Sebastian Schwittay

Mitglied
  • Gesamte Inhalte

    7.069
  • Benutzer seit

  • Letzter Besuch

Ansehen in der Community

1.492 Excellent

64 Benutzer folgen diesem Benutzer

See all followers

Über Sebastian Schwittay

  • Rang
    alter Forumshase

Contact Methods

  • Website URL
    http://www.filmmusikwelt.de
  • ICQ
    326327659

Profile Information

  • Geschlecht
    Male
  • Wohnort
    bei Heidelberg / Mainz
  • Interests
    Filmmusik, Film, klassische Musik (v.a. des 20. Jahrhunderts), Kunst und Kultur, Geschichte, Architektur, Soziologie und Kulturanthropologie

Soundtrack Board

  • Lieblingskomponist
    Elliot Goldenthal, Jerry Goldsmith, Christopher Gordon, Marco Beltrami, Jonny Greenwood, Alex North, David Shire, Leonard Rosenman, Howard Shore
  • Anzahl Soundtracks & Scores
    ca. 800

Letzte Besucher des Profils

1.067 Profilaufrufe
  1. Mal kurz eingehakt: Es gibt eigentlich keinen Film, der einfach nur unterhalten will, ohne irgendeine Spannung zu erzeugen. Spannung - sei es in der Plotentwicklung, der Figurenkonstellation, oder einfach nur in der Montage von Szenen - entwickelt jeder Film, ist quasi Grundvoraussetzung für filmisches Erzählen. So ganz greift dein Argument, der Film "wolle ja gar nichts" nicht. Denn dann wäre GODS OF EGYPT zumindest kein narrativer Film. Ich fand GODS OF EGYPT immerhin recht interessant, designtechnisch und in seiner spielerischen Attitüde. Drehbuch und Figuren fand ich aber auch ärgerlich platt und austauschbar. Alles irgendwie halbgar und schludrig am Reißbrett konzipiert - in dem Punkt bin ich ganz bei Csongor und Lars.
  2. Ist mir nicht mal aufgefallen, da einfach nur ein nebensächliches Horrorfilmklischee. Nach diesem Prinzip müsstest du auch jeden NIGHTMARE ON ELM STREET-, SCREAM- oder sonstigen Slasher-Film unter aller Kanone finden. Doofes Verhalten, das zum raschen Ableben führt, gibt's da auch in jeder zweiten Szene.
  3. Ich kenne sowas nicht, habe ich noch nie erlebt. Ich lasse mich auf die Logik des Films vollkommen ein und denke mir nie, was mehr Sinn gemacht hätte. Außerdem sind menschliche Handlungsweisen so vielfältig, dass auch das vollkommen Irrationale nichts Ungewöhnliches ist. Finde ich meist sogar spannender, wenn sich Figuren jenseits der Rationalität bewegen.
  4. Per se natürlich nichts. In den 60ern und 70ern wurde auch inhaltliche Qualität in Filmen untergebracht, aber eben nicht mit dieser "schaut her, wie clever das alles ist"-Attitüde. Wenn ich mir z.b. frühe John-Frankenheimer-Filme wie THE MANCHURIAN CANDIDATE oder SECONDS anschaue, sehe ich da genauso viel Komplexität und inhaltliche Qualität wie bei Nolan oder einer supercleveren modernen TV-Serie, nur eben ohne die große Selbstdarstellung. Außerdem - und das finde ich wie gesagt am schlimmsten - hat der aktuelle Komplexitäts- und Qualitäts-Trend die Zuschauer konditioniert: man schaut heute einen Film immer mehr mit der Sorge, irgendetwas zu verpassen oder nicht zu verstehen und verliert dabei das aus den Augen, was das eigentlich Interessanteste am Film ist: die Feinheiten der Inszenierung, der Atmosphäre und der Farben; die Schauplätze, die Ausstattung, die Musik... also all das, was die Wirkung eines Films am meisten ausmacht. Anstatt z.B. einfach mal in der Stimmung einer Location zu schwelgen oder eine dynamische mise-en-scène zu genießen, wird sich auf Handlungsverläufe und logisches Verhalten von Figuren konzentriert. Der Zuschauer ist zum kleinen Sherlock erzogen worden, ist jetzt quasi selbst Drehbuchspezialist - und statt zu bewundern und sich treiben zu lassen, will er den Filmemachern ihren Job erklären, es am liebsten selber besser und cleverer machen. Und die Studios richten sich mittlerweile auch danach und lesen König Kunde jeden Wunsch von den Lippen ab. Eine komische und mir persönlich sehr unsympathische Entwicklung.
  5. War nur ein Beispiel. Dieser Trend zu komplexen und betont cleveren Erzählstrategien kulminiert bei Nolan, findet sich aber v.a. auch im "Quality TV" (Serien wie THE WIRE, DEXTER, HOUSE OF CARDS oder DAMAGES) und mittlerweile auch überall dort, wo umfangreiche Erzähluniversen unterhalten werden, eben im Bereich der Franchises. Der heutige Zuschauer ist da schon ziemlich auf Linie gebracht.
  6. Das ist nicht herablassend oder arrogant, sondern einfach nur eine kritische Anmerkung zur heutigen Filmrezeption. Und es war auch gar nicht direkt auf dich gemünzt, denn die Kritik am Verhalten der Crew in ALIEN: COVENANT liest man ja wirklich in jedem zweiten Facebook-Posting zum Film.
  7. Ich wusste bis gestern gar nicht, dass der Film so negativ ankommt. Aber ich hätte es mir denken können: wenn der philosophische Anspruch zurückgefahren wird, ist es für den gemeinen Fan heutzutage schon Trash. Dabei finde ich die angebrachten Kritikpunkte meist nur hanebüchen. Die Crew verhält sich dämlich? Ja, und? Wer möchte denn in einem Film nur Buchhaltern zusehen, wie sie in jeder Situation alles richtig machen? Aber so ist der Korinthen-kackende Filmfan unserer Zeit nun mal drauf: gepolt auf Logik und Ratio, immer auf der Jagd nach den bösen kleinen Irritationsmomenten und Unstimmigkeiten, die nicht ins perfekt gestriegelte Filmbild Nolan'scher Prägung passen. Wenn sich am Ende nicht der elaborierteste narrative Zaubertrick vor einem entfaltet, hat der Film versagt. Ziemlich öde, diese Form der Filmrezeption.
  8. Da war in der Tat nix ironisch gemeint.
  9. veröffentlichung

    Die filmmusikalischen Leckerbissen sucht man sich eben heutzutage besser im Autorenkino oder im Genrekino außerhalb der großen Franchises und Eventmovies. Davon gibt's ja zum Glück auch noch reichlich.
  10. Hoffentlich wird es so gut wie sein tolles Universal-Logo für das PSYCHO-Remake von '98.
  11. Das ist doch nie und nimmer von Elfman. Außerdem ist das kein Logo-Thema, sondern ein Trailer für die Neuvermarktung der alten Universal-Horrorfilme.
  12. Ein ganz wunderbarer Film ist das geworden, hätte ich nicht gedacht. Nach dem übermäßig bedeutungsschwangeren PROMETHEUS mit seinem pseudo-philosophischen Gehabe hat sich Scott hier wieder auf die Tugenden des Genrekinos besonnen und einen fiesen, dunklen und unbequemen Reißer gedreht: mit viel Dreck, strömendem Regen, tiefen Wäldern und dunklen Gemäuern, mit grauenhaft blutigen Ausbrüchen, Sex unter der Dusche und LKWs, die aus Raumschiffhangars purzeln. Nach der seltsamen Sterilität von PROMETHEUS (der als Franchise-Reboot verständlicherweise niemanden verprellen wollte) scheint Scott bei COVENANT wieder einen ALIEN-Film direkt aus dem Bauch heraus gemacht zu haben - find ich gut. Wenn er so unbeschwert weiter macht, freue ich mich auf weitere ALIEN-Filme von ihm.
  13. FIREWALL. Der vielleicht aggressivste Score von Desplat, der auch am ehesten seine Fähigkeiten als Action- und Suspensekomponist unter Beweis stellt.