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Soundtrack Board

Sebastian Schwittay

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Alle erstellten Inhalte von Sebastian Schwittay

  1. Wunderbar, dann ist in der Tat jedes Highlight auf dem alten Albumschnitt vertreten. Tolles Programm. Mal sehen, wo ich noch relativ günstig an die alte Ausgabe komme.
  2. Ich habe die Intrada-CD damals verpasst, was ich im Nachhinein aber auch nicht bereue... Vergangene Woche habe ich den Score wieder einige Male gehört, und die auf YouTube verfügbare Komplettfassung ist doch schon deutlich zu lang, und gegenüber den Tracks des Albumschnitts kommen eigentlich nur Variationen des Hauptthemas und Suspense-Material hinzu. Die Track-Auswahl des damaligen Albums enthält alles Essentielle. Meine Frage allerdings, da ich das alte Album physisch nicht besitze: taucht "Nonnie's Revenge" irgendwo im Albumschnitt auf? "The Slaughter" ist auf der alten CD nämlich etwas länger als auf der Intrada und dem Bootleg, das muss mit irgendeinem anderen Track gekoppelt worden sein. Werde mich dann mal auf die Suche nach dem alten Album begeben, damit ich diesen feinen Score endlich mal im Regal habe. "Attack from the Air" und "The Swamp" sind wirklich tolle, wilde Stücke, in denen der modernistische Prokofjew der 2. und 3. Sinfonie Pate stand. Vor allem auch der Einsatz des Klaviers hat es mir angetan. ("The Swamp", 1:40).
  3. Schön schön, das wird dem Beltrami-Archiv bei Gelegenheit einverleibt. Hab den zwar kaum noch in Erinnerung, aber aus der unmittelbaren zeitlichen Umgebung mag ich ja SCREAM 3 und THE WATCHER sehr gerne.
  4. Den Film hatte ich mir Anfang des Jahres mal wieder vorgenommen (eine echt extrem ernüchternde Erfahrung...), und da ich mich momentan wieder vermehrt dem 90er-Horner zuwende, habe ich auch THE ROCKETEER mal wieder laufen lassen - in der alten Albumfassung wohlgemerkt. Das Album ist per se schon gut zusammengestellt, keine Frage... aber meine Güte: schon diese 56 Minuten bringen mich an den Rand meiner Belastbarkeit... Ich habe gegen kaum ein anderes Hauptthema aus einem Hollywood-Score jemals eine so innige Abneigung entwickelt wie gegen das aus THE ROCKETEER: wie naiv Horner hier die Dur-Tonleiter hinauf- und hinunterpurzelt (natürlich hauptsächlich in Terzen), ohne auch nur einen einzigen leiterfremden Ton zu benutzen, und wie ewig lang er in diesem Thema und seiner Tonalität verweilt, das enerviert mich jedes Mal unfassbar. Klar, das ist alles recht effektvoll instrumentiert, aber eben von so einer hirnerweichend statischen Melodienseligkeit, dass ich seekrank werde. Oder kurz gesagt: es düdelt, und düdelt, und düdelt. In Verbindung mit dem extrem oberflächlichen und stilistisch austauschbaren Film wirkt das Ganze nochmal krasser (wie ein langes Wochenende Kindergeburtstag im Freizeitpark), aber auch alleinstehend ist das eine echte Herausforderung für mich. Ich wundere mich, wieso da selbst aus den Reihen der gestrengen Kritiker nie viel Gegenwind kam, und der Score scheinbar wirklich durch die Bank von ALLEN abgeknutscht wird. (Fühle mich jetzt wie der Spielverderber, angesichts keiner einzigen verhaltenen oder gar negativen Stimme auch hier im Thread, aber das musste ich einfach mal loswerden... )
  5. 32. Ich habe ehrlich gesagt kein Problem mit "Abnutzungserscheinungen" meiner Filmmusikleidenschaft. Die brennt stetig und anhaltend, vor allem, da ich sie in meine retrospektive cinephile Neugier integriere, und aktuelles Zeug eigentlich gar nicht mehr brauche. Und es gibt allein im Hollywoodkino so viel zu entdecken (ganz zu schweigen von anderen Kinematographien wie Italien, Deutschland, Großbritannien, oder Frankreich), da reicht ein Menschenleben gar nicht aus.
  6. KATZELMACHER (Rainer Werner Fassbinder, BRD 1969) 35mm, im Kino Seit dem Filmwissenschafts-Grundstudium das erste Mal wieder gesehen. Fassbinders deprimierendes Gesellschaftsbild über eine gelangweilte Clique junger Menschen, die ihren tristen Alltag in einem Wohnblock verlebt, sich gehässig anschnauzt und in der bundesdeutschen Tristesse ihres Umfelds regelrecht ersäuft, hat mich mich auf ästhetischer Ebene nicht mehr so geflasht wie noch vor 10 Jahren (Theater-hafte Einstellungen und Dialoge, experimentelle Kadrage, künstliche Sprache - eben alles typisch Neuer Deutscher Film), aber emotional trifft der Film immer noch zielsicher in die Magengrube, insbesondere der "Subplot" um den griechischen Gastarbeiter (gespielt von Fassbinder selbst), an dem die jungen bürgerlichen Trüblinge ihren ganzen widerlichen Rassismus auslassen. Schlimm, verstörend, wütend machend, und heute immer noch ein brandaktueller Film.
  7. Wieso muss ein Film denn etwas grundlegend Neues bieten und "das Rad neu erfinden", um als großartig gelten zu können? Das ist eine Sichtweise, die sehr vom Eventkino à la Christopher Nolan geprägt ist, die damit wirbt, mit jedem neuen Eventfilm das Kino zu revolutionieren, und DEN definitiven Film zum Thema abzuliefern... "as you've never seen before"! Ein Film ist toll, wenn er sein Thema auf idiosynkratische und originelle Weise verhandelt, dem Thema mit einer eigenen Perspektive und Handschrift begegnet - und das bekommt PARASITE gut hin, und schafft es dabei auch noch, viele Menschen zu irritieren. Zumindest spricht aus vielen Meinungen und Kommentaren, die ich bislang aus dem Bekanntenkreis vernommen habe, eine ganz schöne Verunsicherung darüber, wie man das Gesehene einordnen soll. Da hat der Film alles richtig gemacht, würde ich sagen. Dann empfehle ich dir auch David Cronenbergs COSMOPOLIS. Meiner Meinung nach sowieso einer von Cronenbergs besten späteren Filmen, und Pattinson ist hier (neben Paul Giamatti) besonders toll. THE LIGHTHOUSE fand ich auch sehr interessant, allerdings hat mich der etwas artifizielle Konflikt der beiden Protagonisten irgendwann nicht mehr so gefesselt. Eggers verliert das Menschliche irgendwann aus dem Blick, zugunsten des überbordenden Stils und der vielen mythologisch-kulturhistorischen Verweise. Das hat er in THE VVITCH noch besser hinbekommen, die menschlich-emotionale Ebene durchgehend intensiv zu gestalten.
  8. Es gibt momentan weder Maskenzwang in den Kinos, noch sind die Kinos geschlossen. Gestern haben in Hessen und anderen Bundesländern großflächig die Arthouse- und Repertoirekinos wieder geöffnet, nachdem schon Mitte Juni vereinzelt Kinos wieder in den Testbetrieb gegangen sind (ich selbst war am 18. Juni das erste Mal seit dem Lockdown wieder im Kino). Gestern war ich in zwei Filmen (einmal Fassbinders KATZELMACHER in einer Reihe im Frankfurter Filmmuseum, und danach ein aktueller Film von Marina De Van), und im Juli habe ich schon 9 weitere Vorstellungen im Kalender stehen. Kino ist also wieder zurück - wenn auch natürlich erstmal nicht mit aktuellen Blockbustern. Aber welcher ernsthafte Cinemensch konzentriert sich schon allein auf sowas...
  9. Könnte mir schon vorstellen, dass das problematisch werden könnte, wenn jemand drauf aufmerksam wird, gerade in empfindsamen Zeiten wie diesen. Schnell bestellen.
  10. Das wäre eigentlich ganz nett. Ist ja sein stärkster Score der Tetralogie. Alleine die Tracks 2 und 3 der alten Score-CD gehören zu den evokativsten Avantgarde-Kompositionen in seinem (Film-)Frühwerk. Wirklich unheimlich und ideenreich, viel Lutoslawski und Nono drin...
  11. Haben den Produzenten Shores Actionpassagen für's Finale womöglich nicht gefallen? Ein ähnlicher Fall wie Barry/Burwell bei MERCURY RISING? Hab den Film leider nicht mehr so präsent, aber ich meine mich zu erinnnern, dass die Musik am Ende doch etwas aufdreht.
  12. Sollte den nicht mal Spielberg inszenieren? Oder verwechsle ich da was?
  13. Habe jetzt mal auf Spotify ein bisschen in den Debney reingehört... echt eher austauschbares Adventure-Scoring von der Stange. Wenn ich nicht wüsste, von wem es ist, könnte ich es niemandem zuordnen. In Sachen 90er-Unterwasser-Szenarien bleibe ich bei SPHERE, und von Debney aus der Zeit dann doch lieber THE RELIC, der hat wenigstens ein bisschen verminderte Harmonik drin, und nicht nur dieses ewig gleiche Fanfaren-Dur. Eine ganze Menge an Filmen (auch Hollywood-Produktionen) ist ja noch gar nicht auf Bluray erschienen, zumindest nicht in Deutschland. PROPHECY, MEDICINE MAN, THE PRESIDIO, um nur mal ein paar größere Studioproduktionen zu nennen... Auch von Klassikern wie Polanskis DER MIETER oder THE FEARLESS VAMPIRE KILLERS gibt es noch keine, oder nur US-Blurays. Ganz von der DVD verabschieden kann man sich also noch nicht.
  14. Mir war nicht klar, dass es jetzt immer nur noch maximal zwei (?) Titel bei den Club-Batches sind. Früher waren es mindestens drei.
  15. Müsst ihr genauer hinhören, siehe die Timecodes, die ich dazu geschrieben habe. Ansonsten gerne mal recherchieren. Wurde damals auch in den englischsprachigen Foren diskutiert.
  16. Wie gesagt, durchgehend. Meistens im Abstand von 6-8 Sekunden. In den lauten Passagen werden die Klicks lauter. Im "Main Title" hört man es ganz gut, zumindest mit Kopfhörern (0:29, 0:35).
  17. Eins der Highlights, "Fireproof", ist auf der Club-CD leider nur in einer von dauernden Pausen unterbrochenen Filmversion enthalten. Allein deswegen habe ich mir die erweiterte Ausgabe nie geholt. Andererseits: das alte Album hat den Mastering-Fehler mit den digitalen Klicks, die die ganze Musik durchziehen. Ist aber recht leise, und über die Jahre habe ich mich dran gewöhnt...
  18. Und natürlich SINGLE WHITE FEMALE. Sein vielleicht bester Score des Erotik-Psychothriller-Subgenres. _________ War es das jetzt schon mit den neuen Club-CDs? Nur diese beiden Titel? Da kann ich guten Gewissens passen.
  19. Damit setzen sie ihre Irwin-Allen-Reihe fort bei LaLaLand. Der Goldsmith-Anteil ist übrigens nur die Episode "Jonah and the Whale", die gab es allerdings schon mal auf GNP Crescendo mit etwa 20 Minuten Material.
  20. Shores anderen Hochhausthriller-Score, den wirklich starken SINGLE WHITE FEMALE, hätte ich noch lieber gehabt - einer seiner stärksten Scores der 90er und vielleicht sein bester, reiner Psychothriller-Score. Über SLIVER freue ich mich aber auch. Der ist etwas unspektakulärer, aber mit der abgelehnten Young-Musik ist das sicher ein interessantes Set.
  21. Oh Gott, das provoziert ja regelrecht den Widerspruch. Einschätzungen sind natürlich immer immer immer hilfreicher, informativer, interessanter und bereichernder, als sich in seiner eigenen Rezeptionsblase einzuschließen... Würde ja auch den Sinn und das Wesen jeden Forums ad absurdum führen. Es geht ja bei Äußerungen nicht nur um Geschmack, sondern auch um Beobachtungen, um Diskursivität, ganz allgemein um Kultur. Wenn man über Kultur nicht spricht, ist es letztlich keine Kultur mehr.
  22. Dann hast du wahrscheinlich das letzte Exemplar abbekommen.
  23. Was ist denn MB nochmal genau, Peter? Ich habe das Set von einem Freund digital, aber die physische Anschaffung mal wieder aus Geldmangel auf die lange Bank geschoben, und jetzt gibt es das Set beim Soundtrackcorner natürlich nicht mehr... Beim Marketplace gibt es momentan ein Angebot von "filmmusicparis" für 77 Euro. Ist das evtl. der gleiche Händler, den du meinst?
  24. COLOR OUT OF SPACE (Richard Stanley, USA/Portugal/Malaysia 2019) Diesen für Richard-Stanley-Verhältnisse enttäuschenden Film (über eine Familie, deren Grundstück von einem lila leuchtenden, außerirdischen Mutagen verseucht wird) rettet leider auch ein wahnsinniger Nicolas Cage à la BAD LIEUTENANT und MANDY nicht. Stanley macht in seiner Lovecraft-Verfilmung einen riesigen motivischen Bezugsrahmen auf, zitiert sich im Minutentakt durch die Geschichte der Esoterik, kommt über Anspielungen aber nie heraus und belässt die mythologische Ebene seines Films durchgehend im vagen Dekor. Im Zusammenspiel mit der konventionellen Dezimierungsdramaturgie ergibt sich ein Eindruck von Beliebig- und Lustlosigkeit, wie ich sie dem Regisseur von Filmen wie HARDWARE und DUST DEVIL eigentlich nicht zugetraut hätte. Ein kleiner Reinfall, schade. Viel erquicklicher gestaltete sich dagegen mein Re-Watch von: THE ISLAND OF DR. MOREAU (John Frankenheimer, Richard Stanley, USA 1996) Der Moment, in dem der Wahnsinn eines Filmstoffes auf die Produktion überspringt und unbeabsichtigte Meisterwerke entstehen lässt. Die von Richard Stanley begonnene und von John Frankenheimer im Chaos beendete DR. MOREAU-Adaption ist ein zum erratischen filmischen Knubbel mutiertes Kleinod, nah am avantgardistischen Theaterstück, das einerseits völlig aus der Zeit fällt, andererseits die dem Hollywood-Jahrzehnt inhärente Bizarrerie regelrecht destilliert. Die Würfel fallen selten so passend, und Richard Stanley sollte eigentlich stolz sein, an einem derart abseitig-schönen system error Hollywoods beteiligt gewesen zu sein. Toll, toll, und nochmal toll!
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