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Soundtrack Board

Kosten für die Herstellung eines Soundtracks?


magnum-p.i.
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Halli, hallo,

da ich in letzter Zeit immer mal wieder versuche zu erörtern, was ein Soundtrack kosten würde, ich aber wohl nur Schüsse ins Dunkle abfeuere, frage ich die Soundtrackgemeinde, wie teuer die Herstellung eines Soundtracks insgesamt eigentlich ist. Dabei ist mir völlig klar, daß das sehr unterschiedlich sein kann, angefangen bei Lizenzkosten, Re-Use Fees usw. . Die Labels sagen natürlich nichts, kann ich auch verstehen, aber vielleicht weiß ja einer von Euch doch ein paar genauere Summen. In meinem hypothetischen Beispiel haben LLL, Varese oder wer auch immer einen Soundtrack aus den 1970er Jahren rausgebracht. Der wird ja schon teurer sein, weil man erstmal die Bänder suchen und aufbereiten muß, im Gegenteil zu Soundtracks aus den 1990ern, wo ja meist alles bereits digital vorhanden ist. Aber was kostet denn der Spaß insgesamt? Bei keinem der Schritte hin zum fertigen Produkt, habe ich eine Preisvorstellung. Hat die einer von Euch?

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vor 28 Minuten schrieb magnum-p.i.:

Dabei ist mir völlig klar, daß das sehr unterschiedlich sein kann, angefangen bei Lizenzkosten, Re-Use Fees usw. . 

Re-Use-Fees spielen ja heutzutage keine Rolle mehr. Einem Rechenbeispiel von Lukas Kendall 1998 auf FSM zufolge kosteten aber allein die Re-Use-Fees für ein 30-Minuten-Album in den 90ern ca. 33.500 Dollar. Ein 1-stündiges Album wäre dann schon bei Kosten von 70.000 Dollar oder mehr - allein für die Re-Use-Fees. 

Das betrifft aber nur Veröffentlichungen aktueller Scores bis 2005. Bei alten Scores kamen natürlich noch Kosten für Bearbeitung der Bänder, Remastering, Artwork, Liner Notes, etc. dazu, allerdings hatten Intrada und - ich glaube - auch FSM spezielle Deals mit der American Federation of Musicians, sodass die Re-Use-Fee-Kosten bei Veröffentlichungen älterer Musiken schon damals etwas günstiger waren (um wieviel genau, weiß ich leider nicht). 

Allgemein würde ich aber schon schätzen, dass sich die Kosten für ein Release in der Regel im mittleren 5-stelligen Bereich bewegen. 

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vor 2 Stunden schrieb magnum-p.i.:

Die Labels sagen natürlich nichts, kann ich auch verstehen, aber vielleicht weiß ja einer von Euch doch ein paar genauere Summen. In meinem hypothetischen Beispiel haben LLL, Varese oder wer auch immer einen Soundtrack aus den 1970er Jahren rausgebracht. Der wird ja schon teurer sein, weil man erstmal die Bänder suchen und aufbereiten muß, im Gegenteil zu Soundtracks aus den 1990ern, wo ja meist alles bereits digital vorhanden ist. Aber was kostet denn der Spaß insgesamt?

MV Gerhard hat da doch vor ein paar Jahren mal im FSM Board ein bißchen was dazu rausgelassen. Und zwar in Bezug auf Warner, die mit Sicherheit schon damals teurer waren als andere Studios wie etwa Paramount. Aber immerhin gewinnt man doch einigermaßen eine Vorstellung, was der Spaß bei älteren Scores für die US-Labels dann so kostet. Ist bei europäischen Labels, die überwiegend mit europäischen Musikverlagen dealen bei ihren CD-Veröffentlichungen, natürlich alles wieder ein wenig anders:

"The transfer costs (mandatory to do it in house at a place like WB, for instance), mastering (if they used one of our guys it would be much cheaper, but most likely they would farm it out to a name company and pay 3 to 4 times as much) and assembling (would have to hire someone to produce these things. A third party producer who doesn't work for the studio would most likely be the only economical bet for them) would be about $15k to $20k. And that's before any art, liner notes, printing and manufacturing (or cdr). Even if you do nothing packaging wise you still have to foot the bill for everything else. It ain't cheap, especially with this old stuff."

https://www.filmscoremonthly.com/board/posts.cfm?forumID=1&pageID=2&threadID=116233&archive=0
 

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Ich kenne zwar keine Preise, aber wenn man mal die Rechnung von hinten aufrollt, könnte man auch in eine Preiskategorie kommen:

Wenn ich nur mal rechne, ein Label würde an einer "UVP 29,95 Dollar CD", abzüglich Presskosten und mit dem ganzen Händlerabgabe-Vertriebsausgaben-Portoabzug-Gedöns nur 14 Dollar verdienen, bei einer Pressung von 2500 Exemplaren, dann wäre der Reingewinn 35.000 Dollar. 

Wenn ich davon ausgehe, dass ein Wirtschaftsunternehmen kein Minus machen will und wird (denn die Kalkulation was eine CD kosten muss ist ja vorab berechnet), so dürfte das ganze Remastering der Masterbänder, die Lizenzierung, die ganze Layouterstellung für die Drucksachen und Werbebanner, Ausgaben für Personal, Gebühren, Pipapo, usw. bei meinem Rechenbeispiel weniger als 35.000 Dollar ausmachen. 

Ich tippe mal, dass bei meinem Preis den ich so salopp in den Raum stelle, ein "Verdienst" von 5000,- Dollar übrig bleibt pro CD-Titel. "Verdienst" in Anführungszeichen, da davon Geld abgezwackt wird, um die Vorkosten für einen zukünftigen Titel begleichen zu können. Bestenfalls gibt ein Presswerk, Tonstudio, Lizenzgeber, Hinz-und-Kunz ein Zahlungsziel von 8 Wochen nach VÖ des Tonträgers. Dann kann das Label die Ausgaben etwas strecken und hat bereits innerhalb 4 Wochen so viel Geld eingenommen, dass man wenigstens die Vorausgaben gedeckt hat, ohne davon leben zu können.

Ich denke, dass Soundtrack-Publikationen bei Kosten zwischen 25.000 bis 35.000 Euro pro Titel liegen.

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vor 3 Stunden schrieb Stese:

IIch denke, dass Soundtrack-Publikationen bei Kosten zwischen 25.000 bis 35.000 Euro pro Titel liegen.

Allerdings gelten diese hohen Beträge auf gar keinen Fall für alle europäischen Soundtrack-Labels, die ja eh bei ihren CDs meist nur mit 300er oder 500er-Auflagen hantieren. Da bewegen sich die Kosten auf alle Fälle in einem weitaus niedrigeren Bereich, der normalerweise deutlich unter 5.000 Euro liegt. 25.000 bis 30.000 Euro könnte nämlich keines dieser Labels für einen Score-Titel je aufbringen. Wie auch?
Auch ein Bruce Kimmel in den USA konnte für seine Kritzerland-CDs in früheren Jahren keine solchen hohen Beträge zahlen. Außerdem hat er zumeist Limitierungen auf 1000 Stück gemacht (späterhin sogar nunr noch 500er-Pressungen) und trotzdem in vielen Fällen noch einen Gewinn rausgeholt - zumindest was die Titel betrifft, die er über Fox oder Paramount lizenziert hatte.
25.000 bis 30.000 Euro oder Dollar gilt daher wohl hauptsächlich für die Titel von richtig teuren Studios wie Warner oder Universal, für die anderen nicht, denn Paramount beispielsweise ist ja deutlich günstiger wie man es an den Querbeet-Veröffentlichungen der letzten Jahre über mehrere Labels hinweg gesehen hat.
Zudem muß man auch bedenken, daß heutzutage nur noch in seltenen Fällen bei Top-Sellern gar 2500 Exemplare über die Bühne gehen. Viele Label sind schon zufrieden, wenn 1000 Stück einer CD abgesetzt werden.

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