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Kommentar: Die Subjektivität der Objektivität


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und wenn dann noch sprüche kommen wie, "der titel von komponist xy hats wohlverdient in die Hall Of Fame geschafft" obwohl es nachweislich eine schwache komposition ist, dann ist doch klar, dass die fachleute bei sowas sofort sturm laufen.

Meine Blondhaftigkeit hat aber überhaupt keine Ahnung, was eine gute Komposition ist. Und wenn ich finde, dass er da subjektiv gesehen, in diesem subjektiven Spielchen, zu Recht oben gelandet, ist, warum sollte ich es dann nicht sagen dürfen?

Ich für meinen Teil müsste dann immer sagen: "Ja, wunderbar dass der in der Hall of Fame ist, der hat's verdient. Obwohl das überhaupt keine gute Komposition zu sein scheint, wobei ich eh nicht weiß, was das heißt".

Mittlerweile müsste eh jedem klar sein, wie ich die Musik wahrnehme und wie wenig Ahnung ich von guter Komposition habe und haben will. Ich bin halt der ganz egoistischen Meinung "gut ist, was gut klingt und gut klingt, was mir gefällt".

.....

Auch schöne Idee, Babis.

Doch egal, wie sehr man es sich vornimmt und es vielleicht zur "Regel" macht. Irgendwann kommt wieder einer mit "Das ist viel schlechter als das da" oder eben (siehe: Signatur) "Mein Komponist ist besser als deiner". ;)

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Meine Blondhaftigkeit hat aber überhaupt keine Ahnung, was eine gute Komposition ist. Und wenn ich finde, dass er da subjektiv gesehen, in diesem subjektiven Spielchen, zu Recht oben gelandet, ist, warum sollte ich es dann nicht sagen dürfen?

deine, meine, olis und von wem sonst noch subjektive bewertung ist aber zu einseitig, genauso wie NUR die bewertung des kompositionsaspekt. da wir aber nunmal unterschiedliche herangehensweisen an musik haben, wird es bei solchen wertungsspielchen immer so laufen. und deshalb seh ich das so wie babis und man sollte einen clip posten, und jeder kann seine meinung dazu sagen, ohne irgendwelche wertung. dann bleibt die diskussion vielleicht auch sachlich. ein sehr schöner vorschlag von babis.

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Sachlich finde ich persönlich etwas öde. Vor allem wird eine sachliche Beschreibung kaum der Kunstform der Musik gerecht. Denn Musik ist Emotion und wurde aus einer bestimmten Emotion heraus, oder gerade wegen geschrieben. Etwas nüchtern und sachlich zu beschreiben, das dafür geschaffen wurde, Emotionen auszulösen oder zu verstärken, kann ich mir schwerlich vorstellen.

Denn schließlich dachte sich ja auch der Komponist etwas dabei, oder fühlte. Er wird ja nicht gedacht haben "gut, nun setze ich mal ein paar Noten so zusammen, dass sie einigermaßen nach irgendwas klingen. Oh... Klingt schräg. Ich nenne es.. Hmm... Action-Theme." ;)

Musik ist Emotion. Und wo Emotionen vorherrschen, wird die sachliche Diskussion nicht rein sachlich bleiben. Kann ich mir nicht vorstellen. Lasse mich gern eines besseren belehren, aber ich möchte dann auch sagen dürfen "Ha! Ich hab's gewusst!" ;)

deine, meine, olis und von wem sonst noch subjektive bewertung ist aber zu einseitig, genauso wie NUR die bewertung des kompositionsaspekt.

Och, du.. ab und an bezieh ich schon den Komponisten im Bruchteil einer Sekunde in meine Gedanken ein. Ich weiß, dass John Williams ein "besserer" Komponist als Steve Jablonsky ist. Es ist mir allerdings herzlich egal.

Mein Herz für die Musik ist riesig. Komponist, groß oder klein, "besser" oder "schlechter", egal. Ich mag sie alle :)

Ich finde bei jedem etwas, das mir mehr, bzw. weniger gefällt. Beim einen finde ich halt weniger, das mir gefällt, beim anderen halt mehr. So habe ich klar meine Favoriten. Doch die richten sich eher an der Anzahl dessen, was mir zusagt. Also wenn mir 10 Scores von Goldsmith gefallen, mag ich ihn halt mehr als .... sagen wir Zimmer, von dem ich nur 9 so richtig toll finde (so als Beispiel).

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Sachlich finde ich persönlich etwas öde.

Sachlich muss nicht zwangsläufig bedeuten, dass auch der Inhalt objektiv ist. Was Lars meint, ist, so glaube ich, dass man eben diese Emotionen, Gedanken, Gefühle oder was auch immer, einfach etwas näher beschreibt. Das kann jeder.

Statt "ich bekomme bei dem Track Gänsehaut" einfach etwas näher drauf eingehen. Warum bekommst du Gänsehaut? Assozierst du etwas mit der Musik? Welches Instrument oder welcher Part gefällt dir besonders gut? Einfach noch etwas detaillierter die Emotionen und Gefühle beschreiben.

Und eine solche Beschreibung muss ja alles andere als nüchtern sein. Ganz im Gegenteil. Es wäre aber schön, wenn ich teilhaben kann an den Gedanken und Gefühlen der anderen. Mephisto und Sebastian lassen mich in ihre Gedanken eintauchen, sie erlauben mir einen Blick aus ihrer Sicht der Dinge. Das erhoffe ich mir mehr oder weniger von allen Beteiligten (in so einem Thread).

Und so wuppig ich Mephisto und Sebastians Inhalte von Zeit zu Zeit finde, so muss man auch dem Umstand darlegen, dass (gefühlte) Dominanz ["sie erdrücken mit ihren Argumenten"] nicht selten aus einer vorhandenen rezessiven Art entsteht. Wenn der Emotio-Hörer 50% des Weges gehen würde, bräuchte der Sach-Hörer (um mal diese grobe Unteilung mal beizubehalten) eben nicht 70 oder 80% des Weges gehen und kommt dann weniger dominant drängelnd rüber.

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Sachlich muss nicht zwangsläufig bedeuten, dass auch der Inhalt objektiv ist. Was Lars meint, ist, so glaube ich, dass man eben diese Emotionen, Gedanken, Gefühle oder was auch immer, einfach etwas näher beschreibt. Das kann jeder.

Statt "ich bekomme bei dem Track Gänsehaut" einfach etwas näher drauf eingehen. Warum bekommst du Gänsehaut? Assozierst du etwas mit der Musik? Welches Instrument oder welcher Part gefällt dir besonders gut? Einfach noch etwas detaillierter die Emotionen und Gefühle beschreiben.

Achsoooooh....

Ja, das bekäm ich hin. :)

Erste Assoziation mit "sachlich" war halt "So, nun beschreibt ihr mal ganz nüchtern die Tonart die Instrumente und wenn möglich ein paar Noten und ordnet das ganze dann emotionslos in den Zusammenhang der großen Musikhistorie." (etwas übertrieben)

Danke für die Ausführung und dass du mich damit von diesem Gedanken gelöst hast :)

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Achsoooooh....

Ja, das bekäm ich hin. :)

Erste Assoziation mit "sachlich" war halt "So, nun beschreibt ihr mal ganz nüchtern die Tonart die Instrumente und wenn möglich ein paar Noten und ordnet das ganze dann emotionslos in den Zusammenhang der großen Musikhistorie." (etwas übertrieben)

Danke für die Ausführung und dass du mich damit von diesem Gedanken gelöst hast :)

Das freut mich. :) Werde demnächst damit anfangen, mich selber auch noch besser an meinen eigenen Rat zu halten. :D

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Sachlich muss nicht zwangsläufig bedeuten, dass auch der Inhalt objektiv ist. Was Lars meint, ist, so glaube ich, dass man eben diese Emotionen, Gedanken, Gefühle oder was auch immer, einfach etwas näher beschreibt. Das kann jeder.

Statt "ich bekomme bei dem Track Gänsehaut" einfach etwas näher drauf eingehen. Warum bekommst du Gänsehaut? Assozierst du etwas mit der Musik? Welches Instrument oder welcher Part gefällt dir besonders gut? Einfach noch etwas detaillierter die Emotionen und Gefühle beschreiben.

Und eine solche Beschreibung muss ja alles andere als nüchtern sein. Ganz im Gegenteil. Es wäre aber schön, wenn ich teilhaben kann an den Gedanken und Gefühlen der anderen. Mephisto und Sebastian lassen mich in ihre Gedanken eintauchen, sie erlauben mir einen Blick aus ihrer Sicht der Dinge. Das erhoffe ich mir mehr oder weniger von allen Beteiligten (in so einem Thread).

Ich hatte es mal versucht, hier der Anfang...

Coming Home from the Sea ist ein wunderschöner, erfreulich langer Anfangsstück vom Album "The Perfect Storm" von James Horner.

Man spürt von der ersten Sekunde die leichte Melancholie der See, die über der Musik schwebt.

Der Anfang mit dem von der Gitarre getragenen Hauptthema, welches wunderschön von den Hörnern begonnen wird und dann mit Streichern fortgesetzt wird. Dieses Thema gehört wohl zu Horners schönsten der letzten Jahre.

Dann gehts los, ab Minute 3:44 ertönt plötzlich eine E-gitarre, die unterstützend auf das Orchestra das, ich nenn es mal "Komm, fahren wir zur See"-Thema bis zu dem schönsten Augenblick wenn unter Percussions vorgebenen schnellen Tempo wieder das Hauptthema in seiner schönsten Variante vorgetragen wird.

Ein weiteres Hightlight ist in meinen Ohren wenn etwa, wieder mit E-gitarre im hintergrund ein Thema vorangetrieben wird, um schließlich wieder das Hauptthema in seiner vollsten Pracht ertönt.

So ich hoffe das war nicht allzuviel text.

Ich hab mich einfach mal getraut. :D

So sehe ich diesen wundervollen Track und wer ihn noch nicht kennt, hier ist er zum anhören

Jedoch das war nur der Anfang... mit der Zeit flossen in meine Beschreibungen immer mehr das Gefühl rein und irgendwann kam es mir so vor, als ob ich der Gefühlsdepp bin

hier wohl einer meiner schönsten Trackbeschreibungen

Mein Track der Woche ist, wie schon öfters geschrieben,

"Care Of the Spitfire Grill" von "James Horner"

aus dem Album "The Spitfire Grill"

Ich liebe diesen Track, genauso wie den ganzen Soundtrack.

Das ganze Album ist wie eine Entführung in eine wunderbare Welt der Gefühle, in der man den Alltag beiseite schieben kann und sich einfach gehen lassen kann. Keine Gedanken an Stress, Unmut oder Missverständnisse.

Am Schluss dieser Reise steht diese Musik aus dem letzten Track vom Album. Wie sagte eine Freundin genau in diesem Moment mir, als ich ihr grade den Track gezeigt habe:

"Ein Lied, was die Sinne auf eine weitere Reise entführt. voller Gefühl und Herz" Kann ihr da nur zustimmen.

Man spürt, wie viel James Horner sich hinein gesteigert hat, wieviel Herzblut.

Man schließt die Augen.

Ein wundervolles Intro, bestehend aus Klavier-, Streicher-, Hörner-Momenten stimmt den letzten Schritt dieser Reise an, bevor ein Instrument namens "Dobro" (speziellen Dank an Thomas ;)) das Hauptthema anspielt, welches ich einfach nur traumhaft finde und gerade dieser Moment mir eine Gänsehaut verursacht. Wie ein Davongleiten klingen die nachfolgenden Streicher, übernommen von einem Klavier, welches von einer leicht wilden Flöte begleitet wird. Wenn dann wieder das Thema zum Vorschein kommt, hmm "Seufz", die Streicher dann dazukommen, fabelhaft. Nach einem kurzen Intermezzo kommt der große Moment, wenn Streicher, Hörner das Hauptthema in seiner ganzen Pracht erklingen lassen. Als dann wieder das "Dobro" seine Arbeit aufnimmt, einfach ohne Worte. Man keine Worte für diese Schönheit finden, die dieses Instrument ausstrahlt (kann verstehen, warum Thomas es als sein Lieblingsintrument bezeichnet)

Streicher, mit all der Wehmut in sich, ertönen. Ein verspielt wirkende Horner-Piano begleitet uns mit Gastspielen, von dem kurz vom Dobro's angespielten Hauptthema sowie kurze Streicher-Momente aus dieser Welt hinaus und man ist traurig darüber, und möchte am liebsten sofort wieder zurück. :( Dann drückt man einfach wieder auf Play und man befindet sich wieder in dieser Welt. :)

Dank unseres Thomas gibt es diesen Track auch zum Anhören.

Da störte es auch nicht, dass in dem Track es nicht das Instrument "Dobro" war, wie mir Thomas dann mitteilte ;)

Aber erstmal sind diese einfach zu zeitaufreibend.. und zweitens.. kam es mir so vor, als ob ich dafür eher belächelt wurde.. (nicht von allen)

Anscheinend war das also auch nicht richtig, weil ich nur beschrieben habe, welche Gefühle diese Musik in mir auslöste..

Naja ab und an kann man es auch einfach nicht beschreiben, warum einem eine Musik nicht gefällt. Da ist diese eine Sache dran, die einem stört und auch nach mehrmaligen Anhören ist diese Sache immer noch vorhanden und wenn man es nicht beschreiben kann.. dann geht das einfach nicht, zuletzt gesehen bei dem North-Track.. wo ich mein Bestes gab, um zu erklären, was mir daran nicht gefällt.

Ja, ich weiß.. ich bin Schriftsteller (wenn auch nur mit dem Wort "Hobby" vorne dran), jedoch plagt mich seit Jahren auch eine Schreibblockade.. die sich wohl auch auf solche Beschreibungen ausgewirkt hat.

Daher denke ich auch, dass viele einfach nicht erklären können, warum ihnen eine Musik nicht gefällt und glaub mir.. ich weiß, wovon ich rede..

Btw glaube ich auch, dass solche Gefühlsbeschreibungen Sebastian oder vielleicht auch Gerrit nicht helfen, zu verstehen, warum ich etwas mag oder nicht mag...

denn wenn die Subjektiven subjektiv beschreiben, verstehen es die Objektiven nicht, wie deren objektiven Ausführungen auch öfters fragende blicke bei den Subjektiven auslösen. so können wir alle zusammen ein Musikstück beschreiben und doch richtig wunderbar aneinander vorbeireden

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[...], als ob ich der Gefühlsdepp bin

So fühle ich mich ganz oft, wenn ich Horner höre. Schön ist es. ^_^

Ich finde deine Beschreibungen ziemlich klasse! Und sie müssen ja gar nicht so lang ausfallen. Ich kann mir zwar vorstellen, dass manche auch eher verächtlich auf solche Beschreibungen reagieren, aber so richtig für das aktive Dutzend und mehr dürfte das doch gar nicht so zutreffen, oder?

Und ein "richtig" gibt es doch ohnehin nicht und wer dann noch ein Problem damit hat... zum Teufel damit, who cares? Aber vielleicht genau solche Beschreibungen (wirklich sehr schön, kann aber auch kürzer sein) gepaart mit ab und an aufeinander zugehen, so lernt man sich ja auch besser kennen und weiß, wie man sich zu nehmen hat (Was wohl auch sehr wichtig ist).

Btw glaube ich auch, dass solche Gefühlsbeschreibungen Sebastian oder vielleicht auch Gerrit nicht helfen, zu verstehen, warum ich etwas mag oder nicht mag...

denn wenn die Subjektiven subjektiv beschreiben, verstehen es die Objektiven nicht, wie deren objektiven Ausführungen auch öfters fragende blicke bei den Subjektiven auslösen. so können wir alle zusammen ein Musikstück beschreiben und doch richtig wunderbar aneinander vorbeireden

Das glaube ich gar nicht mal so. Ich finde diese Unterteilung von Objektivität und Subjektivität ohnehin Banane und sie existiert so auch in dieser Form nicht. Auch Mephisto und Sebastian (um mal bei den beiden zu bleiben) hören aus subjektiven Gründen, ganz ohne Frage. Wenn sie sagen, sie mögen das Ostinato und wie schön es sich doch entwickelt, dann ist das eine subjektive Aussage und keine objektive.

Meist ist es ja zum großen Teil nur ihre Wertung der Musik, die eher objektiverer Natur ist.

Letztendlich geht es doch aber genau darum, dass beide Seiten eben nochmal einen Schritt aufeinander zugehen. Ich bin mir aber nicht sicher, ob ein Hall of Fame-Thread mit Zahlen und Wertungen dafür geeignet ist. Ich finde, dass die Natur des Threads schon leichten Ärger vorprogrammiert, da es um "besser" und "schlechter" und Vergleiche geht.

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Die Grundidee dieses Threads war ja eigentlich auch, dass man auch mal Tracks kennen lernt, die man nicht kennt, und vielleicht Neugier zu wecken, den ganzen Score mal in Betracht zu nehmen.

Schritte gab es schon sehr oft.. hab mich mal mit Sebastian sehr positiv über seinen Goldenthal unterhalten.. er zeigte mir die andere Seite von ihm, die mir eher zusagte.. (dieses Jahr wird wohl auch der eine oder andere Goldenthal mehr in meiner Sammlung auftauchen) und er hat sich ein wenig mit Christian Hensons Black Death auseinandergesetzt und gemerkt.. gar nicht mal so schlecht.

Aber klar ist man immer bereit für einen weiteren Schritt.. nur der muss von beiden Seiten kommen :)

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Aber klar ist man immer bereit für einen weiteren Schritt.. nur der muss von beiden Seiten kommen :)

Ja, wie immer. Und manchmal fällt es ja auch schwer, weil so Themen Eigendynamiken entwickeln können, die doch ganz schön wurmen können. Aber ich glaube, alles in allem besteht doch gute Hoffnung, dass es immer mal funktioniert, zumal es ja einen Kern gibt, der sich kennenlernt oder schon kennt. Und manchmal muss man vielleicht einfach persönlicher und ehrlicher sein. Einfach sagen, dass man vielleicht von einer Antwort gekränkt oder enttäuscht ist oder auch mal nachhaken.

Denn letztendlich sind wir alle hier ziemlich gleich und das meine ich nicht mal auf eine platte Art wie "wir lieben alle Musik". Denn es geht weniger um Inhalte und Meinungen, an denen die Menschen immer wieder scheitern, sondern einzig an der Kommunikation. Ich bin guter Dinge, ihr seid schließlich ein knorke Haufen hier! :)

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genau solche beschreibungen wie beim The Perfect Storm titel wünsch ich mir. damit kann doch jeder etwas anfangen. das der kompositionsaspekt nicht berücksichtigt wird ist hier auch gar nicht schlimm, da ja eine punktebwertung eh entfällt. jeder kann erkennen, weshalb oli dieser titel gefällt. und wenn dann noch sätze wie "das IST der beste hornertrack" oder "das IST die originellste goldsmithkomposition" wegfallen, dürfte es gar keine probleme geben.

bezüglich musikbeschreibung: ich find das ist ganz easy. man hört doch was. man hört die instrumente, die melodie, vocals und das zusammenspiel all dieser aspekte. und irgendwas davon sorgt dafür, dass einem das stück zusagt oder nicht. und das kann man doch einfach beschreiben, indem man einfach das zu hilfe nimmt, was man hört.

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Es kommt mir persönlich vor, als versuchtet ihr immer wieder, in gefühlt jedem zweiten Beitrag alles zu „moderne“ an Musik, oder Film niederzumachen und die Leute, die das toll finden, zu bekehren, sie sollten mal lieber diesen oder jenen Film ansehen, dieses oder jene Stück hören. Dann erst würden sie erkennen, was wahre Film- Musikkunst ist und was einen guten Film / gute Musik ausmacht.

Das stimmt so aber gar nicht. Ich würde es ja berüßen, wenn der Film und die Filmmusik endlich einmal (wieder) modern werden würden! Als die Filmmusik Dank Goldsmith und North noch modern war, schrieb man die 70er Jahre, bis John Williams spätromantisch angelegte "Star Wars"-Musik die Weichen in die Golden-Age-Vergangenheit zurück stellte. Seitdem dümpelt die Filmmusik auf ewig ausgetretenen tonalen Pfaden, kommt allerdings nicht wieder in die Gänge, sich neu zu erfinden oder endlich konsequent Schritte nach vorne zu lenken. Vor 100 Jahren hat man in der E-Musik erkannt: "So kann's nicht weitergehen", die Filmmusik wird durch ewiges Repetieren alter Muster immer blasser vorhersehbarer und langweiliger.

Immerhin hat sich die "filmische Spätromantik" (Golden Age) bis zur Postmoderne druchgewuselt, indem man keinen Weg mehr mit Neuerungen, sondern Versatzstücken zu gehen pflegt - hier würde mir "Inception" oder natürlich "Cowboys und Aliens" einfallen. Ansonsten ist auch der Film mittlerweile am Ende seines Lateins angekommen, "Spiderman Reboots", "Fluch der Karibik 5", "Mission: Impossible 4", "Men in Black III" etc. zeugen davon.

Wenn jemand ein altes Konzept neu wiederbelebt muss er sich von mir gefallen lassen, dass ich seinen Film oder Musik auch an dem alten Vorbild messe. Natürlich ist klar, dass einige Dinge eine Erneuerung brauchen ("The Mechanic" war im Original bis auf die ersten 12 genialen Minuten absolut nicht prickelnd"), aber wer "The Wild Bunch" neu verfilmt lässt vollkommen außer Acht, warum dieser Film damals so wirkungsvoll war und wieso er heute nicht mehr den Effekt auslösen kann, den er damals auslöste. Ebenso verhält es sich mit neuen Aufgüssen alter Geschichten: "Avatar" verliert nunmal gegen "Der mit dem Wolf tanzt" - filmisches Lametta hin oder her.

Daher spreche ich mich ausdrücklich für die Aufarbeitung der filmischen und musikalischen Vergangenheit in diesem Forum aus, denn wer "Hook" als innovativ bezeichnet (hat ja Gott sei Dank keiner gemacht), der sollte sich darüber im Klaren sein, dass all die dort zu hörenden musikalischen Elemente alles andere als neu und teilweise dreist übernommen wurden.

Da wir auf rund 400 Jahre Musikgeschichte und ungefähr 100 Jahre Filmgeschichte zurück blicken, fand nunmal in der Vergangenheit sehr viel statt.

Mittlerweile müsste eh jedem klar sein, wie ich die Musik wahrnehme und wie wenig Ahnung ich von guter Komposition habe und haben will. Ich bin halt der ganz egoistischen Meinung "gut ist, was gut klingt und gut klingt, was mir gefällt".

Mal eine ganz einfache Frage: Du willst von Komposition keine Ahnung haben? Bedeutet das, du hast kein Interesse oder du willst einfach nicht?

Und: Ja, deine Einstellung ist überaus egositisch, fast schon dreist. Wenn Du auf der einen Seite behauptet, Du wolltest nichts über musikalische Hintergründe erfahren, auf der anderen Seite nimmst Du Dir heraus zu beurteilen, was gut ist, was berührt, was bedeutend in dem Werk eines Komponisten ist, was langweilig ist...

Ich maße mir niemals die absolute Meinung an.

Etwas nüchtern und sachlich zu beschreiben, das dafür geschaffen wurde, Emotionen auszulösen oder zu verstärken, kann ich mir schwerlich vorstellen.

Denn schließlich dachte sich ja auch der Komponist etwas dabei, oder fühlte. Er wird ja nicht gedacht haben "gut, nun setze ich mal ein paar Noten so zusammen, dass sie einigermaßen nach irgendwas klingen. Oh... Klingt schräg. Ich nenne es.. Hmm... Action-Theme." ;)

Dieser Eindruck kommt allerdings sehr von der Popmusik, in dem es schließlich Gang und Gebe ist, Songs aus dem Ursprung der persönlichen Emotion zu verfassen (z. B. Liebeskummer, Aggression, Frohsinn etc.). Tatsächlich ist das bei der E-Musik nicht so: Hier wird tatsächlich sehr überlegt vorgegangen. Wenn man etwas hochemotionales schaffen möchte, muss man bei der Schöpfung dieses Werkes absolut nüchtern vorgehen und sich im Klaren darüber sein, wie und wann man welche Schalter und Hebel umlegt, um bei dem Rezipienten den gewünschten Effekt zu erzielen. In romantisch-emotionalem Überschwang ein paar Noten auf's Papier kleistern funktioniert da überhaupt nicht. Bernard Herrmann" war wahrscheinlich sehr nüchtern und klar bei der Sache als er die Musik zu "Vertigo" schrieb und hat sich nicht auf eine Leiter gestellt, sich dann von einer hübschen Blondine küssen lassen und ist dann schnell zum Klavier gerannt, um seine Finger von Schwindelgefühl und Liebesglück in die Tasten zu hämmern.

Und gerade Filmkomponisten müssen äußerst sachlich und klar zu Werke gehen, wenn es dazu kommt, die Noten zu Papier zu bringen.

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Ich bin doof und egoistisch, damit kann ich leben... ;)

Spaß beiseit.

Mit "modern" meinte ich ... nun .. modern, aktuell, zur Zeit, was grad in Mode ist... Ich wollte nur nicht schon wieder "RCP-Stil" schreiben.

Wiki:

modern ist
  • betont auf der zweiten Silbe des Wortes:
    • ein Adjektiv zum Substantiv Mode

Ich habe keine Ahnung von Komposition, weil ich keine Komponistin bin. Ich bin nur Musik-Hörer, Genießer, ich denke zumindest, dass ich weiß, wie man Ohren gebraucht. Ich habe auch kein Interesse daran, selbst in die Musikbranche einzusteigen und Musik zu machen. Meine Kreativität liegt an anderer Stelle. Demzufolge denke ich in meinem "jugendlichen Leichtsinn", dass Ahnung von Komposition nur Komponisten haben sollten. Genauso wie ein - um mal beim Handwerk zu bleiben - ein Tischler Ahnung von Schreinerei haben sollte. Muss ich denn auch Schreinerei lernen, um zu beurteilen, was ein schöner Tisch ist? Wenn ich einen Tisch kaufe, muss ich mich dann schlau darüber machen, wer ihn erschaffen hat, aus welchem Holz er ist und welche Kunstform er widerspiegelt? Mir persönlich reicht es, wenn ich sagen kann "Schöner Tisch, den nehm ich."

So ist es mit der Musik, den Komponisten. Da bin ich an dem Hintergrundwissen über den Komponisten selbst interessiert. Was hat er so gelernt, was sind seine Hobbies, wie geht er an einen neuen Film heran, was sind seine Vorbilder usw. Den Komponisten als Menschen kennen lernen. Was weiter in die Tiefe geht.... Nun, da muss ich offen gestehen, über die reine Kompositionskunst wollte ich bisher noch nichts wissen. Dazu bin ich einfach zu fasziniert von der Tatsache, dass es eben Menschen gibt, die eine so wunderschöne "Sache" wie Musik "herstellen" können. Das ist ein gewisser Zauber, den möchte ich mir nicht kaputt machen, wenn ich zu intensiv forsche. Natürlich hat das ganze nichts magisches, das weiß ich tief im Inneren. Doch ich mag mir eben gern diesen "Reiz", diese "kindliche Unschuld" gerade in diesem Bereich noch erlauben dürfen. Nenn mich naiv, dumm, was auch immer... In diesem Punkt stehe ich dazu.

Und ja, ich nehme mir für mich heraus zu beurteilen, was mir gefällt. Ist wie der morgendliche Blick in den Kleiderschrank. Da frage ich nicht mehr meine Mutter, was ich anziehen soll, da ich nicht genau weiß, was zusammenpasst und mir steht.

Wie ist es mit dir? Wodurch beurteilst du, was dir gefällt, was du "großartig" findest? Fragst du auch jemanden vorher, oder entscheidest du selbst, welchen Film du gern siehst, welche Musik du gern hörst?

So ist meine Aussage eben hauptsächlich auf das "Gefallen" bezogen. Weil mir Schlager nicht gefällt, sage ich "Das ist doofe Musik", da ich Trance gern höre nenne ich diesen Stil "toll", da ich Filmmusik liebe, ist das eben FÜR MICH wunderschöne/gute Musik.

Übrigens beurteile ich nicht, was bedeutend ist. Da fehlt mir wirklich die Ahnung.

Und: Ja, deine Einstellung ist überaus egositisch, fast schon dreist. Wenn Du auf der einen Seite behauptet, Du wolltest nichts über musikalische Hintergründe erfahren, auf der anderen Seite nimmst Du Dir heraus zu beurteilen, was gut ist, was berührt, was bedeutend in dem Werk eines Komponisten ist, was langweilig ist...

Ich maße mir niemals die absolute Meinung an.

Ich darf also nicht beurteilen, sagen, was mich berührt und was ich langweilig finde? Auch nicht, ob mir etwas gefällt, oder nicht gefällt? Mich interessiert, oder kalt lässt?

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, sich dann von einer hübschen Blondine küssen lassen

Getreu dem Motto: erst die Arbeit, dann das Vergnügen. ^_^

Dieser Eindruck kommt allerdings sehr von der Popmusik, in dem es schließlich Gang und Gebe ist, Songs aus dem Ursprung der persönlichen Emotion zu verfassen (z. B. Liebeskummer, Aggression, Frohsinn etc.). Tatsächlich ist das bei der E-Musik nicht so: Hier wird tatsächlich sehr überlegt vorgegangen. Wenn man etwas hochemotionales schaffen möchte, muss man bei der Schöpfung dieses Werkes absolut nüchtern vorgehen und sich im Klaren darüber sein, wie und wann man welche Schalter und Hebel umlegt, um bei dem Rezipienten den gewünschten Effekt zu erzielen. In romantisch-emotionalem Überschwang ein paar Noten auf's Papier kleistern funktioniert da überhaupt nicht. Bernard Herrmann" war wahrscheinlich sehr nüchtern und klar bei der Sache als er die Musik zu "Vertigo" schrieb und hat sich nicht auf eine Leiter gestellt, sich dann von einer hübschen Blondine küssen lassen und ist dann schnell zum Klavier gerannt, um seine Finger von Schwindelgefühl und Liebesglück in die Tasten zu hämmern.

Und gerade Filmkomponisten müssen äußerst sachlich und klar zu Werke gehen, wenn es dazu kommt, die Noten zu Papier zu bringen.

Wenn ich jetzt an Beethoven denke, der ja die Dramaturgie bis zur Perfektion beherrschte, dann war emotionell teilweise kein großer Unterschied zu einem Lagerfeuer Gitarristen, außer natürlich, dass es Beethoven nicht dabei beließ, sondern weitergemacht hat bis zum Punkt, an dem Komposition und sein Innerstes tatsächlich im perfekten Schnitt aufeinander gepasst haben.

Zumindest muss der Komponist ja die Emotion (Ob nun Liebe oder Ärger oder etc.) kennen, sonst kann er doch niemals eine Authenzität erreichen. Beethovens Pastorale ist doch beispielsweise nachweislich eben kein einfaches Produkt aus dem Reagenzglas, sondern auch die Folge von Beethovens Nähe zur Natur.

Allerdings ist es natürlich ohne Zweifel so, dass die kreativen Möglichkeiten gleich mit dem handwerklichen Können steigen.

Dass die Moderne mit nichts Modernem durchbrochen wird und der Klimax der immer gleichen alten Suppe noch zu steigen scheint, liegt wohl aber sehr vermehrt daran, dass das Geld wie noch nie die Welt regiert. Denn es gibt ja sehr wohl Ansätze und frische Ideen - sowohl musikalisch, als auch filmisch. Aber finanziert oder gefördert wird natürlich nicht. Ich glaube, dass die vielen neuen medialen Auswüchse (Youtube, Myspace etc.) eher dazu führen, dass gerade auf dem Weltmarkt oder im größeren Rahmen die Flexibilität vollkommen flöten geht. Wenn unsere Nachfrage an gewissen Stellen gedeckt werden kann, brauchen sich die "Bosse" oben nicht darauf einlassen, das Angebot zu ändern.

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Spaß beiseit.

Mit "modern" meinte ich ... nun .. modern, aktuell, zur Zeit, was grad in Mode ist... Ich wollte nur nicht schon wieder "RCP-Stil" schreiben.

Und aktuell ist leider, den alten Teebeutel für drei weitere Aufgüsse in der Kanne zu lassen. Dass ich dann dafür bin, sich den damals frischen und neuen Ideen zu widmen, mache ich in einem Film- und Musikforum natürlich klar. Wir befinden uns in einer Zeit, in der es anscheinend selbstverständlich ist, Filme wie "Psycho", "Giganten", "Das Boot", "Ben Hur", "Metropolis" etc. NICHT gesehen zu haben. Da aber all diese Klassiker Grundlage für unser heutiges Kino sind und entsprechende Maßstäbe gesetzt hat sollte man diese Werke auch im Hinterkopf haben, wenn man sich aktuelle Filme ansieht. Deswegen mache ich häufig auf alte Klassiker aufmerksam.

Ich habe keine Ahnung von Komposition, weil ich keine Komponistin bin. Ich bin nur Musik-Hörer, Genießer, ich denke zumindest, dass ich weiß, wie man Ohren gebraucht. Ich habe auch kein Interesse daran, selbst in die Musikbranche einzusteigen und Musik zu machen. Meine Kreativität liegt an anderer Stelle. Demzufolge denke ich in meinem "jugendlichen Leichtsinn", dass Ahnung von Komposition nur Komponisten haben sollten. Genauso wie ein - um mal beim Handwerk zu bleiben - ein Tischler Ahnung von Schreinerei haben sollte. Muss ich denn auch Schreinerei lernen, um zu beurteilen, was ein schöner Tisch ist? Wenn ich einen Tisch kaufe, muss ich mich dann schlau darüber machen, wer ihn erschaffen hat, aus welchem Holz er ist und welche Kunstform er widerspiegelt? Mir persönlich reicht es, wenn ich sagen kann "Schöner Tisch, den nehm ich."

So ist es mit der Musik, den Komponisten. Da bin ich an dem Hintergrundwissen über den Komponisten selbst interessiert. Was hat er so gelernt, was sind seine Hobbies, wie geht er an einen neuen Film heran, was sind seine Vorbilder usw. Den Komponisten als Menschen kennen lernen. Was weiter in die Tiefe geht.... Nun, da muss ich offen gestehen, über die reine Kompositionskunst wollte ich bisher noch nichts wissen. Dazu bin ich einfach zu fasziniert von der Tatsache, dass es eben Menschen gibt, die eine so wunderschöne "Sache" wie Musik "herstellen" können. Das ist ein gewisser Zauber, den möchte ich mir nicht kaputt machen, wenn ich zu intensiv forsche. Natürlich hat das ganze nichts magisches, das weiß ich tief im Inneren. Doch ich mag mir eben gern diesen "Reiz", diese "kindliche Unschuld" gerade in diesem Bereich noch erlauben dürfen. Nenn mich naiv, dumm, was auch immer... In diesem Punkt stehe ich dazu.

Weder bist Du naiv noch dumm, aber Du befindest Dich wie unglaublich viele Menschen im Irrtum - inwiefern nimmt das Wissen, was eine Sonatenhauptsatzform, was ein Leitmotiv, ein Vorhalt ist oder wie man Tonleitern bildet, die Magie und den Zauber aus der Musik? Musik wäre ein bloßer Pyroeffekt oder Sylvesterknaller, wenn ihre Wirkung verpuffen würde, nur weil man sich mit der Materie auseinander setzt. Auf der anderen Seite nimmst Du dann gerne "Musik auseinander", vergleichst, hörst Instrumente raus und so weiter. Wie passt das zusammen?

Dasselbe gilt natürlich auch für den Tisch. Man muss wissen: Sind die Beine aus stabilem Material oder nur Gummi? Sind die Beine gut mit der Platte verbunden und nicht wacklig, damit der Tisch nicht wackelt, wenn man Fleisch darauf schneidet und die Getränke nicht überschwappen? Sollte doch Flüssigkeit auskippen: Wie gut ist der Lack? Schützt er das Holz? Könnte ich gegen Stoffe in der Farbe oder dem Material allergisch sein? Ist die Gestaltung originell und das Holz teuer genug, dass ich auch wirklich so viel dafür bezahlen muss wie dran steht?

Außerdem befinden wir uns ja in einem Musikforum, in dem wir die Materie besprechen. In einem Tischlerforum müsste man sich auch mit Begriffen wie "Beizen" oder den verschiedenen Stärken von Schmirgelpapier auskennen. Um die Materie vernünftig zu besprechen muss ein gewisses Maß Fachwissen vorhanden sein. Wie gerne hätte ich das mit der modernen Musik oben ausgeführt, aber weißt Du, was "tonal" und "atonal" bedeutet? Kannst Du mit dem Begriff Neoklassizismus etwas anfangen? Ich habe schon immer bedenken (nicht nur Deinetwegen, Anne) hier den Begriff "spätromantisch" zu verwenden, denn wie viele hier wissen nicht, um was für eine Epoche es sich handelt und in welche Jahrzehnte man sie eingrenzt. Welche Komponisten dort gewirkt haben und wie "spätromantik" grob gesagt "klingt"? Damit wird die Möglichkeit der Diskussion, die Aspekte, die man besprechen möchte, auf einen kleinen Rahmen abgesteckt, der dann immer mit dem "Gefühl" erweitert werden soll, das aber unzureichend geschieht, weil sich Gefühl von Mensch zu Mensch unterscheidet.

Und ja, ich nehme mir für mich heraus zu beurteilen, was mir gefällt. Ist wie der morgendliche Blick in den Kleiderschrank. Da frage ich nicht mehr meine Mutter, was ich anziehen soll, da ich nicht genau weiß, was zusammenpasst und mir steht.

Wie ist es mit dir? Wodurch beurteilst du, was dir gefällt, was du "großartig" findest? Fragst du auch jemanden vorher, oder entscheidest du selbst, welchen Film du gern siehst, welche Musik du gern hörst?

So ist meine Aussage eben hauptsächlich auf das "Gefallen" bezogen. Weil mir Schlager nicht gefällt, sage ich "Das ist doofe Musik", da ich Trance gern höre nenne ich diesen Stil "toll", da ich Filmmusik liebe, ist das eben FÜR MICH wunderschöne/gute Musik.

Übrigens beurteile ich nicht, was bedeutend ist. Da fehlt mir wirklich die Ahnung.

Ich darf also nicht beurteilen, sagen, was mich berührt und was ich langweilig finde? Auch nicht, ob mir etwas gefällt, oder nicht gefällt? Mich interessiert, oder kalt lässt?

Der Vergleich mit dem Kleiderschrank hinkt etwas, denn wie man sich kleidet, entscheiden viele Aspekte: Was möchte ich an meiner Figur betonen, was nicht? Welche Situationen erlebe ich heute und wie sollte ich dafür angezogen sein? Inwiefern will ich meinen Stil erfüllen, inwiefern der Freundin gefallen? Natürlich ziehe ich auch hin und wieder andere Quellen bei Musik, Literatur oder Filmen heran, um mir ein Bild machen zu können,, wie das Werk zu seiner Zeit gewirkt und Maßstäbe gesetzt hat. Ich kann z.B. mit "Pulp Fiction" überhaupt nichts anfangen, aber der Kniff, die Geschichte durcheinander zu wrüfeln wie es später öfter wie in "Amores Perros" oder "41 Gramm" gemacht wurde, war damals halt neu. Das muss ich dem Film lassen. Die Dialoge sind trotzdem völlig belanglos und die Kameraeinstellungen äußerst uninspiriert, teilwesei nichtmal gut gewählt. Die Tatsache, dass der Film eine Neuerung gebracht hat, lässt ihn mich allerdings mit anderen Augen sehen.

Genau so bei Mozart: Vom reinen Anhören sagt mir seine Musik überhaupt nicht zu. Blicke ich aber in die Noten, bin ich immer wieder fasziniert, was Mozart da alles verpackt hat, wie er mit den Formen spielt. Hier schafft meine Kenntnis über musikalische Elemente erst den Zauber, den ich beim bloßen Hören niemals entdecke. Natürlich höre ich somit Mozarts Opern und Sonaten mit ganz anderen Ohren, rein ästhetisch ziehe ich aber einen virtuosen Liszt, einen verträumten Debussy oder einen melancholischen Ravel dem "Geklimpere" Mozarts in jeder Situation vor.

Natürlich kann jeder entscheiden, was ihm gefällt, ob einen die Sachen trotzdem kalt lassen ist eine andere Frage. Wenn sich jemand weigert, sich Fachwissen anzueignen, dann aber heraus nimmt, Stücke wie das Liebesthema aus "Spartacus" aus einem Bauchgefühl heraus den 'offiziellen' und für alle Welt einsehbaren Titel "Shame"-Kandidat gibt, finde ich das schon egoistisch. Ich halte den Goldsmith-Titel, der damals zur Auswahl stand, nicht "sehr gut" (wie Oli es Ausdrückte), aber da mir mein Gefühl, meinen Lieblingskomponisten auch nicht direkt abwerten zu wollen, da es wesentlich schlimmere Sachen als "I.Q." aus seiner Feder gibt, habe ich mich enthalten. Das North-Thema ist ein wirklich herrlich gemachtes Stück - für Dich aber langweilig. Warum dann nicht einfach enthalten?

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Nun... ganz offen: Ich weigere mich immer, dann etwas zu tun, wenn ich irgendwo den Unterton spüre, dass es getan werden muss. Auch wenn dieses Wörtchen direkt selten auftaucht, aber dennoch der leichte Hauch eines Zwangs mitschwingt (oder es mir so vorkommt).

Würde fast sagen, du fragst mal meine Mutter, wie es ausging, wenn sie mir befohlen hatte, ich solle mein Zimmer aufräumen. Wenn ich dazu Lust hatte, oder die Notwendigkeit sah, tat ich es. Wurde es zum Zwang, stellte ich mich mit "allen vieren" dagegen. Da halfen keine Drohungen... Unter Umständen gutes Zureden, meist eher "Bestechung" (räum auf, dann können wir gleich einen Ausflug machen / dann darfst du heute Abend fernsehen). Doch niemals Zwang. Ich beschäftige mich gern mit HIntergründen, weil ich entdeckt habe, dass da noch etwas anderes ist, ich bin stolz, wenn ich von mir allein aus etwas gefunden habe. Aber sobald dann jemand kommt, der sagt, du musst das hier mal anhören, du musst entdecken, hört der Spaß auf und ich tue dann das genau gegenteilige von dem was verlangt wird.

Ich brauche also entweder eine "entgegengesetzte Aufforderung", oder subtile Hinweise.

Kann sogar passieren, dass wenn du, Gerrit, mir nun sagen würdest "Du musst unbedingt 'Metropolis' schauen, denn das ist ein Film, den man gesehen haben muss, weil sonst ist man kein Filmfan" (wirklich nur rein hypothetisch), denke ich mir "Jetzt erst recht nicht. Dann bin ich in deinen Augen kein Filmfan. Mir doch egal". Ja, da bin ich trotzig ;). Bei dagegen "Metropolis gilt als Klassiker. Sollte man gesehen haben, könnte dir gefallen, wenn du...." Ja, dann werde ich hellhörig(er). So wie du es halt getan hast, als du mir den "Feuervogel" und die "Planeten" empfohlen hast. Wobei es da den Vorteil von YouTube gab, wo ich eben mal ein Ohr riskieren und mich so direkt in die Planeten verlieben konnte.

Ich bin also, wenn man es so betrachtet, ein sehr seltsames Wesen.

Nun zum Zauber. Ich habe mich etwas am Thema "Film und Fernsehen" festgebissen, wollte alle Hintergründe wissen. Wie etwas passiert, wie die Szenen gemacht sind, wie ein Skript geschrieben wird, was die besten Kameraeinstellungen sind usw. Tja, nun weiß ich um einige technischen Aspekte eines Filmes, schaue auf schöne Kameraeinstellungen, habe ein Ohr für die Sound FX, höre wie der Komponist wo seine Musik einsetzte.... Doch kann nur noch in den seltensten Fällen einen Film um des Filmes willen genießen. Einfach abschalten und zurücklehnen. Ich habe mir den Film-Genuss also größtenteils selbst "kaputtrecherchiert". Darum fürchte ich, würde ich mich zu tief mit der Materie Musik auseinandersetzen, höre ich nur noch die technischen Aspekte, aber nicht mehr das gesamte Kunstwerk.

So gewisse "Magie" wurde mir ja schon teils genommen. Ich weiß nun, dass manche Chöre nicht echt sind, dass auch ein Orchester aus dem Computer kommen kann..... Und frage mich bei jeder Choraufnahme, ob denn da echte Menschen singen, oder doch nur ein Programm abgespielt wird. Ich kann aufgrund dessen Chormusik nicht mehr 100% genießen. Oder andere Musik. Ab und an gelingt es mir noch, den Kopf abzuschalten und zu sagen "egal, ob das echt ist, oder nicht. Es klingt fantastisch!". Aber wenn ich ein Stück höre und mich erstmal frage, wie viele Instrumente da drin wohl echt sind, ist das Herz nur noch zu 80% dabei, der reine Genuss also schon getrübt.

So will ich nicht darüber nachdenken, wer denn nun gut komponiert, oder nicht. Weil ich dann ein schlechtes Gewissen habe, wenn ich z.B. "Clash of the Titans" höre und toll finde. Und dann gleichzeitig fast schon eine Belohnung erwarte, wenn ich etwas Besonderes von Goldsmith oder der "E-Musik" lausche.

Denn je mehr ich eintauche und erfahre, umso mehr fühle ich mich wie ein Kind, dem gerade erklärt wurde, dass es Weihnachtsmann und Osterhase gar nicht gibt.

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Ich bin also, wenn man es so betrachtet, ein sehr seltsames Wesen.

Nein, bist du nicht. Denn tatsächlich machen es die meisten Menschen so, in allen Bereichen und Lebenslagen. Ansonsten wäre unsere Welt um einiges schöner und die Moralapostel hätten gewonnen.

Also mach dir da nichts draus, das ist normal!

Aber es ist interessant, was du schreibst, denn die Phase des Irrglaubens oder der fast schon totalen Entsetzung ist ganz normal auf dem Weg der Erkenntnis. Ich will nicht zu überspitzt und klugscheißerig daher kommen, aber so läuft das immer, sobald man hinter den Vorhang blickt. Zuerst wird der Zaubertrick kaputt gemacht, weil man sieht, wie es funktioniert, doch irgendwann - wenn man diesen Pfad weitergeht - erkennt man, dass man die Leistung des Zauberers, diesen Trick überhaupt erdacht zu haben und ausführen zu können, das Wunderbare daran ist. Die Illusion wird nur für einen kurzen Augenblick geraubt, denn dahinter verbergen sich die wahren Wunder, für die es schon viel schwieriger wird, Erklärungen zu finden.

Als Siddharta erstmals die armen Menschen erblickt und erkennt, dass die Welt nicht aus Sonnenschein besteht, hat ihn auch ein Entsetzen erfasst, aber er ist weiter gegangen und hat am Ende Erkenntnis erlangt.

Das soll nicht heißen, dass wir uns alle unter einen Boddhi-Baum setzen sollen, aber der erste Sprung ins kalte Wasser ist immer etwas ungemütlich, aber mit der Zeit lernt man das Schwimmen und möchte gar nicht mehr raus aus dem riesigen Meer.

-_-;)

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Ich glaube, ich habe es eh schon mal erwähnt.. meine früheren Soundtrack-Tagebücher-Einträge hätten mir fast den Zauber der Musik genommen.. die Musik auseinanderzunehmen.. nur noch reduzieren auf Instrumente usw.. meine letzten Einträge dort waren nur noch langweilig, nüchtern und sachlich, jedoch auf keinen Fall "ich", hab mich verstellt.. die Musik berührte mich nicht mehr so wie zu anderen Zeiten...

Hier könnt ihr sie nachlesen:

So den Thread mal wieder etwas belebe und die Ersteindrücke meiner letzten zwei FSM-CDs mitteile:

Jerry Goldsmith

The Homecoming/A Christmas Carol

&

James Horner

Rascals and Robbers

(The Secret Adventures of Tom Sawyer and Huck Finn)

Jerry Goldsmiths Musik zu dem Waltons TV-Film The Homecoming ist ein sehr schöner Score mit americana-Elementen wie Harmonika, Banjo, aber auch mit schönen Streichern-Elementen. Es gehört schon zu Goldsmith besseren Werken. Jedoch wer das berühmte Waltons Thema erwartet, den muss ich leider mitteilen, dass es damals zu diesem TV-Film dieses Thema noch nicht gab. Das wurde erst später für die Serie komponiert. Jedoch auch dieses Thema ist wirklich sehr schön und Goldsmith mochte diese Musik ebenfalls sehr.

Nun zu James Horner:

Ich finde diese Musik passt wunderbar auf dieser CD mit dem Goldsmith. Stilistisch nicht unähnlich zeigt sich jedoch schnell heraus, dass die Musik von James Horner zu dem TV-Film über die berühmte Story Huck Fin und Tom Sawyer die bessere ist. Auch hier kommen wieder diese Americana-Elemente zum Vorschen, jedoch muss ich sagen, dass die Musik von James mehr in sich hineingeht. Herrliches Thema, geschickte Instrumentierung, ja alles ein Hauch besser als bei dem Score von Goldsmith. Man spürt da schon heraus, wie gut James Horner mit der Zeit werden könnte.

James Horner - Testament

Ein wirklich sehr schöner Score, jede Sekunde lohnt sich davon.

Ein wundervolles Main Theme durchzieht sich durchs ganze Album, dazu wundervollen und sehr gut eingesetzten Choreinsätze, sogar mal acapella in dem Track "Brad and Henry Call CQ/Brad and Hiroshi Ride Double" und wer da

nicht Gänsehaut bekommt, dem ist nicht zu helfen.

Track 4 "Liz Plays Pied Piper/Pied Piper Play/Pied Piper Flute/Pied Piper Piano" fällt ein wenig aus der Reihe, da hier Horner seine unkonventionelle Seite zeigt, jedoch das wohl filmbedingt, was man wohl am Tracknamen rauslesen kann.

Am Ende sind noch zwei Tracks von Mozart, arrangiert von Horner, die jedoch in Sachen Qualität der Originalmusik von Horner unterlegen sind.

Eingespielt wurde der Score von einem eher Esemble von zehn Mann und einem weiblichen Chor. Wenn man die Musik so hört, klingt das schöner als vieles was heutzutage mit einem großen Orchester eingespielt wird, aber damals waren auch noch andere Zeiten.

Das war der falsche Weg für mich damals und ich habe mich entschlossen diesen Weg nicht mehr einzuschlagen und mich wieder der Musik mehr hinzugeben.. mit vollstem Herzeinsatz. Das ist für mich der perfekte Hörgenuss.

:)

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Ich bin also, wenn man es so betrachtet, ein sehr seltsames Wesen.

Absolut nicht, denn allein, dass das von Dir geschilderte Verhalten kindischen Ursprungs ist zeigt es doch, dass Trotzigkeit zum Ur-Wesen des Menschen gehört. Ich frage mich allerdings allgemein, woher immer der Wunsch kommt, möglichst "seltsam", "völlig irre", "duchgedreht" oder sogar "verrückt" erscheinen zu wollen. Sollte man sich denn nicht glücklich schätzen, genau das nicht zu sein? Der Wahnsinn sitzt in der Anstalt und sabbert. Wir alle sollten uns hier freuen, eben nicht in dieser Verfassung zu sein.

Nun zum Zauber. Ich habe mich etwas am Thema "Film und Fernsehen" festgebissen, wollte alle Hintergründe wissen. Wie etwas passiert, wie die Szenen gemacht sind, wie ein Skript geschrieben wird, was die besten Kameraeinstellungen sind usw. Tja, nun weiß ich um einige technischen Aspekte eines Filmes, schaue auf schöne Kameraeinstellungen, habe ein Ohr für die Sound FX, höre wie der Komponist wo seine Musik einsetzte.... Doch kann nur noch in den seltensten Fällen einen Film um des Filmes willen genießen. Einfach abschalten und zurücklehnen. Ich habe mir den Film-Genuss also größtenteils selbst "kaputtrecherchiert". Darum fürchte ich, würde ich mich zu tief mit der Materie Musik auseinandersetzen, höre ich nur noch die technischen Aspekte, aber nicht mehr das gesamte Kunstwerk.

So gewisse "Magie" wurde mir ja schon teils genommen. Ich weiß nun, dass manche Chöre nicht echt sind, dass auch ein Orchester aus dem Computer kommen kann..... Und frage mich bei jeder Choraufnahme, ob denn da echte Menschen singen, oder doch nur ein Programm abgespielt wird. Ich kann aufgrund dessen Chormusik nicht mehr 100% genießen. Oder andere Musik. Ab und an gelingt es mir noch, den Kopf abzuschalten und zu sagen "egal, ob das echt ist, oder nicht. Es klingt fantastisch!". Aber wenn ich ein Stück höre und mich erstmal frage, wie viele Instrumente da drin wohl echt sind, ist das Herz nur noch zu 80% dabei, der reine Genuss also schon getrübt.

So will ich nicht darüber nachdenken, wer denn nun gut komponiert, oder nicht. Weil ich dann ein schlechtes Gewissen habe, wenn ich z.B. "Clash of the Titans" höre und toll finde. Und dann gleichzeitig fast schon eine Belohnung erwarte, wenn ich etwas Besonderes von Goldsmith oder der "E-Musik" lausche.

Es gibt so unglaublich viel "echte" Chormusik - warum sich also weiter die Zeit vertreiben mit halbgarem Zeug? In der Film- sowie in der E-Musik gibt es so viel Gutes mit echten Sängern, Schlagwerk und Bläsern. Wenn die "wimmernde Posaune im Hintergrund Kopfschmerzen bereitet" sollte man sich das dann aber auch bei billiger Musik aus der Dose anerkennen. Es gibt natürlich auch Fälle, wo der sterile elektronische Klang gefordert und gewünscht wird und die Musik sogar ästhetisch wirkungsvoller gestaltet, aber das dürfte dann auch keine Kopfschmerzen bereiten.

Das mit den Filmen kenne ich auch und wenn ein Film gut gemacht ist, der Schnitt super in der Zeit ist, die Musik treffend ist und die Schauspieler überzeugen, die Kameraeinstellungen gut gewählt sind, dann verdient das auch die Anerkennung des Rezipienten. Trotzdem kann ein Film dabei noch unterhalten. Gegen Ende des letzten Jahres hatte ich so ein Erlebnis bei "Stirb Langsam" - ein so verdammt guter Actionfilm bei dem wirklich alles stimmt - kein hingerotztes Machwerk wie die "Killer Elite". Doch so sehr ich mich auch über Rickmans brillanten Bösewicht, die herrlichen Einzeiler von Willis, Kamens Musik, den temporeichen Schnitt etc. gefreut habe, so sehr genoss ich auch das riesige Spekatkel, dass da veranstaltet wurde. Das Eine schließt das Andere nicht aus - es ergänzt sich nur perfekt. Wenn ein Werk also künstlerisch super gestaltet ist, sollte man sich nicht dafür schämen, das auch wahrzunehmen. Stumpf berieseln lassen kann man sich von den runtergekurbelten "Twilight"-Filmen, "Briefe an Julia" und Ähnlichen Konsorten. Sich hinzusetzen und eine Mahler-Symphonie, die Musik zu "Psycho", "Spartacus" oder "Logan's Run" nur zur Berieselung zu hören wird der Sache, der Musik, den Komponisten nicht gerecht. Wenn man zu schätzen weiß, was da passiert, dann lernt auch das Wunder viel mehr zu schätzen als davor zu sitzen, Anspielungen nicht zu verstehen, Themen nicht wieder zu erkennen und so über die Hälfte des Werks an sich vorbei rauschen zu lassen.

Musik wie "Logan's Run", die Orchesterstücke von Schönberg, "Wozzeck" von Alban Berg, die Musik Luigi Nonos und Ligetis, Herrmanns, Norths und Goldsmiths Filmmusiken haben nunmal einen Anspruch an sich selbst und den Hörer. Es geht ja nicht darum, sofort alle Reihen bei Zwölftonkompositionen rauszuhören oder nur noch verkrampft rumzusitzen, aber die gewisse Prise bewusstes und fachliches Hören erschließt einem völlig neue Welten und öffnet die Tür zu mehr Musik. Dass wenn ich von einer Feier oder einem langen Konzert nach Hause komme und nachts um 2:00 meine Gehörgänge schnell mit drei bis fünf Stücken von "Immediate Music" durchpuste und ich einfach in dem Bombast schwelge, schließt sich doch mit dem aufgeschlossenen und dem bewussten Hören sowie der natürlich IMMER beim Hören präsenten Emotion niemals aus.

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zuerst muss man doch erstmal schauen, was jeder damit bezwecken will, wenn er sich eine soundtrack cd in den player legt. ich z.bsp. habe nie vor, beim soundtrack hören den film nochmal revue passieren zu lassen. es ist auch nicht einfach berieselung. es ist die melodie, die instrumente, die vocals und all sowas. wenn ich einen soundtrack höre, fang ich an, an irgendwas zu denken. es ist irgendein soundtrack und ich mal mir vorher auch nicht aus, an was ich denke werde. ich weiss nur eins, es wird nicht der film sein.

und die analyse der komposition und das wissen um die intention des komponisten wird an dem grund, weshalb ich das album in den player gelegt habe, nichts ändern. oli, anne, saya und auch ich hören aus völlig anderen gründen filmmusik als z.bsp. mephisto und sebastian. z.bsp. dieser part hier, den mephisto geschrieben hat:

"Der "Spartacus" ist für eine Golden-Age-Sandalenmusik sehr subtil aber unglaublich filigran. Alleine dass das Thema erst in moll und später in Dur zu hören ist (und beidermaßen überzeugend funktioniert) spiegelt doch die melancholischen und die glücklichen Seiten des facettenreichen Gefühls der Liebe wieder."

ich finde diese information äußerst interessant, jedoch wird die bennenung dieser aspekte nichts daran ändern, ob mir das stück gefällt oder nicht. es ist absolut zufall, dass mir dieses stück gefällt. bei mir läuft es letztendlich auf den klang der musik hinaus. und bei mephisto und sebastian hab ich das gefühl, dass ihnen nicht der klang der musik wichtig ist sondern die tatsache, dass das stück filigran und subtil ist und das thema erst in moll und dann in dur zu hören ist. also der kompositorische aspekt. mir gefällt das stück, weil das thema bei mir etwas bewirkt und der klang des orchesters toll ist.

ein anderes beispiel

zimmers King Arthur

ich höre den score wirklich sehr gerne. mir gefallen die themen, ich mag den chor und die solovocals und die percussionparts. und einige passagen mit soloinstrumenten gibts ja auch. soviel ich weiß, ist der score wohl wieder nur in dur geschrieben und die percussion und chorparts nur aus dem rechner kommen. dieses ganze wissen ist sehr interessant und ich kann auch vollkommen nachvollziehen, weshalb die musik als schlechte komposition bezeichnet wird. dieses wissen wird aber niemals etwas daran ändern, dass die cd noch viele male in meinen player wandern wird. und sie landet in meinem player, weil die musik einfach etwas positives bewirken wird bei mir. genauso wie das Spartacus Thema etwas positives bei mir bewirkt.

dann haben wir also hier eine gute und eine schlechte komposition. und beide bewirken beim zuhören dasselbe bei mir. es wäre natürlich falsch von mir in einem Hall Of Fame/Shame Spiel diese titel mit punkten zu bewerten, weil es einfach unfair dem titel, dem komponisten und mir gegenüber wäre. deshalb hab ich ja auch nicht mitgespielt.

aber ich denke, wenn ich beide titel ausführlich erläutern würde, wäre für alle nachvollziehbar, weshalb mir etwas gefällt oder nicht. und es gibt hier nunmal unterschiedliche herangehensweisen im forum. und wenn man das sachlich erläutert, kann es ne ordentliche diskussion geben und niemand fühlt sich auf den schlips getreten. wir müssen halt nur aufhören, überzeugungsarbeit leisten zu wollen.

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aber ich denke, wenn ich beide titel ausführlich erläutern würde, wäre für alle nachvollziehbar, weshalb mir etwas gefällt oder nicht. und es gibt hier nunmal unterschiedliche herangehensweisen im forum. und wenn man das sachlich erläutert, kann es ne ordentliche diskussion geben und niemand fühlt sich auf den schlips getreten. wir müssen halt nur aufhören, überzeugungsarbeit leisten zu wollen.

Ich glaube, das Gefallen oder nicht-Gefallen steht ja auch außer Frage und ist unantastbar, ob man nun will oder nicht. Und ich kann wirklich jeden Standpunkt nachvollziehen, aber irgendwann komme ich zu einer bestimmten Frage, nämlich:

Wieso wahrt man ein Distanz zu etwas, was man doch eigentlich so liebt?

Allerdings hat es durchaus weise Züge an sich, denn zum einen ist die Erkenntnis endlich und zum anderen kann man das Objekt in seinem natürlichen Raum belassen. Das hat ungefähr etwas von Freundschaft und dem Wunsch nach mehr. Zwei Freunde merken, dass sie sich zueinander hingezogen fühlen, gehen aber keine Beziehung ein, um die Freundschaft nicht kaputt zu machen.

Denn wir wissen ja auch, dass der intensive Beobachter immer das beobachtende Objekt in bestimmer Menge beeinflusst und somit die Messung verfälscht.

Aus der Sicht der wahren Erkenntnis heiße ich die Vorgehensweise des nicht weiter darauf Eingehens für richtig. Aus Sicht des qualitativen Maßstabs und des Einflusses des Hörers kann ich es aber nicht unterstützen.

Zwei Herzen schlagen in meiner Brust, oh weh. :huh:

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Wieso wahrt man ein Distanz zu etwas, was man doch eigentlich so liebt?

weil es bei mir nichts ändern würde. das wollte ich doch mit meinen beispielen zeigen. das Spartacus thema wechselt von moll zu dur. ich finds toll, mephisto findets toll. würde das thema nur in moll bleiben, würde ichs immer noch toll finden, mephisto nicht mehr. bedeutet ich finde das thema, mephisto den tonartwechsel des themas. 2 völlig unterschiedliche betrachtungsweisen, weil wir auch 2 völiig unterschiedliche gründe haben, weshalb man das stück überhaupt hört. und auch wenn wir unterschiedliche betrachtungsweisen kann man ja darüber philosophieren. und solange wir nicht mit extremen um uns schmeißen, dürfte das doch klappen.

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weil es bei mir nichts ändern würde. das wollte ich doch mit meinen beispielen zeigen. das Spartacus thema wechselt von moll zu dur. ich finds toll, mephisto findets toll. würde das thema nur in moll bleiben, würde ichs immer noch toll finden, mephisto nicht mehr. bedeutet ich finde das thema, mephisto den tonartwechsel des themas. 2 völlig unterschiedliche betrachtungsweisen, weil wir auch 2 völiig unterschiedliche gründe haben, weshalb man das stück überhaupt hört. und auch wenn wir unterschiedliche betrachtungsweisen kann man ja darüber philosophieren. und solange wir nicht mit extremen um uns schmeißen, dürfte das doch klappen.

Kompromisslose Liebe. Das ist gut! :)

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