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Mephisto

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  1. Ich fand die Iso-Spur klanglich auch ziemlich mistig. Insgesamt kann ich aber keine großen Unterschiede erkennen.
  2. Schon, die ganzen alternativen Versionen sind mir bisher nicht bekannt.
  3. Mephisto

    Deutsche Filmmusik

    Vielen Dank für die weiteren Infos, dann will ich nichts gesagt haben... Morgen geht's dann weiter mit KLETTERMAXE und dem NACHTGESPENST.
  4. Mephisto

    Deutsche Filmmusik

    So, heute ging es weiter. Da ich aber die Majewski-Box gerne in einem Beitrag sammeln würde, füge ich Besprechungen weiterer Musiken aus der Box nun - hoffentlich täglich - in den obigen Beitrag ein
  5. Mephisto

    Deutsche Filmmusik

    Hans Martin Majewski - Deutsche Filmmusikklassiker Hans Martin Majewski zählt zu den prominentesten und meistbeschäftigten Komponisten der (West)Deutschen Nachkriegsfilmgeschichte. Das Label Alhambra hat sein Schaffen mit einer randvoll gefüllten 6-CD-Box ausgiebig gewürdigt. Für diese Veröffentlichung konnte glücklicherweise auf Sicherheitskopien aus Majewskis Privat-Archiv zurückgegriffen worden, sodass man zahlreiche Schätze präsentiert bekommt, die schon längst der Zeit zum Opfer gefallen wären. Majewskis erste Musik entstand bereits zur Zeit des so genannten „Dritten Reiches“ für Arthur Maria Rabenalts FLUCHT INS DUNKEL, dessen Musik angeblich von der Zensurbehörde beanstandet wurde. Mit Kriegsausbruch wurde er als Soldat einberufen, sodass seine gerade einmal begonnene Karriere unterbrochen wurde. Diese konnte er erst 1948 mit einer Arbeit für Wolfgang Liebeneiner wieder aufnehmen. Der Regisseur Wolfgang Liebeneiner gehörte zu jenen Regisseuren, deren Karriere im so genannten „Dritten Reich“ begann. Von 1937 bis 1940 drehte Liebeneiner ausschließlich Komödien, die sich aber durch die innovative Inszenierung vom Durchschnitt abhoben, bis ihm 1940 mit BISMARCK der erste politische Film zugetragen wurde. Liebeneiner meisterte die Aufgabe mit Bravour und inszenierte im folgenden Jahr mit ICH KLAGE AN einen der perfidesten und widerlichsten Filme, die während der NS-Zeit gedreht wurden. Der Film bildet eine Mischung aus Melodram und Gerichtsdrama und behandelt vordergründig die Tötung auf Verlangen. In Wahrheit werden aber Tötung auf Verlangen und „Vernichtung von ‚lebensunwertem Leben‘“ miteinander vermischt. Liebeneiners möglichst distanzierte Inszenierung, die hervorragenden Darsteller und ein ausgefeiltes Drehbuch manipulieren sogar heutige Zuschauer so geschickt, dass dieser Aspekt häufig übersehen wird. Mit DIE ENTLASSUNG drehte Liebeneiner einen weiteren Bismarck-Film und wurde 1945 mit einem weiteren Großprojekt, DAS LEBEN GEHT WEITER, beauftragt. Diesen Film, der an den Durchhaltewillen der deutschen Bevölkerung appellieren sollte, konnte aber nicht mehr fertig gestellt werden. Liebeneiner kam wie alle seine Regiekollegen mit Ausnahme von Veit Harlan, unbescholten davon, und inszenierte nach dem Krieg über 30 weitere Filme – häufig auch solche, in denen die NS-Vergangenheit Deutschlands verklärt oder Verantwortung für die Begebenheiten in dieser Zeit abschoben. Umso perfider, dass Liebeneiner mit LIEBE 47 eine Verfilmung von Wolfgang Borcherts Drama „Draußen vor der Tür“ seinen ersten Nachkriegsfilm vorlegte. Borchert war mehrfach wegen offener Kritik am Nationalsozialistischen Regime verurteilt und inhaftiert worden. LIEBE 47 war die erste von mehreren Filmmusiken, die Hans-Martin Majewski für Wolfgang Liebeneiner komponierte. Die in dieser Box enthaltenen vollständigen Originalaufnahmen bilden ein wertvolles Dokument, gehören sie schließlich zu den ältesten erhaltenen deutschen Filmmusikaufnahmen. Majewskis Vertonungsansatz zu LIEBE 47 ist überwiegend traditionell symphonisch gehalten. Wie bei vielen Filmmusiken zu den Dramen Hollywoods bildet ein starkes Liebesthema den Kern, während man bei mystisch angehauchten Szenen auch gerne mal die Grenzen der „Spätromantik“ überschreitet und sich auf tonal schwebendem Gebiet bewegt. Derartige Passagen komponierte Majewski für die Elbe, die er mit einer Collage aus repetitiven Drehfiguren des Fagotts, gleichmäßigen Marimbaschlägen und einem schimmernden Violintremolo bedachte. In den Passagen für einen alten Mann klingt immer wieder das mittelalterliche „Dies Irae“ an, dessen erste vier Töne immer wieder anders fortgesponnen werden. Dem gegenüber steht das sehnsüchtige und lyrische Liebesthema, das zärtlich von den Violinen in hoher Lage interpretiert wird oder in einem Fall auch als Oboensolo erklingt. Abgesehen von der Titelmusik kommt das Thema erst in der zweiten Hälfte der Musik voll zur Geltung, während Majewski für die erste Hälfte mehrere diegetische Passagen komponierte. Darunter befindet sich prachtvolle Ballsaal- und Tafelmusik, eine Jazznummer sowie ein rustikaler Ländler für eine Alpenszenerie. Auf Grund ihres Alters klingt die Aufnahme zwar antiquiert, dem Zauber des Liebesthemas und der mystisch-unbehaglichen Stimmung der Elbe und des alten Mannes vermag man sich aber ebenso wenig zu entziehen wie den prächtigen Ballklängen zu Beginn. Man muss Alhambra überaus dankbar sein, diesen Schatz vollständig archiviert und öffentlich zugänglich gemacht zu haben. Die Musik ist zwar in Anbetracht von Majewskis späteren Musiken eher von historischem Interesse, aber es finden sich einige wunderschöne Momente in dieser noch traditionellen frühen Filmmusik eines der meistbeschäftigten Komponisten der Nachkriegszeit. Mit WENN EINE FRAU LIEBT (MELODIE DES HERZENS) ist auch eine weitere Musik zu einem Film von Liebeneiner, der hier sein Erstlingswerk VERSPRICH MIR NICHTS von 1937 neu verfilmte, in der Box enthalten. Anstelle von Luise Ulrich, Viktor de Kowa und Heinrich George spielen durch die Bank Darsteller, die ebenfalls während der NS-Zeit zur ersten Schauspielriege gehörten: Hilde Krahl, Johannes Heesters und Matthias Wiemann, einer der drei Hauptdarsteller aus ICH KLAGE AN. Die Musik von Majewski, dessen Hauptthema auch als Schlager „Alle Sterne dieser Welt, die hol ich dir vom Himmelszelt“ vertextet wurde, hätte ebenfalls zu einem Film aus der NS-Zeit komponiert sein können. Das eingängige Hauptthema wird weich im ganzen Orchester vorgestellt und in einer anschließenden langsamen Tanznummer durchgeführt – Akkordeonsolo und schmalzige Stehgeigereinlage inklusive –, bevor es auch in der Schlussmusik voll ausgespielt wird. Hier wäre es vielleicht nett gewesen, noch ein bisschen aus der Originalfilmmusik zu bekommen, aber auf einer CD ist halt leider nur begrenzt Platz. KLETTERMAXE aus dem Jahre 1952 war die erste Zusammenarbeit von Kurt Hoffmann mit Hans-Martin Majewski, der für die Filmkomödie eine spritzige Vertonung lieferte. Die Auszüge auf der CD bestehen abgesehen von der rasanten Potpourri-Ouvertüre ausschließlich aus diegetischen Jazz- und Tanznummern, die Majewski für zahlreiche Varieté- und Hotelsaalszenen schrieb, und die hauptsächlich für Bigbandbesetzung arrangiert sind. Als Hauptthema dient die Melodie zum Titellied „Mein Herz schlägt im Rhythmus der Liebe“ mit einem Text von Kurt Schwabach. Eine Vokalversion dieses Titels ist auf dem Set allerdings nicht enthalten. Nach dem überraschenden Erfolg von KLETTERMAXE beschlossen die Produzenten, einen weiteren Kriminalfilm in den Verleih zu bringen, zu dem Majewski ebenfalls die Musik schrieb. Die Titelmusik entspricht mit seinem lässigen Jazzcharakter noch ganz dem Zeitgeschmack, in der mit verschwommenen Kaskaden der elektrischen Orgel durchzogenen Verfolgungsmusik offenbart sich aber bereits Majewskis Freude am Experiment und seine Vorliebe für ausgefallenen Klänge. Umso konventioneller erscheinen die zwei weiteren auf dieser Kollektion enthaltenen Titel zum NACHTGESPENST: eine sanfte, mit Streichern, Flöte und Horn gestaltete Konversationsmusik, und der ebenfalls orchestral gehaltene Schusstitel.
  6. Mephisto

    Deutsche Filmmusik

    Ach wo, mehrere Ansichten sind doch immer gut
  7. Mephisto

    Deutsche Filmmusik

    Also wenn man gerne "Filmmusik" im "klassischen" Sinne hört, ist die Haentzschel-CD wahrscheinlich von allen vier CDs am geeignetsten , denn die anderen Alben enthalten recht viele instrumentale Arrangements von Filmschlagern. Danke für den Majewski-Beitrag! Mit der Box habe ich mich diese Woche noch einmal auseinandergesetzt. Wahrscheinlich startet eine komplette Übersicht über die enthaltenen Musiken noch dieses Wochenende.
  8. Mephisto

    Deutsche Filmmusik

    Der 1907 in Berlin geborene Georg Haentzschel avancierte in den 1920er-Jahren zu einem der bedeutendsten deutschen Swingpianisten. Er arbeitete seit einiger Zeit als Assistent von Theo Mackeben, bis er 1937 mit DIE GÖTTLICHE JETTE seine eigene Filmmusik schrieb. In den folgenden Jahren arbeitete Haentzschel eng mit dem Regisseur Josef von Baky zusammen und leitete außerdem das Deutsche Tanz- und Unterhaltungsorchester. Der Unterhaltungsmusik blieb erauch nach Kriegsende treu, wobei er im Laufe seines Lebens zusätzlich mehrere Beiträge zur so genannten „ernsten Musik“ leistete. In der vierteiligen Reihe mit der Musik deutscher Filmkomponisten aus dem Hause Capriccio wird auch Haentzschels filmmusikalisches Schaffen auf mit einem Album beleuchtet. Mit VIA MALA durfte Haentzschel einen der beeindruckendsten Filme betreuen, die zur Zeit des so genannten „Dritten Reiches“ entstanden sind. Die düstere Geschichte über eine vom alkoholabhängigen Vater tyrannisierten Familie und dessen mysteriöser Todesfall wartet mit beklemmenden Bildern und intensiven Darstellern auf. In Anbetracht des Entstehungsjahrs 1945 drängen sich unmittelbar Parallelen zu einem historischen Tyrannen auf, aber das Ende ist ganz nach nationalsozialistischer Linie gebürstet: Der Mörder wird von seiner Schuld freigesprochen. Nicht, was das Gesetz verbietet, sondern was der überlegende Geist gebietet, ist entscheidend. Das Ende wurde für Fernsehausstrahlungen in der DDR dann auch so umgeschnitten, dass man meinen kann, der Mörder stürze am Ende selbst in den Tod. Die Musik zu VIALA MALA eröffnet die Kollektion in Form einer vom Komponisten selbst zusammengestellten Suite, die alle wichtigen Passagen enthält. Das schwelgerisches Spiel der Streicher lassen weite blühende Almlandschaften vor dem geistigen Auge entstehen und das langsam erwachende, sich von zarten Holzbläsern zum großen Orchestertutti steigernde Liebesthema dürfte zu den schönsten Einfällen des Komponisten überhaupt zählen. Freunde konservativer und orchestraler Filmvertonungen kommen hier besonders auf ihre Kosten. Auch die furiose Gewitter-Musik, die zwar den Vorspann, aber nicht die Suite eröffnet, und mehrfach im Film wiederkehrt, verrät den kundigen Handwerker. Grelle, von Beckenschlägen akzentuierte Blitze der dissonanten Blechbläser und pfeifende Windstöße der Violinen und Holzbläser über einem grollenden Paukenwirbel lassen einem einen Schauer den Rücken herunter laufen. Verhängnisvolle Posaunenakkorde über scharf akzentuierte Streicherrhythmen lassen böses ahnen, dann bricht noch einmal das Gewitter mit aller Vehemenz herein. Das Liebesthema beendet kraftvoll diese beeindruckende Tour-de-Force, die nicht nur einen der besten Filmen des NS-Kinos begleitete, sondern auch zu den Glanzlichtern in Haentzschels Schaffen zählt. Zu Haentzschels bedeutendsten Arbeiten im Filmbereich gehört sicherlich die Musik zu dem prachtvollen Film MÜNCHHAUSEN, den Joseph Goebbels zum 25-jährigen Bestehen der UFA in Auftrag gab und der nach KOLBERG die zweitteuerste Filmproduktion des natioansolzialistischen Kinos blieb. Der charmante Film ist auch heute noch wegen für die Zeit beeindruckenden Spezialeffekten, prächtiger Ausstattung und der raffinierten Rahmenhandlung geschuldet ist. MÜNCHHAUSEN wartet zu Kriegszeiten mit einer überraschend versöhnlichen Darstellung des russischen Volkes auf, die sich über den Charakter der von Brigitte Horney gespielten Zarin Katharina, einer ursprünglichen deutschen Prinzessin von Anhalt-Zerbst, erschlichen wird. Trotz einer beachtlichen Laufzeit von knapp zwei Stunden enthält der Film relativ wenig Musik. Wie auch zu VIA MALA stellte der Komponist eine Suite aus einzelnen Titeln seiner Filmmusik für den Konzertgebrauch zusammen. Diese beginnt mit der Musik, die zu Beginn von Baron Münchhausens Erzählung erklingt und mit einer warmen Klarinettenmelodie in bester „Es-war-einmal“-Manier eröffnet wird. Zarte Streichertremoli suggerieren die gespannte Erwartungshaltung des Publikums, bevor das von der Klarinette vorgestellte Thema auch in mittlerer Lage von den Violinen vorgetragen wird. Haentzschel schuf hier zwei Minuten feine und lyrische Musik, getragen von sattem Streicherklang und zarten Holzbläsern. Es folgen zwei quasi-diegetische Passagen. Der Tanz auf dem russischen Jahrmarkt erinnert mit seinem energischen Rhythmus und den strahlenden Bläsern ein bisschen an Mussorgskys Bilder einer Ausstellung in der Orchestrierung von Maurice Ravel, die hier offensichtlich Pate gestanden haben. Der neckische Mittelteil begleitet die Begegnung Münchhausens mit der Zarin Katharina, die sich, als einfaches Bauernmädchen verkleidet, unters Volk gemischt hat. Die Rokoko-Szene vertont mit den klassizistisch anmutenden Streichern und dem trillerlastigen Cembalozwischenspiel das vergnügte und sorglose Leben bei Hofe. Es folgt das Herzstück der Musik: Die furiose Titelmusik, die ähnlich zu anderen Produktionen dieser Zeit mehrmals im Film verwendet wie bei der spektakulären Entführung der Prinzessin. Weniger aggressiv als die Gewittermusik aus VIA MALA, aber ähnlich virtuos ist die Titelmusik weniger heroisch als tollkühn. Drängende Blechakkorde und quirlige Streicher zeugen von der Unternehmungslust des Protagonisten, nicht ohne das nötige Augenzwinkern zu vernachlässigen. Nach einer kurzen atmosphärischen Zwischenpassage schließt das schwelgerische Liebesthema an. Hier in Form der ausladenden Barcarole, die die Ankunft Münchhausens in Venedig begleitet. Der im Film zu hörende vokalisierende Chor ist auf der Aufnahme nicht vertreten. Münchhausens Aufenthalt auf dem Mond gehört zu den beeindruckendsten Szenen des Films, für die Haentzschel eine möglichst befremdliche und kühle Musik schuf. Einzelne Phrasen der Holzbläser werdden in gläserne und lang gehaltene Streicherklänge verwoben, durch die anschließend eine Klarinette ein längeres und rhapsodisch gestaltetes Solo spinnt. Anschließend zeugt das elegische Spiel der Streicher von Münchhausens Trauer um seinen langjährigen Freund und Begleiter Christian. In der Musik zur Schlussszene, in der Münchhausen seiner ewigen Jugend entsagt, leitet eine schwelgerischen Darbietung des Liebesthemas zu einer Reprise von „Münchhausens Erzählung“ über, die nun um eine triumphale Coda ergänzt wurde. Die Musik zu MÜNCHHAUSEN ist ebenso charmant wie der Film, den sie begleitet. Haentzschel stellte aus seiner Musik eine abwechslungsreiche Suite zusammen, die aber durch die unterschiedlichen Stile – romantische Anklänge in der Eröffnungsszene, russische Volklore, Rokoko-Stilkopie etc. – recht heterogen wirkt. VIA MALA bleibt da das rundere Hörerlebnis, aber in Sachen Handwerk und Hörspaß steht ihr die MÜNCHHAUSEN-Musik, die ebenso kunterbunt ist wie der Film, in nichts nach. Den größten Platz auf dem Album nimmt die Suite aus dem Nachkriegsfilm ROBINSON SOLL NICHT STERBEN in sieben Sätzen ein. Die beiden Ecksätze versprühen durch ihre mit Flötenklängen gemischten und verhallten Vokalisen über flirrende Harfenglissandi eine merkwürdige Mischung aus Entrücktheit und Fernweh. Für die Kinder aus einem Londoner Armenviertel komponierte Haentzschel eine rustikale Musik mit brummenden Bordunbässen, kratzigen Fidelklängen und rustikalen Holzbläserfiguren. Auch die Musik zu den Kinderstreichen ist mit den robusten tiefen Holzbläserklängen und dissonanten Lautmalereien angenehm derb geraten. Dem folkloristischen Tanz im Gefängnishof steht ein prachtvolles Menuett gegenüber, das am Hofe des Königs erklingt. Den Abschluss machen schließlich noch drei Titelmusiken zu weiteren Nachkriegsproduktionen. Die Musik zu EMIL UND DIE DETEKTIVE wartet mit einigen charmanten Einfällen auf: dissonante Fanfaren und schrille Klarinettenklänge verleihen der Komposition einen ironischen Anstrich und die das Hauptthema garnierenden Xylophonfiguren lassen die Abenteuerlust der Kinderbande spüren, bevor ein gemütlich vor sich hintrottender Mittelteil beginnt. Das Thema zu MEINE KINDER UND ICH gehört sicherlich nicht zu Haentzschels größten Würfen. Es ist aber nett anzuhören und schlägt nach einer Minute in offensichtliches Mickey-Mousing mit hohen Fagotttrillern und Streicher-Harfenglissandi um. HOTEL ADLON eröffnet mit kraftvollen Blechakkorden, die von ornamentalen Girlanden der Holzbläser verbunden werden, bevor die Streicher das ausladende Hauptthema vorstellen. Eine agile Passage mit schnellen Holzbläsern und dezenten Einwürfen der kleinen Trommel und gestopften Trompeten leitet zum Mittelteil über, in dem die von solistischen Streichern dargebotenen Anfangstöne des Hauptthemas immer wieder von den Holzbläsern durchbrochen werden. Eine erneute Darbietung des Themas vom ganzen Streicherapparat beendet das Stück. Mit dem Album zu Filmmusiken von Frank Haentzschel leistete das Label Capriccio einen wertvollen Beitrag zur Erhaltung des deutschen Filmmusikerbes. Indem auf Konzertsuiten zurückgegriffen werden konnte, die der Komponist selbst für ähnliche Zwecke erstellt hatte, sind die VIA MALA, MÜNCHHAUSEN und ROBINSON SOLL NICHT STERBEN ausgewogen präsentiert. Der letzte Block mit drei Titelmelodien bildet eine willkommene Zugabe. Die Musik ist durchweg von hoher handwerklicher Qualität und wird durch die Aufnahmen angemessen repräsentiert. Insofern kann ich diese CD jedem empfehlen, der sich für orchestrale Filmmusik mit leicht zugänglichen Themen und Melodien begeistern kann.
  9. Mephisto

    Deutsche Filmmusik

    Georg Haentzschel! - Wahrscheinlich am Wochenende. Tatsächlich war mir lange nicht klar, dass es auch Grothe- und Jurmann-Alben geben muss, aus denen dann die Capriccio-Box zusammengestellt wurde. Habe jetzt mal die Sammlung komplettiert. Aber vieles von Grothe und Jurmann wurde ja bereits oben besprochen, deswegen lasse ich es dann mit den Capriccio-Sachen gut sein und in die Nachkriegszeit gehen.
  10. Mephisto

    Deutsche Filmmusik

    Wahnsinn!! Diese Originalaufnahmen sind mir noch nie untergekommen. Ich frage mich, ob man das Album auch auf CD irgendwo bestellen kann... und vor allem, wo die die Aufnahmen her haben! Ich würde natürlich einiges dafür geben, endlich einmal die Musik zum "Strandausflug" am Besten in einer Neueinspielung zu haben: Eine der (zahlreichen) stärksten Szenen des Films, in der sich die merkwürdige Entrücktheit von OPFERGANG auch gerade in der Musik manifestiert. Ein einfacher Ausritt am Strand bekommt plötzlich eine mythologische Dimension. Wenn man bedenkt, dass der Film letzten Endes "nur" eine Dreiecksliebesbeziehung in der höheren Gesellschaft Hamburgs schildert, kann man kaum glauben, was Borgmann für dieses opulente Melodram geschrieben hat. Aber die absolute Überhöhung des Melodramatischen war ja Harlans Stärke und auch seine besondere Vorliebe.
  11. Mephisto

    Deutsche Filmmusik

    Theo Mackeben gehörte zu einem der profiliertesten Komponisten im „Nicht-E-Musik-Bereich“ der 30er- und 40er-Jahre. Mackeben, der sich nach dem Studium erst als Pianist etablierte, gelang rasch der Aufstieg ins Dirigentenfach und leitete 1928 die Uraufführung der Dreigroschenoper. Während der Zeit des so genannten „Dritten Reiches“ komponierte Mackeben die Musik zu zahlreichen Spielfilmen, aber auch musikalische Lustspiele. Außerdem komponierte Mackeben neben einem Klavierkonzert und zahlreichen Schauspielmusiken auch die beiden bis heute nicht aufgeführten Opern „Manuela“ und „Rubens“ sowie ein „Hiob“-Oratorium. Das Label Capriccio hat den Komponisten mit einem Album geehrt, auf dem Auszüge aus neun Spielfilmen und zwei Operetten vertreten sind. Auch hier muss man wieder das sehr naive Begleitheft kritisieren, das vom Berlin der 30er-Jahre zynischerweise das Bild einer vor unterschiedlichen kulturellen Strömungen sprühenden Metropole zeichnet. Das trifft höchstens auf die ersten drei Jahre des Jahrzehnts zu… Bei der Anordnung der einzelnen Ausschnitte wurde nicht auf Genre oder Entstehungszeit der Filme geachtet, sondern ein buntes Potpourri zusammengestellt. Für DAS MÄDCHEN IN WEISS, einem im zaristischen Russland angesiedelten Historienfilm, komponierte Mackeben 1936 das Lied „Ich bin auf der Welt, um glücklich zu sein“ im mäßigen Dreivierteltakt, das auf der CD mit einer zuckersüßen Instrumentalvariante inklusive Glockenspiel und dezenter Schlagzeugbegleitung zu hören ist. Im Gegensatz zu seinen karrieristischen Kollegen Veit Harlan, Wolfgang Liebeneiner und Gustav Ucicky war Regisseur Karl Ritter ein Nationalsozialist der ersten Stunden. Bereits 1925 der NSDAP beigetreten, produzierte er im Jahr der „Machtergreifung“ HITLERJUNGE QUEX und inszenierte in den folgenden zwölf Jahren zahlreiche vor nationalsozialistischer Ideologie strotzende Filme, darunter die mit beeindruckenden Luftkampfszenen aufwartenden Filme STUKAS und POUR LE MÉRITE und weitere Propagandafilme wie KADETTEN, IM KAMPF GEGEN DEN WELTFEIND, LEGION CONDOR sowie …ÜBER ALLES IN DER WELT. Auch der 1937 von Ritter inszenierte Film PATRIOTEN über einen in Frankreich abgestürzten deutschen Flieger, der sich einer französischen Schauspieltruppe anschließt, ist ein eindeutig politisch motivierter Film. Die Hauptrolle spielt Mathias Wiemann, der sich drei Jahre später in der Rolle des Kinderarztes Dr. Bernhard Lang in Liebeneiners ICH KLAGE AN! für die Euthanasie begeistern lässt. PATRIOTEN kann in Hinblick auf Ritters, Wiemanns und Mackebens Schaffen als unbedeutend eingestuft werden, dennoch enthält die CD einen knappen Auszug aus der Musik, nämlich das Marschlied „Paris, Du bist die schönste Stadt der Welt“ im hüpfenden 6/8-Takt in einer schmissigen Interpretation. In TANZ AUF DEM VULKAN spielt Gustav Gründgens die historische Figur des Schauspielers Jean-Gaspard Deburau, einem der interessantesten Filmprojekte des NS-Star-Regisseurs Hans Steinhoff, der sich auch für Propagandafilme wie HITLERJUNGE QUEX, OHM KRÜGER und ROBERT KOCH verantwortlich zeichnete und die erste GEIERWALLY drehte. Bei Goebbels stieß TANZ AUF DEM VULKAN auf Missfallen, der von Mackeben komponierte Schlager „Die Nach ist nicht zum Schlafen da“ soll ihm gar nicht gefallen haben. Die CD enthält allerdings keine Instrumentalversion des Schlagers, sondern mit der sechsminütigen „Ballettszene“ die Musik zu einer Schlüsselszene des Films. Das äußerst elegante Walzerthema hat dabei ebenso viel Ohrwurmpotential wie viele andere Schlagermelodien aus Mackebens Feder und gehört in diesem anmutigen Arrangement zu den Höhepunkten der Kollektion. Das im selben Jahr entstandene und in einer kleinen wilhelminischen Stadt angesiedelte Melodram HEIMAT ist stark propagandistisch gefärbt. Heute dürfte es vor allem wegen der abstrusen Interpretation einer Arie aus Bachs Matthäus-Passion durch Zarah Leander von Interesse sein. Mackeben, der für Leander mehrere berühmte Schlager komponierte, durfte hier das schwungvolle Walzerlied „Eine Frau wird erst schön durch die Liebe“ auf das dunkle Timbre der Schwedin schneidern. Auf der CD außerdem das ebenfalls von Leander interpretierte Lied „Drei Sterne sah ich scheinen“ enthalten. Die schlichte Weise gehört zu den schönsten Tonschöpfungen auf dieser Kollektion und brilliert durch das stimmungsvolle Arrangement, dem das Cembalo als Begleitinstrument für die solistischen Bläser und die Solovioline der Musik einen zerbrechlichen Anstrich verleiht, während die Streicher anschließend in dunklen Farben aufblühen. Das Verhältnis zum Jazz im nationalsozialistischen Deutschland war äußerst ambivalent. Zwar diese Musikrichtung als „entartet“ diffamiert und verboten worden, auf der anderen Seite lassen sich in der Unterhaltungsmusik dieser Zeit zahlreiche Jazz- und Bigband-Einflüsse ausfindig machen. In dem Film Käutner-Film WIR MACHEN MUSIK darf Ilse Werner sogar als Frontfrau einer weiblichen Jazzcombo brillieren. Teilweise wurde sogar offensichtlich auf Formen und Tänze der amerikanischen Unterhaltungsmusik zurückgegriffen wie im Falle des „Foxtrott“, den Mackeben für die Satire BEL AMI komponierte. Das zwei Minuten lange und pompös eingeleitete Stück wartet mit einer gefälligen Melodie und einem beschwingten Grundgefühl auf. 1940 erlebte das musikalische Lustspiel „Anita und der Teufel“ seine Uraufführung. Das Lied „Bei Dir war es immer so schön“ gehört neben der Ballett-Musik aus TANZ AUF DEM VULKAN zu den schönsten melodischen Einfällen auf dieser Kollektion. Von der zurückhaltenden Rhythmusgruppe begleitet und auf sanfte Streichertöne gebettet, erklingt das Thema zuerst in der von der Flöte umgarnten Oboe und wird anschließend von den Violinen ausgespielt. Nach einem kurzen Mittelteil erklingt es noch einmal in der Trompete. „Amorcito mio“ versprüht mit rumbahnlichen Bongorhythmen, Claves und dem Bandoneon als Soloinstrument angenehm exotisches Flair. Auch hier bewegt sich alles in der angemessen zahmen Beschwingtheit, an keiner Stelle wird es richtig feurig. Im selben Jahr wie „Anita und der Teufel“ komponierte Mackeben auch die Musik zum Historienfilm DAS HERZ DER KÖNIGIN mit Zarah Leander als Maria Stuart. Der Film, der auf propagandistischer Ebene hauptsächlich antibritische Tendenzen enthält, wurde ein Misserfolg und wird zu den schwächsten Leander-Filmen gezählt. Theo Mackeben komponierte für den Film insgesamt fünf Lieder, von denen er drei für eine orchestrale Fantasie auswählte. Die „Fantasie über drei Lieder“ beginnt schwelgerisch mit der Melodie aus „Wo ist Dein Herz?“ und mündet in von Streichergirlanden umsponnenen Blechfanfaren. Die Melodien zu „Ein schwarzer Stein“ und dem „Schlummerlied“ werden als gefühlvolle Violinsoli vorgetragen, an die jeweils zwei höfisch anmutende Passagen erklingen. Eine Reprise der schwelgerischen Darbietung von „Wo ist Dein Herz“ beschließt das Stück. Neben triefenden Propagandafilmen inszenierte Karl Ritter auch einige heitere Filme, so auch den 1000. Film der UFA: BAL PARÉ. Für die im Wien um die Jahrhundertwende spielende Handlung konnte Mackeben zahlreiche Walzermelodien und –lieder komponieren. Die Walzersuite „Münch’ner Geschichten“ ist ein klingendes Fest im Dreivierteltakt. Der heitere Schlager „Frauen sind keine Engel“ aus dem gleichnamigen Film von 1943 beginnt mit einer sentimentalen Einleitung auf, bevor die gefällige Melodie von süffigen Violinen über die dezente Begleitung der Rhythmusgruppe erklingt. Das Album beschließt mit einer Nummer aus Mackebens vorletzter Operette „Der goldene Käfig“: einem „Walzer der Freunde“, der mit seiner von Harfenglissandi durchzogenen Walzermelodie einen gelungenen Abschluss dieses Albums bildet. Insgesamt lohnt sich diese CD für alle, die an süffig arrangierten eingängigen Melodien ihre Freude haben. Dieses Album kann auch gut nebenbei beim Aufräumen, Kochen, Essen etc. laufe lassen oder man gibt sich eine Stunde dem Genuss all dieser duftenden musikalischen Parfümwolken hin – aber Vorsicht! Irgendwann wird man doch ein bisschen benebelt von all dem Wohlklang.
  12. Mephisto

    Deutsche Filmmusik

    Ohne dieses Fass jetzt komplett aufmachen zu wollen: Der Umgang mit dem NS-Filmerbe in Deutschland ist kritikwürdig, geradezu peinlich. Offensichtliche Propaganda wird weggesperrt oder nur in kommunalen Kinos mit einem Einführungsvortrag aufgeführt, in der dann ein Referent darauf hinweist, dass gleich ein Nazi-Film zu sehen ist, und anschließend sieht man die Hakenkreuze auf der Leinwand. Filme, die nicht so offensichtlich mit Symbolen arbeiten, wurden ohne große Probleme weitervertrieben und sind zuhauf auf DVD veröffentlicht. Notfalls hat man einfach Hakenkreuze und Hitlergrüße rausgeschnitten, um weiter Geld mit den Filmen zu verdienen. Ich habe ja mal im Film-Thread hier DIE UMWEGE DES SCHÖNEN KARL besprochen: Das "Verbot" von Propagandafilmen dieser Zeit ist durch das Internet ohnehin obsolet geworden. Wer es unbedingt darauf anlegt, hat JUD SÜSS als DVD im Regal. Wer auf solche Sammler-Dinge keinen Wert legt, guckt sich eine der zahlreichen Fassungen auf youtube an. Ich bin absolut gegen Verbote und dafür, diese Dokumente verfügbar zu machen. Denn so bildet sich um diese Streifen auch ein unverdientes Mysterium. Mehrere Leute, mit denen ich mal JUD SÜSS gesehen habe, waren nach dem Film ganz ernüchtert, dass es sich bei dem Streifen einfach "nur um einen Historienfilm mit einigen jüdischen Karrikaturen" handelt und nicht eben das hypnotische, sagenumwobene "subtile filmische Gift". Ich finde aber, dass ein großer Unterschied zwischen der Aufbereitung vorhandener Filmmaterialien (zumal die Murnau-Stiftung ja über ein JUD-SÜSS-Digitalisat für Bildungszwecke verfügt) und der Neueinspielung solcher Musiken besteht - selbst wenn Gentners HEIMKEHR-Partitur noch irgendwo existiert. Also da kann ich vollkommen verstehen, dass da nie was kommen wird - und man darf sich auch zurecht aufregen, wenn so etwas getan worden wäre. Ja, die Titelmusik zu JUD SÜSS präsentiert ein schweres, gewichtiges Blechthema, bevor dann die Streicher nur einen Liegeton aushalten, über den jüdischer Gesang einsetzt. Es ist wahrscheinlich, dass dieser Gesang wirklich von einem jüdischen Geistlichen intoniert wurde. Während beim Vorspann "Musik: Wolfgang Zeller" eingebllendet wird, blendet ja auch der schwarze Hintergrund kurz auf und man sieht den Darsteller des Rabbis aus dem Film in einer Tempelanlage singen (Er singt ja später auch beim "Einzug der Juden" in Stuttgart). Vielleicht war er das im Vorspann auch. Fakt ist jedenfalls, dass Harlan die Dreharbeiten tatsächlich mit jüdischen Ghettobewohnern als Staffage durchgeführt hat. Der Gesang kollidiert dann ja auch mit dem erneut einsetzenden Blechthema, das schließlich durchbricht, bevor dann "All mein' Gedanken, die ich hab'" sanft in den Streichern und der Flöte einsetzt. Dieses Lied fungiert ja als Liebesthema für das "reine, arische" Paar und wird von Kristina Söderbaum und Malte Jaeger musiziert. Diese Musik, vor allem die Nachbildung des Gesangs eines für die Dreharbeiten ausgebeuteten jüdischen Darstellers, der das "Dritte Reich" wahrscheinlich nicht überlebt hat, von einem "Fachmann" nachstellen zu lassen, wäre mehr als zynisch und Empörung mehr als angebracht. Der Filmhistoriker Hans Schmid hat mit seiner Artikel-Reihe "Das Dritte Reich im Selbstversuch" zahlreiche hervorragende Analysen vieler Vorbehaltsfilme und vor allem dem peinlichen Umgang mit diesem Filmerbe im Nachkriegsdeutschland verfasst: https://www.heise.de/tp/features/Der-Fuehrer-ist-sehr-eingenommen-3381348.html https://www.heise.de/tp/features/Schuldspruch-fuer-einen-Film-3381350.html An dieser Stelle aber auch mal ein (seltenes) Lob an die Murnau-Stiftung: deren Veröffentlichung von OPFERGANG ist vortrefflich geraten! Die Blu-Ray sieht fantastisch aus und vor allem enthält die Ausgabe zwei unterschiedliche Schnittfassungen des Films! So etwas würde ich mir für zahlreiche Filme dieser Epoche zu Studienzwecken wünschen.
  13. Mephisto

    Deutsche Filmmusik

    Naja, gut, aber das würde ja nun auch niemand neu einspielen wollen, ebenso wie Willy Schmidt-Gentners HEIMKEHR, wobei der eine fantastische Titelmusik hat - könnte glatt von Max Steiner sein. Von Schultzes härtesten Propagandamusiken KOLBERG und ICH KLAGE AN hat auch nichts mehr überlebt bis auf ausgekoppelte diegetische Musik (das "Lied am Webstuhl" sowie das "Trio"). Aber klar, solche Sachen wie OPFERGANG wären der absolute Wahnsinn, nur habe ich bisher auch noch keinerlei Hinweise auf Partituren von Borgmann entdecken können. Aber keine Sorge, Majewski und der besagte Zeller werden hier natürlich auch noch bedacht ;).
  14. Mephisto

    Deutsche Filmmusik

    Ja, theoretisch gibt es viel zu tun, aber ich schätze nicht, dass da noch viel kommen wird. Ich werde noch zwei weitere Alben aus der Reihe von Capriccio vorstellen, die aber schon vor langer Zeit produziert wurde. Und was die Neueinspielung von Originalfilmmusiken angeht, sehe ich schwarz. Einmal sind zahlreiche Partituren im Krieg verloren gegangen (was würde ich für einen neu aufgenommenen OPFERGANG von Borgman geben...) und dann haben wir da ein riesiges idieologisches Problem. Wobei Capriccio die Sache ja auch nicht elegant gelöst hat mit dem kompletten Wegignorieren der politischen Umstände.
  15. Mephisto

    HELLBOY von Benjamin Wallfisch

    Lieber Oli, tausend Dank für diese sehr offenen und differenzierten Worte! Wenn ich jetzt nicht so umfangreich antworte, dann deshalb, weil ich das gerne einfach so stehen lassen möchte. Ich kann genau nachvollziehen, was Du meinst. In der Tat ist es schön, dass wir alle unterschiedlich empfinden und hören, weil es ja einerseits Überschniedungen gibt und andererseits ein aktiver Austausch dazu beitragen kann, dass man sich auch Dingen nähert oder sie begreifen kann, bei denen man früher ratlos war. Aber hier noch eine Frage und nur um des Verständnissen Willen: Geht es nicht immer um's Hören bzw. sind es nicht gerade die Details, die uns freuen oder berühren? Eben wie Oli sie beschreibt. Sonst würde er ja von jedem Stück, "das so klingt wie Horner" emotional berührt werden, aber anscheinend sind es ja eben Details (in diesem Fall: Horners Eigenarten), die seine erstmal "orchestrale Filmmusik" für Oli so emotional zugänglich macht. Wie gesagt: Ih frage hier nur nach, um besser nachvollziehen zu können, wie ihr empfindet.
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