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Geschrieben

Um nicht den Beat Records Faden ins Offtopic gleiten lassen.

Hier der Thread für Marcello Giombini. ☺️

Neulich durch Zufall den spanisch-italienischen Thriller / Horrorfilm "Das Haus im Nebel" (La mansión de la niebla) 1972 auf Youtube gefunden.

Schön stimmiger kleiner Streifen mit einem sehr passenden Score von Marcello Giombini. Einer Mischung aus Synthesizer und Orchester. 

Allerdings kam die Ernüchterung dann im Vorspann als in den Credits bei Giombini, "Edition Musicali Nazionalmusic" auftauchte. Somit war auch hier die Hoffnung, wie bei so vielen Giombini Filmmusiken, diese jemals als Tonträger zu bekommen, wieder ins Nirvana verschwunden. Es ist nur noch traurig! 

Ist ja zumindest schon mal schön, zumindest die Giombini Musik, die bei CAM verlegt wurde, zu bekommen.

 

Geschrieben

Giombini mag ich auch sehr gerne. Allerdings nur bis etwa Anfang der 70er Jahre. Danach scheint er sich komplett auf seine Keyboards (oder was auch immer er da für Gerätschaften verwandet hat) verlegt zu haben. Ist sehr schade, denn viele seiner Orchesterscores haben schmissige, eingängige Themen, sind aber i.d.R. bisher unveröffentlicht, wie z.B. die Musik zum Western TUTTO PER TUTTO, die ich wirklich sehr gerne auf CD besäße. Oder auch TRE PISTOLE CONTRO CESARE. Das Wikinger-Abenteuer COLTELLI DEL VENDICATORE mit seinem Ohrwurm-Score hatte ich hier auch schon irgendwann mal erwähnt. Schöner Faden, der hier eröffnet wurde.

  • Like 1
Geschrieben

Danke Angus.

Ist schon lustig. Bei mir war es gerade anders herum. Das mag aber auch daran liegen, weil ich auch als Musiker, Komponist und Produzent in der elektronischen Musik zuhause bin und mein Erstkontakt mit Giombini auch dessen Elektronischer Output war. 

Es ist auch so, dass ich aber auch seinen Werken manchmal ambivalent gegenüberstehe. 

Während ich so stimmungsvolle Electronicsores wie  z.b für "L' Odesssa" (1974) oder auch für die beiden Massaccesi Horrorstreifen von 1980 zu meinen Favoriten zähle. Oder auch das Konzeptalbum "Astromusic Synthesizer" von 1981, welches lange nicht erhältlich war, und wenn dann zu einem horrenden Preis und Gottseidank auch nun den Weg auf die Streamingplattformen gefunden hat, gibt es aber auch so cheasy Scores wie "La Guerra dei Robot" (1978) oder auch "La Bestia nello Spazia" (1980) erzeugt in mir doch manchmal ein leicht verkniffenes Gesicht.

Aber auf privater Ebene war er ein sehr auskunftsfreudiger und angenehmer Zeitgenosse. Ich hatte ja so ca. 2 Jahre vor seinem Tod etwas Kontakt mit ihm per E-Mail. Da war mir das Nazionalmusic Drama schon bewusst. Aber leider hatte auch er keine Privatkopien seiner Aufnahmen mehr. Bzw. auch diese Bänder wiederverwertet. Hat ja auch Stefan Schlegel schon mal erzählt. Auch sein Sohn Pier Luigi hat nichts aus dem Archiv seines Vaters. Auch und obwohl Pier Luigi auch auf einigen seines Vaters Platten, als Musiker mit tätig war.

Glücklicherweise hatte ich die Möglichkeit den einen oder anderen unveröffentlichten Track seiner Elektronik Soundtracks als Neuinterpretation als Tonträger veröffentlichen. Sowie auch eine namentliche Erwähnung auf seiner Website erhalten. Das hat mich damals schon etwas geehrt.

Geschrieben

Interessant. Zumindest IN DER GEWALT DER ZOMBIES ist mir als Film bekannt. Dort findet sich ein recht gelungenes, romantisch-mysteriöses Flötenthema und am Ende düstere Klänge mit Chor und Glockenschlägen, die zugegebenermaßen sehr stimmungsvoll sind. Das Titelstück mit diesem nervösen Orgelmotiv empfinde ich aber als eher nervtötend. Wie hat man sich eine solche Neuinterpretation vorzustellen? Existieren Noten dazu, oder hast Du alles durch Hinhören rekreiert? 

Geschrieben
vor 12 Stunden schrieb Angus Gunn:

Interessant. Zumindest IN DER GEWALT DER ZOMBIES ist mir als Film bekannt. Dort findet sich ein recht gelungenes, romantisch-mysteriöses Flötenthema und am Ende düstere Klänge mit Chor und Glockenschlägen, die zugegebenermaßen sehr stimmungsvoll sind. Das Titelstück mit diesem nervösen Orgelmotiv empfinde ich aber als eher nervtötend. Wie hat man sich eine solche Neuinterpretation vorzustellen? Existieren Noten dazu, oder hast Du alles durch Hinhören rekreiert? 

Also das Titelthema aus "Le Notti erotiche dei morti Viventi" haben wir ja neu aufgenommen.

Nun, die Transkription, Notation und Arrangement des Stückes stammt von Roger Conrad. Der ist, was reine Komposition angeht, da wesentlich Fitter als ich. Er hatte auch keine Vorlage und hat alles durch raushören erstellt. Er hat auch die Midi Grundprogrammierung erstellt und dies mit seinen relativ einfachen Synthi, der multitimbral (also mehrere verschiedene Sounds und Klänge wie Orgel, Streicher etc gleichzeitig) ist, erstmal als Demo etstellt hat. Das sogenannte Midifile hat er mir zur weiteren Bearbeitung geschickt. Eine Mididatei ist kein Klang, sondern digitale Dateien wie Noten gespielt werden sollen. Diese Datei habe ich dann verwendet und habe dabei die passenden Sounds dafür erstellt und programmiert. Wobei ich natürlich möglichst nahe am selben Sound und der Atmosphäre bleiben wollte, wie es im Original war. Hier benutze ich als Leitvorlage eine Audioaufnahme aus dem Film. Das ganze muss dann natürlich gemischt werden, was ein ziemlich aufwendiger Prozess ist, wenn man versucht, dass es wie eine Musikproduktion aus den beginnenden 80ern zu klingen. Ich will jetzt nicht zu technisch klingen.

Alles in allem bin ich im Grunde zufrieden mit dem Endergebnis. Das Ding schwirrt auch irgendwo auf YT rum.

 

Hier ist es ab Minute 5:00 zu hören.

https://youtu.be/rTsq1Iki9g8?is=GGPqxqcVxbZ-tn9c

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