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Stefan Schlegel

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  1. Philippe Sarde

    Nein, das ist keine neue Einspielung, sondern es ist schon die Originalaufnahme mit Stéphane Grappelli (Violine) und Marcel Azzola (Akkordeon) als Solisten und Orchester (wohl LSO) dirigiert von Carlo Savina. Es sind nur bei zwei oder drei Tracks offenbar alternative Takes verwendet worden gegenüber der LP, wo mal rund 30 Sekunden zwischendrin dann einfach etwas anders ausfallen gegenüber der LP. Es fällt eben nur auf, wenn mal kurz ein Solo-Violinen-Part fehlt, den man an einer bestimmten Stelle von der LP her sonst gewohnt ist zu hören. Zudem ist auf der EGARÉS-CD der dritte Track (also “Un Printemps 1940”) aus LE TRAIN übernommen worden, aber alles andere ist im Prinzip der originale ADOLESCENTE-Score. Die Tracksequenzierung ist natürlich auch wieder ziemlich anders als auf der 1979er-LP. L´ADOLESCENTE erscheint genau deshalb auch nicht regulär auf CD, weil der Score eben bei EGARÉS bereits fast vollständig vorliegt.
  2. Philippe Sarde

    Ja, das von Jeanne Moreau - die ja im späteren LA VIEILLE-Film die Hauptrolle hat, von daher der Rückbezug - gesungene Lied "J´attendrais" ist wunderbar. Es ist das erste Stück auf der A-Seite der ADOLESCENTE-LP. Zählt für mich zu den schönsten und lyrischsten Sarde-Platten überhaupt: https://www.discogs.com/de/Philippe-Sarde-LAdolescente-Bande-Originale-Du-Film/release/2937261 Natürlich gibt es die instrumentalen Tracks mit anderen Titelbezeichnungen fast alle auch auf der LES EGARÉS-CD von Sarde, die 2003 auf Universal France herauskam - nehme mal an, daß Du die möglicherweise hast, oder? - , da das Meiste aus L´ADOLESCENTE dafür stillschweigend wiederverwendet wurde, aber das Chanson war auf dieser CD eben leider doch nicht mit dabei. Vermutlich auch aus rechtlichen Gründen. Ist daher nur auf der alten LP zu finden, die ich absolut empfehlen kann.
  3. Philippe Sarde

    Kleiner Hinweis, wo genau dieses Thema ursprünglich herkommt. Hast Du die ADOLESCENTE-LP auch in Deiner Sammlung?
  4. Die erste Filmmusik: Symphony of Six Million (1932)

    Das würde ich so nun auch nicht unbedingt behaupten wollen, denn es gab auch schon vor KARAMASOFF selbstverständlich Tonfilme hier in Europa, die ziemlich viel Musik enthielten. Man muß natürlich bedenken, daß oft ein Film teilwwiee noch stumm und teilweise mit Ton gedreht wurde. Streng genommen müßte man auch René Clair´s SOUS LES TOITS DE PARIS von 1930 hier schon dazu zählen, da das Haupthema immer wieder – gesungen und instrumental – nebst dramaturgischer Hintergrundmusik von Armand Bernard erscheint. Wolfgang Zeller z.B. hatte solche Musik-Dialog-Mischungen schon in LAND DER FRAUEN an 1929 vorgemacht, der auch noch zum Teil als Stummfilm gedreht worden war, aber dann nachsynchronisiert als Tonfilm herauskam. LE SANG D´UN POÈTE (1931) von Jean Cocteau mit der Musik von Georges Auric müßte man dazu zählen, selbstverständlich auch den sehr bekannten EMIL UND DIE DETEKTIVE von 1931 mit Musik von Allan Gray, die auch in den Dialogen vorkommt. Wenn man genau nachforscht, gäbe es schon einiges aufzufinden aus den Jahren 1930 und 1931.
  5. Die erste Filmmusik: Symphony of Six Million (1932)

    Solche Aussagen sind doch im Prinzip viel zu verallgemeinernd und lassen z.B. das ganze europäische Kino der frühen 30er völlig außen vor, wo längst schon vor Steiner auch Dialogszenen mit Musik untermalt wurden. Nur mal drei Beispiele mit frühen europäischen Tonfilmen, die wirklich sehr umfangreiche, eigens für den jeweiligen Film komponierte Orchestermusik enthalten, die zudem auch in Dialogszenen vorkommt, allesamt von 1931 oder (bei VAMPYR) Anfang 1932: DER MÖRDER DIMITRI KARAMASOFF mit Musik von Karol Rathaus (ein Score, den Bernard Herrmann im übrigen sehr bewunderte!), VAMPYR mit Musik von Wolfgang Zeller oder GOLDENE BERGE mit Musik von Dmitri Schostakowitsch. Wenn man das nicht weiß oder noch nie was davon gehört hat, dann einfach mal reinhören – die beiden ersten Filme sind sogar komplett bei Youtube zu sehen – und sich selbst ein (Hör)-Bild davon machen.
  6. Nein, absolut nichts Neues. Ich würde selbst auch gerne mehr wissen wollen, aber die lassen von außen niemanden ran. Und es geht einfach nur darum, daß die Archive von den Zuständigen bei CCC überhaupt mal durchstöbert werden. Allein das ist der springende Punkt. Der Laie mag das nicht glauben, aber das kann ewig dauern bis ich da eine Antwort erhalte oder halt keine. War bei SERENGETI DARF NICHT STERBEN auch nicht viel anders und auch da hat es mehrere Jahre gedauert bis endlich im Keller nachgeschaut wurde.
  7. Mario Nascimbene

    Die CD-Veröffentlichung ist für Zamori dadurch natürlich deutlich günstiger ausgefallen. Insofern konnte er ganz locker hinschreiben “Licensed from Mario Nascimbene” als ob der Komponist selbst die Rechte an allem, was sich auf der CD befindet, gehabt hätte. Bei Nennung der Filme hingegen hätte er ja alles bei Musikverlagen und Studios ordentlich lizenzieren müssen – was er logischerweise so nicht gemacht hat, denn sonst wäre es etwas teurer geworden für ihn. Nomalerweise kann er ja nicht einfach ohne die Gemehmigung von Turner Entertainment (die die Rechte an den alten MGM-Titeln haben) ein paar Tracks aus WHERE THE SPIES ARE offiziell herausbringen. Aber so in der Art versteckt hat ja eben kaum einer was gemerkt. Auch auf den alten Melodie e Ritmi-LPs waren selbstverständlich die Scores bzw. Filme, aus denen die einzelnen Nascimbene-Tracks stammten, gar nicht angegeben. Insofern wußte eigentlich ohnehin kaum jemand, was nun da überhaupt woher stammt.
  8. Mario Nascimbene

    Die ganze FOOPTRINTS-CD speist sich aus den vier “Melodie e Ritmi” Library LPs von 1969, vor allem aus Nummer 1 “Jazz Commento” (deren Inhalt entspricht Track 1-17 von der CD) wurde dafür herangezogen. Bei Discogs etwa findet man die Cover der ganzen Melodie-LPs abgebildet und auch deren Tracklisting. Hier noch die Rätselauflösung für die oben nicht identifizierten Tracks. Dies sind die Filme, aus denen die weiteren Stücke ab Track 10 stammen (nur Track 18 “Abbandono” und Track 25 “Slow Blues” konnte ich bislang auch nicht zuordnen): - Track 10-13 "Suite for a Psychological Film": aus MORTE DI UN AMICO (1959) [die vier Tracks sind übrigens alle auch auf der alten CAM-CD aus den frühen 90ern mit MORTE DI UN AMICO enthalten] - Track 14-16 (die ersten drei Tracks dieser "Rhythmic Suite"): aus WHERE THE SPIES ARE (1965) - Track 17 “Blues Finale”: aus LA BANDA CASAROLI (1962) - Track 19 “Blues del tramonto”: wiederum aus MORTE DI UN AMICO (1959) - Track 21 “Classic Beguine”: aus AMERICA PAGANA (aber nicht die Originialaufnahme von 1955, die es auch auf einer seltenen Library-LP mal gab, sondern 1969 neu aufgenommen mit Pregadio als Dirigent für die Melodie e Ritmi-LP) - Track 22 “Il mio amore in Blues”: aus LA GARCONNIÈRE (1960) - Track 23 “Ritmico Swing”: aus TOGLI LE GAMBE DAL PARABREZZA (1969) - Track 24 “Omaggio a Shearing”: aus THE VENGEANCE OF SHE (1966) - Track 26 “Swing in Quartet”: aus TOGLI LE GAMBE DAL PARABREZZA (1969)
  9. Alhambra: The Orson Welles/A. F. Lavagnino Collaboration

    Zum Teil ja. Die Absicht bei FALSTAFF war es, die Highlights - nicht die komplette Musik, weil wir sonst zwei CDs für alles gebraucht hätten - mit rund 20 Minuten auf der CD anzubieten. Von diesen 20 Minuten sind knapp 8 Minuten neu und zuvor nie veröffentlicht worden. Musikalisch besonders interessant sind hierbei die drei Stücke "The King´s Soliloquy", "Attack on the Pilgrims" und ""The King´s Funeral", die nochmals ein paar neue Facetten des Scores aufzeigen, die bislang gar nicht zu hören waren. Gerade diese drei Tracks waren eigentlich noch essentiell und hatten beim alten Album gefehlt. Mehrere Hörclips, darunter auch aus "King´s Soliloquy", gibt es inzwischen auf der SAE-Seite: http://www1.screenarchives.com/title_detail.cfm/ID/34615/THE-ORSON-WELLES-A-F-LAVAGNINO-COLLABORATION-THE-MERCHANT-OF-VENICE-FALSTAFF-OTHELLO-300-EDITION/
  10. THE ORSON WELLES/A. F. LAVAGNINO COLLABORATION (THE MERCHANT OF VENICE/FALSTAFF/OTHELLO) Music Composed by Angelo Francesco Lavagnino Alhambra A 9043 Das elfte CD-Album in unserer Alhambra-Reihe mit Werken des berühmten italienischen Komponisten Angelo Francesco Lavagnino (1909 – 1987) widmet sich dessen Zusammenarbeit mit dem legendären amerikanischen Regisseur Orson Welles und präsentiert vor allem die Weltpremiere der kompletten Originalmusik in Stereo zu dem unvollendeten und lange verschollen geglaubten TV-Film THE MERCHANT OF VENICE von 1969. Neben der Originalaufnahme bringt die CD zudem die 22-minütige Neueinspielung mit dem Orchestra Classica di Alessandria unter der Leitung von Roberto Granata zu Gehör, die zur Eröffnung der Filmfestspiele in Venedig im September 2015 live gespielt und aufgenommen wurde. Lavagnino schrieb für diesen Film in nur wenigen Tagen eine temperamentvolle und festliche Musik mit Renaissance-Zeitkolorit neben einem melancholischen Liebesthema für Shylocks Tochter Jessica. Auch die beiden früheren Lavagnino-Scores auf dieser CD entstanden für Welles´ Shakespeare-Adaptionen. Aus der Originalmusik zu OTHELLO von 1951 erklingen drei Tracks, die durch ihre ungewöhnliche Vermischung mittelalterlicher und modernistischer Klänge faszinieren. FALSTAFF aus dem Jahre 1965 ist mit rund 20 Minuten repräsentiert, darunter befinden sich auch einige Tracks, die nie zuvor veröffentlicht worden sind. Für diesen Film schrieb der Komponist einen kraftvollen exotischen Marsch und für die berühmte Schlachtszene ein kontrapunktisch eingesetztes musikalisches Requiem für Sopranstimmen. Das Originalband von THE MERCHANT OF VENICE stammt aus dem Nachlass des Komponisten und wurde uns freundlicherweise von dessen Töchtern zur Verfügung gestellt. Für die Verwendung der Neueinspielung dieses Scores möchten wir uns beim Dirigenten Roberto Granata und dem Leiter des Lavagnino-Festivals in Gavi bedanken. Die CD ist ab Ende nächster Woche in Deutschland lieferbar und kann in Kürze bei allen bekannten Soundtrackhändlern vorbestellt werden. Tracklisting: The Merchant of Venice (1969) 01. Jessica‘ s Theme 1:01 02. Tarantella 2:25 03. Carnival of Venice 1:26 04. Jessica‘ s Theme (Lute Version) 1:54 05. The Harpsichord in Antonio‘ s House – Sunset in Venice 2:13 06. The Garden at Night – Jessica‘ s Theme 0:48 07. Acrobats 2:00 The Merchant of Venice (1969) – BONUS TRACKS 08. Percussion Source Music #1 1:06 09. Percussion Source Music #2 1:10 10. Percussion Source Music #3 1:15 The Merchant of Venice (1969 / 2015) 11. “The Merchant of Venice” Suite (new recording) 22:20 Falstaff (1965) 12. Intermezzo Grottesco (Alternate Version) (from “Falstaff”) * 1:05 13. Apertura Festosa (from “Falstaff”) 1:20 14. Intermezzo Agreste (from “Falstaff”) 3:07 15. Ricercare Rusticano (from “Falstaff”) 2:47 16. Falstaff (Attack on the Pilgrims) * 1:34 17. Battaglia e Campo di Morte (from “Falstaff”) 4:45 18. Falstaff (The King´s Soliloquy) * 2:42 19. Falstaff (Antica Cantica D’Amore – Alternate Version) 1:09 20. Falstaff (The King´s Funeral) * 1:40 21. Falstaff (End Cast) * 0:59 * = previously unreleased Othello (1951) 22. Funeral 3:28 23. Main Title 1:08 24. Finale 1:04 Interview Segments with A. F. Lavagnino 25. About the collaboration with Orson Welles 0:50 Randall Larson‘ s interview recorded by Alessandro Panuccio in Rome on June 26, 1984 26. About the first encounter with Orson Welles 3:30 Interview recorded 1980, musicista per film, interview by Enrico Ghezzi/Marco Giusti 27. About the music for the battle sequence in „Falstaff“ 3:53 Interview recorded 1986, interview by Enrico Ghezzi 28. About the music for „Merchant of Venice“ 6:44 Interview recorded 1986, interview by Enrico Ghezzi Auszüge aus der CD sind in diesem Youtube-Video zu hören:
  11. Mario Nascimbene

    Ach ja, stimmt, diese NoShame-Zurlini-DVD-Box, die zudem auch noch ESTATE VIOLENTA enthält, gabs ja auch mal vor mehr als 10 Jahren. Nur ist die inzwischen ganz schön teuer geworden: https://www.amazon.de/Valerio-Zurlini-Box-Set-Masterpieces/dp/B000F48DAK Ich dachte jetzt eher an diese normalen US-DVDs (auf Ivy oder Koch), bei denen die Amazon-Kundenrezensionen doch ziemlich abschreckend sind, was den Transfer auf DVD angeht: https://www.amazon.com/Girl-Suitcase-Claudia-Cardinale/dp/B00028G554/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1501519067&sr=8-1&keywords=girl+with+a+suitcase https://www.amazon.de/Girl-with-a-Suitcase/dp/B0001B50EY Ich fand übrigens die 8 Minuten von RAGAZZA CON LA VALIGIA auf der alten CAM-CD immer eine ganz tolle Sache mit zwei der schönsten melodischen Einfälle Nascimbenes überhaupt. Allerdings verliere ich auf der Quartet-CD nach rund der Hälfte der Tracks die Lust an dem Score, weil fast immer wieder dasselbe kommt und es einem dann wirklich zuviel wird. Das Ganze macht somit auf Dauer die Musik für mich eher kaputt, da eine solche Art der Präsentation ja auch nie vorgesehen war und völlig übertrieben ist - wenn wir mal davon ausgehen, daß im Film sicher nicht mehr als die Hälfte der Stücke überhaupt vorkommt. Wenn man so was rausbringt, dann hätte gerade dieser Score wirklich eine richtig gute Gliederung gebraucht - Alternates auf jeden Fall nach hinten platziert, sofern man sie denn haben will! - und nicht von der Sequenzierung her so ein schwaches 08/15-Release, wo einfach alles nur blindlings zusammengewürfelt wurde. Der Booklet-Text ist bezüglich des Films und bezüglich Zurlini ganz gut geraten, zur Musik selbst gibts jedoch außer einem biographischen Nascimbene-Abriss eigentlich gar nichts. Das ist schon auch etwas enttäuschend.
  12. Mario Nascimbene

    Angus, bezüglich dem”Deguello”-Track täuschst Du Dich. Damit hat Nascimbene überhaupt nichts zu tun gehabt. Für den Film wurde ganz einfach das Arrangement von Nelson Riddle verwendet, das um 1960 herum auf Single und EP (auch in Italien) veröffentlicht wurde und deshalb ziemlich populär war. Du kannst die Riddle-Version auch bei Youtube mehrfach anhören. Auf der Quartet-CD hat man – möglicherweise aus Unkenntnis des Sachverhalts – Riddle gar nicht angegeben und einfach gar nichts zu dem Track dazu geschrieben. Was mich auf der viel zu langen und damit zu repetitiven CD nervt, ist sowieso das lieblose Aneinanderreihen von kurzen Tracks ohne überhaupt irgendwie zu erwähnen, welches Stück sich denn nun auf welche Szene bezieht. In der Art – Seq. 1 bis Seq. 29 – kann man einem selbstverständlich alles Mögliche unterjubeln, das macht wirklich wenig Sinn und ist ärgerlich. Und 50 Minuten Nascimbene-Musik sind doch im Film garantiert nicht drin, oder? Meines Erachtens ist da bestimmt ein ganzer Haufen von Alternativ-Versionen ziemlich wahllos mit ins normale Score-Programm der CD reingezerrt worden, nur um dann mal wieder mit einer langen Spielzeit prahlen zu können. Ich habe den wunderbaren Film vor rund 15 Jahren gesehen, von daher schon eine Weile her, aber mir sind eher so um die 20-25 Minuten mit reiner Nascimbene-Musik in Erinnerung, zumal der Rest des Films im Kontrast dazu ja auch noch mit vielen zeitgenössischen Schlagern aus der Jukebox oder dem Autoradio gefüllt ist. Hast Du den Film erst kürzlich gesehen und kannst daher vielleicht genauer sagen, wie viele der Nascimbene-Tracks der CD wirklich vorkommen? Leider gibts in Deutschland ja immer noch keine DVD von RAGAZZA CON LA VALIGIA. Ich werde mir deshalb demnächst doch die französische DVD kaufen, die qualitativ wohl die beste ist (ganz im Gegensatz zu den kaum empfehlenswerten US-DVDs). Zu Mascitti noch was: Er hat ja an 2002 das Nascimbene-Festival und den Nascimbene-Award in Orsogna ins Leben gerufen und dort auch immer viel Prominenz eingeladen. Er war 2002 noch ein junger Student und da er sich so für Nascimbene engagierte, hat die Witwe von Nascimbene eben ihm dann auch die ganzen Bänder aus dem Nachlaß übergeben, da sie nicht wußte, was sie nach Nascimbenes Tod denn damit machen sollte. Nur ist es halt so: Mascitti kannte und kennt sich mit diesen Bändern auch nicht aus, und die sind anscheinend bis heute – also nach 15 Jahren - nicht mal katalogisiert. Habe diese Info erst letztes Jahr von einem spanischen Freund erhalten, der absoluter Nascimbene-Fan ist, sich unheimlich gut mit dem Werk auskennt, eine Studie über ihn macht und wirklich alles versucht hat, um mit Mascitti in Kontakt zu kommen. Es war schon ein Wunder, daß er überhaupt kurz eine Antwort erhalten hat, was sonst bislang kaum jemand geschafft hat, und er hat Mascitti angeboten, die Bänder mit ihm zusammen zu ordnen, aber selbst da ist der Kontakt offenbar wieder abgebrochen und es kam seither keinerlei Feedback mehr. Mascitti ist schon eine merkwürdige Person, der sich abschottet und andere halt nicht an die Sachen ranläßt.
  13. Mario Nascimbene

    Ehrlich gesagt wird sich diskographisch in Sachen Nascimbene nicht mehr viel tun. Das CAM-Archiv ist nach der jetzigen Veröffentlichung von UN REIETTO DELLE ISOLE hinsichtlich Nascimbene-Scores nahezu ausgeschöpft – im Prinzip kann da nur noch IL DISORDINE von 1962 gebracht werden, der aber wohl von der Spielzeit her eh nicht besonders lang ist. RCA dürfte nichts mehr haben, Beat sowieso nicht, und Cinevox hat halt noch das LP-Master von STORIA DI SAN MICHELE/COMMANDOS, was mit insgesamt 20 Minuten viel zu kurz geraten ist. José Benitez von Quartet wollte COMMANDOS vor ein paar Jahren mal machen, hat dann aber schnell wieder einen Rückzieher gemacht, als er gemerkt hat, daß Cinevox keine kompletten Bänder der Scores hat und nur so wenig Material mit rund 10 Minuten davon dort vorhanden ist Das Problem ist mehr oder wengier, daß der Nascimbene-Nachlaß heutzutage total versperrt ist, daß dessen Verwalter Andrea Mascitti in Orsogna völlig unkooperativ ist und da niemanden mehr ranläßt, nicht einmal selbst ganz genau weiß, was er da eigentlich alles für Schätze hortet. Keines von den ganzen Filmmusik-Labels kann mit ihm zusammenarbeiten und von daher geschieht auch nichts mehr. Das war vor rund 20 Jahren eben noch völlig anders als Nascimbene die Labels wie Beat damals mit seinen eigenen Sachen beliefert hat, die er im Keller in seinem Haus gelagert hatte. Wie man es anhand der CDs ja heraushören kann, haben manche der Bänder wie etwa QUIET AMERICAN, ROOM AT THE TOP oder SONS AND LOVERS die Zeitläufte recht gut überstanden, während anderes wie z.B. FAREWELL TO ARMS recht gehörig in Mitleidenschaft gezogen wurde. Die Gegend, wo Nascimbene gewohnt hat un Rom und vor allem dort unten Im Keller der Wohnung, wo ich selber mal war, als die Bänder gerade ausgeräumt wurden an 2002, ist eine recht feuchte Zone gewesen. Und es kann schon gut sein, daß das den Bändern im Lauf der Jahrzehnte nicht gerade gut getan hat. Wasserschäden sind zudem natürlich auch nicht ausgeschlossen.
  14. Jüdische Folklore in der Filmmusik

    Diese Fangemeinde wird natürlich auch immer kleiner angesichts der Tatsache, daß in den Köpfen der jüngeren Generation schon seit vielen Jahren nur noch das US-Kino dominiert und damit natürlich auch die dementsprechenden US-Scores. Diese Sammler haben keinerlei Bezug mehr zu diesen französischen Filmen der 70er/80er. Von daher nicht seltsam, daß es so ist wie es ist. Das war in den 80ern und frühen 90ern eben noch anders. Und da gab es deutlich mehr Sarde-Interessenten unter den europäischen Filmmusik-Sammlern. Hat sich aber alles grundlegend verändert. Hier eines der schönsten Sarde-Themen mit hebräischem Kolorit aus POUR SACHA von 1991:
  15. Vladimir Cosma Box-Sets 1-3

    Für Dich, Ralf, werden von den 17 CDs hauptsächlich diese sinfonischen Scores in Frage kommen, wobei ich Dir einige davon ja schon Ende 90er mal aufgenommen hatte: CD 3 La Chambre des Dames Richelieu CD 4 Le Fils du Français Soleil CD 7 La Trilogie Marseillaise La Femme du Boulanger Le Schpountz CD 9 Les Cœurs Brûlés CD 13 L’Homme de Suez Les Grandes Familles CD 15 Till We meet again Vielleicht dann noch einige Tracks von MONTPARNASSE PONDICHERY (auf CD 6), LA VACHE ET LE PRESIDENT (auf CD 12) und von der CD 10 mit den Jean-Pierre Mocky-Filmen noch ein paar Stücke. Im Großen und Ganzen dann also rund 6-7 CDs von 17. Keine Ahnung, ob Dir das dann einen Kauf wert ist. Das meiste Andere - und ein Großteil der Box ist ja früher bereits auf französischen LPs oder CDs veröffentlicht worden - ist halt typische Easy Listening-Komödienmusik der 70er/80er, die Dir ja sowieso sicher auch nicht zusagen wird.
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