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Stefan Schlegel

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  1. Stefan Schlegel

    Guido & Maurizio De Angelis

    Beat Records hat erst im März dieses Jahres mit der 84er De Angelis-Musik zu der Fußball-Klamotte L´ALLENATORE NEL PALLONE erstmalig einen Score vom Musikverlag Cabum veröffentlicht, der bislang immer als wenig kooperativ galt. Deshalb sehen die Chancen nun gar nicht mal mehr so schlecht aus, daß von Beat in naher Zukunft auch BUDDY HAUT DEN LUKAS noch gebracht wird, da die Rechte daran nämlich ebenfalls bei Cabum liegen.
  2. Ja, SERENGETI war echt ein Glücksfall. Vor allem dadurch möglich, daß die Grzimeks im Keller ihres heutigen Bild- und Fotoarchivs Okapia in Frankfurt sämtliches Material zum Film aufbewahrt hatten. Wenn da dagegen irgendwann im Lauf der vielen Jahrzehnte mal ein Inhaberwechsel stattgefunden hätte oder niemand mehr von der Familie daran beteiligt wäre, dann wären die ganzen Bänder sicher längst rausgeschmissen worden wie es der Normalfall früher in Deutschland war. Es waren zudem einige Irrungen und Wirrungen zu überwinden bis diese originalen Aufnahmebänder tatsächlich von uns dort gefunden wurden. Und im Endeffekt klappte es eigentlich auch nur deshalb, weil jemand von uns Zutritt dort bekam, da die selbst gar keine Ahnung von den Bandmaterialien hatten. Es sind dort außerdem noch mehr als 10 Filmrollen von SERENGETI mit perforiertem 17,5 mm Magnetband (auch Splitfilm genannt) vorhanden, auf denen sich die für den Film bereits fertig editierte Filmmusik dann auch nochmals befindet (die Passagen ohne Musik bei diesen Filmrollen bestehen dann nur aus Schwarzfilm). Normalerweise müßten bei der CCC im Archiv - selbst wenn die originalen Musikbänder an sich tatsächlich nun weg wären - wenigstens auch solche Perfobänder von KAMPF UM ROM noch existieren. Die grundsätzliche Frage ist halt aber: Wann schaut da wirklich jemand genau nach? Es ist zum Haareraufen, da wir von außen keinen Einblick erhalten dürfen und niemand sonst außer dem internen Personal da ran darf. Wir sind daher ganz von der dortigen Archivarin abhängig. Sie hat zwar meine Anfrage auf ihrer Agenda, aber es tut sich einfach nichts. Was will man machen? Ich hatte vor ein paar Monaten auch noch beim Artur Brauner-Archiv im deutschen Filminstitut in Frankfurt nachgeforscht, aber von dort sofort eine Absage erhalten, daß sich bei ihnen überhaupt keine Masterbänder von den CCC-Produktionen befinden würden. Die haben dort nur Kostüme, Requisiten, Drehbuchentwürfe etc. von den Brauner-Filmen und mich gleich wieder zurückverwiesen nach Berlin. Eine zusätzliche Anfrage bei der Ortolani-Stiftung in Pesaro, wo der Nachlaß von Ortolani beherbergt ist, blieb leider völlig unbeantwortet. Da kommt man also auch nicht groß weiter.
  3. Lohnt sich aber nicht wirklich, da dieses alte LP-Album in Mono von 1957 leider überwiegend nur Source Music enthält - für die Zusammenstellung der ewig langen spanischen Fiesta-Musik auf der B-Seite war zudem nur Alexander Courage zuständig - und kaum Friedhofer-Originalkompositionen. Mit den 5 Minuten Friedhofer, die von Charles Gerhardt Mitte 70er für die Classic Film Scores-Reihe genial eingespielt wurden, ist man bereits bestens bedient. Interessantes Material darüber hinaus gibt die Platte eigentlich nicht her. Die LP Ist schon für uns ältere an Friedhofer interessierte-Sammler in den 70ern/80ern immer eine Enttäuschung gewesen und hört man sich im Grunde nie mehr an. Deshalb habe ich mein Exemplar schon vor mehr als 25 Jahren wieder abgestoßen. Friedhofer soll ja eigentlich mehr eigene Musik für den Film komponiert haben, die dann nicht verwendet wurde. Fraglich ist aber, ob das eingespielt wurde und ob es überhaupt bei der Fox noch existiert.
  4. Die Tänze sind allerdings schon typischer Rota und auch integraler Bestandteil des Scores (auch wenn sie an sich außer dem einen unveröffentlichten Verdi-Walzer eigentlich schon 1954 für den Film APPASSIONATAMENTE komponiert worden waren). Sie eignen sich zudem sehr gut zum autonomen Anhören. Sehr schade ist bei der Quartet-Doppel-CD allerdings, daß Sugar in Italien den kompletten Score mal wieder nur noch in Mono hatte - von daher ist die ganze erste CD mit dem kompletten Score folglich nur in Mono. Das ist im Grunde ein Rückschritt gegenüber den bisherigen Veröffentlichungen. Dadurch, daß man die nicht auf der italienischen CAM-CD, sondern hauptsächlich nur auf der Varese-LP von 1983 enthaltenen zusätzlichen Stereo-Tracks nun als Bonus-Tracks ans Ende von CD 2 geschoben hat, ist zudem ein richtiges Kuddelmuddel entstanden. Wobei dazuhin noch zu sagen ist: Hat man die bisherige italienische LP/CD-Version und die Varese-LP schon, dann ist fast der ganze Score bereits eh abgedeckt gewesen. Viel mehr an Material ist gar nicht vorhanden. Auf der Quartet-Veröffentlichung gibts halt dafür nun alles doppelt und dreifach.
  5. Die mittlerweile zwölfte CD in unserer Lavagnino-Reihe enthält die komplette Musik zum historischen Abenteuer-Epos LA LEGGENDA DI FRA DIAVOLO von 1962 und wird in etwa 10 Tagen verfügbar sein. Bei SAE kann die CD bereits vorbestellt werden: http://www1.screenarchives.com/title_detail.cfm/ID/35212/LA-LEGGENDA-DI-FRA-DIAVOLO-THE-LAST-CHARGE-350-EDITION/ Hier der englische Pressetext und das Tracklisting: Alhambra Records proudly presents on this CD the world premiere release of Angelo Francesco Lavagnino’s complete original score for the 1962 adventure movie LA LEGGENDA DI FRA DIAVOLO which was directed by Leopoldo Savona and starred American actor Tony Russsel as Fra Diavolo besides Haya Harareet, Mario Adorf, Claudia Mori and Amedeo Nazzari in supporting roles. During the end of the 18th century Fra Diavolo had been a famous Neapolitan guerrilla leader who resisted the French occupation of Naples and together with his ruthless gang of bandits fought for the Bourbon Kingdom. His name received legendary status during the 19th century so that he became the subject of an opera by Daniel Auber, of some novels by Alexandre Dumas and in the 20th century also of several movies. This rare 1962 costume epic follows Fra Diavolo´s heroic deeds from his first irregular raids on the French invaders in the hills and mountains of the Kingdom of Naples to his official recruitment by the exiled King Ferdinand and ends with his public hanging when he gets finally captured by the Napoleonic troops in 1806. Besides all those battles he has to fight Fra Diavolo is also involved in two love affairs: One with a Neapolitan Countess (Claudia Mori) with whom he has a child and one with the impetuous Fiamma (Haya Harareet) who originally belongs to the bandit gang of his partner Nardone and who will later on become his wife. Lavagnino had already tackled the theme of historical brigandage in I BRIGANTI ITALIANI (also available on Alhambra Records) one year before in 1961, but this picture took place more than 60 years later. And even though there may be a few similarities in the approach of the dramatic battle scenes, the FRA DIAVOLO music stands fully on its own as a lavish symphonic work full of fresh and strong themes with splendid instrumentations. The Main Title immediately presents the rousing and heroic main theme for full orchestra and male choir accompanied by a galloping rhythm of the snare drums which is a truly fitting march for the Robin Hood-like figure of Fra Diavolo and his indefatigable struggle for freedom and which will recur throughout the score in many variations. For the two women whose characters are so different and who are both in love with Fra Diavolo Lavagnino has composed quite a lot of glowing romantic music which is a pure delight to listen to. Fiamma´s theme is soaring and upwards-stirring whereas the one for the Countess is more tender and introverted and most often has a mournful quality. Besides all these lovely romantic tracks our CD also offers some propulsive action music for the battle scenes as well as some folk music track like for example a lively Neapolitan tarantella dance. We hope that many listeners will enjoy this sumptuous swashbuckling score by one of the masters of this genre. This exciting CD project – the 12th CD in our Lavagnino series – has only been possible thanks to the generous support of the three daughters of the composer – Bianca, Iudica and Alessandra Lavagnino -, who still had open reel tape copies of the original mono master tapes in their personal archive which we were allowed to use. Our CD edition which contains a 12-page booklet with extensive liner notes and colour stills from the movie will be limited to 350 copies. Track listing: 1 Main Title 1:52 2 Fra Diavolo ́s Father Gets Captured 0:49 3 The Coach 1:47 4 Encounter with the Countess 1:27 5 The Survivors of the Massacre 1:34 6 Fra Diavolo and Fiamma (Love Scene) 1:32 7 Riding Along the River 2:14 8 Preparations for the Battle - The Battle 2:50 9 The Bandit ́s Camp 1:40 10 Fra Diavolo Rides Away 0:48 11 The Countess Luisa 3:39 12 Fiamma ́s Jealousy 1:08 13 The Countess Arrives 2:19 14 Refl ections – Fiamma Learns the Truth 2:53 15 Napoleon ́s Proclamation – In the Mountains 1:37 16 The Funeral - Fra Diavolo ́s Decision 4:36 17 Gathering of the Bandit Troops 1:52 18 Fiamma Worries About Fra Diavolo – The Bridge 1:23 19 The Countess and Fra Diavolo ́s Child 4:48 20 The French Army Prepares for Battle 1:17 21 Before and After the Battle 2:33 22 Tarantella Dance 2:41 23 On the Run 1:55 24 Fiamma ́s Death 2:03 25 The End of Fra Diavolo 2:11 26 The Legend 1:16 Bonus Tracks 27 Calabrisella mia (Folk Song) 1:22 28 Raid on Itri 3:01 29 Colonel Fra Diavolo 0:24 30 Fanfare #1 0:17 31 Fanfare #2 0:26 Music Composed by Angelo Francesco Lavagnino Conducted by Carlo Savina Mehrere Auszüge aus dem Score gibt es in unserem Youtube-Video-Clip zu hören:
  6. Stefan Schlegel

    André Hossein

    Ich meine zwar, es vor ein paar Jahren irgendwo in einem meiner Bücher oder vielen Artikel zur französischen Filmmusik gelesen zu haben, aber eigentlich erklärt es sich auch von selbst, daß Hossein für LES MISERABLES wohl zuerst vorgesehen war und dann wegen einer Krankheit kurz vor seinem Tod nicht mehr weiter komponiert hat. Denn LES MISERABLES ist ja wiederum vom Sohn Robert inszeniert worden, und zuvor hatte André auch sämtliche Regiearbeiten seines Sohnes bereits vertont gehabt. Insofern ist es logisch, daß er sicher auch LES MISERABLES hätte machen sollen. Sowohl auf der Barclay-LP von 1982 wie auf der späteren Hortensia-CD aus den 90ern ist bei den beiden besagten Tracks Hossein als Komponist angegeben. Es ist also nicht erst von Soundtrack Collector hinzuerfunden worden. Was die Angaben auf der Soundtrack Collector-Seite sonst so angeht: Im Großen und Ganzen sind sie ganz zuverlässig, aber gerade bei ganz seltenen europäischen EPs oder LPs tappen sie auch dort schon manchmal im Dunkeln herum. Ich habs manchmal schon erlebt, daß eine LP angegeben wird, wo es nie eine gab oder umgekehrt, oder der Fall, daß plötzlich LP statt EP vermerkt wird. Solche Sachen kommen schon ab und an vor. Z.B. schreiben sie jetzt bei LES MISERABLES dort als Produktionsjahr 1985 hin, was ja gar nicht stimmt, denn 1982 wäre richtig und die LP ist natürlich auch aus dem Jahr. Keiner weiß daher, was das 1985 da nun eigentlich soll.
  7. Stefan Schlegel

    André Hossein

    Da mußte ich aber jetzt auch erst zweimal überlegen bis es geschnackelt hat. Der Komponist heißt Alain Amouyal und die Musik selbst "Frames for a Fairy Tale": https://store.cdbaby.com/cd/alainamouyal2
  8. Stefan Schlegel

    André Hossein

    Bei seinen allerersten Filmmusiken hat Hossein übrigens auch noch das Pseudonym André Gosselain verwendet. Die EP von TOI LE VENIN an 1958 und auch die Single vom ebenfalls von Robert Hossein inszenierten LA NUIT DES ESPIONS von 1959 – die Single habe ich selbst in der Sammlung – liefen daher noch unter dem Komponisten-Namen Gosselain. Ein paar der EPs von Hossein besitze ich. Seine jazzigen Sachen haben mir weniger zugesagt, von daher habe ich nur die orchestralen Sachen von ihm. Und da ist neben LE CHANT DU MONDE und LE GOUT DE LA VIOLENCE (enthält 6 Tracks, nicht nur die 3 von der Universal-CD) auch noch der dramatische GIIBRALTAR-Score von 1964 (wie SHEHERAZADE wiederum von Pierre Gaspard-Huit inszeniert) empfehlenswert. Die weibliche Hauptrolle in dem französischen Thriller spielt Hildegard Knef. Sehr selten ist die LP zum 1970er Krimi POINT DE CHUTE (Regie wieder Robert Hossein). Die Musik ist überwiegend monothematisch und zeichnet sich durch ein pastorales, typisch französisches Thema, hauptsächlich für Gitarre und Harfe oder Klavier und Gitarre gesetzt, aus. Ein ganzes Album trägt die Musik irgendwie nicht, aber so 10 Minuten daraus sind durchaus ganz schön. Kurz vor seinem Tod war Hossein auch noch als Komponist für die Lino Ventura-Filmversion von LES MISÉRABLES von 1982 vorgesehen. Das sehr beeindruckende filmmusikalische Chor-Requiem wurde ja dann von Michel Magne komponiert und ist sowohl auf LP wie auf CD greifbar, aber zwei Tracks von Hossein haben sich auch auf dem Album noch gehalten – nämlich “Thème du souvenir” und “La rencontre” mit jeweils etwa zwei Minuten. Hossein hat auch drei Klavierkonzerte geschrieben. Das letzte aus dem Jahre 1974 mit dem Titel “Una fantasia” habe ich auf einer 1995 veröffentlichten französischen Auvidis-CD, die außerdem Herrmann´s “Concerto Macabre” aus HANGOVER SQUARE, Legrand´s Klavier-Concertino zu SUMMER OF ´42 und Jean Wiener´s Klavierkonzert “Franco-Américain” enthält. Eingespielt vom Monte Carlo-Orchester unter Pascal Verrot mit Danielle Laval als Solistin. Dieses Hossein-Klavierkonzert ist heutzutage ebenfalls auf Youtube in der besagten Einspielung zu hören: Und es gibt zudem noch eine Sinfonie "Arya" von 1975, die auch mal auf einer französischen LP veröffentlicht wurde. Wiederum auf Youtube zu hören:
  9. Stefan Schlegel

    André Hossein

    Zur eindeutigen Klärung: Die iranische CD fußt eigentlich auf zwei französischen LPs von Mitte der 70er, die die drei Hossein-Werke beinhalteten. Zum einen ist das die Edici 52725-LP mit dem Orchestre du Théâtre National de l´Opéra de Paris unter der Leitung von Jean-Claude Hartemann, die die “Persischen Miniaturen” (und nicht: “Miniatures Pictures”) sowie “Shéherazade” enthält. Beides sind 1975 entstandene Ballett-Suiten, wobei “Shéhérazade” natürlich wiederum auf den früheren Film-Score Rückbezug nimmt. Diese LP habe ich selber auch und die sieht so aus: https://www.discogs.com/de/Aminollah-Andr%C3%A9-Hossein-Orchestre-National-De-LOp%C3%A9ra-De-Paris-Jean-Claude-Hartemann-Miniatures-Per/release/8507383 Zum anderen ist das die Edici 52726-LP wiederum mit dem Pariser Opern-Orchester, aber dieses Mal unter der Leitung von Pierre Dervaux, die die bereits 1947 entstandene “Persepolis-Sinfonie” enthält. Diese LP sieht wiederum so aus: https://www.popsike.com/AMINOULLAH-ANDRE-HOSSEIN-Symphonie-PersepolisM197LP-FRENCH-IMPORT-GATEFOLD/262146360361.html Das Tracklisting der von diesen beiden LPs gezogenen iranischen CD findest Du hier: http://www.iran.cd/aminollah-hossein/aminollah-hossein.html Alle drei Werke sind sogar auf Youtube komplett zu hören:
  10. Stefan Schlegel

    Philippe Sarde

    Durchgehende Begeisterung kommt bei mir beim kompletten PHANTOM THREAD-Score natürlich auch nicht auf und kaufen werde ich das wohl nicht. Aber vom kompositorischen und gestalterischen Niveau her liegt der Score auch meiner Meinung nach natürlich deutlich über dem Desplat. Was mir persönlich eben nicht so gefällt dran, ist, daß es in alle möglichen stilistischen Richtungen ausfranst. Ich höre da schon vielerlei Einflüsse heraus, ob nun Bach, Debussy, Herrmann, Ligeti etc. Selbst typischen Morricone höre ich in den Streicherflächen und Dissonanzen der ersten Hälfte in Track 9, was aber an sich nicht negativ gemeint ist.. Mir fehlt aufs Ganze bezogen aber ein wenig die Kohärenz. Dadurch zerfällt es für mich in durchaus schöne und expressive Teile, aber auch in solche, die mir wiederum weniger behagen und wo es mir zu zäh oder des ewigen In-Sich-Kreisens dann einfach zuviel wird. Manches ist mir melodisch fast schon zu glatt und zu dahinplätschernd wie “House of Woodcock”, manches selbstverständlich zu minmalistisch, anderes wiederum trifft aber durchaus auch mal meine Wellenlänge. Besonders gut gefällt mir etwa die zweite Hälfte von Track 6 “Alma”, wo sich die einzelnen Streicherinsturmente kanonartig übereinander legen und das elegische abwärtsgleitende Thema schmachtend zum Besten geben. Das ist wirklich eindrucksvoll gemacht und kommt auch bei mir sehr gut an. Von den vier “Phantom Thread”-Stücken mit dem Hauptthema gefallen mir das tragisch ausgekostete dritte für volle Streicherbesetzung mit Kilar-Einschlag, aber auch das vierte mit der expressiven Solo-Bratsche ziemlich gut. Das sind so die Highlights für mich. Einigen Herrmann-mäßige Passagen, wo Harfe und Streicher im Vordergrund stehen, kann ich auch noch was abgewinnen, und in der Tat hat der erste Track ein wenig Ähnlichkeit mit dem langen Sarde-Spannungs-Stück bei BIRGIT HAAS.
  11. Stefan Schlegel

    Philippe Sarde

    Ich ergänze hier z.B. auch noch den Krimi LE CHOIX DES ARMES, wo mich Film und Musik an 1981 ebensosehr beeindruckt hatten. Da hatte ich die Platte sogar schon ein paar Wochen vor dem Film hier und kannte den Score daher bereits ziemlich gut. Leider gibt es den herrlichen DEUX HOMMES DANS LA VILLE immer noch nicht auf CD, was sehr bedauerlich ist. Der Titel ist aber von irgendeinem Label nun schon seit ein paar Jahren im CAM-Katalog von Sugar reserviert. Nur ist das Seltsame: Es bringt ihn niemand, bislang weder Quartet noch Music Box, die eigentlich als einzige dafür in Frage kämen. Ich habe DEUX HOMMES DANS LA VILLE auf der alten Phoenix-LP von Mitte 80er wo er mit LES SEINS DE GLACE (ein weiterer spannender Delon-Krimi von 1974) gekoppelt war.
  12. Stefan Schlegel

    Philippe Sarde

    Ich glaube, daß man hier schon ein bißchen genauer differenzieren muß und die Sache nicht ganz so einfach ist, daß in Deutschland kein Interesse mehr an den alten französischen Starfilmen aus den 70ern und 80ern mit Belmondo, Delon, Deneuve oder Romy Schneider mehr vorhanden ist. Die vielen DVD-Editionen, die es ja nachweislich davon hierzulande gibt, belegen da eher das Gegenteil. Ältere Filmfreunde, die diese Filme auf DVD kaufen, gibt es sicher nach wie vor in einer größeren Anzahl, nur ist es unter Soundtrack-Sammlern nicht oder kaum mehr der Fall – das ist der Unterschied. Und da hat definitiv schon in den 90ern ein Bruch stattgefunden, als eine neue Generation von Filmmusiksammlern auf den Plan getreten ist, die keinen großen Bezug mehr zu diesen französischen Scores mehr hatte. Und das hat sich einfach immer mehr ausgebreitet, vor allem natürlich auch durch die immer stärker werdende gewaltige Dominanz des US-Blockbusterkinos. Für die eher introvertierten Sarde-Scores scheint da kein Platz mehr zu sein. Es sei denn vielleicht gerade noch für die paar auf internationaler Ebene bekannt gewordenen Hits wie LORD OF THE FLIES, DER BÄR, PIRATES oder GHOST STORY. Die paar Titel kommen ja eigentlich immer, wenn jemand Sarde heutzutage überhaupt noch dem Namen nach kennt. Wären das rein französische Produktonoen gewesen, dann wäre es genauso wie mit den 90% der übrigen Sarde-Musiken gelaufen. Und dadurch, daß sich dann ein Franzose wie Desplat in den letzten 10 Jahren mit seinen Klimper- und Plätscher-Orgien zudem noch in den USA etabliert hat – habe erst neulich z.B. den vielgelobten SHAPE OF WATER angehört und bin schier dran eingeschlafen, vor allem auch aufgrund des wirklich faden Hauptthemas –, scheint jemand wie Sarde dann eben gar nicht mehr vorhanden zu sein.
  13. Stefan Schlegel

    Philippe Sarde

    LE TRAIN taucht nur minimal auf in RODIN, eigentlich nur die Begleitstimme bzw. der Begleitrhythmus von dem “La guerre"-Track. Das ist aber nur dann herauszuhören, wenn man sich bei Sarde wirklich gut auskennt. Eher ist ALICE ET MARTIN und vor allem ENNEMIS INTIMES mit drin. Ich nehme das Recyceln seiner älteren Sachen inzwischen eigentlich eher mit einem Lächeln und bin es längst gewohnt. Die Musik an sich ist trotz den Eigenzitaten schön und gelungen, das muß man schon sagen. Aber logisch, es muß natürlich jeder mit selbst ausmachen, wie er dazu steht. Das alles ist aber absolut nicht der Grund, warum Sarde schon seit Jahren von den allermeisten Filmmusikfans ignoriert wird, denn die meisten kennen es ja eh nicht, auf was er sich da zurückbezieht, und könnten es daher auch gar nicht zuordnen. Die Gründe dafür habe ich dagegen oben beschrieben und genau darum geht es.
  14. Stefan Schlegel

    Philippe Sarde

    Da ich die CD letzten Sommer mal bei Music Box in Frankreich bestellt hatte, ist mir das überhaupt nicht aufgefallen. Aber tatsächlich, unsere beiden Filmmusik-Spezialhändler hier in Deutschland bieten die CD schon gleich gar nicht erst an. Das heißt, es lohnt sich für die nicht mal mehr, die Scheibe überhaupt zu importieren, da es hier in Deutschland ganz offensichtlich kaum noch Interessenten für so was gibt. Das ist eigentlich schon erschreckend, wie sich das in den letzten 10-15 Jahren entwickelt hat, daß Sarde bis auf wenige Ausnahmen wie Dich und mich und eventuell noch ein paar andere vereinzelte Personen hier in Deutschland von den meisten Filmmusikfans gar nicht mal mehr erst wahrgenommen bzw. völlig ignoriert wird und sich fast alles dagegen entweder nur noch auf US-Kino und US-Scores oder auf irgendwelche modische, gerade angesagte musikalische Trends konzentriert. Trotzdem werde ich deshalb garantiert nicht dem "Massengeschmack" in der Filmmusik nachlaufen, sondern dem treu bleiben, was mir persönlich gefällt und mir immer schon gefallen hat.
  15. Stefan Schlegel

    André Hossein

    Von mir wird der Score selbstverständlich schon seit langer Zeit wahrgenommen. Ich habe die recht seltene Mono-LP (mit ganz ähnlichem Cover wie das der aktuellen CD) bereits einige Jahre, kannte die Musik aber auch zuvor schon von einer Überspielung, und gebe Dir in allen Punkten recht: Das ist ein wunderbarer, orientalisch kolorierter Abenteuer-Score vom Feinsten, den ich sehr mag. Hossein schöpft aus allen Quellen – da ist ein bißchen Rimsky-Korsakov, Mussorgsky, Strawinsky und Khachaturian dabei, filmmusikalisch kommt ein wenig OMAR KHAYYAM von Victor Young und auch leicht Herrmanns SINBAD zum Zuge, aber er fügt das sehr geschickt ineinander, so daß was Eigenes daraus entsteht. Ich habe die Disques Cinémusique CD vor rund 10 Tagen auch bestellt, da die Stereo-LP, von der das gezogen wurde, in früheren Zeiten eh so gut wie gar nicht greifbar war. Und die Musik möchte ich nun doch endlich auch auf CD haben. Kleiner Tipp noch für Dich - und ich habs auch bei FSM im Januar angesprochen gehabt: https://www.filmscoremonthly.com/board/posts.cfm?threadID=124419&forumID=1&archive=0&pageID=1&r=190#bottom Fast der ganze Score taucht auch auf der 2006 erschienenen CD zum von Robert Hossein in Frankreich inszenierten Ben Hur-Show-Spektakel auf: https://www.amazon.fr/Ben-Hur-Plus-Grand-L%C3%A9gende/dp/B000FOR9X2/ref=sr_1_1?s=music&ie=UTF8&qid=1517524258&sr=1-1&keywords=ben+hur+hossein Wie das kommt? Nun, André Hossein hatte 1946 eine sogenannte “Symphonie de sable” geschrieben, aus der er die SHEHERAZADE-Filmmusik an 1963 ableitete. Robert Hossein fand an 2006 die lange verschollen geglaubte Originalpartitur dieser Sinfonie seines Vaters wieder, so daß daraus die Musik für das Show-Spektakel adaptiert werden konnte. Eigentlich erscheinen alle Themen, die in der SHEHERAZADE-Filmmusik auftauchen, und zum Teil sogar fast identische Tracks, auch in der Sinfonie und deshalb natürlich auch auf dieser kuriosen Ben Hur-CD auf, die nur wenige Filmmusiksammler kennen. Das Orchestre Philharmonique de Monte Carlo unter Thomas Sondergard spielt recht ordentlich, aber die Dramatik und Leidenschaft vom Original wird nicht hundertprozentig erreicht. Dafür ist die Ben Hur-CD aber um einiges länger als die 38-minütige Filmmusik selbst und natürlich klanglich noch besser. Meiner Meinung nach kann man durchaus zu beiden Aufnahmen greifen. Es schadet nicht. André Hossein hat übrigens auch noch eine sehr schöne pastorale Musik für den Catherine Deneuve/Hardy Krüger-Film LE CHANT DU MONDE (UND DIE WÄLDER WERDEN SCHWEIGEN) an 1966 geschrieben. Davon habe ich die EP und es gibt leider bislang gar nichts daraus auf CD: https://www.discogs.com/Andr%C3%A9-Hossein-Le-Chant-Du-Monde-Un-Film-De-Marcel-Camus/release/10073125 Auch seine französische Western-Musik zu Robert Hosseins UNE CORDE, UN COLT von 1969 ist ganz interessant und eigenwillig und gabs früher auf LP, auch unter dem italienischen Titel CIMITERO SENZA CROCE: https://www.discogs.com/de/Andr%C3%A9-Hossein-Une-Corde-Un-Colt-Bande-Originale/master/971794 https://www.discogs.com/de/Andr%C3%A9-Hossein-Cimitero-Senza-Croce/release/8245000
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