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Sebastian Schwittay

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Alle erstellten Inhalte von Sebastian Schwittay

  1. Ja, wieder über Gordons Online-Shop auf seiner Seite. https://christophergordon.net/magic-fire-music-store
  2. 77 Minuten alte Edition vs. fast 100 Minuten jetzt. Die neue Edition ist vor allem für die Leute sinnvoll, die den Score zusammen mit der Partitur von Omni Music Publishing studieren wollen. Das Programm entspricht nun exakt der Partitur.
  3. Für mich ist FACE OF A FUGITIVE insgesamt auch die am wenigsten interessante Musik der vier Intrada-Erst-VÖs der letzten Zeit. Aber gut, auch dieser Score gibt spannende Einblicke in Goldsmiths Komponisten-Werkstatt bei den kleineren Studios dieser Zeit. Warum sollte ich denn eine Meinung für wertlos halten? Ich habe nichts dagegen, wenn den Leuten Score X oder Y nicht gefällt. Andererseits frage ich mich, was solche Geschmacksbekundungen argumentativ zur Diskussion um die Frage beitragen, ob solche Veröffentlichungen gerechtfertigt sind oder nicht. Es wäre schön, wenn man diese Veröffentlichungen etwas objektiver aus der historischen Perspektive (jenseits von Geschmacksfragen) betrachten würde. Ich fände es übrigens auch sehr schön, wenn mehr von Alex North kommen würde - wie du weißt, gehört auch er zu den Komponisten, mit denen ich mich besonders gerne beschäftige, und die meine Vorliebe für's Eigensinnig-Modern(istisch)e treffen. Aber ich möchte das eben nicht mit der Goldsmith-Frage verknüpfen. Wenn eine Sache eine andere "verhindert", die erste Sache ihre Aufmerksamkeit aber dennoch verdient, bringt es nichts, dagegen zu schießen. Das führt nur zu dem, was ich kritisiere: dass man den Gegenstand selbst aus den Augen verliert und sich nur noch in Diskussionen über Veröffentlichungspolitik ergeht. Dabei wäre es doch spannender, sich mit der Musik selbst zu beschäftigen. Hast du den letztjährigen FANNY LYE DELIVER'D von Thomas Clay gehört? Auch eine ausgesprochen gelungene und ausdrucksstarke Musik.
  4. Auf Spotify: https://open.spotify.com/album/2ztpLxxCcUqoIrSmueSCP0 Ich frage mich die ganze Zeit, wie @Stefan Schlegel den wohl findet. Gerade das Thema und eigentlich der gesamte erste Track müssten doch auch deinen Ansprüchen an einen farbigen Abenteuerscore gerecht werden, oder?
  5. Du argumentierst immer nur mit dem, was nicht kommt. Mit dem, was dir fehlt. Nur weil kein Korngold kommt, heißt das doch nicht, dass die Goldsmith-Erstveröffentlichungen weniger wichtig oder interessant wären. Und wie ich geschrieben habe: die Vielfalt und künstlerische Qualität seines Schaffens rechtfertigt die komplette Erschließung, mindestens in solcher Form, dass alle Musiken in irgendeiner editorischen Form vorliegen. Lass doch bitte diesen (durchaus berechtigten) Missmut über zu viele Expandierungen nicht an den wichtigen und erfreulichen Erstveröffentlichungen aus. Nein. Und an so einem Punkt fände ich es schön, wenn man wieder mehr am Gegenstand argumentieren würde. Der extreme, kalte Modernismus der Thrillervertonungen zwischen 1971 und 1974, wie er in THE DON IS DEAD exemplarisch aufscheint, sowie die frühen Verschmelzungen von Orchestersatz mit Synthesizerpulsen in Suspense-Passagen (siehe der "Main Title" des DON) stellen eine absolute Bereicherung für die Goldsmith-Diskographie dar, weil aus diesen Jahren - bedingt durch die vielen TV-Arbeiten - noch verhältnismäßig wenig editorisch abgebildet ist. Ähnliches gilt nun für SHAMUS, zumindest für die zeitliche Periode. Und auch TAKE HER, SHE'S MINE ist für die Untersuchung von Goldsmiths Comedy-Idiomen absolut essentiell, ist es doch immerhin eine der ersten, ausgeprägt polystilistischen Komödienvertonungen seines Schaffens, die sowohl für Scores wie THE TROUBLE WITH ANGELS als auch für Einzelkompositionen wie "Fire Sale" aus VON RYAN'S EXPRESS grundlegende Blaupausen bilden. Wenn du so sehr gegen Kanonisierung und Einengung der Perspektiven im filmmusikkulturellen Bereich bist, solltest du eigentlich gerade dieser Konzentration auf die (vermeintlich minimalen) Lücken in der Abbildung von Goldsmiths Schaffen mit mehr Wertschätzung begegnen. Lieber doch ein ganz neuer Fokus auf THE DON IS DEAD oder FACE OF A FUGITIVE als die vielfach veröffentlichten Klassiker ständig als "Hauptschauplätze", an denen alles zusammenläuft, zu propagieren, oder? Ich wüsste nicht, wieso man bei Fragen der wissenschaftlichen Erschließung eines Gesamtschaffens auf die persönlichen Ansichten des untersuchten Künstlers Wert legen sollte. Wissenschaftliche Erschließung ist Archäologie, sie will abbilden, was vorhanden ist - die Aufgabe der Auswahl kommt höchstens einem Kurator zu.
  6. Großartig, was Intrada da in den letzten 2 Jahren geleistet hat, wirklich großartig. Ich könnte mir vorstellen, dass die Aktivitäten der "Goldsmith Odyssey"-Macher hier entscheidend zum neu erwachten Goldsmith-Erstveröffentlichungs-Hype beigetragen haben. Aber was ist denn nun "gruslig" daran? Es sind doch zweifellos absolut verdienstvolle und wichtige Veröffentlichungen, von einem der zweifellos herausragenden (Film-)Komponisten des 20. Jahrhunderts. Was spricht dagegen, sein Werk möglichst umfassend zu erschließen? THE MAN und BLACK PATCH dürfen (nein, müssen!) sehr gerne auch noch kommen. Goldsmiths Werk ist so komplex und facettenreich, dass jeder zusätzliche, bislang unbekannte Baustein ein Gewinn ist. Verstehe auch gar nicht, was der Antrieb dahinter ist, die Bedeutung solcher Veröffentlichungen immer mit Verweisen auf den eigenen Geschmack zu relativieren. Ist eine Goldsmith-Erstveröffentlichung weniger verdienstvoll, wenn die Musik nicht von der Klasse eines POTA oder STAR TREK: THE MOTION PICTURE ist? Ich finde diese so offen demonstrierte, reduktive und konsumorientierte Einstellung etwas irritierend. (Die Kritik an der Kanonisierung kann ich im Grunde nachvollziehen - aber wie schon gesagt: Goldsmiths Schaffen gehört zu den ergiebigsten Werkkorpora, die es im Filmmusikbereich je gegeben hat, also besteht auch eine Rechtfertigung für eine möglichst komplette Erschließung.)
  7. MATRIX fände ich nicht verkehrt, ich habe die erste Club-Ausgabe verpasst, und brauche die komplette Musik fürs Studium der Omni-Partitur.
  8. Der erste Track, "Riddles", ist eine 11-minütige Suite aus der Musik. Hier ein Ausschnitt daraus mit dem Hauptthema:
  9. Gibt noch gar keinen Thread... Am 9. Juni erscheint auf Gordons Label seine bereits 2019 aufgenommene Musik zum Outback-Abenteuerfilm BUCKLEY'S CHANCE. Regisseur Tim Brown wollte für den Film einen Score im Geist der 80er Jahre: Habe die Musik bereits hören können, und das 55-minütige Album ist wirklich äußerst hörenswert. Es gibt ein ausladendes, schwelgerisches Abenteuerthema in 3/4 mit absoluten Ohrwurmqualitäten, Herb-Dramatisches mit exotischem Touch, sehr farbiger Einsatz von Percussion (Guiro, Rassel, Marimba, diverse Trommeln), und einige harsche Actionmomente mit treibenden Ostinati der tiefen Streicher und gleißenden Akzenten von Holz- und Blechbläsern. Wie immer bei Gordon extrem feinsinnig gearbeitet und brillant instrumentiert. Bisschen schade ist, dass sich einiges wiederholt - würde man die Wiederholungen rausnehmen, wären es sicher 15 Minuten weniger Musik. Ansonsten ein toller Score, bisher der beste des Jahrgangs.
  10. Ja. Sind ja noch ganz neu im Geschäft.
  11. Fast noch interessanter: Schade, da hatte ich mich drauf gefreut. Kommt dann wahrscheinlich von Omni.
  12. Puh, auf Facebook wird schon wieder gemosert. Buuh, nur 25 Minuten, viel zu kurz... Meine Güte: das ist eine Erstveröffentlichung einer lange verschollen geglaubten Musik, allein dafür hat sich Intrada schon den CD-Preis von uns verdient. Diese Knauserei von Sammlern mit regelmäßigem Einkommen kann ich bei solchen Projekten echt nicht nachvollziehen. Ich habe pro Monat knapp 600 Euro zur Verfügung und meckere nicht bei sowas. Wenn's einem nicht wichtig ist, lässt man die CD ziehen - ganz einfach.
  13. Du und dein HiFi-Optimierungsdrang. Du würdest einen Film aus den 50ern am liebsten auch in Dolby Atmos sehen, was? Wird aber schon Stereo sein, schätze ich.
  14. Bei der erweiterten WAR OF THE WORLDS wäre ich auch dabei. Hab mich gerade die letzten Tage wieder vermehrt mit der Musik beschäftigt, nachdem ich unter einem Stein im Internet die Particelle sowie die orchestrierte Partitur gefunden habe...^^
  15. Ich liebe im "Main Title" die Stelle, wo Goldsmith sein Früh-70er-typisches, helles Xylophon auf dem Moment einsetzen lässt, wo Reynolds die Glühbirne anschaltet und davon geblendet wird. Super Detailarbeit.
  16. Unfassbar, die wollen es echt zu Ende bringen. Dann kommen wohl Ende des Jahres noch THE MAN und BLACK PATCH, und dann ist der Kino-Goldsmith durch.
  17. Eine übermäßige Skala bekommst du ganz einfach, wenn du kleine Terzen im Abstand einer kleinen Sekunde spielst - so wie es Doldinger und Kamen machen. Bei Doldinger ab 0:13 in deiner Datei: erst die kleine Terz von fis-moll (a-fis), dann die von d-moll (f-d). Bei Kamen gleich zu Beginn: kleine Terz von f-moll (as-f) und dann von cis-moll (e-cis).
  18. Das ist ein mediantischer (=Terzverbindungs-)Effekt der übermäßigen Skala, den Komponisten gerne verwenden, wenn es um Mysteriöses, Gefährliches, um aufziehende Konflikte oder Weltuntergangsszenarien, etc. geht. Viele Komponisten erliegen einfach dieser besonderen Klanglichkeit, genau wie der Oktatonik (=verminderte Skala). Manchmal kommen da sehr ähnliche Motive bei raus, insbesondere wenn man die Terzen der in der Tonleiter enthaltenen Akkorde so hintereinander spielt, wie es Doldinger und Kamen hier machen. Arthur B. Rubinstein macht das z.B. auch in WARGAMES ("The Game Begins") mit einem aus der Tiefe aufsteigenden Klavier. Hier mit vielen Beispielen aus der Filmmusik und klassischen Musik:
  19. Verkaufst du die TROUBLE WITH ANGELS auch? Die suche ich ja schon seit Jahren zu einem einigermaßen humanen Preis...
  20. Für Filmmusik ist Academy Records die beste Anlaufstelle in Manhattan, ungefähr Ecke 5th Avenue/18th Street, in der Nähe vom Flatiron Building.
  21. Beltramis SOUL SURFER war auch nicht gepresst, sondern eine gebrannte On-Demand-Veröffentlichung. Schade, bei diesem tollen Score. Habe ich folglich auch nur digital auf iTunes.
  22. Ja, das Papier des Einbands ist noch etwas steifer und eben mit Hochglanz-Folie überzogen. Das verwendete Papier bei den Partiturseiten scheint mir auch eine dickere Stärke zu sein.
  23. Schöne Ausgabe, mir gefällt die Haptik (Hochglanz-Cover) sogar noch etwas besser als die der Omni-Partituren. Toll auch, wie genau die komplexeren avantgardistischen Divisi-Streicher aufgeschlüsselt sind - teilweise als Appendix hinten angehängt, weil es sonst das Seitenlayout gesprengt hätte. Wer einen kleinen Einblick bekommen möchte, im März hatte ich auf Facebook etwas zu der Ausgabe gepostet: https://www.facebook.com/sebastian.schwittay.7/posts/4104053442938135
  24. Ich frage mich ja eh seit Jahren, welchen Sinn das Songsuche-Unterforum überhaupt noch macht...
  25. Der Score ist eigentlich schon ziemlich gut, vom unglaublich schmerzlich-intensiven "Death Camp" bishin zu den durchaus furiosen Bartók-ismen in "Museum Fight" gibt's schon einiges, was eher dagegen sprechen würde, dass Kamen hier überhaupt keine Freude am Komponieren gehabt hätte...
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