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Sebastian Schwittay

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Alle erstellten Inhalte von Sebastian Schwittay

  1. Letzte Woche habe ich mich vom Corona-Krankenbett aus mit Christopher Youngs THE VAGRANT beschäftigt. Immer noch mein Lieblingsscore von Young, und auch der Film mit Bill Paxton ist ein großer Spaß. Hoffentlich kommt davon irgendwann mal eine deutsche Bluray oder (wenigstens) eine DVD. Young arbeitet in seiner Musik mit gesampelten Ostinato-Figuren eines Streichquartetts, Chorstimmen, verschiedener Percussion und "schrägen" Akkordeon- und Melodica-Einsätzen. Diese Baustein-artigen Figuren - in der Partitur als "Vamps" bezeichnet - variiert und erweitert Young ständig weiter, was besonders in der Titelmusik schön zur Geltung kommt. Vier dieser Ideen, die den "Main Title dominieren, habe ich mal in Noten gefasst. Ideen 1-3: Streichquartett+Stimmen (Hauptmotiv), Atmen+Percussion, "Walzermotiv" mit Klavier Idee 4: "Tango"-Motiv für Streichquartett, Akkordeon und Melodica Hier der "Main Title" auf YouTube (diesmal ohne Timecodes, die vier Figuren sind ganz gut zu identifizieren, glaube ich^^) : https://www.youtube.com/watch?v=MN8GAT3TvR4
  2. Der Titel ist in der Tat total Banane. Da wollte wohl irgendein PR-Fuzzi ganz besonders hip und kreativ sein, und den ernsthaften, klassischen Hintergrund Horners (die Endung "-ist", wie in Modernist oder Klassizist) mit den großen Hollywood-Emotionen zusammenbringen. Ein peinlich gescheiterter Versuch - es wirkt einfach nur gestelzt.
  3. Da mit DOCTOR STRANGE gerade ein neuer Raimi-Comic-Elfman am Start ist, heute mal ein kleiner Rückblick auf SPIDER-MAN 2 (2004), und die beiden Doc-Ock-Themen. Einmal das Doc-Ock-Hauptthema, das schon im "Main Title" angespielt wird (im vollen Blechbläser-Satz), und dann das stampfende Actionthema aus "The Bank / Saving May". Beide sind letztlich Variationen derselben Idee, basierend auf der kleinen Terz c-es. Doc-Ock-Hauptthema (https://youtu.be/DNti8jHPOG0?t=79) Doc-Ock-Actionthema (https://youtu.be/CoHMITvWeZQ?t=35)
  4. Aber auch völlig nachvollziehbar. Ich würde heutzutage auch niemals für etwas rein Digitales Geld ausgeben. Nur für physische Datenträger mit konkretem Archivierungswert. Es wird sich auch alles wieder zurück zum Physischen entwickeln, da bin ich mir sicher. Spätestens, wenn der erste russische Angriff auf digitale Infrastruktur kommt.
  5. Sehr schönes Arrangement des MUNICH-Themas. Das Album hole ich mir wohl auch, in erster Linie natürlich wegen dem tollen "Highwood's Ghost".
  6. Zwei Lieblingsthemen von mir, aus Stephen Warbecks Musik zum Marquis-de-Sade-Film QUILLS (2000). Das Thema für die Kate-Winslet-Figur Magd Madeleine für Blockflöte, Streicher und Chor ("The Abbe and Madeleine"), sowie das chorale Rondo mit Holzbläser-Begleitung ("The Convent"), das im Film als zeitspezifisches Thema für eine Klostergemeinschaft eingesetzt wird. Beide Themen sind von größter melodischer Schönheit und bilden den Kontrapunkt zu den experimentellen Passagen für den Marquis de Sade. "The Abbe and Madeleine": "The Convent": https://www.youtube.com/watch?v=NFMmogrTMnY https://www.youtube.com/watch?v=zP_e_G9s4Lo
  7. Es ist ein intradiegetischer Soundeffekt. Somit unter den Extras einer solchen Edition gut aufgehoben.
  8. William Stromberg hat vor einigen Tagen einen Partiturauszug aus der Prelude aus THE MAN WHO KNEW TOO MUCH auf Facebook gepostet. Darunter hat er die Frage eines Kommentierenden, ob das ein Hinweis auf eine geplante Neueinspielung sei, mit einem Herzchen geliked. Sieht also schon nach einem Herrmann-Projekt aus.
  9. Ich wäre eher dagegen, solche Standard-Threads wie "Ich höre gerade folgendes Album..." in diese Auswahl zu integrieren. Das klingt halt nicht nach "hand-picked", sondern nach: hier ist am meisten los. Die Funktion einer solchen Auslese sollte nicht sein, eh schon große Threads weiter zu pushen.
  10. Bisher wurden 5 Scores nominiert: THE BATMAN, Michael Giacchino DEATH ON THE NILE, Patrick Doyle MOONFALL, Thomas Wander, Harald Kloser THE NORTHMAN, Robin Carolan, Sebastian Gainsborough UNCHARTED, Ramin Djawadi -------------------------------------------------------------------- Die Nominierungsphase endet am 31. Januar 2023. Bitte immer folgendermaßen nominieren: FILMTITEL, Komponist Also Filmtitel in Großbuchstaben, dann ein Komma und dann den Namen des Komponisten in normaler Schrift.
  11. Wahrscheinlich spielen da nur noch finanzieller Verdienst und die Reunions mit alten Freunden (Burton, Raimi) eine Rolle. (Und natürlich der Werbeaspekt, klar. Mit Marvel-Bullshit generiert man halt Follower.)
  12. Elfmans Filmmusik ist ja eh nicht mehr so interessant. Er legt seinen Fokus ja auch viel mehr auf andere Dinge mittlerweile. Bin viel gespannter auf sein neues Percussion-Konzert.
  13. Das Nebeneinander von modernistischer Textur und heftigsten Klangausbrüchen auf der einen, und extremer Emotionalität auf der anderen Seite ("Alan Parrish" ab Minute 1 gehört IMO zu den rührendsten und schmerzlichsten Stücken, die Horner je für einen Film geschrieben hat). Die Expressivität geht hier sehr weit in beide Richtungen. In der Breite des Ausdrucksspektrums ein für mich fast schon 'idealer' Horner.
  14. Ich vertraue den Labels da nicht mehr so vorbehaltlos. La-La-Land hat solche Dynamik-Verhunzungen betrieben, Varèse auch (siehe GREMLINS 2). Ich weiß auch gar nicht, wie sich Intrada da zuletzt entwickelt hat, meine letzte CD ist schon ein Weilchen her. Nope, LAND BEFORE TIME habe ich mir auch (noch) nicht zugelegt.
  15. Oh, mein Lieblingsscore von Horner. "Remastered" klingt aber erstmal verdächtig: bestimmt in Sachen Loudness an die Vorlieben der heutigen Zeit angepasst. Das alte Album war großartig abgemischt, klangtechnisch eins meiner liebsten Filmmusik-Alben der 90er.
  16. Ich transponiere nie, meine Notenauszüge/Reduktionen entsprechen immer exakt der originalen Tonhöhe. Greenwood arbeitet in diesen Stücken wahrscheinlich ganz gezielt ohne Vorzeichen, um die Ruhe und Einfachheit beider Stücke zu betonen. (Wobei es stimmt, dass in der Filmmusik sehr oft auf C angefangen wird. Je einfacher die Tonart und je weniger Vorzeichen, desto schneller geht's während der Scoring Session. Die müssen das ja alle vom Blatt spielen.)
  17. Auch hier nochmal verlinkt - ein vergleichender Aufsatz zu Greenwoods PHANTOM THREAD und LICORICE PIZZA: http://www.eskalierende-traeume.de/die-5-und-das-musikalische-uebermass-der-liebe-in-paul-thomas-andersons-phantom-thread-und-licorice-pizza/
  18. Heute ein Doppel-Spotlight: Jonny Greenwoods Liebesthemen aus LICORICE PIZZA (das Hauptthema, für Harfe) und PHANTOM THREAD ("Alma", für Klavier und Streicher), jeweils etwa die ersten 45 Sekunden. Mir ist erst spät aufgefallen, dass beide Themen im gleichen Metrum (5/4-Takt) und im exakt gleichen Tempo (♩ = 55) stehen. Über die Symbolik der Zahl 5 in Verbindung mit der Liebesthematik habe ich auf dem Filmblog "Eskalierende Träume" einen kleinen Aufsatz geschrieben: http://www.eskalierende-traeume.de/die-5-und-das-musikalische-uebermass-der-liebe-in-paul-thomas-andersons-phantom-thread-und-licorice-pizza/ https://www.youtube.com/watch?v=30CaC9yC9KQ https://www.youtube.com/watch?v=N8YH8W919gw
  19. Teaser und Trailer (Musik scheint wohl noch Trailermusik zu sein):
  20. Das finde ich zum Einen etwas respektlos @Mephisto und @Stefan Schlegel gegenüber, die gerade im Italo-Filmmusik-Thread ständig ihre Beschäftigung mit den Musiken verschriftlichen und interessante Texte posten. Auch ich bemühe mich seit letztem Jahr mit meinen Film Score Spotlights informative Einblicke in Strukturen bekannter Filmmusiken zu geben (die Notenexzerpte teile ich zwar auch auf Facebook, aber hier im Board gibt's meist die längeren Beschreibungen dazu). Man muss sich halt auch selbst an den Diskussionen und am Austausch beteiligen. Gar nicht mehr mitmachen und so von oben herab sagen "hier ist eh alles nur noch scheiße", finde ich ein bisschen irritierend. Finde ich auch schade, dass die alten Kollegen nicht mehr wirklich "an Bo(a)rd" sind - aber ist Forenaktivität nur möglich, wenn Mods und Admins anwesend sind? So wahnsinnige technische Einschränkungen, die unbedingt behoben werden müssten und die Anwesenheit eines Admins erfordern, sehe ich ehrlich gesagt auch gar nicht. Spotify-Links lassen sich nicht mehr einbinden, aber nun gut: es gibt Schlimmeres (bzw. nicht ).
  21. Das kann schon sein. In diesem Fall würde ich aber eher einen Verschreiber seitens Goldsmith vermuten. Der Schlenker macht nur mit dieser Sekunde Sinn (h-c), und es klingt auch sehr schepp, wenn man statt zum c eine Quarte zum e raufgeht. Mit der Neueinspielung von CAPRICORN ONE habe ich mich mittlerweile auch angefreundet. Früher mochte ich ja wirklich nur die Filmeinspielung, da dort die Instrumentengruppen im Mix stärker fokussiert werden. Zum "Main Title" passt das auch besser, aber einige andere Tracks funktionieren in dem konzertanten Klangkonzept mindestens genauso gut, wenn nicht gar besser (z.B. "Docking" oder "No Water", auch wenn beide für die konzertante Einspielung nochmal etwas bearbeitet wurden).
  22. Sehr gern. Gleich ein Goldsmith hinterher: das Hauptthema aus CAPRICORN ONE (1977), bestehend aus dem berühmten 3/4+5/8-Ostinato, und den aufsteigenden Akkorden der Klaviere und Harfen, die an Richard Strauss' "Also sprach Zarathustra" und damit an die Eröffnung von Stanley Kubricks 2001 erinnern. Ich glaube, Goldsmith hat in einem Interview selbst mal gesagt, dass das seine bewusste ironische Anspielung auf 2001 war, aber ich finde die Quelle nicht mehr... https://www.youtube.com/watch?v=prHxoZj2flc
  23. Das Interessante sind natürlich nicht die Gewinner, sondern die Nominierungen. Die sind auch immer noch ernstzunehmen, weil sie von der Komponistenbranche selbst bestimmt werden. Übertrieben gesagt: Leute wie John Williams oder James Newton Howard haben (mit-)entschieden, dass Scores wie THE POWER OF THE DOG oder DUNE dieses Jahr unter den Nominierten waren. Das Missfallen an DUNE, gerade auch aus den Reihen derer, die Zimmer eigentlich mögen, kann ich immer noch nicht ganz verstehen, ist das doch einer der motivisch reichhaltigsten Zimmer-Scores seit langem. Das "Dream"-Hauptthema, das oktatonische Action-Motiv, der Streicherchoral, der Atreides-Schlachtruf, die Musik für die Bene-Gesserit-Schwestern... das nimmt für Zimmer schon fast leitmotivische Dimensionen an. Bisschen genauer hinhören schadet nicht, liebe Zimmer-Freunde.
  24. Der Film ist in cinephilen Kreisen und überhaupt bei Fans des 80er-Jahre-Kinos (zurecht) ein absolutes Kultobjekt. Denke schon, dass sich das allein deshalb gut verkaufen wird. Gar nicht unbedingt wegen Shore oder der Musik an sich...
  25. Nope, kenne ich nicht. Aber die Leute verstehen halt nicht, dass modernistische Kompositionstechniken zu solchen Extrem-Inszenierungen zuweilen fast besser passen können, da sie ebenso über (klangliche) Extreme funktionieren, über Geräuschhaftigkeit und Rhythmik. Ich wüsste nicht, wieso hier nicht ein beliebiger Cue aus Goldenthals S.W.A.T. - etwas angepasst - ebenso gut, wenn nicht gar besser passen würde, als das völlig ausdruckslose Gewummer von Lorne Balfe. (Filmisch gefällt mir die Szene übrigens gut.)
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