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Jan Selzer

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    Takemitsu, Ifukube, Goldsmith, Williams, Morricone, Horner, Kanno, Kamen, Shimizu

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  1. Ne "Das Lied von der Erde" war das Vorbild.
  2. Ja. Ifukube meinte doch zu Kurosawa bei der Arbeit an "Das stumme Duell" es sei unlogisch, dass sich ein Arzt bei einer Operation mit Syphilis angesteckt, da dieser eigentlich wissen müsste wie er so etwas vermeiden könne. Ich meine sogar Ifukube sagte so was wie “Die Handlung ist dumm”. Daraufhin war die Zusammenarbeit mit den Beiden gegessen. Möglicherweise könnte es aber auch daran gelegen haben, dass Ifukube entweder nicht in der Lage war oder keine Lust hatte Kurosawas Temp Tracks zu imitieren. Ähnliche Probleme hatte damit ja auch Takemitsu. Bei der Arbeit an Ran ist Takemitsu einmal sogar richtig der Kragen geplatzt. Was Ifukube angeht so hat er eigentlich auch selten richtige Prestige-Projekte bekommen. Wahrscheinlich war er diesbezüglich nie so richtig ambitioniert. Er hat ja auch eine ganze Menge eher mittelmäßige Filme verton. Verklärte Nachkriegsdramen und so. Aber es stimmt schon, mit der weile kann man sich wirklich gut über Ifukube informieren, wobei das ein oder andere etwas geschönt und nicht so ganz wissenschaftlich-kritisch daher kommt. Gerade wenn es um seine musikalische Ausbildung geht, wird häufig der Weichzeichner rausgeholt.
  3. Hast du dir diese Naxos CD von 2004 mit dem Russian Philharmonic Orchestra bestellt? Die ist für den Einstieg wirklich ganz gut, allerdings auch etwas zahm interpretiert. Das rohe und holzschnittartige in Ifukubes Musik tritt dort mehr in den Hintergrund. Außerdem hat Yablonsky scheinbar den 2. Satz der Tapkaara nicht so ganz verstanden und spielt ihn deutlich zu schnell. So sollte der eigentlich gespielt werden, so langsam, dass die Melodie fast schon zerfällt: https://www.youtube.com/watch?v=_moBOOjZKIs Aber ich hab das Album auch Jahrelang gehört, ohne das es mich gestört hätte.
  4. Ifukube ist wahrscheinlich einer der wichtigsten Komponisten in meinem Leben. Immerhin kenne ich seine Musik durch die Godzilla-Filme seit dem Grundschulalter. Er war auch der erste Filmkomponist den ich namentlich kannte. An Ifukube gefällt mir vor allem, dass seine Musik (sowohl seine Film- als auch seine Konzertmusik) so absolut “un-kunstvoll” ist. Selten versuchte sie einen hohen Stil zu erreichen oder raffiniert zu sein (ganz anders als z.B. sein Schüler Mayuzumi) und doch hat sie ihre ganz eigene Tonsprache, die wohl nur er beherrschte. Er rebellierte allerdings nie offensichtlich gegen westliche ästhetische Bewertungskriterien, sondern er ignoriert sie einfach höflich. Daher halte ich den Vergleich mit Mussorgski weitaus passender als mit Strawinski. Dessen Musik ist ja auch roh und ungeschliffen (zumindest in den Urfassungen), allerdings hat man auch da nie den Eindruck er wolle nun bewusst mit der akademischen Tradition brechen. Bei Ifukube wird auf Grund der Eingängigkeit seiner Musik leider häufig vergessen, dass sich dahinter eine ganz eigene Welt versteckt die sehr ernsthaft und sehr reflektiert versucht die Kultur der Ainu (der japanischen Inuit) auf westliche Klangkörper zu übertragen. Was seine Filmmusik angeht so würde ich vor allem seine Musik zu The Little Prince and the Eight Headed Dragon als meinen persönlichen Favoriten zählen. Die Original Aufnahme ist ja schon lange vergriffen, etwas besser erhältlich dagegen ist die Ballett-Fassung. In der fehlt aber recht viel aus dem Score, somit bleibt zu hoffen, dass das Album irgendwann mal wieder neu aufgelegt wird. Dicht gefolgt wird der von seinen frühen Sci-Fi Scores wie Rodan, Mysterians und Varan, allerdings würde ich mich auch sehr freuen, wenn jemand seine ganz großartige Musik zu die Kinder von Hiroshima von 1952 neu Einspielen würde. Bei seiner Konzert Musik sind meine Favoriten sein Violinkonzert, sein Klavierkonzert, vor allem dessen zweiter Satz und die Sinfonia Tapkaara. Den zweiten Satz der Tapkaara würde ich auch als mein absolutes Lieblingsstück von Ifukube bezeichnen. Für alle die wissen wollen, woher seine Filmmusik kommt, würde ich wärmsten empfehlen mal sein Ballett Salomon durchzuhören, da wird es mit Sicherheit das ein oder andere Déjà-vu geben. Des weiteren sollte man sich auf jeden Fall jeden Fall über die Ainu und deren Kultur schlau machen, mit der weile kann man auf YouTube auch einiges an deren Musik finden. Wer sich für Ifukubes Einflüsse, abseits der üblichen Verdächtigen (Strawinski, Mussorgski, Satie, DeFalla) interessiert, sollte sich mal die Musik seines Förderers, Alexander Nikolajewitsch Tcherepnin, vor allem dessen viertes Klavierkonzert, anhören.
  5. Die Ganztonleiter wird in der schlechten Filmmusik gerne für die Rückblendenüberleitung oder für den Übergang von Traum zum Erwachen eingesetzt. Dann vor allem als Harfenglissandi. Goldsmith verwendet sie sehr geschickt in Alien und James Bernard baut auf ihr in Nosferatu eine Variation seines Nos-fe-raaa-tuuu Motivs auf. Auch Takemitsu verwendet sie sehr kunstvoll z.B. in Toward the Sea, wo er stetig zwischen den beiden Ganztonleitern wechselt und diese auch gegeneinander setzt um die Redundanz, die sehr schnell bei Ganztonmusik aufkommt, zu verhindert. Hermann hat sie meines Wissen nach so gut wie gar nicht eingesetzt. Da besteht die Verbindung wohl eher darin, dass die Ganztonleiter ja im Grunde aus zwei übermäßigen Dreiklängen zusammensetzt und Herrmann diese ja gerne in Hitchcock Filmen eingesetzt hat. Im Impressionismus wird sie meistens auch gerne mit Dominantseptnonakkorden eingesetzt. Diese lassen sich ohne die Quint nämlich aus dem Tonvorrat der Ganztonleiter herleiten.
  6. Seinen The Lost World Game Score von 1998 finde ich ehrlich gesagt viel unterhaltsamer. Da sind die Tracks aber auch alle knackige 2 Minuten lang. Ich muss aber gestehen, dass ich einen Moment in Jurassic World für wirklich recht “erwachsen” halte und das ist der ruhige Part von “Indominus wrecks“. Wie er diesen Schwebezustand hinbekommt, bei dem man wirklich nicht so recht wie sich das ganze entwickeln könnte, ist schon wirklich gut gemacht. Da hatte ich den Eindruck, dass Giacchino mal “aus versehen” über sich selbst hinauswächst, nur um danach wieder in sein typisches Action-Scoring überzugehen. Das ist eben das Ärgerliche bei ihm, dass er zwar hin und wieder originelle Einfälle hat, aber damit weder musikalisch, noch konzeptionell irgendwas interessantes macht. Darin liegt für mich auch der Unterschied zu z.B. Desplat. Der ist auch kein John Williams oder Jerry Goldsmith, aber bei dessen Musik hab ich das Gefühl, dass hier jemand Musik schreibt, die sich ihrer selbst bewusst ist und die sich auch musikalisch entwickelt. Bei Giachhino allerdings, klingt es für mich häufig nach Fanfiction, aber das passt ja auch ganz gut in unsere Zeit …
  7. Ich hab mich über die Veröffentlichung sehr gefreut, da ich schon seit längeren darauf hoffe. Klar, ein Meisterwerk liegt hier nicht vor, aber gutes Handwerk. Die Musik fließt auf dem Album IMO sehr gut, ist sauber eingespielt und die Aufnahme klingt verdammt gut. Wer diesen schroffen, teilweise over the top Horror-Score Sound der 50er mag wird in jedem Fall gut bedient.
  8. So, reichlich verspätet werde ich jetzt auch noch mal meinem Senf zu der Musik dazugeben. Mit Jurassic World hat Giacchino nun endgültig bewiesen, dass er eigentlich gar kein Komponist, sonder vor allem Fanboy ist. Jurassic World ist eine Trostpflaster Musik geworden. Eigentlich sagt man sich beim Hören immer wieder: Ach ja, natürlich kommt das nicht an Williams ran, es kommt eigentlich auch noch nicht mal an David Arnold ran, aber wer macht denn heute noch solche Musik in großen Hollywood Filmen? Wo die Sonne der Kultur am tiefsten steht, werfen selbst Zwerge große Schatten! Was hier präsentiert wird ist eigentlich nur eine Aneinanderreihung von Gesten die irgendwie schon gewisse Erinnerrungen mit Williams wecken, aber da hört dann auch schon auf. Zu keinem Zeitpunkt wird das Vorbild musikalisch reflektiert, man macht das halt weil es das bei Williams auch gibt. Wirklich eigenständig ist Giacchino nur da, wo seine Technik ihm einen Strich durch die Rechnung macht und er sich scheinbar irgendwie so durchmogeln muss. Das fällt vor allem bei den eigenen Themen ins gewicht, die wieder einmal völlig unausgegoren, ja regelrecht hingerotzt wirken. Wirklich peinlich wird es dann, wenn diese dann mit allerlei Effekten und großem Aufwand als große Hollywood Musik verkauft werden. Viel lärm um nichts ist da noch untertrieben. Hinzu kommt noch die penetrante Sound-Nostalgie. Close-miking und wenig Hall sollen an die großen Scores der 50er 60er Jahre erinnern (danach hat das eigentlich niemand mehr so gemacht), mehr als ein Vintage Filter ist das aber nicht. Vielleicht wäre es gut, wenn Giacchino etwas mehr Zeit darin investieren würde, die musikalische Tiefe seiner Vorbilder zu erlangen, anstelle immer nur oberflächliche Gesten zu imitieren. Zu Gute halten muss man der Musik allerdings, dass sie dramaturgisch wirklich gut aufgebaut ist und unterhaltsam ist sie auf jeden Fall. Beeindruckend finde ich manchmal auch die Unbedarftheit (und das meine ich jetzt wirklich im positiven Sinne) mit der Giacchino scheinbar an die Sache rangeht. Leider macht er daraus wenig. Er selber sagt ja immer, dass er keine Schreiblockaden hat, nun, für seine nächsten Scores wünsche ich ihm auf jeden Fall mal eine, vielleicht hilft das ja. Gruß Jan
  9. Also ich kenne von ihm vor allem die Black Emanuelle und ein paar seiner Western Scores. Ich hab einige der Black Emanuelle Beat Records Alben (Africa, Orient Reportage, America und Around The World … puhhh … diese Emanuelle ist aber ganz schön rumgekommen). Black Emanuelle und Black Emanuelle Orient Reportage sind da sicherlich gute Einstiege. Beide sind recht abwechslungsreich, haben tolle Arragments und schöne Ohrwurm-Themem. B.E. America und B.A. Around The World dagegen haben zwar beiden gute Titelsongs, sind allerdings auch sehr viel repetitiver, da große Teile der Scores aus den jeweiligen Titelsongs extrahiert werden. Nico Fidencos Arrangeur Giacomo Dell'Orso war aber sehr gut und es sind gerade diese Arragments die den größten Reiz ausmachen.
  10. Das klingt für mich wie ein Hackbrett (eng. Hammered dulcimer)
  11. Schön wie Young sich ab 55:48 mit dem VIP-Ausweis in den Zähnen rumpult. Susan Justin über ihren Score zu Forbidden World.
  12. Also auch wenn dieser Thread langsam ins Archiv wandert muss ich doch noch mal ein paar Worte zu Godzilla 1984 verlieren. Zunächst einmal Stempel sind weder der 54er noch der 84er Godzilla billige Filme. Für japanische Verhältnisse sind die sogar sehr teuer gewesen. Ich bin auch der Meinung, dass man Godzilla 54 nur mit dieser Tricktechnik machen konnte. Bei der Screentime die Godzilla da hat, dürfte das mit Stop Motion Jahrzehnte gedauert haben bis der fertig gewesen wäre und ich kann mir nicht vorstellen, dass das besser ausgesehen hätte. Außerdem ist Suite-Motion alles andere als eine einfache Technik. Im Internet schwirren bereits zahlreiche Artikel und Filme rum, die aufzeigen, was für eine schweißtreibende Arbeit das ist. Des weiteren sollte man nie vergessen, dass japanischen Godzillafilme in erster Linie für den japanischen Markt produziert werden. Von daher finde ich den Vergleich zwischen dem japanischen Original und der 2014er Fassung auch etwas uninteressant. Passender wäre vielleicht Godzilla 2014 vs. War of the Worlds (Spielberg) und Cloverfield (o.ä.) gewesen. Nun gut, nun zu Godzilla 1984: Also zunächst einmal ist der Film gescheitert, darüber besteht keinen Zweifel, aber es gibt immerhin ein paar interessante Ideen die auf das Spannungsverhältnis zwischen Ost und West und den kalten Krieg zurück gehen. Dabei ist interessant welche Rolle sich Japan da gibt. So wollen sowohl die USA also auch die UdSSR Japan beistehen in dem sie ihnen anbieten den Atomdino mit Nuklarwaffen unschädlich zu machen, woraufhin die Japaner die Vermutung äußern, beide Supernationen wollen Japan als Testgelände für ihre Nuklearwaffen benutzten. In diesem Film macht Godzilla auch das erste mal (russisches) Atom-U-Boot und ein AKW platt um seine Batterien wieder aufzuladen. Das Konzept, dass diese Monster sich von nuklearem Material ernähren geht also auf diesen Film zurück. Highlight des Films ist Reijiro Korokus Musik. Breite, orgelhaft orchestrierte Mollakkorde dominieren hier das Klangbild. Kein Hollywood-Niveau aber sehr stimmungsvoll. Ein Score der wirklich böse und apokalyptisch klingt. Leider sind das auch die größeren Highlights des Film, denn ansonsten ist das ganze sehr bieder in Szene gesetzt worden. Sowohl die Effektszenen als auch das ganze menschliche hin und her wirken stellenweise extrem antiquiert und hölzern. Zum Schluss wird Godzilla mit einem Zugvogelsignal in einen Vulkan gelockt, der mit Sprengstoff zum Ausbruch gebracht wird. Das sieht schön aus und Korokus Musik ist an dieser Stelle sehr schön, aber auch ein billiges Ende. Das Godzilla Kostüm wurde zwar an den 54 Godzilla angelehnt, allerdings guckt er in diesem Film immer etwas bedeppert vor sich hin und der sechs Meter große, mechanische Godzilla der für einige Effektszenen, später dann aber eher für Promo Zwecke, eingesetzt wurde sieht aus wie eine Manga Figur. Alles in allem ein Film mit guten Ansätzen, mehr aber nicht.
  13. Ja klar, warum nicht? Viele Rosenman Scores klingen in meinen Ohren z.B. nach muffiger Altherren-Moderne. Gerade bei den Streichern hört man die Samples mit denen das Klangbild fetter gemacht wurde wirklich gut raus. Ist ja durchaus ein Kind seiner Zeit und bis heute auch bei Elfman und Co Praxis. Dahinter lag also keine Wertung nur eine Feststellung.
  14. Also The Peacemaker war aber schon sehr extrem in seinem Sample-Einsatz. Teilweise wurde die Orchester-/Choraufname noch mal komplett mit Samples gedoppelt, so dass man gar nicht so recht wusste was man da eigentlich vor sich hat. Muss aber auch sagen, dass der Score mir im Vergleich zu Crimson Tide und The Rock besser gefällt. Was das alte Album für mich so unanhörbar machte war IMO der übersteuerte Sound. Der ging gar nicht.
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