Angus Gunn

Mitglied
  • Gesamte Inhalte

    78
  • Benutzer seit

  • Letzter Besuch

Ansehen in der Community

22 Excellent

Über Angus Gunn

  • Rang
    Advanced Member

Contact Methods

  • Website URL
    [email protected]

Profile Information

  • Geschlecht
    Male
  • Wohnort
    Köln

Soundtrack Board

  • Richtiger Name
    Roland

Letzte Besucher des Profils

139 Profilaufrufe
  1. Toller Vierteiler mit authentisch wirkender Atmosphäre, den ich bisher noch gar nicht kannte. Besonders amüsant und auch für Laien wie mich interessant, wenn sich zwei Musiker bei einem Spaziergang im Park in ungläubiger Be- und Verwunderung über den Virtuosen Bach unterhalten: - Ich verstehe nicht, wovon Sie so völlig schockiert sind. - Weil er um eine andere Art Musik weiß. Um diese volltemperierte Stimmung, die die 24 Tonarten möglich macht. Erinnere Dich, Lebell. - Eine theoretische Spielerei. Sie sagten es selbst, man kann sie kompositorisch gar nicht nutzen. - Er kann´s, er kann´s... er geht von d-Dur nach cis-Moll, von cis-Moll nach as-Moll oder nach a-Dur... - Auf welchen Umwegen? - Direkt! Weil er ganze Akkordreihen aus ganzen Terzen benutzt zu... zu Tonleitern. - Das geht doch garnicht, er gerät in die Wolfsklingen. (...) - Er kennt den ganzen Quintenzirkel, er beherrscht ihn wie unsere Antipoden die Rückseite des Mondes kennen. Er spaziert darin voller Vergnügen. - Noch sind die harmonischen Gesetze der 24 Tonarten gar nicht erforscht. - Er beherrscht sie aber!
  2. Yiddish Connection - Georges Garvarentz Heute mal nichts Schwermütiges. Derzeit bringt ein Wetterumschwung die ersten Sommertage nach Köln, da steht mir der Sinn nach Gute-Laune-Musik. Und der Score zur Gaunerkomödie mit Charles Aznavour und Ugo Tognazzi ist da genau das Richtige. Georges Garvarentz´ Komposition bietet leichtfüßige Eleganz und augenzwinkernden Charme vom Allerfeinsten und ist von handwerklich makelloser Qualität. Der Schwerpunkt liegt auf jüdsicher Folklore, die oft in Form des eingängigen Hauptthemas variantenreich eingebunden wird. Jenes Hauptthema ist es auch, das zu Beginn der B-Seite in Form eines zackigen, ebenso mitreißenden wie humorvollen Marsches präsentiert wird, den man so schnell nicht wieder aus dem Kopf bekommt. Ansonsten gibt es mancini-eskes Mickey-Mousing, furiose Orchester-Tutti ("La route des dollars"!) und eingestreute dramatische Bonmots, bis sich das Ganze in einem reinen Folkloretanz auflöst. Und im Anschluß sogar noch ein herrlich-elegisches Stück, in dem sich Klavier und Geige solistisch ausdrucksstark betätigen. Dass dieser leider viel zu unbekannte Score bis heute nicht auf CD aufgelegt worden ist, möchte ich mal als eine Rabenschande bezeichnen, denn er wurde mit spürbarer Begeisterung komponiert und mit nicht minder großer Verve eingespielt. Musicbox-Records sollten sich schleunigst daran machen und diesen Zustand beheben. Bis dahin tut es mein Vinyl-Exemplar, dass ich mir vor Jahren mal digitalisiert habe.
  3. Diese CD hatte ich auch schonmal ins Auge gefaßt... und dann wieder vergessen. Jetzt überlege ich es mir nochmal, denn bei MMM sind ja alleine schon die Booklets den Kaufpreis wert.
  4. Ist in diesem Fall nicht nötig. Das Album befindet sich ja auf CD 1, die Filmversion in mono auf CD 2. Das habe ich in meiner Beschreibung gar nicht deutlich erwähnt, wie mir selber gerade auffällt. Insofern ist die Präsentation auf der Digitmovies-CD wirklich optimal. Ob die Filmversion auch in der Filmreihenfolge vorliegt ist eine andere Sache und läßt sich schwer nachvollziehen, denn der Film scheint momentan, wenn überhaupt, nur in italienischer Sprachfassung erhältlich zu sein.
  5. Schöner, stiller Score zu einem im Italien der Nachkriegszeit angesiedelten Kriminaldrama, dem nun eine Doppel-CD spendiert wurde. Stilsicher versteht es Rustichelli in der ihm eigenen Art eine Atmosphäre von Tristesse zu schaffen, unter deren Oberfläche sich aber auch zaghafte Anflüge von Lebensfreude verbergen. Das Hauptthema wird gleich zu Beginn von einer klagenden Trompete intoniert und im Score immer wieder aufgegriffen, oft auch im Dialog mit Saxophon und Klavier, oder mit dezent-jazzigem Unterbau. Ein zweites Thema ist von deutlich optimistischerem Charakter, zwar ebenfalls melancholisch angelegt, läßt Rustichelli hier doch des öfteren folkloristische Einflüsse zu. Die musikalischen Schwerpunkte liegen hier eindeutig auf dem solistisch eingesetzen Instrumentarium. Die Streicher sorgen in vielen Stücken für etwas Wärme im Hintergrund und haben nur in den wenigen Suspense-Passagen den Vortritt. Aber hat es denn nun dieser Neu-Auflage wirklich bedurft? Und da muß ich ehrlicherweise sagen: eigentlich nicht. Zwar war es mal durchaus interessant der rund einstündigen Filmversion in all ihrer Vollständigkeit zu lauschen, aber mit Ausnahme eines hübschen Souce-music-Tracks ist da nichts Essentielles hinzugekommen. Das bisherige Album bot eine perfekte (Stereo-) Zusammenstellung und ist für mich nach wie vor die erste Wahl. Dennoch ist die CD von Digitmovies zu begrüßen, denn ob nun als kompaktes 33-min-Album oder als fast doppelt so lange Filmversion, Rustichellis Musik überzeugt mit Stil und Seele ohne sich dabei in jeglicher Aufdringlichkeit zu verlieren. Eine Tugend die heute so selten geworden ist.
  6. Wild, sinnlich, eigenwillig, einzigartig, faszinierend. Diese Vokabeln fallen mir spontan ein, wenn ich die Filme des französischen Regisseurs Jean Rollin beschreiben soll. Und wenn ich daran denke, wie viele Hebel ich seinerzeit in den 90er Jahren in Bewegung gesetzt habe, um an obskure, ausländische Videofassungen seiner Filme zu kommen... Damals hätte ich nicht im Traum daran gedacht, dass diese vermeintlich unvermarktbaren Werke jemals in solch aufwendigen Heimkino-Auswertungen erscheinen würden, wie es heute der Fall ist. Die CD von Lucertola traf damals durchaus eine Mitschuld an meiner Neugier und Begeisterung für diesen Ausnahme-Regisseur. Die fünf vorgestellten Soundtracks auf diesem Sampler transportieren die eingetümliche Stimmung von Rollins Bildern perfekt. In "Frisson des Vampires" treffen die an Stummfilm-Ästhetik erinnernden Bilder von Gruften und Grabsteinen im Gegenlicht, von Vampir-Mädchen mit Kerzenleuchtern auf schmuddeligen Progressiv-Rock der Gruppe Acanthus. Aber dennoch melodisch und mit Struktur. Sieben Tracks gibt´s davon zu hören. Für "La Rose de Fer", einen der visuell schönsten Filme aller Zeiten (und das ist keine Übertreibung!), komponierte Pierre Raph einen minimalistischen, melancholischen Score mit Stimm- und Echoeffekten. Gerade die kurzen ersten Tracks, von Klavier und E-Gitarre intoniert, entfalten eine große suggestive Kraft, wenn Rollins Handkamera die trostlos-fauligen Ecken einer namenlosen Stadt ablichtet, oder wenn sich ein Liebespaar auf einer Lok (!) im Morgendunst zu den Anfangstiteln in den Armen liegt. Mit gerade mal knappen 10 Minuten ein sehr kurzer Score, der damit allerdings komplett ist. Jedenfalls ist mir im Film keine weitere Musik aufgefallen. Die letzten drei stammen von Philippe d´Aram und haben einiges zu bieten: "Fascination" leitet mit einem Chororgel-Arrangement, dass sehr an die Popol-Vuh-Musik zu "Aguirre" erinnert, ein. Gefolgt von einem gespenstisch-morbiden Walzer. Bass und Spinett tragen eine düstere Elegie in "La Morte Vivante" vor. Die 18 Minuten "Perdues dans New York" schließlich erinnern an die Synthie-Ensemble-Musik, die Maurice Jarre in den 80ern gerne komponiert hat. Manches klingt wie aus einem Actiondrama jener Dekade, und kann auch Hören empfohlen werden, die organisch gewachsene, in sich geschlossene Scores bevorzugen und den Klängen der 80er nicht abgeneigt sind. Das trifft sicherlich nicht jedermanns Geschmack, aber das filmlische Oeuvre von Jean Rollin ist mit diesem Querschnitt schon sehr gut musikalisch erfaßt. Es fehlt nun eigentlich nur noch D´Arams traumhafte Komposition zu "Fiancee de Dracula". Das Schlußthema wird keiner so schnell vergessen, der diesen Film mal gesehen hat. Alles in allem eine wunderschöne, mit Herzblut produzierte CD, die den späteren Ausgaben von FindersKeepers, die freilich auch ihre Qualitäten haben, vorzuziehen ist.
  7. Zur Tonqualität des Barry-Scores: Ja, er klingt im Vergleich zum Prometheus-Album jetzt ausgewogener und transparenter. Dennoch ist es immernoch Mono mit leichtem Grundrauschen und einem allgemein recht dünnen Klangbild. Der Shire-Score ist sehr interessant und für mich der Hauptgrund dieser CD-Anschaffung. Ihn zu beschreiben fällt mir allerdings schwer, daher zitiere ich mal den Meister selbst: "The movie was so bizarre ... really, really strange. So I was trying to capture that kind of strangeness in the music." Er wählt dafür einen fast kammermusikalischen Ansatz, ähnlich wie bei "The Godchild". Gelegentlich gibt es melodische Abstecher in Folkmusic-Gefilde (vor allem in Track 27) und ein interessantes Gitarren-Klaviermotiv mit leicht rockigem Anstrich in Track 22. Ansonsten dominieren Holzbläser, oft solistisch eingesetzt, diesen seltsamen, aber überaus hörenswerten Score, der auch vor abstrakten Klanggebilden nicht zurückschreckt.
  8. Kein Trash, aber sehr öde: SILVERADO. An Broughton liegt´s freilich nicht!
  9. The Magnificent Seven gehört seit meiner Jugend zu meinen Lieblingen, aber warum hast du das Ryko-Album der LP-Aufnahmen nicht in die Abstimmung mit aufgenommen? Dieses wäre nämlich mein Favorit. Auch wenn es mit dem Titel des Sequels überschrieben ist, so ist dieser Soundtrack ja irgendwie auf beide Filme zutreffend (und ich weiß noch wie mich das früher verwirrt hat). Das Album bietet 34 Minuten Highlights ohne jeglichen Durchhänger, ist in wunderbarem Stereoklang gemastered und besitzt dennoch jene nostalgische Patina, die einer 50 Jahre alten Aufnahme anhaftet, was ich sehr mag. Als Höralbum funktioniert das für mich besser als alle anderen Fassungen.
  10. Im Vorspann ist kein Musikverlag angegeben. Es kann sein, dass bei CCC-Ton Schacht & Co. die Rechte liegen. Old Shatterhand war auch eine CCC-Produktion mit Ortolani-Musik, und die wurde auch von denen lizensiert. Da könnte man zumindest in Erfahrung bringen, ob noch Masterbänder vorhanden sind. Ansonsten würde ich einfach mal bei den Labels anfragen, ob da vielleicht eine CD-Veröffentlichung möglich wäre. Quartet Records z.B. hat sich doch in letzter Zeit mit einigen Ortolani-Soundtracks hervorgetan.
  11. "Americana" war und ist für mich immer so ein schwammiger Begriff gewesen. Ich habe nie so richtig kapiert, was alles unter diese Bezeichnung fällt, bzw. welche Kriterien erfüllt sein sollten, um ein Musikstück dem "Americana"-Genre zuordenen zu können. Spontan fällt mir ein: "Jeremiah Johnson" von John Rubinstein und das Haupthema von "Road House" (Michael Kamen) gefallen mir sehr gut. Zumindest nach meinem Verständnis sollten die zur Americana gehören...
  12. Schließe mich den Willkommensgrüßen an !
  13. Giuseppe Becce: Das Cabinet des Dr. Caligari Weil ich mir gerade die phantastisch restaurierte Fassung auf der DVD von Transit Film angesehen habe. Die dort verwendete Musik hat mir eigentlich sehr gut gefallen, doch ist die Musikfassung auf dieser CD meiner Ansicht nach unerreicht. In Ermangelung der Originalpartitur (mit Ausnahme von wenigen historisch verbürgten Fragmenten) von Giuseppe Becce hat man eine neue Musik aus dem Fundus von Becces Kinowerken zusammengestellt, dem Film angeglichen und miteinander verknüpft. Das Ergebnis macht einen homogenen Eindruck und funktioniert auch für sich genommen sehr gut. Musikalischer Dreh- und Angelpunkt ist eine düstere, einprägsame Tonfolge mit der die Vorspanntitel einleiten und die nochmal jeweils zu Beginn des zweiten und dritten Aktes und zum Ende ertönt. Ein weiteres mehrfach verwendetes Thema ist ein aufsteigendes Dreiton-Motiv, dass mich sehr an Wagners Nibelungen erinnert und sehr stimmungsvoll unheilvolle Szenen einleitet, wie z.B. in Track 9 "Die unheimliche Nacht" . Weiterhin gibt es romantische Intermezzi, dramatische Aktion, Quirliges für die Jahrmarktszenen und gelegentlich auch aggressiv-horrible Crescendi, fast wie zu Universal-Frankenstein-Zeiten. Bemerkenswert finde ich auch, dass Cesares Flucht über die Dächer nicht als Gruselspektakel vertont wurde. Statt dessen wurde ein aufwühlend-emotionales Thema gewählt, das mehr die Tragik der Situation betont, ganz wie in schöner, klassischer Schauer-Romantik-Manier. Alles in allem eine spannende, abwechslungsreiche Musik, die mit 12 Musikern auch nicht überorchestriert wurde, was den Film schnell hätte überfordern können. Und so bekommen wir, ganz nebenbei, auch mal einen Querschnitt durch das musikalische Schaffen vom "Toscanini des Kintopp" geboten. Alles richtig gemacht haben: Lothar Prox (Zusammenstellung), Emil Gerhardt (Arrangement) und Helmut Imig (Dirigent).
  14. Ein oft übergangener Goldsmith, den ich seit vielen Jahren mal wieder gehört habe. Das Hauptthema ist fragil und gibt vor, einfühlsam zu sein, aber das hätte ein Delerue sicherlich überzeugender hinbekommen. Die dramatischen Tracks sind in ihren besten Momenten ordentlich, meist aber eher routiniert. Der psychopathische Ehemann bekommt ein eigenes Motiv, das aus kalten Synthieflächen und Schlägen besteht, und auch gut zum T 1000 gepaßt hätte. Gute Ansätze ändern aber nichts daran, dass der ganze Score wenig bemerkenswert daherkommt. Der ganze Score? Nein! Ein einzelner Track leistet erbitterten Widerstand, und er hat´s nicht leicht, denn er wird von allen Seiten vom Mittelmaß umzingelt. Dieser Track heißt "The Carnival" und erklingt in einer Schlüsselszene, als der derangierte Gatte seine totgeglaubte Frau auf einem Rummelplatz erblickt. Hier blitzt für zwei bis drei Minuten Goldsmith´s Könnerschaft auf, als er auf beeindruckende Weise die beiden Hauptthemen zusammenführt. Gerade noch vertretbarer Goldsmith. Der erweiterten Version hätte es aber wirklich nicht bedurft.
  15. Warte lieber erstmal ein paar andere Meinungen ab. Mein Geschmack scheint mir nicht sehr repräsentativ hier im Forum zu sein. Ja, stimmt. Wobei ich die beiden aber schon sehr verschieden finde. Beneath ist für mich, ungeachtet seiner Qualität als Filmmusik, als Höralbum kaum erträglich. Battle mag ich dagegen sehr. Mein Lieblings-Rosenman ist und bleibt aber A Man Called Horse .