Na ja, aber einen schlechten Film an noch schlechteren zu messen und dann zu sagen "Soo schlecht ist der nicht!", bringt ja auch nichts.
In Carpenters komplettem Schaffen gesehen ist "Ghosts of Mars" sicherlich der Tiefpunkt, allerdings der Tiefpunkt einer vorher schon abwärts zeigenden Spirale. Nach "They Live!" hat Carpenter für mich nur noch einen richtig guten Film gemacht und das war "In the Mouth of Madness". Alles andere, was er in den 90ern rausgehauen hat, verläuft von "Durchschnitt" bis "Uninteressant", wenn ich da an "Memoirs of an invisible Man" denke oder auch die völlig in die Hose gegangene Fortsetzung von "Escape from New York", "Body Bags", "Vampires" und "Village of the Damned" sind ebenfalls höchstens Durchschnitt, man merkt den Filmen an, dass Carpenter das "Feuer" verloren hat, was er nach "Ghosts of Mars" auch so ähnlich selbst sagte.
"Ghosts of Mars" krankt an so vielen Sachen, angefangen von den durchweg unsympathischen Figuren, den miesen Dialogen, über die langweilige Handlung, die durch die ständigen Rückblenden komplett zerschlagen wird, bis hin zu stupiden Ballerorgien, die man so auch in jedem x-beliebigen Direct-to-video-Reisser von Steven Seagal sehen kann. Der krachende Heavy-Metal-Score setzt dem Ganzen noch die Krone auf, auf CD ist das gar nicht mal so übel, im Film ist die Musik aber besonders am Ende nur noch reiner Krachmacher.
Nach dem Film zog sich Carpenter ja auch erst mal zurück, er hatte keine Lust mehr auf´s Filmemachen, erst 2006 kam er mit den "Masters of Horror" zurück, aber in Interviews, selbst zu "The Ward", merkt man schon, dass Carpenter sich nicht mehr völlig ins Filmemachen stürzt, sondern das quasi nebenher abhandelt. Ich würde mich zwar freuen, wenn Carpenter nochmal an alte Zeiten anknüpfen könnte, aber so ganz glaube ich da nicht mehr dran. Mal sehen, was die nächsten Projekte bringen.