Stefan Schlegel
Mitglied-
Gesamte Inhalte
1.785 -
Benutzer seit
-
Letzter Besuch
Leistungen von Stefan Schlegel
Alter Forumshase (4/4)
446
Reputation in der Community
-
Wobei das minimalistisch-statische eigentlich schon charakteristisch ist für viele Desplat-Tracks - eine Eigenart, die ich bekanntermaßen gar nicht mag, weshalb ich ja auch Desplat oft ablehnend gegenüber stehe. Man hätte z.B. aus ET APRÈS durchaus auch zwei oder drei andere Tracks nehmen können, in denen dieses "Allerwelts-Minütchen" kaum verändert ebenfalls vorkommt. Das ist also jetzt nicht nur auf diesen einen von mir oben genannten Track beschränkt, sondern kommt in dem Score wirklich öfters vor, genauso der Synthie-Bass. Wenn man also den Score gut kennt oder der einem sogar gefällt, dann dürfte einem die Übernahme natürlich schon auffallen. Keine Frage. Ich hingegen kann bei ET APRÈS nur mit dem ganz netten Hauptthema im ersten und letzten Track ein bißchen was anfangen, der Rest liegt mir musikalisch nun mal nicht, aber das dürfte an sich klar sein.
-
Man muß ja auch einfach realistisch gesehen sagen: Daß jemand mit 94 über 80 Minuten Score in einer festgelegten Zeit schreiben und für Alles und Jedes verantwortlich sein soll, ist schon äußerst viel verlangt. Man sollte doch mehr als froh sein, daß Williams zumindest die wichtigsten Teile der Partitur noch allein hinbekommen hat.
-
Auch im jwfan-Forum gibts dazu einige Äußerungen von Leuten, die offenbar genaueres wissen. Etwa diese: "He may not like temp-track personally, but he has to work with them because that's a common thing in editing. There are many cases where the temp-track is obvious. Island Fanfare from Jurassic Park was temp-tracked by Theme from Silverado Susan motif from The Patriot was temp-tracked by Once Upon a Time in America Bringing Joey Home, and Bonding was temp-tracked by Jack Sparrow" "Going to School from Memoirs of a Geisha that was evidently temped with that David Byrne piece from Last Emperor has always been the ideal outcome for temp love, where Williams follows the temp but also goes off in totally his own direction. Too bad he didn’t do that more here."
-
Im jwfan-Forum wurde in den letzten Tagen ja auch die wirklich genau gleiche Rythmusbegleitung in einem Track von Desplats ZERO DARK THIRTY (Track 6 "Northern Territories") wie in dem DISCLOUSRE-Track "Dive" ab Minute 2:45 diskutiert mit dem witzigen Kommentar: "Desplat must be kinda proud that Williams stole some of his music from Zero Dark Thirty". Wer es selbst nachlesen möchte: https://www.jwfan.com/forums/index.php?/topic/38247-disclosure-day-ost-album-music-discussion-no-film-spoilers/page/2/#comments Ich gehe daher schon stark davon aus, daß zumindest ein paar Desplat-Stücke ursprünglich als Temp Track bei DISCLOSURE angelegt worden waren, zumal eben ein Randy Kerber auch an einigen Desplat-Scores immer mitgearbeitet hat. Ein bißchen was könnte daher auf sein Konto gehen.
-
"Allerwelts-Minütchen" triffts zumindest für mich ziemlich gut. Wenn der Williams-Score wirklich so sehr aus einem Guß und über die 64 Minuten des Albums hinweg ein exzellentes Hörerlebnis wäre, dann dürfte es so ein recht banales "Allerwelts-Minütchen" eben gar nicht geben, das man genausogut streichen könnte. Das ist zumindest bei mir der entscheidende Punkt. Und daß fast dasselbe langweilig dahinschlierende Minütchen auch noch zu Beginn des Tracks eines lange zuvor komponierten Desplat-Scores auftaucht, finde ich doch etwas kurios. Williams übernimmt ja gegen Ende des Tracks (so gegen 3:30) auch noch den hüpfenden Synthie-Bass von Desplat, der mir ohnehin hier ziemlich überflüssig erscheint. Überhaupt hängt mir der komplette Track viel zu sehr durch und ist mir schlicht zu langweilig auch in den restlichen drei Minuten mit der etwas reizlosen ewigen Sequenzierung des einen fallenden Motivs zusammen mit der ständigen ostinaten Begleitung - für mich musikalisch einfach zu ziellos. Zu den überzeugenden Tracks auf dem Album gehört er für mich jedenfalls nicht und das von Desplat übernommene "Allerwelts-Minütchen" macht das alles für mich leider Gottes dann noch etwas belangloser. Der Track kommt ja im Film so ziemlich gegen Ende vor und fällt dort gar mal nicht so besonders auf, aber ich hätte mir da von Williams doch was deutlich prägnanteres, auch weitaus thematischer angelegteres gewünscht.
-
Es sind wirklich sehr schöne, oben von Dir erwähnte Tracks im gesamten Score, das ist völlig klar und da stimme ich absolut überein, aber gerade beim minimalistischen Stück "Disclosure" hat es mich gestern doch selbst überrascht, wie stark - und andere haben es hier ja weiter oben auch schon erwähnt - Williams da von Desplats ET APRÈS von 2008 abgekupfert hat - einen reinen Zufall kann man das wohl kaum mehr nennen. Ich habe den Desplat vor vielen Jahren mal gehört, aber gar nicht mehr so genau im Kopf gehabt. Erst jetzt nach den Hinweisen nochmals genauer reingehört und da muß ich einfach sagen: Dermaßen abkopiert - sogar mit dem tanzbaren Synthi-Bass mit dabei - geht mir persönlich denn doch ein bißchen zu weit und bin ich von Williams in der Art auch sonst nicht gewohnt. Das ist echt schade, daß man sich hier anscheinend so eng an die Vorlage, die offenbar als Temp Track diente, geklammert hat. Du brauchst nur mal einen Track wie "The Messenger" von dem Desplat anzuhören und die erste Minute ist fast identisch mit dem ganzen Anfang von dem "Disclosure"-Track. Mir hat das Ganze natürlich früher bei Desplat schon nicht gefallen und deshalb kein Wunder, weshalb mich die zum Großteil sehr ähnliche Musik natürlich nun auch bei Wiliams stört. Schade, daß Williams hier nicht seine Themen aus den anderen Tracks wie "Listen" weiter verarbeitet hat, sondern daß der Track an sich eher musikalisch ein wenig ins Leere läuft und für mich persönlich deshalb gegenüber den Williams-typischeren etwas abfällt.
-
In Deutschland jedenfalls ist es alle zwei Jahre in der Sommerzeit - ob EM oder WM - immer dasselbe: Es wirkt sich knallhart auf das Kinogeschäft aus. Und da baucht nur noch schönes Wetter hinzukommen - dann ist alles vorbei. Merkt man schon heute: Aufgrund des nun doch schöneren Wetters als ursprünglich für heute angekündigt und natürlich dem Deutschland-Spiel um 19 Uhr kann nicht mal mehr der gestern noch prognostizierte 200er-Besucherschnitt pro Kino bei DISCLOSURE DAY gehalten werden. Das geht jetzt tatsächlich was das Gesamtergebnis übers Wochenende angeht noch etwas weiter in den Keller runter.
-
Man darf natürlich auch nicht vergessen, daß hier in Deutschland dieses Wochenende aufgrund der WM so gut wie alle Filme von den Zuschauerzahlen her um mindestens 50% gegenüber der Vorwoche abstürzen. Das ist wie üblich zu der Zeit unaufhaltsam. Insofern ist der Starttermin für DISCLOSURE DAY ohnehin nicht gerade gut gewählt worden - aber der Kinostart muß bei so was heutzutage eben fast immer zeitgleich mit den USA sein, anders geht es kaum noch. Nichtsdestotrotz glaube ich schon, daß gerade beim jüngeren Blockbuster-Publikum heutzutage der Name Spielberg allein nicht mehr eine derartige Zugkraft besitzt wie früher mal - das hat man ja auch schon bei seinen letzten Filmen zumindest hier in Deutschland gesehen. Die Zeiten der 70er, 80er und auch 90er, als Spielberg-Filme oft Kassenknüller waren und der Name allein schon so einige Besucher anlockte, sind längst vorbei. Und dieses Publikum von damals ist natürlich auch älter geworden und in vielen Fällen fürs Kino heute gar nicht mehr vorhanden. In der Großstadt vermutlich noch etwas mehr als in Mittel- und Kleinstädten. Sieht man jetzt auch beim wieder mal gewaltigen Stadt-Land-Gefälle von DISCLOSURE DAY, was die Zahlen betrifft. Die jüngeren Kinogänger hingegen sind sowieso anders gepolt. Sieht man ja daran, wie der x-te Aufguß einer Horrorkomödie in den Multiplexen hierzulande so ganz easy schon wieder funktioniert hat. Manchmal ist es halt wirklich auch ganz einfach, das dementsprechende Publikum abzuholen.
-
Die Besucherzahlen hier in Deutschland sind im Vergleich zu den USA absolut enttäuschend. Man merkt: Spielberg hat hierzulande einfach keine allzugroße Lobby mehr, ein Massenpublikum ist dafür gar nicht mehr vorhanden. Bei annähernd 600 Kopien kommt im Zeitraum von Donnerstag bis Sonntag gerade mal ein Besucherschnitt von 200 pro Kino raus. Das ist natürlich weit unter den Erwartungen der hiesigen Kinobranche und der Film muß sich deshalb auch mit Platz 2 - deutlich hinter SCARY MOVIE 6 - begnügen. Ist daher wohl laut Deadline so ziemlich das einzige europäische Land, wo DISCLOSURE DAY nicht auf der 1 landet. Ich war am Donnerstag auch drin in Tübingen - außer mir noch ca. 12 Besucher. Der große 400 Plätze-Saal fast leer! Auffallend: Überhaupt keine jüngeren Zuschauer dabei, die sonst in US-Blockbuster rennen, dagegen nur städtisches Publikum vom Alter her so etwa zwischen 40 und 60. Ich fand den Film selbst ganz ok. Klar, ein bißchen zu lang, teilweise auch etwas zu übertrieben. Aber immerhin ganz spannend und mit einigen netten Kameratricks versehen. Die Musik kommt auf dem Album insgesamt gesehen schon etwas besser rüber, während vieles im Film vor allem in der ersten Hälfte nur rein atmosphärisches Underscoring darstellt - und vor allem viele sehr kurze Stücke. Musikalisches Highlight dürfte wohl "Celestial" im Film sein und dann natürlich die End Credits, wo sich "Listen" und "Reprise" paaren. Erstaunlich ist es auf alle Fälle, daß jemand in diesem hohen Alter überhaupt noch so eine insgesamt gesehen wirklich hörenswerte Filmmusik zustande bringt, die quer steht zu dem, was sonst so derzeit in Mode ist. Hut ab! Ich denke aber schon, daß etwa Leute wie William Ross und Randy Kerber (die als zusätzliche Orchestrierer und Dirigenten im Abspann genannt werden) bei ein paar Tracks noch ein wenig mitgeholfen haben, um das Ganze - offensichtlcih 84 Minuten im Film selbst drin! - in der nötigen Zeit über die Bühne zu bringen Die Übernahme eines Gutteils von Desplats ZERO DARK THIRTY-Track ist in der Tat schon deftig und für Williams-Verhältnisse auch ungewöhnlich - da Kerber anscheinend auch bei Desplat mit "Synth Programming" am Werke war, kann man sich vorstellen, daß er für das, was in "Signs" von DISCLOSURE DAY so erklingt, wohl einigermaßen mitverantwortlich ist. Gerade ein paar der letzten Tracks auf dem Album klingen für mich doch recht wenig nach Williams und ziehen sich zu sehr dahin, während mir vieles aus der ersten Hälfte des Albums deutlich besser gedällt und auch viel typischer für seinen Stil ist. "Reprise" holt es am Ende des Albums natürlich nochmals richtig raus, aber so ca. 20 Minuten fallen auch auf dem Album gegenüber dem Rest etwas ab.
-
Was? Das stimmt so doch gar nicht. Er läuft zwar gut in den USA mit wohl 44 Mio. Dollar am ersten Wochenende, das ist aber dennoch unter KRIEG DER WELTEN an 2005 mit 64 Mio. Dollar und noch viel weiter unter INDIANA JONES 4, der an 2008 im selben Vergleichszeitraum sogar 126 Mio. Dollar dort schaffte: https://deadline.com/2026/06/box-office-disclosure-day-1236954426/ https://www.filmstarts.de/kritiken/56393/charts/ https://www.filmstarts.de/kritiken/45890/charts/
-
Es gibt inzwischen nicht nur den einminütigen Clip, sondern den kompletten ersten Track mit 4 Minuten auf dem australischen Youtube (andere Zeitzone und dort daher früher verfügbar). Im jwfan-Forum wurde der Track bereits gepostet (ziemlich weit unten auf der Seite): https://www.jwfan.com/forums/index.php?/topic/38222-disclosure-day-ost-album-all-known-information-track-list-and-lead-single-available/page/5/#comments Sehr emotional und elegisch, Williams wieder etwas an seinem englischen Klassik-Vorbild Ralph Vaughan Williams ausgerichtet und erinnert im Ganzen auch etwas an WAR HORSE oder ANGELA´S ASHES.