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Soundtrack Board

Robin

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Alle Inhalte von Robin

  1. @MOtega: Steht alles hier: http://www.robin-hoffmann.com/tutorials-section/lessons/
  2. Danke@Nick und MOtega! @MOtega: Wenn's Englisch sein darf: Laitz: The Complete Musician. Die beiden Bücher von Amazon, die du erwähnt hast sind auch beide gut. Hab unter Clemens Kühn studiert. Er hat ein unfassbares didaktisches Talent. Außerdem noch: Lexikon der Harmonielehre (Reinhard Amon). Für allgemeinen Kram ist der dtv-Atlas Musik noch zu empfehlen. Für Orchestration ist Samuel Adler ein super Start, aber die CD's mit Audiobeispielen dazu mitkaufen! Robin
  3. @Nick M. Ja, ich hab in Dresden Komp. J/R/P studiert, was für mich aber mehr Komposition tonal war. Mein damaliger Prof hatte selbst klassische Komposition studiert und hatte ein riesiges Breitbandwissen. Zu Jeder Hauptfachstunde, die immer bei ihm zu Hause stattfand, hat er aus seinem meterlangen Regal voller Partituren eine herausgezogen, was alles zwischen Palästrina und Penderecki oder zwischen Boogie Woogie und Free Jazz sein konnte und mit mir gemeinsam analysiert und angehört. Insofern, wie bereits gesagt, ist es wahnsinnig abhängig vom Hauptfach-Prof und wie man miteinander klarkommt. Robin
  4. @Mephisto: Klar lernt man, tonal zu komponieren, dem hab ich ja auch nicht widersprochen, nur eben auf Grundlagen der klassischen Musiktheorie, die in der Regel wenig brauchbar für Filmmusik ist. Zu Deinem zweiten Punkt will ich hier keine Gabenkämpfe lostreten nur soviel: erstens ist man (ja, auch die A-List-Komponisten) in aller Regel Dienstleister und arbeitet FÜR einen Auftraggeber, zweitens ist die Wahrnehmung der 60er/70er immer recht verzerrt, da gab es auch unendlich viel Schrott, nur sind halt die besonderen Scores stärker in der Erinnerung hängen geblieben und drittens ist das menschliche Gehirn nicht in der Lage, atonale Musik in der gleichen Weise zu verstehen wie tonale Musik. Dazu gibt es mehrere Studien (Buchempfehlung: Das wohltemperierte Gehirn von Robert Jourdain). Filmmusik muss aber unmittelbar funktionieren und leidet im Kino darüber hinaus noch unter verminderter Aufmerksamkeit (weil ja viel mehr Aufmerksamkeit auf den Bildern liegt). Wenn, dann funktioniert "neue Musik" nur im emotionalen Kontext von Schock, Horror, Abscheu, Ekel etc. und auch da nicht, weil man sich der abgefahrenen Strukturen erfreut sondern einzig und allein wegen der dissonanten Klangwirkung, die unmittelbar wirkt. Was für Strukturen dahinterstecken, interessiert keinen im Kino. Robin
  5. Also das ist ja schon ganz schön krass, was man hier liest, was man angeblich für ein Studium soll und muss und nicht darf etc. Ziel und Zweck des Studiums ist es ja, Komponisten zu fördern, die nach dem Studium eine eigene musikalische Sprache sprechen. Das Dogma der neuen Musik ist da zwar noch sehr weit verbreitet, aber bei weitem kein allgemeingültiges Kriterium mehr. Viele Studiengänge und Professoren haben sich mittlerweile viel stärker den "publikumsrelevanteren" Musikstilen geöffnet, soweit ich gehört hab, auch der Studiengang am Hoch's. Meiner Meinung nach sollte man offen für alles sein und sich auch mit allem, was einem da in den Weg kommt auseinandersetzen, aber auf keinen Fall für ein Studium verbiegen. Damit wird man auf Dauer nicht glücklich. Wenn du mit neutönender Musik nichts anfangen kannst (was unter Komponisten durchaus auch eine Meinung ist, die man vertreten darf), würde ich an deiner Stelle auch nicht versuchen, für die Bewerbung alle Stücke in diesem Stil "rauszuschwitzen". Erstens merkt das der Prof. sicher (an der Halbgewalgtheit) und zweitens solltest Du Stücke schreiben, die wirklich zeigen, was du kannst, worin du Erfahrung hast etc. Suche immer den persönlichen Kontakt zu den potentiellen zukünftigen Professoren, frag nach, ob du dich mal persönlich vorstellen kannst und sag dann auch, was du machst, was dir Spaß machst, wo du hin willst. Die persönliche Ebene ist extrem wichtig, weil der Hauptfachunterricht in der Regel Einzelunterricht ist. Und hab auch den Mut einzugestehen, wenn es auf persönlicher Ebene nicht so klappt. Wenn Du in die Filmmusikrichtung gehen willst, ist ein neutönender klassischer Kompositionsstudiengang meines Erachtens nach nicht die optimale Wahl. Was du da lernst, reicht vielleicht um später mal einen Thriller/Horrorfilm zu scoren oder einen Historienfilm musikalisch zu unterlegen, aber die ganzen Kompositionstechniken, die in der Filmmusik das täglich Brot sind, kommen da in aller Regel nicht vor, denn dafür brauchst du Jazztheorie. Du schreibst ja schon oben die ganze Zeit von maj9-Akkorden etc., was Jazztheorie pur ist. In einem klassischen Kompositionsstudiengang wirst du davon höchstens am Rande hören. Für Filmmusiker sind aber genau diese Sachen von unschätzbarem Wert, weil diese Theorien einfach täglich im orchestralen und nicht-Jazz-Rahmen Anwendung finden. Insofern würde ich dir auch empfehlen, dich mal nach Kompositionsstudiengängen Jazz/Rock/Pop umzuschauen und da mal die HF-Professoren anzuschauen. Viele sind da bei weitem nicht auf "Jazz und Bigband" beschränkt. Oder du schaust dich gleich nach einem Filmkompositions-Studiengang um, denn der ist in aller Regel praxisorientierter für das, was man später in dem Job wirklich mal braucht. Robin
  6. Umso besser, dass meine Argumente eigentlich unnötig sind. Und es ist richtig, dass weder du mich noch ich dich kenne, aber wenn du so einen Satz loslässt, musst du eben auch damit rechnen, dass eine Reaktion kommt, denn leider gibt es auch ne ganze Menge an Leuten, die das genauso meinen wie ich das oben in extremer Form geschrieben habe. Dich persönlich wollte ich damit nicht angreifen und es tut mir leid, wenn du das so aufgefasst hast. Dein Stück habe ich teilweise angehört, da ich aber die Geschichte dahinter nicht kenne, kann ich dazu auch nicht so viel sagen. In diesem Sinne noch frohes Weiterkomponieren. Robin
  7. Bei so einem Satz muss ich doch mal einhaken... 1. Du schreibst für "Orchester" bestehend aus virtuellen Instrumenten, ich nehme an mit dem Ziel, dass du diese so einsetzt, dass sie möglichst real klingen sollen. Nur ist die Frage, wie etwas real klingen soll wenn es in der Realität so gar nicht umsetzbar wäre? Und das Argument, dass sowas nur Profis mitkriegen zieht da auch nicht. Wenn ich bspw. Holzblasinstrumente so einsetze, dass sie ununterbrochene Töne minutenlang spielen ohne zu atmen oder außerhalb des Ranges einsetze in dem sie spielen können etc. dann merkt das auch ein Laie (evtl. unbewusst), ganz davon abgesehen, dass es dann auch einfach scheiße klingt. 2. "Das sind die künstlerischen Freiheiten, die man sich nehmen kann und sollte." - Diesen Satz höre ich so oft von Leuten, die damit rechtfertigen wollen, warum sie das nicht beherrschen, was sie beherrschen sollten. Man kann sich gegen jede Regel in der Musik widersetzen und natürlich auch virtuelle Instrumente so einsetzen, wie es in Realität nie ginge um einen gewissen Zweck damit zu verfolgen. Nur sollte man auch wissen, was man da überhaupt "bricht". Sich einfach hinzustellen und zu sagen "Ich brauche das nicht zu wissen, denn ich widersetze mich eh." ist ziemlich ignorant... 3. "Wo bliebe sonst der Spaß und die Kreativität?" - Auch so ein Standardsatz in dem Zusammenhang. Kreativität entfaltet sich nicht durch Regellosigkeit - egal in welcher Hinsicht. Schau dir mal die ganzen großen Kompositionen an. Alle bewegen sich entweder in selbst gesteckten oder natürlichen Grenzen. Paradebeispiel Beethoven und seine 5. Sinfonie. Ein 7-minütiger Sinfoniesatz, der fast ausschließlich aus einem 4-Ton-Motiv besteht, dabei keine einzige Sekunde langweilig wird und zweifelsohne eine der bekanntesten und großartigsten Kompositionen ist. DAS ist mal ne Limitierung. Beethoven hat es an seiner Kreativität nicht gehindert sondern ganz im Gegenteil. Diese Stringenz ist bewundernswert und macht den wahren Künstler aus. Also bevor du dich gemütlich zurücklehnst und dich selbst damit einlullst, dass das einzige was zählt, grenzenlose Kreativität ist, egal in welcher Hinsicht, hinterfrage lieber, ob das nicht eine zurechtgebogene Weltsicht ist. Sorry, wenn das hier alles etwas auf Krawall gebürstet klingt, aber ich hab früher ähnlich argumentiert und hätte mich gefreut, wenn mir mal jemand so einen Gedankenstupser gegeben hätte. Grüße Robin
  8. Was? Es gab tatsächlich jemanden, der den Film gesehen hat?
  9. Danke MamoChan! Freut mich, dass es Dir gefällt! Robin
  10. Vielen Dank allerseits! @LukeSkywalker: Ja, es geht um die einzelnen Abschnitte, eben ein typisches Demoreel wo man in möglichst kurzer Zeit möglichst viel vorstellt. Dass die Übergänge dabei teilweise katastrophal sind, ist leider einfach manchmal nicht vermeidbar. Es geht eher ums "Blut lecken". Wer mehr hören will, kann sich ja dann die kompletten Tracks anhören, aus denen diese Passagen entnommen sind. Robin
  11. Hallo allerseits, ich möchte die Gelegenheit nutzen, mal mein aktuelles Demo Reel vorzustellen, welches ausschließlich aus Orchesteraufnahmen besteht (u.a. das London Symphony Orchestra) und beinhaltet Ausschnitte aus Filmmusiken und Konzertkompositionen, an denen ich in der letzten Zeit gearbeitet habe. http://soundcloud.com/robin-hoffmann/demo-reel-2012 Ich freue mich auf Eure Kommentare! Robin
  12. Für alle, die gern auch noch in die Partitur reinschauen möchten, gibts diese hier zu MOUSE HUNT (s.o.): http://issuu.com/robinhoffmann/docs/mouse_hunt
  13. Hallo allerseits, hier gibts noch einen kleinen Nachschlag in eine ähnliche Richtung: http://soundcloud.com/robin-hoffmann/mouse-hunt Robin
  14. Herzlichen Dank für die vielen Kommentare! Das freut mich wirklich! @Lars: Ja genau das war eigentlich das Konzept, dass die Wirkung des fetten Einstiegs eben auch dadurch vergrößert wird, dass davor "dünnes unvorhersehbares Chaos" herrscht. Ich finde, der brezelige Einsatz der Posaunen/Celli/Bässe nach ca. 15 Sekunden hätte nicht die Wirkung gehabt, wenn davor schon fett gewesen wär @florian: Nö, davon wirds keinen kompletten Score geben, das ist ein reines "Ich hab noch etwas Zeit in der Aufnahmesession, die nutze ich doch sinnvoller als die Musiker einfach nach Hause zu schicken". Dafür hatte ich dann halt dieses kleine Stück geschrieben. Mehr Musik von mir gibts aber auf meiner soundcloud page: @Siddl: Ja mir ist bewusst, dass wenn man diesen Stil bedient, man einfach nicht um die alten Hasen drumrumkommt. Das ist mir aber egal, hauptsache es macht Spaß (sowohl beim Komponieren als auch beim Spielen als auch beim Hören) und zumindest ersteres trifft voll zu Danke nochmal! Robin
  15. Hallo allerseits, ich will die Gelegenheit nutzen, mal wieder einen kleinen Track von mir vorzustellen. Es handelt sich dabei um eine Aufnahme mit echtem Orchester. Ich würde mich über Meinungen freuen. Viele Grüße Robin
  16. VIelen Dank für die vielen positiven Kommentare! Das freut mich wirklich! @Jan: Ich habe hier quasi nur die Tutti zusammengeschnitten, deswegen wirkt es auch so überhetzt Solospuren habe ich leider keine bekommen... Partitur davon darf ich leider aus Lizenzgründen nicht veröffentlichen, sorry. @Mink: in aller Kürze: Ich wurde engagiert, ein Geigenkonzert zu schreiben. Das sind Ausschnitte daraus. @Csongor: Danke! Ja, das mit den Regisseuren ist keine so leichte Sache momentan. Die Filmmusikwelt hat sich im Moment ziemlich stark auf einen Stil festgefahren der immer und immer wieder gewünscht wird. @Sebastian: Ich mag die Spätromantiker @Al Bundy: Danke, ja gibt es. Eine aktuelle Auflistung mit Links gibt es hier: http://www.robin-hoffmann.com/multimedia/cd-dvd-blu-ray/ Also nochmal herzlichen Dank! Robin
  17. Hallo allerseits, hier mal wieder eine kleine Demo von mir. Das Stück sind Ausschnitte aus einer längeren Komposition, die ich letztes jahr geschrieben und mit dem LSO aufgenommen habe. Leider kann ich sie aus diversen Gründen nicht in voller Länge posten, deswegen sind einige Übergänge etwas holprig und aus dem Kontext gerissen, ich hoffe aber dennoch, dass es hörbar ist Epic Orchestral Demo by Robin Hoffmann - Composer on SoundCloud - Create, record and share your sounds for free Würde mich über Kommentare freuen. Robin
  18. Hi Julien, da haste ja ne Leiche ausgegraben Vielen Dank für die netten Worte und die Kritik! Das würde ich nach wie vor so machen. Das Problem, warum die Geigen da nicht so präsent durchkommen ist vor allem ne Mix-Sache, bzw. auch der Tatsache geschuldet, dass das nur 12 erste waren. Das hätte man im Mix fixen können, da war ich aber nicht anwesend, Grundsätzlich stört mich das aber nicht, der Fokus liegt hier auf dem Kontrapunkt zwischen den beiden Stimmen und die sind beide präsent da. Schlimmer wär's wenn eine der Stimmen komplett untergegangen wäre. Dass die Farbmischung nicht ganz alle Einzelteile heraushören lässt, ist da relativ wurscht. Ja, da ich da "tutta forza" gefordert hab, hab ich exakt diesen Effekt erwartet. Wenn man mit viel Kraft kurze Noten auf den tiefen Streichern spielt, kommt es hin und wieder dazu, dass das Holz des Bogens die Saiten berührt und ein pseudo-col-legno entsteht. Die Entscheidung dazu habe ich bewusst getroffen, als quasi Ausgleich zu dem vielen synkopierten/ungeraden/unterbrochenen Rhythmen davor, wollte ich hier kurz den Fokus auf eine Melodie lenken, die sich recht gerade, fast schon marschartig "durchboxt", quasi der "Last Survivor", der aus dem explodierenden Feuerball oder was weiß ich, in die Kamera läuft Ich fand es wichtig, den einzigen WIRKLICH thematischen Moment nicht zu "zerstückeln". Grundsätzlich springt der Durchschnittshörer auch eher auf einfachere rhythmische Strukturen an, was auch die Reaktionen auf diesen Track zeigen, bei denen die meisten exakt diese Passage am besten finden. Und da ich es eben nach wie vor als Hauptdemo nutze, eben, weil in kurzer Zeit ziemlich viel "Spektakuläres" passiert, war es mir auch wichtig, dass auch potentielle Auftraggeber, die nicht permanent orchestrale Filmmusik hören, etwas haben, was sie "abholt". Sicher ist da ganz viel Geschmack mit dabei und sicher würde ich einige Dinge in dem Track heute anders machen, aber das bezieht sich eher auf andere Felder. Vielen Dank nochmal für das Feedback. Grüße Robin
  19. Ich kenne James Fitzpatrick persönlich und habe schon oft mit ihm gearbeitet. Ich kann seine Bedenken auf jeden Fall nachvollziehen. Das Problem ist, dass momentan so viele Soundtrackveröffentlichungen auf den Markt gespült werden, selbst von irgendwelchen unglaublich uninspirierten samplezusammengefrickelten Ambience-Scores, dass wirkliche Liebhaber-Scores, die mit großem Aufwand und viel Liebe zum Detail re- oder rereleased werden einfach in dieser ganzen Schwemme untergehen. Ich weiß, wieviel Aufwand er für seine Rerecordings betreibt, mit wieviel Passion und Leidenschaft er solche Projekte durchboxt, irgendwelche abstrusen Percussion-Instrumente auftreibt, nur um seinen Releases mit dem Qualitätsstandard zu veröffentlichen, die er sich selbst setzt, während irgendein Komponist zu Hause in seinem Sequenzer mal kurz auf den Bounce-Knopf drückt, er seine Sample-Libraries auffährt und das dann ebenfalls einen nach außen scheinend gleichwertiges Release bekommt. Natürlich sieht er die Problematik nicht ganz uneigennützig und mit einer gewissen Frustration. Früher hätten sich Liebhaber die Finger nach solchen Releases geleckt, heute kriegens einige nichtmal mehr mit, dass es sie gibt. Der Filmmusik- und vor allem Filmmusik-CD-Markt wird zunehmend von der Industrie als Cash-Cow gemolken, seit ein paar Jahren hat sich das Interesse daran so erhöht, dass es beginnt, ähnliche Effekte zu generieren wie im Pop-Markt - kurzfristiges finanzielles Interesse über Nachhaltigkeit. Punkt 2 sind tatsächlich die Sample-Bibliotheken. Allerdings tritt dieser Effekt weniger bei den High-End-Produktionen ein wie ANGELS & DEMONS auf. In Hollywood ist es kein Problem, mal eben n 120-Mann Orchester zu kaufen und das für 30 Sessions hinzusetzen. Gewisse Insider-Geschichten aus den A-Produktionen legen nahe, dass Geld da überhaupt keine Rolle spielt, ohne zu genau ins Detail gehen zu wollen. Gleiches gilt für Remote Control: Hans Zimmer hat immer ein Budget zur Verfügung, was es ermöglichen würde riesige Orchester aufzunehmen. Für Gladiator hat er bspw. 16 Hörner geordert und in 4-er-Gruppen im Aufnahmeraum verteilt um den epischen Horn-Sound zu bekommen. Warum nutzt er dennoch Samples? RC wird in Hollywood für eine bestimmte Ästhetik eingekauft, RC bedeutet larger than life sound, unglaubliche fatness und eher einen "produzierten" Sound als einen einfach nur aufgenommenen und gemischt. Gewisse Klänge, die RC etabliert hat, sind mit einem Orchester allein nicht hinzubekommen, deswegen ist es auch immer so amüsant, wenns mal "Gladiator in Concert" oder sowas gibt und alles klingt wie Hans Zimmer mit kaputtem Hüftgelenk. Für die Ästhetik die durch RC bekannt und (leider) auch beliebt wurde, muss man einfach gewisse Instrumente nochmal per Sample doppeln oder hinzufügen. Würde man versuchen, gewisse Tracks mit echten Musikern umzusetzen, würde es mit hoher Wahrscheinlichkeit Tote geben. RC nutzt diese Samples also nicht aus Kostengründen sondern aus Ästhetikgründen. Kein JW-Score hat beispielsweise ansatzweise den Druck eines Scores von RC. Das liegt daran, dass JW das Orchester aber noch als solches nutzt, als Ensemble mit diffizilsten Nuancen. Die RC-Ästhetik ist allerdings darauf ausgelegt, einen "pseudo"-Orchestralen sound mit möglichst viel Punch und Breite zu erzeugen. Was man davon mag, ist jedem selbst überlassen (mal davon abgesehen, dass man auch ne Diskussion lostreten könnte, warum das Sounddesign in den letzten Jahren so krass zugelegt hat, dass nur noch Scores wie die von RC dagegen durchkommen). Die eigentliche Gefahr, die von Samples ausgehen, liegt eher in den Bereichen, wo das Budget eher klein bis mittel ist. Ich persönlich versuche immer, das Budget so weit auszuquetschen, dass ich es mir erlauben kann, einen anständigen Orchesterapparat zu buchen um später nichts mehr mit Samples doppeln zu müssen. Ich kenne aber auch Kollegen, die Hybridproduktionen machen, d.h. sie buchen ein paar Streicher, ein Horn etc. damit der Realismuseindruck gegeben ist (mischen diese realen Instrumente natürlich am lautesten in die Endmischung) und unterfüttern den Rest mit Samples, was mehr oder weniger auch zu nem einigermaßen realistischen Orchestersound führt. Das Problem hierbei sind die Produzenten. Sie hören (mit ihren wenig geschulten Ohren), dass der Score für das kleine Budget was es gab doch recht amtlich klingt und gehen davon aus, dass sie in der nächsten Produktion doch auch nicht mit mehr Geld kalkulieren müssen weil man doch auch schon für n paar Euro irgendjemanden findet, der seine magische Sampleschublade aufmacht und dann ein Hollywoodsound erzeugt. Das Problem, welches aber entsteht ist, dass man für Samples nur ganz spezifisch schreiben kann und gewisse Dinge mit Samples nicht umsetzbar sind. Man schreibt also mit dem Gedanken "Kann ich das eigentlich mit Samples erzeugen?" und nicht mit dem "Boah, ich habn Orchester, da kann ich ja schreiben was ich will und diese ganzen tollen Einfälle einbauen!" Man beginnt also als Komponist, sich selbst zu beschneiden, wenn man für Samples schreibt, beschneidet dadurch auch die Musik ihrer Möglichkeiten und zack hat man das Dilemma vieler mittelgroßer und kleiner Soundtrackproduktionen: Scheiß Musik und dazu noch n Scheiß Sound weil nicht echt. Das Sample-Dilemma ist also nicht so sehr ein Problem bei den großen Produktionen (die, die hauptsächlich von den Fans wahrgenommen werden) sondern ein Problem, was in der Mitte wütet, dadurch aber generell die Filmmusik gefährdet, weil in allen Positionen Ansprüche runtergeschraubt werden (der Produzent, der Dosenorchester hinnimmt weils billiger ist, der Komponist, der hinnimmt (oder hinnehmen muss), dass er sich gefälligst musikalisch zu limitieren hat, damit er seine Musik mit Samples umsetzen kann). Grüße Robin
  20. Haha, mixolydian, danke, dass Du hier so Partei ergreifst, aber es ist nicht nötig, dass Du mich verteidigst Ich hab schon unglaublich viele Stücke von hochrangig studierten Komponisten gehört, bei denen mir einfach die Fußnägel abfaulen, genauso wie ich schon begeistert absoluten Autodidakten gelauscht habe. Ich finde, ein Studium hat nix mit musikalischer Qualität zu tun, es hilft einem vielleicht, gewisse Dinge schneller umsetzen zu können oder ein problem zielorientierter angehen und lösen zu können, aber bessere Ideen kriegt man dadurch auch nicht. Silas, es ist dein gutes Recht, das zu finden und meinetwegen darfst Du auch aus welchen Gründen auch immer denken, ich könnte nix anderes außer andere Komponisten zu zitieren und werde es auch nie anders können, allerdings habe ich - es tut mir Leid - auch keine Lust, dir irgendwas beweisen oder mich rechtfertigen zu wollen, aus dem Alter, in dem ich das Gefühl habe, ich müsste mich vor jedem, der meine Musik nicht mag, beweisen, bin ich irgendwie schon raus Grüße Robin
  21. Ich finde, in den Filmmusiken auf meiner Page hört man keinen Stil raus, auf den man irgendwas runterkochen könnte. Dazu sind die Sachen aus viel zu vielen Töpfen bedient. Als Filmkomponist ist man (solange man nicht in der Position ist, so groß zu sein, dass man sich alles erlauben kann) Dienstleister, und wenn ein Auftraggeber darauf besteht, dass die Szene gefälligst so und so zu klingen hat, kann man keinen Anfall von Divenhaftigkeit bekommen und schmollen, weil man es nicht so will. Man muss in vielen Situationen das Ego zurückschrauben und einfach machen, auch wenn man der Meinung ist, dass man da eigentlich was viel krasseres schreiben könnte. Meine oberste Prämisse ist es, Spaß bei der Sache zu haben, die ich mache. Und das hab ich sowohl dann, wenn ich n schnulzig-poppiges Streicherarrangement schreibe genauso wie wenn ich wie Zimmer klingen soll wie auch wenn ich ne atonale Strecke schreibe. Wenn ich das Bedürfnis habe, meinem "künstlerischen Drang" freien Lauf zu lassen, schreib ich halt n Konzertstück und mache da kompromisslos das, was ich machen will. Aber ich stehe auch dazu, gern ne kleine Popschlampe zu sein. Ich kann auch ergriffen bei ner gut gemachten I-IV-V-Kadenz dasitzen und mich freuen. Und ich hoffe, das wird auch immer so bleiben. Gute Musik hat für mich weder was mit wahnsinniger Komplexität noch was mit grandioser Innovation zu tun, sondern einfach nur was damit, dass man hört, dass der, der es gemacht hat, Ahnung davon hat. Sicher würde ich viele der Sachen auf meiner Page nicht so schreiben, wenn ich freie Hand gehabt hätte, aber ich hatte trotzdem Spaß daran, sie so zu schreiben, wie sie sind. Ich freue mich auch darüber, ner plumpen Scheißmelodie noch irgendwas zu entlocken, was sie (zumindest für mich) nochn bisschen attraktiver macht.
  22. Ich wollte hier eigentlich keine Debatte über prinzipielle Filmmusikästhetik lostreten Mir ist bewusst, dass der Track keine wirkliche Innovation bietet, das war aber, wie gesagt auch nicht mein Ziel. Und mal davon abgesehen, muss ich auch die "Pseudo-Zimmer"-Fraktion etwas in Schutz nehmen. Es sei mal dahin gestellt, ob man das nun mag, zu plump findet oder wasauchimmer. Das Problem ist, dass die Auftraggeber momentan wie besessen auf diesen Stil sind. "Das Hauptthema muss von epischen Hörnern gespielt werden und dann will ich so Staccatostreicher drunter haben... dadam da da dam, verstehst du?" Traurig aber wahr, sowas kriegt man momentan ständig zu hören. Wie gesagt, Ziel des Tracks, war es, als Demo zu fungieren, d.h. ich will den auch potentiellen Auftraggebern im gegebenen Moment zeigen. Und für die dürfte dieser Track in der Regel schon hart am "zuviele Noten und warum sind da so schiefe töne drin"-mäßig sein.
  23. Ja, es war nicht meine Intention, das Rad neu zu erfinden, der Track hat keine spezielle Funktion sondern dient eigentlich nur zu Demozwecken für Actionscoring.
  24. Guten morgen, ich wollte mich hier auch mal wieder etwas zu Wort melden und eine neue kleine Komposition vorstellen: http://robin-hoffmann.net/mp3/RH_The_Last_Survivor.mp3 Würde mich über Kommentare etc. freuen. Viele Grüße Robin
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