Jump to content
Soundtrack Board

Angus Gunn

Mitglied
  • Gesamte Inhalte

    653
  • Benutzer seit

  • Letzter Besuch

Reputation in der Community

194 Excellent

Über Angus Gunn

  • Rang
    Alter Forumshase

Contact Methods

  • Website URL
    rbstengel@web.de

Profile Information

  • Geschlecht
    Male
  • Wohnort
    Köln

Soundtrack Board

  • Richtiger Name
    Roland

Letzte Besucher des Profils

5328 Profilaufrufe
  1. Ob die Anschaffung dieser CD nun unbedingt nötig war, mag fragwürdig sein. Aber CHOSES DE LA VIE gehört in meine Sarde-Top-10 und daher habe ich sie mir mit einer gewissen Erwartungshaltung bestellt. Bisher hatte ich nur das CD-Album von CAM aus den frühen 90er Jahren im Regal und demgegenüber sind immerhin mehr als 10 Minuten dazugekommen. Wichtigste Ergänzung ist ein 6-minütiger Track, der mehrere Spannungsstücke zu einer Suite zusammenfaßt. Im Gegensatz zum sonst so melancholischen Charakter der Musik wirken diese 6 Minuten eher wie aus einem Thriller jener Zeit. Und das wunderschöne CHANSON D´HELENE liegt nun in drei Sprachversionen vor (französisch, italienisch, deutsch) Ich hätte vermutet, dass die Quartet-CD auf die Geräuscheffekte des Autounfalls verzichtet, die bei zwei oder drei Tracks mit eingemischt wurden (der Unfall ist Dreh- und Angelpunkt der Filmhandlung), aber diese Effekte sind uns erhalten geblieben. Sie stören allerdings auch nicht sehr. Wahrscheinlich hätte ich sie sogar vermißt, da ich mich in all den Jahren an sie gewöhnt habe. Schön ist auch das Booklet der neuen CD, das nette Anekdoten bereithält. So feuerte Sarde, der seinen ersten Filmauftrag so perfekt wie möglich abliefern wollte, während der Aufnahmen einen Flötisten, weil der ein kurzes Vivaldi-Stück, das im Autoradio zu hören ist, nicht akkurat hinbekam. Auch wußte ich nicht, dass es ein Vorschlag von Sarde war, den Film mit dem Unfall zu beginnen und die Handlung dann als Rückblende zu erzählen. Wirklich große Klasse sind auch die 12 Minuten aus NELLY ET MONSIEUR ARNAUD. Als Suite zusammengeschnitten baut dieser kurze, streicherbetonte Score eine mitreißende Dynamik auf und könnte auch als konzertantes Werk für sich stehen. Warum mir dieser Score bisher nicht sonderlich aufgefallen ist, kann ich nur vermuten. Entweder es liegt tatsächlich an der jetzt um mehr als das doppelte verlängerten Präsentation, oder die bisher vorliegenden 5 Minuten auf dem Sautet-Sampler von Universal sind schlicht und einfach in der großen Menge an exquisiten Themen auf jenem Album untergegangen. Wer weiß. Auf jeden Fall eine großartige Ergänzung zu CHOSES DE LA VIE, und ein Film, den ich mir mal für eine zukünftige Sichtung vormerke.
  2. Danke für die Antwort! UN MINUTO PER PREGARE habe ich selber auch in der Sammlung aber beide Filme bzw. Musikstücke nie zusammengebracht.
  3. Sonst niemand eine Idee? Wo findet sich beispielsweise das Stück wieder, das in der Sturmnacht zu hören ist, nachdem Lady de Winter in die Kammer gesperrt wurde (ab 1:41:50)? Für meine Ohren klingt es sehr nach Tschaikowsky. Diese Szene war für mich immer die dramatischste des ganzen Films, und das geht zu einem Großteil auf die Wirkung der Musik zurück. Überhaupt finde ich es sehr schade und auch verwunderlich, dass nach mehreren Jahrzehnten und ungezählten Hollywood-Classic und Swashbuckler-Samplern die Musik zu diesem Film noch niemals auch nur mit einem einzigen Track berücksichtigt wurde. Sie gäbe ein höchst unterhaltsames Album ab.
  4. Philippe Sarde in DER MIETER: Als Trelkowsky (Polanski) und seine Begleiterin (Adjani) ein Kino verlassen, steht da im Hintergrund am Kassenhäuschen ein Mann, der grimmig zu ihnen rüberschaut.
  5. Könnte es nicht sein, dass diese Melodie ursprünglich gar kein Marsch war? Im Mittelteil der Titelmusik wandelt sich das Thema ja auch zum säuselnden Liebesthema.
  6. Was ich schon immer über diesen Evergreen wissen wollte, aber bisher nicht zu fragen wagte: Die Filmmusik von Herbert Stothart nutzt auch Themen von Tschaikowsky, wie es im Vorspann ja auch angegeben ist. Was ich irgendwo mal gelesen habe, (ob´s stimmt, weiß ich nicht) ist, dass die Melodie für Constance aus Taschaikowskys "Romeo und Julia" adaoptiert worden sein soll. Aber welche Stücke wurden sonst noch verwendet? Insbesondere der Ursprung des Titelmarsches, den ich seit meiner Kindheit im Ohr habe, würde mich mal interessieren, oder war das Origional-Stothart? Zum analysieren hier der komplette Film:
  7. Den hatte ich mir auch direkt mitbestellt. FLUCHTPUNKT AKROPOLIS gehört zum Euro-Spy-Genre, und ich habe ihn sogar noch aus früheren 35-mm-Tagen in ganz guter Erinnerung. Ein grimmiger Kriminalreißer mit einer gewissen Härte, eher bodenständig, und ohne die sorglosen Albernheiten wie sie beispielsweise in der Kommissar-X-Reihe vorkamen. Der Score ist sehr jazzig und die Titelmusik wunderbar reißerisch. Ein weiteres gelungenes Thema ("Gangsters") besitzt einen eher zwilichtigen Charakter. Deneben gibt es viel Gefälliges für Action- und Jukebox-Szenen, Blues, auch ein kurzer Bossa und eine Menge effektiv eingesetztes Bongogetrommel. Ein paar hübsche Sirtaki-Tracks sind dem Ort der Handlung geschuldet und gegen Ende, als man schon gar nicht mehr damit rechnet, kommt auch noch ein feines Liebesthema zu Gehör, das man sich länger gewünscht hätte, und bei dem auch mal die Streicher ganz für sich alleine sind. Zwar gibt es auch hier die für italienische Genrefilme üblichen minutenlangen und eher drögen Suspenseuntermalungen, aber im Großen und Ganzen würde ich BERSAGLIO MOBILE als einen Score bezeichnen der in seinem mit Höhepunkten nicht gerade gesegneten Subgenre zu den überdurchschnittlichen Vertretern zählt. Die Klangqualität ist sehr erfreulich, trotz mono. Was ich nicht verifizieren konnte ist eine angebliche Beteiligung von Fiorenzo Carpi. In älteren Filmlexika ist Carpi als Komponist genannt, und in der Imdb steht er als "uncredited" vermerkt.
  8. UNA SPIRALE DI NEBBIA - Ivan Vandor Eine Doppel-CD mit drei Filmen von Eriprando Visconti (Neffe von Luchino), die mir allesamt unbekannt sind. UNA SPIRALE DI NEBBIA ist ein schöner, sehr melodischer Score. Durchgehend ruhig und elegisch mit gelegentlichen Dissonanzen, die aber keineswegs störend aus dem Rahmen fallen. Exponierteste Instrumente sind die Streicher, die in jedem Track ausgiebig aktiv sind. Die Intonation der Melodielinien geschieht meißt durch die Holzbläser. Weiteres Instrumentarium taucht nur als gelegentliches Beiwerk auf, ein Harfenglissando hier, eine angeschlagene Klaviertaste dort, und das Hauptthema wird behutsam auch mal von der Gitarre übernommen. Von der Stimmung her etwas trübsinniger und vielleicht nicht so eindrucksvoll wie der oben vorgestellte ANDREMO IN CITTA, aber eine empfehlenswerte, angenehm zu hörende halbe Stunde. OEDIPUS ORCA besteht aus käsig hingewurschtelten Elektroniktracks mit Freejazz-Einschüben vom Saxophon. Zum Teil immerhin recht stimmungsvoll, hauptsächlich aber nervtötend. Von daher hat es mich überrascht zu lesen, dass der Amerikaner Dashow ebenfalls Petrassi-Schüler ist. LA ORCA (Federico Arduini) hat instrumentalen Schlagerkitsch, gespielt von Synthie und Orchester. Nix dolles, und dazu noch von überraschend mäßiger Tonqualität.
  9. Einleuchtend. Ich habe die damals ja auch übersehen, bzw. nicht beachtet. Reiner Zufall, dass ich jetzt durch den Film darauf aufmerksam geworden bin. Die Infos bezüglich der Veröffentlichungs-Geschichte dieser Musik sind sehr interessant. Die habe ich mir tatsächlich auch schon bestellt! Bin gespannt.
  10. ANDREMO IN CITTA - Ivan Vandor Während des zweiten Weltkrieges lebt die jüdischstämmige Lenka (ganz bezaubernd: Geraldine Chaplin) alleine mit ihrem kleinen Bruder in Jugoslawien. Der Faschismus überzieht Europa und Lenka wird zunehmend Ziel antisemitischer Anfeindungen. Den aus Ungarn stammenden Komponisten Ivan Vandor hatte ich bisher überhaupt nicht auf dem Schirm. Seine Musik zu diesem bewegenden Kriegsdrama habe ich mir jetzt allerdings sofort nach Ansicht des Films bestellt. Sie ist schlicht und einfach großartig. Eine herrliche Musik von großer, melodischer Anmut, die von Tragik und Hoffnung erzählt, durchzogen vom Flair balkanischer und jüdischer Folklore. In der Titelmusik wird das Hauptthema vorgestellt, konzertant von Klavier und Streichern dargeboten. Dieses Thema hatte dann abseits des Films noch ein Eigenleben geführt, und zwar in einer von Iva Zanicchi gesungenen Form. In Deutschland wurde daraus "Weißt du noch?" von Alexandra.
  11. Tres Bien! AMI DE VINCENT sagt mir gar nix. Gab´s den vorher schonmal irgendwo?
  12. Pasolini IV GROßE VÖGEL, KLEINE VÖGEL (1966) Vater und Sohn (Toto und Ninetto Davoli) befinden sich auf Wanderschaft durch die italienische Provinz. Skurrile Personen und Geschichten säumen ihren Weg über die Landstraße. Mißstand und Auflösung überall. Eine sprechende Krähe gesellt sich zu ihnen. Sie kommt aus dem Land Ideologie und stellt das intellektuelle Gegenstück zu den beiden kleinbürgerlichen Einfaltspinseln dar. Die Krähe erzählt ihnen die Geschichte zweier Mönche (ebenfalls Toto und Ninetto) aus mittelalterlichen Zeiten. Ein Heiliger überträgt ihnen die Aufgabe, den Falken das christliche Evangelium näherzubringen, auf das diese nicht mehr die Spatzen töten. Trotz aller Bemühungen müssen sie jedoch einsehen, dass sich die Vögel nicht belehren lassen. Daraufhin werden sie aufgefordert, auch in Zukunft weiterzumachen, auf das irgendwann die Ungleichheiten der Welt, also die Wurzel alles Übels, ausgemerzt seien. Toto und Ninetto setzten (in der Gegenwart) ihre Reise fort, stets verfolgt von ihrem belehrenden Begleiter, dessen Ansichten freileich denen von Pasolini entsprochen haben. Auch gibt es mitten im Film eine Texttafel, die auf Palmiro Togliatti hinweißt, einen führenden kommunistischen Politiker, der offenbar mit der Figur der Krähe gemeint ist. Als sie in der Stadt ankommen, findet dort gerade in Dokumentaraufnahmen der Trauerzug für den gerade verstorbenen Togliatti statt. Am Ende muß die Krähe einsehen, dass ihre aufklärerischen Bemühungen bei den beiden Proletariern überhaupt nicht fruchten. Verbittert bietet sie sich selber zum Verzehr an, denn "wer einen Professir ißt und ihn verdaut, wird selbst ein wenig Professor." Und so geschieht es dann auch. GROßE VÖGEL, KLEINE VÖGEL ist der einzige Pasolini-Film, den ich schon in früherer Zeit gesehen habe. Damals, als Teenager, fehlte mir freilich der geistige Horizont um Pasolinis Absichten zu erfassen. Heute wiedergesehen, ist der Film der unterhaltsamste der bisher gesichteten Werke. Die Skurrilität der Ereignisse, der tragikomische Humor, die an Metaphern reiche Geschichte und die feine Musik von Morricone ergeben zusammen eine wirklich sehenswerte Parabel, auch wenn man der Idee des Kommunismus kritisch gegenüberstehen mag. Toto, der in Italien ein bekannter, komödiantischer Schauspieler ist, wurde von Pasolini bewußt eingesetzt, weil er einem ganz bestimmten Rollentypus entprach: Neorealistisch, volkstümlich, aber auch etwas absurd und surreal, und für das Publikum sofort einzuordnen. Die deutsche Fassung glänzt mit hervorragenden Stimmen, und sogar Morricones wunderbar verschrobene, gesungene Vorspannsequenz, wird mit deutschem Text vorgetragen. Hier die Originalversion, gesungen von Domenico Modugno:
  13. Tatsächlich? Ich bin auch noch Besitzer des Ur-Albums, und überlege, mir diese neue Ausgabe hier zu kaufen. Klingt die Quartet-Ausgabe denn wieder besser / klarer?
  14. Pasolini III ACCATTONE (1961) Pasolinis Spielfilm-Debüt als Regisseur. Der junge Vittorio lebt ein tristes Leben im Armenviertel am Stadtrand. Seine Freundin Maddalena schickt er auf den Strich, und in seiner Umgebung nennt man ihn Accattone (Schmarotzer, Rumtreiber). Dann lernt er Stella kennen, eine junge Frau, die Hausarbeiten erledigt und mit ihrer anständigen, aufrichtigen Art nicht in die moralisch verkommene Umgebung paßt. Um ihr ein Geschenk zu machen, bestiehlt er seinen eigenen kleinen Sohn. Trotz gegenseitiger Zuneigung, versucht er auch Stella in die Prostitution zu bringen. Als Vittorio beschließt, sein Leben zu ändern, ist es eigentlich schon zu spät. In der Nacht träumt er von seiner eigenen Beerdigung. ACCATTONE ist ein nüchtern und schmucklos inszeniertes Sozialdrama. Die Kameraführung läßt, bis auf wenige Ausnahmen (Traumsequenz), keine künstlerischen Ambitionen erkennen. Es bieten sich auch keine Idenifikationsfiguren an. Vittorio ist ein Opfer seiner Sozialisierung und bleibt als solches ein unsympathischer Kotzbrocken. Eine emotionale Annährung fällt schwer, was den Film nicht leicht konsumierbar macht. Auf der Tonspur setzt Pasolini dagegen klassische Musikstücke von Bach ein, teilweise sogar mit sakralem Charakter, was auf das eigentliche Ansinnen des Films hindeutet, und was Kritiker gerne in ihm sehen: Eine moderne Passionsgeschichte.
×
×
  • Neu erstellen...

Wichtige Information

Wir nutzen auf unserer Webseite Cookies, um Ihnen einen optimalen Service zu bieten. Wenn Sie weiter auf unserer Seite surfen, stimmen Sie der Cookie-Verwendung und der Verarbeitung von personenbezogenen Daten über Formulare zu. Zu unserer Datenschutzerklärung: Datenschutzerklärung/Impressum