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House of Sand and Fog - James Horner


Büli
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House of Sand and Fog - James Horner

Veröffentlichung: 14. Februar 2005

Label: Colosseum

Spieldauer: 70 Minuten

1. An Older Life

2. The Waves Of The Caspian Sea

3. Old Photos, New Memories

4. "This Is No Longer Your House"

5. Two People

6. Kathy's Night

7. Parallel Lives, Parallel Loves

8. Behrani's Thoughts - Long Ago

9. Break-In

10. The Dreams Of Kings

11. The Shooting, A Payment For Our Sins

12. "We Have Travelled So Far, It Is Time To Return To Our Path."

13. A Return To The Caspian, And To The Iran Of Old

So James Newton Howard hat nun erst mal Sendepause, und ich war mir nich sicher wen ich mir als nächstes vornehmen sollte. Aber dann dachte ich hey warum eigentlich nicht James Horner. Ich höre ihn gerne, man weiß was man kriegt, und das auch noch immer wieder:D Aber nein, Spass bei Seite, ich sehe mich selbst als kritischen Horner Fan und einiges von ihm finde ich mittlerweile sehr dröge und naja veraltet vom Stil, bzw. abgenutzt. Seine 90er Scores wirken mittlerweile kaum mehr auf mich. Legenden der Leidenschaft zb höre ich kaum mehr, war mal einer meiner Lieblingshorner. Nunja man könnte jetzt unken und sagen hey der gute alte Horni klingt nach dem Millenium doch eben genauso. Jaja das mag schon sein, aber es wirkt eben in meinen Ohren noch nicht ganz so antiquiert. Vielleicht ist das in 10 Jahren auch schon wieder anders. Ich persönlich finde das Horners Musik keine für die Ewigkeit geschriebene ist. Vielmehr eine leicht konsumierbare weichspülversion mit Orchester von Hans Zimmer. Die 80er sind lange her und waren auch nicht besonders lang was die Kreativität von Horner angeht. ABER dennoch ist er imo einer der effektivsten Filmmusikschreiberlinge die Hollywood hervorgebracht hat. Und so wieder der Bogen zurück zum wirklich von fast allen Seiten verhasste House of Sand and Fog. Ich habe die Musik nie gehasst. Ich persönlich fand aber dennoch das sie gut anhörbar war. Viele habe sich über die Oscarnominierung echauffiert und klagen nun über indische Musik und Gitarrengustl. Filmmusikseiten haben sich praktisch wettkämpfe im zerreissen des Scores gegeben und die angeblich seriöseste Filmmusikkritikerseite Deutschlands hat dem ganzen gar nur einen halben Stern verliehen, natürlich gaaanz objektiv. Noch hinter jedem Graeme Revell Score der jemals rezensiert wurde von dortiger Seite (Nichts gegen Revell, aber Horner ist dann doch eine andere Liga).

So ich muss ja sagen ich persönlich neige auch manchmal dazu Filmmusik nur nach dem Ohr zu beurteilen ohne nur ein Bild des Filmes gesehen zu haben (siehe King Kong), aber bei House of Sand and Fog hab ich mir nu endlich mal den Film dazu zu Gemüte geführt, und ganz ehrlich, ich verstehe wieso die Academy die Musik nominiert hat. Die Musik wirkt im Film sehr effektiv und unterstützt die Grundstimmung des Filmes perfekt. Und damit ist nicht unbeding der richtige Einsatz gemeint, sondern das Grundkonzept.

Natürlich kann man der Musik viel vorwerfen. Sie wirkt teilweise statisch, und austauschbar, manche Tracks haben kaum wiedererkennungswert, es gibt einiges an recycelten Handgriffen von Seiten des Komponisten, es wird kaum thematisch gearbeitet, die Synthie Eingriffe wirken billig...

Man könnte diese Liste durchaus weiterführen, aber die Effektivität die die Musik im Endeffekt im Film hat lässt das alles unwichtig erscheinen. Es zeigt mir das Horner sein Handwerk und seine Arbeit versteht und auch durchaus engagiert an diese Arbeit herangegangen ist. Der Einstieg der CD ist allerdings sehr unglücklich gestaltet. An Older Life ist ein relativ nichtssagender Einstieg den man gerne auch rausprogrammieren kann.

The Waves of the Caspian Sea hingegen mit sanftem melodischem Streichereinsatz wie man es von Horner gewohnt ist bringt direkt auch schon ein kleines Thema wieder das immer wieder auftaucht. Passend zum Tracktitel ist es eine sanft wogende Passage die einen mit hinaus in die kühle ferne Heimat der kaspische See entführt, eine Sehnsuchtsvolle Passage die das Innenleben der Migranten wiedergibt.

"Old Photos, New Memories" ist einer dieser Tracks der zwar nicht spezifisch zerrissen wurden aber aufgrund seine Klavierlastigkeit nur gemeint sein kann. Vorgeworfen wird Horner bei dieser Musik auch das seine Klavierpassagen wie improvisiert wirken und keinerlei Struktur oder Konzept beinhalten. Mich persönlich macht das fuchsig, denn eben solche Passagen finden sich zb ganz besonders bei Thomas Newman auch wieder. Dort hingegen werden sie (natürlich zurecht) in dem Himmel gelobt. Die Unverhältnismäßigkeit der Kritik ist da imo nicht nachvollziehbar.

So geht die Musik auch munter weiter, und man muss ihr schon vorwerfen das sie teilweise zu lang geraten ist, aber welcher Hornerscore ist das nicht. Ich möchte nun die restliche Musik auf die letzten zwei Tracks hinführen die auch im Grunde repräsentativ für den Rest sind. "We Have Travelled So Far, It Is Time To Return To Our Path." und "A Return To The Caspian, And To The Iran Of Old" sind mit die Höhepunkte der CD. Hier wird das Caspian Sea Thema aus Track 2 wieder aufgenommen und um einige Züge verändert. Besonders in Track 12 wird es zu einem dramatischen Höhepunkt hingearbeitet der mich jedesmal erschaudern lässt. Natürlich kennt man diese dramatischen Anspitzungen von Horner. Hier jedoch finde ich sie sehr passend und schön eingesetzt. Persönlicher Pluspunkt ist imo auch das die Musik nicht so trieft und schmalzt wie manch anderer Score von ihm. Das leicht unterkühlte ist wohl auch der Entfremdung der Figuren zuzuschreiben und einfach nur passend.

Im letzten Track entlässt Horner den Hörer mit einem der sanftesten und traurigsten Arten die ich von ihm kenne. Die Violine die sanft angespielt wird und wieder verschwindet ist imo herzzerreissend.

So, soviel dazu. Mir persönlich ist die Musik aufgrund des hohen verhasstheitsgrades noch mehr ans Herz gewachsen. Ich möchte hier nicht behaupten das es sich hier um ein Meisterwerk handelt, bei weitem nicht. Aber was die Musik bisher abbekommen hat steht in keinem Verhältniss zum fertigen Produkt.

Ich empfehle die Musik jedem der Horner mag, und auch jedem Filmmusikneuling. Neurotische Hornerkritiker mit überzogener Subjektivität werden sich eh hüten.

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Demnächst: Glory von James Horner

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Der Score wurde nicht aufgrund seiner Effektivität im Film so negativ aufgenommen, sondern weil er über weite Strecken als reines Höralbum auf CD keine gute Figur macht. Hier hätte man rigoros den Rotstift ansetzen müssen. Deine Rezi, Büli, ist dafür Beweis genug, springst du doch beinahe direkt vom zweiten Track gleich zu den eigentlichen Höhepunkten des Albums, nämlich den letzten beiden Titeln, und zwar mit den Worten: "Ich möchte nun die restliche Musik auf die letzten zwei Tracks hinführen die auch im Grunde repräsentativ für den Rest sind." Das ist zwar schön und gut und auch dein gutes Recht, aber damit versäumst du es, den Kern des "Gehaßtseins" dieser Musik wirklich herauszukristallisieren.

Zudem muß ich noch eines anmerken: Ich kenne dich als wirklich fairen und mit Übersicht urteilenden Kritiker von Filmmusik, aber den Satz "Vielmehr eine leicht konsumierbare Weichspülversion mit Orchester von Hans Zimmer" hätte ich nie und nimmer von dir erwartet, zumal du damit Horners gesamtes Schaffen (siehe deinen Satz davor) damit auf eine Stufe mit Zimmers Output setzt. Egal wie man zu Horner stehen mag, aber dieser Vergleich hält nicht einmal den Hauch einer Prüfung ihres Wahrheitsgehaltes stand. :P

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@ Thomas

Das ist vielleicht missverständlich ausgedrückt. Ich wollte Horner nicht auf eine Stufe mit Zimmer stellen. Sondern lediglich diesen Vergleich nehmen um zu verdeutlichen das ich Horners Musik als immer sehr gut anhörbar und konsumierbar empfunden habe. Besonders sperrige oder schwer verdauliche Kompositionen sind mir bei ihm noch nicht untergekommen. Ich hoffe du weißt was ich damit meine, jedoch muss ich zugeben das das nicht unbedingt eine glückliche umschreibung war:)

Was die Negativen Kritiken angeht hab ich doch deutlich gesagt warum ihn viele nicht mögen siehe:

"Natürlich kann man der Musik viel vorwerfen. Sie wirkt teilweise statisch, und austauschbar, manche Tracks haben kaum wiedererkennungswert, es gibt einiges an recycelten Handgriffen von Seiten des Komponisten, es wird kaum thematisch gearbeitet, die Synthie Eingriffe wirken billig..."

Unbestritten ist die Tatsache das man das 70 Minuten Album auf 45 Minuten hätte kürzen können. Aber ich persönlich habe auch gegen die 70 Minuten nichts da ich den Score sehr gerne mal durchlaufen lasse und nicht mal programmieren muss da besondere Brüche nicht vorhanden sind.

Ist ja auch nicht so das ich es gar nicht verstehe wieso Leute eine Abneigung gegen die Musik haben, aber mir geht es um die überzogene Kritik die von manchen Seiten soweit führte das sie dem Score grade mal nen halben Stern verliehen haben und das wohl auch nur weil es keine Null Sterne in der Bewertungsskala gibt.

Zu meinem Sprung in der Kritik kann ich nur sagen das ich auch einen Track zu Track Text hätte schreiben können. Jedoch macht das bei einer solchen Musik die nur minimale Veränderungen durchmacht wenig Sinn. Das sollte aber nicht als Bankrotterklärung gedacht sein für den Rest. Den hör ich nämlich auch gerne;)

Bearbeitet von Büli
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... aber den Satz "Vielmehr eine leicht konsumierbare Weichspülversion mit Orchester von Hans Zimmer" hätte ich nie und nimmer von dir erwartet, zumal du damit Horners gesamtes Schaffen (siehe deinen Satz davor) damit auf eine Stufe mit Zimmers Output setzt.

Ich glaube auch nicht, daß Büli Herrn Zimmer ansatzweise beleidigen wollte. :P;);)

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Beleidigen sowieso nicht, weder den einen noch den anderen. Auch will ich damit nicht sagen das Zimmers leicht konsumierbares Schaffen schlecht sei. Könnte man ja durchaus deuten. Ich merke immer mehr das der Satz zu unbedacht war. Zumal man Zimmer nun nicht unbedingt mit Horner vergleichen kann. Naja was die Konsumierbarkeit angeht irgendwie schon:D;):P:lol2:

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  • 1 Jahr später...

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