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Angus Gunn

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    Roland

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  1. Angus Gunn

    Guido & Maurizio De Angelis

    Aber diese Aufnahmen betrafen nur die Instrumentalparts, oder irre ich mich da? Ich habe mich immer gefragt, ob diese Einspielungen wirklich von den beiden selber gemacht wurden, oder ob das jemand anders verbrochen hat. Vielleicht war das auch ein rechtliches Problem? So oder so hat man den Songs damit wirklich keinen Gefallen getan.
  2. Angus Gunn

    Straßenfeger: Deutsche TV-Klassiker und ihre Musik

    TEUFELSMOOR Diese 6-teilige Mini-Serie von 1982 kannte ich bisher gar nicht, habe sie mir am Wochenende komplett angeschaut und bin immernoch mehr als beeindruckt. Es geht um die Besiedlung und die wirtschaftliche Erschließung jenes niedersächsischen Landstriches, dem man dereinst den Namen Teufelsmoor gegeben hat. Im Jahre 1760 verdingt sich Johann Kehding dazu, an der Kultivierung und wirtschaftlichen Erschließung des Moores teilzunehmen. Die folgenden Episoden zeigen jeweils einen Abschnitt aus dem Leben der nachfolgenden Generationen der Kehdings bis in die Gegenwart und erlaubt sich am Ende sogar noch einen Blick in die Zukunft. Das ist alles unglaublich authentisch inszeniert. Besonders die anfänglichen Episoden, die die schwierigen Lebensbedingungen des 18. und 19. Jahrhunderts darstellen sind großartig und in ihrem rauen, nichts beschönigenden Charakter ungeheuer spannend. Gelegentlich schleicht sich sogar auf skurrile Weise ein mytisches Flair ein (z.B. in der Folge mit dem Meteoriteneinschlag). Einige Grausamkeiten sind auch nicht ohne, und die Szene, die die Schlachtung eines Schafes zeigt, ist wirklich grenzwertig und kaum zu ertragen. Ich hoffe mal, dass es sich dabei um einen Filmtrick gehandelt hat, ganz sicher bin ich aber nicht. Gesprochen wird in plattestem Norddeutsch, wobei sich eine zweite Tonspur mit Überstimme dazuwählen läßt, die die wichtigsten Handlungspunkte zwischendurch in Hochdeutsch zusammenfaßt. Die Musik stammt von Jens-Peter Ostendorf, der u.a. auch Hark Bohms Jugenddrama YASEMIN vertont hat. Das Hauptthema hat einen epischen Charakter, während der Score ansonsten mehr auf ruhige, melancholische Klänge setzt. Ich frage mich wirklich immer wieder, woher der schlechte Ruf herrührt, der der deutschen Filmlandschaft im Allgemeinen anhaftet. An Serien wie dieser kann es nicht liegen.
  3. Angus Gunn

    Deutsche Filmmusik

    Du willst die ganze Box durchgehen? Respekt. Hoffentlich habe ich Dir jetzt nicht ins Konzept gepuscht. Bin gespannt...
  4. Angus Gunn

    Deutsche Filmmusik

    Hans-Martin Majewski: SCHACHNOVELLE Weil der österreichische Rechtsanwalt und überzeugte Antifaschist Werner von Basil sich weigert, Auskunft über die Kirchenschätze zu erteilen, die er im Auftrag des Bischofs vor den Nazionalsozialisten in Sicherheit bringen soll, wird er von der Gestapo verhaftet und wochenlang in Einzelhaft gehalten, um ihm, dem Intellektuellen, die "geistige Nahrung" zu entziehen und somit zu vermürben. Mit einem in die Zelle geschmuggelten Buch über berühmte Schachpartien hält er sich über Wasser und steigert sich in einen wahnhaften Zustand, bis er seine Umgebung nur noch in schwarz-weißen Feldern wahrnimmt. Nach seiner Befreiung besiegt er sogar den amtierenden Schachweltmeister. Die Novelle von Stefan Zweig habe ich, wie viele andere auch, zunächst als Schullektüre kennengelernt. Die Verfilmung von Gerd Oswald nimmt ein paar Änderungen und Erweiterungen vor, die der Novelle letzten Endes zwar ihre außerordentliche Dichte nehmen, aber im Dienste eines anspruchsvollen Unterhaltungsfilmes durchaus Sinn machen. So wird der Personenkreis um den von Hans-Jörg Felmy gespielten Gestapo-Mann Berger und dessen Freundin (Claire Bloom) erweitert, was leicht in einer Schmonzette hätte enden können, doch sind die Rollen so gut geschrieben, dass es für die Verfilmung tatsächlich eine Bereicherung bedeutet. Trotz gemischter Kritiken gilt der Film heute zurecht als Klassiker. Kritisiert wurde vor allem Curd Jürgens, dessen physische Präsenz man als ungeeignet für die Rolle empfand. Ohne Jürgens Leistung schmälern zu wollen, denn er spielt wirklich hervorragend, hätte ich mir die Besetzung tatsächlich auch andersherum vorstellen können - also Felmy in der Rolle des Gefangenen und Jürgens als sein Gegenspieler. Hätte funktionieren können. Ja, es wäre vielleicht sogar die bessere Entscheidung gewesen. Aber auch so bleibt SCHACHNOVELLE ein großer und wichtiger deutscher Filmklassiker, der eine interessante Variation der literarischen Vorlage anbietet. Die Titelmusik ist bemerkenswert. Verzerrte, elektronisch erzeugte Klänge weisen bereits in der Vorspannsequenz auf die trostlose Isolation hin, die der Protagonist im Laufe der Handlung noch zu erwarten hat. Ganz ähnlich wie die kalten, von jeder Wärme und Harmonie befreiten Klangexeperimente, die Majewski in DIE BRÜCKE einsetzt, und die dort einen ähnlichen Zweck erfüllen. Die eindrucksvollsten musikalischen Momente finden sich jedoch in den Sequenzen der Einzelhaft, was auch daran liegt, dass bis dahin nur sehr wenig dramatische Musik eingesetzt wird. In gleichem Maße wie sich von Basils Geisteszustand verwirrt und in die schwarz-weiße Schachwelt flüchtet, bringt Majewski unbequeme bis aggressive Jazz-Elemente sehr effektiv mit ein. Außerordentlich konzentriert und hochdramatisch, zeigt sich hier mal wieder, dass gerade kurze Filmmusiken oft sehr effektiv sein können, sowohl was ihre Wirkung im Film angeht, wie auch als eigenständige Hörerfahrung. Für mich eine der besten deutschen Filmmusiken überhaupt. Für DIE BRÜCKE, bei der Majewski keine Musik in eigentlichen Sinne verwendete, gab es den Preis der deutschen Filmkritik und den Bundesfilmpreis in Gold, und ich frage mich, ob das wirklich gerechtfertigt war. Denn es ist offensichtlich, dass dort in erster Linie das Konzept, die Idee als solche und weniger die Komposition, geehrt wurde. So wirksam und neuartig dieses Konzept bei dem Bernhard-Wicki-Klassiker auch gewesen sein mag; die SCHACHNOVELLE ging leer aus und besitzt im Vergleich doch die künstlerisch wesentlich ergiebigere Musik, die im Film selber nicht weniger effektvoll agiert. Der komplette Score findet sich natürlich in der glorreichen, editorisch enorm aufwenigen Majewski-Box von ALHAMBRA, und die 1-2 Minuten kakophonischer Geräuschcollagen aus der BRÜCKE sind auf der liebevoll gestalteten BEAR-FAMILY-CD "Deutsche Filmkomponisten Folge 10" enthalten.
  5. Angus Gunn

    Guido & Maurizio De Angelis

    AUCH DIE ENGEL ESSEN BOHNEN Das New York der 30er Jahre ist Schauplatz dieser unterhaltsamen Krimikomödie, die mit stilbewußter Ausstattung, spürbarer Spielfreude aller Beteiligten und einigen gelungenen Gags zu überzeugen weiß. Als Ersatz für Terence Hill wurde hier Giuliano Gemma verpflichtet, der seinen Part so trefflich ausfüllt, dass man Hill kaum vermißt. Der Titelsong ANGELS AND BEANS ist mal wieder ein Volltreffer. In der Filmversion von Kathy & Gulliver gesungen, kann er mit einer besonders schrägen Instrumentierung verblüffen. Die Combo scheint, zumindest teilweise, synthetischer Natur zu sein. Zu quietschigen Bläser-Imitationen gesellt sich dann noch diese Lockruf-Pfeife mit der sich Entenlaute imitieren lassen, was eine höchst vergnügliche Swing- oder Ragetime-Parodie ergibt. Der übrige Score ist dagegen mit einem ganz traditionellen Ensemble gemacht und bietet neben authentisch anmutendem Jazz-Amabiente mehrere herrliche Instrumentalversionen von ANGELS AND BEANS. AUCH DIE ENGEL MÖGEN´S HEISS In der Fortsetzung ist wiederum Giuliano Gemma dabei, dafür mußte für den verhinderten Bud Spencer Ersatz beschafft werden, und den fand man in dem schwedischen Sportler Ricky Bruch. Der macht seine Sache zwar sichtlich bemüht, verfügt aber nicht annähernd über Buds Leinwandpräsenz oder dessen Charisma. Das macht diesen Film im Ganzen, trotz einiger gelungener Momente, deutlich schwächer als seinen Vorgänger. Die De-Angelis-Brüder sind allerdings auch hier wieder allerbester Laune, und haben eine Musik gezaubert, von der bisher nur der Titelsong WHY IS EVERYONE SO MAD erschienen ist. Dieser Song wurde, wie so viele andere auch, in den 90er Jahren in einer würdelosen Fassung mit unerquicklichen, elektronischen Klängen verramscht. Auf dem GREATES-HITS-Sampler von RCA ist er jedoch in seiner Originalgestalt enthalten. https://www.youtube.com/watch?v=vxKotopPdZI Habe mir jetzt ´ne Konzertkarte für den 5.10. in Berlin gesichert, inklusive anschließender Aftershow-Party. Sonst noch jemand dabei?
  6. Angus Gunn

    Osteuropäische Filmmusik

    Das kann ich mir gut vorstellen. "Nachtblende" und "Meine Nächte..." haben mich beide nicht abgeholt, fand ich sehr schwierig. "Die öffentliche Frau" war deutlich besser. Mehr kenne ich nicht von ihm, aber "Der silberne Planet" wäre vielleicht noch interessant, zumindst habe ich schon Vielversprechendes darüber gelesen.
  7. Angus Gunn

    Deutsche Filmmusik

    Der Haentzschel-Sampler scheint mir von den drei vorgestellten der vielversprechendste zu sein. Interessant ist aber auch die Sache mit dem umgeschnittenen Ende von "Via Mala". Das wußte ich noch garnicht. Die Fassung, die ich von diesem Film kenne ist diejenige, die man auf archive.org besichtigen kann. Und das müßte demnach die DDR-Schnittfassung sein. Aber irgendwie erzählt jede der drei Verfilmungen die Geschichte ein bißchen anders. "Via Mala" mit Carl Wery ist aber so oder so wirklich sehenswert und er Froebe-Fassung überlegen. Sollte unbedingt mal auf DVD erscheinen.
  8. Angus Gunn

    Guido & Maurizio De Angelis

    Zunächst mal eine kleine Korrektur aus dem vorhergehenden Text, vorletzter Abschnitt: Das auf der RCA-CD fehlende Stück heißt natürlich nicht "Dreams Adventures" sondern "Dreams Memories". Kein Artikel ohne Flüchtigkeitsfehler. Stört mich selber sehr, aber die fallen mir immer erst dann auf, wenn´s zu spät ist. Nun zu was Neuem: SAVANA VIOLENTA gehört zu den sogenannten "Mondo"-Filmen. Jenes reißerische, auf Sensationslust spekulierende Genre, das sich den Anspruch des Dokumentarischen gibt und das 1964 mit dem weltweiten Erfolg von MONDO CANE seinen Anfang nahm. SAVANA VIOLENTA habe ich bis heute nicht gesehen, da er nicht so ohne weiteres in einer brauchbaren Fassung zu beschaffen ist, und vor allem weil er ein erhebliches Maß an Tiersnuff enthalten soll, wovon ich dann doch lieber Abstand nehmen möchte. Daher sei hier mal das "Lexikon des internationalen Films" zitiert: "In allen Teilen der Welt gefilmte, meißt abstruse, ekelerregende Ereignisse, die belegen sollen, dass der Mensch die schlimmste aller heutigen Bestien sei. Einige amüsante Tierbeobachtungen sind nur Lückenfüller." Die Musik läßt sich dagegen auch ohne Gewissensbisse goutieren, ist sie doch wie immer melodisch eingängig und im Gegensatz zum Film zum größten Teil von ausgesprochen friedvollem Charakter. Das Anfangsthema SAVANA zieht mit Streichern, sanfter Rhythmusbegleitung, wortlosem Chor und akzentuierenden Trompeten vier Minuten lang seine Bahn wie ein gemächlich dahinfliessender Strom im Sonnenuntergang. Das beschwingte LET´S SING A SONG wird von einem Kinderchor mit orchestraler Unterstützung interpretiert, TERREMOTO bringt das SAVANA-Thema in einem herrlichen Arrangement für Solo-Gitarre und sehr behutsam eingesetzten Streichern. Weitere Inkarnationen dieser Melodie sind u.a. das spanisch eingefärbte, tempramentvoll-mitreißende SUBENDA, das mit Sitar und Männerchor ausgestattete GANGE, das humorvolle ELEFANTI MARINI und das amerikanische Hoedown-Thema CHINGHILAI E BABBUINI. Sehr warmherzig ist auch die nach Gospel klingende ANTHEM-Hymne, wogegen LA MORTE CHE RIDE das einzige Stück dieses Soundtracks ist, in dem sich die reißerische, grausame Seite des Films musikalisch zeigt: Langgezogene, beunruhigende Streicherflächen, die immerwieder von aggressiven Crescendos seitens der Percussions und des Blechs unterbrochen werden. Sehr wirkungsvoll. Die CD von CAM ist inzwischen rund 20 Jahre alt. Eine erweiterte Neuauflage würde ich sehr begüßen. Von Zeit zu Zeit begegnen einem Teile dieser Musik auch in anderen Filmen. So macht z.B. der spanische Paul-Naschy-Reißer THE WEREWOLF ausgiebigen Gebrauch von LA MORTE CHE RIDE. Und der Uploader des IRONMASTER-Themas war anscheinend nicht darüber im Bilde, dass es sich hierbei um den Track GANGE aus SAVANA VIOLENTA handelt, sonst hätte er das Stück dort entnehmen können anstatt es direkt vom Filmton zu ziehen: https://www.youtube.com/watch?v=s4gugYCKcIg Und das ungemein entspannende Titelthema: https://www.youtube.com/watch?v=qUjiyZ9FEpY
  9. Angus Gunn

    Osteuropäische Filmmusik

    Dann vergiß aber auch SKY BANDITS nicht. Ist bei Tarantula immernoch für läppische 12 Ocken zu haben. Anscheinend ein Ladenhüter, weil nicht Williams draufsteht.
  10. Angus Gunn

    Ich höre gerade folgendes Album...(Teil 2)

    Manchmal entdeckt man in der eigenen Sammlung noch fast vergessene Schätze. Ewig nicht mehr gehört und aus einer Laune heraus eingelegt: In ON THE THRESHOLD OF SPACE geht es um wissenschaftliche Flugexperimente, die bis "An die Schwelle des Orbit" führen. Und was für ein phantastischer Score, den Lyn Murray hier geschrieben hat. Ohne Heroismen, die bei dem Thema eigentlich zu erwarten wären, sondern eine hochdramatische und bis zur letzten Note mitreißende Filmmusik. Großartig! Der Sawtell ist aber auch nicht zu verachten. Was THRESHOLD an musikalischem Patriotismus fehlt, gleicht HUNTERS locker mit einem glorreichen Heldenmarsch wieder aus. Könnte von Alfred Newman sein, und das gilt auch für die überaus sinnlichen Streicherorgien beim Liebesthema. Den Luftkämpfen verleiht Sawtell mit druckvollen Hörnern die nötige Wucht. Und als Rausschmeißer gibt es noch einen famosen, westernmäßigen Trailersong der HUNTERS. He flies just like a bird of pray, he hungers for a kill each day, one day soon he´ll have to pay...the Hunters! - Das treibt direkt den Testosteronspiegel in die Höhe. - Zwei Spitzenscores auf einer CD, heute wiederentdeckt.
  11. Angus Gunn

    Osteuropäische Filmmusik

    Andrej Korzynski - POSSESSION Als Marc (Sam Neill) in seine Heimat Berlin zurückkehrt, stellt er fest, dass seine Frau Anna (Isabelle Adjani) nicht mehr dieselbe ist. Sie wirkt verstört, oft geistesabwesend und neigt dazu sich selber die Haut aufzuritzen. Marc versucht herauszufinden, was in der Zeit seiner Abwesenheit geschehen ist, hat zunächst ihren Liebhaber (Heinz Bennent) in Verdacht, bis die Spur in ein schäbiges Wohnhaus nahe der Berliner Mauer führt, in dem eine abstoßende Tentakelkreatur haust, mit der Anna ein sexuelles Verhältnis hat. Extreme zwischenmenschliche Beziehungen waren schon immer ein zentrales Motiv in den Filmen des polnisches Filmemachers Zulawski, und POSSESSION bietet neben seiner vordergründig erzählten, höchst geschmacksunsicheren Horrorgeschichte (die dem Film in mehreren Ländern massive Zensurprobleme einhandelte) natürlich vielfältige Interpretationsmöglichkeiten. Dabei ist der Inszenierung eine eigentümliche, morbide und doch sehr naturalistische Atmosphäre zu eigen, zu denen auch die trostlosen berliner Schauplätze beitragen. Aus seinen Darstellern holt Zulawski unglaubliche Leistungen heraus. Gerade bei Adjanis Szene im U-Bahn-Tunnel ist wirklich alles aus. Eine derartig obsessive Darstellung von monströser Besessenheit würde man der sonst oft so unterkühlt agierenden Schauspielerin kaum zutrauen. Ein surreales Meisterwerk fernab ausgetretener Mainstream-Pfade. Die Musik des experimentierfreudigen Komponisten Korzynski ist vor ein paar Jahren erstmals und komplett beim rührigen Label "Finders Keepers" erschienen und muß mit Vorsicht genossen werden. Denn wie schon beim Film selbst ist auch auf musikalischer Seite eine ähnliche Aufgeschlossenheit seitens des Konsumenten notwendig. Der Score wurde in erster Linie mit elektronischem Equipment erstellt, wobei in einigen Stücken, wie OPETANIE oder ORCHESTRAL THEME, auch echte Streicher zum Einsatz kommen, die tragisch-nihilistische Melodien zum synthetischen Klangbrei intonieren. Das erzielt schon eine gewisse Wirkung, und auch den übrigen Tracks mit ihren mysteriösen Klangeffekten, den skurrilen Drehorgel-Motiven und dem rocklastigen Titelthema ist eine ganz eigenwillige Stimmung zu eigen. Trotzdem wird dieser Soundtrack, so lobenswert eine Ausgrabung wie diese auch ist, von den meisten, und da schließe ich mich selber nicht aus, als zu anstrengend und inkohärent empfunden werden. Interessant, ja, aber als autonomer Score mitunter schwer verdaulich und daher nur unter ausdrücklichen Vorbehalten zu empfehlen. https://www.youtube.com/watch?v=N-EdPGg3Em8
  12. Angus Gunn

    Deutsche Filmmusik

    Eben. Gerade bei einem Volk, das sich sonst wie kaum ein anderes rühmt, zu den finsteren Kapiteln seiner Vergangenheit zu stehen, finde ich es genauso blödsinnig Propagandafilme zu verbieten (bzw. nur unter besonderen Umständen vorzuführen), wie ich es fände deren musikalisches Erbe aufgrund der äußeren Umstände ihrer Entstehung zu ignorieren. Das nur als Gedankenspiel am Rande. Ich will das jetzt auch nicht weiter vertiefen, und eine CD-Edition ist ja nun in der Tat höchst unwahrscheinlich. Aber man sieht ja an den überraschend aufgetauchten Musikschnipseln, dass letzten Endes nichts in Stein gemeißelt ist. Danke an scorefun für dieses interessante Fundstück. Der "Strandausflug"-Ausschnitt hat tatsächlich eine phantastische Musik, OPFERGANG werde ich mir definitiv noch anschauen, allerdings nicht auf YT, was ich nur dann tue, wenn´s sonst keine andere Möglichkeit gibt, sondern ordnungsgemäß von DVD. Diese Capriccio-CD-Reihe ist damals irgendwie völlig an mir vorbeigegangen. Dein Text macht allerdings neugierig, und ich bin gespannt, was da noch kommt.
  13. Angus Gunn

    Deutsche Filmmusik

    Warum eigentlich? Ja, es würde möglicherweise aus der einen oder anderen Ecke Empörung hervorrufen, aber selbst in unseren hypersensiblen Zeiten kann ich mir nicht vorstellen, dass die Neu-Einspielung einer Filmpartitur Anlaß für größere Turbulenzen gäbe, selbst wenn es sich dabei um JUD SÜSS (sehr guter Score im übrigen) und andere Vorbehalts- und Propagandafilme handeln würde. Im Gegenteil würde ich sogar einen erheblichen Werbeeffekt prophezeien. Über die geschichtlichen Begleitumstände ließe sich dann ja in einem Booklet aufklären. Also ich sehe da überhaupt keine Bedenken. OPFERGANG muß ich mir mal anschauen, wenn der hier so angepriesen wird.
  14. Angus Gunn

    Deutsche Filmmusik

    Oh, das ist ja wieder was für mich! Den vorgestellten Sampler kenne ich nicht. Es ist wirklich so, dass es sehr wenig Aufnahmen deutscher Filmmusik aus den 30er bis 50er Jahren gibt, und wenn dann wurden sie oft direkt der Filmtonspur entnommen. Von daher ist so eine CD schon eine lobenswerte Sache, auch wenn die Beschränkung auf Revuenummern, Schlagermelodien und seichten Orchesterschmalz (was hat eigentlich "Meuterei auf der Bounty" da verloren?) sicher zu wünschen übrig läßt. Es gäbe aus dieser Epoche noch viel mehr zu entdecken. Wohlan, der erste Schritt ist getan. Es gibt viel zu tun...
  15. Angus Gunn

    Osteuropäische Filmmusik

    Ah, man muß nur tiefgründiger forschen. Sehr schön, danke, Krabat!
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