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Sebastian Schwittay

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Alle erstellten Inhalte von Sebastian Schwittay

  1. Ein Analyse-Text zu Motivstrukturen und -bewegungen in Howard Shores SE7EN. Basiert auf einem älteren Cinema-Musica-Text, den ich nochmal substanziell erweitert habe (auch durch Notenbeispiele). https://20thcenturyfilmscore.wordpress.com/2021/11/21/affekt-und-bewegung-in-howard-shores-se7en-1995/
  2. "Santiago's Waltz" aus Elliot Goldenthals INTERVIEW WITH THE VAMPIRE, sowie - unten - das Hauptthema des Scores ("Lux aeterna numquam eis"), das im Eröffnungstrack vom Jungenchor intoniert wird. Interessanter struktureller Fakt: das Lux-aeterna-Thema ist so angelegt, dass es sich immer eine Ganzton-Stufe höher wiederholen lässt. Eine musikalische Endloskette, analog zur Verdammnis der Protagonisten zu ewigem Leben. "Santiago's Waltz": https://www.youtube.com/watch?v=c0drgt_xSFM Hauptthema in "Libera Me": https://www.youtube.com/watch?v=VxtZpB3Kj6E&t=73s
  3. Ja, der Score ist super. Die erweiterte Auflage bringt "raw orchestral sonorities", die Lynch und Badalamenti als Rohmaterial für's Sounddesign verwendet haben. Klingt sehr spannend, muss ich reinhören!
  4. BLUE VELVET aber höchstens bei Varèse. Gab es da nicht letztens schon eine erweiterte LP?
  5. THE POWER OF THE DOG, Jonny Greenwood SPENCER, Jonny Greenwood
  6. https://open.spotify.com/album/4nLlbuXpEjG2yMA2LEX9Sl In seiner reduzierten Klangsprache für Streichquartett sicher für manche noch sperriger als SPENCER. Zugegeben, die 16 musikalischen Miniaturen stehen auch etwas unverbunden nebeneinander. Dennoch, das West-Thema (Track 8 und 16) ist wunderschön, quasi ein Nachfahre vom H.W.-Thema aus THERE WILL BE BLOOD. Noch beeindruckender sind die Passagen, in denen Greenwood – ungewöhnlich für ihn – mit dem strahlenden Klang eines Horns arbeitet. Track 2, „Requiem for Phil“, ist das vielleicht expressivste Stück von Greenwood seit langem. Unnötig zu erwähnen, dass hier die Choräle von Olivier Messiaen (z.B. der Gebirgschoral aus „La Transfiguration de notre Seigneur Jésus-Christ“) hörbar Pate standen. Einfach sublimste Schönheit.
  7. Puh, ganz schön schlecht gewählte Beispiele teilweise. "Kammermusik" in A DANGEROUS METHOD, aber im Clip volles Orchester (7:33 im Video)... Als Überblick für den Otto-Normalzuschauer aber natürlich ganz nett.
  8. Was findest du denn an dem wunderschönen Quartettsatz in "The Pearls" nervig? Auch "Ancient and Modern" ist für mich ein Highlight. Toll, wie er in den ersten eineinhalb Minuten ins Oktatonische abgleitet.
  9. Jetzt auf Spotify: https://open.spotify.com/album/6AGN0V4QobqBIVCWr6ZZPz Und ja, das Ganze ist noch deutlich intensiver und abgefahrener, als es die im Vorfeld veröffentlichten Tracks erahnen ließen. Die Fusion aus barocken Elementen, Jazz und Modernismus ist extrem spannend anzuhören, durch den Einsatz der Orgel und des Cembalos erinnert es nicht selten an die Klangwelten psychedelischer Horrorfilme der 70er (der Anfang von "Arrival", "Calling The Whipper In"). Die Streichquartett-Sätze gleiten Greenwood-typisch oft in polyphone Dissonanz ab ("The Pearls"), und es gibt auch wieder wunderschöne Momente der Verneigung vor Olivier Messiaen, etwa im modalen Orgelsatz in "Home / Lacrimosa". Strukturell und thematisch ist der Score nicht ganz so geschlossen wie PHANTOM THREAD, aber anyway: im Film wird das wieder unfassbare Wirkung entfalten. Jetzt bitte endlich den ersten Oscar!
  10. Ein etwas unbekannterer Score aus deutschen Gefilden: die in ihrem Motivmaterial bemerkenswert komplex schattierte Musik zum Polizeithriller DIE SIEGER von Dominik Graf aus dem Jahr 1994. Die Musik bietet eine regelrechte Fülle an Themen und Motiven, die alle figuren- und konfliktbezogen eingesetzt sind. Einmal das Thema für Polizeihauptmeister und Sondereinsatzkommando-Führer Karl Simon (Herbert Knaup), seine Mid-Life-Crisis und seine Affäre mit einer Politikergattin. Das hintergründige, pendelnde Motiv kommt im Film sowohl rein instrumental, als auch als mit Gesangslinie vor (gesungen von Dominik Graf selbst). https://www.youtube.com/watch?v=VJJBWuijWrg Dann das bad-guy-Motiv für den abtrünnigen Polizisten Schaefer (Hannes Jaenicke), das sich wie ein giftiger Schleier über viele der Suspense-Szenen legt. Man beachte die Tritonus-Beziehung C-Fis. https://www.youtube.com/watch?v=TEoh_H1LwwM&t=47s Und zum Schluss das klagende Thema für Frauenstimme und Streicher, das für die Frau des abtrünnigen Polizisten und ihr totes Kind steht. https://www.youtube.com/watch?v=Ya-9ULgFaSQ&t=121s Das alles ist nur eine Auswahl der Motive, die im Film stecken - es gibt mindestens noch 2-3 mehr. Für einen deutschen Genrefilm der 90er eine außergewöhnlich narrativ und psychologisch orientierte Musik, die zumindest im Film extrem wirkungsvoll ist.
  11. MIGHTY JOE YOUNG würde ich auch für'n Zehner abgeben.
  12. Och, "West" habe ich jetzt sicher schon ca. 25 mal laufen lassen, seit es rauskam. Ein wirklich schöner Satz, besonders mit dieser Spät-Schubert'schen Zuspitzung bei 0:36... könnte fast aus dem Streichquintett C-Dur oder dem letzten Streichquartett sein.
  13. Hier die beiden Tracks, die bereits als Single veröffentlicht wurden. Endlich mal wieder schöne Streichquartettsätze von Greenwood - "West" ist ein naher Verwandter von "H.W.'s Theme" aus THERE WILL BE BLOOD. Album kommt übrigens am 17. November von Lakeshore Records.
  14. Ja, deswegen sind Neuaufnahmen für mich auch eher zweite Wahl. Wie da historisch begründete Klangästhetiken teilweise völlig umgekrempelt werden, nur um einem an andere Klangideale gewöhnten Publikum zu gefallen, finde ich zumindest schon diskussionswürdig. Sowas müsste man dann eigentlich konsequenterweise als konzertante Neubearbeitung titulieren - mit dem historischen Editionskonzept, dass Labels wie Intrada, FSM und Co. sonst fahren, hat das nicht mehr viel zu tun.
  15. Hm, etwas fragwürdig finde ich diese Vorgehensweise schon. Sicher, die sehr kleine Streicher-Besetzung mag vom Budget herrühren - aber so ist die Musik nun mal überliefert. Das nun aufzustocken wird mit dem gleichen Argument gerechtfertigt, mit dem Leute wie George Lucas und William Friedkin ihre alten Filme völlig verändern und einer zeitgenössischen Ästhetik anpassen: man wollte es ja damals schon anders machen, hatte aber nicht die Möglichkeit dazu. Die Einschränkungen gehören halt zum historischen Kontext eines Kunstwerks dazu. Schade, dass die Hi-Fi-Ansprüche heutzutage so überwiegen, und historische Zugänge so unpopulär werden. Ist ja beim Thema Color-Grading von alten Filmen für Blurays genauso: bloß weg vom analogen Farbschema, denn alles Alte und Vergangene ist irgendwie defizitär und muss "verbessert" werden...
  16. Das Klangbild der Musik auf der Mono-Tonspur der deutschen DVD ist eigentlich sehr transparent und gut durchhörbar. Aber ich kenne ja deine Fixiertheit auf modernen High-End-Klang... Ich kann mir nicht vorstellen, dass bei einem ernsthaften Rekonstruktionsprojekt wie diesem Besetzungsangaben ignoriert werden, nur damit irgendetwas "fetter" klingt. Das ist früher Goldsmith mit kammersinfonischer Ästhetik und maximal 30-40 Musikern (kleinere Musiken aus der Zeit kommen sogar nur auf knapp 15-20 Musiker).
  17. Woher hast du denn das Cover und die Infos? Finde nirgendwo was im Netz.
  18. Hätte man aber alles auch schon feststellen können, wenn man sie die Mühe gemacht hätte, die Filme zu schauen. THE MAN gibt es auf YouTube, und von BLACK PATCH gibt es eine deutsche DVD.
  19. Das wirklich sehr coole Hauptthema aus Beltramis VENOM: LET THERE BE CARNAGE, wie man es im konzertanten Track "Venom and Blues" hört. Die komplette Partitur gibt es derzeit auf Beltramis Homepage (https://marcobeltrami.com/sheet-music/). Link zum Stück: https://www.youtube.com/watch?v=qM35Y5iff5k
  20. VON RYAN'S EXPRESS / THE DETECTIVE ist weg.
  21. Für MIGHTY JOE YOUNG habe ich 14 bezahlt, wäre aber auch mit 12 zufrieden. VON RYAN'S EXPRESS waren 25, hier wären 20 ok.
  22. Kommt am 12. November. https://www.indiewire.com/2021/10/jonny-greenwood-spencer-score-hear-first-track-soundtrack-1234672385/
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