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Stefan Schlegel

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  1. Stefan Schlegel

    Deutsche Filmmusik

    Ganz ehrlich gesagt waren die Wilhelm-CDs ein totales finanzielles Desaster und reine Zuschußprojekte. Es ist eigentlich ein Wunder, daß unser Produzent John Elborg da überhaupt so lange durchgehalten hat. Das hätte sonst sicher niemand in Deutschland gestemmt und da muß man ihm auch wirklich sehr dankbar dafür sein. Selbst die Loriot-CD, wo wir noch ein bißchen was erwartet hätten, lief nur äußerst mäßig. Wie würde sich dann erst eine völlig unbekannteTV-Musik wie die von Dir zitierte machen? Da macht sich der Außenstehende auch kein Bild, wie der Markt für so was hier in Deutschland wirklich aussieht - und im Ausland läuft natürlich ohnehin nichts. Aber ganz abgesehen davon ist nach dem Tod von Wilhelm der Kontakt zur Familie auch völlig eingeschlafen. Die Bänder sind inzwischen auch nicht mehr in München, sondern im Deutschen Komponistenarchiv in Dresden. Also da wird vermutlich nichts mehr passieren. Ich weiß nicht, ob Jürgen bei Majewski noch was in Planung hat, aber da war jetzt nach dem 6 CD-Set, bei dem selbstverständlich auch viel draufgezahlt wurde, natürlich auch erst mal Schluß.
  2. Hä, was ist denn das für eine komische Version von Youtube, die Du gepostet hast? Das hört sich für mich ja völlig entschlackt an und als ob die Hälfte vom Orchester fehlen würde oder rausgefiltert wurde. So kenne ich es von meinem LP-Original her gar nicht. Höre Dir mal hier das definitive Original von "Ragnar Returns" an - es ist der Track ab Minute 1:43 und gleich der Anfang ist viel wuchtiger und dramatischer. Und dann die prominenten Hörner bei Minute 2:21, die sind im obigen Clip kaum mehr vorhanden. Äußerst seltsam:
  3. Stefan Schlegel

    Was habt ihr zuletzt gesehen?

    Laut Intrada-Booklet ist es Track 14 "Hotel Escape" und dann noch: "The second one appears after Natty and the wolf flee from the driver who tries to assault her."
  4. Ich hab die Suite mal auf Youtube angehört. Aber "Ragnar Returns" etwa ist schon sehr - und mir zu - betulich gespielt. Kein Vergleich mit dem Pathos vom Original, auch viel zuviel Hall dabei. Da muß schon deutlich mehr geboten werden, damit ich mir die Neuaufnahme zulege. Natürlich liegen 20 Jahre dazwischen - die Silva-Suite ist von 1998 - und die Prager können inzwischen eigentlich auch deutlich mehr.
  5. Ganz offiziell ist das natürlich noch nicht mit den VIKINGS, aber die Clues im Juni mit "Abenteuer-Score mit Chor" sprachen schon eine recht eindeutige Sprache - vor allem natürlich, wenn man das Posting oben kennt und Fitzpatricks zudem äußerst schmal gewordene "to do"-Liste. Ich bin mal gespannt, wo die das ganze Notenmaterial für VIKINGS wohl herbekommmen haben. Etwa aus dem Nachlaß in Orsogna direkt von Mascitti? Oder gar nach Gehör rekonstruiert? Immerhin schön, daß mit Nascimbene überhaupt mal ein italienischer Komponist in die Tadlow-Komponisten-Galerie mit einzieht und nicht immer nur dieselben US-Namen dort auftauchen. Klar, THE VIKINGS war in der Originalaufnahme nie gerade klanglich berauschend und wäre insofern schon ein Kandidat, wo man einiges noch herausholen könnte. Persönlich hätte ich von Nascimbene ja A FAREWELL TO ARMS vorgezogen, der musikalisch reichhaltiger ist und wo im Film noch massiv Musik und vor allem teilweise ganz andere Stücke zu hören sind als diejenigen, die auf der LP und der verlängerten CD auftauchen. Es scheint mir fast so, daß da Nascimbene mehrere Male - eventuell auf Drängen von Selznick? - Sachen komplett umgeschrieben hat. Da würde man insofern locker eine Doppel-CD zusammenbekommen, da einige Stücke auf der LP sind, die gar nicht im Film vorkommen und eben auch umgekehrt - ganz merkwürdige Sache, wenn man das mal im Detail vergleicht. Aber davon wirds natürlich wohl nie eine komplette Neuaufnahme geben. Logisch.
  6. So wie ich das sehe, ist das Album aber nur zu 50% von Mark Bagby finanziert worden und Fitzpatrick hat dann die anderen 50% übernommen, da er ja die James Bernard-Scores selbst sehr schätzt und mit dem Komponisten sehr gut befreundet war. Nur bei den Scores, die nicht zu seinen eigenen Favoriten zählen und die er selbst deshalb nicht unbedingt machen würde, müssen natürlich 100% von einem privaten Finanzier gedeckt werden. Selbst hat er das im Dezember 2017 so wie unten beschrieben - und offensichtlich ist ja auch Nascimbene´s THE VIKINGS - einer seiner "childhood favorites" - im Juni dieses Jahres noch von ihm eingespielt worden (die beiden Bernards wurden bereits im April aufgenommen!) als er schon ziemlich krank war. Ob der allerdings dieses Jahr noch oder doch erst nächstes Jahr erscheint? "Just so people do not need to speculate...on my wish list are Dracula/the Curse of Frankenstein, The Vikings, Night of the Hunter, Jesus of Nazareth.....that's it...for now. I definitely will not be doing Black Patch or Face of the Fugitive...historically interesting Goldsmith scores but not particularly interesting musically....Spartacus....would cost twice as much as K of K and not a chance in he'll of even covering a small part of budget...and not really inclined to do any Herrmann as a sales disaster re Obsession.....but I can always be persuaded otherwise if enough people want to contribute their hard earned dosh! But for scores I love then I will fork out 50% of the total budget....but for others the "fans" will have to fun it 100%!!!"
  7. Komponisten wie Williams oder Morricone haben aber halt ihren Eigensinn und ihre festen Ansichten. Ein paar Fans, die dies oder das wollen, werden sie doch nun kaum kümmern. Dafür sind sie inzwischen viel zu abgeklärt und darauf wirklich nicht mehr angewiesen Und dazuhin haben sie eben auch den Ausnahmestatus, daß die Labels sich nach ihren Entscheidungen richten müssen. Zumindest solange sie noch unter uns weilen. War doch bei Goldsmith nicht anders. Viele seiner Sachen wollte er zu Lebzeiten nicht haben und das haben die Labels dann auch befolgt. Kaum war er gestorben, ging es los mit den ewigen Expandierungen, bei denen sich Goldsmith zum Teil im Grabe rumgedreht hätte.
  8. Man darf ja auch nicht vergessen, die Leute werden älter und betrachten ihre älteren Sachen mit ganz gehörigem Abstand. Da liegen sehr viele Jahrzehnte dawischen und da stellt sich aus dem rein zeitlichen Abstand vieles dann ganz anders dar. EINE FAUST GEHT NACH WESTEN war mal vor 38 Jahren - so was würde Morricone heutzutage ja nicht mehr machen. Und das ist mit Sicherheit auch ein Score, den er nicht besonders schätzt. Daß der damals auf LP und dann CD vermarktet wurde, lag ja hauptächlich an den Platten - und Produktionsfirmen und nicht immer nur an Morricone allein. Und selbst damals meinte er ja bereits in Interviews, daß nicht jeder seiner Scores auf Tonträger veröffentlicht werden müsse und oft seine Berechtigung nur im Film habe - ähnlich wie es ja Goldsmith auch ausdrückte. Filmmusik ist nun mal auch keine absolute Musik, was viele oftmals zu vergessen scheinen, sondern unterliegt sehr oft funktionalen Beschränkungen und Zwängen innerhalb eines Films. Daß dann Komponisten nicht immer Musik komponieren können, die sie selbst auch abseits des Films für hörenswert erachten oder die sie gerne schreiben würden, liegt eigentlich ja auf der Hand.
  9. Das ist nun aber jetzt auch kein Einzelfall. Ähnliches gibt es z.B. in Italien auch im Fall Morricone, der seine eigenen Musiken zu den beiden MAC GREGOR-Western von 1966/1967 - die letzten beiden von seinen Italo-Westsrn, die noch nicht veröffentlicht worden sind - nicht ausstehen kann - vermutlich weil humoristisch gefärbt und musikalisch doch teilweise ein wenig albern - und daher eine Veröffentlichung auf CD definitiv untersagt hat. Die CD wäre vor ein paar Jahren schon fertig gemastert gewesen, aber Morricone sagte eben "Nein" und dann hat sich das Label eben zu beugen, wenn es noch weiter mit ihm zusammenarbeiten will. Und das wird vermutlich auch der Grund sein, warum seine Arbeiten aus den frühen 60ern für die Schlagerfilme DICIOTTENNI AL SOLE oder LA VOGLIA MATTA immer noch nicht auf CD erschienen sind, obwohl die Bänder an sich im CAM-Archiv verfügbar sind.
  10. Williams genießt ganz einfach einen absoluten Sonderstatus unter Hollywood-Komponisten heutzutage. Und dann ist er bei so was eben im Gegensatz zu weniger hoch gestellten Komponisten der "Boss" wie es Roger Feigelson auszudrücken pflegt: "Being the boss is not the same as controlling the license. So yes, they defer to Williams."
  11. Daß Williams nicht an einer Veröffentlichung vom kompletten SUGARLAND EXPRESS interessiert ist, das kann ich ja schon noch recht gut nachvollziehen. Die vielen Country-Source-Tracks von ihm, die da als rein funktionale Hintergrundberieselung im Film auftauchen, werden ihm kompositorisch selbst nicht die allergrößte Freude bereitet haben und passen auch kaum zu seinem sonst üblichen Personalstil. Es mußte halt so sein für den Film, aber ob ihm die Musik selbst gefiel, dürfte auf einem anderen Blatt stehen. Und daß deshalb für ihn nur das Toots Thielemans-Thema als autonomes Stück auf Tonträger dann übrig bleibt, ist für mich an und für sich auch ok. Ein CD-Bootleg von SUGARLAND gibts ja eh schon längst, wo jeder Fan sich die Musik zu Gemüte führen kann. Mir persönlich hats zum Anhören einmal gereicht. Klar wird SUGARLAND kommen, wenn Williams das Zetiliche gesegnet hat - genauso wie bei den Sachen, die Goldsmith so lange er lebte nicht haben wollte -, aber vermutlich kaum vorher. Mich wundert da schon eher, daß Williams oder zumindest seine ihn umgebende "Garde" auch die von Intrada geplanten Veröffentlichungen von STORY OF A WOMAN und THE RARE BREED abgelehnt hat. RARE BREED ist natürlich schon noch ein ziemliches Frühwerk, aber gerade STORY OF A WOMAN hat ja doch viele stilistischen Ingedienzieen, die dann beim späteren Williams ganz ähnlich wieder auftauchen und ist davon nicht so weit weg, hat zudem ein schönes Hauptthema. Ist ihm da so übel mitgepsielt worden bei dem Film oder ist da was schief gelaufen bei den Musikaufnahmen? Ich schätze, daß, wenn es nach ihm gegangen wäre, so manche seiner frühen 60er-Scores nicht bei FSM hätten erscheinen dürfen. Aner Lukas Kendall hatte ja ga nicht erst bei Williams selbst angefragt und alles nur über die Studios abgewickelt, während die Label diesbezüglich heute dahingehend weitaus vorsichtiger und ängstlicher agieren und deshalb lieber beim Maestro selbst vorstellig werden..
  12. Ich habe gerade eben nochmals telefonisch angefragt bei der CCC. Die zuständige Dame meinte, sie hoffe, daß sie vielleicht doch dieses Jahr noch dazu komme, im Archiv im Keller nachzuforschen. Es ist einfach für die dort ein ziemlich großer Rechercheauftrag, da offenbar wirklich niemand sich in diesen Katakomben auskennt und zeitlich für ein ganzes Team mindestens zwei Tage dabei draufgehen. Das ist von daher schon eine sehr ungewöhnliche Sache. Allzu optimistisch ist sie aber nun auch nicht, daß die Musikbänder wirklich dort gefunden werden. Und wenn sie dieses Jahr nicht dazu kommt, dann wirds wohl nie was mehr werden - so ihr letzter Kommentar. Man kann daher nur die Daumen drücken, daß da in den nächsten zwei Monaten noch irgendwas ans Tageslicht kommt, denn sonst sehe ich wirklich schwarz für irgendeine CD-Veröffentlichung.
  13. Stefan Schlegel

    Was soll sich verändern?

    Ich hätte da überhaupt keine Probleme, Dutzende von alten Titeln zu nennen, von denen es halt nichts mehr gibt, zumal ich auch über einige Komponisten-Nachlässe hier in Deutschland oder auch Italien ganz gut Bescheid weiß. Aber das sind dann meist Titel, die kaum jemand hier was sagen werden bzw. niemanden interessieren. Wenn man doch nur mal hier in Europa die 40er und 50er in Deutschland, Frankreich, England und Italien betrachtet, dann ist im Grunde 90% dessen, was da mal an Filmmusiken komponiert wurde, definitiv im Original verloren. Gerade in Frankreich und Deutschland fehlt bis in die frühen 60er sehr vieles. Da muß man echt über jeden einzelnen Fund noch heilfroh sein und das als absoluten Glückstreffer betrachten. Wenn da ein Komponist nichts aufgehoben hat, was eben doch nur in wenigen Fällen vorkam, dann ist da schlichtweg für immer alles weg. Die Produktionsgesellschaften haben meist nichts aufgehoben, zumal viele dann nach einigen Jahren in Konkurs gingen oder von anderen Unternehmen geschluckt wurden. Natürlich machen die USA mit ihren Studios - Stichwort: MGM oder Fox - da ein deutlich besseres Bild, wenn man bis in die 40er Jahre zurückblickt. Aber auch dort gibt es wahnsinnig viele Lücken. Warner hat etwa so gut wie nichts vor 1954 behalten und einfach die Music Tracks damals vernichtet. Soll man also fast alle Warner-Filme vor 1954 benennen außer denen, wo es noch privates Material in der Steiner Library und im Korngold-Nachlaß gibt? Wo anfangen und wo aufhören?
  14. Ich habe die letzten Wochen hindurch auch nicht mehr bei der CCC nachgefragt und von selbst kam natürlich auch keine Antwort mehr. Müßte wohl wieder mal bei der zuständigen Dame nachhaken. Wenn man zu oft dort nachfragt, dann wirkt sich das auch nicht gerade positiv aus und dann sind die Leute eher noch mehr genervt. Es ist halt echt ein Elend, daß man nicht selbst von außen auf irgendeine Art eingreifen kann. Ob Ortolani eventuell was im Nachlaß hatte, ist ziemlich unklar. Es kann sein, genauso ist aber das Gegenteil möglich. Eine Antwort erhält man jedenfalls von den Verwaltern nicht. Ist aber auch nicht untypisch für das Verhalten mancher Italiener. Auf Saimel wollten Juan Angel und ich z.B. was aus dem Piccioni-Nachlaß veröffentlichen, aber auch da kommt seit Wochen keinerlei Antwort zurück. Aus dem Ausland da ranzukommen ist eben äußerst schwierig - da muß erstens absolutes Vertrauen vorhanden sein und zweitens natürlich auch irgendein Interesse auf der Gegenseite, was dann leider oft fehlt.
  15. LILIOM enthält eine fast vierminütige lange Sequenz, die man "Lilioms Himmelfahrt" nennen kann, und in der nur die Musik auf der Tonspur zu hören ist, aber keine Dialoge oder Geräusche. Diese Sequenz, in der auch das Ondes Martneot und dann in der zweiten Hälfte großer Chor zu hören ist, war auch dafür auschlaggebend, daß Universal dann Waxman für BIRIDE OF FRANKENSTEIN engagiert hat. Diese knapp vier Minuten lassen sich leicht direkt vom Film abnehmen und ich habe das auch schon ewig auf einer CDR. Die ganze erste Stunde des Films enthält dagegen keinen richtigen Underscore, sondern nur Rummelplatzmusik. Ich nehme daher an, daß für diese CD der Track "Lilioms Himmelfahrt" mit ein oder zwei kurzen Seqzenzen gegen Ende des Films bzw. mit dem Finale gekoppelt wurde. Das ergibt dann sozusagen die rund sechs Minuten. Wie ich sehe, gibt es aber im Waxman-Nachlaß sogar auch noch ein Azetat mit "Lilioms Himmelfahrt": https://library.syr.edu/digital/guides/w/waxman_f.htm#series4
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