film kommt einem Paukenschlag gleich der zu sagen scheint – so hier bin ich, das kann ich und ihr habt noch einiges von mir zu erwarten. Henry V von seinem Freund Kenneth Branagh aus dem Jahr 1989 ist ein ungemein selbstbewusster Debütscore und zählt für mich (natürlich) neben Citizen Kane zum besten Erstlingswerk eines Komponisten überhaupt. </span></p>
<p> </p>
<p><span style="font-size:14pt;">Patrick Doyle wurde 1953 in Uddingston in der Nähe von Glasgow in eine Großfamilie hinein geboren – insgesamt waren es neun Kinder – und nach Doyle war und ist es eine ungemein musikalische Familie in der insbesonders der Gesang einen sehr hohen Stellenwert einnimmt (sein Vater und seine Schwester singen auch im Chor von „Non nobis Domine“). Das erklärt auch warum Chor/Gesang so einen zentralen Stellenwert in seinem Filmmusik Oeuvre einnimmt – was Chor/Gesang in Filmmusik betrifft ist er unübertroffen auch die ganz großen Namen der Filmmusik können ihm da meiner Meinung nach nicht das Wasser reichen. Doyle studierte an der Royal Scottish Academy of Music and Drama Gesang und Klavier und arbeitete zuerst auch als Schauspieler (Chariots of Fire) und als Musiker. Er begann in der Renaissance Theatre Company (gegründet von Branagh und David Parfit) ebenso als Schauspieler und Music Director – bei der Produktion von „Twelft Night“ arbeitete er zum ersten Mal mit Kenneth Branagh zusammen und von diesem Zeitpunkt an konzentrierte er sich auch voll und ganz auf seine musikalische Karriere (zum Glück – trotzdem ist er in einigen Filmen von Branagh kurz als Schauspieler zu sehen).</span></p>
<p> </p>
<p> </p>
<p><span style="font-size:14pt;">Doyle war 36 Jahre alt und Branagh gerade mal 29 als beide zum ersten mal für den Film gearbeitet haben - und was für ein Debüt beide ablieferten. Der Film erhielt Oscarnominierungen für Regie und Hauptdarsteller und erhielt die Trophäe für die Kostüme. </span></p>
<p><span style="font-size:14pt;">Seit der ersten Sichtung von Henry V bin ich unsterblicher Fan von Mr. Branagh und Mr. William Shakespeare – ich erinnere mich noch das ich in den frühen 90er Jahren innerhalb von zwei Jahren alle Shakespeare Stücke gelesen habe. Insofern bin ich Branagh unendlich dankbar dafür das er mir zwei meiner wichtigsten „Lebensbegleiter“ näher gebracht hat.</span></p>
<p><span style="font-size:14pt;">Ich habe in den letzten Tagen darüber nachgedacht warum mir die Musik von Patrick Doyle so sehr am Herzen liegt und warum ich so eine einzigartige Zuneigung zu seiner Musik habe.  Eine einleuchtende einfache Erklärung ist mir natürlich nicht eingefallen, aber es gibt schon ein paar Punkte die ihn für mich über andere Komponisten erheben. </span></p>
<p><span style="font-size:14pt;">Zum ersten ist meine Liebe zur Filmmusik zu Beginn der 90er Jahre richtig entfacht und das war auch die Zeit in der Doyle den Durchbruch schaffte, so wurde ich mit Doyle sozusagen filmmusikalisch erwachsen. Ich weiss nicht mehr genau ob Needful Things, Dead again oder Henry V der erste Soundtrack war den ich von Doyle gehört habe, fest steht aber das ich wirklich von Beginn an begeistert war – und das ist mir bisher nicht wieder passiert. Auch Goldsmith brauchte bei mir einige Anläufe obwohl er für mich nach wie vor der beste Filmkomponist aller Zeiten ist.</span></p>
<p><span style="font-size:14pt;">Zum zweiten habe und hatte ich immer eine große Affinität zur Chormusik und auch zur klassischen englischen Musik (Holst, Elgar, Vaughan Williams). Doyle stellt für mich eine ideale und zugängliche Mischung aus beiden Komponenten dar.</span></p>
<p><span style="font-size:14pt;">Weiters schreibt er unglaublich warme, noble und unverwechselbare Themen – er hat eine eigene für mich unverkennbare Tonsprache. Trotz fehlenden musikalischen Kenntnissen erkenne ich Doyle Streicher sofort – das geht mir nur noch bei Alfred Newman so. Zusätzlich hat er ein wunderbares dramatisches Musikverständnis und ein großartiges Timing.</span></p>
<p><span style="font-size:14pt;">Das alles und vieles mehr das wahrscheinlich eher unterbewusst bei mir abläuft macht ihn für mich so einzigartig und persönlich wichtig.</span></p>
<p><span style="font-size:14pt;">Für mich ist Patrick Doyle wie ein Familienmitglied er begleitet mich seit über 20 Jahren, ich sauge alles auf was es von ihm zu hören oder zu wissen gibt. Seine Musik läuft nahezu täglich irgendwo – er ist ein ständiger Lebensbegleiter und dafür gebührt ihm mein unendlicher Dank – ich durfte den kleinen Schotten auch schon zweimal kennenlernen. Er ist eine Naturgewalt an Freundlichkeit, Offenheit und Humor!</span></p>
<p> </p>
<p><span style="font-size:14pt;">Die Fußstapfen in die Patrick Doyle mit seiner ersten Filmarbeit springen musste waren riesig – Sir Williams Walton hatte die großartige Musik zu Laurence Oliviers Version von Henry V aus dem Jahr 1944 beigesteuert. Zudem war es die Vertonung eines ungemein beliebten Shakespeare Stückes und ich kann es mir kaum Vorstellung wie schwer es sein muss mit den Worten Shakespeare musikalisch/emotional mitzuhalten. Doyle wählte dabei eine Mischung aus mittelalterlicher Tonsprache und moderner klassischer Musik und schafft damit einen kraftvolle, einprägsame Ergänzung zur atemberaubend schönen Sprache William Shakespeares. Dabei schafft er es alle Facetten des Dramas auszuloten und adäquat musikalisch zu begleiten. Sind es die wenigen romantischen Szenen mit Emma Thompson oder die große Schlachtpalette von Agincourt oder auch die Selbstzweifel von Henry vor der Schlacht wird eindrucksvoll musikalisch umgesetzt.</span></p>
<p> </p>
<p><span style="font-size:14pt;">Im Zentrum der Musik steht das großartige „Non Nobis Domine“ das für mich nach wie vor das größte Chorthema der Filmmusikgeschichte und den größten Wurf in Doyles Karriere darstellt. Der Hymnus steht in bester englische Tradition von Chorwerken etwa von Gustav Holst oder Edward Elgar. Eine filigrane, zurückhaltende und zugleich ungemein noble Komposition die den cinemathographischen und emotionalen Höhepunkt des Filmes hervorragend trägt. Patrick Doyle komponierte das Stück angelehnt an eine Textpassage im Stück (Non nobis Domine, non nobis, sed nomini tuo da gloriam) bereits vor Drehbeginn nach ausführlicher Beschreibung der Szene von Ken Branagh. Dank der genauen Beschreibung des Regisseurs benötigte Doyle für die Komposition des Stück gerade mal fünf Minuten. In der Szene nach der Schlacht von Agincourt in der ein toter junger Soldat (Christian Bale) von Kenneth Branagh auf den Schultern über das Schlachtfeld getragen wird kommt ohne gesprochenes Wort aus und ist eindrucksvoll ohne Schnitt gefilmt. Doyle selbst intoniert zu Beginn der Szene den Hymnus der sich immer mehr steigert und mit vollem Chor und Orchestereinsatz endet. Ähnlich wie bei Morricone und Leone wurde die Musik über Lautsprecher während des Filmens wiedergegeben um die emotionale Intensität der Szene zu steigern. Die Szene schafft es jedesmal einen Gänsehautmoment bei mir zu erzeugen.</span></p>
<p> </p>
<p><span style="font-size:14pt;">Ein weiterer Höhepunkt der Filmmusik ist die berühmte St. Crispin´s Day Ansprache bzw. die Schlacht von Agincourt. Das 14minütige Stück ist wie eine kleine eigene Symphonie in der alle Emotionen eindrucksvoll bedient werden - eine echte emotionale Achterbahnfahrt. Das Stück beginnt mit rastlosem Schlagwerk (inkl. Bodhran einer irische Rahmentrommel) das die deutliche Übermacht der französischen Streitmacht widerspiegeln soll. Danach kommt wohl die berühmteste Anfeuerungssprache der Literaturgeschichte - St. Crispin´s Day Speech lässt etwa ähnliche Versuche einer Ansprache wie bei Braveheart oder bei Herr der Ringe wie eine Latrinenparole erscheinen. Doyle musikalische Pendant zur Ansprache ist eine erhebendes Motiv das zum Teil auf dem "Non nobis Domine" Thema basiert. Das B Motiv zu dieser erhebenden Szene bereitete Doyle großes Kopfzerbrechen und viel ihm mitten in der Nacht während dem Pinkeln ein <img src="https://www.soundtrack-board.de/uploads/emoticons/default_smile.png" alt=":)"> </span></p>
<p><span style="font-size:14pt;">Danach folgt großartige Actionmusik mit tollen Wechsel der Tempi, mal laut mal leise, teilweise aggressiv teilweise zurückhaltend eine wirkliche Achterbahnfahrt, die zwar nicht ganz die musikalische Qualität eines William Walton erreicht aber trotzdem ungemein beeindruckend bleibt inbesondere für eine Erstlingswerk! Besonders toll ist auch das Spotting der Musik.</span></p>
<p> </p>
<p><span style="font-size:14pt;">Großartig ist auch das minimalistische "Upon the King". Ein sechs Noten Motiv das nur geringfügig variiert wird, dabei aber musikalisch immens verdichtet wird und einen ungemeinen hypnotischen Effekt hat - erinnert fast ein wenig an minimal music eines Philip Glass. Dieses Motiv spiegelt den Selbstzweifel, die Angst und gleichzeitig die tollkühne Überzeugung Henrys wider. Ein absoluter musikalischer Höhepunkt in Doyles Schaffen.</span></p>
<p> </p>
<p><span style="font-size:18.6667px;">Wie fasse ich es am besten zusammen - ein große, aufrichtige, tief empfundene Komposition eines ungemein talentierten Komponisten. Musik wie Film sind unbedingt hörens bzw. sehenswert. Eine der wichtigsten Soundtracks in meiner gesamten Sammlung - mit dieser Musik verbinde ich so viele emotionale Erinnerungen wie mit kaum einer anderen Filmmusik. Vielleicht der Soundtrack meines Lebens - neben Papillon</span></p>
<p> </p>
<p><span style="font-size:18.6667px;">Ich danke dir Sir Patrick <img src="https://www.soundtrack-board.de/uploads/emoticons/default_smile.png" alt=":)"></span></p>
<p> </p>
<p>
</p>
<div class="ipsEmbeddedVideo"><div><iframe width="480" height="270" src="https://www.youtube.com/embed/Z1GDRx-F1C0?feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen="true"></iframe></div></div>
<p> </p>
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]]></description><guid isPermaLink="false">15366</guid><pubDate>Tue, 31 May 2016 19:12:00 +0000</pubDate></item><item><title>27/52 MARY SHELLEY`S FRANKENSTEIN by Patrick Doyle</title><link>https://www.soundtrack-board.de/topic/15378-2752-mary-shelleys-frankenstein-by-patrick-doyle/</link><description><![CDATA[
<p><img src="http://ecx.images-amazon.com/images/I/51wcWPmqsjL.jpg" alt="51wcWPmqsjL.jpg"><img src="http://assets9.classicfm.com/2013/29/patrick-doyle-film-composer-quotes-1374751732-view-0.jpg" alt="patrick-doyle-film-composer-quotes-13747"></p>
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<p>Wenn ich schon mal dabei bin mach ich gleich weiter bei Mr. Patrick Doyle. Der 1994 erschienen Frankenstein stellte nach Henry V, Dead again und Much Ado about Nothing die vierte Zusammenarbeit mit Regisseur und Freund Kenneth Branagh dar. Der Film versucht mit großem Staraufgebot (Robert DeNiro, Kenneth Branagh, John Cleese, Helena Bonham Carter, Tom Hulce, Aidan Quinn, Ian Holm...) und großem finanziellen Aufwand, eine werkgetreue Umsetzung des 1818 erschienen bekannten Romans von Mary Shelley. Das Drehbuch stammte unter anderem auch von Frank Darabont und produziert wurde der Streifen von Francis Ford Coppola. Trotzdem war dem Film weder ein finanzieller noch künstlerischer Erfolg beschert. Over the top, schlechtes Drehbuch, zu egozentrisch lauteten viele Kritiken, und das nicht ganz unberechtigt. Als Branagh Fanboy hab ich mir den Film damals viermal im Kino angesehen und war vollauf begeistert. Heute über zwanzig Jahre später mag ich den Film ob seiner überbordenden Größe und wegen seinem Pathos immer noch, aber wie sage ich es Vorsichtig - es sicher nicht Branaghs bester Film.</p>
<p>Gleich großartig wie damals, finde ich aber heute noch die Musik von Patrick Doyle. Die CD gehört sicher zu den von mir am häufigsten gehörten Soundtracks (neben Papillon, Sneakers und Russia House) und so musste ich die CD auch schon einmal austauschen - ich hatte sie irgendwie zu Tode gehört <img src="https://www.soundtrack-board.de/uploads/emoticons/default_smile.png" alt=":)"> . Ich kann mich auch noch genau erinnern wo ich die CD gekauft habe und das ich dafür extra mit dem Zug eine Stunde in die nächst größere Stadt gefahren bin. Die CD ist dann einen Monat lang in Dauerschleife gelaufen - ich schätze mal das dürften mindestes 50 Hördurchgänge im ersten Monat gewesen sein. Ich kann mich nicht erinnern das ich jemals eine andere CD in so kurzer Zeit so oft angehört habe. Heutzutage wandert Doyle´s Oper ohne Worte natürlich nicht mehr so häufig in meinen Player, aber so einmal alle zwei Monate wenn das Trommelfell mal wieder so richtig durchgeputzt werden muss oder wenn es latente Aggressionen zum Abbauen gilt, greife ich gern zur grünen Scheibe. Da ich auch den Film gefühlte 30 mal gesehen habe, kenne ich auch jeden Musikeinsatz - ich würde Film wie Musik glaube ich nach nur einer oder zwei Sekunden erkennen - insofern habe ich auch zu dieser Musik von Patrick Doyle eine ganz innige Beziehung und ist somit eine der wichtigsten CD´s in meiner Sammlung.</p>
<p>Die Musik entstand auf dem Höhepunkt von Patrick Doyles Schaffenskraft in den 90er Jahren. Bis zu seiner Leukämieerkrankung (1997/1998) war er meiner Meinung nach der beste Filmkomponist der 90er Jahre - eine gewagte These, aber ich bin davon überzeugt. Dead again, Henry V, Viel Lärm um Nichts, Sinn und Sinnlichkeit, Needflu Things, Indochine, Carlito´s Way, A Little Princess oder Hamlet die alle in dieser Periode erschienen sind, zeugen auch objektiv betrachtet von eindrucksvoll großem Talent. </p>
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<p>Die Musik zu Mary Shelley´s Frankenstein kommt einer großorchestralen Achterbahnfahrt im Drogenrausch gleich. Die Musik ist für großes Orchester inklusive Orgel komponiert und das Blech kommt in der Musik besonders prominent zum Einsatz. Vom Charakter her ist die Musik düster, Unheil verkündend, kraftvoll, ungemein energiegeladen und vorallem eins - wie sein besessener Hauptcharakter - rastlos. Eine eindrucksvolle akustische Widerspiegelung, des auf der Leinwand zu sehenden. </p>
<p>Zum einen gibt es hier einen absolut furiosen, frenetisch ausgelassenen Actionmarsch mit Tanzcharakter (würde mich über eine korrekte Bezeichnung dieser Art von Musik sehr freuen - bitte um Hilfe) der (unter anderem) den Schöpfungswahn und die absolute Bessesenheit Frankesteins perfekt darstellt (am besten zu Hören in Elizabeth ab 2´29). Ein Thema wie ein Vorschlaghammer, nicht wirklich subtil - aber hallo es ist Frankenstein, da heißt es klotzen nicht kleckern. Und wie der kleine Schotte klotzt - am eindrucksvollsten vielleicht in der Schöpfungsszene selbst (The Creation). Eine 2 minütige orchestrale tour-de-force die ihresgleichen im Werk von Doyle sucht. Besonders eindrucksvoll in der Szene ist wie Doyle die Soundeffekte quasi rhythmisch in seine Komposition einbaut - hier empfiehlt sich die unbedingt die Sichtung der schweißtreibenden Sequenz.</p>
<p>Das relativ sparsam eingesetzte Haupthema (wenn es denn das Hauptthema ist) ist düster und vor allem eins - Unheil verkündend (To Think of a Story). "Yes I Speak" ist einer der wenigen ruhigen Momente der Musik und zugleich ebenso ein Höhepunkt. Schwere, melodramatische, tragische Musik untermalt das Gespräch zwischen Frankenstein und seiner Schöpfung.</p>
<p>Aber das piece-de-resistance ist das Liebesthema zwischen Frankenstein und Elizabeth.Das Stück wurde bereits vor Drehbeginn geschrieben und sollte auch mit Text (Byron) versehen werden. Leider kam es nicht dazu - trotzdem ist das Thema durch und durch Patrick Doyle - müsste ich ein Musikstück auswählen das die Musik von Doyle am besten widerspiegelt, dann wäre es dieses Liebesthema (am besten in Wedding Night zu hören). Für mich einfach das schönste Liebesthema der Filmmusikgeschichte!</p>
<p>Abgerundet wird das ganze von einem 6 minütigen Grand Finale, das die wichtigsten Ideen nochmals eindrucksvoll zusammenfasst (inklusive Goldenthal feeling 5:02 - dieses zwei ton Motiv hat sich bei mir auf ewig ins Gedächtnis gebrannt) - das große epische Orgelfinale kommt einer Katharsis gleich.</p>
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<p>Einen Kritikpunkt gibt es aber - leider hat Doyle keinen großen Chor für diese Musik verwendet - das wäre seine gothic opera geworden!</p>
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<p>Wie fasse ich es am besten zusammen - nichts für Feingeister - ich liebe diese Filmmusik einfach - oder wie ein guter Freund von mir immer sagt "A Wöödscore"</p>
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<p>Hier kämpft sich Diego Navarro durch Wedding Night und The Creation</p>
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]]></description><guid isPermaLink="false">15378</guid><pubDate>Thu, 09 Jun 2016 19:42:40 +0000</pubDate></item><item><title>28/52 TARAS BULBA by Franz Waxman</title><link>https://www.soundtrack-board.de/topic/15398-2852-taras-bulba-by-franz-waxman/</link><description><![CDATA[
<p><img src="http://media.aintitcool.com/coolproduction/ckeditor_assets/pictures/3200/original/tarasbulba.jpg?1314301364" alt="tarasbulba.jpg?1314301364"><img src="http://www.mfiles.co.uk/composers/franz-waxman-1950.jpg" alt="franz-waxman-1950.jpg"></p>
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<p>Als Filmmusikfan ist man ja fast automatisch auch Sammler - zumindest ich bin es halt. Sammler sind ja alle ein bisschen Verrückt und haben nicht immer das richtige Gefühl für Notwendigkeiten. Manche Komponisten liegen einem einfach besonders am Herzen und da möchte man wirklich jede Filmmusik besitzen die es da draußen gibt, auch wenn die Preise für so manche CD´s astronomisch sind und auch wenn man nicht jeden einzelnen Score wirklich gerne anhört. Bei mir gibt es da drei Komponisten, einen Golden Age einen "Silver Age" und einen Komponisten der Gegenwart. Besonders Stolz und sicher der wichtigste Teil meiner Sammlung ist die meine Jerry Goldsmith Sammlung, die vor einem Monat komplettiert wurde. Die zweite komplette Sammlung ist natürlich von Patrick Doyle. Der dritte Komponist bei dem ich eine komplette Sammlung besitze ist Franz Waxman.</p>
<p> </p>
<p>Franz Wachsmann wurde 1906 in Schlesien geboren und studierte in Dresden und Berlin. In den 20er Jahren spielte er bei den Weintraub Syncopaters (eine berühmtes Jazz Ensemble) Klavier. Friedrich Hollaender, selbst Mitglied der Jazzband, verschaffte Waxman den ersten Filmjob als Orchestrator und Dirigent von Josef von Sternbergs Film "Der Blaue Engel". Sein nächster wichtiger Karriereschritt war die Vertonung von Fritz Langs "Liliom". Als Jude musste Waxman (sein Bruder starb in Auschwitz) nach der Machtübernahme der Nazis fliehen - zuerst nach Paris und dann bald in die Vereinigten Staaten. Dort lief ihm James Whale über den Weg der ihn für "The Bride of Frankenstein" verpflichtete - und diese wegweisende Horrorfilmmusik ebnete Waxman den Weg für eine große Hollywoodkarriere. Er vertonte bis zu seinem viel zu frühen Tod, am Zenith seiner Kraft (so Christopher Palmer) 1967 über 140 Filme. Darunter befinden sich so herausragende Werke wie Sunset Boulevard, Rebecca, Prince Valiant, Peyton Place oder A Place in the Sun. Er wurde auch zweimal mit dem Oscar ausgezeichnet und sogar als erster Komponist in zwei aufeinanderfolgenden Jahren. Zusätzlich komponierte er auch für den Konzertsaal, seine bekanntesten Werke sind Carmen Fantasie, das Oratorium "Joshua" oder der Liedzyklus "The Song of Terezin" - er gründete 1947 auch das Los Angeles International Music Festival auf dem es zu zahlreichen Weltpremieren kam. Weiters nahm Waxman auch regelmäßig Gastdirigate an und er war der erste Amerikaner der ein führendes russisches Orchester (1962) dirigieren durfte.</p>
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<p>1962 war vielleicht eines der besten Jahr der Filmmusikgeschichte - Lawrence von Arabien, Meuterei auf der Bounty, Freud, Wer die Nachtigall stört, Wer die Nachtigall stört, Cape Fear.... - ein unglaublich beeindruckendes kreatives Jahr. Franz Waxmans Beitrag zu diesem filmmusikalischen Jubeljahr war die Vertonung, von einem sagen wir es mal vorsichtig, zu einem sehr schwachen Kostümschinken namens TARAS BULBA. Der Film von J. Lee Thompson war ein finanzielles wie künstlerisches Debakel und der einzige Grund warum sich Filmhistoriker an den Film noch erinnern ist, das er die letzte große Musik vom Ausnahmekomponisten Franz Waxman enthält. Die Filmmusik wurde auch für den Oscar nominiert, musste sich aber Maurice Jarres Meisterwerk Lawrence of Arabia geschlagen geben.</p>
<p> </p>
<p>Waxman war ein musikalisches Chamäleon er bediente nahezu jedes Genre mit qualitativ höchstwertiger Musik. Seine Musik ist stehts intelligent, nie oberflächlich, leidenschaftlich und voller innerer Energie. Sie erschließt sich einem häufig nicht beim ersten Hören und bedarf etwas an Engagement. Wer seine Zeit in die Musik von Franz Waxman investiert wird mehr als reich belohnt, für mich steht er auf einer Ebene mit Herrmann und Rozsa. Es war für mich sehr schwer eine Filmmusik aus seinem Schaffen (ich denke es wird noch zumindest eine zweite dazukommen) auszuwählen, da es für mich keine eindeutigen Favorite bei ihm gibt. Die Filmmusiken von Franz Waxman die ich am meisten schätze sind OBJECTIVE BURMA!, THE PARDINE CHASE, PRINCE VALIANT, REBECCA, DEMETRIUS AND THE GLADIATORS und eben TARAS BULBA (ok das ist doch mein Liebling). </p>
<p> </p>
<p>"The score of a lifetime" sagte kein geringerer als Bernard Herrmann über die Musik von Taras Bulba. Und wie könnte ich kleiner unbedeutender Wurm dem großen Bernard Herrmann widersprechen. Ungemein kraftvoll, romatisch wild, musikalisch auf allerhöchstem Niveau, großartig orchestriert, reich an Themen die aus einem Guss erscheinen, intelligent - die Liste der positiven Beschreibungen könnte ewig weitergehen. In dieser Musik steckt soviel Können, musikdramatische Raffinesse, kompositorische Qualität und Leidenschaft das es fast schon beängstigend ist - habe mir zuvor "Independence Day 2" angehört und höre jetzt gerade nochmals Taras Bulba (von den Pragern) und ich könnte ehrlich gesagt fast weinen, wenn man bedenkt wie ein "Blockbuster" 1962 vertont wurde und einer 2016!</p>
<p>Waxman war ein großer Kenner und Freund der russischen Musik und so wundert es nicht das Shostakovich und Prokofiew dieses Werk auch beeinflussten. </p>
<p>Waxman komponierte fünf Hauptthemen für diesen Film - "composed in the spirit and harmonic structure of Russian folk music" so der Komponist selbst. Über die Musik selbst möchte ich nicht all zu viele Worte verlieren - die soll jeder selbst erleben. Auch der größte Verweigerer von Golden/Silver Age wird gefallen an dieser Filmmusik finden, da bin ich mir zu 100% sicher.</p>
<p>Ich möchte nur kurz die 5 Themen vorstellen. Zwei davon werden bereits in der großartigen Overture vorgestellt - das "Cossack Brotherhood" Thema erklingt ab 0:17 und das "Natalia" Thema ab 1:10.</p>
<p>"Cossack Anthem" stellt selbiges Thema am besten dar. "Lullaby" das Thema für den Son von Taras Bulba hört man am besten in "The Birth of Andrei". Und das "Zaparozhtzi" Thema unter anderem im zweiten und fünften Track. Alle fünf Themen klingen aus einem Guss und kohärent. Aber es gibt noch viel mehr in dieser Musik zu entdecken - zB da ausgelassene, frenetische "Gypsy Camp".</p>
<p> </p>
<p>Bekannt ist die Filmmusik natürlich für "The Ride to Dubno" - ein fünfminütiger musikalischer virtuoser Geniestreich der in der Filmmusikgeschichte seinesgleichen sucht. Filmmusik auf dem absoluten Höhepunkt ihrer Kunst. Boleroartig werden die Themen virtuos verwoben und gesteigert. Tara´s Thema aus Gone with the Wind und "The Ride to Dubno" aus Taras Bulba fassen für mich meine Liebe zur Filmmusik musikalisch am besten zusammen.</p>
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<p>So jetzt höre ich auf bevor ich vor musikalischer Verzückung in Ohnmacht falle <img src="https://www.soundtrack-board.de/uploads/emoticons/default_smile.png" alt=":)"></p>
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<p>(Ride to Dubno)</p>
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<p>Overture</p>
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<p>The Birth of Andrei</p>
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<p>Sami das bist doch du oder? <img src="https://www.soundtrack-board.de/uploads/emoticons/default_smile.png" alt=":)"></p>
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]]></description><guid isPermaLink="false">15398</guid><pubDate>Sun, 19 Jun 2016 21:20:06 +0000</pubDate></item><item><title>25/52 THE TOWER by Christopher Young</title><link>https://www.soundtrack-board.de/topic/15359-2552-the-tower-by-christopher-young/</link><description><![CDATA[
<p><img src="http://ecx.images-amazon.com/images/I/41kBr7d-8eL.jpg" alt="41kBr7d-8eL.jpg"><img src="http://cps-static.rovicorp.com/3/JPG_400/MI0003/858/MI0003858459.jpg?partner=allrovi.com" alt="MI0003858459.jpg?partner=allrovi.com"></p>
<p> </p>
<p>Christopher Young ist nicht nur einer der coolsten und humorvollsten Typen unter den Komponisten, sondern auch einer der begnadetsten und innovativsten. Leider oder vielleicht auch zum Glück bekommt er sehr selten die Möglichkeit für große Blockbuster zu komponieren. Und wenn er die Möglichkeit einmal bekommt, dann ist es eine filmische Gurke wie bei The Core oder Ghost Rider. Dabei ist seine Musik meist von hoher kompositorischer Qualität - sein Spiderman Score gefällt mir persönlich deutlich besser als die Arbeiten von Danny Elfman. Der 1957 in New Jersey geborene Komponist ist primär durch seine ungemein innovativen und eigenwilligen Vertonungen zu Horrorfilmen berühmt geworden (zB The Vagrant) und in diesem Genre ist er meiner Meinung nach der absolute Großmeister. Die Liste an tollen Horror/Thrillerscores ist nahezu endlos - Bless the Child, Hellraiser, The Vagrant, Stark, Drag me to Hell.... allesamt ungemein tolle und vorallem fordernde Soundtracks. Sein aggressiver Soundtrack zu Sinister hat mich einmal vor dem Einschlafen auf einer nächtlichen Autobahnfahrt bewahrt - unbedingt zu empfehlen - volle Lautstärke da geht kein Auge mehr zu <img src="https://www.soundtrack-board.de/uploads/emoticons/default_smile.png" alt=":)"></p>
<p> </p>
<p>Umso schwerer war es für mich einen Score aus dem Oeuvre von Christopher Young auszuwählen der meine Nummer eins ist. Den Chris Young hat nicht nur seine aggressive Seite sondern er kann auch zart und lyrisch sein, auch seine jazzigen Sachen sind sehr unterhaltsam. Shipping News, Killing Season, Creation, The Gift, Murder in the First oder Something the Lord made zeigen seine andere nicht weniger furiose Seite.Wirklich schade das dieser großartige Komponist hauptsächlich B oder C Projekte vertonen muss.</p>
<p>Meine Wahl fällt auf die stille, zarte und lyrische Seite von Chris Young. Seine Musik zu The Tower die bei Intrada im Rahmen der Signature Edition erschienen ist, werden wahrscheinlich die wenigsten von euch kennen, aber sie liegt mir ganz besonders am Herzen und ist zweifellos einer der "größten" Würfe von Christopher Young.</p>
<p>THE TOWER ist ein Kurzfilm aus dem Jahre 2002 und wurde vom einem Herrn namens Gedney Webb inszeniert - einem Neffen von Chris Young. Ich selbst habe den Film leider noch nie gesehen aber Beschreibungen zufolge handelt es sich um eine Geistergeschichte. </p>
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<p>Chris Youngs Soundtrack dazu, der in 5 längeren Stücken auf der CD repräsentiert wird, ist für ein Kammerorchester geschrieben. Die prominentesten Instrumente sind das Klavier, die Geige und die Harfe. Die Musik ist ungemein sanft zugleich etwas schwermütig - die ganze CD klingt wie die Vertonung eines Traumes, kleine Veränderungen in den Harmonien und der Themen erzeugen nahezu eine Glass´sche Sogwirkung auf den Hörer. THE TOWER ist die Filmmusik die ich am häufigsten zum Einschlafen verwende, nicht weil sie so einschläfernd ist, sondern weil sie nach einem anstrengende Tag (gibt es auch bei mir ab und zu) so richtig entspannt und einen "schweben" lässt.</p>
<p> </p>
<p>Eine bessere Beschreibung dieser Filmmusik schaffe ich einfach nicht - sie muss von jedem selber empfunden werden - die Musik ist weniger eine intellektuelle Herausforderung, mehr eine ungemein schöne, inspirierende musikalische Reise ins Reich der Träume und Geister - eine Großtat!!!!!</p>
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</p>
<div class="ipsEmbeddedVideo"><div><iframe width="459" height="344" src="https://www.youtube.com/embed/llyuYOqtwcQ?feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen="true"></iframe></div></div>
]]></description><guid isPermaLink="false">15359</guid><pubDate>Sat, 21 May 2016 21:39:59 +0000</pubDate></item><item><title>23/52 LAWRENCE OF ARABIA by Maurice Jarre</title><link>https://www.soundtrack-board.de/topic/15302-2352-lawrence-of-arabia-by-maurice-jarre/</link><description><![CDATA[
<p><img src="http://ecx.images-amazon.com/images/I/51Rov-usLxL.jpg" alt="51Rov-usLxL.jpg"><img src="http://www.cornel1801.com/1/m/Maurice_Jarre/Maurice_Jarre_1924_2009.jpg" alt="Maurice_Jarre_1924_2009.jpg"></p>
<p> </p>
<p><span style="font-size:14px;">Wie auch bei John Barry scheiden sich auch beim Franzosen Maurice Jarre die Geister. Viele sehen rot wenn sie Lara´s Thema aus Doktor Schiwago hören, aber eines steht außer Zweifel Jarre war wie Barry ein großer Melodiker. Ich war nie ein wirklich großer Fan von John Barry, aber die Musik von Maurice Jarre liebe ich schon seit langem. Der Grund dafür ist maßgeblich seine Zusammenarbeit mit David Lean. Vier Filme machten beide zusammen (Lawrence of Arabia, Doktor Schiwago, Ryan´s Daughter und Passage to India) – für alle vier Filme wurde Jarre für den Oscar nominiert und er gewann dreimal (da muss Williams/Spielberg noch an der percentage arbeiten) <span style="font-family:wingdings;">J</span></span></p>
<p><span style="font-size:14px;">Lawrence von Arabien steht wahrscheinlich auf fast jeder Film-Bestenliste die es gibt und das auch vollkommen zurecht. Es ist eine Oper von einem Film mit herausragenden Bildern, großartigen darstellerischen Leistungen einem intelligenten Drehbuch – ohne Zweifel eines der größten Epen wenn nicht das größte der Filmgeschichte.</span></p>
<p><span style="font-size:14px;">Das ein damals nahezu unbekannter Komponist den Film vertonen durfte kommt einem Wunder gleich bzw. verdankt Jarre einer Verkettung nicht unwitziger Umstände. Sam Spiegel der Produzent von Lawrence of Arabia mit österreichischen Wurzeln hatte die „geniale“ Idee das der Film von drei Komponisten vertont werden sollte. Der sowjetisch-armenische!!!! klassische Komponist Aram Khachaturian sollte die arabische Musik komponieren, Benjamin Britten die „englische“ Musik und Maurice Jarre den Rest. Spiegel hatte jedoch nicht bedacht das die Ausreise aus Russland 1962 nicht möglich war. Benjamin Britten hatte Terminprobleme und verlangte 18 Monate Zeit für das Komponieren der Partitur. Daher hoffte Jarre schon das er alleine den Film vertonen dürfte – aber Spiegel hatte die nächste geniale Idee, der bekannte Musicalkomponist Richard Rodgers sollte ohne Sichtung des Films Themen zum Film beisteuern und Jarre den Rest machen bzw. die Themen Rodgers arrangieren. Nach einer Woche schickte Rodgers mehr oder weniger lächerliche Themen, die unter Beisein von Lean, Spiegel und Jarre präsentiert wurden. David Lean viel dabei die Kinnlade herunter und war in Rage – Jarre hatte zum Glück schon Teile des zukünftigen Hauptthemas komponierte und spielte es Lean vor. „This chap should write the music“ war Leans Antwort und Jarre hatte den Job. Der Job bestand darin Musik für einen knapp 4 Stunden Film in 6 Wochen zu schreiben – der Rest ist Geschichte.</span></p>
<p> </p>
<p><span style="font-size:14px;">Jarre erhielt natürlich den Oscar für seine Vertonung aber auf den Rat von Sam Spiegel blieb er der Preisverleihung fern, denn der meinte das ein Ausländer keine Chance hätte. Nur zur Information die anderen Nominierten waren: Jerry Goldsmith für Freud, Franz Waxman für Taras Bulba, Elmer Bernstein für Wer die Nachtigall stört und Bronislau Kaper für Meuterei auf der Bounty!!!!!! Ob der Qualität der damals fünf nominierten Soundtracks kommt man heutzutage doch etwas ins Grübeln (sehr vorsichtig ausgedrückt) wenn man die Nominierungen ansieht.</span></p>
<p> </p>
<p><span style="font-size:14px;">Es gibt wenige Filmmusikthemen die den Einzug in die Popkultur geschafft haben und die ohne zu übertreiben einfach überlebensgroß sind. Mir fallen spontan das Exodus Thema von Ernest Gold, das Star Wars Hauptthema oder das Thema, das Filmmusik meiner Meinung nach ganz alleine definiert – Tara´s Thema aus Gone with the Wind von Max Steiner – ein.  Das Lawrence von Arabien (Desert Theme) Thema gehört ohne Zweifel zu diesem erlauchten Kreis. </span></p>
<p><span style="font-size:14px;">Das Thema steht nahezu synonym für die Wüste und die unendliche Weite der Wüste. Ich habe das Thema bis jetzt glaube ich drei oder viermal live gehört und jedes einzelne mal bekam ich Gänsehaut! Vor drei Jahren fuhr ich mit dem Auto durchs Death Valley, dort gibt es auch ein Stück Sandwüste und ich hatte natürlich meinen gefüllten Ipod mit – das war ein echt geiles Gefühl mit Lawrence of Arabia Musik mit dem Auto durch die Wüste zu fahren – und was soll ich sagen, es passt wie die Faust aufs Auge!!!</span></p>
<p> </p>
<p><span style="font-size:14px;">Die Musik zu LoA hat natürlich noch mehr zu bieten als diese großartige Hauptthema. Maurice Jarre spielte in seiner Ausbildungszeit bei mehreren Orchestern das Schlagwerk und das ist seinem Lawrence Soundtrack auch sofort anzumerken. Der prominente Einsatz von Schlagwerk in der Filmmusik ist für mich ein weiterer Höhepunkt. Alleine die ersten 30 Sekunden der Overture mit dem frenetischen Einsatz der Pauken ist atemberaubend und es wird einem sofort klar der Film der jetzt kommt ist nicht Lethal Weapon 2 sondern etwas mit richtig Schmackes. Auch setzt er das Schlagwerk ein um seine „arabische“ Musik zu präsentieren (z.B Overture ab 2:20 oder eben die ersten 30 Sekunden). Der zweite Teil der Overtüre ist für einen englischen Marsch reserviert der nicht aus der Feder von Jarre stammt. „Voice oft he Gun“ von Kenneth Alford (hat auch den Marsch aus River Kwai komponiert) fügt sich sehr gut in die Komposition ein – obwohl ich sehr gerne eine der berühmten schmissigen Märsche von Jarre gehört hätte. Kein anderer Filmkomponist hat so viele treffende lakonische Märsche komponiert wie Jarre.</span></p>
<p><span style="font-size:14px;">Im „Main Title“ hören wir dann Jarres „Britische Musik“ ich glaube Britten hätte es nicht viel besser gemacht – vielleicht etwas subtiler <img src="https://www.soundtrack-board.de/uploads/emoticons/default_wink.png" alt=";)"></span></p>
<p><span style="font-size:14px;">„Night and Stars“ erzeugt mit Hilfe von Zither, Ondes Martenot und Flöten eine ganz spezielle Stimmung – wie von einer anderen Welt.</span></p>
<p><span style="font-size:14px;">„First Entrance to the Desert“ bezaubert mit einem traumhaft schönen Flötensolo – auch ein absoluter Gänsehautmoment!</span></p>
<p><span style="font-size:14px;">Die Musik ist voll von Höhepunkten (The Horse Stampede oder On To Akaba wenn man auf Percussion steht) oder einer meiner Lieblingstracks „Arrival at Auda´s Camp“. </span></p>
<p> </p>
<p><span style="font-size:14px;">Ich habe die Filmmusik in den letzten 4 Tage sicher täglich gehört und sie wird mit jedem Mal besser – ein absolutes Meisterwerk. Keiner der sich halbwegs ernsthaft mit Filmmusik beschäftigen will kommt an Maurice Jarre´s Lawrence of Arabia vorbei. Eine ganz tiefe Verbeugung vor dem damals 38 jährigen Maurice Jarre.</span></p>
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<p><span style="font-size:14px;">Top Ten – definitiv!</span></p>
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<p>PS: das tadlow Album ist herausragend - vielleicht die beste Einspielung der Prager überhaupt!!!!!</p>
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</p>
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<p> </p>
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</p>
<div class="ipsEmbeddedVideo"><div><iframe width="459" height="344" src="https://www.youtube.com/embed/videoseries?list=RDiDly2nyGdlg" frameborder="0" allowfullscreen="true"></iframe></div></div>
<p> </p>
<p>und der Meister persönlich</p>
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</p>
<div class="ipsEmbeddedVideo"><div><iframe width="459" height="344" src="https://www.youtube.com/embed/videoseries?list=RDiDly2nyGdlg" frameborder="0" allowfullscreen="true"></iframe></div></div>
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<p> </p>
]]></description><guid isPermaLink="false">15302</guid><pubDate>Thu, 21 Apr 2016 20:38:02 +0000</pubDate></item><item><title>22/52 THE RUSSIA HOUSE by Jerry Goldsmith</title><link>https://www.soundtrack-board.de/topic/15294-2252-the-russia-house-by-jerry-goldsmith/</link><description><![CDATA[
<p><img src="http://ecx.images-amazon.com/images/I/51p6fPLpI-L.jpg" alt="51p6fPLpI-L.jpg"><img src="http://www.radcrew.net/media/2015/03/Jerry-Goldsmith-jerrygoldsmith.jpg" alt="Jerry-Goldsmith-jerrygoldsmith.jpg"></p>
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<p><span style="font-size:14px;">Die Zusammenarbeit von Jerry Goldsmith und Franklin J. Schaffner ist weithin bekannt auch seine sehr unterhaltsame Zusammenarbeit mit Joe Dante oder auch mit Paul Verhoeven dürfte den meisten bekannt sein. Seine Zusammenarbeit mit dem Regisseur Fred Schepisi (I.Q., Six Degrees of Seperation, Mr. Baseball…) dürfte weniger bekannt sein. Diese Zusammenarbeit begann 1990 mit der stargespickten John Le Carre Verfilmung „The Russia House“.</span></p>
<p><span style="font-size:14px;">Gerade als ich diesen Text schreibe, sehe ich mir auch diesen grundsoliden Spionagefilm an und meine Frau hat soeben gesagt „In den 16 in denen wir uns jetzt kennen, ist das sicher die Musik die ich am öftesten gehört habe“ <span style="font-family:wingdings;">J</span></span></p>
<p><span style="font-size:14px;">Genau das ist auch der Grund warum dieser eher gediegenen und  zurückhaltender Goldsmith Score auf meiner Liste ist. Ich denke das ich Papillon doch etwas öfters gehört habe, aber dann dürfte meine Frau in der Tat recht haben.</span></p>
<p><span style="font-size:14px;">Es ist kein übermäßig anspruchsvoller Score, das Album ist zu lang (interessanter Weise eines der längsten Goldsmith Alben), es gibt ein recyceltes Hauptthema und keine mitreißende Actionmusik – trotzdem dürfte ich nur 2 Goldsmith CDs wählen „The Russia House“ wäre ganz sicher eine von beiden. </span></p>
<p><span style="font-size:14px;">Rationell lässt sich das wahrscheinlich schwer erklären – Fakt ist das „The Russia House“ meine erste Goldsmith CD war, das spielt ganz sicher mit. Goldsmith selbst war übrigens mit seiner Musik auch sehr zufrieden – war ja nicht bei jedem Film so. Etwas muss also dran sein an seiner ruhigen, lyrischen sensiblen Tonschöpfung mit einem Hauch von Jazz und sehr zarten russische Anklängen.</span></p>
<p><span style="font-size:14px;">Drei Soloinstrumente beherrschen diese Filmmusik. Am prominentesten sicher das Saxophon, gespielt von Branford Marsalis. Weiters noch das Klavier (Michael Lang) UND die Duduk. Meines Wissens wurde in diesem Film das armenische Holzblasinstrument zum ersten mal prominent eingesetzt – bevor Hans Zimmer sie bei Gladiator usw. wieder auspackte.</span></p>
<p><span style="font-size:14px;">Interessant an Goldsmith Konzept der Vertonung ist das er nicht das Rußland Motiv musikalisch in den Vordergrund stellt, sondern einen „modernen“ und frischen Ansatz wählt, nämlich den orchestralen Jazz, der unter anderem auch den Hauptcharakter wiederspiegelt. Die Filmmusik besteht meiner bescheidenen Analyse nach aus drei bis vier markanten Themen bzw. Motiven. </span></p>
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<p><span style="font-size:14px;">Der wichtigste Eckpfeiler der Filmmusik ist natürlich das Liebesthema, steht für Katja sowie für die Beziehung zwischen Barley und Katya sowie auch für Russland selbst. Das Hauptthema wird bereits prominent im ersten Track „Katya“  vorgestellt. Ein absolutes Hammerthema, eines der schönsten aus der Feder von Jerry Goldsmith. Die Weite und Schönheit Russlands sowie die filigrane Liebe zwischen Pfeifer und Connery wird durch dieses wunderschöne Thema grandios eingefangen. Bekanntermaßen ist das Thema ja mehrfach recycelt. Ursprünglich wurde es für Oliver Stones „Wall Street“ komponiert, hier kam es zum Bruch auf Grund von künstlerischer Differenzen. Danach versuchte Goldsmith das Thema (in rein elektronischer Form) bei „Alien Nation“ unterzubringen – der Score wurde ja abgelehnt. Zum Glück kramte Goldsmith das Thema für Rußlandhaus nochmals heraus und entwickelte es entsprechend weiter.</span></p>
<p><span style="font-size:14px;">Das am ehesten „Russische“ Motiv für den Charakter von Klaus Maria Brandauer (Dante) wird von der Duduk präsentiert – ein dezentes , mystisch und geheimnisvoll klingendes Thema. </span></p>
<p><span style="font-size:14px;">Ein weiteres Motiv gibt es für Barley (Sean Connery) das primär vom Saxophon vorgetragen wird (Beginn von „Training“ zB). Beide Themen sind in dem herausragende Track „The Conversation“ gut präsentiert – die Musik widerspiegelt ein Gespräch zwischen Barley und Dante und die beiden Soloinstrumente greifen wunderbar ineinander über und vervollständigen sich – absolut brillant wie Goldsmith diese „simple“ Dialogszene musikalisch bereichert.</span></p>
<p><span style="font-size:14px;">Dazu gibt es noch ein am Cello gespieltes kurzes Spannungsmotiv.</span></p>
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<p><span style="font-size:14px;">Eine Filmmusik die mich bereits beim ersten Hören voll in ihren Bann gezogen hat und mich bis heute nicht mehr losgelassen hat. Insbesondere im Film entfaltet die Musik eine ungemein anziehende Wirkung. Eine  locker dahin fliesende und entspannte Musik, die in Goldsmith Oeuvre schon eine kleine Ausnahmestellung einnimmt.</span></p>
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<p><span style="font-size:14px;">Schwer zu erklären warum ich die Filmmusik so sehr liebe, aber wie sagt man so schön „guilty pleasure“ </span></p>
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<div class="ipsEmbeddedVideo"><div><iframe width="459" height="344" src="https://www.youtube.com/embed/videoseries?list=PLD2631C80F9F3F68E" frameborder="0" allowfullscreen="true"></iframe></div></div>
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]]></description><guid isPermaLink="false">15294</guid><pubDate>Sun, 17 Apr 2016 20:24:59 +0000</pubDate></item><item><title>20/52 AVALON by Randy Newman</title><link>https://www.soundtrack-board.de/topic/15278-2052-avalon-by-randy-newman/</link><description><![CDATA[
<p><img src="http://direct-ns.rhap.com/imageserver/v2/albums/Alb.316073/images/600x600.jpg" alt="600x600.jpg"></p>
<p>Nach Ben Hur und Spartacus ist es denke ich an der Zeit ein wenig auf die historische Bremse zu treten und meiner Liste eine wieder etwas mehr persönliche Note zu geben. An sich bin ich wirklich der Fan von großer romantischer Filmmusik mit klarer Themenstruktur und gekonnter Varianz dieser Themen – daher erklärt sich auch meine recht biedere Liste, aber so ticke ich musikalisch nun mal. Was vielleicht nicht 100% zu diesem Bild passt ist meine aufrichtige Verehrung von einem Spross der Newman Dynastie.</p>
<p><span style="font-size:14px;">Obwohl ich ein großer Fan des Golden Age der Filmmusik bin konnte ich mit Alfred Newman bisher immer sehr wenig Anfangen, ich bin mir natürlich seiner immanenten Bedeutung für die Entwicklung der Filmmusik bewusst aber mit seinen Kompositionen hat er bis auf wenige Ausnahmen nicht mein musikalischer Herz erobert. </span></p>
<p><span style="font-size:14px;">Ähnliches gilt für Thomas Newman, den ich zwar als einen der besten aktiven Filmkomponisten schätze, dessen Stil, trotz hohem Wiedererkennungsfaktor (ist ja sehr selten heutzutage) mir aber nicht besonders gut gefällt. Natürlich gibt es auch in seinem Werk ungemein tolle Kompositionen (Angels in America, Meet Joe Black, Road to Perdition…) aber keine seiner Kompositionen schafft es auf meine Liste. </span></p>
<p><span style="font-size:14px;">Auch David Newman hat gute Filmmusiken geschrieben (Hoffa, Brave Little Toaster…) und er ist sicher ein unterschätzter Filmkomponist und von Lionel Newman und Emil Newman weiß ich zu wenig. </span></p>
<p><span style="font-size:14px;">Mein Herz in der Newman Familie schlägt ganz eindeutig und sehr stark für Randy Newman! </span></p>
<p><span style="font-size:14px;">Abgesehen von seinen musikalischen Qualitäten ist Randy Newman einer der freundlichsten und ganz sicher der witzigste Komponist / Sing / Songwriter den ich bis jetzt kennen lernen durfte. Neben seiner filmmusikalischen Qualitäten ist er mein absoluter Lieblings Singer/Songwriter. Seine Qualitäten extrem zynische und sarkastische Texte zu schreiben und im nächsten Moment herzerwärmende Songs wie für die Pixar Filme abzuliefern ist absolut einzigartig und fast schon ein bisschen schizophren. Nebenbei hat er mit „Feels Like Home“ meinen Lieblingssong geschrieben – der auch zur Taufe meines Sohns gespielt wurde (keine Filmmusik) – und ich höre eigentlich ausschließlich Filmmusik <img src="https://www.soundtrack-board.de/uploads/emoticons/default_wink.png" alt=";)"></span></p>
<p><span style="font-size:14px;">Von den vielen „hauptberuflichen“ Popkomponisten die sich auch mit der Filmmusik „versuchen“ ist er mit Abstand der talentierteste. Er hat einen klaren definierten gut erkennbaren Stil, kann verschiedene Genres bedienen (auch wenn er nicht oft die Gelegenheit dazu bekommt – siehe Air Force one rejected), kann den Kern eines Films hervorragend in ein musikalische Konzept überführen und wofür ich ihn am meisten schätze – er kann ungemein emotionale Themen schreiben ohne kitschig zu sein – das schafft keiner so eindrucksvoll wie Randy.</span></p>
<p><span style="font-size:14px;">Er hat natürlich auch schon alles gewonnen was es da draußen zu gewinnen gibt – Oscar, Grammy, Emmy – trotzdem brauchte er 15 Anläufe bis er seinen ersten Oscar für seinen Song „If I didn´t have you“ (Monsters Inc) entgegen nehmen durfte – sein Kommentar bei der Oscarverleihung – typisch  Randy Newman „Thank you – I don´t want your pity – thanks to the music branch for giving me so many chances to be humiliated“. Ich finde es etwas schade das er seine beiden Oscars „nur“ für Songs bekommen hat und nicht für eine komplette Filmpartitur. </span></p>
<p> </p>
<p><span style="font-size:14px;">Seine Filmkarriere begann mit der großartigen Zusammenarbeit mit Milos Forman für den Film „Ragtime“ im Jahr 1981 – an sich hätte er für seinen einfühlsamen nostalgischen Song „On More Hour“ schon damals seinen ersten Oscar bekommen müssen – für mich sein bester Filmsong. Ein weiterer wichtiger Karriereschritt für Newman als Filmkomponist war die Zusammenarbeit mit Barry Levinson (The Natural und Avalon) und auch die Vertonung zu „Awakenings“ – das sind auch meine Lieblingkompositionen (plus Seabiscuit und Pleasentville) von Randy Newman und es war schwer für mich einen Lieblingsscore herauszupicken – aber die Musik zu der ich den größten emotionalen Bezug habe und für mich quintessential Randy Newman ist ist AVALON.</span></p>
<p><span style="font-size:14px;">Den absoluten Durchbruch erzielte Randy Newman natürlich durch seine Zusammenarbeit mit Pixar – herzerwärmende, witzige aufrichtige Musik ohne bitteren Beigeschmack .</span></p>
<p><span style="font-size:14px;">Trotzdem, glaube ich ist Randy Newman nicht bei vielen Filmmusikfans auf dem Radar – kann das zwar nicht nachvollziehen aber vielleicht kann ich ja hier im Forum zumindest einen bekehren.</span></p>
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<p><span style="font-size:14px;">Avalon aus dem Jahr 1990 von Barry Levinson beschreibt das Leben einer russisch-jüdischen Immigrantenfamilie in Baltimore – die sentimentale Geschichte hat deutliche autobiographische Züge (Levinson ist ebenfalls in Baltimore aufgewachsen). Jeder der auf nostalgischen, aufrichtigen , gediegenen und schmalzfreien Americana steht wird diesen Soundtrack lieben. Der Stil Randy Newmans erinnert ein wenig an Aaron Copland und Elmer Bernstein – hat aber seine absolute Eigenständigkeit. Seine ungemein warme, nostalgische, sentimentale und teilweise auch traurige Musik schafft es besonders gut das Flair und Stimmung der USA zu Beginn des 20 Jahrhunderts einzufangen.</span></p>
<p><span style="font-size:14px;">Das wunderschöne Hauptthema wird in Walzerform in „1914“ vorgestellt, zuerst wie könnte es für Newman anders sein am Klavier dann wird der launische Hauptteil durch Streicher eingeführt. Ein Stück das mir persönlich ungemein am Herzen liegt zu dem ich einfach eine persönliche „Beziehung“ habe – lässt sich rational nicht wirklich erklären – am besten wird das Thema präsentiert und variiert in „The Family“.</span></p>
<p><span style="font-size:14px;">Die Musik schafft es irgendwie Erinnerungen an bessere, vergangene Zeiten heraufzubeschwören. </span></p>
<p><span style="font-size:14px;">Ein weiterer Höhepunkt des Albums ist „Avalon / Moving Day“ in dem zwei neue Themen vorgestellt werden – insbesondere das zweite am Klavier vorgetragen ist wunderschön, das erste hat einen etwas traurigen Charakter.</span></p>
<p><span style="font-size:14px;">Humorvollere Noten, die an Newmans Pixar – Stil erinnern, gibt es in den zwei „Television“ Stücken und im wirklich tollen „Circus“.</span></p>
<p><span style="font-size:14px;">„Funeral“ beinhaltet ein starke Passage für Solo Trompete und beendet die Geschichte ungemein emotional aufwühlend.</span></p>
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<p><span style="font-size:14px;">Ich verstehe wenn die Musik nicht jedermanns Nerv trifft – sie ist ziemlich zurückhaltend und schreit nicht nach großen Emotionen, ist nicht zugekleistert mit Streicherteppichen so wie es wahrscheinlich viele andere Komponisten gemacht hätten. Musik die zu Herzen geht von einem großartigen Filmkomponisten den ich ungemein schätze.</span></p>
<p><span style="font-size:14px;">Müsste ich meine drei Komponisten aufzählen zu denen ich den größten persönlichen und emotionalen Bezug habe – Randy wäre dabei</span></p>
<p> </p>
<p><strong><span style="font-size:18px;"><span style="font-family:calibri, sans-serif;">In diesem Sinn: Randy you´ve got a friend in me – auf ewig!!!!</span></span></strong></p>
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<div class="ipsEmbeddedVideo"><div><iframe width="459" height="344" src="https://www.youtube.com/embed/XUrZhsZprqE?feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen="true"></iframe></div></div>
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<p>und hier als Zugabe noch seinen besten Filmsong - werden nicht alle kennen <img src="https://www.soundtrack-board.de/uploads/emoticons/default_smile.png" alt=":)"></p>
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<div class="ipsEmbeddedVideo"><div><iframe width="459" height="344" src="https://www.youtube.com/embed/Gl5KMSEM2Vo?feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen="true"></iframe></div></div>
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<p>und hier noch meinen absoluten Lieblingssong - ever!</p>
<p><a href="https://www.youtube.com/watch?v=HXP4UqgNg70" rel="external">https://www.youtube.com/watch?v=HXP4UqgNg70</a></p>
<p><a class="ipsAttachLink ipsAttachLink_image" href="https://www.soundtrack-board.de/uploads/monthly_04_2016/post-3368-0-33654400-1459632744.jpg" rel=""><img src="%7BfileStore.core_Attachment%7D/monthly_04_2016/post-3368-0-33654400-1459632744.jpg" data-fileid="https://www.soundtrack-board.de/applications/core/interface/file/attachment.php?id=16057" class="ipsImage ipsImage_thumbnailed" alt="post-3368-0-33654400-1459632744.jpg"></a></p>
]]></description><guid isPermaLink="false">15278</guid><pubDate>Sat, 02 Apr 2016 21:33:10 +0000</pubDate></item><item><title>19/52 SPARTACUS by Alex North</title><link>https://www.soundtrack-board.de/topic/15265-1952-spartacus-by-alex-north/</link><description><![CDATA[
<p><img src="http://cdn.shopify.com/s/files/1/0799/0083/products/Screen_Shot_2015-07-30_at_10.26.29_AM_grande.png?v=1438270114" alt="Screen_Shot_2015-07-30_at_10.26.29_AM_gr"><img src="http://www.nonesuch.com/sites/g/files/g2000003526/f/styles/artist_detail/public/media/images/alex-north.jpg?itok=NNoexQsd" alt="alex-north.jpg?itok=NNoexQsd"></p>
<p><span style="font-family:arial, helvetica, sans-serif;">Die historische Signifikanz von Alex North für die Entwicklung der Filmmusik kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Zusammen mit Komponisten wie Leonard Rosenman, Elmer Bernstein, David Raksin, Hugo Friedhofer oder Bernard Herrmann hob er die Filmmusik auf das nächste Level.  Oder mit den Worten von einem anderen unterbewerteten Meister (Hugo Friedhofer) „Thank God, Alex, that you´ve came out. Because now we can do perhaps some things we´ve been wanting to do for a long time.“ Bereits seine erste Filmmusik aus dem Jahr 1951  für seinen Freund Elia Kazan, der ihn auch nach Hollywood holte,  „Streetcar named desire“ war durch seinen Einsatz von Jazz revolutionär für die Entwicklung der Filmmusik. Und auch seine unmittelbar folgenden Filmmusiken zu Death of a Salesman und dem großartigen Viva Zapata (die alle innerhalb eines Jahres entstanden), widersprach den üblichen bekannten Vertonungskonzepten. Insofern war 1951 ein entscheidentes Jahr für die Entwicklung der Filmmusik. Seine modernen Vertonungen bildeten einen starken Kontrast um nicht zu sagen eine Revolution zu den bekannten spätromantischen  Vertonungen von Steiner und Korngold.</span></p>
<p><span style="font-family:arial, helvetica, sans-serif;">Insofern ebnete er den Weg für eine neue Generation von Filmmusikern.</span></p>
<p> </p>
<p><span style="font-family:arial, helvetica, sans-serif;">„For those of us coming of age in the 1950s, and seriously interested in film music Alex North was an inspiration, a role model and a hero. He was then and remains so today“ – John Williams</span></p>
<p> </p>
<p><span style="font-family:arial, helvetica, sans-serif;">Wenn ich es auf die vier wichtigsten Komponisten in der Filmmusikgeschichte herunterbrechen müsste dann wären das Max Steiner, Bernard Herrmann, Alex North und Jerry Goldsmith. Trotzdem landet die Musik des 1910 in Pennsylvania geborenen North sehr selten in meinem CD Player. Auch allgemein gesprochen glaube ich das Alex North nur bei sehr wenigen Filmmusikfans ganz oben auf der Liste auftaucht. Sogar Freunde des Golden Age werden wohl eher Bernard Herrmann, Miklos Rozsa oder Franz Waxman auf der Rechnung haben (so wie ich). Warum das so ist vermag ich nicht zu beantworten – für mich glaube ich kann ich die Frage beantworten, aber dazu später.</span></p>
<p> </p>
<p><span style="font-family:arial, helvetica, sans-serif;">„Of all of us, he´s the master“ – Jerry Goldsmith</span></p>
<p> </p>
<p><span style="font-family:arial, helvetica, sans-serif;">Auf meinem filmmusikalischen Radar tauchte der Sohn russischer Einwanderer zuerst nur im Zusammenhang mit meinem großen Liebling Jerry Goldsmith auf. Als ich hörte das Alex North Mentor und bester Freund meines großen Idols war begann ich mich vorsichtig mit seiner Musik zu beschäftigen. Meine ersten beiden Soundtracks waren der wirklich schöne barocke-lyrische Score zu „Who´s afraid of Virginia Wolf“ und „2001“ – beide eingespielt von Jerry Goldsmith. 2001 – Odyssee im Weltraum war und ist mein absoluter Lieblingsfilm und Stanley Kubrick auch meine absolute Nummer eins unter den Regisseuren. Da war ich natürlich gespannt wie der legendäre rejected Score klingen würde. Damals 1993 oder 1994 hat mich die sehr fordernde Musik  absolut kalt gelassen und sie tut es auch heute noch zum Teil. Und genau hier liegt mein Problem mit Alex North. Ich glaube das für die Musik von Alex North mein Musikverständnis einfach zu schlecht ausgebildet ist. Und zum zweiten lässt mich seine Musik nicht zum emotionale Kern vordringen – übertrieben ausgedrückt sie lässt mich manches mal einfach kalt. Gerade mal eine Handvoll Soundtracks aus der Feder des begnadeten und wegweisenden Tonsetzers landet regelmäßig bei mir im CD Player. Darunter The Agony and The Ecstasy, The Shoes oft he Fisherman, Viva Zapata, Who´s afraid of Virginia Wolf und eben sein opus magnum Spartacus. </span></p>
<p><span style="font-family:arial, helvetica, sans-serif;">Obwohl ich fast alle seiner Filmmusiken kenne fehlt mir einfach der emotionale Konnex zu seiner Musik - die Schuld wird wohl auf meiner Seite liegen, eben aufgrund meiner unzureichenden musiktheoretischen Kenntnisse  <img src="https://www.soundtrack-board.de/uploads/emoticons/default_wink.png" alt=";)"></span><span style="font-family:arial, helvetica, sans-serif;">  <img src="https://www.soundtrack-board.de/uploads/emoticons/default_wallbash.gif" alt=":wandsch"></span><span style="font-family:arial, helvetica, sans-serif;">  <img src="https://www.soundtrack-board.de/uploads/emoticons/default_wallbash.gif" alt=":wandsch"></span><span style="font-family:arial, helvetica, sans-serif;"> </span></p>
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<p>Spartacus landet jedoch regelmäßig in meinem Player und an dieser Stelle möchte ich wirklich ein ganz großes Danke an Mr. Robert Townson für seine beispiellose Veröffentlichung dieses Meisterwerks aussprechen. Viele Filmmusikexperten halten die Musik zu Spartacus für die beste Filmmusik aller Zeiten - so weit würde ich vielleicht nicht gehen, aber die Musik ist zweifelsohne herausragend, mutig und wegweisend. Alex North hatte für die Entwicklung seines Klagkonzepts gigantische 13 Monate Zeit!!! Sein musikalischer Zugang war, anders als bei Miklos Rozsa (Ben Hur) ein moderner zeitgenössischer.</p>
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<p>"I wanted to interpred the past in terms of the present" - Alex North</p>
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<p>Schon die legendäre Eröffnungssequenz von Saul Bass macht klar wohin die Reise geht - keine Engelschöre oder romantische breite Themen - stattdessen harsches Schlagwerk die Macht Roms präsentierend, dann das noble Spartacus Thema und zum Schluss zerfällt die Musik in Dissonanzen, den Zerfall Roms voraussagend. Eine visuell wie musikalisch herausragende Sequenz - vorallem wenn man das Entstehungsjahr des Films in betracht zieht.</p>
<p>North zaubert für Spartacus einen großorchestralen (Orchester bis zu 120 Mann), ungemein modernen und intelligenten Score der heutzutage noch genau so frisch und zeitgemäß klingt wie vor 55 Jahren. Seine harsche teilweise ungemein brutal und maskulin klingende Actionmusik ausgestattet mit großem Schlagwerk ist wirklich erfurchtserbietend (The Battle oder Maneuvers) - absolut brillant!!!! </p>
<p>Sein Thema für Varinia (gleichzeitig das Liebesthema) ist im strengen Gegensatz zur übrigen komplexen Musik absolut einfach gehalten, filigran und mitreisend schön.</p>
<p>"Oysters and Snails" mit seiner "unearthly" Stimmung schafft ein einmalige exotische Atmosphäre - ein Stück für Vibraphon, Harfe, Chinesische Glocken, Gitarre, Marimba und präpariertem Klavier - und DAS in einem Monumentalfilm aus dem Jahr 1960!!!</p>
<p>Sein kräftiges, klagendes Sklaventhema (The Mines) die ungemein aggressive Musik für Rom und Crassus oder der triumphale Sklavenmarsch (Metapontum Triumph) sind nur vereinzelte Beispiele für die ungemeine Mannigfaltigkeit dieser einmaligen Filmmusik.</p>
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<p>Definitiv ein Meilenstein der Filmmusik und ein Meisterwerk!!</p>
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<div class="ipsEmbeddedVideo"><div><iframe width="459" height="344" src="https://www.youtube.com/embed/IvgBMkId-Ps?feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen="true"></iframe></div></div>
<p>mein Lieblingstrack der Filmmusik - einfach der HAMMER</p>
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<div class="ipsEmbeddedVideo"><div><iframe width="480" height="270" src="https://www.youtube.com/embed/pjhlJJukj1E?feature=oembed" frameborder="0" allowfullscreen="true"></iframe></div></div>
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]]></description><guid isPermaLink="false">15265</guid><pubDate>Sat, 26 Mar 2016 22:51:17 +0000</pubDate></item></channel></rss>
