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Mephisto antwortete auf Mephistos Thema in Der musikalische Rest
Symphonie in C - Igor Strawinsky 1940 feierte das Chicago Symphony Orchestra sein 50-Jähriges Bestehen und Strawinsky zu diesem feierlichen Anlass enstandene Symphonie ist ein neoklassizistisches Werk reinster Güte, denn seit seine "Geschichte des Soldaten" bis hin zu seiner 1951 vollendeten Oper "The Rake's Progress" bestimmte eine Rückbesinnung auf Formen und kompositorische Mittel vergangener Epochen. Strawinskys Zitat: "Je mehr die Kunst kontrolliert, begrenzt und bearbeitet wird, umso freier ist sie." dürfte an diesem Werk bestens nachzuweisen sein, denn tatsächlich besinnt sich Srawinsky hier auf das klassische viersätzige Konzept einer Symphonie mit einem Sonatenhauptsatz an der Spitze, einem weziten langsamen Satz, einem schnelleren tänzerischen dritten Satz und einem Finale. Auch die Themen sind klar voneinander zu unterscheiden und die Orchestrierung größten teils konventionell angelegt. Trotzdem lässt sich natürlich in jedem Takt eindeutig ein Strawinsky der Moderne nachweisen, wie schon zu Beginn, als Strawinsky das erste Thema stets auflaufen lässt, um es dann wieder "abzuwürgen", bis es sich dann schließlich in der Oboe frei entfalten darf. Auf dieses sture rhythmische Verbeißen auf einige kleine Motive wie kurz vor Beginn der Reprise (in der Reprise wird der "Hauptteil" des Satzes nach einem längeren Teil, in dem der Komponist mit seinen Themen "spielt", wieder voll ausgespielt, allerdings mit der Änderung, dass beide Themen des Hauptteils jetzt in derselben Tonart stehen) und auch diese Verichtung in den Streichern bis zum verschärften dissonanten (schrill klingengem) Akkord (Zusammenklang mehrerer Töne) des gesamten Orchesters. Auch der zweite Satz ist sehr komplex gearbeitet und die Themen vielfältig miteinander verstrickt. Der relativ kurze dritte Satz ist sehr tänzerisch und trotz aller harschen Harmonik lyrisch gehalten, bevor das Finale von einem interssanten Blechchoral eröffnet wird und die Symphonie mit demselben auch wieder schließt und so überraschend ruhig ausklingt. Zirkuspolka - Igor Strawinsky Die Zirkuspolka entstand ein Jahr später als die Symphonie für den Ringling Brothers & Barnum & Bailey Circus, die eine Ballettaufführung mit je 50 Ballerinen und Elefanten, die ebenfalls in rosa Tutus steckten. Die Choerographie entwarf George Balanchine, mit dem Strawinsky eng befreundet war und der auch Strawinsky als Komponisten vorschlug. Die knapp 5 Minuten lange Komposition ist durchweg unterhaltsam, das Orchester trottet ein wenig plump daher. Trotz der Angabe, dass es sich hier um eine "Polka" handelt, ist die Kompnosition mit den für Strawinsky typischen steten Taktwechseln durchzogen. Besonders die Bläser (insebsondere Klarinetten und Piccoloflöten) haben hier besonders amüsante Partien zu spielen, bevor sich das Orchester zu einem einheitlichen marschartigen Thema aufrafft. Diese letzten Takte sind allerdings ein Zitat von Robert Schumanns "Militärmarsch", jedoch wurde dies stets von Strawinsky bestritten. Strawinsky selbst schrieb diese Komponistion für Klavier, entwarf zwei Jahre später eine Orchesterfassung. Interessant dürfte für einige hier sein, dass auch David Raksin eine Fassung für Blasorchester und Orgel schrieb. Mittlerweile ist dieses Stück auch oft in Kinderkonzerten zu hören. Für Groß und Klein ein kurzweiliger Spaß. Ich habe die Einspielung beider Werke auf einer Schallplatte der Deutschen Grammophon Gesellschaft der Berliner Philharmoniker unter ihrem damaligen Chefdirigenten Herbert von Karajan gehört. Karajan scheiterte grandios an Strawinskys "Sacre" (Strawinsky zu Karajans Sacre-Einspielung: "Karajan hat meine Musik nicht verstanden.") und versuchte, der brutalen archaischen Musik romantischen Gestus einzuverleiben - lustig aber nicht wirkungsvoll. Mit den neoklassizistischen Werken ist Karajan jedoch in recht gewohnter Umgebung, die typischen Strawinsky-Elemente sind auch gut hervorgearbeitet, fallen aber nicht aus dem Rahmen. Die Zirkuspolka trottet herrlich vor sich hin. Mir ist nicht bekannt, dass diese Aufnahme bereits auf CD erschienen ist. Sie ist aber allemal empfehlenswerter als Karajans "Sacre" (Sebastians und meine Meinung zu der besten Einspielung ist bekannt), denn der kommt genau so lustig daher wie die Zirkuspolka, nur ungewollt. -
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Mephisto antwortete auf Mephistos Thema in Der musikalische Rest
Bitte, unbedingt schreiben, falls Du noch etwas schreiben willst! Ich hab' das ja hier nicht gepachtet! Ich kenne allerdings viele Leute, die die neoklassizistische Phase Strawinskys als Rückschritt sehen und diese Musik "altbackend" finden. Natürlich faszinieren einen auch diese gewaltigen Sachen wie Sacre" sehr, aber trotzdem ist auch in den so "altbackend" daherkommend zu scheinenden Kompositionen oft noch viel zu entdecken. Daher gab's bei mir heute mal: Itzhak Perlman spielt Strawinsky: Divertimento, Duo Concertante Suite Italienne Itzhak Perlman spielt Strawinsky: Divertimento, Duo Concertante Suite Italienne Tatsächlich sah Strawinsky einige Zeit nach seinem überragenden Erfolg der drei frühen Ballette kein wirkliches Ziel mehr in seinem momentanen Stil und berief sich daher immer mehr auf alte Komponisten, deren Kompositionsweisen er sich annahm und auf deren Stile er sich berief. All dies tat er jedoch nie, um historische Stilmitte für seine Zwecke zu entfremden, sondern es scheint eher so, als habe Strawinsky sich in ein Kostüm mit Puderperrücke und Rüschenhemd geworfen, aber sein musikalisches Ich nie komplett abgelegt, sondern mit dem historischen Gewand verschmolzen. 1931 machte Strawinsky die Bekanntschaft mit dem jungen Violisinisten Samuel Dushkin und man bat ihn, etwas für den jungen Instrumentalisten zu komponieren, doch Strawinsky lehnte ab, da er glaubte, der Violine als virtuosem Instrument nicht gerecht werden zu könne. Schließlich konnten die Bemühungen Hindemiths und seines Verlegers Strawinsky jedoch überzeugen und so schrieb er in enger Zusammenarbeit mit Dushkin ("Das Konzert soll nach Violine stinken!") das Violinkonzert, das im Oktober 1931 unter Strawinskys Leitung in Berlin uraufgeführt wird. In den folgenden Spielzeiten reisten der Komponist und der Solist auf Einladungen durch ganz Europa und inzwischen verband die beiden Männer eine fruchtbare Freundschaft. Strawinsky war inzwischen bemüht, weitere Werke für die beiden zu schreiben, um dem Programm etwas eigenständiges zu bieten, allerdings war er von der Kombination von Klavier und Violine absolut nicht angetan, da er den Klangcharakter beider Instrumente für nicht vereinbar hielt. Auf der anderen Seite reizte es ihn, sich dem Problem zu stellen wobei allerdings pragmatische Lösungen hinter den künstlerischen Zielen zurücktreten mussten. Wie auch das Violinkonzert sind die auf diesem Album zu hörenden Werke inmitten Strawinskys neoklassizistischer Phase entstanden und unterscheiden sich deutlich von seinen früheren Werken, wobei nur das Duo concertant die einzige Komposition Strawinskys für Violine und Klavier ist, die auch wirklich für diese Besetzung konzipiert wurde. Hier wurde versucht, sich auf die Form des Hirtenliedes der Antike zu berufen, wobei schon gleich der erste Satz, die "Cantilène" mit den teils harschen Harmonien und dem recht ruppigen Charakter zu beginn wenig auf einen cantablen=liedhaften Charakter deuten. Im zweiten Satz, der ebenfalls in zwei Nummern unterteilt ist, kommen allerdings einige folkloristische Elemente gut zur Geltung, so werden zu Beginn gleich die Basstöne eines Dudelsacks imitiert und dem warmen Charakter des zweiten Abschnitts. Die "Gigue", die auf einem Tanz beruht, ist sehr kraftvoll und der längste Teil der Komposition und passt mit dem recht forschen und rohem Charakter wirklich in die antike Hirtenwelt genau so wie der sehr stimmungsvolle lyrische letzte Satz mit seinen idyllischen und sehr ruhigen Elementen. Das Divertimento ist eine Bearbeitung Strawinskys Musik zu dem 1928 uraifgeführtem Ballett "Der Kuss der Fee" nach einem Märchen von Hans Christian Andersen. Die Premiere war kein großer Erfolg und der Strawinsky hgefiel die Choreographie nicht während der Impressario Diaghilew Strawinsky dafür kritisierte, Themen von Tschaikowsky in seiner Musik verwendet zu haben, da er den Komponisten nicht mochte. 1931 erstellte Strawinsky zu dieser Musik ebenfalls eine Suite und später diese Fassung für Violine und Klavier, wobei der erste Satz fast das komplette erste Bild des Balletts enthält, der zweite große Teile des zweiten Bildes und der dritte Satz eine Kurzfassung des dritten Bildes ist. Der letzte Satz allerdings ist eine Zusammenfassung der Musik Strawinskys zu dem Ballett "Pas de deux". Obwohl es sich hier um zwei verschiedene Werke handelt, ist der Charakter dieses Stücks sehr homogen. Die Musik klingt für Strawinsky sehr gesittet, von harschen Wendungen wie noch im Duo concertant wurde komplett abgesehen und wenn man nicht wüsste, dass es sich hier um den neoklassizistischen Strawinsky handelt, hätte man in diesem Werk auch ein romantisches Stück Kammermusik vermuten können. Beim genauen Hinhören allerdings offenbahrt Strawinsky mit seinen teils rhythmisch sehr markanten Spielereien jedoch sein unveränderliches musikalisches Ich. Die "Suite italienène" ist eine Bearbeitung Strawinskys Musik zu dem 1920 entstandenen Ballett "Pulcinella", welche sich hauptsächlich an klasisschen italienischen Komponisten anlehnt und in dieser Kammermusikfassung ohne die Wucht des Orchesters sehr bieder wirkt. Hier kann man größtenteils die Enttäuschung derjenigen nachvollziehen, die in Strawinsky den bahnbrechenden Komponisten sahen und jetzt kopfschüttelnd seine Hinwendung zu aler Musik verfolgten. Diese Stück ist zwar ganz nett, aber eher so der Strawinsky für Zwischendurch. Insgesamt bekommt man hier auf einem Album drei sehr unterschiedliche Stücke: Das harsche bäuerliche Duo concertant, welches auch noch die einzige originale Komposition für diese Besetzung darstellt, das sehr schöne romantisch angehauchte Divertimento, welches mein persönlciher Favorit des ist und die italienische Suite, die zwar hält, was der Titel verspricht, darüber hinaus aber nicht so interessant und originell wirkt wie die anderen beiden Werke. Das Spiel Itzhak Perlmans und des Pianisten Bruno Canino auf dieser vom Emi produzierten Aufnahme ist über jeden Zweifel erhaben. Das Duo spielt die jeweiligen Stücke in genau dem jeweils entsprechenden Charakter technisch brillant aber auch mit Seele. Der etwas gediegene Strawinsky wäre ein idealer Einsteiger für Leute, die sich mit den frühen schillernden Balletten oder den etwas sperriger erscheinenden Kammermusikwerken schwer tun. Leider ist die CD mittlerweile vergriffen und nur noch gebraucht ab 29,99 zu haben. Sollte man sie aber irgendwo entdecken und auf kleinere und feinere Stücke stehen dann unbedgint mal reinhören! -
Die Vorankündigungs-Veröffentlichungs-und-Gerüchte-Küche (Teil 2)
Mephisto antwortete auf Marcus Stöhrs Thema in Scores & Veröffentlichungen
Die Frage ist nur, was da alles mit Geräuscheffekten versehen ist... -
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Mephisto antwortete auf Mephistos Thema in Der musikalische Rest
Schön, dass sich noch jemand "outet" . Ja, das kann ich ein bisschen nachvollziehen, aber sollte Dich etwas wirklich interessieren, immer nachfragen (zumal ich glaube, dass dir der Sacre mit seinen pulsierenden Rhythmen echt gefallen könnte). Diese Beiträge verfasse ich oft sofort nach dem Hören und schreibe einfach nieder, was mir in Erinnerung geblieben ist oder was ich über die Stücke so weiß (weil in irgendwelchen Booklets geblättert oder im Internet gelesen). Ich versuche aber trotzdem, immer drei Aspekte beizubehalten: 1.) Wieso gibt es dieses Werk und warum hat der Komponist es so komponiert, wie er es komponiert hat (Ballett-Rahmenhandlung etc) 2.) Beschreibung der Musik, wobei ich manchmal auf Fachbegriffe zurückgreife, weil man einige Dinge schwer ohne musikalische Begriffe erklären kann. Ich suche aber eigentlich immer nach zusätzlichen gut beschreibenden Worten wie "mystisch, lyrisch, brachial etc. 3.) Wie ist die jeweils gehörte Aufnahme denn bei den unzähligen verschiedenen Aufnahmen ist es oft ein Problem, die Einspielung zu finden, die einen selber voll und ganz zufrieden stellt wie Gielens "Eroica" oder Boulez' "Sacre". Wen ich dann im Nachhinein mal die Texte überfliege um zu sehen "Was habe ich denn so vor einigen Monaten gehört und wie fand ich das denn so?" merke ich schon, wie diese Texte oft runtergerasselt sind bei den ganzen Flüchtigkeitsfehlern... -
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Mephisto antwortete auf Mephistos Thema in Der musikalische Rest
Vielen Dank! Freut mich, dass meine Beiträge hier auch gelesen werden, denn ich hoffe ich kann den Einen oder Anderen mal für einige dieser Werke interessieren, denn vieles, besonders der Strawinsky dürfte einigen hier gefallen. Ich finde, es ist auch wichtig, einmal die Wurzeln der Musik, die wir hier hauptsächlich im Forum diskutieren, zu kennen und Strawinsky steckt besonders in Williams aber auch Goldsmith drin. Mahler in den ganzen Golden-Agern und all diejenigen, denen es momentan zu wenig große Orchestermusik in der Filmmusik gibt rate ich, sich einmal im historischen Kunstmusikbereich umzusehen. Geht auch bald weiter mit dem guten Igor, er war einfach eine coole Sau unter den Komponisten -
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Mephisto antwortete auf Mephistos Thema in Der musikalische Rest
Igor Strawinsky - Le Sacre du Printemps Igor Strawinsky - Le Sacre du Printemps Mit dem letzten der drei frühen Ballette setzte Strawinsky einen Meilenstein, der sich in Neuartigkeit, Kraft und Gewalt deutlich von den beiden anderen Werken abhebt. Die Reaktionen des Publikums bei der Uraufführung sind bekannt: Man beleidigte sich, prügelte sich, ohrfeigte sich, pfiff, ahmte Tierlaute nach etc. Die Frage ist natürlich, was nach jahrezntelanger Überlieferung nicht alles hinzugedichtet oder nach sofort niedergeschriebenem Bericht gleich erfunden wurde. Fakt ist jedenfalls, dass die Premiere alles andere als ruhig verließ. Mittlerweile gibt man aber der Unwissenheit des Publikums, das schon zu Beginn sofort darauf bedacht war, Blödsinn zu machen, die Schuld als der grandiosen Musik Strawinskys, die mittlerweile öfter Konzertant als mit Choreographie zu hören ist. Die Rahmenhandlung spielt im heidnischen Russland, wo zu Beginn des Frühlings eine Jungfrau, ausgewählt von den alten weisen des Stammes und nach diversen Huldigungsritualen geopfert wird, damit es ein guter Frühling wird. Hierzu wird die Erwählte zuerst verherrlicht und dann tanzt sie sich selber zu Tode. Strawinskys Musik ist durchweg von einer Urwüchsigkeit und mystisch-dunkler Stimmung durchwoben. Schon der Beginn mit dem äußerst hohen Fagottsolo und den immer dichter werdenden weiteren Holzbläsersoli, die alle auf russischen Volksmelodien beruhen, zieht einen in den Bann, danach erklingen sofort die berühmten Stoßhaften Akkorde mit den Stets gegen den Strich gesetzten Akzenten. Danach wird die Musik von mal zu Mal immer kraftvoller, brutaler, von einigen ruhigen Passagen wieder durchsetzt, bis das Orchester selbst unter krampfhaften Zuckungen aufstöhnt und die Musik schließlich erschöpft - wie auch das Mädchen - zusammenbricht. Zwar durchziehen einige Themen und Melodiefragmente, die ebenfalls alle auf traditionellen russischen Melodien beruhen, die Musik, wie die herrliche vierstimmige Trompeten-Passage, die später nochmal in den Violinen erklingt und der Musik einen besonders heidnischen Anstrich verpasst, aber viel bedeutender für die Komposition des Sacre war für Strawinsky die arbeit mit kleinen Motivzellen, die besonders durch ihre markant rhythmische Prägung beeindrucken und auf die sich die Musik immer wieder fest beißt, die blockieren und miteinander verzahnt werden und all das geschieht mit einer solchen Meisterhaftigkeit, dass der Zuhörer für eine halbe Stunde wie gebannt ist. Das Orchester ist sehr üppig besetzt und Strawinsky kitzelt auch die kleinste instrumentatorische Nuance aus seinm gewaltigen Apperat heraus. Solche Gewalt, solche Brutalität ist in der Orchesterliteratur zumindest 1913 einmalig gewesen! Die Einspielung unter dem (mittlerweile) glühenden (frühen) Strawinsky-Verehrer ist bei der Deutschen Grammophon Gesellschaft erschienen und meines Erachtens die beste Aufnahme dieses Werkes. Der Klang ist unglaublich kraftvoll und klar und das Orchester spielt perfekt. Boulez' Dirigat selbst ist unglaublich energisch und kraftvoll. Diese Aufnahme übertrifft sogar die Aufnahme unter Strawinsky selber, denn hier schwimmen die Musiker häufig einmal davon. Wer den "Sacre" einmal mit aller Gewalt durch die Boxen jagen will, sollte es mit dieser CD tun. Es ist natürlich überflüssig zu erwähnen, dass dieses Werk verkappt auch in vielen Filmmusiken von John Williams wie "Star Wars" oder sogar Poledouris' "Conan" zu finden ist. -
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Mephisto antwortete auf Mephistos Thema in Der musikalische Rest
Petruschka - Igor Stravinsky Während seiner Arbeit am "Sacre" biss sich in Strawinskys Gedanken immer mehr das Bild eines Hampelmanns fest, der vor dem Orchester rumturnt und es reizt, bis es ihn mit brutalen Fanfaren bekämpft und die Gliederpuppe schließlich zuzsammenbricht. Erst wollte Strawinsky daraus ein Konzert für Klavier und Orchester schreiben, aber der Ballettdirektor Diaghilew animierte den Komponisten, der für ihn schon "Der Feuervogel" geschrieben hatte, aus diesem Stoff ebenfalls ein Ballett zu machen. So entstand die Geschichte um den klassischen russischen Mitleidshelden, die lebendige Marionette Petruschka, der von einem Gaukler und Scharlatan auf Jahrmärkten zur Schau gestellt wird und sich in eine dumme und naive Tänzerin verliebt, die sich jedoch nicht für den unter seiner Hässlichkeit leidenden Petruschka entscheidet, sondern den den kräftigen Mohren entscheidet. Dieser wirft Petruschka, der sich um die Ballerina bemühte, auch schließlich aus seiner Wohnung, verfolgt ihn und erschlägt den armen Kerl schließlich. Der Gaukler beweist dem Volk auch noch, dass es sich bei Petruschka immernoch nur um eine Puppe handelt. Doch Petruschkas Geist verhöhnt ihn und macht ihm eine lange Nase, sodass der Gaukler flieht. Strawinskys Musik kam bei der Uraufführung gut an, obwohl "Ptruschka" schon schwerere Kost ist als "Der Feuervogel" mit den kantigen dissonanten Klängen und den rhythmisch verschobenen polyphonen Stimmen. Die Musik bedient sich teilweise der Leitmotivtechnik, sodass fast jeder Situation und jedem Charakter ein eigenes Thema mit eigener Instrumentierung und Charakter zugeordnet wird. Schon die Eröffnungsfanfare des Jahrmarkts und das darauf folgende Gewirr von bunt durcheinander geworfenen Volksliedern lässt dem Hörer sofort das wilde Treiben vor Augen steigen. Hier zeigt sich in der Kombination und dem einzelnen Aufbegehren und Abklingen der jeweiligen Elemente Strawinskys gekonnte Komposition. Auch der bedorhliche Auftritt des Gauklers, dessen weitere Passagen von einer mystischen Chromatik untermalt werden und der klagenden äußerst lyrischen Musik Petruschkas, in dem auch teilweise chromatische Elemente auftauchen, um die Verbindung zum dämonischen Puppenspieler herzustellen sind wahrhaft meisterlich komponiert. Selbiges gilt auch für die melodische Trompete für die Ballerina und den unbeholfenen Rhythmus des Mohres sowie deren Tanzversuch, der mit zwei völlig aneinander vorbei laufenden Tänzen untermalt wird - herrlich. Strawinsky überarbeitete seinen "Petruschka" nochmal 1946 und führte einige Kürzungen durch und erweiterte außerdem den Solopart des Klaviers, was seinem ursprünglichen Gedanken entspricht. Besonders für Filmmusikfreunde eignet sich "Petruschka" ideal, denn obwohl Strawinsky diese Fassung für's Konzert erstellte gibt es sehr viel beschreibende Elemente (im Gegensatz zu der gekürzten "Feuervogel"-Suite") und die die Stimmungen sind jeweils genial getroffen. Carlo Maria Giulini spielte diese Suite in einer tollen Fassung mit dem Chicago Symphony Orchestra ein, die auf der oben genannten Box zu finden ist. Ich möchte diese Aufnahme wirklich jedem ans Herz legen - es lohnt sich! -
Da ich mich immer mehr mit älteren Filmmusiken beschäftige und die Werke der letzten fünf Jahre fast unbeachtet an mir vorbeigezogen sind (global, nicht nur in Deutschland) kann ich mich nur für Wengenmayr und Barsottis "Wunder von Bern" begeistern. Riedels "Hui-Buh" fand ich sehr schön zuckrig und hübsch orchestriert, aber es fehlte mir eine gewisse Schwere, da knallt Wengenmayrs Musik zu den Bully-Filmen besser. Mein absoluter Favorit besonders wegen der tollen Kindheitserinnerungen ist und bleibt Martin Böttcher! Danach kommt Peter Thomas, der mit seinen oft experimentellen Sachen sehr charakteristische Filmmusiken schrieb.
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Bis jetzt sind alle vier noch zu haben. Ich schätze, dass "Flesh & blood", vielleicht auch der Golden-Age-Dopller am Schnellsten weggehen. Die "Navy Seals" sind - glaube ich - nicht so begehrt. Ich denke auch, dass der sowie der Golden-Age-Doppelpack hier in Deutschland am längsten zu humanen Preisen zu haben sein werden.
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Stravinsky spielt Stravinsky: Der Feuervogel Zum Komponieren am Klavier äußerte sich Stravinsky folgendermaßen: "Ich halte es für tausendmal besser in direktem Kontakt mit dem physischen Klangmedium zu komponieren als in dem abstrakten Medium der Vorstellungskraft." Doch nicht nur zum Komponieren nutzte der damals noch junge russische Komponist das Klavier. Denn zu Zeiten vor der Schallplatte ermöglichte ihm die Pianorolle der automatischen Klaviere, seine eigene Musik selbst einzuspielen und so festzuhalten, wie er sie auch in Zukunft interpretiert wünschte: "Dieses Mittel ermöglichte es mir, für alle Zukunft die richtigen Tempoverhältnisse und Nuancen meiner Wünsche gemäß festzuhalten." Später konnte Stravinsky seine Werke schließlich mit vollem Orchester einspielen und sie so originalgetreu der Nachwelt hinterlassen, doch trotz des von Strawinsky selbst dirigerten "Feuervogels" ist diese Aufnahme ein wertvolles Juwel, lernen wir von dem großen Komponisten noch eine weitere Seite kennen: Den Virtuosen! Strawinsky meistert die Klavierfassung seines vollständigen "Feuervogels" meisterhaft, doch trotzdem kann man am Klavier die verschiedenen Farben, das märchenhaft flirrende und die wundervollen Nuancen dieser Komposition nur erahnen. Trotzdem, ungemein interessant! -
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Igor Strawinsky - Der Feuervogel 1909 erhielt der als Komponist des "Feuerwerks" bekannte Strawinsky telegraphisch den Auftrag an einer Balettmusik nach russischen Märchenmotiven, die der Choreograph Fokin zu einem Balett zusammengestellt hat: Der jugendliche Held Iwan Zarewitsch gelangt in den Garten des Zauberers Kastschei, der junge Prinzessinnen gefangen hält und alle Gegner und Eindringlinge zu Stein verwandelt. Im Garten gerät Iwan an das exotische Wesen des Feuervogels, den er zwar fängt, aber auf Bitten des Tieres sogleich wieder frei lässt. Zum Dank erhält er eine Feder, die er nur zu schwingen braucht, wenn er Hilfe benötigt, denn sofort würde dann der Feuervogel erscheinen. Das Geschenk des Feuervogels erweist sich als nicht allzu unnütz, als Iwan von Kastschei gefangen genommen wird. Das Balett wurde zu seiner Uraufführung äußerst wohlwollend aufgenommen. Die Musik erregte bei Größen wie Debussy wohlwollende Aufmerksamkeit und auch der Meister der Orchestrierung, Richard Strauss, lud Strawinsky sogar zu sich ein. Die Musik ist von sehr luftigen Charakter, das flirrende Wesen des Feuerzaubers, die jugendliche Unvernunft des Protagonisten und die düstere Bedrohung des Zauberers werden perfekt widergegeben. Insgesamt klingt das Werk sehr impressionistisch und märchenhaft. John Williams bediente sich mehr als ausgiebig für seine "Tinkerbell"-Passagen in "Hook" aus den Feuervogel-Afutritten. Insgesamt enthält die Musik auch sehr viel "Mickey-Mousing", sodass Strawinsky, der stets wollte, dass man seine Werke losgelöst von irgendwelchen anderen Einflüssen hört, zwei Suiten zum "Feuervogel" arrangierte. In der von Guilini aufgenommenen Fassung von 1919 kürzte Strawinsky nahezu alle Erzählmomente der Musik heraus, sodass nur die konzertanten durchkomponierten Stücke des Baletts zu hören sind. Die Aufnahmen der Strawinksy-Suiten mit Guilini wurden mittlerweile in einer Box veröffentlicht. Guilinis Interpretation ist sehr ausbalanciert, die bedrohlichen Momente kommen besonders düster und die Feuervogel-Passagen sehr flirrend und lebendig daher. Für Leute, die einen schönen Einblick in den "Feuervogel" haben möchten bestimmt eine gute Wahl. Feuervogel Suite Hier kann man das komplette Balett in einer der besten Aufnahmen bezüglich Interpretation und Klangqualität. Strawinsky - Feuervogel Diese CD sollte auch wegen der brillanten Einspielung des "Sacre" in keiner Sammlung fehlen. Der "Feuervogel" ist hier komplett in seiner vollständigen Fassung enthalten. Boulez dirigert dieses Werk meisterhaft und mitreißend. Unbedingt anhören, besonders Filmmusik-Liebhaber kommen hier auf ihre Kosten! -
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Leopold Stokowski dirigiert Bach "Was weiß ich, welcher Komponist einmal von grundsätzlicher Bedeutung sein wird! So widme ich mich ihm mit allem Ernst und lasse erst dann von ihm, wenn er Mode geworden ist.", so der experimentierfreudige am 18.4.1881 in Krakau geborene Leopold Antonin Stanislaw Boleslawowicz Stokowski. Für uns ist es kaum vorstellbar, dass der große Thomas-Kantor und Schöpfer der "Matthäus-Passion" lange Zeit ein unbeachtetes Dasein fristete. Erst Felix Mendelssohn-Bartoldy holte den längst vergessenen Komponisten mit der Aufführung eben jener Passion wieder aus der Versenkung und um 1900 bemühten sich Englands große Komponisten wie Elgar um eine Revision des Bach-Bildes und wollten den Komponisten wieder berühmt machen. Auch Stokowski, der "von Bach bis Schönberg alle gleichrangig zu behandeln trachtete" setzte sich auf seine Weise für den Thomas-Kantor ein und arrangierte verschiedene Werke für spätromantisch besetztes Symphonieorchester. Die entstandenen Bearbeitungen verfälschen die Bach'sche Musik natürlich ungemein ins Romantische, Üppige und teilweise sogar ins verklärt Elegische. Doch zu einer Zeit, in der "Werktreue" noch ein Fremdwort war (man höre sich nur Furtwängler-Einspielungen an) und sogar Größen wie Gustav Mahler Bachs Musik völlig verfremdeten tat Stokowski Bach mit der "Modernisierung" einen großen Gefallen. Seine Bearbeitungen, die er später sogar in Disney-Filmen unterbrachte, kamen besonders beim amerikanischen Punlikum an und wurden zum Hit. Auch der große Strawinsky meinte:"Das ist kongenial nachempfunden!" Andere warfen dem Dirigenten eine Bach-Entartung vor, doch dieser rechtfertigte sich, es ginge ihm "von Herzen" darum, "Den größten Komponisten aller Zeiten" für ein "größtmögliches Publikum genießbar zu machen." Ich kann mir vorstellen, dass auch heute noch diese Bearbeitungen beim großen Publikum ankommen könnten, während sich Bach-Kenner natürlich in den Sitzen winden würden. Die Frage ist allerdings, was Bach zu diesen Arrangements gesagt hätte. Ich persönlich hatte meine Freude an den von Decca auf eine Platte gepressten sechs ausgewählten Stücken, konnte mir aber ein fast durchgängiges Schmunzeln nicht verkneifen. Mittlerweile gibt es sämtliche Stokowski-Arrangements auf CDs. -
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Mephisto antwortete auf Mephistos Thema in Der musikalische Rest
Mozart in nordischem Gewand: Klaviersonaten von W. A. Mozart mit frei hinzukomponierten Begleitstimmen eines zweiten Klaviers von Edvard Grieg (Ed. Peters, Leipzig) Wir leben in einer Zeit des objektiven Musizierens. So versucht man, das jeweilige Werk so originalgetreu aufzuführen wie möglich. Anstatt Bach'sche Werke für's Cembalo mit dem Klavier einzuspielen, benutzt man mittlerweile wieder wie selbstverständlich ein Cembalo. Klassische Komponisten werden nicht mehr mit einem spatromantisch besetztem Streichersatz gespielt, wie es noch zu Furtwängler der Fall war und auch bei den Tempi orientiert sich der Interpret oft sehr genau an den vorgegebenen Metronomzahlen und nicht an seiner emotionalen Stimmung. Umso interessanter, dass Noten zu Zeiten Mozarts und Haydns kein eisernes Gesetz darstellten, sondern eher eine Art Spielvorlage und Vorwand, Musik zu machen. Zwar war der Improvisationsgedanke während des Musizierens nicht mehr so präsent wie in der Barockmusik, aber trotzdem waren Leuten wie Beethoven und sogar noch Mahler der Begriff "Werktreue" unbekannt. So ist es auch mit dem nordischen Komponisten Edvard Grieg, der zu einigen Klaviersonaten Mozarts Begleitstimmen für ein zweites Klavier komponierte und so an den alltäglich Usus der damaligen Zeit anknüpfte, als der Klavierlehrer das Spiel des Schülers an inem zweiten Insatrument mitgestaltete und voller werden ließ. Allerdings beschränken sich Griegs Erweiterungen ebenfalls auf einige Repetitionen, Dopplungen und einfache Kontrapunkte, die die Musik etwas "fülliger" erscheinen lassen. In seltenen Fällen erscheint es jedoch, als spielen die beiden Instrumente für sich und nicht miteinander. Griegs Aktion wurde schon zu Zeiten der Erstveröffentlichung sogar von einigen Bekannten kritisiert. So nordisch wie Grieg vorgeworfen wird, klingen die Arrangements allerdings wirklich nicht, dazu sind seine Eingriffe viel zu minimal. Auf alle Fälle sind diese Aufnahmen mit Hans Dieter Bauer (Grieg) und Siegfried Schubert-Weber (Mozart) ein interessantes Zeitdokument und besonders Schubert-Webers schwungvolle Mozart-Interpretationen hätte ich gerne einmal so gehört. Für mich, der ich mit Mozart nicht allzu viel anfangen kann, war diese Platte aus einem weiteren Grund sehr hörenswert: Endlich habe ich auch ein Mozart-Klavierwerk entdeckt, dass mir wirklich (auch ohne Grieg) gefällt: Die Fantasie in c-moll, KV 475. Außerdem werden auf dieser bisher nicht auf CD erschienenen Aufnahme folgende Sonaten zu Gehör gebracht: KV, 545, 283, 457, 533 -
FSM: POLTERGEIST von Jerry Goldsmith
Mephisto antwortete auf Csongors Thema in Scores & Veröffentlichungen
Ja, die ist es: Szene und Musik Habe den Film schon länger nicht mehr gesehen - und die Musik fatalerweise lange nicht mehr gehört Danke euch beiden! -
FSM: POLTERGEIST von Jerry Goldsmith
Mephisto antwortete auf Csongors Thema in Scores & Veröffentlichungen
Also um mal wieder auf die Veröffentlichung an sich zu sprechen zu kommen: Es gibt eine Szene im Film, in der die Mutter, glaube ich, auf irgendein Gebäude zugeht und da ein 20-Sekunden-Stück kommt, das nicht auf der Rhino enthalten ist. Nun vergleiche ich die Laufzeit und die Titel der FSM mit der Rhino-CD und merke, dass auch die FSM-DC dieses kurze Stück anscheinend nicht enthält. Wisst ihr, welches ich meine? Die CD von FSM ist jedenfalls gekauft, aber wenn ich bedenke, dass ich damals als Goldsmith-Verrückter noch 60,- für eine gebrauchte "Poltergeist"-CD oder für "The Edge" oder noch mehr für "Rent-a-cop" bezahlt habe... -
Teil I war eine Beleidigung des Piratengenres, Teil II immernoch unpassend und fürchterlich anzuhören und Teil III plötzlich wirklich Hammer! Einfach toll. Die CD war auch perfekt sequenziert. Wenn das so weitergeht, dann bin ich glücklich. Den Film finde ich auch unnötig, aber was will man machen. Oliver, wo genau hörst Du da Roses Thema? Die Melodiestruktur ist recht gleich, aber trotzdem...wenn er dieses Liebesthema abgekupfert haben sollte, dann eher aus "Rio Lobo". Und Roses Thema ist, soweit ich weiß, ein irisches Volkslied, das kam nämlich mal auf einer Englischlernkassette vor, als es um Irland ging und die ist Vor "Titanic" aufgenommen worden. Vom Cornelsen-Verlag...war damals aber noch nicht so involviert, dass ich es weiter recherchiert habe...
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Tadlow & Prometheus: CONAN THE BARBARIAN
Mephisto antwortete auf ein Thema in Scores & Veröffentlichungen
"In the booklet notes it clearly states that this film sound effect of metal screeching has been replaced with a much more musical effect ... that of a bowed tam tam and vibes harmonics. ..." Also er schreibt ja nicht, dass es weggelassen wurde sondern mittels eines gestrichenen Tamtams und Vibraphon-Obertönen. Es ist auch die Frage, ob Poledouris das vielleicht in seiner ursprünglichen Orchestrierung so haben wollte, schließlich braucht man da ja zwei Spieler für. In der Originalaufnahme wurde wahrscheinlich ein Tamtam gekratzt, aber auch ein mit einem Bassbogen gestrichenes Tamtam kann einen solchen Effekt erzielen und ist in der neuen Musik absolut gänig (Goldsmith führte diesen Effekt, glaube ich, das erste Mal in der Filmmusik mit "Alien" ein). Ein klassisch ausgebildeter Orchesterschlagzeuger sollte so etwas schon beherrschen, auch wenn es ein bisschen Übung erfordert. -
Ich höre gerade folgendes Album (Der musikalische Rest)
Mephisto antwortete auf Mephistos Thema in Der musikalische Rest
Nein, die oben genannte Box ist meine einzige Dvořák-Einspielung und wird es auch für eine lange Zeit bleiben. So sehr sagten mir die Werke halt nicht zu. Hast Du Dir den empfohlenen Zyklus schon gekauft? Der Preis ist natürlich hübsch, aber diese fatale Aufteilung der Symphonien auf 6 CDs scheint ja absolut furchtbar zu sein. -
Ich höre gerade folgendes Album (Der musikalische Rest)
Mephisto antwortete auf Mephistos Thema in Der musikalische Rest
Antonín Dvořák - 9 Symphonien Antonín Dvořák - 9 Symphonien Dvořák galt schon zu Lebzeiten als der "böhmische Brahms" und obwohl sich die Symphonien des Tschechen sehr an den Hamburger Meister erinnern, wäre es zu wenig, Dvořáks Einflüsse nur auf Brahms zu reduzieren, denn neben Brahms hatten auch weitere Komponisten wie Beethoven oder der "neudeutschen Schule" wie Wagner und Liszt einen erheblichen Einfluss auf dessen symphonisches Schaffen. Besonders die erste Symphonie sowie die Fünfte lehnen sich stark an das Vorbild Beethovens an, so folgt die erste Symphonie nicht nur im harmonischen Verlauf Satz für Satz der ersten Beethovens sondern auch die Instrumentierung weist deutliche Ähnlichkeiten auf. Doch auch wenn Dvořák sich an Vorbildern wie Liszt und Wagner orientiert, sollte der Hörer keineswegs derart ausladende Werke in Sachen Orchestrierung und Länge erwarten, denn Dvořák "entschlackt" den ausladenden Stil der neudeutschen Schule und ersetzt ihn mit einer klaren und durchsichtigen Orchestrierung (das Blech wird des Öfteren nur als Füllstimme eingesetzt) und wendet statt süffiger Klangeteppichen oder ausladenden Themen seinen eigenen folkloristisch orientierten Stil beim Themenschreiben an. Durchweg sind die höchstens rund 40 Minuten langen Werke von einem sehr durchsichtigen und heiteren Charakter geprägt, einzig die vierte und die siebte Symphonien sind von einer düsteren Grundstimmung geprägt. Die ersten beiden Symphonien wirken noch nicht so ausgereift wie die späteren Werke. Wirklich interessant ist die achte Symphonie, die zeigt, dass auch Dvořák die etwas festgefahrene Situation der Symphonie erkannt hat und auf seine eigene Art und Weise versucht, mit den Konventionen zu brechen. All sein symphonisches Schaffen wird schließlich von der wundervollen berühmten neunten Symphonie gekrönt. Hier übertrifft sich Dvorak vor allem an Themenreichtum, farbiger Orchestrierung und herrlichen Melodien, Wucht und Anmut, Eleganz und Schönheit. Ich persönlich hatte und habe mit den Dvořák-Symphonien durchaus einige Anlaufschwierigkeiten, denn als Liebhaber ausladenden Spätromantik und farbigen Moderne erschienen mit Dvořáks Symphonien stets ein bisschen zu leicht, heiter und konventionell. Erst nach mehrmaligen Hördurchgängen habe ich diese Werke als kleine Juwele der Symphonik schätzen gelernt und wenn man sich mal mit einer netten Dreiviertelstunde Musik vergnügen möchte, ist eine Dvořák-Symphonie eigentlich immer die richtige Wahl. Diese Gesamtaufnahme aller Symphonien sowie der böhmischen Suite ist sehr empfehlenswert. Die Tempi sind stets richtig gewählt, der Charakter der Musik immer richtig getroffen und das Orchester spielt von sehr gut bis gut. Dazu gibt's noch ein recht informatives Booklet inklusive eines Interviews mit dem Dirigenten. Für Einsteiger und Liebhaber bietet diese Box ein preiswertes Vergnügen. -
Die Vorankündigungs-Veröffentlichungs-und-Gerüchte-Küche (Teil 2)
Mephisto antwortete auf Marcus Stöhrs Thema in Scores & Veröffentlichungen
Und nicht limitiert , sehr löblich. -
Die Vorankündigungs-Veröffentlichungs-und-Gerüchte-Küche (Teil 2)
Mephisto antwortete auf Marcus Stöhrs Thema in Scores & Veröffentlichungen
"Patton"? Naja, warum nicht. So genial, dass es Goldsmiths bester sein soll, fand ich den eigentlich noch nie. Habe alle drei Fassungen (FSM, Tsunami, Neueinspielung). Da muss schon einiges passieren, dass ich den nochmal kaufe. -
demnächst von perseverance - remo williams von craig safan
Mephisto antwortete auf starbackss Thema in Scores & Veröffentlichungen
Wenn's doch "Wolfen" von Safan gewesen wäre... -
Veröffentlichung - Piero Piccioni: La Tempesta
Mephisto antwortete auf ein Thema in Scores & Veröffentlichungen
Hmmm..ich stehe ja auf dieses ganze Antik-Zeug, aber ich befürchte, diese CD muss erstmal wie die anderen Italo-Scheiben warten. -
Was ich schade finde ist, dass man für Alfred Newmans "Wilson" in Neuzustand verdammt tief in die Tasche greifen muss. Ansonsten konnte ich in letzter Zeit noch einige größere Lücken schließen. Wirklich wichtige Dinge fehlen nicht mehr, nur noch Sachen, um die Sammlung zu komplettieren.