Habe mir beim Lesen dieses Themenkomplexes überlegt, ob ich diesen aus der Versenkung holen soll oder nicht - da ich aber jetzt nun mal da bin hier ein kurzes Feedback:
@ Sinus,
erst einmal Danke für die ausführliche Stellungnahme, konstruktive (!) Kritik ist immer willkommen. Eine Zeitschrift wie die Cinema Musica lebt einerseits von seinen ehrenamtlichen Autoren und andererseits natürlich von seinen Lesern. Gibt es keine Kommunikation zwischen diesen beiden Ebenen, dann wird es schwierig. Diese Kommunikation muss natürlich fair und sachlich bleiben, schließlich ist die Cinema Musica eine Zeitschrift von Filmmusik-Interessierten für Filmmusik-Interessierte und so sollte auch die Einordnung erfolgen.
Kurz zu dem von mir verfassten Artikel (Sherlock Holmes):
Nach dem oben voran gestellten Motto versuche ich zumeist die Artikel zu schreiben, die ich so von anderen Autoren auch gerne gelesen hätte in der Hoffnung, dass sich hierfür zahlreiche weitere Leser interessieren - was aus meiner Sicht nicht verwerflich ist, oder?
Die Sinn-Frage ist aber meiner Meinung nach schon etwas kurios, da diese doch auf der Hand liegt: Zur zeitlichen Einordnung der Veröffentlichung - Sherlock Holmes 2 lief damals seit kurzem im Kino, die TV-Ausstrahlung der 2. Staffel zu Sherlock stand kurz bevor. Was liegt da nicht näher, als in einer Filmmusikzeitschrift das Ganze aus dem Blickwinkel der Filmmusik geschichtlich einzuordnen, zumal viele große Komponisten sich diesem Charakter angenommen haben. Es gab zwei theoretische Ansätze: 1. über den Film zu kommen, was allerdings den Rahmen gesprengt hätte (imdb: über 200 Einträge) - oder 2. über die Tonträgerveröffentlichungen zu gehen, was letztendlich auch geschehen ist. Sinn war es, die aktuellen Veröffentlichungen in einen historischen Gesamtzusammenhang zu stellen unter den bereits beschriebenen Voraussetzungen - und so etwas gehört meiner Einschätzung nach zu den Aufgaben einer Fachzeitschrift wie die der Cinema Musica.
Es gibt Aspekte, die manchmal ausführlich erklärt werden müssen aber auch Aspekte, die einem nahezu selbstverständlich vorkommen. Um ein Gesamtbild darzustellen ist mir beides gleichermaßen wichtig, zumal es zahlreiche Fälle gibt, wo ich einen solchen Satz wie von Dir zitiert NIE geschrieben hätte. An dieser Stelle nur ein Beispiel:
Year of Living Dangerously (Maurice Jarre, Synth-Score) -> Einen Satz wie "Jarre-Fans sollten durchaus gut unterhalten werden, bei Jarre-Kritikern wird Year of Living Dangerously nur schwerlich Begeisterungsstürme hervorrufen" hätte es von mir nie gegeben, da dieser Score stilistisch ganz anders gelagert ist, als viele der Arbeiten, die man heute als Jarre-Klassiker einordnen könnte. Hingegen bei Sherlock Holmes und Hans Zimmer ist mir in Filmmusikkreisen je nach persönlichen Vorlieben (Zimmer-Nähe) eine hierzu übereinstimmende Einschätzung aufgefallen, deshalb auch dieser von Dir zitierte Satz, der zwar vielleicht im ersten Moment wie eine Binsenweisheit wirkt - der sich aber eben auf viele andere Beispiele so nicht 1:1 übertragen lässt.
Dies als kleine Anmerkung meinerseits hierzu.
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P.S. bzgl. des Themas Bezugsquellen: siehe hier:
http://www.soundtrack-board.de/topic/1855-von-usern-fuer-user-der-gruss-und-vorstellungsthread/page-252