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Hm, jetzt, wo ich das nochmal lese, wird mir klar, dass es nicht ganz verständlich war. Also meine Aussage bezog sich rein auf "Troja". Ich habe halt die Stellen aus den Symphonien, dem Nussknacker und dem War Requiem rausgesucht und dazu die Zitate aus "Troja".

Das habe ich dann so angeordnet, dass man immer erst das Zitat, dann das Original hörte und alle, denen ich das gezeigt und nicht gesagt habe, was sie da gleich hören werden, haben sofort gemerkt, dass da eindeutig geklaut wurde. Will damit sagen, dass Horner hier besonders offensichtlich gearbeitet hat...

Achso, jetzt verstehe ich. :rolleyes:

Ein ziemlich kluges Experiment, aber es ist ja auch ziemlich offensichtlich, dass Horner sich hier nicht sehr viel Mühe gemacht hat. Wenn man aber bedenkt, dass er für den Score nur zwei Wochen Zeit hatte, kann man es ihm vielleicht nicht Übel nehmen, aber wenn ich dann wiederum Goldsmith als Vergleich nehme, der für Chinatown zwei Wochen brauchte und diesen mit Troy vergleiche, sind gewaltige, qualitative Unterschiede zu erkennen.

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Gast Ramon

Der gute Horner ist nun schon so tief gesunken, daß es für viele wichtiger ist, was er sagt, als was er an neuer Musik schreibt. Aber womöglich muß er sich beim Reden, nicht bei den Großen der Zunft bedienen. Musikalisch braucht er sich natürlich auch keine Sorgen machen, wurde doch von seinen Kollegen in Hollywood, auch seit Jahren kein guter Score mehr geschrieben. Mach nur so weiter Horner, es wird noch Jahre dauern, bis man in Hollywood erkennt, daß du nur noch von Selbstzitaten lebst.

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Ich habe nach Benutzen der Suchfunktion festgestellt, dass es noch keinen Thread zu diesem Horner - Score gibt, der als allgemein ein wennig besser gilt.

Ich habe ja vorhin im "Ich höre gerade..." einen Text dazu geschrieben, den ich an dieser Stelle einfach noch Mal aufgreifen möchte:

Zitat:

Zitat von Meister Seth

Seit langem mal wieder drinne:

missingsk93093xz6.jpg

Ein Score von James Horner der auf den ersten Eindruck (bei Hörproben) positiv wirkte aber dann doch schnell zeigte das Horner sich hier kein bisschen weier entwickelt hat und nix offenbart. Einige Passagen sind nett anzuhören aber auf Grund der Albumlänge ist man mehr als übersättigt. Außerdem sind diese ständigen Deja Vu - Erlebnisse wirklich nur langweilig.

Zudem kann ich das Braveheart - Lovetheme nicht mehr hören. So sehr ich es auch mag. Es ist in jedem Score! Und ganz ehrlich mittlerweise geht es mir mit Erlaub nur noch auf den "Sack".

Wertung: 2,5 von 6 Punkten

Hier ein Video vom Scoring der Filmmusik:

http://video.google.de/videoplay?doc...arch&plindex=0

Hab den Soundtrack jetzt auch endlich in meiner Sammlung und muss sagen, dass ich ihn persönlich nicht so zerreißen würde wie Seth. Die Selbstzitate sind zwar wieder reichlich vorhanden, aber die interessieren mich bei Horner eh nicht. Denn ich seh seine Scores (und auch die von jedem anderen Komponisten) immer unabhängig von vorangegangen Werken und betrachte die Score stehts für sich allein. Die Zitate von Horner bewirken auch eher ein Schmunzeln bei mir, als das es mich aufregen würde. Und ich muss sagen, dass mich auch hier wieder die typische Breitwand-Stimmung von Horner verzaubert hat. Die thematische Verarbeitung ist wie immer großartig und die dezent eingestreuten Indianer-Sounds wissen auch zu gefallen.

Was jedoch nicht zu verheimlichen ist, ist die Tatsache, dass der Score fast nur auf einem großen Thema aufbaut. Dies führt bei der reichlichen Spielzeit von über 77 Minuten doch zu einigen Längen. 20 - 30 Minuten weniger hätten es auch getan. Alles in allem gewohnter Horner-Standart, bei dem man als Fan nix falsch machen aber auch nicht viel neues entdecken kann. Kritiker bleiben wie immer fern davon.

4/6 Punkte von mir.

bearbeitet von Thomas Nofz

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Hab den Soundtrack jetzt auch endlich in meiner Sammlung und muss sagen, dass ich ihn persönlich nicht so zerreißen würde wie Seth. ... Was jedoch nicht zu verheimlichen ist, ist die Tatsache, dass der Score fast nur auf einem großen Thema aufbaut. Dies führt bei der reichlichen Spielzeit von über 77 Minuten doch zu einigen Längen. 20 - 30 Minuten weniger hätten es auch getan. ... 4/6 Punkte von mir.

Ich würde den Soundtrack auch nicht so schlecht bewerten. An jeder Ecke hört man zwar deutlich, dass es sich um einen Horner-Score handelt aber das ist ja auch der Grund, weshalb Fans seiner Musik immer wieder zu Horner-CDs greifen.

Wäre die Spielzeit nicht 77 Min. lang gewesen, dann hätten wieder viele gemeckert, wie viel wertvolle Musik da unterschlagen worden wäre. :) Bin mit der langen Spielzeit zufrieden.

4/6 Punkte halte ich auch für gerechtfertigt.

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Gast Cinematographer

James Horner´s bester Score?

Selbstverständlich der zu A Beautiful Mind!

Äußerst einfühlsam und Melancholisch,

Schwere, drückende Melodien,

Echt klasse!

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Horner polarisiert. Mindestens so sehr wie Zimmer. Bloß weiß ich bei Horner nicht so recht, ob es pure Absicht ist.

Ich find "Willow" musikalisch großartig. Als Klassikbanause wusste ich nicht, dass das Hauptmotiv geklaut ist. "Rocketeer" find ich auch klasse. "Braveheart" geht (mit Ausnahme von "Battle of Stirling") als Höralbum an mir total vorbei - Kitsch ohne Ende. Im Film funktioniert's aber gut. Yareds "Troy" gefällt mir zehnmal besser als Horners "Cut and Paste"- Version... obwohl ich vor Horners Blitztempo den Hut ziehe und Yareds Score den Streifen auch nicht gerettet hätte.

Sympathisch? Grundehrlich? Bescheiden? Größenwahnsinnig? Genial? Egozentrisch? Kollegial? Bewundernswert? Durchgeknallt? Dazu möchte ich mir jetzt nicht anmaßen, eine letztgültige Aussage zu treffen. Schlussendlich kenne ich den Mann ja gar nicht. Aber je mehr ich von ihm und über ihn lese, desto weniger Interesse hab ich, mir Scores von ihm zu kaufen. Tatsächlich hab ich nach dem ganzen "Wer klaut wo, wer hat keine Ahnung, und wer kann's am besten"- Gezacker sogar auf "Willow" kaum noch Lust. Sorry.

Aber es freut mich für seine Fans, dass "Spiderwick" ein bisschen alten Glanz auffrischt. Insofern - Peace and Love. :applaus:

Alex

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Horner polarisiert. Mindestens so sehr wie Zimmer. Bloß weiß ich bei Horner nicht so recht, ob es pure Absicht ist.

Ich find "Willow" musikalisch großartig. Als Klassikbanause wusste ich nicht, dass das Hauptmotiv geklaut ist. "Rocketeer" find ich auch klasse. "Braveheart" geht (mit Ausnahme von "Battle of Stirling") als Höralbum an mir total vorbei - Kitsch ohne Ende. Im Film funktioniert's aber gut. Yareds "Troy" gefällt mir zehnmal besser als Horners "Cut and Paste"- Version... obwohl ich vor Horners Blitztempo den Hut ziehe und Yareds Score den Streifen auch nicht gerettet hätte.

Sympathisch? Grundehrlich? Bescheiden? Größenwahnsinnig? Genial? Egozentrisch? Kollegial? Bewundernswert? Durchgeknallt? Dazu möchte ich mir jetzt nicht anmaßen, eine letztgültige Aussage zu treffen. Schlussendlich kenne ich den Mann ja gar nicht. Aber je mehr ich von ihm und über ihn lese, desto weniger Interesse hab ich, mir Scores von ihm zu kaufen. Tatsächlich hab ich nach dem ganzen "Wer klaut wo, wer hat keine Ahnung, und wer kann's am besten"- Gezacker sogar auf "Willow" kaum noch Lust. Sorry.

Aber es freut mich für seine Fans, dass "Spiderwick" ein bisschen alten Glanz auffrischt. Insofern - Peace and Love. ;)

Alex

Ein sehr schöner Beitrag! Danke. Prinzipiell sehe ich das ganz ähnlich.

Ich bin dem "Horner der 80er" gross geworden und habe seine Musik so geliebt wie die von Goldsmith und Williams (andere Komponisten kannte ich damals gar nicht oder kaum...). Unabhängig davon, ob man glaubt, er hätte in der heutigen Zeit (oder sogar schon Mitte der 90er) seine Kreativität und Inspiration weitgehend verloren und würde nur noch Standard-"Copy and Paste"-Scores komponieren, halte ich seine Verdienste um die Filmmusik für unbestreitbar: ohne "Battle Beyond The Stars", "Krull", "Aliens", "Star Trek 2", "Rocketeer", "Wolfen", "Willow", "Land Before Time", "The Pagemaster", "A Beautiful Mind", "Bicentennial Man", ja selbst "Titanic" u.a. wäre mein musikalischer "Erlebnishorizont" ungleich ärmer und ich würde nie auf diese grossartigen Hörerlebnisse verzichten wollen.

...und auch ich sehe Horner mit "Spiderwick Chronicles" auf dem "Weg der Besserung". Ich bin schon sehr neugierig, was er für den neuen James Cameron-Film "Avatar" musikalisch erschaffen wird... :)

Gruss

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Horner polarisiert. Mindestens so sehr wie Zimmer. Bloß weiß ich bei Horner nicht so recht, ob es pure Absicht ist.

Ich find "Willow" musikalisch großartig. Als Klassikbanause wusste ich nicht, dass das Hauptmotiv geklaut ist. "Rocketeer" find ich auch klasse. "Braveheart" geht (mit Ausnahme von "Battle of Stirling") als Höralbum an mir total vorbei - Kitsch ohne Ende. Im Film funktioniert's aber gut. Yareds "Troy" gefällt mir zehnmal besser als Horners "Cut and Paste"- Version... obwohl ich vor Horners Blitztempo den Hut ziehe und Yareds Score den Streifen auch nicht gerettet hätte.

Sympathisch? Grundehrlich? Bescheiden? Größenwahnsinnig? Genial? Egozentrisch? Kollegial? Bewundernswert? Durchgeknallt? Dazu möchte ich mir jetzt nicht anmaßen, eine letztgültige Aussage zu treffen. Schlussendlich kenne ich den Mann ja gar nicht. Aber je mehr ich von ihm und über ihn lese, desto weniger Interesse hab ich, mir Scores von ihm zu kaufen. Tatsächlich hab ich nach dem ganzen "Wer klaut wo, wer hat keine Ahnung, und wer kann's am besten"- Gezacker sogar auf "Willow" kaum noch Lust. Sorry.

Aber es freut mich für seine Fans, dass "Spiderwick" ein bisschen alten Glanz auffrischt. Insofern - Peace and Love. :)

Alex

Kann man durchaus so stehen lassen,keine sinnloses runtergemache....dennoch würde ich dir mal Horners teilweise feinste Arbeit zu Trickfilmen ans Herz legen.

Ich sag da nur...Pagemaster (gefällt dir hundertpro);Balto;Once upon a forest;Feivel; etc

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Es wird sich sicher ergeben, dass ich das mal zu Gehör kriege - danke für die Tipps, Toni. Aber momentan gibt's ein paar Sachen, die auf meiner Wunschliste weiter oben stehen.

Peace and Love

Alex

P.S.: Ah ja, noch was - Honorable Mention an Horner für "Krull". Super Score, zumindest für meine Ohren. Weiß aber nicht, ob man da auch Geklaute Motive drin finden kann, wenn man lange genug sucht.

bearbeitet von Alex

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Es wird sich sicher ergeben, dass ich das mal zu Gehör kriege - danke für die Tipps, Toni. Aber momentan gibt's ein paar Sachen, die auf meiner Wunschliste weiter oben stehen.

Peace and Love

Alex

P.S.: Ah ja, noch was - Honorable Mention an Horner für "Krull". Super Score, zumindest für meine Ohren. Weiß aber nicht, ob man da auch Geklaute Motive drin finden kann, wenn man lange genug sucht.

Ahjo Krull ist super,vor allem der Cue "Riding the Firemares" da geht die Post ab....Horner at it´s best....:)

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Als weiter Empfehlung würde ich auch unbedingt "Casper" nennen. Tja, und "Krull" ist in meinen Augen sowieso Horner's ultimativer Beitrag für die Filmmusikwelt.

Und was das leidliche Thema des Klauens angeht, ich sehe es genau wie der Meister selbst und verweise hier mit auf Toni's Sig.

bearbeitet von Bada Bing

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Und ich als Star Trek Fan möchte auch noch unbedingt STAR TREK II empfehlen. Für mich immer noch eine von Horners besten Arbeiten.

Aber auch Star Trek III gefällt mir, ebenso wie Brainstorm und, und, und...:)

P.S

Natürlich finde ich Krull auch genial!

bearbeitet von Bigbear

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Aufgrund mehrfacher Bitte eines einzelnen Users (;)) schreibe ich hier meine Gedanken zu einem Score auf, der für viele ein Segen ist, für mich jedoch ein absolutes No-Go darstellt: AN AMERICAN TAIL.

So, lieber Thomas: Ich habe mir den Score so eben noch mal angehört und bleibe bei meiner Meinung, dass der Score mich zu Tode langweilt. Das liegt nicht daran, weil er langweilig im Sinne von mangelnder Thematik, Motivik oder Vielfalt ist, sondern daran, dass Horner versucht etwas aufzubauen, dies jedoch sehr strukturell nicht haltbar ist und somit zu Boden kracht. Ich werde mich nur allgemein fassen, denn wenn ich mich tiefgründig und eingehend mit der Materie auseinandersetze, würde ich den Score im wahrsten Sinne des Wortes "zerfleddern" und das möchte ich nicht. Ich bewerte nur den Score und nicht die Musical-Einwürfe, die ich ja auch nicht besonders finde (was aber an mir liegt, weil ich kein großer Musical-Freund bin).

Der "Main Title" ist insgesamt sehr schön, doch hängen tut es bei der Innovation. Es fängt an zu blühen, aber verwelkt recht schnell: Hier mal ein bisschen Dvoraks Neunte Symphonie "Aus der Neuen Welt", das Feivel-Thema aus Goldsmiths SUPERGIRL abgekupfert und ein bisschen orchestral dahergefahren. Der Einsatz des Schifferklaviers ist ein kleiner Störfaktor, was aber nur persönlicher Geschmack meinerseits ist. Thematisch ist hier ein Versuch gestartet worden, der aber - warum auch immer - abbrechend wirkt.

"The Cossack Cats" ist ein Beispiel des haltlosen Unterfangens, welches ich kritisiert habe. Ein orchestrales Prachtstück, jedoch sehr schnell präsentiert und dann auch wieder vorbei. Es war ein kleiner Funke zu sehen, doch genau erinnern tut man sich nicht, warum jetzt auf einmal nichts hängen geblieben ist. Mit "nichts hängen geblieben" meine ich nicht "keine Melodien zum Mitträllern", sondern mit "nichts hängen geblieben" meine ich "keine durchdachten Einfälle". Es hat mich nicht sonderlich vom Hocker gehauen.

"The Storm" ist ja auch ein Witz: Typische, hornersche Orchestermotive (was nicht schlecht ist!), aber dann ein kleiner Bauklotz aus KRULL und schon schwirrt es vor sich hin. Da hilft selbst die Anwendung der Windmaschine nichts, um den Sturm musikalisch nachzuahmen. Das ist Komponisten wie Richard Strauss oder Ralph Vaughan Williams schon mal besser geglückt.

Ab hier kann ich mich schon gar nicht mehr genau erinnern, weil nichts großartiges passierte. Irgend ein Stück in der Mitte war noch so richtig dreist von der Klassik geklaut (Sibelius vermute ich), so dass ich es einfach nur bis zum Ende hin spulte.

"Releasing the Secret Weapon" wäre durchaus ein Kandidat für gutes Action-Scoring gewesen, doch leider eine vertane Chance: Der hornersche Streicheraufsatz, gefolgt mit den trillernden Bläsern baut sich gezielt auf, wird aber leider durch eine KRULL-ähnliche Rhythmik verworfen. Dann folgen die Prokofiev-Bläser, später fährt Horner seine allbekannten Motive aus und es führt irgendwo hin, aber nicht da hin, wo ich es mir vorstellen könnte, dass es noch ein orchestrales Wunderwerk wird.

"The Great Fire" und "Reunited" war so ein wenig Lalala mit ein bisschen Klassik und "Flying away and End Credits" greift noch mal das Goldsmith-Thema... entschuldigung, das "Horner-Thema" auf, in netten Variationen, die ganz haltbar sind, aber fließt wiederum in Richtung klassicher Musik und mündet letztendlich in dem "Largo" aus Dvoraks Neunter Symphonie.

Im Großen und Ganzen ein langweiliger Score. Dass er recht dicht und lyrisch gewebt ist, erschließt sich in meinen Augen nicht, Thomas.

Da höre ich doch lieber einen anderen Horner. Da rühre ich doch gerade mal die Werbetrommel für einen Score, der etliche Male positiv erwähnt wurde und Horners Schaffensperiode zur Kreativität neigen lässt: KRULL.

James Horners KRULL ist in meinen Ohren ein orchestrales Feuerwerk mit Dynamik und Aggression zugleich. Hier ist beinahe alles perfekt. Horner hat so gut wie nicht geklaut und hat gezeigt, was in ihm steckt. Obendrein verwirklicht das LSO mein Traum eines großartigen Scores. KRULL ist eines meiner Lieblinge!

KRULL ist James Horner Bester! Manchmal schwanke ich noch zwischen LAND BEFORE TIME, aber da der Score wieder wesentlich mehr geklaut ist, fällt mir die Entscheidung leicht. Ein Must-Have für jeden Soundtrack-Liebhaber: KRULL. :)

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Marc, vielen Dank für deine ausführlichen und ehrlichen Worte! :)

Bevor ich dazu etwas schreibe, noch eine Frage: Wo genau hörst du denn Goldsmiths SUPERGIRL raus. Das habe ich heute wirklich zum ersten Mal gelesen. ;)

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Aufgrund mehrfacher Bitte eines einzelnen Users (;)) schreibe ich hier meine Gedanken zu einem Score auf, der für viele ein Segen ist, für mich jedoch ein absolutes No-Go darstellt: AN AMERICAN TAIL.

Der "Main Title" ist insgesamt sehr schön, doch hängen tut es bei der Innovation. Es fängt an zu blühen, aber verwelkt recht schnell: Hier mal ein bisschen Dvoraks Neunte Symphonie "Aus der Neuen Welt", das Feivel-Thema aus Goldsmiths SUPERGIRL abgekupfert und ein bisschen orchestral dahergefahren. Der Einsatz des Schifferklaviers ist ein kleiner Störfaktor, was aber nur persönlicher Geschmack meinerseits ist. Thematisch ist hier ein Versuch gestartet worden, der aber - warum auch immer - abbrechend wirkt.

???:) Also das ist ja mal wirklich viel Gered eund wenig Aussage. Erstens: wo hörst du das SUPERGIRL-Zitat, zweitens: was verwelkt recht schnell und wieso? Warum ist es thematisch schwach??

"The Cossack Cats" ist ein Beispiel des haltlosen Unterfangens, welches ich kritisiert habe. Ein orchestrales Prachtstück, jedoch sehr schnell präsentiert und dann auch wieder vorbei. Es war ein kleiner Funke zu sehen, doch genau erinnern tut man sich nicht, warum jetzt auf einmal nichts hängen geblieben ist.

;) Wieder keinerlei Erklärung, nur abwertende Adjektive die zu keiner Aussage führen. Schade.

"The Storm" ist ja auch ein Witz: Typische, hornersche Orchestermotive (was nicht schlecht ist!), aber dann ein kleiner Bauklotz aus KRULL und schon schwirrt es vor sich hin. Da hilft selbst die Anwendung der Windmaschine nichts, um den Sturm musikalisch nachzuahmen. Das ist Komponisten wie Richard Strauss oder Ralph Vaughan Williams schon mal besser geglückt.

:( Was ist für dich "typisch hornersche Orchestermotive? Du vergleichst Horner mit Strauss und Vaughan Williams? MAn vergleicht keine Äpfel mit Birnen.

Ab hier kann ich mich schon gar nicht mehr genau erinnern, weil nichts großartiges passierte. Irgend ein Stück in der Mitte war noch so richtig dreist von der Klassik geklaut (Sibelius vermute ich), so dass ich es einfach nur bis zum Ende hin spulte.

"The Great Fire" und "Reunited" war so ein wenig Lalala mit ein bisschen Klassik und "Flying away and End Credits" greift noch mal das Goldsmith-Thema... entschuldigung, das "Horner-Thema" auf, in netten Variationen, die ganz haltbar sind, aber fließt wiederum in Richtung klassicher Musik und mündet letztendlich in dem "Largo" aus Dvoraks Neunter Symphonie.

Im Großen und Ganzen ein langweiliger Score. Dass er recht dicht und lyrisch gewebt ist, erschließt sich in meinen Augen nicht, Thomas.

Also im Großen und Ganzen ist das alles wirklich sehr allgemein gehalten und wenig aussagekräftig. Wenn du wenigstens nur einmal genau erklärt hättest, ausgenommen die KRULL-Zitate, die ich übrigens nicht in der Massivität heraushöre, was dich an dem Score wirklich stört, hätte man es ja begreifen können. Aber so erscheint es doch eher wie eine ganz persönliche Abneigung.

bearbeitet von Marcus Stöhr
Zitate korrigiert

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@ Thomas Nofz

Ja, ich werde schauen, wo das SUPERGIRL-Thema genau ist.

@ Carsten Berger

Carsten, lies einfach mal genau, was ich geschrieben habe. Ich habe geschrieben, dass ich es allgemein halte und nicht weiter ausschweife. Ich habe nicht erwähnt, dass ich eine Kritik, die eines Musikwissenschaftlers ähnlich ist, schreiben werde. Ich habe mir den Score 1x durchgehört und dann meine Gedanken dazu aufgeschrieben, mehr nicht.

Ich habe keine Lust an einem Sonntag oder an irgendeinem anderen Tag auf eine Auseinandersetzung, erst recht nicht mit dir.

Im Übrigen finde ich es ziemlich bedauerlich, dass ich auf Wunsch von Thomas Nofz dazu was schreiben durfte und jetzt darauf herumgehackt wird. Hätte ich das gewusst, hätte ich es gleich gelassen.

Eines kann ich nur sagen: AN AMERICAN TAIL sprüht nur so von unreifen Motiven, die Horner schon vorher verwendet hatte, aber vor AN AMERICAN TAIL wesentlich ausgefeilter waren. Das ist meine Meinung und Punkt.

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Also, ich habe das Thema bei SUPERGIRL gefunden. Eigentlich nicht direkt, sondern auf einer Suite zu SUPERGIRL, die Roy Budd mit dem LSO aufnahm. Das SUPERGIRL-Album habe ich nicht. Hier die Vergleichsauschnitte dazu - ca. 1,2 MB - schnell heruntergeladen:

RapidShare: Easy Filehosting

Ich glaube nicht, dass es eine einkomponierte Kadenz von Budd ist. Die Aufnahme wurde im selben Jahr wie SUPERGIRL eingespielt: 1984. Daher vermute ich, dass es aus den Originalpartituren stammt. Das müssten jetzt andere überprüfen. Aber bei Suiten ist es natürlich so eine Sache, da gibt es schon manchmal verschiedene Variationen. Aber wer weiß: Vielleicht ist es doch eine Kadenz von Budd und Horner hat es aus der Suite geklaut. Dem Mann traue ich alles zu.

bearbeitet von waldgeist

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Gast Stefan Jania

Wirklich interessanter Vergleich! An dieses Fragment kann ich mich in Goldsmiths Score aber nicht erinnern. Scheint wohl doch eher auf Budds Arrangement zu beruhen. Oder - eher anzunehmen - auf irgendeiner klassischen Grundlage.

Aber im Endeffekt: soll das hier wirklich wieder ein "Horner hat geklaut"-Thread werden? ;) Ich meine, dass dieses Thema doch schon wieder und wieder gekäut wurde und nun wirklich alles dazu gesagt wurde. Für mich persönlich trat dieser "Aha!"-Effekt schon vor 22 Jahren ein, als ich die LP zu Aliens zum ersten Mal gehört habe und mich dann gefragt habe, was in aller Welt Klingonen bei den Aliens zu suchen haben. So gesehen: für mich kalter Kaffee!

@Carsten: ich weiß, dass es schwer ist, aber nicht jeder mag das, was Du innig magst. Und wenn Du mit einem Argument ala "Aber so erscheint es doch eher wie eine ganz persönliche Abneigung." kommst, dann antworte ich Dir ganz schnell "Aber so erscheint es doch eher wie eine ganz persönliche Vergötterung." ;)

Gerade bei Horner: cool bleiben. Mehr antworte ich hier zu diesem Thema auch nicht mehr. Been there, done that. A long time ago....

:)

she.jpg

She, Max Steiner (Jau, schon wieder. Komme davon nicht los! :()

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Danke Stefan für deinen konstruktiven Beitrag! :)

Da kannst du nicht ganz Unrecht haben: Es scheint wohl wirklich auf einer klassischen Grundlage zu beruhen. Oder doch ein Budd-Zusatz? Egal: Fakt ist, dass Horner das nette Stück von einem Komponisten entnommen hat, den ich nicht kenne; oder von Budd.

Ich wollte daraus auch kein "Horner klaut hier und da"-Thread machen, sondern Thomas bat mich freundlich um eine Stellungnahme in diesem Thread, warum ich AN AMERICAN TAIL langweilig finde. Dass alles ziemlich allgemein ist, habe ich schon erwähnt. Und danke für die Verteidigung - besser hätte ich es auch nicht ausdrücken können. ;)

Aber zu einem Punkt von Carsten möchte ich doch noch etwas sagen, nämlich die Unterstellung, ich würde einen "Äpfel und Birnen"-Vergleich machen: Richard Strauss und Ralph Vaughan Williams haben schon die Windmaschine mit der Orchestertechnik gekoppelt, siehe ALPENSINFONIE, DON QUIXOTE (Strauss), SINFONIA ANTARTICA und SCOTT OF THE ANTARCTIC (Vaughan Williams). Da haben es beide besser hinbekommen, als Horner in "The Storm". Das ist kein "Äpfel und Birnen"-Vergleich, sondern ein Vergleich zwischen starker und schwacher Komposition. Mehr sage ich auch nicht mehr dazu.

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Marc, noch einmal Danke meinerseits für deine Ausführungen, trotz deiner Antipathie gegen diesen speziellen Horner. :applaus:

Ich werde meinerseits nun auch nicht mehr viel dazu schreiben (bzw. ich bemühe mich darum), denn ich pflichte Stefans Äußerungen ebenfalls zu: Wenn´s um Horner geht, sollte man stets einen kühlen Kopf bewahren.

Also, eins vorneweg: AMERICAN TAIL ist kein Meisterwerk! Wurde auch bisher - glaube ich - auch nie behauptet. Dazu greift Horner tatsächlich zu sehr in "seine" kleine singende, klingende Schatzkiste. Jedoch sollte man vor einem zu harten Urteil vielleicht Folgendes bedenken: 1. AMERICAN TAIL war Horners allererste Begegnung mit den seltsamen Restriktionen des Zeichentrickfilmgenres... und 2. er war zu diesem Zeitpunkt 33 Jahre alt/jung.

Ich denke mal, wir alle wissen, dass es ungemein schwierig ist, die schnellen Schnitte, Aktionen, Handlungsortwechsel etc. in eine nicht hektisch wirkende, sondern eher fließende und anhörbare Musik zu kleiden. Und ich muß (immer noch) sagen: Für diesen ersten Versuch hat es Horner ziemlich gut hinbekommen. Der Score strahlt oft Wärme und Charme aus, ist äußerst liebevoll orchestriert (man sollte sich wirklich mal die kleine Mühe machen und auf die Detailliebe in den Tracks "Main Title" und "Reunited" achten) und besitzt im Ganzen gesehen eine in sich stimmige, runde "Mäuseabenteuer"-Atmosphäre. Das alles meinte ich mit "dicht und lyrisch", Marc :D.

Hinzu kommen einige packende, kinderfreundliche Actionpassagen ("Cossack Cats", "Releasing the Secret Weapon" oder "The Storm"... wobei mich bei Letzterem herzlich wenig interessiert ob Vaughan Williams oder Strauss den Einsatz der Windmaschine besser hinbekommen haben [haben sie!], für "The Storm" ist ihre Verwendung sehr effektiv und passend), denzenter, höchst wirkungsvoller Chorgebrauch sowie ein ergreifender, beinahe spiritueller Gänsehautmoment in "Give Me Your Tired, Your Poor", der es irgendwie schafft, einen ganz tief im Herzen drin zu berühren und den Atem anhalten zu lassen. Hoffentlich ist das nicht der von dir erwähnte Sibelius-Moment! :D

Deinen Einwand, dass Horner sehr viele Ideen präsentiert und diese oftmals im Notensand verlaufen, kann ich nachvollziehen. Was er da an thematischen Einfällen im "Main Title" präsentiert, ist schon beachtlich... nur leider schöpft er deren Potential im Verlauf des Scores nicht wirklich aus. Da hätte ich mir auch eine bessere Verarbeitung und Variation gewünscht... doch führe ich diesen Mangel auf die vorhin erwähnte Unerfahrenheit des Komponisten mit/in diesem Genre zurück. Im darauffolgenden LAND BEFORE TIME hat er dies doch schon viel besser hinbekommen, oder? ;)

Noch eins zum Abschluß: Verglichen mit den heutigen, oft sehr uniformen Animationsfilm-Scores (aktuellstes Beispiel: FLY ME TO THE MOON von Djawadi) ist das Hören von AMERICAN TAIL (für mich) immer noch eine richtige kleine Wohltat. Denn trotz all der Fehler, Mopsereien und musikalischen Sackgassen steckt in dieser charmanten Mausmusik viel Herz und Liebe drin. Und diese Sicht kann mir keiner nehmen. :P;)

Und nun... aus die Maus! :)

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Horners Trickfilmscores sind allesamt kleine Juwelen, wobel mir persönlich The Pagemaster am besten gefällt, der ja sehr zusammengeklaut sein soll. Was solls, ich war nie ein großer Klassikhörer, ich hör das nicht.

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