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Mephisto

Italienische Genre-Filmmusik der 50er-70er Jahre

Empfohlene Beiträge

vor 4 Stunden schrieb Angus Gunn:

Da fällt mir sonst spontan noch der FERRAMONTI-Score ein, oder auch AVVVENTURIERO, die ich aber nicht ganz so hoch schätze wie eben CINEMA PARADISO. Gibt´s denn in der Richtung noch irgendwelche besonderen Tipps?

Ich weiß natürlich nicht, wie bewandert Du bei Morricone bist, denn elegische Scores gibts eine ganze Menge bei ihm. Ich mag EREDITA FERRAMONTI und AVVENTURIERO auch sehr, vor allem FERRAMONTI hatte es mir immer schon angetan. Mein ganz persönlicher Favorit wäre IL DESERTO DEI TARTARI von 1976, der die Tragik und die Verlorenheit des Films auf musikalisch kongeniale Weise einfängt. Vielleicht muß man hierbei aber auch einen Bezug zum Film haben, denn es gibt durchaus ein paar herbere dissonante Partien, die vielleicht nicht jedermanns Sache sind, und der Einsatz der Orgel ist ebenfalls ungewöhnlich. Aber diese traumverlorene Atmosphäre, die durchgehalten wird, ist einfach einmalig..
Ansonsten würde ich vor allem diese Titel nennen, die echte Perlen und wohl nicht jedem geläufig sind:
- I PROMESSI SPOSI (1989) - CD dürfte ziemlich rar sein inzwischen und deshalb kennen den Score nur sehr wenige
- IL PRATO (1979)
- QUESTA SPECIE D´AMORE (1972)
- LA CALIFFA (1970 - inzwischen durch viele Reissues wohl deutlich populärer geworden als noch in den 80ern und 90ern
- LE DUE STAGIONI DELLA VITA (1971) - eigentlich ist nur die eine lange Suite mit knapp 20 Minuten elegisch und romantisch, aber das ist einfach genial und von daher bei mir immer ganz oben mit dabei
- ADDIO FRATELLO CRUDELE (1971)
- LA DISUBBBIDIENZA (1981)
- A TIME OF DESTINY (1989)

Ich könnte da jetzt sicher eine ganze Menge mehr noch nennen wie D´AMORE SI MUORE, LA VENEXIANA oder CANONE INVERSO, aber die oberen waren für mich schon unheimlich prägend und sind mir immer noch sehr wichtig neben deutlich bekannteren Arbeiten wie NOVECENTO oder MARCO POLO, die ich wohl nicht besonders erwähnen muß..

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vor 5 Stunden schrieb Stefan Schlegel:

Ich weiß natürlich nicht, wie bewandert Du bei Morricone bist

Ich habe längst nicht alles von ihm, brauche aber auch nicht alles. Gerade bei den rein oder überwiegend elegischen Scores sieht´s bei mir mager aus. Von den genannten kenne ich die meisten nicht. Auch IL DESERTO DEI TARTARI nicht, werde ich aber mal im Auge behalten.

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vor 51 Minuten schrieb Angus Gunn:

Ich habe längst nicht alles von ihm, brauche aber auch nicht alles. Gerade bei den rein oder überwiegend elegischen Scores sieht´s bei mir mager aus.

Wie kommts? Liegt es einfach daran, daß Du - was ja wie ich über die Jahre oft festgestellt habe auch bei vielen anderen deutschen Filmmusiksammlern der Hinderungsgrund ist - die zugrunde liegenden Filme nicht kanntest oder kennst und deshalb gezögert hast, beim ein oder anderen eher obskuren Score überhaupt zuzugreifen?
Bei mir ists jedenfalls ganz genau umgekehrt gelaufen. :)
Ich habe seit Ende 70er ganz bewußt bei Morricone selektiert und überwiegend nur die romantischen Soundtracks von ihm gesammelt, die mich wirklich emotional angesprochen haben. Am Anfang natürlich auch mal klare Fehlkäufe gemacht, das bleibt bei den vielen Morricone-Scores logischerweise nicht aus, aber durch andere Sammler, die unbekannte Titel schon hatten, hat man doch bald gehörig dazugelenrt und gemerkt, was für einen selbst in Frage kommt und was nicht. Ich bin dann mit meiner Auswahl auch immer sehr gut gefahren. Ich habe mich nie wie viele andere auf die populären Morrricone-Titel konzentriert, die eh jeder kennt, sondern habe sehr bald die Erfahrung gemacht, daß bei ganz unbekannten Filmen oftmals die besseren Musiken zu finden sind. Aber man muß natürlich erst mal darauf kommen - von alleine ging das zumindest damals nicht, denn es gab ja kein Internet. Heutzutage sind natürlich die Möglichkeiten des überall Reinhören-Könnens völlig andere und von daher ist die Situation gar nicht mehr vergleichbar.
Ich brauche ganz bestimmt auch nicht alles von Morricone. Die Krimis und Thriller-Scores, die abgefahrenen psychedelischen Sachen von ihm oder die Easy Listening-Geschichten habe ich zum Beispiel fast alle nicht - klar, früher einmal gehört oder von anderen LP oder CD ausgeliehen, aber selbst eben nicht gekauft, weil es mich zumeist kaum angesprochen hat. Von daher ist es höchstens ein Drittel vom gesamten Morricone-Output, den ich mir wirklich auf Tonträger zugelegt habe. Und damit bin ich seit Jahren vollkommen zufrieden und das reicht mir auch aus.

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vor 6 Stunden schrieb Stefan Schlegel:

Ich könnte da jetzt sicher eine ganze Menge mehr noch nennen wie D´AMORE SI MUORE, LA VENEXIANA oder CANONE INVERSO, aber die oberen waren für mich schon unheimlich prägend und sind mir immer noch sehr wichtig neben deutlich bekannteren Arbeiten wie NOVECENTO oder MARCO POLO, die ich wohl nicht besonders erwähnen muß..

Folgende CDs sind auch noch zu empfehlen:

- Per Amore (1976)

- Cosi come sei (1978)

- La Dame aux Camélias (1980) 

Besonders La Dame aux Camélias ist wunderschön.😍

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vor 13 Minuten schrieb the.lord.of.the.rings:

- La Dame aux Camélias (1980) 

Besonders La Dame aux Camélias ist wunderschön.😍

Ja, volle Zustimmung, obwohl ich DIE KAMELIENDAME jetzt schon eher zu den allgemein bekannteren Morricone-Soundtracks gezählt hätte und ihn deshalb weiter oben auch nicht erwähnt habe..
Ich hatte die LP schon damals an 1981 als sie rauskam gekauft und diesen Kauf auch späterhin nie bereut. Wirklich feine, äußerst reizvolle Musik, die man einmal gehört kaum mehr aus dem Ohr bekommt.

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vor 2 Stunden schrieb Stefan Schlegel:

Wie kommts?

Tja, wie kommts?  In jungen Jahren habe ich mich einfach mehr für Musik aus dem Action-/Abenteuer-Genre interessiert und mich bei Morricone entsprechend auf die Western gestürzt. Auch dort gab es wunderbare, elegische Themen zu entdecken. Sachen wie IL GRANDE SILENZIO oder "Father Rattigan" aus NAVAJO JOE fand und finde ich absolut großartig. Aber auch Sachen wie LE PROFESSIONEL, LE MARGINAL, Musik zu damals aktuellen Kinofilmen wie FRANTIC und MISSION mochte ich sehr und liebe sie auch heute noch. Ich glaube, der erste Morricone, der von überwiegend ruhiger, epischer und emotionaler Natur war, und der mich richtig beeindruckt hat, war SECRET OF THE SAHARA. Die Serie lief seinerzeit im ZDF und wurde durch die Musik enorm aufgewertet. Die LP war auch sehr gut in den Regalen der Kaufhäuser vertreten.

Aber das Hauptaugenmerk galt halt lange Zeit dem klassischen Abenteuer- Kriminal- und Action-Kintopp, am besten noch mit reißerischem Cover-Design. Zum überwiegenden Teil waren mir die Filme vorher bekannt, Verdachtskäufe kamen aber auch öfters vor.

Auch wenn´s langsam unangehm wird, aber die Musik zur KAMELIENDAME ist mir auch unbekannt, wird aber vorgemerkt. :)

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I PROMESSI SPOSI (und nicht I PROMESSO SPOSI) hatte ich oben doch schon erwähnt. Ist ganz klar einer der schönsten Morricone-Scores der 80er und bei mir in den Top 10 auf jeden Fall dabei. Die Vorlage ist ein in Italien ganz berühmter historischer Roman aus dem frühen 19. Jahrhundert von Alessandro Manzoni - spielt am Comer See und witzigerweise konnte  ich genau dort im Urlaub vor 20 Jahren sogar noch ein CD-Exemplar zum normalen Preis für einen guten Freund auftreiben - , der über die Jahrzehnte hinweg mehrfach verfilmt wurde. Auch die Musik von Carlo Rustichelli zur 1964er-Fassung ist sehr hörenswert und klasse.
Wie ich es bereits gedacht habe ist die CD natürlich inzwischen schweineteuer geworden:
https://www.discogs.com/de/Ennio-Morricone-I-Promessi-Sposi/release/4787860

Das war eine Fonit Cetra-CD, wo die RAI dahintersteckt, und da ist halt auch in naher Zukunft kein Reissue von den üblichen italienischen Soundtrack-Labels zu erwarten, weil die dort keinen Zugang haben. Deshalb ist die Musik leider vielen wohl auch völlig unbekannt.

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vor 3 Stunden schrieb Angus Gunn:

Ich glaube, der erste Morricone, der von überwiegend ruhiger, epischer und emotionaler Natur war, und der mich richtig beeindruckt hat, war SECRET OF THE SAHARA. Die Serie lief seinerzeit im ZDF und wurde durch die Musik enorm aufgewertet. Die LP war auch sehr gut in den Regalen der Kaufhäuser vertreten.

Ja, ich weiß, da ist damals an 1987 viel Werbung im ZDF für den Morricone-Soundtrack gemacht worden, als der TV-Mehrteiler dort gezeigt wurde. Das LP-Klappalbum stand dann auch überall herum in den Plattenläden  und das habe ich zu der Zeit natürlich auch mitbekommen. Dennoch hat bei mir SECRET OF THE SAHARA nie so richtig toll gezündet, die LP - obwohl ich sie selbstverständlich auch habe - war mir etwas zu lang und teilweise auch zu schleppend. Und das Ganze bricht auch etwas dadurch auseinander, daß die paar von Franco Ferrara 1965 dirigierten Stücke für die abgelehnte Morricone-Musik zu THE BIBLE dazwischengeschaltet sind, die einfach nicht so richtig mit dem Rest verschmelzen.
Den ein paar Jahre drauf entstandenen IL PRINCIPE DEL DESERTO-Score - auch ein Wüstenabenteuer -  fand ich musikalisch stärker und hat mir dann besser gefallen.

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vor 19 Stunden schrieb Stefan Schlegel:

Den ein paar Jahre drauf entstandenen IL PRINCIPE DEL DESERTO-Score - auch ein Wüstenabenteuer -  fand ich musikalisch stärker und hat mir dann besser gefallen.

Das ist bei mir genau umgekehrt. PRINCIPE ist in einem sehr ähnlichen Stil gehalten, auch sehr schön, aber für mich etwas schwächer. Über die beiden Ferrara-Tracks habe ich mich damals auch gewundert und habe sie als Stilbruch empfunden, obwohl sie für sich genommen opulent und auch im Film effektiv eingesetzt sind. Von ihrer eigentlichen Herkunft hatte ich seinerzeit noch keine Ahnung.

 

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