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Mephisto

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  1. Sehr nettes Easy-Listening! Allerdings hört man die "Nahtstelen" in dieser Suite doch sehr deutlich. Mich würde ja mal interessieren, wie die Arbeitsteilung bei Euch dreien ausgehesehen hat.
  2. ROAD HOUSE finde ich da noch eine deutliche Ecke schlimmer. Die Orchestermusik zu der Schlägerei am Ufer "haut" im Gegensatz zu Patrick Swayze stets "daneben". Ich kannte die Musik erst nur von der Intrada-CD und ging aufgrund der formalen Anlage des Stücks davon aus, dass das totales Mickey-Mousing wäre - so hört es sich jedenfalls an: Brachiale Blechakkorde, dann wieder leise pizziccati mit Glockenspiel, dann wieder Getöse. Aber im Film ist das völlig kontraintuitiv eingesetzt. Vielleicht ist da auch im Musikschnitt was schiefgelaufen? Sowieso ja eine recht zerrissene Musik wegen der Konzeptänderung auf halber Strecke.
  3. Finde diese Veröffentlichung großartig, aber stehe ja auf diese "archivarischen" Präsentationen. Für mich steht dann weniger ein kurzweiliges Hörvergnügen im Vordergrung, als die Musik bis auf ihre Fasern zu durchdringen, ihrer Genese anhand von alternativen Fassungen nachzuspüren etc. Die Musik zu DIE HARD fand ich über weite Strecken recht "diffus", ich kenne aber auch "nur" die Club-CD. Gebe der Musik in dieser Fassung definitiv noch eine Chance!
  4. Mephisto

    TOLKIEN von Thomas Newman

    ... dingeldingeldüdelüdel?
  5. Es müssen ja ohnehin Bänder gefunden worden sein, die vorher nicht bekannt waren oder nicht verwendet werden durften oder konnten, wenn tatsächlich keine der vorherigen Quellen verwendet wurde.
  6. Aber dann wär's nicht "expanded". Unser ehemaliger Foren-Kollege Mink hat hier ja mal eine Übersicht über die Musik im Film gegebene und an der Varèse wie an der LLL-Fassung einiges auszusetzen gehabt. Mir scheint's als ob eine "ideale" Repräsentation, also eine, die sich an Kamens originale Intention hält und auch der Filmfassung gerecht wird, kaum möglich ist. Dazu war das Material ja anscheinend in einem zu schlechten Zustand und die Musik im Film zu verschnitten und verschoben. Also ich bin gespannt und könnte mir vorstellen, hier noch einmal zuzuschlagen. Ist halt ein Klassiker. Und die Airport-Sachen: GRANDIOS! Jetzt sind alle Filme mit einem Album bedacht!
  7. Die "Wall-to-wall"-Vertonung ist aber auch ein ungerechtfertigtes Vorurteil, viele ähnliche Filme haben ebenfalls keine durchgehende Musikvertonung. Sogar BEN-HUR hat zahlreiche "stumme" Passagen (nicht nur das legendäre Wagenrennen). Was die CD angeht: Die lege ich mir gerne zu, habe VIKINGS nämlich noch gar nicht und möchte diese Projekte auch gerne weiterhin unterstützen.
  8. Gut, dass da noch was kam, dann wissen wir jetzt alle, dass da doch nichts mehr hätte kommen müssen Zum Film kann ich nichts sagen, außer, dass er mich mehr interessiert als alle Bully-Filme seit MANITU zusammen. Mal sehen, ob ich es schaffe, ihn im Kino zu sehen.
  9. Mephisto

    Straßenfeger: Deutsche TV-Klassiker und ihre Musik

    Sich vor der Politik in die Kunst zu flüchten, ist ja auf Seite der Schaffenden wie auch der Rezipierenden ein gängiges Motiv. Ich versuche das als Rezipient auch sehr gerne. Wie immer vielen Dank für diese Eindrücke. Gerade "Der Tote bin ich" würde mich von der Handlung (einige Motive erinnern ein bisschen an SHINING) her interessieren, aber wir haben da anscheinend eine ganz andere Priorität, denn ich schätze an Kunst gerade die (über-)Stilisierung des "normalen" Lebens. Daher tue ich mich oft schwer mit dieser leicht amateurhaft scheinenden Inszenierung, die einem immer "das reale Leben" verkaufen will - mit Wackelkamera oder möglichst ungefiltertem und unausgewogenen Ton. Ich finde es viel interessanter, dass Kunst die Möglichkeit hat, Dinge bis ins Detail zu manipulieren. Schließlich bekommen wir in keinem Werk "die Realität", sondern bloß ein angebliches Abbild. Warum diese Möglichkeiten nicht bis zum Exzess nutzen? Keine Momentaufnahme einer Schlacht sieht so durchchoreographiert aus wie auf einem alten Ölschinken, nirgends stirbt es sich so schön wie auf der Opernbühne, nirgends sind Leute so wortgewandt wie in einem Theaterstück, an dem ein Mensch über Wochen, Monate oder Jahre feilte - und der Film vermag all diese Elemente in sich zu vereinen.
  10. Mephisto

    Deutsche Filmmusik

    "Sisi als wilde Reiterin" gehört ohne Frage zu den Höhepunkten der Musik, die insgesamt arg "schmalzig" geraten ist. Ich persönlich steh' ja voll auf diese überorchestrierte Musik, in der einzelne Themen und Melodien schon halb aufgelöst sind und sich immer wieder ablösen, anklingen und sich verwandeln. Aber wen die vermeintliche Sentimentalität des "Golden Age" abschreckt, der dürfte hier zum großen Teil seine Vorurteile bestätigt finden. Nichts desto trotz ein schönes Album - und die komplette Partitur liegt ja in der österreichischen Nationalbibliothek in Wien. Wäre ja durchaus mal einen Abstecher wert
  11. Mephisto

    Deutsche Filmmusik

    Lustigerweise waren die SISSI-Filme wie auch ASCHENBRÖDEL zwei komplett blinde Flecken in meiner cineastischen Bildung. ASCHENBRÖDEL ist mir erst vor drei Jahren untergekommen. Ich wusste zwar, dass Film und Musik sehr beliebt sind, hatte aber andere Vorstellungen von der Musik, die ja doch kammermusikalisch und eher "naiv" ist im Gegensatz zu den spätromantischen SISSI-Musiken. SISSI habe ich tatsächlich erst nach dem Anhören der CD (letzten Herbst gekauft) zu Weihnachten im ZDF gesehen. Herrlich überbordender Kitsch - und die Musik tut ihr Übriges. Die CD ist zwar gut zusammengestellt, aber mir wäre es lieb gewesen, man hätte auch den restlichen Platz noch gefüllt. Immerhin ein gutes und charmantes Werbeobjekt für das Aufnahmestudio.
  12. Mephisto

    Deutsche Filmmusik

    Machen wir mal einen kleinen Abstecher zu den Nachbarn: Anton Profes – Musik aus der SISSI-Trilogie Bis heute prägen die drei SISSI-Filme Georg Marischkas nicht nur das Bild der österreichischen Kaiserin Elisabeth, sondern auch die Wahrnehmung der Hauptdarstellerin Romy Schneider, die Zeit ihres Lebens versuchte, von dem SISSI-Image loszukommen. Die Musik zu den drei aufwendigen SISSI-Filmen komponierte der österreichische Filmkomponist Anton Profes, der bereits seit den 1930er-Jahren für den Film aktiv war und unter anderem Werner Hochbaums meisterhaftes, wenn auch inhaltlich äußerst ambivalentes Psycho-Drama DIE EWIGE MASKE vertont hatte, und zu dem stark antisemitisch gefärbten LEINEN AUS IRLAND die Musik beigesteuert hatte. Für die SISSI-Trilogie schuf Anton Profes drei symphonische Partituren für großes Orchester in bester filmsymphonischer Manier. Da es sich bei den Filmen hauptsächlich um Konversationsfilme handelt, unterlegt die Musik mit Ausnahme einiger weniger so genannter „Establishing Shots“ hauptsächlich Dialoge. Hauptsächlich haben die Streicher das Sagen, deren schmachtenden Melodielinien von einzelnen Holzbläserlinien und Harfenarpeggien durchzogen und von schweren Blechakkorden gestützt werden. Doch auch wenn das Gewicht auf dem groß besetzten Streicherapparat liegt, stellt Profes durchgängig seine Könnerschaft nicht nur durch die Verarbeitung seiner zahlreichen Themen unter Beweis, sondern eben auch durch die kunstvolle Instrumentierung. Es schimmert und glüht an allen Ecken und Enden, der Komponist vereint seine große Besetzung zu einem unendlichen Fluss des Wohlklangs. Weich und harmonisch rauscht die Musik fließend dahin. Dabei ist die Musik zu SISSI durchgängig melodisch organisiert. Profes spinnt ein ewig scheinendes Gewebe aus Melodien, Themen und Gesten, die ineinander fließen, wobei mehrere längere Themen die Dreh- und Angelpunkte bilden wie das schmachtende, in der Titelmusik zum ersten Teil eingeführte Hauptthema oder das noble Liebesthema, das sanft am Ende des „Ersten Treffens in Ischl“ im ganzen Orchester aufglüht und auch einen großen Teil der Titelmusik zum zweiten Teil bestreitet. Ein weiteres, vergnügt hüpfendes Thema begleitet die jugendliche Sissi während der Szenen in ihrem Elternhaus und taucht auf während ihrer ersten Tage in Schönbrunn im zweiten Film wieder auf. Mehrere Jagd- und Reitszenen gaben Profes Gelegenheit für einige raschere und actionreichere Passagen. Neben den klassischen Waldhörnern in der Jagdszene zu Beginn des ersten Films sei hier insbesondere der Titel „Sisi als wilde Reiterin“ aus dem dritten Film erwähnt. In dieser meisterhaft und brillant orchestrierten Passage zeigt Profes, was er kann. Quirlige Läufe der Violinen und Holzbläser, schmetternde Blechfanfaren und treibende Tomtom-Rhythmen bestreiten die furiosesten Minuten der Musik. Weitere Abwechslung wird auch durch das Material für die mit Ungarn verbundenen Szenen geboten, für die Profes während der Fahrt zur Krönung am Ende des zweiten Teils ein robustes Thema mit schweren Quintliegetönen in tiefer Lage und etwas derb anmutenden Glissandi in der Melodieführung der Streicher. Dieses Thema taucht auch zu Beginn des dritten Teils auf und wird während Sissis Erinnerungen an Ungarn um eine folkloristische Passage, die ausnahmsweise nur von den Holzbläsern bestritten wird, ergänzt. Die dritte Suite dürfte auch die abwechlungsreichste sein, bevor Profes während der Fahrt in der venezianischen Gondel immer wieder die ersten vier Töne des Haydnschen Kaiserquartetts mit den ersten Tönen aus dem Gefangenenchor von Verdis Nabucco gegenüberstellt. Das triumphale Finale, in dem Haydns ursprünglicher Quartettsatz als Deutsche Nationalhymne voller Pomp und Gloria ausspielen lässt, mag für uns heutzutage etwas befremdlich wirken, erinnert sie doch an Willy Schmidt-Gentners Musik zu HEIMKEHR, die ebenfalls in den Räumen der heutigen Synchron Stage aufgenommen wurde und mit einer ähnlich pompösen Fassung der deutschen Nationalhymne endet… Die Musik zu den SISSI-Filmen blieb über ein halbes Jahrhundert unveröffentlicht, bevor beim Label VCR eine CD mit je einer Suite pro Film in digitaler Neueinspielung vorgelegt wurde. Dabei handelt es sich um die ersten Aufnahmen, die in der Vienna Synchron Stage produziert wurden, die seit ihrer Renovierung für zahlreiche Filmmusikaufnahmen und Sample-Library-Projekte genutzt wird. Die SISSI-CD ist daher auch ein kleines Referenz- und Werbeprodukt, was sich in dem ausführlichen Booklet-Text über den Aufnahmeort widerspiegelt. Über die Musik und ihre genaue Zusammenstellung erfährt man leider nicht viel. Offensichtlich hat der Komponist Paul Hertel aus den Originalmanuskripten Profes’ pro Film eine Suite zusammengestellt. Über den Daumen gepeilt, enthält jede Suite mindestens zwei Drittel der vollständigen Originalmusik, da die Filme nicht übermäßig vertont wurden. Die Chronologie wurde, soweit ich das beurteilen kann, beibehalten, einzelne Titel wie das Mickey-Mousing während Sissis Ausbruch in Ischl für den besseren Hörfluss gestutzt. Individuelle Abschnitte in den Suiten können zwar einzeln angewählt werden, allerdings gehen fast sämtliche Stücke innerhalb einer Suite ineinander über, weshalb es sich empfiehlt, diese Musiken am Stück zu hören. Insgesamt muss man dem Team der Vienna Synchron Stage für dieses wundervolle Album dankbar sein. Die Aufnahme ist in der Tat hervorragend und offenbart unzählige Details, die man über die verrauschte Filmspur und die oftmals leise abgemischte Musik nicht wahrnehmen kann. Profes ist sind hier äußerst ausdifferenzierte und großartige Partituren gelungen. Natürlich enthalten die Musiken eine besonders große Extraportion Schmalz beziehungsweise ist der Zuckerschock bei zu oft wiederholtem Hören vorprogrammiert. Hier bietet sich die seltene Gelegenheit, große symphonische europäische Filmmusik in den klanglichen Standarts der heuten Tage zu genießen. Eine seltene Gelegenheit, weil so heute wirklich niemand mehr für den Film schreibt…
  13. Mephisto

    Deutsche Filmmusik

    Die Weihnachtsaktion habe ich damals offensichtlich gar nicht mitbekommen. Daher fehlt mir auch die sechste CD aus der Box, weil ich nur die Einzel-Veröffentlichungen habe.
  14. Mephisto

    Deutsche Filmmusik

    Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass diese Projekte nur des Verdienstes um die Musik wegen möglich sind, aber sich wirtschaftlich niemals lohnen können. Daher bin ich auch dankbar für alles, was da in letzter Zeit gekommen ist. Zugegebenermaßen gehörte ich ja auch nicht zu den Käufern der ersten Stunde, habe aber nun versucht, durch die Besprechung dieser Editionen vielleicht nochmal das Augenmerk auf diese tollen CDs lenken zu können. Dank, Angus, auch nochmal für Deine Rückmeldung und den Hinweis auf die Nibelungen. Ich müsste mir die Neuverfilmung ohnehin nochmal ansehen, denn die Blu-Ray soll ja sehr gut sein.
  15. Mephisto

    Sammelt ihr noch oder streamt ihr schon?

    Danke, Alex, für diese Einblicke! Das klingt für mich alles logisch und nachvollziehbar. Was halt diese General-Behauptung angeht, bleibe ich einfach skeptisch. Aber gut zu lesen, dass das mehrere LP-Hörer auch anders sehen.
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