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Angus Gunn

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  1. Der gutaussehende, aus wohlhabendem Hause stammende Antonio ist ein rechter Frauenschwarm. Doch es gibt ein Problem: Sobald er sich einem Mädchen in aufrichtiger Liebe zugetan fühlt, ist es mit der körperlichen Annäherung vorbei. Als er sich in die unerfahrene Barbara verliebt und seine Impotenz bekannt wird, schlägt das im konservativen Sizilien hohe Wellen. Im Gegensatz zu den nachfolgenden, sehr ernsthaften Bolognini/Cardinale-Filmen SENILITA und LA VIACCIA, mischt dieser seine Geschichte mit verschmitztem Humor. Der Score ist auch wieder von erlesener Anmut. Das Hauptthema ist gleichermaßen romantisch wie klagend, meist helltönend von den Streichern intoniert und taucht in nahezu jedem Scoretrack auf, hier und da begeitet von den bluesigen Klängen der Trompeten. Einige Stücke werden von Ostinato-Rhythmen grundiert, was der Musik, bei allem Weltschmerz, in diesen Momenten auch eine enervierende Unruhe verleiht. Gegen Ende gibt es noch eine hübsche Klavierversion des Themas, und unter den Quellenmusiken sticht vor allem ein wunderbar verspielter Tango hervor.
  2. CRONACA DI UNA MORTE ANNUNCIATA Der angekündigte Tod betrifft einen Mann namens Santiago Nasar. Getötet wurde er in in aller Öffentlichkeit von zwei Brüdern, die damit die Familienehre wieder herzustellen gezwungen waren. Ein Arzt, der nach vielen Jahren in die kolumbianische Provinzstadt zurückkehrt, rekonstruiert den Fall. Eine Justiz, die aus dem Ruder läuft, ein moralisches Dilemma, die Einwohner in einer Kollektivschuld verstrickt - für einen Meisterregisseur wie Francesco Rosi genau das richtige Betätigungsfeld. Trotz formaler Perfektion erreicht der Film aber nicht die Wucht seiner besten Werke, und auch die sonst von ihm so gerne zelebrierte Nüchternheit weicht einer opulenten, melodramatischen Erzählweise. Dieser Eindruck geht zu einem Teil sicherlich auf Piccionis überwältigend schöne Streicherelegien zurück mit denen sich der Film bei einem an amerikanische Ästhetik gewohnten Publikum einschmeicheln möchte. Ich habe ihn lange nicht gesehen und mußte kürzlich erstaunt feststellen, dass es bis heute keine deutsche DVD-Veröffentlichung hiervon gibt. Trotz kleinerer Kritikpunkte habe ich ihn als unbedingt sehenswert in Erinnerung, und die Musik gehört ohne Zweifel zu Piccionis ergreifendsten Werken. Was jetzt noch fehlt ist eine würdige BD-Edition vom Film.
  3. Tolle Musik. Ich kannte sie vor der CD-Veröffentlichung noch nicht und war damals auch sehr angetan von der Themenvielfalt und dem spürbaren Elan, den Masetti hier beim Schreiben an den Tag gelegt hat. Heute blickt man eher verächtlich auf diese Filme zurück. Damals waren es, für europäische Verhältnisse, vor allem erfolgreiche Fantasy-Abenteuerfilme, die dem italienischen Genrekino den Weg geebnet haben. Leider waren es Masettis letzte Arbeiten, und es scheint sonst ja auch keinerlei Filmmusik von ihm auf Tonträger zu geben. Eine Empfehlung möchte ich für die deutsche DVD von Luigi Zampas "Die freudlose Straße" abgeben. Nicht nur ein großartiger Film, auch eine gute Gelegenheit Masetti als dramatischen Komponisten kennenzulernen.
  4. Danke für die unterhaltsamen Rezensionen, Mephisto. ANNIBALE kenne ich weder als Musik noch als Film. ULYSSES ist natürlich ein Kindheitsklassiker. Ein Rezensent auf der ofdb schreibt folgendes: "Die scheppernde Musik orientiert sich an der damals üblichen scheppernden Musik anderer Historienfilme."
  5. Es wundert mich immer wieder wie oft Filme aus dieser Zeit neue Kompositionen bekommen. Obwohl Stummfilme nur über ein sehr begrenztes Publikumsinteresse verfügen, scheint sich der Aufwand aber doch zu lohnen. Das gilt ja nicht nur für die ganz großen Klassiker, teilweise werden auch kleine, wenig beachtete Stummfilme aufwendig restauriert und mit orchestralen Scores auf DVD veröffentlicht. Das finde ich auch sehr gut und sehr wichtig, ich wundere mich nur.
  6. Was noch gar nicht erwähnt wurde, ist der Umstand, dass die Filmmusik für Nosferatu eigentlich verlorengegangen ist und die vorliegende CD-Aufnahme aus drei Quellen rekonstruiert wurde, nämlich Erdmanns "Fantastisch-romantische Suiten", die auf der Nosferatu-Musik beruhen, zeitgenössischen Presseberichten und dem von Erdmann und Becce herausgegebenen "Handbuch der Filmmusik". Eine Einspielung also, bei der viel Mutmaßung mit eingeflossen ist. Es kann also auch niemand sagen, ob es die oben angesprochenen 1:1-Wiederholungen in Erdmanns Partitur tatsächlich so gegeben hat. - Nur eine kleine Ergänzung. Ich mag das Album auch sehr gerne. Allerdings haben die Aufnahmen dieser Reihe für meinen Geschmack zuviel Hall.
  7. Im Fall von RESA DEI CONTI würde mich interessieren ob es im Vergleich zur GDM-Ausgabe von 2001 signifikante Klangverbesserungen gibt.
  8. DER UNTERGANG DES SONNENREICHES (Royal Hunt Of The Sun, 1969) Im 16 Jahrhundert trifft der spanische Eroberer Pizarro in Peru auf den Inkakönig Atahualpa. Da der sich nicht von den Priestern zum Christentum bekehren läßt, sieht sich Pizarro gezwungen, ihn gefangen zu nehmen und seine Gefolgschaft zu töten. Um Atahualpa auszulösen, verlangt er Gold von den Inkas. In den Räumen des Tempels lernen Pizarro und sein Gefangener allmählich einander zu respektieren. Der Film basiert auf einem religionskritischen Thaeterstück, und das merkt man ihm an. Es ist keineswegs ein herkömmlicher Historienfilm, sondern über weite Strecken ein interessantes, ambitioniert gemachtes Kammerspiel in ebenso fremdartiger wie faszinierender Umgebung. Regisseur Lerner hat auch den exzellenten Noir-Krimi MURDER BY CONTRACT inszeniert, der mehr nach französischem als nach amerikanischem Gangsterdrama aussah. Und auch ROYAL HUNT OF THE SUN tendiert mehr in Richtung europäischen Arthouse-Kinos. Ein Vergleich mit BECKET bietet sich vielleicht an. Wirklich fantastisch ist der wuchtige Score von Marc Wilkinson, der traditionelles Orchester (Sinfonia of London) mit Flamencoeinflüssen, fremdartiger Percussion und Vokalisierungen mischt. Warum gab´s hiervon nie was auf Tonträger?
  9. Hieß es nicht mal, hiervon gäbe es gar keinen extra komponierten Soundtrack? Ich meine, das stand auch mal in irgendeinem CD-Booklet zu lesen.
  10. Ach du Schande, der Trailer sieht ja abscheulich aus. Sind das jetzt spezielle Aufnahmen, die für den Trailer gemacht wurden, oder sehen die Hintergründe und Landschaften auch im Film selber wie aus der Konserve aus?
  11. Danke für die Erinnerung. Ich war damals auch drauf und dran mir die zu kaufen, habe mich dann aber vom hohen Preis abhalten lassen. Und später vergißt man es dann wieder. Diesmal werde ich wohl schwach werden...
  12. EXTERIEUR NUIT: Das Hauptthema ist schmissig und sehr französisch im Tonfall. Der Score mischt Dramatisches mit Blues- und Jazzeinsprengseln. Das Ensemble besteht aus Keyboard, Streichern, Akkordeon, Saxophon. Die beiden letzteren sind für die exponierten Solo-Parts verantwortlich. Das ergibt eine durchaus reizvolle Musik mit einigen melancholischen Intermezzi. Hat was von den späteren Francois-De-Roubaix-Scores, wie ich finde. Sehr seltsam ist die Präsentation. Die 19 Tracks sind größtenteils eine Wiedergabe der kompletten Tonspur mit Dialogen und Geräuscheffekten aber auch ein paar "sauberen" Passagen. Glanzlicht der CD ist aber der zweite Score zum Noir-Krimi POLAR. Hier spielt ein größeres Orchester. Mundharmonika (Tommy Reilly) und Saxophon (Patrick Bourgoin) bestreiten die solistischen Parts. Das hat Atmosphäre, ist durchgehend interessant und spannend anzuhören. Die Streicher haben einen gewissen Sarde-Charakter, und überhaupt erinnert mich hier gerade das Zusammenspiel vom bluesigen Timbre der Solo-Instrumente mit Streichorchester an Philippe Sarde. Die CD ist eine erfreuliche Überraschung, die mir kürzlich der Zufall beschert hat. Den Komponisten Karl-Heinz Schäfer hatte ich eigentlich schon vor langer Zeit ad acta gelegt, da mir sein zäher Synthie-Brei zur "Straße ohne Wiederkehr" als schwer verdaulich in Erinnerung geblieben ist. Hier zeigt er sich von einer anderen Seite, und die gefällt mir ausgesprochen gut. Zu erwähnen ist noch, dass ohrenscheinlich sämtliche Musik dieser CD von den damaligen Vinyl-LPs abgenommen wurde.
  13. Ja, die Wohnung in Düsseldorf war schon recht speziell. Irgendwann habe ich dann beim Umzug mitgeholfen. Wenn ich da noch dran denke...
  14. Ach, du kanntest den Jordan? Dann sind wir uns damals vielleicht sogar mal begegnet.
  15. Ja, klanglich ist LA STRADA wirklich nicht so dolle. Schade, dass da wohl nichts mehr kommen wird. Wie ist das eigentlich mit diesem englischen Re-Issue von 2011 von "el"? Hat sich da tontechnisch irgendwas geändert, oder ist das eine 1:1-Überspielung vom Legend-Album?
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