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In 2006 war Trevor Rabin äußerst gefragt. Für ganze 5 Filme sollte er die Musik schreiben. Gut, für den ersten Film war die Musik schon Ende 2005 fertig, und zwar die Disney/Bruckheimer Produktion Glory Road. Rabins dritter Sportfilm in dem es wie bei Coach Carter um Basketball, aber auch wie bei Remember the Titans um Rassismus geht.

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Im Film geht es um das College Basketball Team Texas Western Miners, der ersten gemischtrassigen Mannschaft der USA. Rabin geht musikalisch hier den überwiegend orchestralen Weg. Für das Setting El Paso, Texas hat Rabin wieder seine Gitarren ausgepackt und für das Team aus weißen und (überwiegend) schwarzen Spielern bzw. den Dramaaspekt gibt es Solo Vocals von Alicia Keys und einen Gospel Chor. Durchaus etwas klischeehaft, aber ich finde es dennoch recht passend und sehr ansprechend umgesetzt.

Trevor hat 3 Hauptthemen komponiert, sowie etliche kleinere Motive. Die 3 Hauptthemen sind vielfältig arrangiert. Das eine Thema (Glory Road Thema) wird fast ausschließlich vom Orchester gespielt und kommt in ruhigen Momenten wie auch beim entscheidenden Korbwurf in voller heroischer Pracht vor. Das 2. Thema wird von Alicia Keys sowie dem Orchester performed (das Thema für das Team) und das 3. Thema vom Gospel Chor und Akustik Gitarren (für Coach Haskins). Alle 3 Themen werden für verschiedene Stimmungen im Film verwendet.

Hier mal das Team Thema, welches im Film von Alicia Keys performed wird und oft in gefühlvollen Momenten vorkommt. In diesem Fall wird es jedoch von einem Studiosänger performed.

Im folgenden Stück kombiniert Rabin das Team Thema mit dem Haskins Thema, gespielt von Gitarre und Klavier.

Die Spielszenen sind ebenfalls überwiegend orchestral gehalten, kombiniert mit etwas E-Gitarren und einem Schlagwerk Rhythmus, der wohl an Basketball Dribbeln erinnern soll. Trevor hat auch in diese Passagen einige kleinere Motive eingebaut. Oft sind es auch nur wenige Noten des Haskins oder Team Themas. Wenns dramatisch wird kommen auch Alicia Keys' Vocals zum Tragen.

Im Finale kommt dann auch der Gospel Chor vor und es sind alle 3 Hauptthemen zu hören, wobei das Glory Road Thema hier von Alicia Keys, dem Orchester sowie dem Chor performed wird. Alle 3 Themen in einer triumphierenden Version.

Auf dem offiziellen Soundtrack findet sich leider nur eine 4 minütige Score Suite, die jedoch alle 3 Themen beinhaltet. Der Rest besteht aus Oldies, von denen 2 Songs von Alicia Keys gesungen werden. Einen Song davon hat Rabin zusammen mit Keys produziert. Ein Score Album wäre definitiv wünschenswert gewesen, denn ich finde die Musik sehr hörenswert. Vielleicht ja irgendwann nochmal.

Der 2. Film in 2006 ist der Tierkatastrophen Actionfilm Snakes On A Plane.

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Snakes On A Plane ist eine Filmmusik, die mir erst nach mehrmaligem Hören sehr ans Herz gewachsen ist. Zunächst einmal hat die Musik kein großes eingängiges Hauptthema, sondern verwendet überwiegend Motive.

Eins dieser Motive ist ein kurzes prägnantes Gitarren Motiv, zu hören in folgendem Stück. Es ist das Motiv für Samuel L. Jacksons Figur und auch für die Figur, die er beschützen soll.

Für die Schlangen selbst hat Trevor eine Art Orchester Sound Desgin Motiv komponiert, welches immer zu hören ist, wenn das Geschehen aus der Sicht der Schlangen gezeigt wird. Ich finde das Motiv passt ausgezeichnet zur Visualisierung der Schlangensicht.

Die Actionpassagen sind auch überwiegend orchestral gehalten mit etwas Elektronik und manchmal auch mit E-Gitarre gemixt. Wenn die Schlangen angreifen gibt es ein Streichermotiv, welches leichte Ähnlichkeiten mit dem weißen Hai hat. Zudem gibt es auch noch ein allgemeines "Actionmotiv". Ich finde die Actionpassagen äußerst gelungen.

Rabin hat für die emotionalen Momente jedoch auch ein typisches prägnantes RabinThema komponiert, welches jedoch nur 2-3 mal vorkommt und eigentlich nur am ende in seiner voller Pracht zu hören ist. Im folgenden Stück ist es gleich zu Anfang in einer eher traurigen Weise zu hören.

Und hier das Stück aus dem Finale, welches das Album auch schön abrundet. Man hört das leicht heroische Thema sowie das Motiv für Samuel L. Jackson und das Schlangen Motiv am Ende.

Insgesamt eine sehr unterhaltsame Musik von Rabin und ich bin froh, dass sie doch noch veröffentlicht wurde. Hatte ja einige Zeit gedauert.

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vor 27 Minuten schrieb TheRealNeo:

Weiß man denn nun schon irgendwas, ob es was Neues von ihm geben wird dieses Jahr?

leider nicht. man weiß eigentlich gar nicht, was er im moment so treibt. er wollte wohl noch an einem neuen solo album arbeiten und danach wieder zurück zum film gehen. das jahr ist noch lang. vielleicht kommt ja noch was.

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vor 49 Minuten schrieb Lars Potreck:

Trevor hat jetzt seinen eigenen Online Store, in dem man hauptsächlich seine Rockalben, aber auch einige Score Promo Alben sowie einige Soundtracks mit Autogramm bestellen kann.

https://www.musicglue.com/trevor-rabin/shop

Was Neues/Expandiertes wäre mir da lieber. :)

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vor 3 Minuten schrieb TheRealNeo:

Was Neues/Expandiertes wäre mir da lieber. :)

da werden wir wohl auf Intrada (das meiste sind ja disney scores) und LLL warten müssen. bei Varese könnte höchsten irgendwann mal Deep Blue Sea rauskommen. wäre der einzige score, bei dem ich mir vorstellen könnte, dass Varese den expandieren würde.

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vor 3 Stunden schrieb badbu:

ja das stimmt, aber der complete hat es schon in sich 🙂 

mal zwei Beispiele:

 

 

 

Kill Big Shark scheint die Originalversion zu sein. Die Filmversion greift auf die heroische Passage aus Anarchy zurück, als der Koch mit letzter Kraft die Harpune abschießt. Die Originalversion ist gut, passender ist aber tatsächlich die Filmversersion, zumal diese Passage in der Anarchy Szene wegen der Soundeffekte im Film total untergeht. 

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Dann wollen wir mal mit Trevors Filmmusiken weitermachen. Der dritte Film in 2006 hatte auch wieder etwas mit Sport zu tun. Trevor vertonte mit Gridiron Gang ein weiteres Sportdrama, bei dem jedoch nicht nur der Sportaspekt im Mittelpunkt stand.

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Dwayne Johnson spielt einen Bewährungshelfer, der mit jungendlichen Schwerverbrechern einer Jungendhaftanstalt ein Highschool Football Team aufbauen will. Ich denke der Aspekt der jungendlichen Schwerverbrecher hat Trevor dazu bewogen, ein weiteres Sportdrama zu vertonen. Man hört es auch an der Musik, dass er den Film etwas anders angegangen ist als die vorherigen Sportdramen. Ein Orchester wurde diesmal wohl nicht verwendet, zumindest wird keins erwähnt, ebensowenig ein Dirigent. Doch trotz der Orchestersamples hört sich die Musik vom Klangbild sehr ordentlich an, auch wenn einige wenige Billig Synthmomente wieder hervorstechen.

Das Hauptthema ist wieder eine leicht heroische Melodie, diesmal jedoch von der ganz simplen Sorte. So wirklich überzeugend klingt das nicht. Leider sorgt dieses Thema auch an einigen Stellen für billig klingende Momente.

In ruhigen Momenten hört es sich jedoch auch ganz nett an. Es ist aber auch wieder ein sehr eingängiges typisches Rabin Thema.

Die Musik hat generell recht viele ruhige melodische Momente zu bieten, in denen auch ein weiteres Thema zum tragen kommt, welches eher für emotionale Momente einzelner Figuren steht anstatt das ganze Team repräsentiert. Ein einfaches aber effektives schön klingendes Thema. Nicht zu kitschig und dramatisch.

 

Die Musik enthält aber auch flotte rhythmische Momente für die Spielszenen sowie etwas düstere Passagen für die dramatischen Aspekte der jungendlichen Schwerverbrecher. Die Musik für die Spielszenen finde ich gut gelungen. Schön rhythmisch motivisch im typischen Rabin Style. Vielleicht im Film etwas sehr mit der Emotionskeule präsentiert.

 

 

Die dramatischen Momente sind eher düster tragend und weniger melodisch.

 

Als ich das Album zum ersten Mal hörte (Blindkauf) war ich zunächst sehr enttäuscht. Kein wirklich prägnantes Hauptthema wie in RTT, CC oder GR. An vielen Stellen klang es zunächst sehr plakativ und vorhersehbar, von Billigmomenten ganz zu schweigen. Im Laufe der Zeit fand ich aber mehr gefallen an dem Album. Die ruhigen Momente find ich sehr schön melodisch und gefühlvoll, die Musikpassagen der Spielszenen haben mit ihren Motiven die schöne typische Rabin Rhythmik und wenn das Hauptthema nicht gerade vom Synthorchester gespielt wird, finde ich auch dieses recht ansprechend. Aber immerhin ein Rabin Sportfilmscore, der auf dem Album mal ausreichend repräsentiert ist. Von allen Rabin Sportfilm Musiken jedoch die schwächste.

 

Auf Gridiron Gang folgte Flyboys. Nach The Great Raid ein weiteres historisches Kriegsdrama, diesmal angesiedelt im 1. Weltkrieg und zusätzlich mit einer Liebesgeschichte versehen.

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Wie schon The Great Raid ist Flyboys ein rein orchestraler Score mit vielen schönen Themen, Chor und auch Soloinstrumentenpassagen. Rabin orientiert sich mit seiner Musik wieder etwas an John Williams und wohl diesmal auch an James Horner. Deren Klasse erreicht aber er wahrscheinlich nicht, was jetzt aber auch nicht schlimm ist.

Der Main Title beginnt mit einer Art Fanfare, gespielt von der Penny Whistle. Erinnert leicht an James Horners Glory. Das Thema wird über die ganzen 5:30 Min. schön variiert.

Im zweiten Track Training Montage werden neben der Fanfare (diesmal von der Trompete gespielt) ganze 3 weitere Themen vorgestellt. Ein spritziger Marsch klingt ähnlich einem Thema aus John Williams' The Patriot. Rabins Version gefällt mir aber auch sehr. Das zweite Thema ist dann ein typisches heroisches Rabin Thema für die Figur Rawlings, welches gleichzeitig das Hauptthema ist. Als drittes Thema wird das Thema für das Fliegerass Cassidy vorgestellt, jedoch nur etwas angedeutet. Dieses Thema klingt sehr erhaben und ehrvoll. Für mich mit das schönste Thema im Score.

Hier ein Stück, in dem das Cassidy Thema voll ausgespielt wird sowie das heroische Hauptthema. Das schöne an dem Stück ist, dass es nicht zu melodramatisch ist.

Als fünftes Thema gibt es dann das Liebesthema bzw. für die Figur Luciane, welches sehr gefühlvoll und romantisch ist. Rabin kombiniert oft die Themen von Rawlings und Luciane auf eine eher liebliche Art. Klingt wirklich sehr schön, aber vielleicht auch etwas kitschig.

Und natürlich gibt es in dem Film auch Fliegeraction und die hat Rabin sehr ordentlich vertont. Schöne thematische Orchesteraction, ohne großartig in Bombast auszuarten. Schön mit Choreinsatz für das Dramatische. Mir gefällt auch wie Rabin hier die Themen verarbeitet und kombiniert.

 

Insgesamt ist Rabin hier ein toller thematischer Orchesterscore gelungen, der sehr abwechslungsreich ist und alle emotionalen Facetten bedient. In der Liebsgeschichte vielleicht etwas zu kitschig, aber dennoch sehr hörenswert. Leider ist das Varese Album in der Actionmusik recht dünn und dumpf geraten. Da ist der Complete Score klanglich eindeutig besser. Insgesamt ist das Varese Album aber eine runde Sache und präsentiert den Score sehr gut.

 

Der letzte Film in 2006 war der Coast Guard Action-Abenteuerfilm The Guardian.

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Der Score ist überwiegend orchestral gehalten mit einigen Gitarrenpassagen und Solovocals von Liz Constantine unterstützt von Backroundvocals von Rabin. Trevor hat für The Guardian 3 zentrale Themen geschrieben. Eins für Costners Figur, eins für die See und eins für Kutschers Figur. Daneben gibt es noch einige Nebenthemen/Motive.

Das Costner Thema ist leicht pathetisch/heroisch. Ein ehrwürdiges Thema für die Coast Guard. Das See Thema, welches aber erst durch Constantines Vocals prägnant wird, ist sehr dramatisch und erhaben. Vielleicht etwas kliescheehaft, Vocals für die See zu nehmen. Schön klingt es aber.  Kutschers Thema hat einen flotten, leicht westernhaften Touch durch die Gitarre. Ein Rabin Thema durch und durch, aber ein richtig cooles wie ich finde. Auf dem offiziellen Album findet sich nur eine über 7-minütige Suite, die den Score aber wirklich gut repräsentiert.

Die Suite beginnt mit dem See Thema, geht dann in Kutschers Thema über und endet mit Costners Thema. Die Themen hab ich jetzt mal nach meinem Empfinden zugeordnet.

Für den Film hat Trevor zusammen mit Bryan Adams und Eliot Kennedy den Titelsong Never Let Go geschrieben, der Trevors See und Kutscher thema verwendet. Meiner Meinung nach ein schöner Song. Hier die Originalversion von Rabin, die gitarrenlastiger und rockiger ist und neben Constantines Vocals mehr Backroundvocals von Trevor enthält.

Und hier die finale Version, die mir auch am besten gefällt.

 

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Hier ein aktuelles Interview mit Rabin, jedoch in Japanisch.

http://www.museonmuse.jp/?p=10795

Der Part bezüglich zukünftige Projekte lautet grob übersetzt so:

Zitat

MM: Bitte erzählen Sie uns von Ihren Zukunftsplänen. Was wird mit den Aktivitäten als "YES MIT JON ANDERSON, TREVOR RABIN, RICK WAKEMAN" geschehen?
TR: Im Moment konzentriere ich mich darauf, neue Alben zu machen. Der Inhalt ist wie "Can't Look Away" und er gießt Blut, Schweiß und Tränen. Im Moment sind wir in der Phase, in der wir 60% des Albums haben. Natürlich mache ich auch Musik für Filme. Die YES- und ARW-Aktivitäten sind wahrscheinlich beendet. Der Höhepunkt der Reunion Tour ist wahrscheinlich Rick Wakeman. Ich habe versprochen, wieder mit Rick zu arbeiten. Es war großartig, von 2016 bis 2018 mit ihm auf unserer ARW-Tour zu spielen und Zeit zu verbringen. Ich bleibe immer noch in Kontakt. Während der YES- und ARW-Touren haben die Fans bei allen Auftritten eine tolle Atmosphäre geschaffen. Ich werde diese liebevolle Tour nie vergessen.

Also wird wohl hoffentlich auch bald wieder Filmmusik von ihm kommen.

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Hier gibt es ein neues Audio Interview mit Trevor.

https://biffbampop.com/2020/07/02/trevorrabininterview/

Es geht nur ganz kurz am Anfang um Filmmusik. Trevor wird sich verstärkt der Filmmusik erst wieder widmen, wenn sein Solo Album fertig ist. Kurz vor dem Lockdown in LA bat Renny Harlin ihn aber, seinen neuen Film zu vertonen und Trevor hat erfreulicherweise Ja gesagt. Die Arbeiten daran hat er kürzlich beendet. Laut IMDB würde ich sagen, dass es um den Pierce Brosnan Actionfilm The Misfits geht, auch wenn dort aktuell noch ein anderer Komponist gelistet ist. Aber man wird sehen.

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