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Lady In The Water - James Newton Howard


Büli
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Lady In The Water - James Newton Howard

Veröffentlichung: 1. September 2006

Label: Decca (Universal)

Spieldauer: 60 Minuten

1. Prologue

2. Party

3. Charades

4. Ripples in the Pool

5. Blue World

6. Giving the Kii

7. Walkie Talkie

8. Cereal Boxes

9. Officer Jimbo

10. Healing

11. Great Eatlon

12. End Titles

13. Times They Are A-Changin'

14. Every Grain of Sand

15. It Ain't Me Babe

16. Maggie's Farm

JNH´s "Lady In The Water" ist der seit neustem Vorletzte Streich dieser doch sehr fruchtbaren Arbeit mit M. Night Shymalan. Mag man über die Filme denken was man will, die musikalischen Arbeiten die dabei entstehen waren bisher immer erfrischend und eigenwillig ("The Happening" ausgenommen, den kenne ich noch nicht). Wie ich schon bei "The Sixth Sense" erwähnt habe, hat JNH einen Shymalan Sound entwickelt der doch sehr prägnant und wiedererkennbar ist. Das liegt hauptsächlich imo an diesen sanften Klavierpassagen und der brüchig zu sein scheinenden Grundkonzeption die man immer wieder heraushört. Manche meinen es liegt auch daran das Howard bei Shymalan mehr kreative Freiheiten besitzt. Aber das kann ich jetzt nicht beurteilen. "Lady In The Water" ist auf seine Art wieder anders, und doch auch klar eine Shymalan´sche Vertonungsmusik. Es gibt diese sanften träumerischen Klavierpassagen ebenso wie die unverkennbaren Höhepunktsmomente die dem Vorgänger "Signs" nicht unähnlich sind. Andererseits sind auch Passagen dabei die man leicht mit Phillip Glass verwechseln könnte. Diese Minimalismen die stark repetetiven Charakter haben sind zum einen neu, aber dafür teilweise auch ermüdend, einem Glass eben nicht unähnlich:)! Dafür gibts dann auch wieder furioses wie im Finale + Chor was einem wiederum die Schuhe auszieht.

Der erste Track "Prologue" führt im Grunde das ein was man als den späteren Höhepunkt bezeichnen kann. Hier jedoch in eher zurückhaltenderer Form. Sanfte Chöre leiten ein und werden dann von Flöten und Harfen abgelöst, welche die verträumte und mystische Welt die im Film vorkommt, thematisieren. Und dann setzt das Klavier ein das mit wenigen Klängen den typischen mystifizierenden Charakter eines jeden Shymalan´s untermalen. Das ist simpel aber auch sehr effektiv. Diese Klänge wechseln dann in ein 3-Noten-Motiv welches "Signs" Ähnlichkeiten aufweist. Im Grunde schon ein kleiner Höhepunkt der Komposition in die man sich direkt verliebt, naja zumindest ich:D.

"Party" schwenkt dann um 180 Grad und die oben erwähnten Glassminimalismen werden schon leicht angedeutet und klingen zunächst auch sehr interessant. Jedoch ist man schon etwas verwundert, da der Umschwung von "Prologue" zu "Party" einem seltsam vorkommt. Diese beiden verschiedenen Stile stehen zunächst isoliert nebeneinander.

Der in "Party" angedeutete Stil wird nun Konsequenterweise auch weiterentwickelt. D. h. im Grunde Glass-Light. Jedoch muss ich sagen wirkt das ganze auf mich leicht anstrengend. Sicherlich im Film ganz gut, aber auf Cd mir etwas zu eintönig. Wie in Track Numer 3 "Charades"!

Ein sehr schöner Track und leider viel zu kurz: Track 4 "Ripples In The Pool" Hier wird ein zweites "Thema" das auch in den End Titles vorkommt vorgestellt. Leider leider nur viel viel viel zu kurz. Wieso JNH das Potential dieses Themas nicht erkannt hat ist mir schleierhaft. Ein kleines Geigenthema von wunderschönem Klang.

"Blue World" ist die zweite Vorbereitung auf das Finale. Rein dramturgisch gesehen hat man da gut aufgepasst und sich Gedanken gemacht was die CD angeht. In "Giving The Kii" wird eine veränderte Version von "Prologue" gespielt. Die düsterer ausfällt und mit einer seltsamen Stimme aufwartet. Hier kann man gut den Wassercharakter in der Musik heraushören, und wenn mich nicht alles täuscht findet die Szene da auch gerade unter Wasser statt!

"Walkie Talkie" ist einer der wenigen Tracks die eigentlich nur etwas Underscoring bieten und zum Schluß etwas laut werden. Eine glücklicherweise seltene Ausnahme auf dieser CD. "Walkie Talkie" und "Officer Jimbo" sind dann wiederum eine weiterführung des sanfteren Shymalan Klanges. Und spätestens da wird deutlich das die beiden Stile nicht wirklich verschmolzen wurden. So steht das Klangkonzept etwas unschlüssig da und macht die ganze Sache leider nicht sehr rund.

Ab "Healing" geht dann der musikalische Showdown los. Und da besinnt sich JNH seiner Stärken die hier ganz klar im dramatischen Großorchestralen liegen. Der seltsame Minimalismus zwischendurch wird fallengelassen, was sich hier sehr positiv auswirkt. "Healing" ist da sozusagen der sanfte Einstieg in den Showdown mit den typischen Klavierklängen, dieser Track geht dann fließend über in den eigentlichen Höhepunkt mit "Great Eatlon". Und was JNH da wieder anstellt ist wirklich wiedereinmal ausergewöhnlich gut. Zunächst mal wird "Blue World" mit "Prologue" verquickt und was dabei rauskommt ist ein furioses Streicherfinale mit einsetzendem Chor der anschwillt um dann sich zu entladen. Sowas nenne ich einen musikalisch durchstrukturierten Orgasmus! Hier zeigt der Mann das er tatsächlich kann was nur wenige können und er früher ständig brachte. Hier wird das filmische Konzept auch klar aufgegriffen. Und die angedeutete Fantasywelt kommt endlich auch musikalisch zur Entfaltung. Ganz Groß!!!

Und dann die End Titles mit wunderschönem Streicherthema welches eben leider zu kurz ist, und ärgerlicherweise auch schnell in einen Popsong übergeht. Diese 1.45 muss man geniessen.

Die erwähnten Songs sind eigentlich ganz gut, Jedoch ärgert man sich über die Verhunzung der End Titles so sehr das es nervt!

Also: Alles in allem eine sehr gute Musik, die leider erst spät entscheidet was sie sein will. Das Vertonungskonzept fällt mir zu sehr auseinander als das es ein musikalisches Meisterwerk sein könnte. ABER das was gelungen ist, ist wirklich sehr gelungen imo! Und das Finale tröstet über manch verpasste Chance hinweg und ist für sich allein schon ein Kaufgrund, also wer die Musik nicht hat sollte nicht länger warten...

Bewertung 8 von 10

Hier JNH kurz über die Musik und beim vertonen:

[ame=http://www.youtube.com/watch?v=h775bY8KhTY]YouTube - James Newton Howard - Lady in the Water[/ame]

Und hier das großartige Finale:

[nomedia=http://www.youtube.com/watch?v=jFqCuFW9W30]YouTube - Broadcast Yourself.[/nomedia]

Der Prolog:

[nomedia=http://www.youtube.com/watch?v=2oyWbdnSDG0]YouTube - Broadcast Yourself.[/nomedia]

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  • 2 Monate später...

Die letzten paar Minuten des Films fand ich ungeheuer dicht und fesselnd - was neben dem Finale der Story, und der damit einhergehenden Bilderflut, nicht zuletzt natürlich der Musik zu verdanken war. Anders ausgedrückt würde ich sagen, dass ich wohl für einige Zeit das Wasser in den Augen hatte und nebenher noch ziemlich Gänsehaut. Das war einer dieser Filme, bei dem der Abspann läuft, man wortlos dasitzt, eine gewisse schaurig-schöne Leere empfindet und man gar nicht loslassen möchte...

...Und ich vermute das war auch der Grund warum James Newton dem Thema aus "Ripples in the Pool", welches dort ganz kurz von Klarinette angedeutet wurde, im "End Titles" die Zeit zusprach, die es wahrlich verdiente - das war musikdramaturgisch beabsichtigt und funktionierte nach dem furios-aufreibenden Ende der Story perfekt. Denn die Stimmung des Finales wurde noch eine kleine Weile beibehalten und bot somit die Möglichkeit sich von den Charakteren symbolisch zu verabschieden - wenngleich diese 1 Minute und 40 Sekunden viel zu schnell vergehen. ...Von diesem Thema hätte ich sicherlich sehr gern eine "10minütige" Suite gehört, die während des gesamten Abspanns gelaufen wäre.

Deine 8/10 gehen sicherlich voll in Ordnung, wobei ich schon allein dem Orchester für die virtuose Umsetzung die 10 geben würde - und das ist ja bekanntlich lediglich ein Teil der gesamten Produktion. ;) Selbst allein das eben angesprochene feine, melancholische Thema aus "Ripples in the Pool", das im "End Titles" zu einem würdigen Ganzen ausgearbeitet wurde, ist für mich die volle Punktzahl wert, da ich so etwas als Geniestreich empfinde. :)

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Hmm, zu "Snow falling on Cedars" habe ich bislang keinen Bezug gefunden. Habe den Film aber auch nicht gesehen; vielleicht macht das einen Unterschied. Büli, was ich zu Deinen Punkten schrieb war aber ohnehin kein Angriff auf Deine Bewertung, sicher nicht! Eher hätte ich Zweifel an meiner 10. :)

Ich sehe das so: Gäbe ich hier eine 9, müsste ich vielleicht auch sagen können was besser zu machen wäre, oder was ich abschreckend fand und somit zu einer Abwertung führte. Bei einem Track wie dem "End Titles" kann ich jedoch nicht behaupten es ginge besser und abgeschreckt hat mich an Lady In The Water auch nichts. ;)

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Kein Problem ich hab das ja nicht als Angriff gesehen. Aber ich seh das so das wenn JEDER Track ausnahmslos gut ist und jeder einzelne Track dann auch zu einem Gesamtkonzept sich einfügt, dann bin ich vielleicht mal so weit zu sagen hey das ist ein geniales Meisterwerk. Aber selbst die Worte genial und Meisterwerk versuche ich zu vermeiden, weil superlative imo zu schnell für vieles benutzt werden.

Wenn der letzte Track bei Lady in the Water mehr eingearbeitet worden wäre hätte ich das auch sofort begrüsst. Besonders weil er durchaus ausbaufähig gewesen wäre.

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Meine 10 bedeutet auch nicht "genial" oder "Meisterwerk". Genial in Form von unglaublich authentisch ist beispielsweise was John Williams in einigen Scores vollbracht hat (Star Wars Main Theme, Imperial March oder Superman Main Theme, um drei Beispiele zu nennen), ungeachtet seiner ohnehin stets vorhandenen handwerklichen Oberklasse.

Wobei ich jedoch nicht behaupten kann, dass mich der End Titles (was für ein komischer Name für den Track!) aus Lady in the Water weniger berühren würde, eher sogar im Gegenteil - er berührt mich auf eine andere, naive Weise, fast wie bei einem "Wiegenlied". Es ist ganz offensichtlich, dass der End Titles nicht die allergrößte kompositorische Güte (lies: Authenzität) aufweist, auch wenn er handwerklich natürlich punktgenau umgesetzt ist.

Wenn der letzte Track bei Lady in the Water mehr eingearbeitet worden wäre hätte ich das auch sofort begrüsst. Besonders weil er durchaus ausbaufähig gewesen wäre.

Ja, ich verstehe Dich. Aber wie gesagt, ich vermute James Newton hat dieses besondere Stück in voller Absicht in den Abspann gepackt, und es entfaltet doch dort auch seine volle Schönheit, was es inmitten einer Filmszene vielleicht nicht geschafft hätte. Leider werden wir es nie erfahren ob es wirklich Howards Intention war das so zu machen. ;)

Aber wollen wir uns daran nicht festbeißen, es gibt noch so viel gute Musik zu entdecken. :( War jedenfalls ein schönes Review, und ich werde auch die anderen von Dir mit Interesse lesen. :)

Bearbeitet von mixolydian
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