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Ich glaube kaum, dass Sony sich mit Universal zusammensetzt und die Freigabe des ersten Zyklus mit dem DGG-Symbol erteilt. ;) Deutsche Grammohon, Decca und Philips gehören ja heute zu Universal, d.h. das ist derselbe Verein. Also nicht schlimm, wenn die drei ehemalig-eigenständigen Klassiklabels miteinander kooperieren. :D

Ja, das ist wirklich ein Batzen. Du kannst ja bei Lust und Laune Deine Hörerfahrung über die Newbie-Box berichten. :)

Dann wird's also die letzte Aufnahme sein...naja, ich kann ja immernoch auf die Maazel-Einspielung zurückgreifen.

Das ist irgendwie das Problem bei solchen Gesamtwerken, das artet irgendwie schnell in eine gewisse "Völlerei" aus. Ich meine, 60 CDs Brahms und 36 CD Messiaens hört man halt nicht mal so eben durch. Schon die Rozsa-Box von FSM erscheint mir als ein reisige Ladung, die einen vielleicht schnell übersättigt. Was soll's besser zu viel als zu wenig und meine Hörerfahrungen teile ich gerne mit :rolleyes:

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Das ist irgendwie das Problem bei solchen Gesamtwerken, das artet irgendwie schnell in eine gewisse "Völlerei" aus. Ich meine, 60 CDs Brahms und 36 CD Messiaens hört man halt nicht mal so eben durch. Schon die Rozsa-Box von FSM erscheint mir als ein reisige Ladung, die einen vielleicht schnell übersättigt. Was soll's besser zu viel als zu wenig und meine Hörerfahrungen teile ich gerne mit :)

Ich kaufe mir mittlerweile auch keine Sammelboxen mehr - habe ich bei Schostakowitsch (Sinfonien und Streichquartette), Mahler (Sinfonien), Vaughan-Williams (Sinfonien) und Prokofieff (Sinfonien) gemacht - aber das reicht... jetzt gehe ich dazu über, mir die wichtigen Werke der Komponisten jeweils in guten Einspielungen zuzulegen, so wie etwa momentan bei Messiaen. Ist ja auch meistens so, dass die Einspielungen bei Sammelboxen nicht alle auf dem gleichen Niveau sind. Selbst bei einer hervorragenden Gesamtaufnahme wie der Schostakowitsch-Sinfonien-Box mit Jansons sind ein, zwei eher mittelmäßige Einspielungen dabei (1. Sinfonie zum Beispiel).

Dennoch: das Schosti-Sinfonien-Paket mit Jansons (EMI) ist eine dolle Sache - wenn du irgendwann mit Mahler durch bist, solltest du dir das Teil auf jeden Fall zulegen. Barshai (Brilliant Classics) ist eine Alternative, wenngleich etwas trockener und analytischer. Jansons ist dagegen wilder, emotionsgeladener und hitzköpfiger - und einfach der beste Schostakowitsch-Dirigent des Westens.

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Ja, Schostakowitsch habe ich auch schon länger im Auge sowie die Strauss-Orchesterwerke. Danke für die Empfehlung der Schosti-Box. Ich habe aber auch mit Brillant Classics bei Grieg und Bruckner gute Erfahrungen gemacht. Mal sehen, vielleicht nehme ich beide. Vorher muss ich mich aber erstmal durch Mahler "arbeiten" :)

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Dennoch: das Schosti-Sinfonien-Paket mit Jansons (EMI) ist eine dolle Sache - wenn du irgendwann mit Mahler durch bist, solltest du dir das Teil auf jeden Fall zulegen.

Kann ich leider nicht zustimmen. Mein Tipp an dich Mephisto: Hol dir die Jansons nicht!

Ich sage es mal so: Die Symphonien von Shostakovich mit Jansons sind gut, wenn man den Durchschnitt betrachtet...

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Jansons ist dagegen wilder, emotionsgeladener und hitzköpfiger - und einfach der beste Schostakowitsch-Dirigent des Westens.

Übrigens: Jansons ist ein Lette. Von daher kein Dirigent des Westens.

Meine Empfehlung, wenn es um westliche Dirigenten von Shostakovich Symphonien geht: Bernard Haitink.

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Naja, so schlecht ist Jansons nun auch wieder nicht. :rolleyes:

Aber auch bei mir ist der sympathische Dirigent nicht die erste Wahl, was Shostakovich-Symphonien anbelangt. Mir kommt nicht zu wenig das Gefühl, dass es bei Jansons stellenweise an der Intensität mangelt, obwohl er ordentlich Feuer geben kann. Etwas mild und in meinen Ohren schwach geraten ist die Fünfte mit den Wiener Philharmonikern (weniger wegen Jansons Dirigat - die Wiener können einfach kein Shostakovich spielen - da gab es noch eine vorherige Aufnahme mit Jansons und dem Philadelphia Orchestra, zig mal besser). Jansons ist ein befähigter Shostakovich-Dirigent - keine Frage - jedoch kratzt er meiner Meinung etwas stark an der Oberfläche. Alles wirkt natürlich rund und sauber, was für eine zufriedenstellende, klangschöne Interpretation spricht. Da finde ich Barshai dann doch kerniger, was für mich den Reiz der Symphonien ausmacht. Jeder hat seine eigenen Vorstellungen der Lieblingsaufnahmen. Schon interessant, wie sich da die Meinungen spalten.

Ich habe mir vor ein paar Wochen für 100 Euro den Rozhdestvensky-Zyklus gekauft und habe keinen Cent bereut. Ich greife auch lieber zu favorisierten Einzelaufnahmen, aber Rozhdestvensky trifft seinen persönlichen Freund Shostakovich sehr gut: Explosiv und sehr russisch. Kyrill Kondrashin das Gegenstück: Er lässt mehr den Tiefgang wirken, um den Geist der russischen Seele zu spiegeln. Das Manko an den Aufnahmen ist die kinderschuhhaftige UdSSR-Aufnahmetechnik mit Dynamikschwankungen - bei Kondrashin - und der befremdlichen Digital-Stereophonie - bei Rozhdestvensky - (einzelne Instrumentengruppen besonders hervorheben, wenn sie den Hauptpart spielen und andere in den Hintergrund rücken).

Rozhdestvensky gibt es nicht mehr auf dem offiziellen Markt, daher war es ein Gebrauchtkauf. Kondrashin wurde neu aufgelegt. Die Box kostet an die 70 Euro (da denke ich, kommt man sowieso nicht drum herum, wenn man sich mit Shostakovich beschäftigt). Wenn man jedoch auf die preisliche Alternative zurückgreifen will, ist man bei Barshai und Jansons gut bedient. Der Vorteil bei Rozhdestvensky und Kondrashin: Beide arbeiten ausschließlich mit russischen Orchestern und waren Shostakovichs Freund. Ich glaube, eine bessere Authenzität kann es nicht geben. Jansons spielt die Leningrader auch mit den Leningrader Philharmonikern - super! :)

That's just my two cents.

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Die Fünfte unter Barshai kann man m.E. zum Beispiel schon mal vergessen - gerade den letzten Satz nimmt er schrecklich träge und ohne jeglichen Biss. Allein hier ist ihm Jansons mit den Wienern um Längen überlegen. Generell muss ich sagen, dass ich wenige so gute Aufnahmen der Fünften kenne wie unter Jansons - paradoxerweise, denn die Wiener Philharmoniker sind wahrlich nicht die erste Wahl, wenn es um Schostakowitsch geht!

Ähnliche interpretatorische Prachtstücke im Jansons-Zyklus: die Sinfonien 2, 4, 8, 12, 13 und 14. Insbesondere seine Aufnahmen mit dem Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks sind atemberaubend - hätte man auch nie gedacht, dass dieses Orchester zu Schostakowitsch-Interpretationen von solch glühender Intensität überhaupt fähig ist. Man höre nur das Feuer in der Performance der expressionistisch-dissonanten Sinfonien 2 und 4... ich finde, das lässt nur wenige andere Urteile zu als: brillant!

Sicher, die russischen Aufnahmen unter den Schostakowitsch-Spezialisten Roschdestwenski und Kondraschin sind auf interpretatorischer Ebene ebenfalls klasse - aber wer hört sich heute noch freiwillig solche blechernen, teils sogar übersteuerten Sowjet-Aufnahmen an, wenn es klanglich x-mal bessere (und interpretatorisch ähnlich gute) Aufnahmen auf dem Markt gibt?

Ich bleib dabei: unter den modernen Aufnahmen der Schostakowitsch-Sinfonien nehmen die Jansons-Interpretationen mitunter die absoluten Spitzenplätze ein. Bei Amazon kostet die Box mittlerweile auch nur noch 40 Euro. Und wenn es Einzelausgaben sein sollen:

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Hier gehen wohl unsere Meinungen auseinander und werden wohl nicht auf einen Nenner kommen. Ich sage immer noch, dass Jansons nicht zur Spitzenklasse gehört, sondern überschnittlich ist. Und Mravinsky und Rozhdestvensky sind weitaus besser als Jansons!

Und mit den Wienern... Die Wiener Philharmoniker können einfach kein Shostakovich spielen, sie wollen immer ihren "Wiener-Klang" durchsetzen. Das hört man auch bei Shostakovich und es dann kein schönes Hörerlebnis mehr. Aber das hat mein Bruder schon vorher erläutert.

Hör dir doch mal Bernard Haitink mit dem Concertgebouw an. Oder wenn wir bei den Russen bleiben wollen: Probier mal Rostropovich (Schüler von Prokofiev und Shostakovich)! Entweder den früheren Zyklus oder die neueren mit dem LSO! Dann vergleich die mal mit dem Jansons... Da liegt der Jansons weit hinter.

Und es stimmt nicht ganz, dass alle Aufnahmen mit den russichen Spezialisten ein total schlechten und/oder übersteuerten Klang haben. Nur, um das klar zu stellen.

Eins vergaß ich noch hinzuzufügen: Wenn man sich intensiv mit Shostakovich beschäftigt, da kommt man nicht um den Kondrashin Zyklus herum. Nicht nur, dass es der erste Zyklus überhaupt (!) war, sondern auch das Shostakovich diesen Zyklus selbst absegnete. Kondrashin war engster Freund von ihm und durfte die Uraufführung der 4. Symphonie mit dem Moskauer Philharmonikern leiten (Ich glaube sogar, dass bei diesem Zyklus der Uraufführungsmitschnitt enthalten ist). Sicher haben die Aufnahmen ihre Mankos, aber interpretatorische Qualität siegt vor Klangqualität (im gewissem Masse)!

Wenn man Kondrashin und Rozhdestvensky kennt, kann man auf den Jansons verzichten. Ob man diese Aufnahmen präferiert, ist eine andere Sache, aber man sollte sich als Shostakovich Kenner schon mal damit auseinander gesetzt haben. Du wirst merken, wenn du Kondrashin und Rozhdestvensky kennst, dann wirkt der Jansons recht blass. Er trifft einfach nicht direkt den Kern der Stücke.

Ich rate immer noch von dem Jansons Zyklus ab. Lieber die, die ich vorher genannt habe.

bearbeitet von Thomas Nofz

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Danke für die vielen Eindrücke. Man kommt bei solchen Titanen wie Schostakowitsch und Mahler wahrscheinlich auch gar nicht mit einem Zyklus aus. Wenn es an der Zeit ist, muss ich mich wohl für einen entscheiden. Jetzt steht aber erstmal Mahler an! Dank euch! :)

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Du wirst merken, wenn du Kondrashin und Rozhdestvensky kennst, dann wirkt der Jansons recht blass. Er trifft einfach nicht direkt den Kern der Stücke.

Christoph, ich kenne die Kondraschin- und Roschdestwenski-Zyklen, sonst hätte ich oben nicht über sie geschrieben. Und für mich sind das wertvolle historische Dokumente, aber keine Aufnahmen, die ich mir zu Hause bzw. in meiner Freizeit freiwillig anhöre. Dafür ist mir die Aufnahmetechnik einfach zu schlecht. Da nehme und empfehle ich, wie gesagt, lieber besser klingende, interpretatorisch ähnlich gute neuere Aufnahmen.

Die Rostropowitsch-Einspielungen mit dem National Symphony Orchestra sind in Ordnung, sowohl klanglich als auch interpretatorisch, da gebe ich dir Recht - aber was die modernen Referenz-Zyklen betrifft, bleibe ich bei Jansons und, mit Ausnahme der fünften, bei Barshai.

(Die Vorurteile bzgl. einiger Orchester kann ich übrigens langsam nicht mehr hören - wenn die Wiener Philharmoniker keinen Schostakowitsch mehr spielen dürfen, weil sie angeblich zu beschränkt dafür sind, dürfen sämtliche russische Orchester auch keinen Beethoven mehr spielen, denn der kommt auch nicht aus ihrem unmittelbaren kulturellen Umfeld... Stumpfsinnig.)

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(Die Vorurteile bzgl. einiger Orchester kann ich übrigens langsam nicht mehr hören - wenn die Wiener Philharmoniker keinen Schostakowitsch mehr spielen dürfen, weil sie angeblich zu beschränkt dafür sind, dürfen sämtliche russische Orchester auch keinen Beethoven mehr spielen, denn der kommt auch nicht aus ihrem unmittelbaren kulturellen Umfeld... Stumpfsinnig.)
Ich sagte ja nicht, dass sie Shostakovich nicht spielen dürfen, sie können Shostakovich nicht spielen. Und das hat nichts mit dem unmittelbaren kulturellen Umfeld zu tun, wie du es angemerkt hast. Da hast du mich falsch verstanden. Das LSO kann bspw. russische Werke sehr gut spielen, obwohl das Umfeld ein anderes ist!

Ein Beispiel: Karajan erklärte mal den Unterschied zwischen den Berliner Philharmoniker und Wiener Philharmoniker. Er sagte: Der Unterschied zwischen den Berliner Philharmoniker und Wiener Philharmoniker ist folgender: Wenn ich die Berliner Philharmoniker frage, ob sie ein Aufstrich statt einen Abstrich spielen sollen, tun sie es. Wenn ich die Wiener Philharmoniker frage, tun sie es auch; sie fragen aber dann: Warum?

Da die Wiener Philharmoniker ein sehr "pseudoelitärer" Verein ist und meinen, alles was uns nicht passt, wird angekreidet und nicht durchgeführt. So auch der "Wiener Klang" (Vermerk: "Wiener Klang" ist nicht definiert als der Klang der Wiener Philharmoniker, sondern der genereller Klang für "wienerisch" - hier leicht zu verwechseln mit dem Stil eines Orchesters. Die Wiener Philharmoniker wollen immer, dass alles "wienerisch" klingt).

Gergiev hat bei den Wienern auch Probleme gehabt, den sog. "Wiener Klang" bei anderen Werken "abzugewöhnen". Es gab da einige Probleme.

Außerdem wird bei den Wienern eine Floskel hinterher gesagt, wenn den Wienern was nicht passt, die heißt: "Seien sie ruhig, sonst spielen wir es so, wie sie es dirigieren!" Als Androhung der Wiener Philharmoniker zum Dirigenten, dass er so schlecht dirigiert.

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Wenn wir schon bei den Opern sind: Ich glaube viele hier könnten dann insbesondere auch mit Bizet was anfangen: Ich für meinen Teil liebe insbesondere seine Perlenfischer. Aber auch die zugegeben ein wenig totgenudelte Carmen und natürlich Das schöne Mädchen von Perth bezaubern mich immer wieder. Dann gibt es von Bizet noch ein kleines, aber feines instrumentales Oevre: Allen voran die Roma-Symphonie (aus meiner Sicht ein zu unrecht leider eher unbekanntes Meisterwerk), dann natürlich die L Arlesienne Schauspielmusik (gibt es auch als Suiten), sowie seine erste Symphonie - aus dieser insbesondere der langsame Satz.

Dieser Mann hatte einfach zu wenig Zeit um noch mehr Perlen zu hinterlassen.

Nochmal zurück zu den Perlenfischern:

Beginnen tut diese exotisch anmutende Musik mit einem kurzen, aber nicht minder eindringlichen Vorspiel, welches nahtlos in einen voller überschwenglicher Südseelebensfreude nur strotzenden Eröffnungschor übergeht. Dann der herrliche Tempelgesang zwischen Nadir und Zurga, der in die meiner Meinung nach schönste Tenor-Arie der Welt mündet. Bei meiner Aufnahme von Nicolai Gedda intoniert. Weiter geht es dann mit der verbotenen Liebe zwischen Nadir und Leila - naja eine typische Rahmenhandlung der damaligen Opernwelt eben. Aber die musikalische Ausführung überzeugt mich auf ganzer Linie. Immer wieder werden die rezitativen Handlungsstränge von einem bezaubernden im Hintergrund wirkenden - quasi ostinaten - Südseechor aufgelockert.

Für mich sind die Perlenfischer eindeutig besser gelungen als Carmen, aber da ist die weltweite Opernwelt anderer Meinung. Seis drum.

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Bizet ... noch ein paar Worte zu seiner phenomenalen Roma-Symphonie:

Dieses Werk hatte er ursprünglich für die Erlangung des Rom - Preises, einer Art europäischen Grammy seiner Zeit, geschaffen.

Aber was hat der Mann da für ein französisch hochromatisches Sahnestückchen hinterlassen:

Vom Aufbau her schon eine traditionelle viersätzige romantische Symphonie (erweiterte Sonatenform, Scherzo, langsamer Variationssatz, Finale) gibt der Komponist hier - in einer Art und Weise wie es vor ihm bereits Beethoven bei seiner genialen Pastorale gemacht hat - lockere zusätzliche bildbeschreibende Satzbezeichnungen an:

Erster Satz: Eine Jagt im Walde von Ostia: Das ganze beginnt mit einer herrlichen Hornmelodie, die dann in eine komplexe vielthematische Sonatenform müdet, bei der bereits in der ersten Wiederholung der Themen in der Exposition variiert wird.

Zweiter Satz: Ein kunstvoll kontrapunktisch gearbeitetes Scherzo: Das elegante Trio wird von zwei wunderschönen Fugato-Passagen eingerahmt.

Dritter Satz: Prozession: Das hier zugrundeliegende schreitende lange Thema (ist eigendlich schon mehr eine richtige Melodie) wird den ganzen Rest der Symphonie beherrschen. Im vorliegenden langsamen Satz verhalten, andächtig und respektvoll intoniert, ehe es dann im

Vierten Satz: Farandole: ... in eine feurige atemberaubend und immer schneller werdende Farandole mündet. Die Intensität der Musik steht aus meiner Sicht der von den ähnlich gearbeiteten Stücken aus L Arlesienne aber auch Carmen (Zigeunerlied) in nichts nach.

Leute holt euch diese Perle der französischen Romantik. Insbesondere Liebhabern von Berlioz, aber auch Desplat und Navarette möchte ich DIESE Musik doch sehr ans Herz legen. Ihr werdet es nicht bereuen!

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Danke. Aquarius für die wundervolen Ausführungen. Ich habe von Bizet halt auch nur die "Carmen" (von EMI mit der Callas), aber leider wird sich die Roma-Symphonie noch etwas gedulden müssen. Ich komme nämlich gerade mit einem ansehnlichen Stapel Schallplatten nach Hause, die ich geschenkt bekommen habe. Vielleicht kennt einer die eine oder andere Aufnahme darauf und kann etwas dazu sagen?

Bach:

- "Toccata und Fuge D-Moll" (Leopold Stokowski, Dirigent)

Beethoven:

- "Diabelli-Variationen" - Rudolf Serkin, Klavier

- "Die neun Symphonien: Toscanini Edition" (Toscanini, Dirigent)

- "Fidelio" - historische Aufnahme (Karl Böhm, Dirigent)

- "Karajan Edition 100 Meisterwerke" - Beethoven: Klavierkonzert Nr.1/Coriolan-Ouvertüre (Christoph Eschenbach, Klavier)

- "Streichqaurtett B-Dur op. 130" - Fine Arts Quartet

- "Streichquartett Es-Dur, op. 127" Fine Arts Quartet

- "Symphonie Nr. 3 "Eroica"" - Cincinnati Orchestra (Michael Gielen, Dirigent)

- "Symphonie Nr. 3" - Berliner Philharmoniker (Wilhelm Furtwängler, Dirigent)

- "Symphonie Nr. 6: Pastorale" - Wiener Philharmoniker (Wilhelm Furtwängler, Dirigent)

- "Symphonie Nr. VII" - Wiener Philharmoniker (Georg Solti)

- "Symphonie Nr. 9" - Festspiel-Orchester Bayreuth (Wilhelm Furtwängler)

- "Wilhelm Furtwängler dirigiert Beethoven" - Symphonie Nr. 4, Große Fuge B-Dur (Wilhelm Furtwängler, Dirigent)

- "Wilhelm Furtwängler dirigiert Beethoven" - Symphonie Nr. 5 (Wilhelm Furtwängler)

Berlioz:

- "Requiem" - Chor und Symphonie-Orchesterdes Bayrischen Rundfunks (Charles Munch)

Bruckner:

- "Symphonie Nr. 8" - Wiener Philharmoniker (Carlo Maria Giulini, Dirigent)

De Machaut

- "Guillaume de Machaut chansons 1" (Thomas Binkley, Leitung)

Dvorak:

- "Symphonie Nr. 9" - WDR-Symphonie-Orchester (Erich Kleiber, Dirigent)

Grieg:

"Mozart in nordischem Gewand" - Griegs freie Bearbeitungen zu vier Mozart-Klaviersonaten

Haydn:

- "Die Schöpfung" - Huttenlocher Orchester (Sigiswald Kuijken, Dirigent)

Mozart:

- "Die Zauberflöte/Don Giovanni" - historische Aufnahme von den Salzburger Festspielen (1937) Arturo Toscanini/Bruno Walter

- "Krönungskonzert D-Dur/Klavierkonzert C-Dur" - Friedrich Gulda, Klavier (Collins, Dirigent)

Landini:

- "Francesco Landini" (Thomas Binkley)

Liszt:

- "Schubert/Liszt: Wanderer-Fantasie - Liszt: Totentanz & Czardas Macabre" - Alfred Brendel, Klavier (Michael Gielen, Dirigent)

- "Wagner-Transkriptionen" - Daniel Barenboim, Klavier

Mo´nteverdi

- "L'Orfeo" (Jürgen Jürgens, Dirigent)

Rameau:

- "Ballettsuite zur Oper "Les Indes Galantes" - Collegium aureum auf Originalinstrumenten

Le Roux:

- "Le petit prince"

Strawinsky:

- "Ebony Concerto/Dumbarton Oaks" - Ensemble Intercontemporain (Pierre Boulez)

- Itzhak Perlman spielt Strawinsky" - Divertimento, Suite Italienne, Duo Concertant

- "Petruschka/Der Feuervogel" - Chicago Symphonie Orchestra (Carlo Maria Giulini)

- "Strawinsky spielt Strawinsky: Der Feuervogel" - Igor Strawinsky, Klavier

- "Symphonie in C/Concerto in D/Circus Polka" - Berliner Philharmoniker (Herbert von Karajan)

Varèse:

- "Déserts Hyperprism Intégrales/Densité 21,5" (Konstantin Simonovitvh, Dirigent; Michel Debost, Flöte)

Verdi:

- "Rigoletto" - (Francesco Molinari-Pradelli, Dirigent)

Verschiedenes:

- "Große Interpreten neuer Musik: Magnifi Cathy - The many voices of Cathy Berberian"

- "Il Grand Tenori Volume 11: Placido Domingo"

- "L'Ecole de Mannheim" - K. Stamitz/J.B. Wanhal/P. Winter

- "The great seasons Volume I" - Covent Garden 1919

- "Wilhelm Furtwängler: Ouvertüren, Serenaden, Sinfonische Dichtungen"

Wagner:

- "Ouvertüren zu: Das Liebesverbot/Die Feen - Huldigungsmarsch, Kaisermarsch, Großer Festmarsch" - London Symphony Orchestra (Marek Janowski, Dirigent)

Weber:

- "Ouvertüren" - Philharmonia Orchestra (Wolfgang Sawallisch, Dirigent)

- "Ouvertüren" - Symphonie-Orchester des Bayrischen Rundfunks (Rafael Kubelik)

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... na dann, viel Spass beim Hören. Da sind aber auch tolle Sachen dabei. Haydns Schöpfung, Bruckners Achte, Berlioz`Requiem, Beethoven satt ... da muss die Roma freilich noch warten :-)

Bei der Gelegenheit an dieser Stelle noch die Korrektur eines peinlichen Rechtschreibfehlers meinerseits:

Eine Jagd im Walde von Ostia.

Die Carmen mit der Callas von EMI - ja diese Aufnahme habe ich auch - die Callas konnte diese Rolle sehr überzeugend singen. Dieser gewisse Dreck in der Stimme - einzigartig!

bearbeitet von Aquarius

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Noch krebse ich ja bei der Filmmusik rum, allerdings habe ich bald meinen Marathon durch. Danach werde ich vielleicht nochmal die eine oder andere Perle in den Spieler werfen und mich danach dann den angehäuften LPs widmen. Als nächstes steht auch noch einiges von Berg, Messians und Schönberg auf dem Zettel, allerdings haben Strauss' Orchesterwerke (EMI) und die Havergal Brian Symphonien (Naxos) Priorität. :eek:

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Es gibt da noch so einen französischen Spätromantiker:

Camille Saint Saens. Von diesem überzeugen mich ganz besonders die dritte Symphonie (Orgelsymphonie), sowie Karneval der Tiere und - ein Geheimtip: die kurze, aber sehr interessante symphonische Dichtung Danse macabre.

Zur Orgelsymphonie:

Ein elegantes Stück französische Spätromantik. Ist eine quasi viersätzige Symphonie, wobei aber der zweite und dritte Satz in einem "Adagio" betitelten Stück einen wirklich langsamen Teil mit einem Scherzoteil verschmilzt. Höhepunkt und weltbekannt ist in erster Linie das Finale. Die dortige Hauptmelodie (wunderschön vom vollen Orchester und parallel gespielter Orgel vorgetragen) wurde auch schon mal als Filmmusik verwendet: Schweinchen Babe.

Ist eine vollmundige und saftige Angelegenheit die Musik von Camille Saint Saens. Die erste und zweite Symphonie kenne ich leider nicht. Muss ich bei Gelegenheit mal nachholen...

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Oha, da sind wahrlich einige Schätze dabei. Ich erlaube mir, auf einzelne Aufnahmen einzugehen:

Bach: "Toccata und Fuge D-Moll" (Leopold Stokowski, Dirigent)

Wenn Du die originale Orgelfassung (die ja nach umstrittetenen Wissenschaftsstand nicht von Bach, sondern einem unbekannten Italiener zugeordnet wird) an sich magst und mal als bearbeitete Orchesterfassung hören willst (Stokowski hat es selbst arrangiert) wirst Du sicherlich Deine Freude daran haben. Ganz bekannt wurde die Version durch Disneys Meisterwerk FANTASIA.

Beethoven: "Symphonie Nr. 9" - Festspiel-Orchester Bayreuth (Wilhelm Furtwängler)
Ich weiß nicht, ob es bei Karl Böhm so war, der die Neunte auch in Bayreuth dirigierte, aber wenn Windgassen und andere Wagner-Schlachtschiffe für Beethovens Monumentalwerk angeheuert wurden - gewagtes Experiment!

"Wilhelm Furtwängler dirigiert Beethoven" - Symphonie Nr. 5 (Wilhelm Furtwängler)
Hier wäre das Aufnahmedatum interessant. Eines der besten Beethoven-Interpretationen überhaupt ist die aus 1947, wo Furtwängler eine bahnbrechende Tempoachterbahn hinlegt und das Schicksalmotiv mit einer nahezu androhenden Generalpause nach Erklingen beglückt. Hier passt Beethovens Aussage - ob fälschlich oder nicht, sei mal dahingestellt - "Man hört, wie das Schicksal an die Türe klopft" wie die Faust aufs Auge. Die Frühere aus 1943 aus der alten Berliner Philharmonie (die im Krieg zerbombt wurde) ist ähnlich, jedoch nicht so intensiv wie Furtwängler es vier Jahre später zur Deutung brachte.
Bruckner: "Symphonie Nr. 8" - Wiener Philharmoniker (Carlo Maria Giulini, Dirigent)
Eines der besten Interpretationen des kolossalen Stückes. Giulini war ein niveauvoller Bruckner-Dirigent und wusste, wie er den gigantischen Bruckner-Sound ohne in den stark klischeebehafteten Katholizismus zu ertränken einbringen konnte. Die Wiener Philharmoniker tun ihr Übliches: Sie runden das Profil einer vorbildlichen Aufnahme perfekt ab.
Haydn:"Die Schöpfung" - Huttenlocher Orchester (Sigiswald Kuijken, Dirigent)
Ich kenne Sigiswald Kuijken mit seinem Stammorchester "La Petite Bande". Er spielte Haydns Londoner und die Paukenwirbel-Symphonie. Er nutzt gerne ein authentisches Instrumentarium, welches im 18. Jahrhundert Anwendung fand. Schrecklich, wie man so ein Geleier toll finden kann. Das hasse ich so an HIP-Aufnahmen: Es geht Spannung verloren, es wird so lala musiziert und nur, weil es einen luftigen, transparenten Hippelhoppel machen kann, wird es für gut befunden, weil es früher mal so klang. Dann lieber die konventionellen Orchester des 20. Jahrhunderts. Ich hoffe, das Huttenlocher Orchester spielt das Oratorium besser und weniger HIP.
Weber: "Ouvertüren" - Philharmonia Orchestra (Wolfgang Sawallisch, Dirigent)

- "Ouvertüren" - Symphonie-Orchester des Bayrischen Rundfunks (Rafael Kubelik)

Ich habe beide Aufnahmen. Der routinierte Sawallisch ist verzichtbar, der Kubelik jedoch nicht. Er bringt freudiges Feuer in den orchestralen Klangfarben Webers und schafft es, einen ungeheuren Spagat zwischen streng-romantischem Aufguss und temperamentvollem Tempo zu ziehen. Gerade seine Operninterpretation zu DER FREISCHÜTZ ist eines der besten Webereinspielungen, die der Klassikmarkt zu bieten hat.

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Er nutzt gerne ein authentisches Instrumentarium, welches im 18. Jahrhundert Anwendung fand. Schrecklich, wie man so ein Geleier toll finden kann. Das hasse ich so an HIP-Aufnahmen: Es geht Spannung verloren, es wird so lala musiziert und nur, weil es einen luftigen, transparenten Hippelhoppel machen kann, wird es für gut befunden, weil es früher mal so klang. Dann lieber die konventionellen Orchester des 20. Jahrhunderts.

Es gibt viele, die mit historischer Aufführungspraxis nichts anfangen können - dennoch ist ein Kommentar wie "lieber die konventionellen Orchester des 20. Jahrhunderts" blanker Unsinn, denn es ist nun mal schlicht und ergreifend falsch, Haydn mit einer dicken, postromantischen Orchesterbesetzung zu spielen und klanglich "aufzupumpen", als wäre es das gleiche wie Bruckner. Selbst noch bei Beethoven ist das in den meisten Fällen nicht im geringsten angebracht.

Ergo: wenn man die Klassiker gerne "dick" mag, sollte man gleich in der (Spät-)Romantik bleiben und um die Wiener Klassik einen großen Bogen machen.

Strawinsky:

- "Ebony Concerto/Dumbarton Oaks" - Ensemble Intercontemporain (Pierre Boulez)´

Glückwunsch zu dieser tollen Aufnahme. Dürfte die Referenz für beide Werke sein. Schreib dann auch mal, wie du die beiden Stücke findest - ich mag die außerordentlich gerne, sowohl das jazzige "Ebony Concerto" als auch das Kammerkonzert. Zu ersterem habe ich im "Now Playing"-Thread letztens mal was geschrieben.

Varèse:

- "Déserts Hyperprism Intégrales/Densité 21,5" (Konstantin Simonovitvh, Dirigent; Michel Debost, Flöte)

Viel Spaß auch dabei. :D Kennst du schon was von Varèse? Einer der interessantesten und eigensinnigsten Komponisten des 20. Jahrhunderts. Ich empfehle zusätzlich zu den kammermusikalischen, klein besetzten Werken auf deinem Album unbedingt noch seine bahnbrechende Schlagzeug-Komposition "Ionisation". Ein faszinierendes, nur rund 5-minütiges Stück für 36 Schlaginstrumente, in dem zum ersten Mal auf traditionelle Weise thematisch-motivisch (!) für Schlagzeug komponiert wird.

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Es gibt viele, die mit historischer Aufführungspraxis nichts anfangen können - dennoch ist ein Kommentar wie "lieber die konventionellen Orchester des 20. Jahrhunderts" blanker Unsinn, denn es ist nun mal schlicht und ergreifend falsch, Haydn mit einer dicken, postromantischen Orchesterbesetzung zu spielen und klanglich "aufzupumpen", als wäre es das gleiche wie Bruckner. Selbst noch bei Beethoven ist das in den meisten Fällen nicht im geringsten angebracht.

Ergo: wenn man die Klassiker gerne "dick" mag, sollte man gleich in der (Spät-)Romantik bleiben und um die Wiener Klassik einen großen Bogen machen.

Das, was Du von Dir gibst, ist blanker Unsinn. Die Wiener Philharmoniker beispielsweise können Haydn exzellent spielen und ist auch ein Orchester des 20. Jahrhundert. Das heißt nicht, dass man Instrumentengruppen hinzufügt, die es damals noch nicht gab. Dicke Klangsoßen kann man im Übrigen meistens den Dirigenten zuschreiben, siehe Karajans Monster-Mozarteinspielungen. Abaddo kriegt's mit den Berlinern auch schlanker hin. Und wenn es nahe an HIP sein soll, bieten ausgezeichnete Kammerorchester einen brillanten Klangkörper.

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Die Wiener Philharmoniker beispielsweise können Haydn exzellent spielen und ist auch ein Orchester des 20. Jahrhundert.

Ich weiß jetzt nicht so recht, auf was du hinaus willst...

Mir ging es um die korrekten Besetzungen und einen transparenten Kammerorchester-Klang inklusive Verwendung alter Instrumente. Und sicher können die Wiener Philharmoniker Haydn spielen, wenn eben jene Rahmenbedingungen gegeben sind. Deine Ausführungen oben klangen so, als wenn du diesen interpretatorischen Zugang (Transparenz, korrekte kleinere Orchesterbesetzung, Originalinstrumente) grundsätzlich ablehnen würdest.

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Deine Ausführungen oben klangen so, als wenn du diesen interpretatorischen Zugang (Transparenz, korrekte kleinere Orchesterbesetzung, Originalinstrumente) grundsätzlich ablehnen würdest.

Nein, so habe ich das nicht gemeint. Ich meinte nur den Klang, das Geleier, wenn sie mit den Instrumenten spielen. Bei HIP-Orchestern vermisse ich oft die Spannungsdichte, kräftige Klangfarben und teilweise die korrekte Intonation. Kammerorchestrale Besetzungen sind transparenter, das steht nicht zur Debatte (da lausche man die vorbildlichen Paavo Järvi Einspielungen der Beethoven-Symphonien mit der Kammerphilharmonie Bremen). Das sind gute Orchester, aber ich höre dann lieber Wiener Klassik mit den Wienern, Berlinern, New Yorkern, etc. Bei Barock allerdings ist so ein HIP-Ensemble wahrlich ein Hörgenuss - da sind die romantisch-ausgelegten Orchester irgendwie fehl am Platz (liegt wohl auch an den Kompositionen).

Ein Orchester der heutigen Zeit spielt Wiener Klassik ja nicht mit 100 Mann (das wäre fatal!). Wenn Du das dachtest, ja: Das ist wirklich Unsinn. Die Wiener Philharmoniker sind da auch nur mit den begrenzten Instrumentengruppen ausgerichtet, wie es das einzelne Werk so vorsieht. Wenn man es noch authentischer haben will, muss man bei österreichischen und deutschen Komponisten die antiphonale (deutsche) Orchesteraufstellung vorziehen, d.h. erste und zweite Violinen gegenüber und Celli in die Mitte, weil das früher der Komponist so im Gedanken und Ohr hatte. Diese interessante Aufstellung vermehrt die Transparenz und Klangentfaltung immens. Die typische, amerikanische Aufstellung ist da nur auf die Kraft gewisser Sektoren ausgerichtet, weil erste und zweite Violinen miteinander in einer Reihengruppe sitzen und die ganzen Celli rechts positioniert werden. Die Bläser sind auch noch anders aufgeteilt, aber wie genau, weiß ich jetzt nicht.

Jedenfalls bin ich da auch mehr der Masse gerichtet und finde den Klang der Orchester mit amerikanischer Aufstellung einfach besser, obwohl die Transparenz und straffe Durchsichtigkeit drunter leidet. Dafür als Pluspunkt gibt's mehr Klanggewalt bei den Streichern.

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Ich bin gerade wieder in der Heimat, meine erbeuteten LPs stehen allerdings noch in meiner Studentenwohnung, daher werden Daten etc. nachgereicht. Ich bin absolut kein Freund der Wiener Klassik. Ich weiß um den Genius eines Haydns und Mozarts aber ihre Musiksprache sagt mir absolut nicht zu. Da habe ich eigentlich nur meine Freude, wenn ich die Klavierauszüge selber mal durchspiele oder halt die Partitur mitlese um die ganzen kleinen motivischen Raffinessen zu entdecken. Bim "bloßen" Hören verpasse ich solche Feinheiten ständig und dann klingt's mir zu streicherlastig und zu glatt komponiert.

Die Schlagzeugstücke von Varèse sind mir als Schlagzeuger natürlich ein Begriff. Außerdem kenne ich noch diverse Tonbandstücke aber das war's dann leider auch schon. Daher habe ich einfach mal zugeschlagen. Den Haydn habe ich genommen, weil ich finde, dass man die Schöpfung halt doch mal kennen sollte. Vielleicht überrascht er mich ja. Die Bernstein-Aufnahme mit Wunderlich ist leider an mir vorbeigegangen ;)

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Mittlerweile laufen die Vorbereitungen für die Zwischenprüfungen auf Hochtouren und zwischen diversen Proben für weitere Projekte habe ich mich nun in die hiesige Konzerthalle begeben und Mahlers dritte Symphonie live gehört...gestern und heute (kostete Studenten nur 3,90) und ich muss sagen: ein absolut überwältigendes Erlebnis. Besonders die zwei Rahmensätze haben es mir ja schon immer angetan und auch die beiden vokalen Sätze sind wirklich toll und heute Abend bin ich auch endlich mal mit dem zweiten Satz warm geworden. Einfach ein schönes kleines Stück Musik, das in meinem Kopfkino gleich einen Spaziergang durch spätsommerliche leuchtende Weizenfelder in der Nähe eines kleinen Dorfes suggerierte. Nur beim dritten Satz hing ich doch wieder ein wenig in der Luft, was die Konzentration anging. Nichtsdestotrotz haben die beiden Konzerte mir diesen Symphonietitan ein gutes Stück näher gebracht :)

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