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komposition


Gast marlon
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hallo!

ich hoffe ich bin hier im richtigen forum gelanded.

ich plane, in zukunft filmmusik/soundtracks zu mit dem ewql symphonic orchestra gold unter cubase zu kreieren.

die software habe ich bereits und auch schon ein wenig rumexperimentiert.

musik mache ich bereits schon sehr viele jahre, allerdings habe ich mich nie mit musiktheorie beschäftigt und orchestrale parts mit dem keyboard gespielt. ehrlich gesagt, denke und weiss ich, dass man musik machen kann, ohne viel theoriewissen zu besitzen.

jedoch ist es bei groesseren orchesterarrangements schon von grossem nutzen, wenn man weiss, was z.b. quintenparallelen sind und warum diese nicht erlaubt sind. somit habe ich mich auch ein wenig mit dem theoretischen teil/harmonielehre und den charaktereigenschaften der einzelnen instrumente auseinandergesetzt.

einige fragen sind mir jedoch noch offen.

kann mir jemand sagen was "divisi" genau bedeutet?

heisst das, dass eine instrumentengruppe (z.b. die bratschen) eine note spielen und eine andere (z.b. die chellos) eine andere beisteuern?

oder bedeutet das, dass sich innerhalb einer gruppe mehrere musiker aufteilen und eine bestimmte note spielen (z.b. innerhalb der violinengruppe 3 geiger eine note, 3 andere geiger eine andere und der rest wieder eine andere)?

wie schaut das (in der regel) in der praxis aus?

was hat es mit doppelgriffen auf sich und wie sieht das praktisch aus?

ich habe des weiteren gelesen, dass man mit einem sample (z.b. den violinen) eine note spielen sollte. soll diese gruppe eine weitere note spielen, so sollte ein neues sample geladen werden.

hätte es nicht den gleichen effekt, wenn beide noten gleichzeitig mit einem sample gespielt werden oder kommt das auf das programm an?

vielleicht kann mir jemand ja noch den ein oder anderen tipp geben,

ich bin auf jedenfall für alle antworten dankbar.

viele grüsse!

marlon

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Hallo Marlon!

Du bist leider nicht ganz im richtigen Forum aber dein Beitrag wird sicher bald an die richtige Stelle (Nachwuchskomponisten) verschoben!

Zu deinen Fragen:

kann mir jemand sagen was "divisi" genau bedeutet?

heisst das, dass eine instrumentengruppe (z.b. die bratschen) eine note spielen und eine andere (z.b. die chellos) eine andere beisteuern?

oder bedeutet das, dass sich innerhalb einer gruppe mehrere musiker aufteilen und eine bestimmte note spielen (z.b. innerhalb der violinengruppe 3 geiger eine note, 3 andere geiger eine andere und der rest wieder eine andere)?

wie schaut das (in der regel) in der praxis aus?

Divisi bedeutet, dass sich die Instrumentalisten einer Gruppe (zum Beispiel Bratschen) aufteilen. Also der zweite Fall.

was hat es mit doppelgriffen auf sich und wie sieht das praktisch aus?

Doppelgriffe werden in der Orchestermusik (abgesehen mal vom Solokonzert) selten verwendet. Sie sind eher in der Kammermusik zu finden. Der Begriff bezieht sich auf Streichinstrumente und beschreibt das gleichzeitige Spielen zweier Töne durch einen Instrumentalisten. Ich denke leere Saiten werden bevorzugt.
ich habe des weiteren gelesen, dass man mit einem sample (z.b. den violinen) eine note spielen sollte. soll diese gruppe eine weitere note spielen, so sollte ein neues sample geladen werden.

hätte es nicht den gleichen effekt, wenn beide noten gleichzeitig mit einem sample gespielt werden oder kommt das auf das programm an?

Wahrscheinlich beziehst du dich auf das gleichzeitige Spielen von Tönen.

In diesem Fall ist es denke ich praktikabel, dass man auch mehrere Noten auch von einem Sample spielen lassen kann. Ich hatte bisher bei EWQLSO Gold keine Probleme damit!

Gruß

Vincent

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hei, danke für die schnelle antwort!

jetzt ist mir einiges klarer.

mit sicherheit muss ich noch viel rumexperimentieren.

habe zum beispiel anfangs ganze akkorde mit einer instrumentengruppe gespielt und schnell gemerkt, dass dies meist zu überladen klingt.

ist es üblich, dass meist eine gruppe bloss einen ton spielt, oder eben durch "divisi" mehrere töne gleichzeitig innerhalb einer instrumentengruppe gespielt werden?

bzw. wann wird das eine verfahren angewendet, und wann das andere?

nunja, werde wohl in nächster zeit noch einiges lernen (habe mir überlegt das buch "the guide to midi orchestration" zu besorgen).

viele grüsse und danke nochmal!

marlon

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Keine Ursache! ;)

.

ist es üblich, dass meist eine gruppe bloss einen ton spielt, oder eben durch "divisi" mehrere töne gleichzeitig innerhalb einer instrumentengruppe gespielt werden?

bzw. wann wird das eine verfahren angewendet, und wann das andere?

Nunja, das kommt auf die Situation drauf an. Wenn man einen sehr breiten schönen Streicherakkord haben möchte, dann ist die Divisi-Option sicher der richtige Weg. Wenn man allerdings polyphon arbeitet sind solche Teilungen eher unüblich bzw. schon von vornherein durch getrennte Systeme vorgegeben. Letztendlich sind das aber alles nur Richtlinien.

So sind zum Beispiel auch Quintparallelen in bestimmten Fällen sehr reizvoll. Allerdings muss man sich der Regel bewusst sein, um die Qualitäten der Übertretung auskosten zu können.

Das Buch "The Guide to Midi Orchestration" kenne ich nicht. Ich habe das Meiste meines Wissens aus dem Partiturstudium von Klassikern und entsprechendem Theorie- bzw. Kompositionsunterricht, der leider viel zu kurz war.

Gruß

Vincent

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So sind zum Beispiel auch Quintparallelen in bestimmten Fällen sehr reizvoll. Allerdings muss man sich der Regel bewusst sein, um die Qualitäten der Übertretung auskosten zu können.

Richtisch! Wobei diese Regel eher für die Harmonik bis Debussy gild. Danach bricht das ganze auf. Siehe Messian, der hat das ständig. Wobei man auch schon voher wusste diese Regel zu umgehen, denn im dreistimmigen Satz ist ja die Quartparallele gedultet. Und auch bei Bach findet man den ein soder anderen Regelverstoß.

Aber ich denke danecos hat es schon ganz richtig gesagt. Man sollte sich wirklich daran setzen Partituren zu studieren und sich durch verschiedene Theoriebücher lesen. Vielleicht auch mal des öffteren zur Harmonischen Analyse zwingen. Am Anfang reichen da Klaviermusik (Schau dir mal die Beethoven Sonaten, das wohltemperierte Klavier oder die Schubertlieder an) oder Kammermusik (Streichquartette, Klaviertrios) Unter Umständen findet man da echte Brocken, nur ist das ganze erstmal übersichtlicher. Vor allem aber kannst du dann sehen, wie die unterschiedlichen Komponisten mit der Theorie umgegangen sind und es benutzt haben. Es macht da auch gar nichts sich mal Sachen von den abzugucken.

allerdings habe ich mich nie mit musiktheorie beschäftigt und orchestrale parts mit dem keyboard gespielt. ehrlich gesagt, denke und weiss ich, dass man musik machen kann, ohne viel theoriewissen zu besitzen.

Am Ende geht auch gar nicht darum, dass du erst DANN Musik machen KANNST, sondern darum, dass du einfach ein Spektrum erweiterst, neue Anregungen bekommst und am Ende wirklich das machen kannst was du WILLST und nicht was du KANNST.

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Theorie sollte man imho als Werkzeug betrachten. Ebenso wie ein Instrument lediglich ein Werkzeug ist (lat. instrumentum = Werkzeug), um sich musikalisch ausdrücken zu können. Man muss es als eine Hürde sehen, die überwunden werden muss, um die Ideen, die man im Kopf hat auf dem Instrument oder als Noten auf dem Papier (bzw. PC) für andere hörbar zu machen.

Musiktheorie ist eigentlich ein Geschenk. Die Harmonielehre ermöglicht uns schließlich, bestimmte Sounds schriftlich ganz einfach festzuhalten und jederzeit zu reproduzieren. Besonders für Filmmusik kann es wichtig sein, zu wissen, wie bestimmte Stilistiken klingen, man muss ja den Geist des Filmes einfangen. Und zu jedem Stil gehört seine Harmonik und Rhythmik.

Es ist eigentlich nichts kompliziertes. Irgendwann kommt der Aha-Moment, in dem sich einem plötzlich das ganze System erschließt.

Ich kann dir leider kein gutes Buch zur Komposition bzw. Harmonielehre empfehlen, das Wissen hab ich mir durch meinen Saxophonlehrer und Selbststudium am Klavier angeeignet. Mein Ansatz kommt allerdings vom Jazz, ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob man als Klassiker ganz anders an die Komposition herangeht. Bisher bin ich aber eigentlich noch nicht auf Grenzen gestoßen, die es mir verbieten würden, auch klassische Stücke zu schreiben.

Ein schönes Arrangement-Lehrbuch ist "Der professionelle Arrangeur" von Sammy Nestico. Enthält viel Material, sowohl als Noten, als auch auf Audio-CD, und einige sehr nützliche Tipps. Der Instrumenten-Abschnitt ist sehr informativ, enthält viele Infos zu typischen Spieltechniken, Effekten und natürlich den Tonumfang. Was deine Frage nach divisi oder Doppelgriffen betrifft, so enthält der Abschnitt über die Streicher umfassende Seiten, auf denen alle spielbaren und üblichen Doppelgriffe aufgelistet sind. Das Buch war mir schon oft eine große Hilfe beim Schreiben.

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