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Gast Lucas

John Williams

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vor 1 Stunde schrieb FredericBernard:

Jedem Kompositionsstudenten kann ich nur dazu raten sich mit möglichst vielen seiner Partituren (von den viele als Signature Editions frei erhältlich sind) einzudecken! 

Guten Orchestersatz lernt man am besten nicht von Film-, sondern von klassischen Komponisten. Beugt filmmusikalischem Epigonentum und Fankultur à la Giacchino vor. ;)

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Das ist natürlich auch Ansichtssache. In meinem Musikhochschulstudium haben wir im Instrumentationsunterricht auch nicht eine einzige Filmmusikpartitur angeschaut (hatten soweit ich mich entsinnen kann nicht mal eine einzige Partitur hierfür in unser Fachbibliothek...).

Sicherlich über 70% meines Wissens über Orchestration habe ich aber dennoch keinesfalls aus klassischen, sondern aus filmmusikalischen Partituren. Ich beschäftige mich einfach viel lieber mit dem was "jetzt" entsteht und nicht mit Jahrhunderte alte Musik.

Auch von sehr alten Partituren, wie etwa welche aus der Wiener Klassik bei Mozart, kann man sicherlich etwas lernen, aber sich nicht unbedingt daran orientieren, denn die Orchestrationsart wies damals schon bemerkenswerte Unterschiede auf. Z.b. hatte man ausschließlich Naturtrompete/Naturhorn und war hiermit auch skalenmäßig enorm eingeschränkt, was selbstredend ebenso auch den Komponisten einschließt. Dann waren die Besetzungen im Allgemeinen doch ziemlich unterschiedlich zu den wie wir sie heute aus Filmmusik kennen; Harfe z.B. hat sich erst im weiteren Verlauf der Romantik etabliert und Instrumente wie Tuba, Bassklarinette, Cimbasso oder Celesta (alle typisch für Filmmusik) gab es gar erst ab dem späteren 19 JH.  Außerdem wurde quasi in der gesamten "Klassik" in den Streichern sehr viel mehr (große) unisono Passagenwerk verwendet als in Filmmusik und auch die vier Hauptarrangierweisen (juxta position, enclosure position, interlocking position, overlapping position), wurden in einer doch deutlich anderen Gewichtung appliziert.

Mit Partituren ab der Spätromantik/Impressionismus/Expressionismus fährst du dann schon wesentlich besser fürs Partiturstudium. Ich bleib trotzdem lieber zum größten Teil bei meiner Filmmusik. Auch um über bestimmte Techniken wie die Kunst des Overdubbing (typisch für Zimmer) zu lernen, ist man gar völlig auf solche Partituren angewiesen. Das ist eigentlich ein Faktum.

 

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Am 28.8.2017 um 03:38 schrieb FredericBernard:

Ich beschäftige mich einfach viel lieber mit dem was "jetzt" entsteht und nicht mit Jahrhunderte alte Musik.

Dafür lässt sich ja aus der reichhaltigen Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts schöpfen: Schostakowitsch, Bartók, Schnittke, Varèse, etc. Hier kann man sich Instrumentationen abschauen, die nicht ganz so spätromantisch und filmmusiktypisch sind. Gerade in Zeiten, in denen sich junge Komponisten nur allzu gerne an Williams oder quirligen, wirbelnden Animationsfilm-Scores orientieren, ist eine Wiederentdeckung der Instrumentation der klassischen Moderne (Stichwort: Transparenz und Spaltklang) besonders begrüßenswert. Je seltener ein Tutti, desto besser. ;)

Wer sich als Student hauptsächlich an Filmmusik orientiert, bekommt von diesen Traditionen der Moderne eben leider kaum etwas mit. Da dominiert der orchestrale Wirbelwind, der dichte romantische Orchestersatz und die Showmusik, die auf dicke Hose macht. Ich finde diesen Trend eher bedauernswert, weshalb ich mir neben den klassischen Komponisten der Moderne eher den Goldsmith der 60er oder (als eines der wenigen aktuellen Beispiele) Jonny Greenwood als filmmusikalische Vorbilder herausgepickt hab. 

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und was, lieber sebastian, würdest du, rein theorethisch ;), machen,

wenn ausgerechnet dich ein regisseur/produzent als komponisten eines großprojekts engagieren wollte und die aufgabe an dich lauten würde;

"sebastian, schreib bitte was großorchestrales im stille john williams" oder  "sebastian, schreib bitte was großorchestral ähnlich farbig quirliges im stile john powells" ;) 

jeweils mit mords budget und orchester? 

ich weiß, das liegt dir nicht so. aber wenns ein (gut dortierter) auftrag mit renommee wäre? ;)

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vor 51 Minuten schrieb bimbamdingdong:

und was, lieber sebastian, würdest du, rein theorethisch ;), machen,

wenn ausgerechnet dich ein regisseur/produzent als komponisten eines großprojekts engagieren wollte und die aufgabe an dich lauten würde;

"sebastian, schreib bitte was großorchestrales im stille john williams" oder  "sebastian, schreib bitte was großorchestral ähnlich farbig quirliges im stile john powells" ;) 

jeweils mit mords budget und orchester? 

ich weiß, das liegt dir nicht so. aber wenns ein (gut dortierter) auftrag mit renommee wäre? ;)

Ablehnen. :)

Würde aber eh nicht passieren. Ein J.J. Abrams würde sich ja auch nicht unbedingt Joseph Bishara oder Jonny Greenwood als Komponisten aussuchen. 

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BVBFan    434
vor 1 Stunde schrieb Sebastian Schwittay:

Ablehnen. :)

 

Ich hoffe weil du es dir nicht zutraust oder es nicht dein Stil ist ;) Weitere Gründe würden mich sehr interessieren...

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Eine Mischung aus beidem wohl. Durchschnittliche Fantasy- und Adventure-Musik eines Jungkomponisten im Stile von Williams braucht die Welt einfach nicht (siehe John Ottman; besser wäre ich in der Disziplin wohl auch nicht) - und außerdem würde es mich höllisch anöden. Ist eben einfach nicht meine Welt. 

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BVBFan    434
vor 32 Minuten schrieb Sebastian Schwittay:

Eine Mischung aus beidem wohl. Durchschnittliche Fantasy- und Adventure-Musik eines Jungkomponisten im Stile von Williams braucht die Welt einfach nicht (siehe John Ottman; besser wäre ich in der Disziplin wohl auch nicht) - und außerdem würde es mich höllisch anöden. Ist eben einfach nicht meine Welt. 

Ich finde es ja schon bemerkenswert, dass du dir einen Soundtrack im Stile von Ottman zutraust...Respekt :)

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BVBFan    434

Wer übrigens einen Komponisten hören möchte, der sehr, sehr nah an Williams Stilistik (auch auf nem ähnlichen Niveau) herankommt, sollte sich mal James Hannigans Gamesoundtracks zu der Harry Potter Serie anhören.Traumhaft! Wenn uns der Meastro mal irgendwann verlassen sollte, und ich hoffe das passiert nie und er wird 200, wäre Hannigan wohl der passendste Nachfolger im Moment.

 

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Mephisto    817
vor 17 Stunden schrieb Sebastian Schwittay:

Ablehnen. :)

Würde aber eh nicht passieren. Ein J.J. Abrams würde sich ja auch nicht unbedingt Joseph Bishara oder Jonny Greenwood als Komponisten aussuchen. 

Das wäre natürlich eine starke Ansage, würde aber der filmmusikalischen Landschaft kaum weiterhelfen. Wäre es nicht viel verlockender (aber auch anstrengender), den Auftrag anzunehmen und dann eine Musik zu entwerfen, die zwar den Ansprüchen einer großen Orchesterpartitur, meinetwegen auch mich einigem Pathos, gerecht wird, aber nicht dem üblichen Klischee entspricht? - Siehe z. B. DRAGONSLAYER. Zur Not kann die Musik ja komplett abgelehnt werden, aber dann wäre Dir immerhin die lebenslange Unterstützung einiger Nerds sicher, die sich in Filmmusikforen darüber aufregen, wie man nur Schwittays Musik zu WONDERWOMM-MAN gegen Gedröhne von Junkie XL ersetzen konnte.

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scorefun    566
vor 3 Stunden schrieb BVBFan:

Wer übrigens einen Komponisten hören möchte, der sehr, sehr nah an Williams Stilistik (auch auf nem ähnlichen Niveau) herankommt, sollte sich mal James Hannigans Gamesoundtracks zu der Harry Potter Serie anhören.Traumhaft! Wenn uns der Meastro mal irgendwann verlassen sollte, und ich hoffe das passiert nie und er wird 200, wäre Hannigan wohl der passendste Nachfolger im Moment.

Ja, die Hannigan-Potter-Game-Scores sind klasse, und weitaus besser als das, was Jeremy Soule für die ersten Folgen abgeliefert hat

Wäre das nicht mal ein Projekt für LLL ?

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Am 1.9.2017 um 20:44 schrieb TheRealNeo:

Den fandest du ungelenk und lustlos im Vergleich zu X-MEN: DAYS OF THE FUTURE PAST?

(Sorry für Off-Topic)

DAYS OF FUTURE PAST kenne ich nicht. Ich fand APOCALYPSE aber auch so blass. 

Am 2.9.2017 um 11:24 schrieb Mephisto:

Das wäre natürlich eine starke Ansage, würde aber der filmmusikalischen Landschaft kaum weiterhelfen. Wäre es nicht viel verlockender (aber auch anstrengender), den Auftrag anzunehmen und dann eine Musik zu entwerfen, die zwar den Ansprüchen einer großen Orchesterpartitur, meinetwegen auch mich einigem Pathos, gerecht wird, aber nicht dem üblichen Klischee entspricht? - Siehe z. B. DRAGONSLAYER. Zur Not kann die Musik ja komplett abgelehnt werden, aber dann wäre Dir immerhin die lebenslange Unterstützung einiger Nerds sicher, die sich in Filmmusikforen darüber aufregen, wie man nur Schwittays Musik zu WONDERWOMM-MAN gegen Gedröhne von Junkie XL ersetzen konnte.

Und was würde mir eine Rejection bringen außer umsonst getaner Arbeit? Heutzutage werden Scores nicht mehr eingespielt, bevor sie abgelehnt werden - das passiert bereits auf Basis von Demos. Dann hätte ich ein paar Synth-Mockups von meiner tollen Musik, mit denen ich nichts weiter anfangen kann. Nö du, muss nich. ;) 

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Mephisto    817

Es wäre doch auch möglich, dass der Regisseur sich von Deinen Demos überzeugen lässt und Du persönlich für die Hebung des Niveaus der Filmmusik verantwortlich wärst. :)

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