Zum Inhalt springen
Soundtrack Board

Sebastian Schwittay

Mitglied
  • Gesamte Inhalte

    10.176
  • Benutzer seit

  • Letzter Besuch

Alle Inhalte von Sebastian Schwittay

  1. Es ist ja kein "technischer" Aspekt, sondern ein musikalischer. Und ja, erfrischende rhythmische Akzente und farbige Instrumentierungen lösen bei mir durchaus Begeisterung aus. Das tun sie wohl bei jedem Musiker. Sicherlich - zu "Everybody Runs!" aus MINORITY REPORT hatte ich im Rahmen eines Williams-Aufsatzes in der Cinema Musica auch mal ausführlich geschrieben. Den Text werde ich beizeiten mal auf meinen Filmmusikblog stellen.
  2. Lars (nicht Lukas) weiß schon lange, dass ich seine Sicht auf Filmmusik nicht besonders inspirierend finde. Darüber gab es in der Vergangenheit schon oft Diskussionen. Immerhin ist er aber nicht so ein politischer Demagoge wie du, der sich über "Wasser auf rechte Mühlen" freut und links eingestellte Menschen beschimpft (der "linke Vogel" ist die erste echte Beleidigung in diesem Thread, aber hey, ich lasse mir davon ganz sicher nicht die Laune verderben ). Ein Tipp: wenn du willst, dass dir das jemand glaubt (offenbar ist es dir ja wichtig), würde ich mich an deiner Stelle nicht wie Sheldon Cooper verhalten. Der hatte in der Serie übrigens auch eine Beziehung.
  3. Lars tickt hier nur ähnlich wie du. An seiner utilitaristischen Weltsicht habe ich mich schon oft gerieben, insbesondere wenn er wieder eins seiner Loblieder auf die "Funktionalität" von Filmmusik anstimmt ("Kunst ist doch egal, funktional und nützlich muss es sein!"). Tut mir leid, aber mir sind übermäßig pragmatische Menschen ohne Ideale und Moral hochgradig suspekt. Und euer beider Gerede über "Selbsterhaltungstrieb" und "Überlebensmodus" ist für Menschen wie mich einfach unerträglich. Immer wieder verblüffend jedenfalls, mit welchen Leuten man die Leidenschaft für so etwas Schönes, Erhabenes und Idealistisches wie Instrumentalmusik teilt. Als ob ich noch ein paar zusätzliche Bestätigungen bräuchte... ein knallharter Darwinist bist du also auch noch.
  4. Findet ihr es auch so toll, wie Williams die Pauke ab 1:57 für drei Takte auf der 3 des 3/4-Takts, und dann plötzlich unvermittelt auf die 1 setzt? Dieser Groove, dieses herrliche Arbeiten im kleinsten Detail... großartig! ("He [Williams] was very acutely aware of rhythmic flaws and nuances, and sometimes obsessed a little", so das Zitat eines Musikers in Jon Burlingames Artikel. Das glaube ich sofort! ) Allein in diesen 2 Minuten "chase..." steckt genug für einen kleinen Aufsatz. Die völlig unkenntliche Variation des "memory..."-Themas bei 1:05, das synkopisch total überbetonte Becken ab 1:33 (tsch... tsch... tsch, tsch... tsch, tsch, tsch! - hier saß Williams der Schalk im Nacken, als er an der percussion stave saß ), der Höhepunkt bei 1:49 (herrlich grotesker Moment im Film!), und natürlich die zauberhafte Harfe über den punktierten tiefen Streichern bei 1:50... Um es mit Elliot Goldenthal zu sagen: "Music is about detail!" ❤️
  5. Immerhin hat mein letzter Satz, der ja nun scheinbar aus meinem Kommentar gelöscht wurde, in Lars' Zitat überlebt. Genau diesen Aspekt der "Nützlichkeit" habe ich in Mistermaffays Kommentar kritisiert ("solche unwichtigen Dinge wie Tiere"). Übrigens: wer das Primat der Nützlichkeit radikal umsetzen möchte, schafft auch Kunst und Kultur ab. Die ist nämlich auch nicht "nützlich" im ökonomischen Sinne. Aber das ist sicher alles zu akademisch, ich halte jetzt lieber mein freches Maul.
  6. Die Tatsache, dass ihm dieses Gefühl von Verbundenheit gar nicht begreiflich wird - nicht mal dann, wenn man ihn mit der Nase drauf stößt - , erhärtet halt den Verdacht, dass er ein kalter Zyniker ist. Und da frage ich mich: wieso beschäftigen sich solche Leute überhaupt mit Musik? Warum nicht mit einem "kalten Gegenstand" wie Geld oder Finanzen? Dafür braucht man kein Mitgefühl mit Menschen oder Tieren, nur Mathematik und Logik.
  7. Das ist nicht frech, sondern einfach nur eine Beobachtung, die auch schon andere Board-Mitglieder gemacht haben. "Linksversiffter Elfenbeinturm", "typisch links", die "bezahlten Kritiker", und jetzt natürlich auch die bösen, staatszersetzenden Akademiker... Der AfD-Sprech und die rechten Narrative quillen förmlich aus jedem deiner Sätze (deinen Tonfall meine ich gar nicht; "Herz auf der Zunge" ist hier nicht das Problem).
  8. Deswegen ist es ja so wichtig, Konzertfassungen zu identifizieren bzw. sie vom eigentlichen Score zu differenzieren. Eine Konzertfassung kann prägnant auf dem Album auftauchen, muss aber im filmischen Zusammenhang kein allzu wichtiges Thema sein. "For Gillian" aus THE FURY wäre ein schönes Beispiel, um bei Williams zu bleiben. Auf dem Albumschnitt prominent platziert als Track 2, zieht der konzertante Satz große Aufmerksamkeit auf sich; im Film spielt das Thema jedoch nur eine sehr untergeordnete Rolle.
  9. Natürlich würde ich mein Haustier retten. Wie gesagt: dir fehlt was. Aber wen wundert es, bei deinen völlig unempathischen, rechtspopulistisch angehauchten Statements der letzten Zeit.
  10. Es wird dreimal kurz angespielt, wenn im Film die Tiere auftauchen (Kardinal, Hirsche, Fuchs) + die Konzertfassung in den End Credits. Das "Memory"-Thema kommt allerdings genauso oft vor, und ist als Thema für Emily Blunts Figur auch viel prägender für die emotionalen Momente des Films.
  11. Ganz ehrlich, mittlerweile verstehe ich, wieso du mit einer feinfühligen Musik wie DISCLOSURE DAY nichts anfangen kannst. Aus der oben zitierten Aussage spricht die totale emotionale Verarmung.
  12. Du hast den Akzent auf dem zweiten e vergessen: Mellé. Demnach würde ich ihn französisch aussprechen, mit Betonung auf dem letzten e.
  13. Und vor allem an Mike Batts WETTEN DASS...?-Thema aus den 90ern.
  14. Welches Thema ist denn mit "Hauptthema" gemeint? Der Film hat zwei zentrale Themen, das "Listen"- und das "Memory"-Thema, wobei keinem von beiden die Rolle eines echten Hauptthemas zukommt. (Weiterhin gibt es das "Empathy"-Thema, das "Believe"-Thema, ein sehr zurückhaltendes Thema für Daniel, sowie mehrere Motive wie die dunkle Blechbläser-Figur für Noah Scanlon oder das Minimal-Music-Streichermotiv...)
  15. Der Score ist schon grundsolide, und aus heutiger Perspektive - also verglichen mit völlig gesichtslosen Scores wie Wallfischs ALIEN: ROMULUS - sogar noch besser. Recht schönes melodisches Material, ein paar ganz sympathische Horner- und Goldenthalismen; nur das Actionscoring ist mir nach wie vor zu lärmend. Da finde ich Frizzells DANTE'S PEAK besser (wobei da das beste Material eh von James Newton Howard stammt; nicht nur das "Theme", wie es auf dem Album heißt, sondern auch zentrale Actionpassagen wie der "Main Title" oder die Krater-Rettung). DANTE'S PEAK ist ein absolut zeitloses Meisterwerk des Katastrophenfilms, das hat die Genre-Cinephilie bereits in den 2010er Jahren einhellig festgestellt.
  16. Hier mal wieder eine Veranstaltungsankündigung für die Kino-interessierten Board-Mitglieder: Anfang Juli findet im Deutschen Filmmuseum in Frankfurt am Main eine von mir und einigen Kollegen kuratierte Filmreihe zum französischen Genrekino statt, die auch einen Programmschwerpunkt zu Philippe Sarde haben wird. U.a. werden LE CHOIX DES ARMES, LE TRAIN und LA GARCE gezeigt. Unser Forumsmitglied @Stefan Schlegel wird am 8. Juli anwesend sein und zu Sardes LE CHOIX DES ARMES sprechen, worauf ich mich schon sehr freue! Außerdem gibt es am 11. Juli ein Publikumsgespräch mit @Mephisto und mir zu LA GARCE, zu Sardes Filmmusiken auf CD, sowie zu den Arten und Weisen, sich sein umfangreiches Werk zu erschließen. Titel des Gesprächs: "Philippe Sarde: Die Exploration eines Schaffens". Das komplette Programm gibt es unter: Cinéma Bis? Facetten des französischen Genrekinos – Filmkollektiv Frankfurt
  17. Du meine Güte... habe mir das gerade mal vergleichend angehört. Wer um alles in der Welt empfand dieses Allerwelts-Minütchen des Desplat-Tracks so wahnsinnig prägnant, dass er/sie sich beim Williams-Track "disclosure..." daran erinnert fühlte? @Soundtrack Composer, du? Das sind a-moll-Quinten als Liegetöne mit Kleinterz- und Sekund-Tupfern im hohen Klavier. Das erreicht nicht mal Schöpfungshöhe. Und die Unterschiede sind ja dann auch viel charakteristischer als die Gemeinsamkeiten: die bei Desplat ab 0:55 einsetzenden Bassstimmen bewegen sich viel schneller und "sphärischer", während die Celli bei Williams geradlinig und melodisch verlaufen. Und die Hauptidee des Williams-Tracks ist ja eh die schmerzlich fallende Sekunde des Englischhorns bei 2:07, und später auch der anderen Holzbläser. Diese Idee findet man im Desplat-Track nirgends. Hier mal beide Tracks im Vergleich, dass sich alle Mitlesenden ein Bild dieser Spitzfindigkeit machen können:
  18. Der "modernste" Track ist btw gar nicht "disclosure..." oder gar "dive..." - die im Detail beide sehr Williams-typisch sind - , sondern "kxce..." mit seiner konventionellen Moll-Figur, die ständig auf andere Tonstufen geschoben wird. Ein absolutes Klischee in der Spannungsvertonung seit den frühen 2000ern. Dass Williams hier nochmal derart in moderne Scoring-Konventionen eintaucht, hätte ich nicht für möglich gehalten.
  19. Wir sind hier zunehmend überhaupt nicht mehr einer Meinung. Immer öfter bügelst du hier mit vorschnellen Urteilen über starke und gehaltvolle Musik, während du die Auffassungen anderer Foren-Mitglieder arrogant abkanzelst statt sie als Anregung aufzufassen oder deine eigene Perspektive zu bereichern. "Ich habe mir meine Meinung bereits gebildet", krakeelst du selbstsicher, einen Tag nachdem das Album erschienen ist. WTF? Wenn ich eines aus meiner "Sozialisation" im Cinemusic-Forum - und durch die Beschäftigung mit (ernsthafter) Filmmusikkritik in den frühen 2000ern - gelernt habe, dann dass sich starke Filmmusik oft erst durch mehrere Hördurchgänge erschließt. Dein grotesk selbstbewusstes Auftreten bei völligem Am-Kern-des-Gegenstands-Vorbei erinnert mich ein bisschen an mein 16-jähriges Ich, das damals zurecht von Michael Boldhaus und Co. zurechtgewiesen wurde... Setz dich mal hin, vertief dich in den Score und poste in einer Woche was zur Musik, wenn du sie gehört hast. Ein völlig unsinniger Vergleich. Ähnlich gelagerte Williams-Musiken, die sich zum Vergleich anböten, wären A.I., MINORITY REPORT, z.T. auch WAR HORSE, was die pastoralen Vaughan-Williams-Einflüsse betrifft, oder auch THE FABELMANS, in der Behandlung von Solo-Klavier und -Harfe. Aber nun ganz sicher nicht CATCH ME IF YOU CAN.
  20. Das Album enthält fast den vollständigen Score. Plus Konzertversionen und Themen, die im Film gar nicht verwendet werden. Bin noch total geplättet vom Score (und vom Film!) und werde noch 1-2 Tage brauchen, bis ich etwas formulieren kann, was diesem späten Meisterwerk gerecht wird. Ich kann nur sagen: @Mistermaffay, du bist auf dem völlig falschen Dampfer.
  21. Album ist ja nun schon durchgesickert - ich rate allerdings von einem Hördurchgang ab, da stark komprimiert. Habe kurz reingehört, die Tracks oben waren echt, und - was mir wichtig war - es gibt zumindest zwei vollwertige Actiontracks: "chase..." und "unseen...". Ersterer schön modernistisch à la WAR OF THE WORLDS (mit haufenweise Akzenten der muted trumpets), der andere rhythmisch-treibend à la MINORITY REPORT. Macht Laune!
  22. Ab 1:55 hört man immerhin das "Archimedes-Thema" in einer ziemlich authentisch klingenden Variation – und dass das Thema echt ist, beweist ja der Paris-Instagram-Clip sowie die Dolby Promo. Hast du beide gesehen und gehört, @Howard? Würde mich schon wundern, wenn eine KI ein bestehendes Thema so gut und ausdrucksvoll variieren könnte. Zusatzinfo aus dem JWFan-Forum: - "ScoreWorld is Bart Oss IIRC. Notorious leaker." - "Only posting this here because they posted two of Ben Wallfisch’s Twister's cues before that album was officially announced / released back in 2024." Also offensichtlich ein Raubkopierer, der irgendwie bereits ans Album gekommen ist und das nun über Telegram überteuert ungeduldigen Fans andrehen will.
  23. Ausschnitte aus zwei weiteren Tracks: "believe..." und "celestial..." Das Thema in "celestial..." ab 1:55 im Video dürfte das zweite (oder vielleicht das eigentliche Haupt-)Thema sein, das so ein bisschen nach dem Archimedes-Thema aus DIAL OF DESTINY klingt. Hat man schon im Paris-Instagram-Clip gehört, als Spielberg auf die Bühne geht.
  24. Ich mag den altertümlichen, fast mittelalterlichen Touch des Themas. Die Kirchentonart dorisch, sowie die Kadenz-hafte Wirkung (das Thema wendet sich sofort auf den Ton zurück, auf dem es angefangen hat) lassen es für mich wie ein ehrwürdiges Grals- oder Kreuzritterthema klingen. Habe da sofort alte französische Burgen und Klöster vor dem inneren Auge. Hätte ich bei dem Stoff nicht erwartet! Toll auch die Highlights der Harfe, der anmutsvolle Einsatz der Blechsektion bei 2:13, und vor allem natürlich diese mystische Dissonanz kurz vor Schluss bei 3:37. Eine tolle erste Konzertfassung, ich bin begeistert!
×
×
  • Neu erstellen...

Wichtige Information

Wir nutzen auf unserer Webseite Cookies, um Ihnen einen optimalen Service zu bieten. Wenn Sie weiter auf unserer Seite surfen, stimmen Sie der Cookie-Verwendung und der Verarbeitung von personenbezogenen Daten über Formulare zu. Zu unserer Datenschutzerklärung: Datenschutzerklärung