Mephisto

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  1. Angus, ich bin zutiefst beeindruckt von Deinem Engagement, hier CDs vorzustellen, die wahrscheinlich nur ganz wenige auf dem Schirm oder im Regal haben. Es macht unglaublich viel Spaß, Deine Texte zu lesen und bleiben hoffentlich noch mehreren Generationen Filmmusikinteressierter erhalten!
  2. veröffentlichung

    Ich muss zugeben, dass mich die Intrada-Politik auch ein bisschen aufregt. Eine "Danger Zone" mit groben Zahlenangaben ist eine feine Sache - insbesondere zu Zeiten, wo es so viele Veröffentlichungen gibt, dass man nicht immer alles sofort bei Erscheinen kaufen kann und dann eben informiert sein muss, bevor man etwas verpasst. Das mit den drei Goldsmith-Alben CAPRICORN ONE, TROUBLE WITH ANGELS und IN HARM'S WAY fand ich auch sehr ärgerlich. Insbesondere CAPRICORN hätte wesentlich länger verfügbar sein sollen, wenn man bedenkt, was für eine Rarität die Erstauflage war, ebenso Poledouris' SWITCHBACK. Was mich aber noch mehr gestört hat, war das Schicksal des Rózsa-Albums FIVE GRAVES T KAIRO/SO PROUDLY WE HAIL/etc... Dieses war plötzlich einfach ausverkauft. Keine Vorwarnung, nix. Habe es noch gerade hier in Deutschland ergattern können, aber ich frage mich schon, wozu dann eine Danger-Zone gut sein soll, wenn trotzdem immer wieder Alben durchrutschen...
  3. Da ich den Film nicht kenne, kann ich das nicht beurteilen. Ein guter Einwand jedenfalls, der mich im Netz mal Ausschau nach dem Film halten lassen wird.
  4. Nicht von mir. Ich erinnere mich, die Beschreibung vor einiger Zeit bei Digitmovies gelesen, als ich nach möglichen Peplum-Kandidaten Ausschau hielt. Da hat mich schon die Instrumentationsangabe abgeschreckt. Ich bin kammermusikalischen Besetzungen sehr aufgeschlossen und schätze auch alternative Herangehensweisen, hatte aber den Eindruck, dass man hier die beschränkten Möglichkeiten dank des knappen Budgets als Innovation feiert - und da werde ich schnell skeptisch. Solche Filme verlangen nunmal eine möglichst wuchtige Musik, da sie selber sehr auftrumpfend daherkommen (jedenfalls das, was ich davon gesehen habe, ihr könnt mich gerne korrigieren) und versuchen, größer auszusehen als sie sind. Da ist dann eine voll besetzte Orchestermusik ziemlich hilfreich, etwaige fehlende Schauwerte zu kaschieren. Aber der Canfora kam mir einfach unfreiwillig spröde vor.
  5. Vielen Dank für diesen ausführlichen Bericht. Damit habe ich SETTE GLADIATORI auf die lange Bank geschoben. Es freut mich aber zu lesen, dass für Dich noch ein nettes Hauptthema und ein schmachtendes Liebesthema bei rausgesprungen sind. Dafür, dass Du nach eigener Aussage über keine allzu großen musikalischen Fachkenntnisse verfügst, hast Du die Musik sehr anschaulich und "nachvollziehbar" beschrieben und damit wahrscheinlich auch vielen Leuten, die sich nicht professionell mit Musik auseinandersetzen, einen guten Eindruck vermitteln können. Das ist für so ein Forum mehr als wünschenswert! Richtet es sich doch schließlich hauptsächlich an interessierte Laien mit mehr oder weniger musikalischer Bildung. Ich wünsche, dass sich weitere Leute "trauen", ihre Eindrücke zu schildern, denn davon lebt ein Forum. Nur, weil dann jemand nicht mit der Wahrnehmung ("Ich finde die Musik sehr wuchtig." - "Mir ist sie nicht wuchtig genug!") übereinstimmt, bedeutet das nicht, dass man seine eigenen Eindrücke "falsch" oder "schlecht" geschrieben - oder gar selbst die Musik "falsch" gehört hat!!! Was ich von SETTE GLADIATORI auf youtube im Film gehört habe, hat mich nicht dazu bewogen, dafür um die 20,00€ auszugeben. Dein Bericht hat mich darin bestärkt. Ich bin "echten" Dudelsack von mehreren Liveerlebnissen gewohnt und habe viel Hörerfahrung, was Orchester- und Kammermusik betrifft. Mit etwas Übung kann man den Klang der einzelnen Holzblasinstrumente gut "auseinanderdifferenzieren". Den typischen Bass mit zwei Fagotten und die näselnden Oboen als Melodieinstrumente eignen sich für eine Imitation des Dudelsacks hervorragend.
  6. SILVERADO - Bruce Broughton Mit SILVERADO gelang 1985 das scheinbar unmögliche: Der Western erlebte eine Renaissance. Produzent, Drehbuchautor und Regisseur Lawrence Kasdan wollte einen Western für ein Publikum machen, das bisher kaum mit Western in Berührung gekommen war, denn schließlich war dieses "Ur-amerikanische" Genre seit Mitte der 70er für tot erklärt. Kasdan ließ nichts anbrennen und stopfte seinen Film voll mit allen erdenklichen Klischees. Revolverhelden, Saloonmädchen, Falschspieler, machthungrige Großrancher, brave Bürger bevölkern das staubige Westernstädtchen Silverado, umgeben von unendlich weiter Prärie und Longhornrindern. Auch Broughtons Musik orientiert sich an den "klassischen" Westernmusiken, ohne von Komponisten wie Bernstein, Newman und Tiomkin direkt abzukupfern. Das Zentrum seiner orchestralen Musik bildet das schmissige Thema, das deutlichen Americana-Geist versprüht. Kontrastiert wird es von dem gesanglichen Siedler-Thema, das meistens solistisch von den Holzbläsern vorgetragen wird. Für eine wirkliche Romanze ist in SILVERADO kein Platz mehr, ebenso für Frauen generell. Somit entfällt ein schmachtendes Liebesthema und auch die Bösewichter bekommen kein griffiges Motiv oder gar Thema verpasst. Einzig Mel, der Gewehrschütze der vierköpfigen Heldentruppe, bekommt ein eigenes Hornthema zugeordnet, das Broughton meisterhaft variiert. Abgesehen von der traditionellen orchestralen Konzeption mit einem markanten Hauptthema mutet die Musik überraschend "modern" an. Komponist und Regisseur einigten sich bei der Arbeit auf eine stark ans Bild gebundene Musik, sodass Broughton etliche Suspense- und Actionszenen zu vertonen hatte, wobei ordentlich in die modernistische Trickkiste gegriffen wird. Basslotusflöten (bekannt aus der Eingangsmusik aus Goldsmiths POLTERGEIST), gezuoftes Klavier, gestrichene Becken, dissonante Cluster, Col-legno-Attacken gibt es in den 80 Minuten zuhauf. Das alles ist tadellos gemacht, zündet aber streckenweise kaum als zufriedenstellendes Hörerlebnis. Auch die Actionpassagen sind oft überraschend "klein" vertont - nicht jedoch, ohne dass Broughton auf genügend Wucht in entscheidenden Momenten verzichtet. Viele der Suspense- und Actionpassagen sind allerdings schwer "greifbar", insbesondere da Action und Suspense ja zwangsweise häufig miteinander verknüpft sind. Es ist kein Wunder, dass die rund 18 Minuten Musik für den (elend langen) Schlusskampf nicht auf die ersten beiden Veröffentlichungen der Musik gepresst wurden. Es ist wahrscheinlich auch eher der besonderen Beziehung, die Intrada zu Broughtons Musik hat und dem anhaltenden Ruhm des Films gedankt, dass SILVERADO eine unlimitierte vollständige Veröffentlichung erhielt. Der Klang der Doppel-CD ist spitze, die Musik eine hervorragende Filmkomposition und streckenweise eine absolut mitreißende Musik, auf die Dauer aber doch weitaus weniger konzise als der später entstandene TOMBSTONE.
  7. COMIN' AT YA! - Carlo Savina COMIN’ AT YA! oder ALLES FLIEGT DIR UM DIE OHREN dürfte heutzutage nur noch als erster Italowestern in 3D für filmtechnisch Interessierte von Interesse sein, in seiner „flachen“ 2D-Variante bietet der auf Effekteinstellungen und brutale Gewaltszenen fokussierte Film über einen Bräutigam, der seine entführte Frau aus den Händen zweier Mädchenhändler befreien will, kaum noch Reize. Der Komponist Carlo Savina ging diesen Auftrag, der zu den letzten fünf Filmvertonungen seiner über vierzig Jahre umspannenden Karriere als Filmkomponist, sehr ambitioniert an. In seiner Musik fliegt dem Hörer allerdings kaum etwas um die Ohren, stattdessen bekommt man eine überaus lyrische und melancholische Komposition zu hören. Ein sehr sangliches, langes und melancholisches Hauptthema wird oftmals von der Mundharmonika, entweder komplett solistisch oder mit dezenter Streicherbegleitung interpretiert. Diesem Hauptthema stellte der Komponist noch ein weiteres sehnsuchtsvolles Thema zur Seite, dass häufig von einer Sopranistin in Vokalisen gesungen wird – spätestens seit „Jills Thema“ aus SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD ein sehr beliebtes Mittel der Italowesternmusik. Jedoch selten brachte ein Komponist es fertig, seine Vokalise derart entrückt und mystisch zu Gehör zu bringen. In „A green wound“ und „peaceful memories“ wird das Vokalisenthema auch je einmal vom Englischhorn und dem Solocello vorgetragen, bevor die Sopranistin es wieder übernimmt. In „My wrong side“ und „In the cantina“ gibt es ein schmuckes neues Thema zu hören, das von einem Gitarrenduo gespielt wird, auch „Before your soul“ ist ausschließlich für Gitarren arrangiert. Eine besonders charmante Idee bildet die schottisch/keltisch-folkloristische Melodie für einen schottischen Priester („Celtic Cowboy“), arrangiert für zwei Fagotte, zwei Oboen und Englischhorn, die von Savina so brillant instrumentiert wurde, dass man ernsthaft glauben könnte, einem Dudelsack zu lauschen. Obwohl es sich also hauptsächlich um eine sehr ruhige und lyrische Vertonung handelt, kam Savina nicht darum herum, auch einige dramatische und Actionszenen mit Musik zu bedenken. Diese werden meistens von dissonant gegeneinander verschobenen Streicherlinien, durchzuckt von einem elektronisch anmutenden Perkussionseffekt, der ein bisschen an eine Holztrommel erinnert, eröffnet, und münden beispielsweise in „Carried away“ in ein groß angelegtes thema der Blechbläser, flankiert von der Sopranstimme und dem Weklagen der Mundharmonika. Insgesamt ist zu bemerken, dass es der Musik, obwohl Savina anscheinend eine gewöhnliche Orchesterbesetzung mit Holz-, Blechbläsern, Streichern und zwei Schlagzeugern zur Verfügung stand, durchweg an „Breite“ fehlt. Man spürt, dass die einzelnen Kompositionen oft ausladend konzipiert sind, aber die Aufnahme, die Interpretation oder auch die Instrumentation gibt das leider zu keinem Zeitpunkt her. Die Vokalise mit Orchesterbegleitung erreicht niemals die Klangfülle und die emotionale Stärke von „Jills Thema“, der Action fehlt es stets an Wucht. So gekonnt diese Musik also komponiert ist und so ambitioniert Savina offensichtlich bei der Sache war, bleibt COMIN’ AT YA! stets hinter den an sich gestellten eigenen Ansprüchen zurück – in Anbetracht der musikalischen Qualität umso bedauerlicher. Der Komponist stellte bereits zum Filmstart einen Albumschnitt aus knapp der Hälfte der Musik zusammen. Dieser wurde jedoch nie auf LP gepresst, sondern erstmals von GDM im Jahre 2007 auf CD veröffentlicht und mit einer Bonussektion der restlichen Aufnahmen erweitert. Es ist schön, die Musik zu diesem viel zu späten, aber aus filmhistorischen Gründen wichtigen Italowestern und ein Spätwerk Carlo Savinas endlich verfügbar zu haben, aber leider krankt die Musik an der fehlenden Wucht und klanglichen Breite.
  8. Lavagninos POMPEJI war in Stefans Empfehlungsliste (unter Vorbehalt) dabei, deswegen wurde der gleich von mir eingetütet. Diese ganzen CDs sind aber noch nicht bei mir - bis auf BARABBAS, den ich als einzigen von Stefans Empfehlungen noch nicht bestellt habe. Es wird aber noch ein paar Wochen dauern, bis ich dazu komme, sie durchzuhören. Morgen gibt's den letzten Western von mir in dieser "Reihe" und dann habe ich hier noch andere CDs rumstehen, die ebenfalls dringenst gehört werden wollen (Henze-Sinfonien, Paul Graener-Einspielungen bei CPO und weiteres).
  9. So etwas macht ja manchmal auch Laune, aber ich denke, ich habe "davon" schon genug in meinem Regal, deswegen werde ich mich erstmal mit SETTE A TEBE begnügen. Bitte unbedingt weitere Vorschläge hier reinstellen, falls Dir welche einfallen. Nur so können wir auch über Musik diskutieren
  10. Danke für die Rückmeldung. Immerhin kann man sich dann noch schöne 45 Minuten zusammenstellen. Kannst Du auch etwas zu IL GLADIATORE INVINCIBILE sagen? L´IRA DI ACHILLE ist auf dem Weg zu mir
  11. Es gibt leider keine Hörproben von GLADIATORE INVINCIBILE bei SAE. Zwischen der Titelmusik von ALL`OMBRA DELLE AQUILE auf youtube und der "bereinigten" Hörproben bei SAE liegen ja auch Welten. GLADIATORE hört sich nach viel Täterä und Bummbumm an, aber ohne die mitreißende Kraft oder wirklich ausgefeilte Orchestrierung. Ein bisschen so, als würde man ausschließlich diegetische Märsche von Rozsa hören ohne die fetzigen Schlacht- und Titelmusiken drumherum. Angus, ich hoffe, dass das, was ich da von 20 Minuten VHS-Mitschnitt gehört habe, nicht repräsentativ für SETTE GLADIATORI ist. Bin daher sehr gespannt auf Deine Rückmeldung.
  12. Gute Werbung sieht jedenfalls anders aus , aber wenn man die CD schon gekauft hat und dann erst das Booklet liest, ist's zu spät. Ich finde die CD absolut grandios und möchte sie nicht mehr missen! Man findet ja IL GLADIATORE INVINCIBILE und ALL`OMBRA DELLE AQUILE auf youtube. Ersterer schien mir ziemlich krawallig zu sein, ALL`OMBRA DELLE AQUILE macht schon etwas mehr her, aber SETTE A TEBE hat mich wirklich umgehauen von den Hörbeispielen auf SAE. Herrlich furios und mtreißend - ist vorgemerkt! SETTE GLADIATORI findet sich ja ebenfalls auf youtube. Angus, ich bin wirklich gespannt auf Deine Rückmeldung, denn im Film hört man eigentlich nur dröges Suspensegetrommel mit einigen dissoannten Bläsereinwürfen.
  13. I GIORNI DELL'IRA - Riz Ortolani I GIORNI DELL’IRA gehört ohne Frage zu den interessanteren Beiträgen zum großen Fundus der Italowestern. Regisseur Tonino Valerii verdiente sich seine Sporen als Regieassistent von Sergio Leone bei FÜR EINE HANDVOLL DOLLAR und FÜR EIN PAAR DOLLAR MEHR. Mit Lee van Cleve und Giuliano Gemma standen ihm zwei absolute Größen der Italowestern-Darsteller-Riege zur Verfügung. In Deutschland wurde der Film – warum auch immer – unter dem Titel DER TOD RITT DIENSTAGS verliehen. Der Film bietet theoretisch eine Alternative zu George Stevens’ SHANE – was wäre, wenn der kleine Junge doch mit seinem Idol mitgegangen wäre? Die Musik steuerte Riz Ortolani bei, der deutschen Westernfreunden vielleicht besonders durch seine schmissige Musik zu OLD SHATTERHAND in Erinnerung geblieben ist. Ortolani, der auch gerne experimentelle Vertonungsansätze wählte (man denke an seine seichte Popmusik zum blutigen CANNIBAL HOLOCAUST), lieferte zu I GIORNI DELL’IRA eine genremäßig untypische, aber fetzige Musik: Die Titelmusik (und ihre Reprisen im Filmverlauf) fegt mit einer ekstatischen Eröffnung des Orchesters – namentlich des Drumsets und Blechs – den Staub aus den Boxen. Auf diesen schrillen fast schon Big-Band-ähnlichen Klang folgt eins der lässigsten Gitarrenriffs der Filmmusikgeschichte, über den sich ein kerniges Hauptthema in einer weiteren E-Gitarre legt. Die Streicher schalten sich mit einem über weite Oktaven gestreckten Glissando ein – fast psychedelisch wirkt die Musik hier in der scheppernden 70er-Jahre-Abmischung. Schließlich erklingt das Gitarrenriffmotiv nun auch im Blech, über das nun die Trompeten – flankiert von der E-Gitarre, das Hauptthema intonieren – es klingt schrill, verrotzt und ungemein cool. Neben der Titelmusik, die auch im Filmverlauf wiederkehrt, entwarf Riz Ortolani noch ein zweites Thema lyrischen Charakters, das ebenso als Mundharmonikasolo oder der Solotrompete melancholisch über sanften Streicherteppichen intoniert wird, oder aber in der an eine Bigband angelehnten Tuttibesetzung fast als Rockballade arrangiert ist. Jenseits dieser zentralen musikalischen Elemente musste Ortolani natürlich auch mehrere Spannungspassagen komponieren. Diese sind leider ähnlich uninspiriert ausgefallen wie bei seinen Kollegen: Eine E-Gitarre intoniert das Hauptthema in gestreckter Form, während einige Zwischenschläge im Schlagzeug oder auf dem Klangkörper einer Akkustikgitarre eingeworfen werden. Es stellt sich hier bald die Frage, ob die Suspensepassagen nicht auch aus finanziellen Gründen so spärlich vertont wurden, um das Geld für die sonst recht große Besetzung zu sparen. Ohne Frage lieferte Riz Ortolani für I GIORNI DELL’IRA eine absolute Perle der italienischen Westernmusik ab, insbesondere die rotzige Titelmelodie und das lyrische Thema in der poppigen Version wie auch als Mundharmonika- und Trompetensolo gehören zu den absoluten Höhepunkten der Italowesternmusik. Bereits auf dem 22 Minuten langen Original-Album von 1970 wird deutlich, dass diese vier Hauptarrangements neben den immergleich gestalteten Suspense-Passagen den größten Teil der Vertonung ausmachen, denn auf der LP war fast jedes Stück doppelt in kaum unterschiedlichen Arrangements vertreten. Dies wurde umso deutlicher, als das kleine Label Penta Music 2016 erstmals die vollständige Musik zusammen mit dem Original-Album auf eine CD presste. So schön es auch ist, die vollständige Musik nun in stereo hören zu können, so wenig stellt ein kompletter Hördurchgang derselben zufrieden: Es wird auf Dauer einfach zu eintönig. Die LP-Zusammenstellung vermag jedoch große Freude zu bereiten und ich lege jedem Interessenten an Italowesternmusik dieses herrliche Album ans Herz – allein schon wegen der großartigen Titelmusik!
  14. Danke für den Hinweis, ich werde mal die Augen offen halten Bei "Liebesthema für Orgel und Orchester" werde ich ja schnell skeptisch. Handelt es sich da um eine leiernde E-Orgel oder um ein erhabenes Kirchenorgel-Arrangement?
  15. Wobei man auch bezüglich der Musik differenzieren muss. Broughton hat ein absolut famoses Thema geschaffen und eine im Filmzusammenhang absolut mitreissende Musik geschrieben, aber es ist eben auch dem Film geschuldet, dass viel Suspense und Mickey-Mousing verlangt waren. Insbesondere der Schlusskampf, zu dem Broughton rnd 20 Minuten Musik beisteuerte, zerfasert als alleinstehendes Hörerlebnis doch sehr stark. Kein Wunder, dass davon nichts auf dem ersten Album zu hören war. Ich halte TOMBSTONE da für das wesentlich koheräntere Hörerlebnis, das mit dem marzialischen Hauptthema und schönen Seitenthemen auch melodisch stark punktet.