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Italienische Genre-Filmmusik der 50er-70er Jahre
Angus Gunn antwortete auf Mephistos Thema in Filmmusik Diskussion
Einleuchtend. Ich habe die damals ja auch übersehen, bzw. nicht beachtet. Reiner Zufall, dass ich jetzt durch den Film darauf aufmerksam geworden bin. Die Infos bezüglich der Veröffentlichungs-Geschichte dieser Musik sind sehr interessant. Die habe ich mir tatsächlich auch schon bestellt! Bin gespannt. -
Italienische Genre-Filmmusik der 50er-70er Jahre
Angus Gunn antwortete auf Mephistos Thema in Filmmusik Diskussion
ANDREMO IN CITTA - Ivan Vandor Während des zweiten Weltkrieges lebt die jüdischstämmige Lenka (ganz bezaubernd: Geraldine Chaplin) alleine mit ihrem kleinen Bruder in Jugoslawien. Der Faschismus überzieht Europa und Lenka wird zunehmend Ziel antisemitischer Anfeindungen. Den aus Ungarn stammenden Komponisten Ivan Vandor hatte ich bisher überhaupt nicht auf dem Schirm. Seine Musik zu diesem bewegenden Kriegsdrama habe ich mir jetzt allerdings sofort nach Ansicht des Films bestellt. Sie ist schlicht und einfach großartig. Eine herrliche Musik von großer, melodischer Anmut, die von Tragik und Hoffnung erzählt, durchzogen vom Flair balkanischer und jüdischer Folklore. In der Titelmusik wird das Hauptthema vorgestellt, konzertant von Klavier und Streichern dargeboten. Dieses Thema hatte dann abseits des Films noch ein Eigenleben geführt, und zwar in einer von Iva Zanicchi gesungenen Form. In Deutschland wurde daraus "Weißt du noch?" von Alexandra. -
Pasolini IV GROßE VÖGEL, KLEINE VÖGEL (1966) Vater und Sohn (Toto und Ninetto Davoli) befinden sich auf Wanderschaft durch die italienische Provinz. Skurrile Personen und Geschichten säumen ihren Weg über die Landstraße. Mißstand und Auflösung überall. Eine sprechende Krähe gesellt sich zu ihnen. Sie kommt aus dem Land Ideologie und stellt das intellektuelle Gegenstück zu den beiden kleinbürgerlichen Einfaltspinseln dar. Die Krähe erzählt ihnen die Geschichte zweier Mönche (ebenfalls Toto und Ninetto) aus mittelalterlichen Zeiten. Ein Heiliger überträgt ihnen die Aufgabe, den Falken das christliche Evangelium näherzubringen, auf das diese nicht mehr die Spatzen töten. Trotz aller Bemühungen müssen sie jedoch einsehen, dass sich die Vögel nicht belehren lassen. Daraufhin werden sie aufgefordert, auch in Zukunft weiterzumachen, auf das irgendwann die Ungleichheiten der Welt, also die Wurzel alles Übels, ausgemerzt seien. Toto und Ninetto setzten (in der Gegenwart) ihre Reise fort, stets verfolgt von ihrem belehrenden Begleiter, dessen Ansichten freileich denen von Pasolini entsprochen haben. Auch gibt es mitten im Film eine Texttafel, die auf Palmiro Togliatti hinweißt, einen führenden kommunistischen Politiker, der offenbar mit der Figur der Krähe gemeint ist. Als sie in der Stadt ankommen, findet dort gerade in Dokumentaraufnahmen der Trauerzug für den gerade verstorbenen Togliatti statt. Am Ende muß die Krähe einsehen, dass ihre aufklärerischen Bemühungen bei den beiden Proletariern überhaupt nicht fruchten. Verbittert bietet sie sich selber zum Verzehr an, denn "wer einen Professir ißt und ihn verdaut, wird selbst ein wenig Professor." Und so geschieht es dann auch. GROßE VÖGEL, KLEINE VÖGEL ist der einzige Pasolini-Film, den ich schon in früherer Zeit gesehen habe. Damals, als Teenager, fehlte mir freilich der geistige Horizont um Pasolinis Absichten zu erfassen. Heute wiedergesehen, ist der Film der unterhaltsamste der bisher gesichteten Werke. Die Skurrilität der Ereignisse, der tragikomische Humor, die an Metaphern reiche Geschichte und die feine Musik von Morricone ergeben zusammen eine wirklich sehenswerte Parabel, auch wenn man der Idee des Kommunismus kritisch gegenüberstehen mag. Toto, der in Italien ein bekannter, komödiantischer Schauspieler ist, wurde von Pasolini bewußt eingesetzt, weil er einem ganz bestimmten Rollentypus entprach: Neorealistisch, volkstümlich, aber auch etwas absurd und surreal, und für das Publikum sofort einzuordnen. Die deutsche Fassung glänzt mit hervorragenden Stimmen, und sogar Morricones wunderbar verschrobene, gesungene Vorspannsequenz, wird mit deutschem Text vorgetragen. Hier die Originalversion, gesungen von Domenico Modugno:
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Veröffentlichung Quartet Records: Jerry Goldsmith - BASIC INSTINCT (2CD)
Angus Gunn antwortete auf ein Thema in Scores & Veröffentlichungen
Tatsächlich? Ich bin auch noch Besitzer des Ur-Albums, und überlege, mir diese neue Ausgabe hier zu kaufen. Klingt die Quartet-Ausgabe denn wieder besser / klarer? -
Pasolini III ACCATTONE (1961) Pasolinis Spielfilm-Debüt als Regisseur. Der junge Vittorio lebt ein tristes Leben im Armenviertel am Stadtrand. Seine Freundin Maddalena schickt er auf den Strich, und in seiner Umgebung nennt man ihn Accattone (Schmarotzer, Rumtreiber). Dann lernt er Stella kennen, eine junge Frau, die Hausarbeiten erledigt und mit ihrer anständigen, aufrichtigen Art nicht in die moralisch verkommene Umgebung paßt. Um ihr ein Geschenk zu machen, bestiehlt er seinen eigenen kleinen Sohn. Trotz gegenseitiger Zuneigung, versucht er auch Stella in die Prostitution zu bringen. Als Vittorio beschließt, sein Leben zu ändern, ist es eigentlich schon zu spät. In der Nacht träumt er von seiner eigenen Beerdigung. ACCATTONE ist ein nüchtern und schmucklos inszeniertes Sozialdrama. Die Kameraführung läßt, bis auf wenige Ausnahmen (Traumsequenz), keine künstlerischen Ambitionen erkennen. Es bieten sich auch keine Idenifikationsfiguren an. Vittorio ist ein Opfer seiner Sozialisierung und bleibt als solches ein unsympathischer Kotzbrocken. Eine emotionale Annährung fällt schwer, was den Film nicht leicht konsumierbar macht. Auf der Tonspur setzt Pasolini dagegen klassische Musikstücke von Bach ein, teilweise sogar mit sakralem Charakter, was auf das eigentliche Ansinnen des Films hindeutet, und was Kritiker gerne in ihm sehen: Eine moderne Passionsgeschichte.
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Pasolini II DAS 1. EVANGELIUM - MATTÄUS Dieser Film hat mich überrascht. Bei einer Laufzeit von 132 Minuten hatte ich mich auf ein erheblich sperrigeres Werk eingestellt. Umso wohlwollender nahm ich seine Kurzweiligkeit zur Kenntnis. Pasolini erzählt das Matthäus-Evangelium, also von der Geburt Christi bis zur Kreuzigung, vorlagengetreu nach. Als Schauplätze dienen karge Landstriche und ruinöse Siedlungen des südlichen Italien. Besetzt ist der Film mit unbekannten Schauspielern und Laiendarstellern, was dem Film seine betont volkstümliche, bodenständige Atmosphäre verleiht. Übernatürliche Figuren wie der Satan, der Jesus bei seiner Wüstenwanderung in Versuchung führt, treten als ganz profane Menschen auf. Auf Wundertaten verzichtet Pasolini allerdings nicht, was er im Nachhinein als "ekelhaften Pietismus" bezeichnet hatte. Obwohl gerade die Szene, in der Jesus über das Wasser geht, sehr schön eingefangen wurde. Die Kreuzigung schließlich ist in ihrer Eindringlichkeit erschreckend, obwohl sie nahezu ohne Blut- und Folterorgien auskommt (ich denke da an einen gewissen Mel-Gibson-Film, der genau damit zu punkten versucht hat, aber kläglich gescheitert ist.) Musik setzt Pasolini sehr viel ein. Klassik von Mozart und Bach (die Matthäuspassion natürlich), Originalmusik von Luis Bacalov und amerikanischen Gospel. Ein wirklich sehenswerter Film, der mal einen anderen Ansatz wagt, und sich dennoch sehr genau an die Vorlage hält.
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Pasolini I Kürzlich ist mir aufgefallen, dass ich von Pasolini bisher kaum etwas gesehen habe. Um diesen Umstand zu beheben, fange ich jetzt mal mit einer kleinen Pasolini-Werkschau an, indem ich mir zumindest ein paar seiner Hauptwerke zu Gemüte führe und kurz meinen Eindruck schildere. Ich beginne mit dem Film, der mich am meisten interessiert hat: EDIPO RE (1967) Die Ödipus-Geschichte aus der griechischen Mythologie in einer ebenso eigenwilligen wie faszinierenden Verfilmung. Die Antike in Pasolinis Film wirkt befremdlich und karg. Die Architektur der marokkanischen Wüstendörfer ist geradezu bizarr. Überhaupt irritiert der Film mit nicht klar einzuordnender Ausstattung. So machen die Helme, die von König Laios Laibgarde getragen werden den Eindruck als stammen sie aus dem aztekischen Kulturkreis. Die Kostümierung der Sphinx von Theben möchte man dagegen eher mit dem tiefsten Afrika assoziieren. Ähnlich verfährt Pasolini mit der eingesetzten Musik, die von kargen, japanischen Flötenklängen bis zu südosteuropäischer Folklore reicht. Auch wird die Geschichte in unterschiedlichen Zeitebenen erzählt. Zwar bildet der antike Part den Kern des Films, doch beginnt die Geschichte im Italien der 20er Jahre und endet (mit den selben Schauspielern - Citti und Mangano) in der damaligen Gegenwart der 60er. Hinweise auf die zeit- und kulturunabhängige Aktualität der Erzählung, mit deren Verfilmung Pasolini seine eigene, bedingungslose Liebe zu seiner Mutter verarbeitet hat. Ödipus selber wird von Franco Citti, im Gegensatz zur ursprünglichen Erzählung, als äußerst aggressiv und hitzköpfig dargestellt. Pasolini mischt sich immer wieder mit der Handkamera ins Geschehen und erzeugt dynamische Bilder in ungewohnten Perspektiven. So verschwinden beispielsweise während des Kampfes mit den Soldaten von König Laios die Protagonisten immer wieder im gleißenden Gegenlicht. Eine Andeutung auf die bevorstehende Erblindung, die sich Ödipus am Ende selber zufügen wird. Ein wuchtiger, interessanter Film voller Symbolik, die zu entschlüsseln der Zuschauer selber gefordert ist. Angesehen habe ich mir die restaurierte, untertitelte Originalversion. Auf der DVD-Edition steht aber auch die etwas kürzere deutsche Kinofassung zur Auswahl, in die ich der Synchronstimmen wegen zumindest auch nochmal reinschauen werde.
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Ich höre gerade folgendes Album...(Teil 2)
Angus Gunn antwortete auf Marcus Stöhrs Thema in Filmmusik Diskussion
Danke, Trekfan! Das war mir tatsächlich nicht bekannt. Von den Einzel-Soundtracks (also ich meine damit ein komplettes Album von einem einzigen Score) sind mir auch nur A-Team und Hill Street Blues bekannt. Ansonsten kenne ich halt nur seine Titel-Themen-Interpretationen, die aber auch wirklich gelungen sind. Vor allem die Falcon-Crest-Einspielung hat es mir angetan. -
Ich höre gerade folgendes Album...(Teil 2)
Angus Gunn antwortete auf Marcus Stöhrs Thema in Filmmusik Diskussion
HILL STREET BLUES (Mike Post) Seit Ewigkeiten mal wieder durchgehört und überrascht festgestellt, wie gut dieses Album ist. Unterhaltsame, melodische Popmusik mit Jazz- und Rockeinflüssen im Stil der 80er. Großartig umgesetzt, toll gespielt. Ich denke, diese ganzen Daniel-Caine-Einspielungen dürften wesentlich unterhaltsamer sein, als es die Originalaufnahmen wären, wenn sie denn irgendwann mal veröffentlicht werden sollten. Und das bringt mich zu der Frage: Wer ist eigentlich dieser Daniel Caine? Gibt es ihn noch? Existieren Interviews mit ihm? Spontan habe ich da nix finden können. -
Also ein Konzept-Album mit neuen Arrangements. Nett, aber nicht unbedingt das, was ich mir erhofft hätte. Hoffentlich machen die danach mit den Veröffentlichungen der Einzel-Scores weiter. Ist da schon irgendetwas bekannt?
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Das Drama um eine Frau und ihre beiden Kinder während des Krieges und in der Nachkriegszeit. Ein aufwendiger Fernsehfilm, der mich sehr interessieren würde, der aber nie bei uns zur Aufführung kam. Die Musik ist dramatisch bis schwermütig. TEMA DI IDA wird in einer melancholischen Version als 5-minütiges Klaviersolo dargeboten, später auch in einer leider etwas kurz geratenen Orchesterfassung. Auch das hübsche TEMA DELL´AMICIZIA mit seinem unschuldigen, kammermusikalischen Tonfall sei hier hervorgehoben. Die CD enthält einige Bonustracks die auf der damaligen LP fehlten und unter denen sich mit BOMBARDAMENTO und DRAMMA DELL´UMANITA zwei dramatische Highlights befinden. Ein feiner, streicherbetonter Score dessen düsterer Charakter immer wieder mal von schwankhaft-launigen Klavierstücken unterbrochen wird. Die Filmharmonischen Blätter urteilten damals kurz und knapp: "Fiorenzo Carpi hat eine elegische Musik geschrieben, die weit über dem Durchschnitt gängiger italienischer Filmmusik liegt." Aus meiner Sicht eine etwas kurz gedachte Einschätzung. Einerseits ein verdientes Kompliment, andererseits muß ich natürlich an Leute wie Morricone, Piovani, Piccioni oder Ortolani denken, die (auch in den 80ern) selbstverständlich großartige und mitunter noch eindrucksvollere Filmmusik geschrieben haben.
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DER KRIEG IST VORBEI Schön, dass dieser Film jetzt mal auf DVD erschienen ist. LA GUERRE EST FINIE ist das raffiniert inszenierte Psychogramm eines spanischen Revoluzzers namens Diego Mora, der von Paris aus gegen das Franco-Regime agiert ("Was ich über Spanien zu sagen habe, das hört niemand gern."), zunehmend von Zweifeln geplagt wird und mit den radikalen Plänen seiner jüngeren Mitstreiter hadert. Dass Resnais keinen konventionellen Spionage-Thriller daraus gemacht hat, wird niemanden überraschen. Obwohl er hier dem klassischen Erzählkino so nahe kommt, wie ich es bisher noch bei keinem seiner Filme erlebt habe (allerdings kenne ich auch nur eine handvoll). An einer politischen Aussage ist er nicht interessiert. Dennoch hat es mich überrascht, dass er hier und da durchaus konventionellen Suspense-Mustern folgt (z.B. bei einer Verkehrskontrolle). Die kunstfertig arrangierten, manchmal assoziativ geschnittenen Szenenfolgen stehen in ihrer ambitionierten Machart einer nachvollziehbaren Charakterzeichnung der Figuren aber eher im Wege. War zumindest mein Eindruck. Interessant und lohnenswert aber allemal. Die Musik von Fusco paßt sich dem Arthouse-Szenario mit kammermusikalisch orchestrierten Stücken und spirituell klingenden Choreinlagen auf kongeniale Weise an. Sie besitzt einen fernen Hauch von spanischem Lokalkolorit, ist tiefschürfend, melancholisch und abstrakt. Gelegentlich durchzogen vom Fluidum des Italo-Western. Letzteres tritt am deutlichsten im Eröffnungstrack der CD in Erscheinung - ein Stück das aber nur auf dem Album existiert und wahrscheinlich auch speziell dafür eingespielt wurde.
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Danke für den YT-Link. Der Film vermittelt perfekt die Atmosphäre bei den damaligen Aufnahme-Sitzungen. Großartig! Aha, das heißt also die knapp 14 Minuten auf dem Techine-Sampler von Universal sind ausreichend? Dann überlege ich es mir doch noch mal. Welche Titel wären da denn eventuell noch möglich?
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Die Sarde-CDs scheinen ja doch relativ gut zu laufen. Im Fall von BAROCCO habe ich das alte Album nie besessen und die Schwestern Bronte hatte ich mal vor langer Zeit als Kassetten-Überspielung, die auch schon längst verschollen ist. Von daher ist diese Veröffentlichung für mich genau richtig. Die andere CD reizt mich weniger. LIZA ist ein sehr schöner, nostalgisch-eleganter Score mit solistischen Einsätzen von Klarinette und Klavier. Aber der war auf der Ferreri-CD von Universal schon umfangreich vertreten. Und bei DERNIER FEMME scheint auch nichts Essenzielles hinzugekommen zu sein. Aber generell toll in welcher Schlagzahl die Sarde-CDs inzwischen rauskommen. Bin gespannt, was da in Zukunft noch alles ansteht.
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Ich verstehe nicht warum ihr alle überhaupt eure CDs in Übersee bestellt. Gut, unterm Strich mag´s ein paar Sesterzen weniger kosten, aber deswegen der ganze Aufwand? Mir persönlich reichen unsere zwei hiesigen Fachhändler völlig aus. Ich bestelle fast immer dort, und hatte noch nie nennenswerte Probleme. Nur in Ausnahmefällen auch mal im EU-Ausland, bei Quartet, Musicbox oder Kronos direkt, wenn die beispielsweise gerade lohnende Rabatt-Aktionen haben.
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Ist das wirklich so? Ich war damals (bei der Fernsehausstrahlung) von der Musik im Film beeindruckt, eben weil sie so anders und herausfordernd war. Gerade gegen Ende, als der Drache seine Bahnen über die Felsen und Bergspitzen zieht, da ist es die Musik, die ihm einen so archaischen, unheilvollen Charakter verpaßt. Es ist allerdings schon länger her, seit ich den Film zuletzt gesehen habe, und ich mag mich da irren. Aber meiner Erinnerung nach ist das Finale komplett mit Musik ausgestattet. Vielleicht kann das hier jemand bestätigen bzw. dementieren? Als Album ist DRAGONSLAYER effektvoll und spannend. So sollte sich Drachenmusik anhören. Vermithrax wäre stolz auf das Thema, dass North für ihn geschrieben hat.
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Bei SAN PASQUALE BAYLONNE PROTETTORE DELLE DONNE handelt es sich um eine Sex-Komödie wie sie seinerzeit in Italien populär waren. Diese hier hat unseren Sprachraum nie erreicht. Ob das ein großer Verlust ist, kann ich nicht beurteilen. Mehr als sonst ist die Musik der De-Angelis-Brüder von italienischer Folklore durchdrungen. Das Titelstück ist ein charmantes, spirituelles Volkslied im Walzertakt, das noch in mehreren Varianten gereicht wird. Hübsch vor allem im Streicher-/Akkordeon-Arrangement. Daneben gibt es Musik zu Festivitäten und Paraden, sowie jede Menge Skurriles zwischen Suspense und Klamauk. Das muß man mögen, aber es ist im Großen und Ganzen schon recht unterhaltsam. PER GRAZIA RICEVUTA und TRASTEVERE bieten sich als Vergleich an, jedoch ohne dass deren Klasse erreicht werden würde. Auch in CANTERBURY N.2 und der Musik zur Marty-Feldman-Klamotte 40 GRADI ALL OMBRA DEL LENZUOLO finden sich Parallelen. Eine nette Ausgrabung von Quartet, und ein Score, der bislang noch gänzlich unveröffentlicht war.
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Ein Muß, ganz klar! Schön, dass nun peu a peu auch die Titel zur Gänze erscheinen, die auf den Universal-Samplern oft nur in Auszügen vertreten waren. ALLONS Z´ENFANTS kenne ich beispielsweise (bis auf eben jene Suite) noch nicht.
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Der amerikanische FILM NOIR von 1941 - 1958
Angus Gunn antwortete auf Angus Gunns Thema in Filmmusik Diskussion
Gerade auf DVD / BD erneut veröffentlicht: LAßT MICH LEBEN (1958) Barbara Graham führt ein moralisch fragwürdiges Leben. Sie treibt sich im Nachtclub-Milieu herum, schlägt sich mit Prostitution und Trickbetrügerei durch, sitzt eine Haftstrafe wegen Meineides ab (was ihr später zum Verhängnis werden wird) und heiratet den morphiumsüchtigen Barkeeper Henry, mit dem sie auch einen kleinen Sohn bekommt. Sie wird in weitere kriminelle Aktionen hineingezogen. Als eine alte Frau bei einem Überfall erschlagen wird, landet Barbara vor Gericht. Ihr droht der Tod in der Gaskammer. Der Film hält sich an die tatsächlichen Ereignisse, die von dem Journalisten Edward Montgomery (im Film von Simon Oakland dargestellt) dokumentiert wurden, wobei Grahams Beteiligung an dem Mord in der Realität umstritten ist. Der Film folgt den Berichten Montgomerys und zeichnet das Bild eines tragischen Justizirrtums. Susan Hayward spielt Graham als reizbare, impertinente aber charakterstarke Frau. Bis zu ihrer Verhaftung ist der Film ein hitziges, nachtschwarzes Milieudrama in einem Klima völliger moralischer Verkommenheit, eingehüllt in Johnny Mandels enthemmte Jazz-Kompositionen. Danach beginnt Grahams Leidensweg durch die Gerichtsprozesse bis hin zum letzten Gang in die Gaskammer. Die Inszenierung wird ruhiger, und auch beim Score treten zunehmend reflexive Motive in Erscheinung. Zu kalten, unbequemen Klängen wird die Hinrichtung quälend langwierig und in allen Details vorbereitet. Als schließlich das Gas aufsteigt wählt Mandel ein klinisch kaltes, gespenstisches Klanggeflecht. Ein jenseitiges Signal, das den eintretenden Tod anstimmt. Ein erschütternder Film. Erschütternd ist aber auch die deutsche Tonspur der neuen Auflage, die die bekannten Stimmen in falscher Geschwindigkeit fast bis zur Unkenntlichkeit verzerrt. Das Ergebnis mehrerer Normwandlungen in Laufe der Jahre? -
DER RUF DES NORDENS (Nunzio Malasomma, 1929) Zwei rivalisierende Männer, eine rauhbeinige Mannschaft und eine Frau auf Such-Expedition im Polarmaar. Ein interessanter Stummfilm mit Luis Trenker, der vor allem durch seine authentischen Aufnahmen beeindruckt. Denn gedreht wurde tatsächlich im hohen Norden, im Eismeer der Arktis und auf Spitzbergen. Das Packeis, in dem das Schiff der Crew feststeckt, ist echt. Interessant ist aber auch die Präsentation auf der EMS-DVD. Es steht nur eine Tonspur zur Verfügung, und auf der haben die Epochen ihre Spuren hinterlassen. Die meiste Zeit läuft der Film völlig stumm. Ab und zu sind allerdings Ambiente-Geräusche wie Wind oder Wasserrauschen dabei - möglicherweise Überbleibsel aus der Tonfassung von 1934. Von dort könnte auch die Orchester-Musik stammen, die in einigen wenigen Sequenzen einsetzt. An mindestens einer Stelle ist aber auch eine 70er-Jahre-Synthie-Musik zu hören. Besonders bemerkenswert ist allerdings die Einführung durch Luis Trenker persönlich. Ich vermute, dass diese Ansprache bei einer um 1980 iniziierten Retrospektive aufgezeichnet wurde. Danach erzählt der bereits hochbetagte Trenker während des gesamten Films erstaunlich detaiiert und wachen Verstandes über die abenteuerlichen Dreharbeiten. Und diese Texte wurden nicht etwa nachträglich über die Bilder gelegt. Er erzählt wirklich live während der Vorführung. Der früheste Audiokommentar?