Jump to content
Soundtrack Board

Angus Gunn

Mitglied
  • Gesamte Inhalte

    486
  • Benutzer seit

  • Letzter Besuch

Reputation in der Community

144 Excellent

Über Angus Gunn

  • Rang
    Alter Forumshase

Contact Methods

  • Website URL
    rbstengel@web.de

Profile Information

  • Geschlecht
    Male
  • Wohnort
    Köln

Soundtrack Board

  • Richtiger Name
    Roland

Letzte Besucher des Profils

4190 Profilaufrufe
  1. Kann ich mir gut vorstellen. Das ist ungefähr so, als würde man in eine Moschee gehen und dort lautstark über Allah herziehen. Ja, das FSM Board... Ein bißchen spleenig ist ja immer ganz nett, aber da drüben sind mir die Leute dann doch zu hart drauf. Du könntest jetzt natürlich Deinen alten Beitrag wieder hervorkramen und dem Lynchmob süffisant unter die Nase reiben. Denn jetzt wird wohl niemand mehr die Unterschiede leugnen können.
  2. Ein persönliches Fazit nach dem ersten Hördurchgang. Die Filmeinspielung von NEVADA SMITH unterscheidet sich in einigen Tracks erheblich von den LP-Versionen (z.B. "Going West"). Auch ist der Main Title hier weniger schaumgepolstert, wirkt griffiger und mitreißender. Allerdings findet sich auf den 51 Minuten auch die eine oder andere Suspense-Strecke, die für sich genommen wenig hergibt. EL DORADO hat sich als Score bereits gänzlich vom Golden Age entfernt, ist eher eine spröde Angelegenheit. Allerdings liebe ich die fulminante Titelballade, die nun endlich nicht mehr direkt dem Filmton entnommen wurde. Die Instrumentalversionen des Themas sind dann auch die Höhepunkte des Scores. Für WILL PENNY wurde es mal höchste Zeit. Der 6-minütige Titeltrack ist atemberaubend, anders kann man es nicht nennen. THE FURIES ist hochdramatischer Waxman in Vollendung und läßt schonmal den künftigen TARAS BULBA anklingen. STEETS OF LAREDO ist wieder ein sehr schwelgerisches Werk von Victor Young. Western-typische Elemente sind hier kaum zu finden. Die Orchestrierung ist ihm eine Spur zu blumig geraten, dass der Eindruck erweckt werden könnte, einem Disney-Trickfilm zu lauschen. Das ist aber nicht negativ gemeint, denn als 30-minütiges Höralbum kann man sich darin wunderbar verlieren. THREE VIOLENT PEOPLE besitzt einen ausgesprochen hitzigen, dramatischen Main Title, schlägt ansonsten hauptsächlich ruhigere Töne an. THE HANGMAN ist zwar nicht durchgehend überzeugend, hat im Mittelteil hier und da mal einen Durchhänger, begeistert aber mit einem tollen, westernkonformen Hauptthema und packenden Actionsequenzen. Mein heimlicher Überraschungsfavorit ist aber WALK LIKE A DRAGON von Paul Dunlap. Obwohl es im Film um chinesische Einwanderer im Californien der 1870er Jahre geht, verzichtet der Komponist auf exotische Instrumentierungen. Umrahmt von einer melancholischen (von Mel Thorme geschriebenen und gesungenen) Weise entfaltet sich ein kraftvoller, melodramatischer Score mit ruhigen, intimen Passagen, romantischen Orchestertutti und höchst eindringlicher, gerade zum Finale hin mit Hörnen und Pauken unterstützter Dramatik. Zum Klang: Sicher wäre es schöner gewesen, die 60er-Titel in Stereo zu haben, aber mit dem hier gebotenen Mono kann ich auch ganz gut leben. Die beiden Stereo-Titel (vor allem HANGMAN) sind tontechnisch hervorragend. 35-seitiges Booklet ist dabei.
  3. Pierre Raph: REQUIEM POUR UN VAMPIRE Auf ihrer Flucht durch das ländliche, französische Hinterland geraten zwei Mädchen, mal in greller Clownskostümierung und mal im Schulmädchen-Lolita-Look, in eine verwunschene Burgruine und dort in die Fänge einer vampirischen Sekte. Bei REQUIEM dürfte es sich um eines von Rollins surrealsten Werken handeln. Der Plot ist an den Haaren herbeigezogen und besitzt reinen Alibi-Charakter für eine Fülle von grandiosen Bildkompositionen und schrägen Handlungssträngen, die jeglicher rationalen Logik entbehren. Der durchschnittliche Mainstream-Konsument (und da kann man ihm eigentlich keinen Vorwurf machen) wendet sich verständnislos ab. Der Connaisseur hingegen wird sich einmal mehr in den absurd-imaginären Szenarien verlieren. Für Komponist Pierre Raph war es der erste von vier Filmscores, die er für Rollin schrieb. Raph kam, ebenso wie Acanthus, aus der pariser Underground-Musikszene und war dort beim Musiklabel Editions Musicales Delamarre für die Arrangements einiger Vinyl-Scheiben verantwortlich, darunter u.a. ein Opern-Projekt namens Romances Russes. Im Laufe der 70er Jahre scheint sich seine Spur zu verlieren, was sehr schade ist, denn seine Filmmusik unterstützt und begleitet mit persönlichem Stil mit viel Fingerspitzengefühl die jungen Darstellerinnen auf ihrer Reise durch Rollins wundersames, experimentelles Film-Labyrinth. Holzbläser und Gitarre erzeugen fragil-melancholische Stimmungen, wenn die Mädchen durch karge Landschaften wandeln und sich an einem Teich die Clownsschminke aus den Gesichtern waschen. Einschübe von klassischer Slapstick-Komik werden von einem beschwingten, aber nicht weniger fragil orchestrierten Menuett begleitet. Im Vampir-Domizil beherrschen düstere Motive, Beckenschläge, Orgelklänge, Flötentriller u.ä. die Szenerie. Zu wildem Orgel-Percussion-Rock geht´s hinab in schummrige Sado-Folterkeller (Rollins Zugeständnis an seinen Produzenten), gefolgt von stummfilmartigen Klavierpassagen. Eine Musik von eigenwilliger Schönheit und stilistischer Vielseitigkeit, die den richtigen Ton trifft. Quellmaterial mit separierter Musik war hierfür nicht aufzutreiben, und so griff man bei Finders Keepers zu einer ungewöhnlichen Maßnahme. Die Tracks wurde zur Gänze der DVD-Tonspur entnommen. Und das funktioniert dank der Dialogarmut des Films sogar ganz zufriedenstellend. Die Aufnahme wird zwar von meist dezenten Soundeffekten wie Schritte oder Wasserplätschern begleitet und leidet unter einem naturgemäß etwas unsauberen (Lichtton?)-Klangbild, und in CROTCH BATTERIE wird mächtig gestöhnt und mit den Ketten gerasselt, aber alles in allem kann man mit dieser Notlösung einigermaßen zufrieden sein. Die CD enthält außerdem Philippe d´Arams stilvolle Walzer- und Chororgel-Themen aus FASCINATION. Den sehr gut klingenden Tracks der Lucertola-Veröffentlichung (siehe oben) wurden ein paar (französische) Dialoge und Musikpassagen hinzugefügt, die wiederum direkt vom Filmton stammen. War nicht unbedingt nötigt, da sie den Hörfluß eher behindern und nichts Essenzielles beinhalten. Dennoch eine willkommene Wiederveröffentlichung und wertige Ergänzung zum REQUIEM-Score.
  4. Für I CONFESS wäre ich natürlich auch jederzeit zu begeistern. Und ja, ich sehe da auch wesentlich mehr musikalische Substanz. Allein der düstere Beginn mit dem Dies-Irae-Motiv erzielt wirklich eine unglaublich dichte Atmosphäre in der Eröffnungssequenz. Ich weiß nicht, wie es bei diesem Score mit der Materiallage aussieht, aber wäre da nicht auch eine Veröffentlichung der Filmaufnahmen möglich? Immerhin ist da doch auch dieser eine Track bereits im Umlauf.
  5. Die Hörproben klingen schonmal sehr gut, aber warum ausgerechnet nochmal STRANGERS ON A TRAIN in der Bonusabteilung, und warum wird das als "premiere recording" beworben? Das wäre doch mal eine Gelegenheit für eine Suite aus SHADOW OF A DOUBT oder I CONFESS gewesen.
  6. LA COMTESSE NOIRE kam rechtzeitig zu Weihnachten an, zusammen mit einem Sticker mit dem Label-Emblem. Schönes Digipack mit stilvoll gestaltetem Booklet, das offenbar der Beginn einer EUROCINE-Collection ist. Die Jungs meinen es wirklich ernst. Die Musik ist romantischer Natur, mal elegant, mal schwülstig, mal jazzig. Nach ihrer Verwendung in den beiden hier präsentierten Filmen fanden die Tracks ihren Weg auf Library-LPs und hielten von dort auch Einzug in weitere Eurocine-Produktionen. Und jetzt wissen wir auch wo das romantische Thema aus LAC DES MORTS VIVANTS herstammt. Thanks to Lucas Giorgini and all the Folks at Omega Productions. Have a good new year and keep on the great work!
  7. Ein neues Dreiergespann von Musicbox. MILLE MILLIARDS DE DOLLARS war (neben LANCELOT DU LAC) mein größter Sarde-Wunschkandidat für eine CD-Edition. Der Film ist ein interessanter Polit-Thriller um einen Journalisten der sich mit Magnaten der Weltwirtschaft anlegt. Nicht weniger interessant ist der ungewöhnliche Vertonungsansatz. Ein relativ kurzer und (fast) reiner Klavierscore, der mit einem eingängigen Hauptthema und komplexen Spannungsstücken beeindruckt. Im Grundtimbre melancholisch angelegt, und nur zu Beginn und zum Ende durch eine Viola ergänzt (wobei diese Viola im Film ausschließlich im Finale eingesetzt ist, wenn ich mich da jetzt richtig erinnere). Ungewöhnlich und sehr empfehlenswert. Im Gegensatz dazu ist CONTE DE LA FOLIE ORDINAIRE ein hinreißender, von spanischer Folklore beeinflußter Orchesterscore, der die anarchische Groteske (nach Bukowski) in betörend schöne Klänge hüllt, die Ferreris bizarre Bilderwelten konterkarieren und auf eine andere Ebene heben. Hier jetzt erstmalig der komplette Sarde-Anteil des Vinyl-Albums. LE CRABE-TAMBOUR war mir als Musik (und als Film) völlig unbekannt. Es ist eine dramatische, aber eher ruhig und charakterbezogen erzählte Geschichte aus dem Indochina-Krieg. Von daher dürfte der deutsche Verleih-Titel "Der Haudegen" mal wieder in eine völlig falsche Richtung zielen. Schwermütige, tiefgründige Orchesterthemen (60-70 Musiker, von Carlo Savina geleitet), ergänzt durch eine vietnamesische Zither und dem Jagdhorn. Letzteres untergräbt durch sein groteskes und verdrehtes Spiel jeglichen Anflug von Heroismus, für den dieses Instrument sonst so gerne verwendet wird. Wiederum ein starker, gegen das Klischee gebürsteter Score, der für mich eine große Entdeckung ist. Sarde did it again. Ich hoffe, dass Musicbox in dieser Richtig weitermacht.
  8. Gerade mal die Hörproben durchgehört. Gefällt mir unerwartet gut. ENTER THE DRAGON kombiniert mit mystischen Motiven und den Schifrin-typischen, herumwirbelnden Streicherfiguren. Der kommt mit auf die Einkaufsliste.
  9. Damals in den 90er Jahren war sich unser kleiner, filmmusikbegeisterter Zirkel einig darüber, dass unser Hobby eine rein männlich geprägte Domäne ist. Inzwischen weiß ich es freilich besser. Der Anteil dürfte zwar sehr gering sein, aber gerade deswegen ist es umso erfreulicher, dass sich hier mal wieder eine weibliche Kandidatin zur Filmmusik bekennt. Von daher ein herzliches Willkommen im Board!
  10. Das stimmt allerdings, wobei das natürlich auch Geschmacksache ist. Der beste mir bekannte Euro-Spy-Score ist De Masis THE BIG GAME, der mir durchgehend gut gefällt. Auch MISSIONE LADY CHAPLIN von Nicolai ist sehr ernsthaft und hat seine Meriten. Besonders gut kenne ich mich in dem Bereich aber nicht aus. Glaubt man einigen Filmkritiken im Netz, dann ist LADY CHAPLIN ein lohnendes Genre-Highlight, und der erscheint im Januar bei Pidax auf DVD. Werde ich mal antesten.
  11. Carlo Savina: GOLDSNAKE Also eines muß ich Savina ja lassen: Titelsongs konnte er verdammt gut. So manch eine seiner Western-CDs steht bei mir eigentlich nur wegen ihrer kraftvollen Eröffnungsballade im Regal. "Rocks, Blood and Sand" beispielsweise ist sicherlich einer der besten Songs, die je einen Italo-Western eingeleitet haben. Aber auch über seine Arbeit im Euro-Spy-Genre läßt sich ähnliches sagen. So auch im Fall von GOLDSNAKE, der mit einer wirklich coolen Eröffnungsnummer glänzt. Mit Blech und Streichern orchestriert, wie es sich für das Genre gehört, und ebenso stimmgewaltig wie lasziv von Iva Zanicchi interpretiert. Ein toller, vielversprechender Einstieg, aber leider (!) bleibt Savina nicht in diesem Stil, sondern driftet danach sofort ab in locker-flockiges Sixties-Geplänkel zwischen Nightclub-Atmosphäre, La-la-la-Gesang bei Actionszenen und minimalistischen Suspense-Motiven. "Lounge mood" heißt der vorletzte Track auf der CD, und dieser Titel könnte eigentlich auch über dem gesamten Album stehen. In der richtigen Stimmung ist das einigermaßen unterhaltsam anzuhören, aber es wäre viel mehr dringewesen, wenn Savina den Stil des Titelsongs auch im Score beibehalten hätte. https://www.youtube.com/watch?v=QHeJN4Ubi34
  12. Über Lautsprecher, nicht über Kopfhörer gelauscht: Klingt angenehm und transparent. Rauschpegel und Azetat-Laufgeräusche kommen mal mehr mal weniger durch, sind aber die meiste Zeit sehr dezent. Trotzdem gehen auch leisere Töne nicht verloren, wie z.B. der gleichförmige Takt bei CREATION, der die ganze Zeit über mittrommelt oder die Harfen- und Celesta-Klänge in PRESENTING THE BRIDE. In den lauten, hohen Tönen, bei Trompeten oder Orchestertutti neigt die Aufnahme natürlich zu Verzerrungen, aber nie soweit, dass es wirklich unangenehm auffiele. Zur Not hat Matessino dann auch in problematischen Passagen den Pegel mit sicherer Hand reduziert, so dass es eigentlich keine klanglichen Ausfälle gibt. Als subjektives Fazit würde ich sagen: Knapp auf dem Niveau von Disneys SNOW WHITE, aber nicht so gut wie FSM´s NORTH WEST PASSAGE. Für einen Fan der Musik (und Waxman generell) führt eigentlich kein Weg dran vorbei, alleine schon wegen des stilvollen, 20-seitigen Booklets.
  13. Schön. Aber es ist das einzige Thema in dieser Art auf der CD? Den Hörbeispielen nach handelt es sich sonst um Easy Listening der eher uninteressanten Art. SUNSET SUNRISE sagt mir garnichts. Ist von dem neuen Quartet-Satz die einzige, die mich interessieren würde.
  14. Bert Breit: DER MANN IM SALZ Im 17. Jahrhundert gelangt der Nachwuchs-Jäger David in die Obhut des Dekan Sölln in Bayern. Dieser beschafft ihm eine Arbeitsstelle im Salzbergwerk. Bei einer Sprengung wird dort ein Mensch freigelegt, der seit Urzeiten im Salz eingeschlossen und konserviert war. Für die abergläubische Bevölkerung ist es der Teufel, was für den zuständigen Inquisitor Anlaß ist, die Gegend von vermeintlichen Hexen und Teufelsanbetern zu säubern. Diese zweiteilige Ganghofer-Verfilmung wurde 1989 mit einigem Aufwand inszeniert. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, wenn es auch nicht in einer Liga mit den großen Historien-Mehrteilern von Franz Peter Wirth oder Fritz Umgelter spielt. Die Musik von Bert Breit (1927-2004) setzt vornehmlich auf Streicher und besitzt eine Atmosphäre, die die Bilder nicht durchgehend zu erzeugen vermögen.
×
×
  • Neu erstellen...

Wichtige Information

Wir nutzen auf unserer Webseite Cookies, um Ihnen einen optimalen Service zu bieten. Wenn Sie weiter auf unserer Seite surfen, stimmen Sie der Cookie-Verwendung und der Verarbeitung von personenbezogenen Daten über Formulare zu. Zu unserer Datenschutzerklärung: Datenschutzerklärung/Impressum