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Soundtrack Board

Lars Potreck

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Beiträge von Lars Potreck

  1. 61FYY8xsJlL._UX358_FMwebp_QL85_.jpg

    Aktuell höre ich Steve Jablonskys Musik aus dem Film The Texas Chainsaw Massacre: The Beginning. Da die Unrated Version bei uns ja kürzlich komplett auf Deutsch auf Blu-ray erschienen ist, habe ich mir den Film gestern Abend angeschaut. Hatte bisher nur die geschnittene R-Rated Fassung auf DVD. Ein sehr brutaler, eklig verstörender Film, der super atmosphärisch und unterhaltsam ist. Dazu trägt auch Steve Jablonskys überwiegend orchestraler Score im RCP Stil bei. Wobei auch Elektronik und Sound Design vorkommen. Die Musik ist agressiv, brutal und verstörend (manche würden sagen verstörend schlecht 🤣). Gruselig ist sie nicht und originell schon gar nicht. Sie ist aber sehr effektiv und atmosphärisch, wenn auch auf kompositorisch stumpfe Weise. Jablosnky hat sogar ein prägnantes Motiv komponiert, das gleichzeitig melancholisch wie bedrohlich wirkt. Auch der "Quietsch Sound" ist äußerst effektiv eingesetzt. In der Actionmusik dominiert ein prägnanter Percussion Rhythmus. Ich würde sagen, die Musik ist eher ein Action Slasher Score, wie es der Film ja auch ist. Insgesamt ein absolut cooler Film, auch Dank des Scores.

     

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  2. Das Album läuft bei mir jetzt schon einige Durchgänge. Ein sehr sehr cooler Actionscore, aber stellenweise auch ein einziger Flickenteppich. Man hört raus, dass Rabin ein durchgängiges musikalisches Konzept hatte, dieses durch die weiteren Komponisten aber leicht "aufgeweicht" wurde. Die Musik ist ein lauter "energiegeladener Elektro-Rockmusik-Orchestermix mit vielen Gitarren- und Electric Cello Passagen von Martin Tillman. Die Hip Hop Beats von Dr. Dre für die Mike/Marcus Szenen sind nicht auf dem Album. Trotz der vielen Köche ist das Endresultat recht einheitlich geworden.

    Ich habe letztens nochmal den Film gesehen und der Score kommt da schon richtig geil. Die Action, so wie Michael Bay sie inszenierte, rockt mit der Musik gewaltig. Man wollte diesmal kein prägnant thematischen Score. Für Mike/Marcus wollte man einen prägnanten Hip Hop Beat und ließ Mark Mancinas Original Thema sowie sein Thema für Teil 2 daher außen vor. Nur in 2 Stücken hat Rabin das Thema für Teil 2 leicht eingearbeitet. Rabin selbst hat dafür mehrere prägnante Motive geschrieben, wobei das eingängigste das für den Bösewicht Tapia ist. Mir gefällt sein Gitarren Motiv sehr, da es gleichzeitig gefährlich wie melancholisch klingt. Eine sehr prägnante Gitarren Melodie. Rabin hat noch ein zweites prägnantes Motiv, ja fast Thema, für die Bad Boys geschrieben, welches heroisch melancholisch anmutet. Die Actionmusik enthält oft vereinzelte Motive für das Cello, die E-Gitarre und die Drums gespielt von Rabins Stammschlagzeuger Lou Molino.

    Als ich damals den Film im Kino schaute war ich vom Score eher enttäuscht, weil ich auf prägnante eingängie Themen gehofft habe, wie von Rabin gewohnt und wie in Teil 1 geliefert. Im Laufe der Jahre ist der Score bei mir aber stark gewachsen. Das fängt schon mit Paul LInfords Opening Track an.

    Super eingängies Motiv, welches den Anfnag des Films ausgezeichnet untermalt. Das rockt einfach.

    Ein weiteres prägnantes Stück ist Steve Jablonskys Musik für die Causeway Verfolgungsjagd, im Film wie auch auf dem Album.

    Eins meiner Lieblings Suspense Stücke ist Tapia and Syd Ocean. Ich mag den Anfang mit Elektronik und wie dann die Gitarre und das Cello hinzukommen und das Motiv des Bösewichts spielen sehr. Ebenfalls sehr prägnant.

    Und hier Rabins Thema für die Bad Boys. Einfach, aber prägnant.

    Ein weiterer Titel, der mir sehr gefällt ist Syd's Cover Is Blown. Ich mag den Suspens Aufbau zu Anfang und wie dann langsam in die "energiegeladene" Action übergegangen wird. In der Szene kommt die Musik richtig gut.

    Ein für mich zentrales Stück des Scores ist der Titel Tapia Has Syd, welches auch gleichzeitig den "Flickenteppich" aufzeigt. Die Musik ändert in dem Stück mehrmals die Richtung und auch wenn dies nicht meine bevorzugte Version ist, klingt sie doch sehr cool und ist im Film super effektiv.

    Ich hätte für die Szene tatsächlich Version 2 genommen. Das Stück ist von Rabin durchkomponiert und verwendet ausführlich sein Bad Boys Motiv/Thema. Das Stück ist einfach die rundere Sache für mich. Ein klassischer Rabin Track.

    Das Actionbrett des Scores ist Tapia Attack. Laut, wild und energiegeladen. Untermalt die fantastische Actionszene ausgezeichnet. Auch hier gefällt mir wieder der langsame Aufbau. Zuerst Suspense, die sich immer weiter steigert bis die Action dann explodiert. Da hat Rabin ganze Arbeit geleistet.

    Die Verfolgunsjagd zwischen Hummer und Jeep hat dann auch nochmal eine coole prägnante motivische Actionmusik bekommen. Hier kommt dann Rabins The One durch. Der Rock Part ist 1:1 daraus. Am Ende gibt es dann nochmal ein klassisches Rabin Motiv/Thema. Toller Track.

    Ich bin sehr glücklich, dass der Score endlich eine offzielle Veröffentlichung erhalten hat. Er ist komplett anders als Teil und dennoch finde ich ihn perfekt für den Film. Passt einfach zu Michael Bays wilder abgedrehter Inszenierung. Wobei ich auch verstehen kann, wenn man mit dem Musikstil nichts anfangen kann, ja ihn sogar schrecklich findet. Der Klang des Albums ist ausgezeichnet. Klar und detailliert und die Actionmusik hat ordentlich Druck. Da geht nix unter im "Musikmatsch". Auch die Alternates sind hörenswert. Wer den Score im Film mochte, wird denke ich auch das Album mögen.

    • Like 3
  3. Ich habe mir die CD nun geholt. Ich mag den Score sehr. Cooler "stumpfer" Orchester/Elektro Beats Actionscore. Der Klang ist fantastisch. Klar und detailliert. Fairerweise muss man sagen, dass der Score eher davon lebt, wenn man ihn am Stück hört. Einzelne "Anspieltips" gibt es außer My Name is Lincoln nicht wirklich. Was aber auch nicht schlimm ist. Das Hauptthema wird auch erst in dem Track voll ausgespielt, ansonsten immmer nur durch Streicher, Vocals oder Klavier angedeutet, was aber dramaturgisch auch Sinn macht. Die Actionmusik hat ein paar wirklich coole Elektro/Perussion Rhythmen zu bieten. Man muss diesen Scorestil schon mögen. Jablonsky knüpft musikalisch da an, wo mit Bad Boys II begonnen wurde. Nur ist The Island thematisch/motivisch dann doch etwas prägnanter ausgefallen. Für mich lohnt sich die erweiterte Fassung sehr, aber das reguläre Album präsentiert den Score auch völlig ausreichend. Wenn man den Score aber mag, kann man hier durchaus zugreifen, schon allein wegen des Klangs.

    • Like 3
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    Urban Legends: Final Cut - John Ottman

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    Frankenstein - Alexander Desplat

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    Set It Off - Christopher Young

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    Diplomatic Situation - Liu Ye

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    Telefon/Hide In Plain Sight - Lalo Schifrin/Leonard Rosenman

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    The Suspect - Michael Kamen

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    The Island (Expanded) - Steve Jablonsky

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    Bad Boys (30th Anniversary Expanded) - Mark Mancina

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    Bad Boys II - Trevor Rabin

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    Tinker Bell - Joel McNeely

  5. vor 8 Stunden schrieb Sebastian Schwittay:

    Ich finde dieses Pochen auf die Funktionalität zwar befremdlich (weißt du ja), aber die lange Flucht-Sequenz in Baktan Cross wird vom treibenden Greenwood-Stück ("Ocean Waves" in der Langfassung) doch unglaublich aufgepeitscht; das Stück vermittelt die Paranoia und gehetzte Panik der DiCaprio-Figur perfekt, und ist damit auch weitgehend "funktional" deutbar. Auch der "Sisters of the Brave Beaver"-Track beim DNA-Test: das ist oktatonische Spannungsmusik, und damit durchaus funktional, siehe die lange Tradition oktatonischer Action- und Suspense-Filmmusik im jüngeren Hollywood-Kino (PREDATOR, THE RELIC, STARSHIP TROOPERS...). 

    Aber wie gesagt: statt von "Funktionalität" würde ich eher von "Dimensionierung" sprechen. Das macht gute Filmmusik aus: sie gibt dem Film eine zusätzliche, ästhetische und/oder emotionale Dimension, die dem Film nicht dient, sondern ihm etwas hinzufügt, was er ohne die Musik nicht hätte. 

    Ästhetisch: der Greenwood-Sound ist unglaublich charakteristisch und distinkt, vor allem durch die modalen Harmonien, die Art und Weise, wie Greenwood einzelne Dur-Akkorde setzt, oder die prägnante kammermusikalische Instrumentierung. Greenwood verleiht dem Film - wie allen Anderson-Filmen - einen wiedererkennbaren auditiven Stil. 

    Emotional: die drängende Schmerzlichkeit, die den Kern des Scores - das "Baby Charlene"-Thema - ausmacht. Das ist das Thema für die väterliche Liebe zur Tochter und vertont fast alle wichtigen emotionalen Szenen des Films. Was wäre die ganze Jagd am Ende ohne das Baby-Charlene-Thema? Alles Emotionale im Film kreist um diese thematische Idee, die sich verzweifelt durch Moll-Akkorde wühlt, und dabei immer wieder kurz (!) einen warmen Dur-Akkord erreicht, so als ob DiCaprio seine Tochter für einen flüchtigen Moment zu fassen bekäme (Track 4: 0:23, 0:50, 1:16, usw.). Das ist so unfassbar traurig und emotional, dass es mir selbst nach der vierten Sichtung immer wieder die Tränen in die Augen treibt, wenn das Thema im Mittelpunkt steht.

    Der Film ist schließlich auch ein Familienfilm - das scheinen viele misszuverstehen. Die politische Dimension ist nur der Background, vor dem die Geschichte spielt, und entsprechend "satirisch" vertont Greenwood die (post-)revolutionären Wirren. Heißt: die atonalen Klavierpassagen, die Spielereien, die zahlreichen musikalischen Irritationsmomente als Ausdruck des Chaos, in dem sich die Vater-Tochter-Beziehung bewähren muss. Das hat schon Konzept, und ist nicht nur um seiner selbst Willen "ungewöhnlich". :) 

    Das Stück ist nicht von Greenwood, sondern von Jon Brion ("Global Bully", ein Library Track, den Brion von einem früheren Filmmusikprojekt übrig hatte und nie verwendet hat). 

    Tatsächlich frage ich mich, wieso Anderson nicht einfach bei Greenwood ein Stück in diesem Gestus in Auftrag gegeben hat. Stilistisch fällt das Brion-Stück aus dem Rahmen, es bricht mit dem Greenwood-Sound. Aber macht ja auch irgendwie Sinn nach der Aussöhnung und der emotionalen Rekonstruktion der Familie. 

    Das ist für mich das "Problem" der Musik im Film. Ich stimme Dir definitiv zu, dass diese Musik dem Film eine zusätzliche Komponente gibt, die ihm nicht dient. Man hätte sie auch weglassen können und ich wäre vom Film als Zuschauer genauso "ergriffen". Die Emotionalität der Vater Tocher Beziehung kam weder filmisch noch musikalisch bei mir an. Die Figuren waren mir alle völlig egal, auch weil sie überwiegend mit einer "Fick Dich Fresse" durch den Film gelaufen sind. Das der Flm ein Familienfilm sein will, kommt zwar durch, nur versagt er auf emotionaler Ebene für mich vollkommen. Und die Musik hilft da auch nicht aus. Für mich ist gute Filmmusik, die dem Film eine zusätzlich emotionale Dimension gibt und ihm dadurch dient und somit beim Zuschauer etwas erreicht wird, was ohne die Musik nicht gelänge.

    Auch die Ocean Waves Szene ist so ein Fall. Ich verstehe durchaus, was die Musik zu Ausdruck bringen soll und DiCaprio versucht das auch schauspielerisch rüberzubringen, nur ist das bei mir als Zuschauer emotional schlicht nicht angekommen. DiCaprio wirkt da leider eher unfreiwillig komisch und die Musik völlig entkoppelt von der Szene. Und nicht nur in dieser Szene. Bei der Musik habe ich ständig gedacht...coole interessante Musik, gefällt mir. Nur hat sie mir als Zuschauer in Bezug auf das Gezeigte einfach nichts gegeben. Auch hier hätte man die Musik weglassen können und die Szene wäre emotional genauso bei mir angekommen wie mit Musik. 

    Es gibt ja durchaus Stücke, die für mich in den Szenen tatsächlich funktionieren. Dazu gehören die ersten 5 Stücke auf dem Album. Der ganze Beginn des Films bis zur Geburt Willas hat für mich musikalisch funktioniert, nur halt von den Figuren her nicht. Meine Güte, der Film hatte aber auch nur Unsympathen zu bieten. Da hat es Musik natürlich sehr schwer, beim Zuschauer positive Emotionen für diese Figuren zu erzeugen. Greenwood hat es versucht und zum Glück ohne musikalisch zu überziehen, aber wenn das Drehbuch die Figuren im Stich lässt, kann auch Musik nicht mehr viel retten. Zimmer hat es in Interstellar mit der Holzhammermethode versucht, und das ging für mich noch mehr in die Hose, weil hier selbst die Musik mich nicht angesprochen hat.

    Da mit dem Jon Brion Stück ist sehr interessant. Wie gesagt, die Szene gefiel mir insgesamt sehr gut, nur verpufft die Wirkung am Ende für mich, weil der emotionale Aspekt der Vater Tochter Beziehung filmisch über die ganze Lauflänge für mich nicht vorhanden war. Es wirkt wie ein heile Welt Ende hinten rangeklatscht. Zu keinem Zeitpunkt des Films kam in mir der Wunsch auf, dass er seine Tochter finden soll und am Ende alles gut wird. Es war mir einfach egal. Und das ist für einen Film, der auch ein Familienfilm sein will, absolut fatal.

    Das alles ändert aber nichts daran, dass mir der Score ansich sehr gut gefällt, auch in Albumform. Selbst die Songs waren gut gewählt.

     

  6. Ich habe mir den Film heute angeschaut. War nicht so mein Fall. Viel zu lang und erzählerisch für mich völlig unausgegoren. Ich habe mich die ganze Zeit gefragt...was will der Film mir erzählen? Was wollen die Figuren von mir? Das Problem liegt für mich auch mit am Score, dass der Film weder Fisch noch Fleisch ist. Ich fand den musikalisch richtig cool. Auch das Geklimper hat mich nicht genervt. Das Problem ist, dass er weder den Film stört noch über die meiste Zeit bereichert. Er ist da. Er hört sich cool an und er zieht oft die Aufmerksamkeit auf sich. Und während ich dem Score so lauschte und dachte, hört sich cool an, fragte ich mich sehr oft...warum ist der Score in der Szene jetzt so wie er ist? Eine Funktion war in vielen Szenen für mich nicht erkennbar. Was dann zusätzlich dazu führte, dass ich mich fragte....was will man hier erreichen? Was will man hier erzählen?

    Erstaunlich ist dann die Schlussszene mit dem Brief, die für mich musikalisch auch die schönste und effektivste ist. Hier verwendet Greenwood "konventionelle" Filmmusik, die der Szene emotional auch tatsächlich was gibt. Nicht nur in der Inszenierung, sondern auch in dem was dort gesagt wird. Ganz "klassisch" filmmusikalisch vertont. Warum in dieser Szene diese Art der Vertonung und in etlichen anderen Szenen dann die "unkonventionelle" Vertonung? Ich hab da so ein bisschen den Eindruck, dass es rein um der "Andersartigkeit" willen ist.

    Nach Sichtung des Films kann ich verstehen, weshalb man zumindest diesem Score nicht den Oscar gegeben hat. Die Musik macht im Film überwiegend nichts, außer die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen und interessant zu klingen. Den Film hat sie aber über weite Strecken für mich nicht bereichert.

  7. vor 35 Minuten schrieb scorefun:

    Und ich bleibe dabei, daß ich da in den meisten Fällen nix mit anfangen kann.
    Ich habe mehrere Versuche gestartet, OBAA etwas abzugewinnen; aber Fehlanzeige
    BTW: Bei Sinners ist es ähnlich - da hat mich eigentlich nur "Thy Kingdom come" angesprochen - wahrscheinlich wegen des Chores...haha

    (Und Goldsmith's POTA war auch schon lange nicht mehr in der Playlist 😉

     

     

    Auch wenn ich Goldsmiths POTA nicht oft höre, gefällt er mir außerordentlich gut. Das trifft auch auf Elfmans Score zu. Bei solchen Scores kann ich super auf der Couch entspannen und abends einschlafen. 

  8. vor 1 Stunde schrieb Sebastian Schwittay:

    Bislang hat jedenfalls niemand nachvollziehbar erläutert, warum ONE BATTLE AFTER ANOTHER im Film nicht wirken sollte. Greenwood wurde von seinen Kollegen (!) für den Oscar nominiert, die werden es am besten wissen, also funktioniert der Score im Film. Prove me (us) wrong, oder es gibt überhaupt keine Diskussion. 

    (Und ich werde weiterhin dabei bleiben, dass es einfach das alte "Neutöner-Problem" ist, d.h. dass die Leute Schwierigkeiten mit Atonalität und modernistischen Idiomen haben. PLANET OF THE APES würden sich die allermeisten Fans auch niemals anhören, wenn nicht der Name Goldsmith drauf stünde.)

    Göransson wurde aber ebenfalls von seinen Kollegen für den Oscar nominiert. Muss ja seine Gründe haben, weshalb beide unterschiedliche Scores von der Fachjury nominiert wurden. Und ob die Fachjury am Ende anders entschieden hätte als die Academy wissen wir nicht. Wie RealNeo schon sagte, Greenwoods Leistung wird je nicht geschmälert, sie wurde halt nur nicht mit einem Preis belohnt. Ich habe mir jetzt mal beide Filme bestellt. Bin schon gespannt. Auch auf die Musik und ihre Wirkung. 

  9. vor einer Stunde schrieb Mistermaffay:

    Absolut. Ich stimme dir in allen Punkten zu.
    John Williams hätte ich mir für einen solchen Film auch nicht vorstellen können. 

    Sebastian und mir geht es offenbar um die FilmMUSIK. Wenn du mit dem passenden Einsatz der Musik im Film argumentierst, geht es dir wohl eher um FILMmusik. 
    Das sind zwei völlig verschiedene Sichtweisen. Die eine ist nicht mehr wert als die andere. Aber lass uns die beiden Sichtweisen bitte nicht vermischen. Denn ansonsten wird jegliche Diskussion ad absurdum geführt :) 

    Stimme ich dir voll zu.

  10. vor 7 Minuten schrieb Mistermaffay:

    McDonalds boomt seit Jahrzehnten. Hans Zimmer & Co. sind die gefragtesten Komponisten. Bedeutet: Die Leute stehen offenbar darauf sich Müll reinzufahren 😅
    Nein mal im Ernst: Bitte häng dich nicht an einzelnen Begriffen (wie bspw Müll oder Dreck) auf. Verbuchen wir das mal als rhetorisches Mittel der Übertreibung. Ich kann auch andere Bezeichnungen wählen, die weniger übertrieben oder sanfter sind. Die Aussage bleibt im Kern aber dieselbe.

    Und ich weiß nicht was daran verwerflich sein soll, wenn ich ab und zu (vielleicht in 2-3% der Zeit) mal einen TRANSFORMERS von Jablonsky höre, weil es absolut stumpf aber trotzdem geil ist. Danach lechzt mein Ohr direkt wieder nach mehr Qualität und ein 60er Jahre Goldsmith muss einlegtet werden, um mich von den Strapazen zu erholen (Achtung: Übertreibung).   
     

    ABER: Ich würde niemals auf die Idee kommen und den Kram von Jablonksy, Balfe & Co., bezüglich der kompositorischen Qualität (die kaum vorhanden ist), zu verteidigen. 
     

    Versteht man den Unterschied ?🤷🏼😅. Oder spreche ich Chinesisch?!

    Ich habe nichts gegen Übertreibungen. "Stumpf" würde ich als eine nachvollziehbare Beschreibung bezeichnen. Dreck und Müll halte ich jedoch für völlig unangemessen, auch als Übertreibung. Zeugt für mich auch etwas von absichtliches Abwürgen einer Diskussion über solche Scores. Transformers mag als Komposition stumpf sein, was aber nicht automatisch heißt, dass der Score gar keine Qualitäten hat. Denn zu Michael Bays Inszenierungsstil "passt" der Score meiner Meinung nach vorzüglich. Auch thematisch und motivisch halte ich den Score für ausgezeichnet. Bay hätte sicherlich auch John Williams fragen können, nur ob dessen Musik zum heroischen Slow Motion Actionbombast "gepasst" hätte, bezweifel ich. 

    • Like 2
  11. vor 8 Minuten schrieb Sebastian Schwittay:

    Funktionalität ist die absolute Grundlage, und nicht der Grund, warum wir uns mit Filmmusik beschäftigen.

    Gerade wir - Nerds, die Musik getrennt vom Film hören - sollten andere Maßstäbe anlegen. 

    Funktionalität ist meiner Meinung nach nicht nur Grundlage, sondern ein sehr wichtiger Aspekt, wenn man sich mit Filmmusik beschäftigt. Nur weil wir die auch außerhalb des Films hören, wird der ja nicht irrelevant. Irrelevant halte ich jedoch den Maßstab der angeblich objektiv "vorschreiben" will, wann sich eine Filmmusik auch außerhalb des Films lohnt bzw. eine separate Veröffentlichung rechtfertigt. Was nicht heißen soll, dass man über die Qualitäten der jeweiligen Musiken nicht diskutieren soll. Nur schließt diese Diskussion dann auch die Funktionalität mit ein. 

  12. vor 11 Minuten schrieb Mistermaffay:

    Selbstredend ist jemand wie Beltrami sehr viel besser in der  Kompositionskunst als bspw Balfe. 
    Nein, das ist nicht Geschmacksache sondern Fakt und objektiv messbar.
    Ansonsten könnte man ja auch daherkommen und behaupten, dass Balfe besser sei als Alex North..Das wäre ja noch schöner ..  

    Geschmäcker sind verschieden, ja. 
    Ich höre den ein oder anderen Balfe/Jackman/Zimmer/Jablonsky Müll auch mal ganz gerne - wieso auch nicht? Manchmal will sich das Gehirn ja auch mal entspannen bzw. erholen. 
    Aber über die oftmals grenzwertige Qualität dieser Kandidaten (vor allem im direkten Vergleich zu den deutlich stärkeren Kollegen) braucht man wirklich nicht diskutieren. Wieso wird das hier überhaupt noch ernsthaft verteidigt ? Was ist so schwer daran mal zuzugeben, dass es zwar Müll ist, aber man es trotzdem gerne hört?! Wenn ich mal zu McDonald’s gehe weiß ich ja auch, dass es Müll ist (auch wenn es ganz geil schmeckt). Aber ihr geht dann ja auch nicht hin und behauptet, dass McDonald’s Müll dieselbe Qualität hat wie ein hochwertiges Restaurant oder ??

    Also ich behaupte nicht mal, dass McDonald's Essen "Müll" ist. Selbst wenn mir bewusst ist, dass die Qualität in einem hochwertigen Restaurant natürlich besser ist. Ich sehe überhaupt keinen Sinn darin McDonald's Essen und RCP Musik generell als "Müll" oder "Dreck" zu bezeichnen, nur weil ich weiß, dass es in beiden Fällen qualitativ hochwertigeres gibt. Müll und Dreck sind letztlich Bodensatz. Darunter gibt es nichts. Man kann natürlich beides als Müll bzw. Dreck ansehen. Nur ist es schon recht merkwürdig sich Dinge reinzuziehen, die man als Müll und Dreck ansieht und letztlich noch sagt, dass das ab und zu schon geil ist, sich das mal reinzupfeifen. Wenn ich etwas als Müll oder Dreck ansehe, konsumiere ich das auch nicht. 

  13. vor 1 Stunde schrieb ronin1975:

    Funktionieren is halt das Minimum, was die Musik sein soll… ich würd mal sagen, selbst wenn Balfes Musik in den Filmen funktioniert, so könnte sie von wem Anders evtl. noch besser funktionieren. 
    Aber das sind ja meistens auch Filme, bei denen einfach auch nicht mehr erwartet wird von den Machern. Gerne wurden Scores schon abgelehnt und da muss jetzt schnell was her was funktioniert, mehr nicht (mehr).

    Was ja bedeutet, dass der abgelehnte Score "schlechter" war als der Ersatzscore von Balfe. "Minimum" hört sich immer so an, als ob es das einfachste der Welt ist. Ist es aber anscheinend ja nicht, wenn Balfe das angebliche "Minimum" retten muss. Randy Newmans Score für Air Force One ist musikalisch sicherlich auch "besser" als das was Balfe bisher komponierte. "Funktioniert" hat die Musik dennoch nicht im Film. Also selbst das "Minimum" nicht erreicht. Hat die "bessere" Musik Wolle Petersen am Ende auch nix gebracht.

  14. vor 10 Stunden schrieb Mistermaffay:

    Na dass selbst die teils sehr schlechte Musik von Balfe eine Veröffentlichung erhält und der durchaus interessante Score von Beltrami zum neuen Scream 7 jedoch (bisher) nicht 🤷🏼. So schwer war die Transferleistung nun doch wirklich nicht.. 

    Balfes Musik kann gar nicht schlecht sein, denn dann würde sie ja nicht mal in den jeweiligen Filmen und Serien funktionieren. Tut sie aber. 

  15. vor einer Stunde schrieb piksieben:

    Sinners hat den Vorteil, dass es eine Szene gibt, die im Gedächtnis bleibt und untrennbar mit der Musik verwoben ist, weil Musik eben eine Rolle bei der Szene spielt. Ist das da am Ende so verwunderlich, dass das bei der Stimmenabgabe haften geblieben ist?

    Meiner Meinung nach nicht. Filmwirkung ist schon sehr entscheidend denke ich, vorausgesetzt die Abstimmenden haben den Film auch gesehen. Kann natürlich auch sein, dass einige nur die Musik gehört haben und dann nach "Coolness" entschieden haben. Dahingehend geht dann Görannssons Musik besser ins Ohr als Greenwoods, was schade für Greenwood ist.

  16. vor 12 Minuten schrieb Sebastian Schwittay:

    Furchtbar, es ist echt ein Fluch. Auf Facebook wurde ich heute von der versammelten englischsprachigen Filmmusik-Community gegrillt, weil ich Görannsson als Blender bezeichnet und mich enttäuscht gezeigt habe, dass Greenwood - als viel originellerer Komponist - immer wieder um seine verdiente Auszeichnung gebracht wird. Es fallen halt alle auf die "Coolness" der Görannsson-Ästhetik rein, kann man nichts machen...

    Ist denn dem tatsächlich so? Ich kenne die ganzen Filme aus diesem Jahr nicht und weiß daher auch nicht, wie die jeweiligen Scores in ihren funktioniert haben. Man weiß ja gar nicht, weshalb Greenwood und Görannsson nominiert waren. Lag es tatsächlich an der Komposition, der Filmwirkung oder weil der Film selbst nominiert war? Sind ja doch unterschiedliche Kompositionen. Wenn der Grund in dieser lag, wird man ja in beiden Qualitäten gesehen haben. Warum man sich dann für Sinners entschieden hat, müsste man mal die Jury fragen.

  17. Vor allem ist immer noch geklärt, weshalb es anscheinend problematisch ist, dass Stese sich bezüglich der Oscar Verleihung auf den nius Artikel verlässt. Ist in dem Artikel etwas falsch wiedergegeben?

    Bezüglich des Score Oscars. Schon beachtlich, dass Ludwig seinen dritten Oscar bekommen hat. Und dann auch noch in einem so kurzen Zeitraum. 

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