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Ewigmorgig

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Über Ewigmorgig

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    https://ewigmorgig.bandcamp.com

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    Kiel
  1. Habe mir vorgenommen, auf die Musik zu achten, kann mich aber nach dem Kinobesuch eben an keine Musik erinnern... Der Film war für mich neckisches unterhaltsames Popcorn-Kino, wie ich es mir nur selten ansehe, hat allemal Spaß gemacht. Viel Liebe zum Detail. Die irre Impro-Tanzszene z.B. war aus meiner Sicht als Tango-Tänzer fabelhaft choreografiert.
  2. Erster Eindruck sehr gut... Das Spektrum reicht von erhaben-klarer wenn auch konventioneller Neoklassik über majestätisch-ambivalente Zwischenwelten (Golgotha) bis zu monströs Verzerrtem (The Goats) (wie auf Johannssons Sicario-Soundtrack).
  3. Aus dem vielleicht spannendsten Interview des Jahres: "Der Dissident Schubert stellt [mit seinem Streichquartett G-Dur D 887] das Machtgefüge des reaktionären Metternich-Staats in Frage und gleichzeitig macht er deutlich, dass seine Musik nicht mehr dazu dienen will, eine Strukturierung des Zeitverlaufs zu besorgen. Im Grunde stellt Schubert hier sämtliche musikalischen Ordnungsprinzipien seiner Zeit auf den Prüfstand und schlägt statt dessen etwas radikales Neues vor. Natürlich kann ich das heute nur erkennen, wenn ich mich intensiv mit diesem Werk auseinandersetze, und dazu benötige ich musikalische Bildung. Die Zeitgenossen Schuberts und auch die Menschen, die das Werk ein paar Jahrzehnte später gehört haben, wurden direkt erschüttert, die haben sehr genau verstanden, worum es Schubert ging." www.jungewelt.de/artikel/329665.klassische-musik-ist-ein-fake.html
  4. Der beliebteste Kino-Soundtrack 2017 / Runde 3

    Nach meiner Beobachtung ist das grundsätzlich anders. Filmmusik wird trotz ihrer hohen Präsenz kaum wahrgenommen, während die boomende "Neoklassik"-Szene in gefüllten Konzertsälen einen lebendigen Kontakt der Musik zu den Menschen herstellt - und das pur und nicht als Anhängsel zu einem anderen Medium wie Film. Auch auf z.B. Youtube teils mit Views im Millionenbereich und damit vor "großen" Hollywood-Komponisten, obwohl diese durch die Filme das Vieltausendfache an Werbung haben. http://www.zeit.de/kultur/musik/2017-10/neoklassik-piano-francesco-tristano-grandbrothers/komplettansicht Wenn ich nach einem Kinobesuch die Musik anspreche, ist die absolute Standardantwort von Mitbesuchern, dass sie gar keine spezifische Erinnerung an die Musik hätten. Entsprechend bekommt auch den Namen des Filmkomponisten in der Regel niemand mit.
  5. Der beliebteste Kino-Soundtrack 2017 / Runde 3

    Gibt nur einen, dem ich aus der Auswahl noch meine Stimme geben kann, und finde es auch umständlich, so eine Abstimmung mit ohnehin schon wenig Beteiligung auch noch über mehrere Runden laufen zu lassen. Mein Fazit mal wieder: Wer Instrumentalmusik sucht, in der Komponisten bestmöglich ihre musikalische Vision zur Entfaltung bringen, nämlich als für sich stehendes Werk mit Zusammenhang, sucht bei Filmmusik im falschen Genre. Dazu ist Filmmusik einfach zu sehr Dienstleistungsmusik.
  6. Auch wenn es wie in #1 auch in #2 um Obsession geht, emfinde ich es wie einen (spröderen) Neueinstieg nach dem Auftakt. Ich mag auch nicht so sehr die parellele Stimmführung da. #3 ist mir inzwischen gängiger geworden. Die Reihenfolge #1 -> #4 fände ich dennoch flüssiger. Aber kein Streitpunkt.
  7. Durch die Drums sicherlich markant. Ich bin nur kein Freund von Samba-mäßigem pauschalem Klapper-Groove, wo viele Anschläge weit um die genaue Notenposition herum spielen und es auch keine Differenzierung von "mal präziser / mal unpräziser" gibt, sondern nur die Modi "Klapperei an / aus". In "Killmonger" dagegen cooler Einsatz von Samples der Roland TR-808 Drummachine (keine originale, da die Bassdrum teils gepitcht ist, was das Original nicht kann) zum Orchester. Das Orchester wiederum fällt mir, sobald es lauter wird, zu willenlos in den Fanfaren- und Tusch-Modus. Da wird ein billiges Mittel überstrapaziert. Ohne zugehörige Filmszene hat man auch immer wieder unschlüssigen Aufbau der Musik. In "Wakanda" z.B. wäre in einer Musik, die nicht auf Filmszenen zugeschnitten wäre, kein solcher Kontrast zwischen den leisen Vocals in der ersten und dem Überwältigungs-Trara in der zweiten Hälfte.
  8. Der richtige Soundtrack für einen aufklarenden Sonntag wie heute. Brav und gefällig, zumeist kammermusikalisch (Klavier / Streicher), kaum Elektronik, Stimmungen von hell bis dunkel mit einfachen Mitteln (Arpeggios allerorts) durchlaufend, keine Turbulenzen, die heiteren 8tel oder 16tel-Stakkato-Passagen erinnern mich an Thomas Newman. Würde ein Neuling so einen Soundtrack bringen, würde man da wohl kein ungewöhnliches Talent im Kommen sehen. Aber ich finde ihn besser und eher für sich stehend hörbar als z.B. Max Richters aktuellen "Hostiles"-Soundtrack. Und seine zwei letzten fertiggestellten Soundtracks kommen ja noch in der nächsten Zeit...
  9. Der beliebteste Kino-Soundtrack 2017 / Runde 1

    Danke für die Erinnerung @Sebastian Schwittay. Ich find's gut, wenn jeder zum Abchecken seine Favoriten nennt - was davon von wie vielen Leuten für gut befunden wird, hat für mich wiederum keinen Informationswert. Aber ich beuge mich dann mal diesem Ritual und mache mit. ...und werbe gern nochmal für Ryuichi Sakamotos Score zu "Ikari" (Rage). Es gibt zweifellos raffiniertere und insbesondere vielseitigere Scores, aber ich kann mir diese Form von unerschütterlich bedächtigem Existentialismus (zumal in diesem delikaten Gewand aus akustischem und elektronischem Sound) Tage und Nächte anhören:
  10. Danke nochmal @Sebastian Schwittay für die famose Kommentierung der einzelnen Stücke. Habe jetzt nochmal alles durchgehört, und die Beschreibungen dazu sind wirklich fabelhaft. Der eine oder andere Track wirft einen tatsächlich etwas raus aus dem Fluss (und Track 2 und 3 können einem schon den Einstieg erschweren), da empfehle ich auch, die einfach rauszunehmen - es bleibt genug übrig, siehe auch Sebastians modifizierte Playlist. Der Score gehört jetzt doch zu den besten des Jahres für mich.
  11. Deutsche Grammophon: Max Richter - HOSTILES

    Ist für mich leider wieder ein Fall von "zu sehr Dienstleistungsmusik". Für sich stehend weithin langweilig und schon-oft-gehört, viel Statik und Standard. Zum Film mag das großartig passen, als künstlerische für sich stehende Vision ist die Musik offenbar nicht gedacht.
  12. Trauriges aus aller Welt

    Unfassbar allerdings... Ich habe von Anfang an alles von Johannsson verfolgt, ab seinem Debutalbum "Englabörn" 2002. Wäre letztes Jahr gern auf sein Konzert in der Elbphilharmonie gegangen, aber war natürlich sofort ausverkauft.
  13. Hab bisher ein paar Mal beim Einschlafen reingehört in den Soundtrack - interessant, ich denke nur nicht, dass er einer meiner Lieblingsscores wird, aber muss mir noch eingehender Zeit nehmen dafür. Deine Anmerkungen sind dafür ganz hervorragend, Sebastian - werde ich mir im Einzelnen zur Musik zu Gemüte und Verstande führen. Pitchfork kritisiert übrigens Greenwoods mangelndes Einfühlungsvermögen: "So viel in dem Film schaut darauf, wie winzige Gesten, die falsch ausgeführt werden, nicht nur Routine, sondern Tradition zerstören... Wenn doch nur Greenwoods Score ebenso aufmerksam für diesen Sinn von Zurückhaltung wäre." https://pitchfork.com/reviews/albums/jonny-greenwood-phantom-thread-original-motion-picture-soundtrack
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