Jump to content
Soundtrack Board

Angus Gunn

Mitglied
  • Gesamte Inhalte

    405
  • Benutzer seit

  • Letzter Besuch

Alle erstellten Inhalte von Angus Gunn

  1. Angus Gunn

    Guido & Maurizio De Angelis

    Bei jedem hat´s irgendwann mal angefangen. STAR WARS, WINNETOU, JAMES BOND... die Liste der gerne genannten Initialzündungen ist lang und individuell. Ich persönlich habe kein spezielles Schlüsselerlebnis vorzuweisen; bei mir geht die Annährung an die Filmmusik-Liebhaberei bis in die Grundschulzeit zurück und war wohl ein eher natürlicher Prozess bin ich doch schon von Anfang an mit der Filmbegeisterung meines Vaters und seinem 35-mm-Heimkino aufgewachsen. Eine Kindheit zwischen Zelluloid und Projektionstechnik. Die musikalische Ausgestaltung all dieser wunderbaren Klassiker die damals auf drei Meter Breite auf die Leinwand an unserer Wohnzimmerwand projiziert wurden hat mich also maßgeblich beeinflußt, und schon sehr früh waren mir vor allem Namen wie Bernstein, Jarre und Goldsmith ein Begriff. Auch wenn es auf der einen Seite zunächst mal anspruchsvolle Kompositionen zu DIE 10 GEBOTE, LAWRENCE VON ARABIEN oder DER WIND UND DER LÖWE oder auch Morricones Western-Musiken waren, so haben andererseits die De-Angelis-Brüder mit ihren in der Pop- und Folk-Musik verankerten Klängen auf jeden Fall einen maßgeblichen Anteil daran, dass ich heute hier sitze und diesen ganz persönlichen Prolog schreibe. Und deshalb möchte ich den beiden diesen längst überfälligen eigenen Faden widmen, denn viele ihrer Melodien verfügen über einen größtmöglichen Wiedererkennungswert und sind nicht selten losgelöst vom Film zum Bestandteil der Popkultur geworden. Doch Guido & Maurizio De Angelis sind viel mehr als nur Hitlieferanten, und ihr Name ist fest mit dem italienischen Genre-Kino der 70er Jahre verbunden. "Guido ist mehr der Geschäftsmann, Maurizio ist ein Künstler - ein echter Künstler.Ich kann nicht sagen, wer der Bessere ist, Marlon Brando oder Al Pacino, das hängt auch immer vom Film ab. Maurizio ist sehr gut, beinahe auf dem Niveau von Morricone. Er fing mit Schlagern an. Er schrieb sie für Don Backy. Nette Lieder, aber eine ganz andere Welt. Aber er hat das Potenzial für ganz andere Leistungen..." -Sergio Sollima Unter den Filmen des Spencer-Hill-Duos ist ZWEI HIMMELHUNDE AUF DEM WEG ZUR HÖLLE mein Favorit. Dies hat mehrere Gründe. Zum einen stehen die so typischen Klamauk- und Prügelszenen hier in einem sinnvollen Kontext zur Geschichte und werden auch nicht überstrapaziert. Zum anderen kommt hier, bei allem Humor, auch eine richtig schöne Abenteuerfilm-Atmosphäre rüber. Dies liegt nicht zuletzt an der bemerkenswerten, präzisen Kameraführung, die aus den authentisch anmutenden Dschungel-Settings und der sorgfältigen Ausstattung das Beste herausholt. Da sitzen beispielsweise die beiden Protagonisten Plata (Hill) und Salud (Spencer) in einem Transportflugzeug, das sie der Versicherungsprämie wegen zur Bruchlandung bringen wollen. Der Laderaum ist vollgestopft mit Gerümpel, Käfige mit flatterndem Federvieh rutschen von einer Ecke in die andere. Colizzi und sein Kameramann sezieren das Szenario mit einer solchen Hingabe, dass man als Zuschauer meint, den dampfenden Muff im Cockpit förmlich riechen zu können. Und auch auf der musikalischen Ebene stimmt hier alles. Die deutsche LP-Pressung von RCA (oben abgebildet) war damals eine meiner ersten eigenen Filmmusik-Errungenschaften, und der Titelsong FLYING THROUGH THE AIR muß niemandem vorgestellt werden. Mit einer so originellen wie humorvollen Orchestrierung und dem lässigen Rhythmus trifft er den Charakter des Films perfekt und war natürlich auch als Single-Auskopplung ein großer Erfolg. Entwaffnend sind auch die mit viel Samba-Flair ausgestatteten Instrumental-Versionen die immer wieder durch pfiffige Einfälle und schräge Instrumentierungskniffe erfreuen. So startet das Ensemble in SCAMBIO DI OPINIONI (Track 21 auf der CD) mit fröhlicher Verve um nach etwa einer Minute immer dezenter und leiser zu werden, bis die Melodie schließlich nur noch im Flüsterton vom Saxophon intoniert wird, als hätte zwischendurch jemand die Musiker dazu aufgefordert doch bitte die Mittagsruhe einzuhalten. PLATA AND SALUD ist das zweite Thema, das mehr den abenteuerlichen Aspekt betont, mit Streichorchester und Chor vor allem bei den Start- und Flugszenen eingesetzt wird. Mit Flöten und Gitarre orchestriert, trifft es aber auch ganz wunderbar den versponnen-friedlichen Charakter des alten Smaragdschürfers IL MATTO, der als Einsiedler in einer verwahrlosten Bretterbude haust und für einen wirklich rührenden und tragischen Moment verantwortlich ist: Da er noch nie die Stadt gesehen hat, wird er von Plata und Salud mitgenommen. Doch nach der Landung auf dem Flugplatz müssen sie feststellen, dass ihr Gast, von Freude und Aufregung überwältigt, die große Stadt nun doch nicht mehr aus der Nähe erleben wird, denn "Matto ist wieder aufgestiegen". Zusammen mit dem hinreißend traurigen Streicher-Gitarren-Arrangement des Themas treibt mir diese Szene auch heute noch das Wasser in die Augen. Eine ganz vortreffliche Filmmusik, ohne größeren Anspruch, doch originell und symphatisch. Dass das nicht selbstverständlich ist, wird deutlich, wenn man sich mal die späteren Filme von Spencer und Hill zu Gemüte führt, die von anderen Komponisten betreut wurden. Die Ergebnisse sind oft weit weniger überzeugend, und meiner Meinung nach ist Walter Rizzati mit DAS KROKODIL UND SEIN NILPFERD der Einzige, dem es gelungen ist, an Charisma und Originalität der De-Angelis-Scores heranzukommen.
  2. Angus Gunn

    Guido & Maurizio De Angelis

    GESPENSTER-GESCHICHTEN Kurze Meldung zwischendurch: Es gibt jetzt die Möglichkeit diese einmalig 1985 ausgestrahlte, 6-teilige Serie auf DVD zu erwerben. Wolfgang Büttner führt als Gastgeber durch die mit Augenzwinkern erzählten Schauergeschichten. Der knuffige Intro-Song leitet eine jede Folge ein, mag auf den ersten Blick etwas deplaziert wirken, setzt aber einen verschroben-skurrilen Rahmen um die originellen Episoden, in denen sich Darsteller wie Hannes Messemer, Peer Augustinski oder Heinrich Schweiger mit sichtlichem Vergnügen tummeln. Der begleitende Score ist dann auch genregerecht von atmosphärisch-düsterem Charakter. Schöne Sache nicht nur für TV-Nostalgiker. Ghosts will live forever...
  3. Es gab mal eine Zeit, da wurde im deutschen Fernsehen Wert auf Qualität gelegt. Es ist nicht so, dass nicht auch heute noch hervorragende Formate produziert würden, doch sind sie im großflächig ausgerollten Schundprogramm kaum noch auszumachen. Vor wenigen Jahrzehnten sah das noch anders aus, und heute blicken wir auf eine vergangene Fernseh-Landschaft zurück, die uns einen immensen Fundus an erlesenen Schätzen vererbt hat, von denen bereits viele, aber noch längst nicht alle, gehoben (sprich: auf DVD veröffentlicht) wurden. In diesem Faden soll nun auf einige dieser Perlen und auf ihre musikalische Ausgestaltung eingegangen werden mit dem Schwerpunkt auf sogenannte Mini-Serien, Mehrteiler und Einzelfilme. Während es manch ein Titelthema auf einen Sampler oder eine Single geschafft hat, waren und sind komplette Filmmusik-Alben doch eher selten anzutreffen. Manch ein Komponisten-Name ist heute kaum noch bekannt, und vielleicht findet sich ja die ein oder andere Anregung bei den hier im Board mitlesenden CD-Produzenten ... wer weiß . WALLENSTEIN (1978) - Musik: Eugen Thomass Beginnen möchte ich mit einem absoluten Klassiker. Eine 4-teilige Literaturverfilmung von ungeheurer Wucht, ein Monument des Historiendramas, das nicht nur in der deutschen TV-Geschichte seines Gleichen sucht und zu meinen persönlichen Favoriten zählt. Mit einer beeindruckenden Garde erstklassiger Schauspieler inszeniert Franz Peter Wirth die Geschichte des berühmten böhmischen Feldherrn in ebenso nüchternen wie überwältigenden Bildern und erlaubt einen Einblick in eine historische Epoche wie man es sonst nur selten erleben kann. Die Musik von Eugen Thomass ist dem Handlungsrahmen entsprechend sehr perkussiv, die Themen von herber Stringenz. Platz für Idyllisches ist da kaum, doch gibt es des öfteren authentisch anmutende Source-Music im Hintergrund zu hören, die für das passende höfische Ambiente sorgt. Da bisher nichts davon jemals auf Tonträger zugänglich gemacht wurde, habe ich selber eine kleine Suite zusammengebastelt und mit einer Schnittcollage aus dem Film versehen. Ich hoffe, dass diese kurze Zusammenstellung etwas von der Großartigkeit sowohl vom Film wie auch von Thomass´ Musik vermittelt.
  4. Angus Gunn

    Straßenfeger: Deutsche TV-Klassiker und ihre Musik

    Christian Bruhn: JACK HOLBORN Der Waisenjunge Jack aus Bristol träumt vom großen Abenteuer als Schiffsjunge und gerät an den undurchsichtigen Kapitän Sharingham (Matthias Habich), den eine düstere Vergangenheit umgibt. Ein Jahr nach SILAS war hier wieder dasselbe Team am Werk, dem erneut eine überaus reizvolle, unterhaltsame und spannende Abenteuergeschichte gelungen ist. Ebenfalls mit an Bord (oder um im Kontext zu bleiben: an Deck) ist Komponist Christian Bruhn, der sich diesesmal der sinfonischen Klangfülle des Graunke-Orchesters bedient. Sein Score glänzt mit melodischem Einfallsreichtum und verfehlt seine Wirkung sowohl im Film wie auch als Album nicht. Hier das wunderbar-sehnsüchtige, vom Cembalo begleitete CAPTAIN´S THEME, gefolgt vom marschähnlichen Swashbuckler-Thema DIE PIRATEN: https://vimeo.com/316393023
  5. Angus Gunn

    FRANZ WAXMAN

    Schau an. Ich habe hier die "Essential Alfred Hitchcock"-CD von Silva Screen, und dort ist lediglich "Lisa" enthalten. Anscheinend doch nicht so "essentiell" wie behauptet...
  6. Angus Gunn

    Straßenfeger: Deutsche TV-Klassiker und ihre Musik

    Mal wieder Zeit für ein wenig Fernseh-Nostalgie: Rolf Bauer: KINTOPP, KINTOPP In den 20er Jahren übernimmt der Bankbeamte Tommi (Georg Thomalla) eine Stelle als Buchhalter bei der Filmproduktionsgesellschaft "Colossal". Als sich deren Chef mit dem erwirtschafteten Gewinn aus dem Staub macht, versucht Tommi das Unternehmen zu retten und beginnt, selber Filme zu produzieren. - Eine sehr schöne Idee, die aber leider nicht mit der gebotenen Seriosität, sondern als leidlich unterhaltsame Sitcom umgesetzt wurde. Schade, denn das Thema wäre hochinteressant gewesen und hätte das Zeug zu einem großen Klassiker gehabt. So aber ist nicht mehr als nette Zwischendurch-Unterhaltung daraus geworden. Die Musik ist jedoch ein humorvolles Kleinod, das den Charakter der Serie auf eingängige Weise einfängt. DAS KALTE HERZ Wilhelm Hauffs mehrmals verfilmte Märchenerzählung vom armen Schlucker, der sich um des Reichtums willen ein steinernes Herz einsetzen läßt, in einer sehr schönen, 6-teiligen TV-Adaption, die ich sogar der sehr guten DEFA-Verfilmung vorziehen würde. Autor Justus Pfaue erzählt die Geschichte mit ein paar kleineren Abweichungen und überrascht mit einem Ende, das durchaus mehrere Interpretationen zuläßt. Für die Musik nutzt Rolf Bauer sowohl akustisches wie auch elektronisches Instrumentarium und gefällt vor allem mit der kurzen, aber sehr einschmeichelnden Abspannmusik.
  7. Angus Gunn

    FRANZ WAXMAN

    Hat es dieses Titelstück eigentlich jemals irgendwo auf Tonträger gegeben? REAR WINDOW ist auch ein schönes Beispiel für einen Film, der ohne jeglichen Score auskommt. Abgesehen von der Overtüre vielleicht, aber selbst die scheint irgendwo aus dem Radio zu kommen. Hitchcock selber war ja unzufrieden mit Waxmans Arbeit, da er die Idee mit dem Musiker aus der Nachbarwohnung und dessen Versuchen, ein Musikstück zu komponieren, nicht wie geplant umsetzen konnte.
  8. Angus Gunn

    FRANZ WAXMAN

    Das erste Mal, dass ich Waxman bewußt als Komponist wahrgenommen habe, war PRINZ EISENHERZ. Der Film war damals ein gerne gesehener Gast im Fernsehen, und ich war schon in sehr jungen Jahren für Filmmusik zu begeistern. Die Titelmusik wurde vom kleinen Angus Gunn dann auch per Kassettenrekorder vom Fernseher aufgenommen. Später dann, als die Sammelleidenschaft für Soundtrack-LPs begann, versuchte ich natürlich auch die Eisenherz-Musik aufzutreiben, bis ich schließlich von Hubert (Kißmann, damals noch eigenständig unterwegs) erfuhr, dass es davon nie eine Schallplatte gegeben hat. Aber dafür verwies er mich auf jene Charles-Gerhardt-Suite, und verschaffte mir so meinen ersten Waxman-Tonträger. Die Einspielung war dann auch überaus prachtvoll und enthält sogar die tolle, von Fanfaren umsäumte Turnier-Sequenz, die auf der FSM-CD fehlt.
  9. Angus Gunn

    Intrada: THE CAINE MUTINY (Max Steiner)

    Bin spät dran, aber bevor sie weg ist, habe ich sie mir nun doch zugelegt. So sehr ich den Film auch mag, muß ich bezüglich der Musik auch ein paar kritische Anmerkungen loswerden. Steiner geht mir nämlich viel zu wenig auf das eigentliche Drama rund um den paranoiden Kapitän Queeg ein. Sein Score bleibt die meiste Zeit im oberflächlichen Hurrah-Patriotismus hängen und beschreibt das hektische Treiben an Deck während der Schiffsmanöver zackig und motivierend bis hin zu cartoonhaftem Micky-Mousing. Ein Hugo Friedhofer wäre mit dem Stoff mutmaßlich ganz anders umgegangen. Ein Beispiel für einen wirklich gelungenen Musikeinsatz findet sich nach der Sturmsequenz. Um das Schiff zu retten wird der überforderte Queeg von seinen Untergebenen seines Kommandos enthoben. Hierbei wird auf Musik völlig verzichtet, und erst beim Szenenwechsel setzt Steiner wieder ein. Diesesmal mit einem kurzen schicksalsdräuenden Motiv, denn die vermeintlichen Meuterer werden sich nun dem Kriegsgericht stellen müssen. So geht´s, und vielleicht hätte sich Steiner auch an anderen Stellen mehr zurücknehmen sollen. Am Ende kommt es zur meiner Meinung nach stärksten Szene des Films: Der Anwalt (Jose Ferrer), der für die Angeklagten einen Freispruch erwirkt hat, verurteilt während der Siegesfeier das Verhalten der Crew, bezeichnet Keefer (MacMurray) als Feigling und Urheber der Meuterei und schüttet ihm in Verachtung ein Getränk ins Gesicht. Trotz dieses starken Finales beendet Steiner den Film völlig unbeeindruckt wieder mit dem schwungvollen Caine-Marsch. Bei "Brücke am Kwai" wurde es ähnlich gemacht. Aber dort funktioniert der abschließende River-Kwai-Marsch ganz wunderbar als sarkastischer Kommentar auf die Sinnlosigkeit der vorangegangenen kriegerischen Aktionen. Die Kamera fährt hoch, Tod und Zerstörung überall, und der Marsch setzt ein. Im Fall von "Caine" funktioniert das nicht. Hier ist der Marsch zu sehr an die Filmdramaturgie gebunden. Er beschreibt nichts weiter als das mit militärischem Elan in See stechende Schiff. Als Album ist das alles unterhaltsam genug, als Filmmusik finde ich es weniger überzeugend.
  10. Angus Gunn

    Eigenartige Score-Bewertungen

    Ich weiß nicht so recht, wohin mit dieser Anekdote. Hier ist sie, glaube ich, ganz gut aufgehoben. Letzte Woche kam ich auf der Arbeit mit einem Kollegen ins Gespräch. In der Zeitung war ein Film mit Götz George angegündigt, und er fing an über die Schimanski-Tatorts zu schwärmen. Er wäre damals ein großer Fan gewesen, das wären die tollsten Fernseh-Krimis überhaupt usw. Und es wäre auch das erste Mal gewesen, dass man richtige (!) Musik in Fernseh-Krimis verwendet hätte. "Also, so Lieder, die damals auch aktuell in den Charts waren und nicht so komische, ausgedachte Orchestermusik." Und weil wir uns vor ein paar Wochen schonmal über "Spiel mir das Lied vom Tod" unterhalten hatten, und ihm die Morricone-Musik dort so gefallen hatte, meinte ich zu ihm, dies sei doch aber auch nur "ausgedachte Orchestermusik". Das hat ihn irritiert, verstanden hat er es aber wohl nicht.
  11. Angus Gunn

    Italienische Genre-Filmmusik der 50er-70er Jahre

    Das ist bei mir genau umgekehrt. PRINCIPE ist in einem sehr ähnlichen Stil gehalten, auch sehr schön, aber für mich etwas schwächer. Über die beiden Ferrara-Tracks habe ich mich damals auch gewundert und habe sie als Stilbruch empfunden, obwohl sie für sich genommen opulent und auch im Film effektiv eingesetzt sind. Von ihrer eigentlichen Herkunft hatte ich seinerzeit noch keine Ahnung.
  12. Angus Gunn

    Italienische Genre-Filmmusik der 50er-70er Jahre

    Tja, wie kommts? In jungen Jahren habe ich mich einfach mehr für Musik aus dem Action-/Abenteuer-Genre interessiert und mich bei Morricone entsprechend auf die Western gestürzt. Auch dort gab es wunderbare, elegische Themen zu entdecken. Sachen wie IL GRANDE SILENZIO oder "Father Rattigan" aus NAVAJO JOE fand und finde ich absolut großartig. Aber auch Sachen wie LE PROFESSIONEL, LE MARGINAL, Musik zu damals aktuellen Kinofilmen wie FRANTIC und MISSION mochte ich sehr und liebe sie auch heute noch. Ich glaube, der erste Morricone, der von überwiegend ruhiger, epischer und emotionaler Natur war, und der mich richtig beeindruckt hat, war SECRET OF THE SAHARA. Die Serie lief seinerzeit im ZDF und wurde durch die Musik enorm aufgewertet. Die LP war auch sehr gut in den Regalen der Kaufhäuser vertreten. Aber das Hauptaugenmerk galt halt lange Zeit dem klassischen Abenteuer- Kriminal- und Action-Kintopp, am besten noch mit reißerischem Cover-Design. Zum überwiegenden Teil waren mir die Filme vorher bekannt, Verdachtskäufe kamen aber auch öfters vor. Auch wenn´s langsam unangehm wird, aber die Musik zur KAMELIENDAME ist mir auch unbekannt, wird aber vorgemerkt.
  13. Angus Gunn

    Italienische Genre-Filmmusik der 50er-70er Jahre

    Ich habe längst nicht alles von ihm, brauche aber auch nicht alles. Gerade bei den rein oder überwiegend elegischen Scores sieht´s bei mir mager aus. Von den genannten kenne ich die meisten nicht. Auch IL DESERTO DEI TARTARI nicht, werde ich aber mal im Auge behalten.
  14. LAWMAN ist aber ein wirklich toller Score mit sehr starkem Hauptthema. Da ich den bisher nur in der alten Bay-Cities-Ausgabe aus den frühen 90ern habe, werde ich mir diese CD wohl anschaffen.
  15. Angus Gunn

    Italienische Genre-Filmmusik der 50er-70er Jahre

    Da fällt mir sonst spontan noch der FERRAMONTI-Score ein, oder auch AVVVENTURIERO, die ich aber nicht ganz so hoch schätze wie eben CINEMA PARADISO. Gibt´s denn in der Richtung noch irgendwelche besonderen Tipps? Ist mir bisher gänzlich unbekannt, klingt aber tatsächlich sehr ähnlich, nicht nur vom Thema her, auch die Instrumentierung.
  16. Angus Gunn

    Italienische Genre-Filmmusik der 50er-70er Jahre

    Ein paar Anmerkungen zur neuen Veröffentlichung von CINEMA PARADISO. Und auch hier gilt: Das muß jeder für sich selbst entscheiden, ob er seinen Geldbeutel mit einer Anschaffung belasten möchte, denn der Inhalt ist identisch mit der GDM-CD von 2011. Die tontechnischen Verbesserungen sind nicht gravierend, aber für den Bewunderer dieser Musik deutlich spürbar. Vor allem litt die alte Ausgabe unter einem uneinheitlichen Klangbild. Manche Tracks tönten etwas gedämpfter oder mulmiger aus den Lautsprechern als andere. Und bei den neu hinzugekommenen Tracks störte außerdem ein nicht unerheblicher Rauschpegel. Letzterer ist nun nicht gänzlich verschwunden, aber erheblich reduziert. Die Musik gleitet insgesamt nun geschmeidiger durchs Ohr. Und da diese Edition bei Quartet erschienen ist, gibt es im 15-seitigen Booklet auch einiges zu lesen. Hat sich für mich definitiv gelohnt, nicht zuletzt weil diese Musik zu meinen 3 Morricone-Lieblingsscores zählt. Und wer sie unglaublicherweise überhaupt noch nicht besitzt, hat jetzt die beste Gelegenheit, dieses Versäumnis nachzuholen. Denn der Score ist von hinreißender Nostalgie und von vorne bis hinten von einer derart ergreifenden Wärme und Wehmut durchzogen, ohne dabei ins Trübselige abzugleiten, wie man es selbst bei Morricone nicht allzu oft erlebt.
  17. Angus Gunn

    Was habt ihr zuletzt gesehen?

    GRETA (Neil Jordan) Nach mehrjähriger Abwesenheit hatte ich mir von Neil Jordan eigentlich etwas mehr erhofft, als diesen lauwarmen Stalker-Thriller. Zwar finden sich auch hier Ansätze seiner Handschrift, z.B. im Musikeinsatz oder der skurrilen, nicht in die moderne Großstadt-Umgebung passenden Einrichtung von Gretas Wohnung, aber leider vermag Jordan aus dem durchaus vorhanden Potential nicht allzu viel herauszuholen, was auch an einigen nicht wirklich nachvollziehbaren Aktionen seiner Protagonistinnen liegt. Stephen Rae tritt leider nur sehr spät und sehr kurz in Erscheinung. Seine Szenen mit Huppert sind mit die stärksten des Films, was auch daran liegen kann, dass hier zwei Schauspieler mit ähnlich ausgeprägter Leinwandpräsenz aufeinandertreffen. Der restliche Cast gibt sich alle Mühe, bleibt aber relativ fade. Und was mir im Gegenwartskino immer wieder auffällt, sind die austauschbaren Synchronstimmen der jüngeren Generation, insbesondere bei den Damen. Moretz und Monroe klingen hier wirklich fast identisch. Schade, aber vielleicht klapp´s ja beim nächsten Mal.
  18. Angus Gunn

    Ich höre gerade folgendes Album...(Teil 2)

    Tolles, Swashbuckler-Hauptthema. Ist aber trotzdem nicht Waxmans größte Stunde, oder? Ich habe ihn lange nicht mehr gehört, erinnere mich aber an einige längere Durststrecken zwischendurch. Vielleicht irre ich mich da auch, muß ich mir gelegenlich nochmal anhören. Bei Filmen mit religiösem Bezug ist Newman IMMER in Topform. BERNADETTE gefällt mir persönlich noch besser als sein CAPTAIN FROM CASTILE. Vielen Dank für den Tipp. Ist mir gänzlich unbekannt, aber an Musik zu Mittelalter-Filmen bin ich stets interessiert (solange sie nicht nach Zimmer klingen).
  19. Angus Gunn

    Guido & Maurizio De Angelis

    Frisch ausgepackt und angehört. Mit zwispältigem Ergebnis. Die beiden sehr gelungenen Themen BOMBER und vor allem FANTASY dürften allgemein bekannt sein. Es ist zwar eine schöne Sache, den Soundtrack nun in kompletter Form sein Eigen nennen zu können, aber selbst der gutwilligste Fan wird sich eingestehen müssen, dass es seinen Grund hat, weshalb dieser Musik seinerzeit keine Langspielplatte beschieden war. Mehr als auf der damaligen Vinyl-Single zu finden war, braucht es eigentlich nicht, und 55 Minuten sind des Guten eindeutig viel zu viel. Zumal von FANTASY tatsächlich immer und immerwieder derselbe Track wiederholt wird, mal mit, mal ohne Gesang, und, der jeweiligen Szene angepaßt, oftmals mittendrin unelegant ausgeblendet. Mit Bomber verhält es sich ähnlich, wobei es am Schluß aber immerhin noch eine sehr schöne, melancholische Version dieses Themas gibt. Und der kurze Flamenco-Einschub dürfte, wenn mich meine Ohren nicht täuschen, aus ARRIVANO I VOSTRI stammen. Es lassen sich durchaus ein paar vergnügliche Minuten aus der CD destillieren, aber an die De-Angelis-Alben der 70er reicht das hier in keinster Weise heran.
  20. Angus Gunn

    Deutsche Filmmusik

    Zur Zerstreuung, und weil ich mich nach wie vor im Zustand der Urlaubs-Vorfreude befinde: DIE MARTINSKLAUSE erzählt in wunderschönen Schwarz-weiß-Bildern von der Watzmann-Sage und der Besiedlung des Berchtesgadener Landes im 12. Jahrhundert. Und weil das Kinoplakat eines der schönsten ist, die ich kenne, hängt seit einiger Zeit auch ein Exemplar davon in meiner Wohnung. Da ich davon ausgehe, dass das Warten auf eine Filmmusik-Veröffentlichung aussichtslos ist, präsentiere ich hier mal Bernhard Eichhorns dramatische Titelmusik:
  21. Anscheinend niemand, aber ich habe sie mir mal geholt. Der Klang dieser neuen Edition wurde spürbar und behutsam aufpoliert und klingt jetzt tatsächlich etwas frischer. Wobei die Betonung auf "etwas" liegt. Kimmel spricht von "considerably cleaned up". Ganz so euphemistisch würde ich es zwar nicht ausdrücken, denn die FSM-CD klang ja bereits sehr zufriedenstellend, aber für mich hat sich der Kauf gelohnt. Wem die Musik nicht allzu wichtig ist, der ist auch mit FSM natürlich bestens bedient. Eine von beiden sollte es aber unbedingt sein, denn die Musik ist schlichtweg umwerfend. Bei Kritzerland sind nun die Source-Music-Tracks vom Score separiert, und das Booklet enthält einige Anmerkungen von Komponist Nathan Barr. Den kenne ich zwar nicht, aber er erzählt ganz Interessantes über die Barr/Fox-Wurlitzer Theater Organ, die seit 1928 sehr oft in klassischen Soundtracks eingesetzt wurde und heute restauriert bei ihm im Studio steht.
  22. Gefällt Dir denn auch Yared? Aus meiner Sicht sind dessen stärkste Musiken gerade nicht in den großen amerikanischen Kinoepen zu finden, sondern in eher weniger bekannten Filmen, oder zum Teil eben auch in den französischen Produktionen aus den 80ern.
  23. Angus Gunn

    Was habt ihr zuletzt gesehen?

    Für mich ist es die goldene Ära des Heimatfilms, da in den 30er und 40er Jahren die mit Abstand besten Filme dieses Genres entstanden sind. Und wie Du schon ganz richtig schreibst, machte sich dann in den 50er Jahren großflächig der Folklore- und Postkarten-Kitsch breit, mit dem auch ich meine Probleme habe. ALM AN DER GRENZE und besonders MARTINSKLAUSE zähle ich aber auch noch zu den wirklich sehenswerten Beispielen. Irgendwo hatte sich Werner Herzog auch mal lobend über die frühe Zeit des Heimatfilms (und im Besonderen auch über die "Geierwally") geäußert und die später stattgefundene Verkitschung beklagt.
  24. Angus Gunn

    Was habt ihr zuletzt gesehen?

    So, im Juni geht´s zum Bergwandern nach Südtirol. Kann´s kaum erwarten und habe gestern schonmal zur Einstimmung einen DVD-Abend mit zwei Klassikern des Heimat- und Bergfilmgenres gemacht. DER BERG RUFT (1938) Zwei konkurrierende Bergsteiger-Teams, angeführt vom Italiener Carrel und dem Engländer Whymper, versuchen sich an der Erstbesteigung des Matterhorns. Filmtechnisch ist das atemberaubend und auch die Dramaturgie hat Luis Trenker im Griff. Er inszeniert sich selber (in der Rolle des Carrel) gerne in heldenhafter Pose, und am Ende siegt der kameradschaftliche Geist zweier Sonderlinge über den spottenden Pöbel. (Eine Haltung, mit der sich Trenker den Unmut des Propagandaministeriums einhandelte, schließlich brauchte man willige Mitläufer, und keine freidenkenden Individualisten). Der Score von Giuseppe Becce trägt in seinem Überschwang fast schon etwas zu dick auf und stellt Trenker ein meist von Hörnern intoniertes, alpines Heldenthema an die Seite, weiß aber auch den mächtigen Berg mit wagnerischen Akzenten zu charakterisieren. "Geierwally" Heidemarie Hatheyer in ihrem Leinwanddebüt. Ein ganz großer Klassiker, in jeder Hinsicht. DER LAUFENDE BERG (1941) Weniger bekannt, aber nicht weniger sehenswert ist diese Ganghofer-Verfilmung von Produzent Peter Ostermayr, der sich in den folgenden Jahren noch zahlreichen weiteren Ganghofer-Romanen annehmen würde. Ständige Erdrutsche bedrohen eine Dorfgemeinschaft am Fuße eines mächtigen Berges. Im Kampf gegen den Unbill der Natur treten die persönlichen Differenzen und Rivalitäten zurück (weswegen DER LAUFENDE BERG vor den Augen der Propaganda-Abteilung wahrscheinlich für bessere Stimmung gesorgt haben dürfte). Erfreulich unkitschig, mit einigen beeindruckend inszenierten Erdrutsch-Szenen, mindestens einem wirklich halsbrecherischen Stunt, etwas Volkstümelei und natürlich großartiger Landschaft. U.a. mit "Siegfried" Paul Richter und Gustl Gstettenbaur. Sehr ansehnliches Werk aus der goldenen Ära des Heimatfilms über dessen geringe Bekanntheit man sich wundern muß.
  25. Falls sich die jemand geholt hat, würde mich interessieren, ob sich die Anschaffung lohnt, vor allem in Bezug auf die verbesserte Klangqualität gegenüber der FSM-CD. Im Fall von HOW GREEN WAS MY VALLEY hat sich die Kritzerland-CD für mich definitiv gelohnt. Wenn der Klang hier ähnlich gut aufbereitet wurde, wäre ich einem Kauf nicht abgeneigt.
×

Wichtige Information

Wir nutzen auf unserer Webseite Cookies, um Ihnen einen optimalen Service zu bieten. Wenn Sie weiter auf unserer Seite surfen, stimmen Sie der Cookie-Verwendung und der Verarbeitung von personenbezogenen Daten über Formulare zu. Zu unserer Datenschutzerklärung: Datenschutzerklärung/Impressum