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IRONCLAD - Lorne Balfe


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Label: Colosseum

Release: 01.03.2011

Trackliste

1. The Magna Carte (4:17)

2. King John Arrives (2:07)

3. God Protect Us (1:56)

4. Mobilizing (1:17)

5. We Claim This Castle (1:28)

6. The Art of Naivety (1:53)

7. The Battle Begins (6:31)

8. Marshall and Isabel (1:42)

9. Dilectio (1:34)

10. Insidiae (3:22)

11. Hunger Sets In (2:32)

12. Desparatus (2:54)

13. Ciminatio (9:24)

14. No Salvation (1:43)

15. Concursus (3:34)

16. The Final Battle (6:54)

17. Final Resolution (1:45)

18. Corvus Cantus (2:38)

Nachdem im Forum die letzten Tage einige Male über die Musik zum Film IRONCLAD gesprochen wurde, hatte ich nach längerer Zeit mal wieder Lust, mir diese Musik intensiver anzuhören.

IRONCLAD ist ein Ritterabenteuerfilm, angesiedelt im 13. Jahrhundert, in dem sich eine kleine Gruppe von Rebellen gegen King John von England auflehnt. Musikalisch hat man hier den Komponisten Lorne Balfe verpflichtet, der bis dahin hauptsächlich mit Hans Zimmer und anderen RCP-Komponisten zusammengearbeitet hat. IRONCLAD ist Balfes erste Solokomposition.

Balfe hat einen episch-orchestralen Score geschrieben, der sehr rau und düster rüberkommt. Das Hauptaugenmerk bei diesem Score liegt auf dem Einsatz von mittelalterlichen Soloinstrumenten, Percussions, dem Chor und Solovocals. Balfe verwendet zwar auch ein Orchester, jedoch wird es nicht wie z. bsp. in FIRST KNIGHT oder BRAVEHEART eingesetzt, sondern wie in den Filmen KING ARTHUR oder auch KINGDOM OF HEAVEN.

Eingeleitet wird das Album mit dem Titel Magna Carta, der durch den Einsatz von Soloinstrumenten, dem tiefsingenden Chor, Solovocals und den bedrohlich klingenden Percussions sofort diese rau-düstere Stimmung aufbaut. Am Anfang wird von den Streichern auch ein kurzes heroisches Motiv im RCP-Stil gespielt, das wahrscheinlich für die Magna Carta steht. Im 2. Teil des Tracks kommen dann Solovocals zum Einsatz, die vom Chor unterstützt werden und eine klagende Stimmung erzeugen. Das Thema, welches von den Vocals performed wird, ist das King John Thema, das auch im 2. Titel King John Arrives wieder aufgegriffen wird. Die Streicher spielen einen schnelleren Rhythmus und unterstützt von den treibenden Percusssions entsteht eine bedrohliche Stimmung. Das 2. Thema, dass sich durch den ganzen Score zieht, ist das der Rebellen. Es ist ein sehr ruhiges Thema, das hauptsächlich von Uilleann Pipes und Low Whistles gespielt wird. Von der Klangfarbe her zwar auch etwas düster, jedoch lässt dieses Thema auch Hoffnung erkennen. Es steht im Kontrast zum King John Thema. Zu hören ist das Thema in dieser Form z. bsp. in den Stücken Marshall And Isabel und Dilectio. Lorne Balfe verwendet dieses Thema jedoch auch in traurigen Momenten wie z. bsp. Hunger Sets In oder No Salvation. In diesen Stücken wird das Thema auf eine dramatische, verzweifelte Weise gespielt. Ein wirklich wunderschönes Thema hatte Lorne hier komponiert. Ein drittes Thema hat er für die Actionpassagen geschrieben, das von einem Soloinstrument (Carnyx ?) gespielt wird und mit treibenden Percussions unterlegt ist. Dieses Thema klingt vom Rhythmus her energisch und verdeutlicht für mich den Kampfeswillen. Unterstützt wird das Thema noch vom dramatisch singenden Chor. Zu hören ist dieses Thema in Stücken wie Concursus und Corvus Cantus.

Alle 3 Themen, sowie vereinzelt auftauchende Motive sind Balfe sehr gut gelungen und der Einsatz der mittelalterlichen Soloinstrumente sowie der massive Chor und Vocaleinsatz erzeugen sofort die passende Stimmung. Die Themen sind vielleicht jetzt nicht gerade originell komponiert, aber sie haben Charakter und heben sich auch von den üblich gestrickten RCP-Themen ab. Auch positiv zu erwähnen ist der echte Chor, der dadurch natürlich gleich eindringlicher wirkt.

Was leider nicht ganz so positiv ist, sind die Actionpassagen, die Balfe in typischer RCP-Tradition komponiert hat. Die typische RCP-Rhythmik, die typischen RCP-Streicherläufe sowie der Einsatz von digitalen Instrumenten, um dem ganzen mehr Fülle und Epik zu verleihen. Er überlagert das Alles zwar mit dem guten Thema, den Soloinstrumenten und dem Chor, aber übertünchen kann das die Simplizität der Musik nicht. Wahrscheinlich lernt man dieses Actionszenen-Vertonungsmuster in der ersten Woche bei RCP. Weil das haben sie irgendwie alle drauf. Ein weiterer, kleiner Negativpunkt ist auch der Chor- und Vocaleinsatz. Damit hat Lorne etwas übertrieben. Man hat das Gefühl, beides kommt in jedem Titel vor. Es trägt zwar sehr zur Atmosphäre bei, aber an einigen Stellen ist es zuviel. Dasselbe Gefühl hatte ich auch damals im Kino bei Kingdom Of Heaven. Irgendwie war das ein Gesinge am laufenden Band.

Trotz der genannten Schwächen ist Lorne Balfe ein recht guter Erstlingsscore gelungen, der durch seine Themen, den mittelalterlichen Soloinstrumenten und dem echten Chor sehr eigenständig wirkt und sich, außer in den Actionpassagen, vom RCP-Sound löst.

Für mich eine erste positive Überraschung dieses Jahres.

7,5/10 Punkten

Wer Lust hat, kann sich beim Lesen folgende Suite dazu anhören.

[ame=http://www.youtube.com/watch?v=WQUR3EsO16A]YouTube - ‪Suite From IRONCLAD‬‏[/ame]

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