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Soundtrack Board

Stefan Schlegel

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Alle erstellten Inhalte von Stefan Schlegel

  1. Ich habe die sehr hörenswerte COSACCHI-CD gestern erhalten und heute erstmals gehört. Seit vielen Jahren habe ich schon einige Tracks vom Score auf CDR gehabt und es gab auch vier auf den CAM CML Library-LPs 096 ("Russia-Ungheria") und 098 ("Musica per banda"). Kurioserweise fehlen jetzt trotz der eigentlich wirklich sehr langen CD, die sogar 73 Minuten geht, zwei dieser Stücke. Der eine ist ein schöner Flamenco-Tanz mit Solo-Gitarre in der zweiten Hälfte, der auf der CAM LP 096 den Titel "Taverna Tzigana" hatte und die M-Nummer 22 trägt. Der hätte eine Spielzeit von 2:02 Minuten, taucht aber auf der Digitmovies-CD überhaupt nicht auf. Zudem fehlt ein reines Klavierstück mit dem Titel "Danza Caucasiana" - auch ein sehr interessantes und teilweise recht wildes Stück, das meines Wissens so im Film auch nicht vorkommt - es hat eine Länge von 2:44 Minuten und scheint mir eine Klavier-Improvisation zu sein, die vielleicht spaßeshalber während den Recording Sessions noch zusätzlich eingespielt wurde. Auf der offiziellen CD jetzt ist es jedenfalls nicht mit dabei. Mir ist es nicht ganz klar, warum vor allem der "Taverna Tzigana"-Track denn nun fehlt. Ein Grund könnte vielleicht noch die Länge der CD sein, da ich meine mal gehört zu haben, daß Preßwerke in Italien nicht unbedingt CDs mit mehr als 74 Minuten pressen wollen. Bin mir aber nicht ganz sicher.
  2. So weit verbreitet sind die IL GRIDO-Originaltracks natürlich nun auch wieder nicht, daß man die gar so einfach an jeder Ecke im Internet finden könnte. Ich weiß nicht, wie viele Personen außer mir das überhaupt auf CDR haben werden - viele werden es sicher nicht sein, zumal sich mit so was Speziellem bekanntermaßen eh nicht allzu viele Sammler beschäftigen. IL GIORNO DELLA CIVETTA wird offiziell vermutlich nicht auf CD erscheinen, denn das war ein Nazionalmusic-Titel, obwohl die Platte, die ich selbst natürlich seit vielen Jahren habe, an 1968 eine CAM-LP war. Dasselbe gilt auch für Rustichellis schönen I SETTE FRATELLI CERVI, der auf der A-Seite der LP enthalten war, und Trovajolis COL CUORE IN GOLA, von dem ein Track stilistisch etwas unpassend die A-Seite eröffnet. Das sind allesamt Nazionalmusic-Titel gewesen, von denen Sugar selbstverständlich heutzutage nichts mehr im Archiv besitzt. Das kam ab und zu in Italien vor - mehr noch in den frühen als in den späten 60ern -, daß Titel, die rechtlich eigentlich Nazionalmusic gehörten, dann auf CAM als Single oder sogar als LP veröffentlicht wurden. Vermutlich, weil Nazionalmusic eben auch kein eigenes Label hatte. Von all diesen Musiken hat CAM selbst dann aber keine Bänder behalten. Es ist z.B. auch bei den beiden Lavagninos MARCO POLO und ORAZI E CURAIZI so gewesen: Jeweils ein Track der beiden Scores erschien 1961 auf zwei verschiedenen CAM-Singles, obwohl es sich dabei in Wirklichkeit um Nazionalmusic-Titel handelte. Und da die eben Nazionalmusic gehörten, existiert davon eben inzwischen natürlich auch nichts mehr.
  3. Ganz heimlich, still und leise hat ausgerechnet Four Flies Records vor wenigen Tagen knapp 14 Minuten von dem frühen und längst verloren geglaubten Fusco-Score für Antonioni´s LE AMICHE von 1955 als Download auf allen digitalen Plattformen veröffentlicht. Eigentlich schon ziemlich sensationell und unglaublich, daß diese Tracks jetzt nach so langer Zeit noch gefunden wurden. Denn der Musikverlag war nicht CAM, die ja noch einiges aus den 50ern hatten, sondern Sideral - eigentlich Franco Manninos eigener Musikverlag. Man fragt sich, wo das - zudem in gar nicht so schlechter Klangqualität - denn urplötzlich herkommt. Hat irgendein älterer italienischer Sammler noch eine Kopie der Bänder gehabt - die originalen Tracks von Fusco´s Musik für Antonioni´s IL GRIDO von 1957 gibt es ja auch seit Jahren in Sammlerkreisen, obwohl Sugar davon selbst längst nichts mehr besitzt - oder ist Four Flies über die Fusco-Erben da irgendwie rangekommen? Es ist schon absolut kurios - leider nimmt von so einem äußerst interessanten historischen Fund heutzutage natürlich kaum mehr jemand Notiz. Four Flies schreibt dazu folgendes: "Did you think Giovanni Fusco’s LE AMICHE was forever lost? Well, you were wrong! We’ve managed to rescue 5 tracks from this amazing soundtrack, and they’re now available on all digital platforms!" Die 5 Tracks kann man sich auch alle auf Youtube anhören:
  4. Ich verstehe überhaupt nicht, wo das Problem liegen soll. Für 1959 und dafür,. daß die Bänder bei einem Studio wie Columbia überhaupt überlebt haben, klingt das doch absolut in Ordnung. Ein paar wenige tontechnische Mäkel, die aber kaum der Rede wert sind, kann man doch wirklich gut verkraften. Wenn mir die Musik gefällt, höre ich so was sehr gerne und ohne mit der Wimper zu zucken an - und zwar in vielen Fällen sogar lieber als irgendeine Neuaufnahme. Daß sich niemand groß meldet, hat auch damit zu tun, daß die paar Interessierten dieses Forums über diesen Score bereits an 2018 in diesem Thread hier (und natürlich in dem Vorankündigungs-Thread vor ein paar Wochen) gesprochen haben, als es darum ging, ob Intrada von FACE OF A FUGITIVE in Zukunft eventuell eine Neuaufnahme machen würde: https://www.soundtrack-board.de/topic/16442-intrada-kickstarter-projekt-dial-m-for-murder-dimitri-tiomkin/page/3/?tab=comments Mein Kommentar war damals dieser: "Ganz kurz tauchen da in der Tat ein paar Rózsa-Akkorde auf bei 1:04, aber ansonsten erinnert mich dieser ganze kantige Main Title eher an André Previn, der ähnliches geschrieben hat zu der Zeit. Der rhythmisch so prägnante Personalstil der späteren Goldsmith-Western aus den 60ern ist hier nur in Ansätzen überhaupt rauszuhören. Vor allem kommt für mich bei 2:47 ein ziemlich klares Zitat, nämlich das Hauptthema von Rosenman´s REBEL WITHOUT A CAUSE fast identisch übernommen. Kommt im weiteren Verlauf der Musik ja des öfteren noch als Nebenthema vor. Ob das ein direkter Gruß an Rosenman war? Insgesamt ist die Musik zwar schon gut gemacht, aber so der richtig zündende Funke springt auf mich jetzt nicht rüber. Auf CD würde ich die kompletten 30 Minuten wohl nur sehr selten anhören. Besonders wichtig wäre mir das nun nicht, es täts auf jeden Fall auch eine kurze Suite daraus mit knapp 10 Minuten. Und nur mal angenommen dieselbe Musik wäre wirklich von Previn, dann würde der Titel in der Intrada-Umfrage ganz unten landen. Es ist halt wie immer der Name Goldsmith, der natürlich magisch die Fans anzieht."
  5. Trotzdem muß man sagen: Es war schon toll, was etwa in den ersten 10 Jahren des neuen Jahrtausends unter Townsons Ägide so alles noch im Club erschienen ist. Niemand hat sich so sehr Alex North gewidmet und das obwohl sich so manche dieser Titel kommerziell sicher nicht gelohnt haben, auch was er so alles von Bernstein, Newman, Waxman, Victor Young und anderen gebracht hat - da sind doch viele CDs dabei, die mir nach wie vor sehr viel bedeuten. Man kann an Townson sicher einiges kritisieren, aber viele dieser alten Sachen aus den 50ern/60ern kämen doch gar nicht mehr heutzutage. Und der Club selbst ist inzwischen völlig runtergekommen zu einem reinen Expandier-Verein, der eben noch Fanwünsche - überwiegend in Sachen später Goldsmith - fast nur noch ab den späten 80ern aufwärts erfüllt und nicht viel mehr.
  6. Ganz offensichtlich sind so langsam selbst bei diesen Nummer Sicher-Goldsmith-Expandierungen vom Club die Verkaufszahlen rückläufig, denn nur noch eine 1500er-Limitierung - und damit genau dieselbe Anzahl wie für einen Brad Fiedel - ist schon ein Novum. Da waren bei den anderen Goldsmith-Club-CDs der letzten paar Jahre doch noch ganz andere Zahlen im Umlauf. Aber bereits LOONEY TUNES vor einigen Monaten hatte keine 3000er-Auflage mehr, sondern nur noch 2500. Ich frage mich, auf was sie im Club dann noch groß setzen wollen, wenn sogar diese Expandiererei des Goldsmith-Spätwerks mit der Zeit dann eventuell immer weniger zieht. Denn das ist ja nun mal ihr eigentliches Zugpferd.
  7. NEWS OF THE WORLD hatte ich interessehalber vor rund zwei Monaten wenigstens mal durchlaufen lassen. Den Score würde ich im Prinzip nur als Schlaftablette empfehlen. Es ist kaum zu glauben, wie das über runde 70 Minuten vor sich hinzirpt und dahinschliert. Thematisch völlig blass und mit allen üblichen dahinklimpernden US-Standardfloskeln versetzt, die man nun wirklich x-fach schon so gehört hat in den letzten 20 Jahren. Löst bei mir absolut null Emotion aus und ich wundere mich schon etwas, daß die Musik in dieser Abstimmung hier wohl insgesamt doch recht positiv aufgenommen wird. Ich kann dazu nur eins sagen: Solche Art heutiger Filmmusik kommt für mich überhaupt nicht mehr in Frage, auch wenn sie im Film vielleicht noch etwas besser rüberkommen mag.
  8. Vereinzelt höre ich mir schon noch so ein paar aktuelle Scores ab und zu via Youtube an. Allerdings habe ich in 90% der Fälle oft zuvor schon nach einigen Hörclips genug und komme dann gar nicht mehr weiter, weil das Meiste heutzutage immer nur noch gleich klingt und kaum noch ein persönlicher Stil eines Komponisten mal vorhanden ist. In vielen Fällen sind die Scores dann eh auch noch viel zu lang mit 60 oder 70 Minuten oder noch mehr, was ich mir dann schlichtweg nicht mehr antue.. Ca. 10-12 Musiken aus der Liste oben kenne ich zwar, aber ich habe keine Lust mir alle 40-50 anzuhören, denn das bringt mir persönlich einfach nichts mehr. Dafür habe ich zu viel an älteren Sachen rumstehen, die meinen Geschmack auch viel eher treffen. Von den Musiken, die ich gehört habe, wären für mich die interessantesten noch PERSONAL HISTORY OF DAVID COPPERFIELD, FANNY LYE DELIVER´D und der Gabriel Yared THE LIFE AHEAD - leider ist letzterer recht kurz und zwischendrin dann auch mal etwas popiger, aber das Hauptthema an sich ist schon sehr meine Wellenlänge und in einer Art komponiert, die man ansonsten nicht mehr so oft hört heutzutage. Vor allem COPPERFIELD und in gewissem Maße auch FANNY LYE sind absolut gekonnt gemacht und wirklich kompositorisch beachtlich, zum Teil durchaus auch beeindruckend und erfrischend - das würde ich schon anerkennen, auch wenn das jetzt auf CD keine absoluten Must-Haves für mich sind.
  9. Das stimmt aber nicht so ganz, daß "Il ponte" aus IL PREZZO DI POTERE auf der alten CAM PRE 8-LP von 1969 kürzer gewesen sei als auf der späteren CAM-CD. Schau dir mal das Tracklisting an und Du wirst erkennen, daß die Länge des Tracks sowohl auf LP wie auf CD 4:10 Minuten beträgt - das heißt, die Dopplung war auch schon auf der LP, vermutlich um den insgesamt recht kurzen Score noch etwas länger zu machen: https://www.pervertium.com/videos/3839/cut-portrait-extreme-14-and-18/ Erst für die GDM-CD wüurde diese Dopplung dann also entfernt. UN UOMO, UN CAVALLO, UNA PISTOLA ist dagegen eher ein Sonderfall, zumal es davon Ende der 60er Jahre gar keine komplette LP gab, sondern damit nur die B-Seite der CAM SAG 9004-Platte gefüllt wurde. Das waren also nicht mal 20 Minuten. Deshalb hat CAM dann in den 90ern für die CD wohl eine andere Auswahl getroffen. Der 5-Minuten-Edit des Titeltracks auf der alten LP scheint aber auch für die GDM-CD dann nicht mehr verwendet worden zu sein. Und wie ich gelesen habe sollen die paar "choral overlays", die auf der CAM-CD zu hören sind, auf der GDM wiederum fehlen. Im Großen und Ganzen waren aber die Scores der ersten CAM-CD-Staffeln, die an 1992 erschienen, schon überwiegend immer identisch mit den früher in den 60ern und 70ern veröffentlichten LPs. Mit Deinen Piccioni-Wertungen stimme ich schon ziemlich überein. SENILITA zählt genauso zu meinen Piccioni-Favoriten seit 1992 als ich die Musik das erste Mal auf CD gehört hatte. Absolut betörende und delikate Musik, die ich immer wieder gerne auflege. 10TH VICTIM kann ich auf CD ebenfalls nichts abgewinnen. In dem recht witzigen Science-Fiction-Film von Elio Petri selbst paßt diese recht spleenige Untermalung an und für sich schon recht gut, aber ohne Bilder gibt mir das auch nicht viel. Von EBOLI habe ich übrigens seit vielen Jahren eine Kopie vom Masterband in sehr guter Klangqualität. Ich habe mir davon damals eine 45 Minuten-Version auf CDR zusammengebastelt, um die vielen doppelten Takes und unnötigen Wiederholungen des Masterbands zu umgehen. Die Musik lebt hauptsächlich von ihrem wunderbaren elegischen Hauptthema, das mich 1980 beim erstmaligen Sehen des Films im Kino ganz enorm beeindruckt hat und das in allen möglichen Varianten für diverse Solo-Instrumente und Orchester auf dem Masterband vorkommt - es gibt sogar eine Version nur für Klavier - , daneben gibts aber auch noch einige atmosphärische und impressionistische Passagen (in der Kinofassung übrigens nicht verwendet), die schon etwas den späteren CHRONIK EINES ANGEKÜNDIGTEN TODES vorwegnehmen. Bei Interesse kann ich Dir also gerne privat was zukommen lassen. Leider wird in absehbarer Zeit wohl keine offizielle CD bei Digitmovies von EBOLI erscheinen, da es große rechtliche Probleme gibt. Außer CAM war da nämlich auch noch Vides der Co-Editor und die wollen viel bzw. zuviel Geld für die CD-Veröffentlichung. Daran hapert alles und deshalb erscheint die wohl seit ein paar Jahren sogar schon fertig gemasterte CD einfach nicht. Auf TRE FRATELLI warte ich selbst schon eine halbe Ewigkeit. Bislang gibt es das Hauptthema nur auf der Rosi/Piccioni-Doppel-LP von Anfang der 80er. Rechteinhaber ist an und für sich Sugar - aber nicht CAM. Die haben selbst zwar kein Originalmaterial davon, aber es würden zumindest zwei Bänder im Piccioni-Nachlass existieren, die vor rund 10 Jahren gefunden wurden. Leider tut sich bislang trotzdem nichts bezüglich einer offiziellen CD, was höchst bedauerlich ist.
  10. Hast Du Dir inzwischen auch die Doppel-CD von FRATELLI KARAMAZOV zugelegt oder bist Du nur von den 35 Minuten auf Youtube ausgegangen, die es seit ca. 10 Jahren bereits als digitalen Download gab, damals wohl von Piccionis Sohn hochgeladen? Mit 137 Minuten bietet die Doppel-CD von Kronos natürlich unheimlich viel mehr an Musik und lohnt sich auf alle Fälle. Der von Dir oben verlinkte Track ist auf CD 2 als Track Nummer 11 zu finden, hat aber dort sogar eine Länge von 6:11 Minuten, da die ersten ca. 1 1/2 Minuten bei Youtube nicht mit dabei sind. Das Thema selbst nennt sich "Aria classica" und taucht in mindestens drei Varianten auf der Doppel-CD auf - es weist in seinem mystisch-elegischen Charakter schon sehr stark auf Piccionis spätere Musik zu LE MONACHE DI SANT´ARCANGELO voraus - Flötist war in beiden Fällen übrigens der berühmte Severino Gazzelloni. Auch die introvertierten Piccioni-Musiken für Francesco Rosis CRISTO SI È FERMATO A EBOLI von 1978 und TRE FRATELLI von 1981 klingen hier doch schon recht deutlich an. Für mich absolut traumhafte und hinreißende Musik, in die ich regelrecht versinken und wie in eine andere Welt abtauchen kann. Ich halte eh FRATELLI KARAMAZOV für einen der schönsten Piccioni-Scores. Natürlich ist die Doppel-CD mit mehr als zwei Stunden und so einigen Wiederholungen etwas zu lang, aber für mein Empfinden bleiben dennoch ganz starke und wirklich essentielle 70-80 Minuten übrig. Ich hatte im anderen Forum mal was Längeres zu der Kronos-Edition geschrieben und zitiere daraus hier gerne nochmals ein bißchen was, sofern es für Dich (und vielleicht noch den ein oder anderen) von Interesse ist: "Die erste CD mit 66 Minuten hat an sich nur wenige Durchhänger, vielleicht so zwei, drei Stücke, wo mal musikalisch nicht so viel passiert, ansonsten läßt sich das recht gut am Stück durchhören und ist wirklich auch erstaunlich abwechslungsreich komponiert. Problematischer wird dann eher CD 2, wo ich vielleicht noch so 20 Minuten als für mich unverzichtbar ansehen, aber auch Einiges an Repetitionen weglassen oder wenigstens an den Schluß stellen würde. Ich finde das schwelgerisch ausladende Hauptthema vom Main Title ja sowieso wunderbar, es erinnert sehr stark an das etwas später komponierte zu LICHT AM ENDE DER WELT. Ganz typischer Piccioni mit den Überlagerungen der Streicherstimmen und der stetig auf- und abwärts gleitenden Melodik. Herrlich auch das barockisierende, würdevolle "Aria classica"-Thema, das auf MONACHE DI SANT'ARCANGELO vorausweist. wo ebenfalls Severino Gazzelloni an der Flöte als Solist tätig war. Daneben gibt es noch ein feines, graziöses Liebesthema und ein viertes romantisches Thema, das "Tema seconda" auf der CD genannt wird und ebenfalls sehr schmachtend, aber etwas meditativer, zurückhaltender daherkommt. Der Score erschöpft sich allerdings nicht im Wechselspiel dieser Themen - wobei wirklich wunderbare elegische Delikatessen dabei sind wie das lange letzte Stück auf CD 1 oder das erste auf CD 2 , die jeweils fast 5 Minuten gehen und mich richtiggehend begeistern -, sondern es kommt reichlich anderes musikalisches Material noch hinzu: Packende dramatische Passagen, mitreißende, unglaublich rasante Tänze mit etwas russischem Kolorit, die prächtigen liturgischen Chöre, wobei das "Super Flumina Babilonis" bei UOMINI CONTRO ein Jahr später wiederauftauchen wird, dann düstere Dissonanzen wie man sie von Piccionis sinfonischen Scores ja ansonsten auch kennt, in der geballten und exzessiven Klangschärfe von "Tema parricida" (CD 2, Tracks 2) allerdings sogar ganz stark an Ähnliches von Alex North gemahnend, der für Piccioni ohnehin ja immer ein großes Vorbild darstellte. Sehr schön auch die klassische Fuge in "Fuga Ljussa" (CD 1, Track 19) oder die mystischen Streicher in "Psicologica Ljussa" - dieses letzte Stück wird ein paar Jahre später in Piccionis TRAVOLITI DA UN INSOLITO DESTINO übrigens auch wieder auftauchen, wurde also auch bereits hier für KARAMAZOV komponiert." Zu PREZZO DEL POTERE noch kurz: Würde ich auch zu den besten Western-Scores von Bacalov zählen. Ich war eigentlich mit der alten CAM-CD durchaus ganz zufrieden. Die GDM hat ja im Prinzip nur noch die eigentlichen Film-Tracks in der zweiten Hälfte hinzugefügt, wodurch sich sicherlich einige Dopplungen ergeben dürften. Wie viele wirklich lohnende neue Tracks kommen Deiner Meinung da denn gegenüber der CAM-CD hinzu?
  11. Wurde doch schon längst gepostet in diesem Thread: https://www.soundtrack-board.de/topic/16753-die-beat-records-releases-zu-den-spencerhill-filmen/page/7/?tab=comments#comment-415995 Gar nicht reingeschaut?
  12. Decca hat für Ende April schon wieder was Neues angekündigt auf CD und LP, nämlich die Erstveröffentlichung von Luis Bacalovs Musik zu Damiano Damianis Horrorfilm LA STREGA IN AMORE von 1966: https://arksquare.net/detail.php?cdno=092-1292 Der Titel ist an und für sich schon vor ein paar Jahren von irgendeinem Label - vermutlich Quartet oder Digitmovies - in Sugars CAM-Katalog reserviert, aber bislang nie gebracht worden. Kurios, daß man sich nun dafür entschieden hat, das auf Decca zu veröffentlichen. Die CD wird sicher nicht besonders lang sein, denn der Film dürfte kaum mehr als eine halbe Stunde Musik enthalten. Gleichzeitig machen Sugar/Decca in der Mondo-Reihe wiederum nur digital weiter. Schon reichlich amüsant. Man fragt sich, warum diese beiden gegenüber den früheren CAM-LPs expandierten Titel demnach nicht auf CD kommen: Marcello Giombini: LE DOLCI NOTTI https://www.qobuz.com/gb-en/album/le-dolci-notti-marcello-giombini/b4bs6kryoj4db Roberto Nicolosi: UNIVERSO DI NOTTE https://www.qobuz.com/gb-en/album/universo-di-notte-roberto-nicolosi/j46mzue7jr4jb
  13. Schwer zu bekommen? Das sieht für mich aber ganz anders aus, denn selbst Soundtrack Corner bietet die alte bereits expandierte GDM-CD mit genau demselben Inhalt wie die jetzige neue Beat-Scheibe noch zum normalen Preis an: http://www.soundtrackcorner.de/il-mio-nome-e-nessuno-my-name-is-nobody-p365.htm Und was ist mit all diesen Angeboten bei Discogs, die doch nicht besonders teuer sind? https://www.discogs.com/de/sell/release/3593558 Gleiches gilt für eBay Deutschland, wo man sehr leicht an die alte CD rankommt, wenn man sie denn haben möchte.
  14. Goldsmith-Fan Nr. 1 Yavar Moradi bei FSM allerdings schon. Einiges Interesse an TAKE HER SHE´S MINE oder THE DON IS DEAD war drüben im FSM-Forum letztes Jahr schon vorhanden. Mehr als bei vielen anderen CDs. Und man muß zusätzlich dies bedenken: So was wie FACE OF A FUGITIVE wird sich natürlich deutlich besser verkaufen als wenn jetzt ein Score von jemandem wie Kaper, Raksin, Young oder Skinner aus derselben Zeit erstveröffentlicht werden würde, denn dafür ist heutzutage kaum noch ein Markt vorhanden. Es macht von daher eben doch einen großen Unterschied aus, ob ich nun einen Titel von Goldsmith bringe oder einen von den genannten anderen Komponisten. Bei Goldsmith kommt Intrada noch in die Gewinnzone, bei den anderen dagegen so gut wie gar nicht.
  15. Mir ist selbstverständlich doch klar, wie der Hase heutzutage läuft und daß bei den älteren US-Scores fast nur noch mit dem Namen Goldsmith Geld zu verdienen ist. Ist ja in Italien etwa mit Morricone genau dasselbe - da kommt gerade von Beat jetzt im März der Einfachheit halber schon wieder VAMOS A MATAR COMPANEROS als Reissue. Warum? Weil das eben immer noch und immer wieder zieht. Trotzdem ist es halt von Sammlerseite aus etwas betrüblich zu sehen, wie eintönig die Label-Politik doch geworden ist. Schaut man sich die letzten Monate bei den US-Veröffentlichungen so durch, dann sieht man wirklich eine Goldsmith-CD nach der anderen. Als ob es nicht längst genügend gäbe - und nicht daneben auch noch viele andere Komponisten (die sich halt kommerziell gesehen nicht besonders gut absetzen). Den Kommentar von Byron Davis habe ich vor ein paar Tagen natürlich auch gelesen. Dazu kann ich nur eins sagen: Eine Perspektive für den Aufwand einer CD hätte es bei den meisten CAM-Titeln, die Juan Angel Saiz und ich etwa bis 2019 auf Saimel gemeinsam produziert haben, schon im vorhinein auch nie gegeben und trotzdem hat Juan Angel sein ganzes Geld reingesteckt ohne irgendeinen Gewinn dabei zu erwirtschaften. Und warum haben wir es trotzdem gemacht? Weil wir eben selbst sehr an den Musiken interessiert waren und wußten, daß die Sachen sonst wohl kaum jemand je auf CD bringen würde. Wenn ich also solcherart absoluten Idealismus dagegen halte, dann brauche ich mir dieses ständige Gejammer aus den USA nicht unbedingt anzuhören.
  16. Die beiden nächsten Intrada-CDs: Coming March 9th: Straight re-issue of MCA lp, featuring Elmer Bernstein's playful and dramatic score: Coming March 23: First time released in any form, Jerry Goldsmith's complete Face of a Fugitive! Mich würds ja schon interessieren, in welchem Mauseloch bei Columbia sie die Bänder für den Goldsmith-Western-Score von 1959 nach so langer Zeit nun tatsächlich doch noch gefunden haben, obwohl ja eigentlich längst keiner mehr an die Veröffentlichung der Originalaufnahme geglaubt hat. Man muß schon wirklich schmunzeln, wie Intrada in Sachen Goldsmith absolut nichts unversucht läßt und keine Kosten scheut, um noch im letzten Eck bislang unveröffentlichte und sogar verschollen geglaubte Musiken auszugraben. Wenn sie nur mal bei anderen älteren Komponisten auch so penibel wären, aber es dreht sich halt fast alles immer nur um Goldsmith.
  17. Diese Mitte März erscheinende Dopel-CD vom französischen Label Frémeaux enthält alle zwischen 1959 und 1962 veröffentlichten EPs von Delerue, darunter auch recht Abgelegenes wie beispielsweise WEEK-END EN MER und mit LES TROIS ETC.... DU COLONEL sogar eine Filmmusik, die Delerue nur dirigiert hat. Disques Cinemusiqe hat vor einigen Jahren mit der CD "Les premiers 45 tours de Georges Delerue" zwar schon mal was Ähnliches auf den Markt gebracht, diese neue Ausgabe ist dagegen nochmal etwas umfangreicher (und offizieller). Für diejenigen, die die DCM-CD bereits haben, vielleicht nur bedingt von Interesse, aber das dürften ja vermutlich nicht allzu viele sein: https://www.musicbox-records.com/en/cd-soundtracks/9855-georges-delerue-bandes-originales-de-films-1959-1962.html
  18. Auch für Morricones DANGER: DIABOLIK - wie ROMA COME CHICAGO aus dem Jahr 1968 - gilt dieselbe Kombination: Rechte in Italien bei Laurentiis, Vertrieb in den USA durch Paramount. Allerdings hat Laurentiis bekanntermaßen davon keine Originalbänder mehr - sie sind anscheinend bei einem Brand dort längst vernichtet worden - und es ist auch noch nie eine Kopie der Musik-Tracks in der Sammlerszene aufgetaucht. Eventuelle Bootlegs waren immer nur inklusive SFX direkt vom Film gerippt. Sollte Paramount also davon wirklich was haben, würde Quartet den Score natürlich auch sofort bringen, aber ich glaube da ehrlich gesagt nicht dran.
  19. Meines Wissens hat Ortolani für den deutschen Wallace-Krimi gar nichts groß Neues komponiert, sondern dafür wurden ältere Sachen von ihm recycelt wie COSI DOLCE...COSI PERVERSA und UNA SULL´ALTRA. Und ja, die Titelmusik ist wohl mehr oder weniger der Track 18 von INVASIONE:
  20. Wobei da eventuell auch noch eine Rolle gespielt haben könnte, daß die Universal France-Version von ORCA vielleicht auch schon in Planung war und sich Lerouge die zuvor unveröffentlichten Stück eben tatsächlich direkt bei Laurentiis in Italien noch holte. Dadurch könnte Music Box gleich von mehreren Seiten aus in die Bredouille gekommen sein.
  21. Quartet hat da eine äußerst clevere Volte geschlagen, indem José Benitez seine guten Kontakte zu Paramount in den USA ausgenutzt hat, um somit am eigentlichen italienischen Rechteinhaber des Scores - nämlich Laurentiis - vorbeizukommen. Ich bezweifle, daß es ein italienisches Label geschafft hätte, die Musik in der Art auf CD herauszubringen, denn Digit oder Beat hätten natürlich innerhalb Italiens über Laurentiis gehen müssen, was ein sehr komplizierter und wohl auch viel zu teurer Weg wäre. Paramount war aber natürlich nicht die Produktionsfirma von ROMA COME CHICAGO in den USA, sondern nur der US-Verleiher. Es ist also kaum davon auszugehen, daß die dort gar Originalbänder von ROMA COME CHICAGO gehabt haben. Da das unter Morricone-Fans schon seit bald 20 Jahren kursierende Bootleg aber eine im Großen und Ganzen sehr gute Klangqualität hatte, kann man sich unschwer ausmalen, was wohl als Quelle gedient hat und wie leicht eine digitale Kopie von Italien nach Spanien wandern kann. Im Prinzip wohl ähnlich wie beim letztjährigen Nascimbene-Album von Quartet. Morricone-Experte Gary Radovich hat im FSM-Board ja bereits darauf hingewiesen, daß die 18 Tracks des Bootlegs wohl inhaltlich absolut identisch sind mit dem, was auf der Quartet-CD nun oben ist. Da braucht man dann nicht mehr noch lang raten wie das wohl abgelaufen ist. Paramount hat vermutlich zur Bedingung gemacht, daß der englische Titel des Films und auch englische Tracktitel genommen werden müssen. Aber ansonsten sind die da wohl recht kulant - hatte das erst vor ein paar Jahren bei Lavagninos SAVAGE INNOCENTS erlebt, den Quartet machen wollte und deshalb bei mir angefragt wurde, ob denn davon Bänder im Lavagnino-Nachlaß wären (es existieren dort aber leider keine). Quartet hätte das dann wie üblich über Paramount lizenziert, obwohl die dort selbst absolut nichts an Bandmaterial von dem Score haben - daran sieht man eben sehr gut, wie so was eigentlich vonstatten gehen kann. Quartet fährt mit der Auflage dieses Mal sehr hoch - nämlich gleich 1000 Stück bei der CD und 500 bei der parallel erscheinenden LP - das ist für europäische Verhältnisse ein ziemlicher Batzen. Aber ROMA COME CHICAGO ist natürlich für die Morricone-Fans auf der ganzen Welt schon auch ein großes Event, da die Veröffentlichung dieses Scores aufgrund der besagten Laurentiis-Probleme seit Jahrzehnten eher zum Scheiern verurteilt war. Quartet bringt kuroserweise außer Morricone und dem sehr schrägen Ortolani übrigens auch noch eine Single mit zwei Tracks von Teo Usuelli´s Musik zu Marco Ferreri´s Kultfilm DILLINGER E´ MORTO von 1968 heraus. Mehr hat Usuelli dafür nämlich gar nicht komponiert: https://quartetrecords.com/product/dillinger-emorto-7-inch/
  22. Und es ist in der Tat der expandierte Phoenix-Flug in Form einer Doppel-CD: Wenn ich nach Feigelsons Komponisten-Liste gehe, dürfte zwei, drei Wochen später bei Intrada dann wohl Michael Kamen mal wieder an der Reihe sein. Sicher auch wieder eine Expandierung. Könnte mir da gut so was wie THE THREE MUSKETEERS vorstellen, der ja schon lange im Gespräch ist.
  23. Vor allem, da es sich auch um ganz unterschiedliche Studios handelt: HUSH...HUSH war Fox, BABY JANE dagegen Warner. Und vor allem bei Warner scheint es wie man hört doch enorme Schwierigkeiten zu geben, derzeit noch was Älteres zu lizenzieren. Hinzu kommt die Unklarheit, ob überhaupt noch Bandmaterial verfügbar ist von BABY JANE. Im FSM-Board hat man sich deshalb inzwischen auch der Einfachheit halber auf De Vols FLIGHT OF THE PHOENIX kapriziert, da die alte FSM-Ausgabe nicht komplett war und somit Intrada nun mit der üblichen Expandierung ins Rennen gehen könnte. Der Main Title von FLIGHT ist jedenfalls ganz klar nach Fakes Geschmack und von daher könnte dies durchaus zutreffen. Wäre wiederum eine Fox-Geschichte - ähnlich wie etwa MORITURI letztes Jahr..
  24. Wenn ich von Fakes folgendem Statement aus dem Jahr 2000 ausgehe, dann stimmt es "My guess is De Vol has limited fans today. He’s known best for his work with Aldrich. Especially a pair of thrillers with big female stars, WHATEVER HAPPENED TO BABY JANE? and HUSH... HUSH SWEET CHARLOTTE. Those are two of the most exciting, full-blooded thriller scores anyone wrote. Unbelievably, no recordings were ever issued." http://www.intrada.net/phpBB2/viewtopic.php?f=8&t=47&p=47&hilit=whatever+happened+to+baby+jane#p47
  25. Doug Fakes "personal favorite era of movies and film scores" sind bekanntermaßen die 60er, vor allem die frühen und mittleren Jahre des Jahrzehnts - insofern wird es WILLOW also ganz bestimmt nicht sein. Es ist eher an Goldsmith oder Bernstein zu denken. Unter Umständen auch noch an Frank De Vol, da der als erster in der Komponistenliste von Feigelson auftaucht und immerhin vier Oscar-Nominierungen im Laufe seiner Kariere hatte. Bei De Vol käme dann WHATEVER HAPPENED TO BABY JANE? in Frage, von dem es aber immer hieß, die Bänder seinen verschollen. Aber gut, man wird sehen, ob es eben nicht doch bloß wieder ein leicht expandiertes Reissue eines längst bekannten Scores wird.
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