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Die Mumie vs. Die Mumie 2 / Goldsmith vs. Silvestri


Gast Melomanie
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Hallo liebe Filmmusik - Fangemeinde

Dieses Jahr jährt sich das 5-jährige Jubiläum, seit "The Mummy Returns" erschienen ist und noch immer genießen die Filme eine hohe Fangemeinde.

Der Score zum ersten Teil wurde von Jerry Goldsmith komponiert und dirigiert. Die Musik erinnert ein wenig an "The 13th Warrior" der fast gleichzeitig in den Kinos lief. Beim 2. Teil komponierte und dirigierte Alan Silvestri.

Welchen Score fandet ihr besser??? "The Mummy" von Jerry Goldsmith oder "The Mummy Returns" von Alan Silvestri???

Also "The Mummy" vs. "The Mummy Returns", Goldsmith vs. Silvestri.

mummy.jpg

"The Mummy", OST

Music Composed and Conducted by:

JERRY GOLDSMITH

mummy_returns.jpg

"The Mummy Returns", OST

Music Composed and Conducted by:

ALAN SILVESTRI

Gruß

Melomanie :eek:

-----

PS: Auf filmmusik2000.de gibt es 2 gute Rezessionen zu den Mumien-Musiken.

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Mir gefallen beide recht gut, allerdings finde ich das Thema von Goldsmith irgendwie eingängiger und ägyptischer als das von Silvestri und auch die Action-Untermahlung von Goldsmith kann man eher auch ohne den Film genießen. Bei Silvestri klingt es stellenweise etwas einfallslos und überladen. Er macht 'ne Menge Lärm, aber aus meiner Sicht ist es eher ein durchschnittlicher Silvestri. Goldsmith Score würde ich zu einen seiner besseren zählen. Er hat zwar starke Ähnlichkeiten mit dem 13. Krieger, wirkt aber in sich runder als der 13. Krieger.

Gruß Jafar

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Mir gefallen beide recht gut, allerdings finde ich das Thema von Goldsmith irgendwie eingängiger und ägyptischer als das von Silvestri und auch die Action-Untermahlung von Goldsmith kann man eher auch ohne den Film genießen. Bei Silvestri klingt es stellenweise etwas einfallslos und überladen. Er macht 'ne Menge Lärm, aber aus meiner Sicht ist es eher ein durchschnittlicher Silvestri. Goldsmith Score würde ich zu einen seiner besseren zählen. Er hat zwar starke Ähnlichkeiten mit dem 13. Krieger, wirkt aber in sich runder als der 13. Krieger.

Gruß Jafar

The Mummy und auch The 13th Warrior gelten als die besten Goldsmithwerke der 90er.

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Silvestri's score höre ich mir lieber an als den von Goldsmith doch grundsätzlich würde ich sagen, dass beide scores auf ihre ganz eigene Weise sehr viel bieten und ein Vergleich zwischen beiden eigentlich überflüssig ist.

Goldsmith legt sehr viel Wert auf eine authentische Atmosphäre, was bei Silvestri's score zumindest in der ersten hälfte ein bisschen verkrampft rüberkommt. Silvestri's score ist dagegen wesentlich reicher an themen und motiven und die action finde ich persönlich auch überzeugender denn sie ist wesentlich vielseitiger. Goldsmith's action musik wurde hauptsächlich von sehr vorhersehbaren aber dennoch unterhaltsamen percussiven rhythmen angetrieben aber bei Silvestri läuft es eher auf großorchestrale action hinaus die trotz hohen lautstärkepegels und langen Laufzeiten sehr abwechslungsreich und thematisch vielschichtig ist. Wie schon erwähnt schmücken Silvestri's score eine Fülle von themen und kleineren motiven von denen einige nichtmal auf dem Soundtrackalbum zu hören sind. Das Nefertiri thema ist zum Beispiel nur ganz kurz auf dem Album zu hören, nimmt aber im finale eine zentrale rolle ein. Der Sohn der O'connels hat ein Mouse Hunt ähnliches, verspieltes motif für fagott welches auch nicht auf der CD zu finden ist. Ein gemäßigtes Love theme für solo flöte gibt es auch welches ohne viel kitsch sehr einschmeichelnd daherkommt aber selbst das ist auf der CD unterrepräsentiert. Das heroische main theme mit seinen zwei segmenten hat definitiv ein übergewicht auf der CD weshalb der score schnell als einseitig missverstanden werden kann.

Silvestri's score wird überraschenderweise gerne unterschätzt und als "schlechter" eingestuft als Goldsmith's. Dabei lebt Silvestri's arbeit von ganz anderen qualitäten als Goldsmith's.

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Nach wessen Meinung? Das ist routiniertes Handwerk- sehr schick anzuhören, und sicher gute Musik. Aber ich würde da eher zu "Basic Instinct" und "Total Recall" tendieren.

Filmmusik2000.de

"Sie gehört zweifellos zu den besten und populärsten Filmpartituren, die Goldsmith in den 90er Jahren geschrieben hat."

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Filmmusik2000.de

"Sie gehört zweifellos zu den besten und populärsten Filmpartituren, die Goldsmith in den 90er Jahren geschrieben hat."

In dem Zitat heisst es aber "zu den besten", nicht "die beste Filmpartitur", also gehören ausser The Mummy und The 13th Warrior noch andere dazu...kleiner aber feiner Unterschied...:eek:

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In dem Zitat heisst es aber "zu den besten", nicht "die beste Filmpartitur", also gehören ausser The Mummy und The 13th Warrior noch andere dazu...kleiner aber feiner Unterschied...:D

Und außerdem: Eine Meinung... es muss nicht blasphemisch sein, wenn man da anderer Meinung ist :eek:

Habe übrigens (leider) nur Die Mumie von Goldsmith in der Sammlung. Sehr schicker Score (der von 13th Warrior ist eigentlich mein LieblingScore von Goldsmith, wobei ich in Goldsmith-Hinsicht noch ein absoluter Newbie bin... bei der Anzahl seiner Werke auch nicht schwer :D )

Bommel

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Und außerdem: Eine Meinung... es muss nicht blasphemisch sein, wenn man da anderer Meinung ist :eek:

Habe übrigens (leider) nur Die Mumie von Goldsmith in der Sammlung. Sehr schicker Score (der von 13th Warrior ist eigentlich mein LieblingScore von Goldsmith, wobei ich in Goldsmith-Hinsicht noch ein absoluter Newbie bin... bei der Anzahl seiner Werke auch nicht schwer :D )

Bommel

Höh, du hast nur The Mummy in deiner Sammlung, aber 13th Warrior ist dein Goldsmith-Lieblingsscore? :D Ich bevorzuge auch den 13ten Krieger, The Mummy hat ein tolles Main Theme und auch Tracks wie "Mumia Attack" rocken das Haus, aber irgendwie hört sich für mich der 13te Krieger schöner als The Mummy, liegt vielleicht auch an der Album-Zusammenstellung. The Mummy höre ich mir gerne an, aber 13th Warrior noch gerner...:D :D...aber um mal zum Thema zurückzukommen, insgesamt betrachtet gefällt mir Goldsmiths Score besser als der von Silvestri, obwohl auch dieser sehr glanzvoll ist, ich habe ihn aber noch nicht so häufig gehört wie Goldsmiths Score, vielleicht ändert sich meine Meinung ja doch noch...:D

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Filmmusik2000.de

"Sie gehört zweifellos zu den besten und populärsten Filmpartituren, die Goldsmith in den 90er Jahren geschrieben hat."

Für Filmmusik2000 mag das so sein. Für mich nicht. Dafür klingen mir die beiden Scores zu ähnlich und man hat den Eindruck, daß einer nur die Ideen das anderen etwas anders aufgebaut hat. Ich weiß nicht, welchen Goldsmith zu erst geschrieben hat, aber ich behaupte mal, daß es die Mumie war.

Diese klingt für mich in sich runder und ausgewogener und zum anderen gibt es zum 13. Krieger einen Rejected SCore von Revell (oder wie man den auch immer schreibt). Sprich: Goldsmith ist in die Bresche gesprungen und wird mit Sicherheit nicht sehr viel Zeit gehabt haben (analog JNH bei King Kong), was erklärt, warum der 13. Krieger vom Thema und der Atmosphäre her nach Mumie klingt.

Silvestrie hat eine Menge an Themen und Motiven eingebaut aber er klingt mir nicht eigenständig genug. Das ist kein Score, den ich beim Hören sofort erkennen würde. Immer im Vergleich zur Mumie von Goldsmith. Ich will hier Silvestris Score nicht schlecht machen, denn das ist er überhaupt nicht.

Vergleichen kann man die beiden Scores durchaus und mir hat bei Silvestris Score die orientalische Atmosphäre gefehlt. Das Dinge würde auch zu einem komplett anderen Film passen.

Gruß Jafar

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Für mich hat "The Mummy" irgendwie mehr Tiefgang als der Nachfolger. Die Themen sind viel epischer als beim zweiten Teil. Obwohl ich auch sagen muss, das "The Legend Of The Scorpion King" eines der genialsten Openings der Kinogeschichte ist. (<- natürlich meine ich die Musik)

Vielleicht bin ihc da aber auch etwas voreingenommen, da ich den zweiten Teil schon als Film absolut überflüssig fand. Die Story hätte meiner Meinung nach gerade so für ein Computerspiel gereicht. Aber darum gehts hier nicht...

Jedenfalls ziehe ich Goldsmith in diesem Fall Silvestri vor.

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Für Filmmusik2000 mag das so sein. Für mich nicht. Dafür klingen mir die beiden Scores zu ähnlich und man hat den Eindruck, daß einer nur die Ideen das anderen etwas anders aufgebaut hat. Ich weiß nicht, welchen Goldsmith zu erst geschrieben hat, aber ich behaupte mal, daß es die Mumie war.

Diese klingt für mich in sich runder und ausgewogener und zum anderen gibt es zum 13. Krieger einen Rejected SCore von Revell (oder wie man den auch immer schreibt). Sprich: Goldsmith ist in die Bresche gesprungen und wird mit Sicherheit nicht sehr viel Zeit gehabt haben (analog JNH bei King Kong), was erklärt, warum der 13. Krieger vom Thema und der Atmosphäre her nach Mumie klingt.

Genau, soweit ich weiss, kam zumindest The Mummy etwas früher heraus als der 13th Warrior und soo große Ähnlichkeiten haben die Scores nun auch nicht, finde ich zumindest. Von den Themen her ist ist im Grunde nur das für die heimliche Liebe Imhoteps und Ahmeds Thema aus 13th Warrior fast identisch, sogar die Instrumentierung ist ähnlich. Ansonsten hat der 13th Warrior eine ganz andere Stimmung als The Mummy, auch die Action-Themen klingen "barbarischer" als in The Mummy. Soweit ich weiss, hat Warrior-Autor und -Produzent Michael Crichton sich Revells Score nicht mal angehört und gleich seinen alten Freund Goldsmith angerufen, nachdem Regisseur John McTiernan das Projekt verlassen hatte. Revells Score ist aber auch wirklich nicht der Rede wert, Ethno-Gedudel ohne nennenswerte Höhepunkte, damit wäre der Film endgültig abgesoffen, Jerry holte zumindest die erprobte Action-Keule heraus und verpasste dem Film so eine gewisse Dramatik.

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Genau, soweit ich weiss, kam zumindest The Mummy etwas früher heraus als der 13th Warrior und soo große Ähnlichkeiten haben die Scores nun auch nicht, finde ich zumindest. Von den Themen her ist ist im Grunde nur das für die heimliche Liebe Imhoteps und Ahmeds Thema aus 13th Warrior fast identisch, sogar die Instrumentierung ist ähnlich. Ansonsten hat der 13th Warrior eine ganz andere Stimmung als The Mummy, auch die Action-Themen klingen "barbarischer" als in The Mummy. Soweit ich weiss, hat Warrior-Autor und -Produzent Michael Crichton sich Revells Score nicht mal angehört und gleich seinen alten Freund Goldsmith angerufen, nachdem Regisseur John McTiernan das Projekt verlassen hatte. Revells Score ist aber auch wirklich nicht der Rede wert, Ethno-Gedudel ohne nennenswerte Höhepunkte, damit wäre der Film endgültig abgesoffen, Jerry holte zumindest die erprobte Action-Keule heraus und verpasste dem Film so eine gewisse Dramatik.

ANGEBLICH soll Michael Crichton sogar damit gedroht haben auszusteigen, wenn er nicht Goldsmith an Bord holen hätte dürfen. Das nenne ich mal Filmkomponisten-Liebe:D .

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Gast Musikhörer

Man, dieser Michael Crichton hat einen Schuss. Hätten sie ihn nur gefeuert. Dann hätte man einen genialen John McTienan Film gesehen. Und nicht einen netten Film mit einem mega schlechten, weichgespültem Finale.

The Mummy finde ich super von Jerry.

Auch die Vertonung von Silvestri zum zweiten Teil kann man lassen. Aber eigentlih will ich die beiden gar nicht vergleichen. Sind meiner Meinung komplett anderes. Beide sind gut.

Gruß

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Für mich hat "The Mummy" irgendwie mehr Tiefgang als der Nachfolger. Die Themen sind viel epischer als beim zweiten Teil. Obwohl ich auch sagen muss, das "The Legend Of The Scorpion King" eines der genialsten Openings der Kinogeschichte ist. (<- natürlich meine ich die Musik)

The Mummy ist epischer als The Mummy Returns :eek:

Also epischer als das Medjai thema mit vollem chor in "Sand Castles" oder dem bedrohlichen statement des nefertiri themas mit Chor in "Rescued & Finale" gehts ja nicht mehr. Tolle, epische Momente kommen auch in der finalen Schlacht vor, zum Beispiel eine solo trompete die in einen kurze, chorale explosion mündet wenn die Medjai ihre Kampfschreie ausstoßen. Herrlich episch und sowas gibts in Goldsmith's score so gut wie garnicht.

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Vielleicht meinte Bommel, dass er nur The Mummy, nicht aber The Mummy Returns in der Sammlung hat. :eek:

Jo... genau das meinte ich. Sorry, hatte das leider leicht unverständlich geschrieben. Von den im Topic genannten Scores besitze ich nur ersteren. Wobei ich auf die geäußerte Meinung über 13Th Warrior noch eingegangen bin.

(darüber hinaus besitze ich noch ein paar weitere Goldsmiths, aber nicht so viele, dass ich sein volles Schaffen überblicken könnte.

Bommel

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Man, dieser Michael Crichton hat einen Schuss. Hätten sie ihn nur gefeuert.

Sicher nicht, denn "sie" ist er und selbst feuern konnte sich Crichton nicht.

"13th Warrior" war produktionstechnisch ein ebenso großes Desaster wie kommerziell. Zwar verderben viele Köche den Brei, doch bezweifle ich, dass Crichton seinem Regisseur grundlos ins Handwerk gepfuscht hätte. Nur weil McTiernan "Die Hard" und "Predator" gedreht hat, ist er noch lange kein guter Regisseur; seine Karriere dümpelt nicht umsonst seit zehn Jahre vor sich hin. Michael Crichton hingegen Wissenschaftler, hervorragender Autor und früher selbst vielversprechender Filmemacher ist ein ganz anderes Kaliber.

Wie anderswo in diesem Thread gemutmaßt, wird Crichton sein eigenes Schicksal allerdings kaum an die Verpflichtung Goldsmiths geknüpft haben; es stellt sich aber die Frage, weshalb er ihn nicht gleich engagiert hat.

Jedenfalls, nachdem Crichton Ende 98 McTiernan gefeuert und die Konzeption des Films durch Nachdrehs wesentlich auf den Kopf gestellt hatte, verwundert es nicht, dass eine neue Filmmusik in Auftrag gegeben wurde. Goldsmith hat, wenn mich nicht alles täuscht, seinen Score zum "13th Warrior" bereits Anfang 99 geschrieben, und zwar ohne sonderlichen Zeitdruck, weil Touchstone den Film (aus blanker Furcht) nicht vor dem Spätsommer zu veröffentlichen gedachte.

Beim "13th Warrior" handelt es sich um gute Musik (****/******), die im Filmkontext ihre optimale Wirkung entfaltet. Hört man genauer hin, erweist sich die Partitur allerdings schon als etwas zu linear ausgeführt. Die Themen sind natürlich gelungen, das Handwerk tadellos (was auch sonst ...). In der Hauptsache haben wir es hier allerdings mit einem (pseudo-)nordischen Klangkosmos zu tun (s. "The Fire Dragon" etc.). Die Orientalismen im ersten Scoredrittel sind lediglich schmückendes Beiwerk, das man eher als Fingerübung denn als Blaupause für die "Mumie" verstehen sollte ...

Letztere schrieb Goldsmith, unter großen terminlichen (und vermutlich seelischen) Qualen, im Frühjahr: Innerhalb von drei Wochen entstanden über 90 Minuten Musik, die samt und sonders für den dazugehörigen Film zu gut sind. Goldsmith, der den Film in aller Öffentlichkeit als "piece of crap" bezeichnete und nicht gerne über ihn sprach, hat dennoch mit der Mumie eine der (zu Recht) populärsten Adventure/Actionscores der 90er geschaffen (****1/2). Das melodische Material ist edel und, wie stets bei Goldsmith, harmonisch eng verwandt (Imhotep, Liebethema, Actionthema) und miteinander verzahnt. Die zentralen Actionpiecen sind sämtlich durchkomponiert und von einigem Raffinement in Sachen Instrumentierung und Rhythmik geprägt (s. die antiphonalen Effekte und Synkopierungen in "Tuareg Attack" oder die furiosen Percussion- und Streichersätze in "Night Boarders").

Obwohl kein Meisterwerk, wird man der kompositorischen Tour de force, die eine solche Musik darstellt, mit Attributen wie "routiniertes Handwerk" nicht gerecht. Natürlich ist die Harmonik im Vergleich zu "The Wind and the Lion" entschärft, wird man die messerscharfen dramaturgischen Kontraste des legendären 75er Scores vergeblich suchen (welcher Produzent würde sie auch hören wollen?). Rein technisch jedoch, in Sachen Orchesterbeherrschung und Instrumentierung, ist die Gewichtsklasse eine ähnliche (man vergleiche "Raisuli Attacks" mit "Night Boarders"). Und wieso in der Mumie der finale "Sand Volcano" das epische Moment vermissen lässt, will ich ebenfalls nicht recht begreifen, folgt doch dem kraftvollen Statement des Hauptthemas sogar noch eine in Chor getränkte, jubelnde Schlussapotheose des etwas barryesken Love Theme ...

Tja, angesichts dessen fällt "The Mummy Returns" doch etwas ab, obschon auch diese Musik wirklich gut (****) und in der heutigen Filmmusiklandschaft - sozusagen ob des Wagnisses ihrer Konventionalität - als erfreulich bezeichnet werden muss. Handwerklich schlägt sich Alan Silvestri wirklich wacker, offenbart jedoch dramaturgische Schwächen. So schön die Detailarbeit in der Orchestrierung manchmal ist weniger an Bombast wäre oft mehr gewesen: Nuancen in der Dynamik, erst recht in den Actionpassagen, sind quasi nicht vorhanden (vgl. etwa "My First Bus Ride" mit "Camel Race" aus der Goldsmith-Mumie), auch lyrische Momente erweisen sich als viel zu rar. Daraus ergeben sich zumindest für mich gewisse Probleme, das nicht eben kurze Album von A bis Z durchzuhören ...

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@ Jonas Uchtmann

Es ist sehr nett und schön von dir, dass du das mit Chrichton richtig gestellt hast. Ich war auch schon am überlgen, ob ich noch einen längeren Text dazu schreibe. Aber dank dir muss ich das jetzt nicht mehr:D. Deine Informationen sind alle korrekt. Goldsmith hatte wirklich sehr, sehr viel Zeit für den Score zum 13. Krieger. Ich glaube, dass er deshalb so gut ist, weil Goldsmith immer wieder die Zeit hatte das Werk zu überarbeiten oder was neues auszuprobieren. Sein Score zum 13. Krieger, ist nach meiner Meinung, einer seiner besten, wenn nicht sogar der Beste. Ich muss nur an dieses geniale Hauptthema denken... - das ist ne' Wucht.

Gruß

Melomanie ;)

goldsmith.jpg

Jerry Goldsmith (1929-2004)

- der gute Mann ist zu früh gestorben:( .

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@ Jonas Uchtmann

... Ich glaube, dass er deshalb so gut ist, weil Goldsmith immer wieder die Zeit hatte das Werk zu überarbeiten oder was neues auszuprobieren. Sein Score zum 13. Krieger, ist nach meiner Meinung, einer seiner besten, wenn nicht sogar der Beste. Ich muss nur an dieses geniale Hauptthema denken... - das ist ne' Wucht.

Gruß

Melomanie ;)

....

Man kann, wenn man zuviel Zeit hat, auch etwas "kaputt verbessern". Eine Überarbeitung heißt nicht immer Verbesserung. Gerade in der Musik. Spiele selber in einer Cover-Band und wir haben schon diverse Aufnahme-Sessions hinter uns. Allein beim Mischen verliert man sich irgendwann in Details. Man probiert stundenlang aus und subjektiv klingt es von einem zum anderen Mal immer besser, aber wenn man (oder noch viel wichtiger andere) später mal drüberhören, stellt man fest, wie sehr man in die falsche Richtung "probiert" hat. Oft ist eine frühere Einstellung besser gewesen. Viel Zeit kann muß aber nicht immer eine Zeichen oder gar Garant für Qualität bedeuten.

Für mich klingt der 13. Krieger zumindest in der ersten Hälfte zusehr wie ein (zugegeben recht guter) Abklatsch von die Mumie und wirkt alles in allem nicht wirklich rund. Aber das ist auch nur meine Meinung.

Mir ist auch ziemlich wurscht, wie Herr Goldsmith zu seinen einzelnen Werken steht, aber bei Zimmer gefallen mir gerade die Scores, die er selbst angeblich gar nicht mag bzw. für schlecht hält (Thelma & Louise, Tage de Donners, etc.) ausgesprochen gut.

Gruß Jafar

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Man kann, wenn man zuviel Zeit hat, auch etwas "kaputt verbessern". Eine Überarbeitung heißt nicht immer Verbesserung. Gerade in der Musik. Spiele selber in einer Cover-Band und wir haben schon diverse Aufnahme-Sessions hinter uns. Allein beim Mischen verliert man sich irgendwann in Details. Man probiert stundenlang aus und subjektiv klingt es von einem zum anderen Mal immer besser, aber wenn man (oder noch viel wichtiger andere) später mal drüberhören, stellt man fest, wie sehr man in die falsche Richtung "probiert" hat. Oft ist eine frühere Einstellung besser gewesen. Viel Zeit kann muß aber nicht immer eine Zeichen oder gar Garant für Qualität bedeuten.

Für mich klingt der 13. Krieger zumindest in der ersten Hälfte zusehr wie ein (zugegeben recht guter) Abklatsch von die Mumie und wirkt alles in allem nicht wirklich rund. Aber das ist auch nur meine Meinung.

Mir ist auch ziemlich wurscht, wie Herr Goldsmith zu seinen einzelnen Werken steht, aber bei Zimmer gefallen mir gerade die Scores, die er selbst angeblich gar nicht mag bzw. für schlecht hält (Thelma & Louise, Tage de Donners, etc.) ausgesprochen gut.

Gruß Jafar

Dein Text ist sehr interessant. Es gibt wirklich genug Beispiele in der Musik, an denen was kaputt verbessert wurde. Ich habe Musik studiert und mein Lehrer hat mir und den Studenten mal "Firstaufnahmen" und "Secondaufnahmen" vorgespielt. Bei manchen klang das Erste besser, bei manchne das Zweite. Das ist das Verrückte an der Musik. Bei Goldsmith, hat die lange Zeit dem Score doch gut getan, da er noch mal alles "Überdenken" konnte:) . Aber wenn deine Meinung anders ist, ok, jeder denkt anders;) .

Gruß

Melomanie ;)

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Für mich klingt der 13. Krieger zumindest in der ersten Hälfte zusehr wie ein (zugegeben recht guter) Abklatsch von die Mumie und wirkt alles in allem nicht wirklich rund. Aber das ist auch nur meine Meinung.

Wie gesagt entstand "13th Warrior" Monate vor der "Mumie", faktisch ist somit die Mumie der "Abklatsch" des Kriegers. Macht aber nichts, denn die Mumie ist schlicht der bessere Score.

Beim "13th Warrior" handelt es sich, ich wiederhole mich, um gute und solide Musik jedoch die dieser Partitur oft avisierte Anwärterschaft auf den Titel "Bester Goldsmith der 90er" kann ich so nicht nachvollziehen: Die thematisch-rhythmische Variation und die satztechnische Gestaltung nehmen sich (durchaus gewollt, Stichwort "archaische Wikinger") hier doch insgesamt eher spartanisch aus. Da sind Musiken wie "The Edge", "The Ghost and the Darkness", "Mulan" oder eben die "Mumie" in jeder Hinsicht reichhaltiger, von den wirklich großen Goldsmith-Alterswerken, primär "Total Recall" und "Hollow Man", ganz zu schweigen.

Aber vielleicht ist es ja einfach so, dass "13th Warrior" den Hörgewohnheiten vieler Zimmer-Adepten besonders entgegenkommt so erklärt sich vielleicht auch die Popularität dieses Scores.

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Wie gesagt entstand "13th Warrior" Monate vor der "Mumie", faktisch ist somit die Mumie der "Abklatsch" des Kriegers. Macht aber nichts, denn die Mumie ist schlicht der bessere Score.

Beim "13th Warrior" handelt es sich, ich wiederhole mich, um gute und solide Musik jedoch die dieser Partitur oft avisierte Anwärterschaft auf den Titel "Bester Goldsmith der 90er" kann ich so nicht nachvollziehen: Die thematisch-rhythmische Variation und die satztechnische Gestaltung nehmen sich (durchaus gewollt, Stichwort "archaische Wikinger") hier doch insgesamt eher spartanisch aus. Da sind Musiken wie "The Edge", "The Ghost and the Darkness", "Mulan" oder eben die "Mumie" in jeder Hinsicht reichhaltiger, von den wirklich großen Goldsmith-Alterswerken, primär "Total Recall" und "Hollow Man", ganz zu schweigen.

Aber vielleicht ist es ja einfach so, dass "13th Warrior" den Hörgewohnheiten vieler Zimmer-Adepten besonders entgegenkommt so erklärt sich vielleicht auch die Popularität dieses Scores.

Das geht jetzt schon fast in eine beledigende Richtung:( .

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Das geht jetzt schon fast in eine beledigende Richtung:( .

Aber auch nur fast. Außerdem will ich Dich oder Deinen persönlichen Geschmack gar nicht beleidigen, sondern in der Hauptsache musikologisch beweisbare Tatsachen aufzeigen und sie - wo nötig, Stichwort Zimmer - mit eigenen Schlussfolgerungen würzen, die abzulehnen Dir natürlich freisteht. Da Du doch Musik studiert hast, wirst Du zumindest für ersteres Verständnis aufbringen können. :D

Und anstatt Dein Beleidigtsein kundzutun, wäre dem Zweck dieses Boards doch wesentlich mehr gedient, wenn Du gegenargumentieren, maßvoll zurückbeleidigen oder mir sonstwie die Hölle heiß machen würdest ... ;)

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Aber auch nur fast. Außerdem will ich Dich oder Deinen persönlichen Geschmack gar nicht beleidigen, sondern in der Hauptsache musikologisch beweisbare Tatsachen aufzeigen und sie - wo nötig, Stichwort Zimmer - mit eigenen Schlussfolgerungen würzen, die abzulehnen Dir natürlich freisteht. Da Du doch Musik studiert hast, wirst Du zumindest für ersteres Verständnis aufbringen können. :D

Und anstatt Dein Beleidigtsein kundzutun, wäre dem Zweck dieses Boards doch wesentlich mehr gedient, wenn Du gegenargumentieren, maßvoll zurückbeleidigen oder mir sonstwie die Hölle heiß machen würdest ... ;)

OK, in Zukunft wollen wir dann mal musikalisch-fachlich den Teufel los lassen. Hol schon mal das Omen von Jerry aus dem CD-Regal:D .

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