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Geschrieben
vor 9 Stunden schrieb Stese:

Der Film ist wegen seiner linken Propaganda bisher gnadenlos gefloppt. Bei 130 Millionen Dollar Budget (ohne die 120 Millionen Werbemaßnahmen) und 20 Millionen Gage für DiCaprio hat er bisher 49 Millionen Dollar eingespielt.

Woher hast du die 49 Millionen? Gemäss Boxofficemojo sind es bisher 61mio in den USA und 101mio International.

https://www.boxofficemojo.com/release/rl1784184833/

Geschrieben
Am 21.10.2025 um 13:05 schrieb Stese:

Der Film ist wegen seiner linken Propaganda bisher gnadenlos gefloppt. 

Propaganda? Der Film nutzt halt einen Mikrokosmos linker Revolutionäre als Background. Besonders gut kommen die aber auch nicht weg. Egoistisch, bekifft, verlassen ihre Kinder...

  • Like 1
Geschrieben

Sehr schönes Piano Cover des Hauptthemas (Track 1, "One Battle After Another") mit Noten. Tatsächlich - darauf weist der YouTuber hin - bestehen harmonische Ähnlichkeiten zu Arvo Pärts "Fratres", die ja auch in Andersons THERE WILL BE BLOOD verwendet wurden. 

  • Like 1
  • 3 Monate später...
  • 1 Monat später...
Geschrieben

Ich habe mir den Film heute angeschaut. War nicht so mein Fall. Viel zu lang und erzählerisch für mich völlig unausgegoren. Ich habe mich die ganze Zeit gefragt...was will der Film mir erzählen? Was wollen die Figuren von mir? Das Problem liegt für mich auch mit am Score, dass der Film weder Fisch noch Fleisch ist. Ich fand den musikalisch richtig cool. Auch das Geklimper hat mich nicht genervt. Das Problem ist, dass er weder den Film stört noch über die meiste Zeit bereichert. Er ist da. Er hört sich cool an und er zieht oft die Aufmerksamkeit auf sich. Und während ich dem Score so lauschte und dachte, hört sich cool an, fragte ich mich sehr oft...warum ist der Score in der Szene jetzt so wie er ist? Eine Funktion war in vielen Szenen für mich nicht erkennbar. Was dann zusätzlich dazu führte, dass ich mich fragte....was will man hier erreichen? Was will man hier erzählen?

Erstaunlich ist dann die Schlussszene mit dem Brief, die für mich musikalisch auch die schönste und effektivste ist. Hier verwendet Greenwood "konventionelle" Filmmusik, die der Szene emotional auch tatsächlich was gibt. Nicht nur in der Inszenierung, sondern auch in dem was dort gesagt wird. Ganz "klassisch" filmmusikalisch vertont. Warum in dieser Szene diese Art der Vertonung und in etlichen anderen Szenen dann die "unkonventionelle" Vertonung? Ich hab da so ein bisschen den Eindruck, dass es rein um der "Andersartigkeit" willen ist.

Nach Sichtung des Films kann ich verstehen, weshalb man zumindest diesem Score nicht den Oscar gegeben hat. Die Musik macht im Film überwiegend nichts, außer die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen und interessant zu klingen. Den Film hat sie aber über weite Strecken für mich nicht bereichert.

Geschrieben

Ich finde dieses Pochen auf die Funktionalität zwar befremdlich (weißt du ja), aber die lange Flucht-Sequenz in Baktan Cross wird vom treibenden Greenwood-Stück ("Ocean Waves" in der Langfassung) doch unglaublich aufgepeitscht; das Stück vermittelt die Paranoia und gehetzte Panik der DiCaprio-Figur perfekt, und ist damit auch weitgehend "funktional" deutbar. Auch der "Sisters of the Brave Beaver"-Track beim DNA-Test: das ist oktatonische Spannungsmusik, und damit durchaus funktional, siehe die lange Tradition oktatonischer Action- und Suspense-Filmmusik im jüngeren Hollywood-Kino (PREDATOR, THE RELIC, STARSHIP TROOPERS...). 

Aber wie gesagt: statt von "Funktionalität" würde ich eher von "Dimensionierung" sprechen. Das macht gute Filmmusik aus: sie gibt dem Film eine zusätzliche, ästhetische und/oder emotionale Dimension, die dem Film nicht dient, sondern ihm etwas hinzufügt, was er ohne die Musik nicht hätte. 

Ästhetisch: der Greenwood-Sound ist unglaublich charakteristisch und distinkt, vor allem durch die modalen Harmonien, die Art und Weise, wie Greenwood einzelne Dur-Akkorde setzt, oder die prägnante kammermusikalische Instrumentierung. Greenwood verleiht dem Film - wie allen Anderson-Filmen - einen wiedererkennbaren auditiven Stil. 

Emotional: die drängende Schmerzlichkeit, die den Kern des Scores - das "Baby Charlene"-Thema - ausmacht. Das ist das Thema für die väterliche Liebe zur Tochter und vertont fast alle wichtigen emotionalen Szenen des Films. Was wäre die ganze Jagd am Ende ohne das Baby-Charlene-Thema? Alles Emotionale im Film kreist um diese thematische Idee, die sich verzweifelt durch Moll-Akkorde wühlt, und dabei immer wieder kurz (!) einen warmen Dur-Akkord erreicht, so als ob DiCaprio seine Tochter für einen flüchtigen Moment zu fassen bekäme (Track 4: 0:23, 0:50, 1:16, usw.). Das ist so unfassbar traurig und emotional, dass es mir selbst nach der vierten Sichtung immer wieder die Tränen in die Augen treibt, wenn das Thema im Mittelpunkt steht.

Der Film ist schließlich auch ein Familienfilm - das scheinen viele misszuverstehen. Die politische Dimension ist nur der Background, vor dem die Geschichte spielt, und entsprechend "satirisch" vertont Greenwood die (post-)revolutionären Wirren. Heißt: die atonalen Klavierpassagen, die Spielereien, die zahlreichen musikalischen Irritationsmomente als Ausdruck des Chaos, in dem sich die Vater-Tochter-Beziehung bewähren muss. Das hat schon Konzept, und ist nicht nur um seiner selbst Willen "ungewöhnlich". :) 

vor 1 Stunde schrieb Lars Potreck:

Erstaunlich ist dann die Schlussszene mit dem Brief, die für mich musikalisch auch die schönste und effektivste ist. Hier verwendet Greenwood "konventionelle" Filmmusik, die der Szene emotional auch tatsächlich was gibt. Nicht nur in der Inszenierung, sondern auch in dem was dort gesagt wird. Ganz "klassisch" filmmusikalisch vertont. Warum in dieser Szene diese Art der Vertonung und in etlichen anderen Szenen dann die "unkonventionelle" Vertonung? Ich hab da so ein bisschen den Eindruck, dass es rein um der "Andersartigkeit" willen ist.

Das Stück ist nicht von Greenwood, sondern von Jon Brion ("Global Bully", ein Library Track, den Brion von einem früheren Filmmusikprojekt übrig hatte und nie verwendet hat). 

Tatsächlich frage ich mich, wieso Anderson nicht einfach bei Greenwood ein Stück in diesem Gestus in Auftrag gegeben hat. Stilistisch fällt das Brion-Stück aus dem Rahmen, es bricht mit dem Greenwood-Sound. Aber macht ja auch irgendwie Sinn nach der Aussöhnung und der emotionalen Rekonstruktion der Familie. 

Geschrieben
vor 8 Stunden schrieb Sebastian Schwittay:

Ich finde dieses Pochen auf die Funktionalität zwar befremdlich (weißt du ja), aber die lange Flucht-Sequenz in Baktan Cross wird vom treibenden Greenwood-Stück ("Ocean Waves" in der Langfassung) doch unglaublich aufgepeitscht; das Stück vermittelt die Paranoia und gehetzte Panik der DiCaprio-Figur perfekt, und ist damit auch weitgehend "funktional" deutbar. Auch der "Sisters of the Brave Beaver"-Track beim DNA-Test: das ist oktatonische Spannungsmusik, und damit durchaus funktional, siehe die lange Tradition oktatonischer Action- und Suspense-Filmmusik im jüngeren Hollywood-Kino (PREDATOR, THE RELIC, STARSHIP TROOPERS...). 

Aber wie gesagt: statt von "Funktionalität" würde ich eher von "Dimensionierung" sprechen. Das macht gute Filmmusik aus: sie gibt dem Film eine zusätzliche, ästhetische und/oder emotionale Dimension, die dem Film nicht dient, sondern ihm etwas hinzufügt, was er ohne die Musik nicht hätte. 

Ästhetisch: der Greenwood-Sound ist unglaublich charakteristisch und distinkt, vor allem durch die modalen Harmonien, die Art und Weise, wie Greenwood einzelne Dur-Akkorde setzt, oder die prägnante kammermusikalische Instrumentierung. Greenwood verleiht dem Film - wie allen Anderson-Filmen - einen wiedererkennbaren auditiven Stil. 

Emotional: die drängende Schmerzlichkeit, die den Kern des Scores - das "Baby Charlene"-Thema - ausmacht. Das ist das Thema für die väterliche Liebe zur Tochter und vertont fast alle wichtigen emotionalen Szenen des Films. Was wäre die ganze Jagd am Ende ohne das Baby-Charlene-Thema? Alles Emotionale im Film kreist um diese thematische Idee, die sich verzweifelt durch Moll-Akkorde wühlt, und dabei immer wieder kurz (!) einen warmen Dur-Akkord erreicht, so als ob DiCaprio seine Tochter für einen flüchtigen Moment zu fassen bekäme (Track 4: 0:23, 0:50, 1:16, usw.). Das ist so unfassbar traurig und emotional, dass es mir selbst nach der vierten Sichtung immer wieder die Tränen in die Augen treibt, wenn das Thema im Mittelpunkt steht.

Der Film ist schließlich auch ein Familienfilm - das scheinen viele misszuverstehen. Die politische Dimension ist nur der Background, vor dem die Geschichte spielt, und entsprechend "satirisch" vertont Greenwood die (post-)revolutionären Wirren. Heißt: die atonalen Klavierpassagen, die Spielereien, die zahlreichen musikalischen Irritationsmomente als Ausdruck des Chaos, in dem sich die Vater-Tochter-Beziehung bewähren muss. Das hat schon Konzept, und ist nicht nur um seiner selbst Willen "ungewöhnlich". :) 

Das Stück ist nicht von Greenwood, sondern von Jon Brion ("Global Bully", ein Library Track, den Brion von einem früheren Filmmusikprojekt übrig hatte und nie verwendet hat). 

Tatsächlich frage ich mich, wieso Anderson nicht einfach bei Greenwood ein Stück in diesem Gestus in Auftrag gegeben hat. Stilistisch fällt das Brion-Stück aus dem Rahmen, es bricht mit dem Greenwood-Sound. Aber macht ja auch irgendwie Sinn nach der Aussöhnung und der emotionalen Rekonstruktion der Familie. 

Das ist für mich das "Problem" der Musik im Film. Ich stimme Dir definitiv zu, dass diese Musik dem Film eine zusätzliche Komponente gibt, die ihm nicht dient. Man hätte sie auch weglassen können und ich wäre vom Film als Zuschauer genauso "ergriffen". Die Emotionalität der Vater Tocher Beziehung kam weder filmisch noch musikalisch bei mir an. Die Figuren waren mir alle völlig egal, auch weil sie überwiegend mit einer "Fick Dich Fresse" durch den Film gelaufen sind. Das der Flm ein Familienfilm sein will, kommt zwar durch, nur versagt er auf emotionaler Ebene für mich vollkommen. Und die Musik hilft da auch nicht aus. Für mich ist gute Filmmusik, die dem Film eine zusätzlich emotionale Dimension gibt und ihm dadurch dient und somit beim Zuschauer etwas erreicht wird, was ohne die Musik nicht gelänge.

Auch die Ocean Waves Szene ist so ein Fall. Ich verstehe durchaus, was die Musik zu Ausdruck bringen soll und DiCaprio versucht das auch schauspielerisch rüberzubringen, nur ist das bei mir als Zuschauer emotional schlicht nicht angekommen. DiCaprio wirkt da leider eher unfreiwillig komisch und die Musik völlig entkoppelt von der Szene. Und nicht nur in dieser Szene. Bei der Musik habe ich ständig gedacht...coole interessante Musik, gefällt mir. Nur hat sie mir als Zuschauer in Bezug auf das Gezeigte einfach nichts gegeben. Auch hier hätte man die Musik weglassen können und die Szene wäre emotional genauso bei mir angekommen wie mit Musik. 

Es gibt ja durchaus Stücke, die für mich in den Szenen tatsächlich funktionieren. Dazu gehören die ersten 5 Stücke auf dem Album. Der ganze Beginn des Films bis zur Geburt Willas hat für mich musikalisch funktioniert, nur halt von den Figuren her nicht. Meine Güte, der Film hatte aber auch nur Unsympathen zu bieten. Da hat es Musik natürlich sehr schwer, beim Zuschauer positive Emotionen für diese Figuren zu erzeugen. Greenwood hat es versucht und zum Glück ohne musikalisch zu überziehen, aber wenn das Drehbuch die Figuren im Stich lässt, kann auch Musik nicht mehr viel retten. Zimmer hat es in Interstellar mit der Holzhammermethode versucht, und das ging für mich noch mehr in die Hose, weil hier selbst die Musik mich nicht angesprochen hat.

Da mit dem Jon Brion Stück ist sehr interessant. Wie gesagt, die Szene gefiel mir insgesamt sehr gut, nur verpufft die Wirkung am Ende für mich, weil der emotionale Aspekt der Vater Tochter Beziehung filmisch über die ganze Lauflänge für mich nicht vorhanden war. Es wirkt wie ein heile Welt Ende hinten rangeklatscht. Zu keinem Zeitpunkt des Films kam in mir der Wunsch auf, dass er seine Tochter finden soll und am Ende alles gut wird. Es war mir einfach egal. Und das ist für einen Film, der auch ein Familienfilm sein will, absolut fatal.

Das alles ändert aber nichts daran, dass mir der Score ansich sehr gut gefällt, auch in Albumform. Selbst die Songs waren gut gewählt.

 

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