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Frankenstein - Patrick Doyle


Büli
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Wenn man lust auf Orchester hat und auf Bombast und dann mal wieder einen Doyle, dann kann die Wahl eigentlich nur auf Frankenstein fallen. Das gute an dieser Art Musik ist dass es kein hohler Bombast ist wie in zb die RC Leutz Tag für Tag produzieren.

Doyle schaffte es so fett aufzutragen und trotzdem ist man nicht abgeschreckt von dieser Masse und diesem eben Bombast.

Wer den Film kennt, weiß wiedo die Musik sich so anhört. Sozusagen ein gelungenes Overacting der Musik. Bestes Beispiel dafür ist The Creation:

[ame=http://www.youtube.com/watch?v=EFP9H_iR0BE]YouTube - The Creation (La Creación)[/ame]

Was er da auffährt ist schon sehr furios. Und zusammen mit den Bildern fusioniert es geradezu perfekt.

Problem an der ganzen Geschichte ist das man sich das nicht ständig anhören kann da es sonst ermüdend wirkt. Das tolle an der Musik ist das Doyle ein Liebesthema kreiert das schön intensiv ist und herzerweichend.

Das ist eine der Musiken die ich eigentlich unbedingt mal Live hören möchte, von vorne bis hinten. Wird nie in Erfüllung gehen, aber nunja.

Was mich zusätzlich etwas traurig stimmt ist die Tatsache das Patrick Doyle irgendwie es nicht mehr schafft solche Werke zu schreiben. Jetzt hat er zwar mehr zu tun, aber dafür liefert er eben nur noch Standard ab, was mich traurig stimmt, da er in den 90 ern Musiken geschrieben hat die alles heutige in den Schatten stellen.

Wer Großorchestrale Synthiefreie und auch einwandfrei Musik hören möchte, dem sei Frankenstein wärmstens empfohlen.

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Ich denke mal das Patrick Doyle so oder so einer der fähigsten Leute ist die in Hollywood noch rumrennen. Man denke mal an Doyles Arbeiten aus den 90ern wie Needful Things.

In letzter Zeit ist Doyle aber auch ein bisschen auf die Popularitäts-Mordernisierungs-Schiene gerückt. In Eragon aber vor allem in Last Legion klang seine Actionmusik schon irgendwie nach MV nur halt mit ein bisschen mehr Niveau und das ganze orchestral...

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*schmunzel* Zu Doyles FRANKENSTEIN gibt es einen ziemlich bissigen Verriss in der leider schon seit Langem eingestellten deutschen Filmmusikzeitung FILMMUSIKDIENST:

franky0001cm7.jpg

Meiner Meinung nach ist das Hauptproblem der Musik, daß sie irgendwie verzweifelt mit dem Bombast und der Opulenz des Film mitzuhalten versucht. Entstanden sind dabei einige wenige wirkliche Highlights wie "The Creation" und das zauberhafte "The Wedding Night", aber da gibt es auch viel Spreu unter dem Weizen.

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Der Verriss vom Filmmusikdienst ist natürlich äußerst ungerechtfertigt, aber ein bisschen zu dauerlaut und pompös ist mir der Score schon. Klar, so wie der Film inszeniert ist, passte das schon - aber von CD ist das ganze eine etwas schwierigere Angelegenheit.

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Der angeblich "hohle nicht enden wollende Bombast" war immer wieder einer der zentralen Vorwürfe gegenüber dieser Doyle-Musik.

Dabei irritiert mich dieser Vorwurf auch 13 Jahre nach dem Filmstart noch etwas. Zum einen weil die Musik nun wahrlich nicht nur Action- oder Horrorstücke aneinander reiht, sondern immer wieder auch breit ausschwingende Melodiebögen (nicht nur das "Wedding Night"-Thema), kleine Scherzi (z.B. Track 3) etc. bereithält.

Ich habe die Musik gerade mal wieder seit langer Zeit im CD-Player (ich war mir nicht mehr ganz sicher, ob mich damals meine Doyle-Vorliebe etwas geblendet hat oder nicht) und empfinde die Komposition als sehr liebevoll durchkomponiert, mit zahlreichen schönen thematischen Einfällen. Von durchgehendem Bombast kann gar keine Rede sein. Wenn man da mal mit aktuellen Sachen wie X-Men 3, Arsene Lupine, Die Hard 4 etc. (viel mehr Blendwerk in meinen Augen) vergleicht, ist Doyles Musik geradezu feinfühlig und subtil.

4-4,5 Sterne würde ich hier durchaus vergeben.

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  • 1 Jahr später...

Guten Abend, liebes Forum!

Ich wollte mal fragen, ob jemand von euch den Score zu "Mary Schelley's Frankenstein" von Patrick Doyle aus dem Jahre 1995 auf CD hat und dazu Stellung nehmen kann. Ich habe den Film vor langer Zeit mal gesehen und haben den Score in großartiger Erinnerung :).

871_8274.jpg

Ich freue mich auf eure Antworten:)!

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Ich habe die CD gerade mal angeschmissen, weil ich den auch schon lange nicht mehr gehört habe.

Ich finde das ist eine der schönsten Scores von Patrick Doyle aus seiner Schaffenszeit mit Kenneth Brannagh. Film und Musik sind sehr theatralisch, aber das ist bei Brannagh ja nicht verwunderlich.

Wenn einen das nicht stört, ist das ein wunderbarer Score.

Meine Lieblingstracks waren immer der erst Track:

"To Think of a Story", was auch den Beginn des Films darstellt, also quasi den Main Title. Schön dramatisch und kraftvoll.

Klasse ist auch der Track 9 "The Creation". Ein temporeiches Actionstück, was die Szene untermalt, als Victor den Frankenstein zum Leben erweckt. Die Szene im Film wird durch das Overacting und die übertrieben Inszenierung von Brannagh etwas versaut, aber das Stück ist so, wie ich mir Harry Potters Kampf mit dem Drachen gewünscht hätte. Das Stück hat Tempo und eine wunderbaren Spannungssteigerung.

Wenn Du denn "damals" in großartiger Erinnerung hattest, dann kannst Du bedenkenlos zugreifen. Der hat meiner Meinung nichts an Kraft und Ausdruck verloren. Damals war Doyle richtig gut. Jetzt wo ich das auch wieder mal höre, wird mir wieder bewußt, wie einfallslos und zusammenhanglos sein Potter Score war.

Wenn Dir schon sein Frankenstein Score in guter Erinnerung war, dann solltest Du Dir mal seine Musik zu "Needful Things" gönnen. Das Ding ist schöne böse und zynisch (wie auch der Film) allerdings hat er auch auf klassische Musik zurück gegriffen: Schuberts Ave Maria und Peer Gynt: In der Halle des Bergkönigs. Im Film ist das an einer richtig bösen Stelle eingesetzt. Der Score wartet auch mit ein paar netten Chorpassagen auf. Die Atmosphäre ist zwar nicht ganz so dicht wie bei Frankenstein, aber der Film ist ja auch eher etwas leichtfüßiger. Eine hüsch fiese Verfilmung eines hübsch fiesen Stephen King Buchs.

Gruß Jafar

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Ey was soll denn das hier?

Da freut man sich mal der erst Antworter sein zu können, schmeist die CD in den Player und versucht war brauchbares zusammenzuschreiben, und plötzlich wird der Thread mit einem anderen Zusammengwürfelt und mein Posting liest sich so, als ob ich nicht fähig wäre mir einen Thread von Anfang bis Ende durchlesen könnte.:):motz::rolleyes:

:D

Gruß Jafar

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Ganz ruhig, der Fehler liegt bei mir :rolleyes:.

Deine Beschreibung ist sehr toll, danke dafür :) und ich werde mal Ausschau nach dem Score halten.

Besonders, nachdem ich das hier gehört habe:

[ame=http://www.youtube.com/watch?v=1XKiFUIW56s]YouTube - Please Wait - Patrick Doyle - Frankenstein[/ame]

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*lach* Jafar, keine Bange... dein Beitrag ist sehr schön verfaßt und vom Empfehlungsgehalt her äußerst brauchbar :).

Ich habe mich nur gewundert, dass der Prinz einen neuen Frankenstein-Thread kreierte, wo es doch bereits einen gab, in dem er zudem auch schon gepostet hatte :D. Aber, er hat sich deswegen ja selbst mittlerweile sinnbildlich ins Hinterstübchen getreten :rolleyes:.

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Bei Doyle lag es sicherlich an der Leukämie. Nach der Krankheit hat er sich irgendwie nie wieder richtig aufrappeln können. Keines seiner Werke konnte es danach mit dem aufnehmen, was er von den 80ern an bis in die Mitte der 90er komponiert hat.

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@Thomas Nofz: Meine "Golden Age der Neuzeit" beginnen ein bißchen früher so von 1977 (Star Wars) bis in die 90er.

Was da an Klasse Scores geschrieben wurden. Da war Hans Zimmer und James Horner noch richtig innovativ :). Ende der 90er ist gefühlt bei allen Komponisten die Experimentierfreude abhanden gekommen und eingeschränkt worden.

Ich hoffe, daß ich filmmusikalisch noch mal so etwas wie diese Zeit erleben darf.

Gruß Jafar

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