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Mephisto antwortete auf Thomas Nofzs Thema in Filmmusik Diskussion
Sieht nicht allzu gut aus. Ich würde ihn nehmen, wo ich ihn nur kriegen kann. -
Ich höre gerade folgendes Album...(Teil 2)
Mephisto antwortete auf Marcus Stöhrs Thema in Filmmusik Diskussion
Gladiator - Hans Zimmer, Lisa Gerrard, Klaus Badelt, Djivan Gasparyan Gladiator - Hans Zimmer, Lisa Gerrard, Klaus Badelt, Djivan Gasparyan Als Wolfgang Petersen die Regie für "Gladiator" angeboten wurde, lehnte dieser ab, weil er nicht an den Erfolg eines Historienspektakels mit antiker Thematik seit den 60er Jahren glaubte. Also gingen die Produzenten zu Ridley Scott, der seit "Balde Runner" eigentlich keinen Erfolg mehr gelandet hat aber für seine optisch pedantische und ästhetisch beeinruckenden Inszenierungen und Bilder bekannt ist und der nur antwortete: "I think I can make it." Als der Film schließlich 2001 in die Kinos kam, trat "Gladiator" eine gewaltige Lawine von Straßenfegern rund um antike Helden ("King Arthur", "Alexander") und Schlachten ("Die letzte Legion", "Troja") los, denn Scott war es vorbildlich gelungen, das Historienepos zu entstauben und in die moderne Inszenierung des neuen Jahrtausends zu hiefen. Dabei wurde wie auch früher relativ locker mit historischen Fakten umgegangen. Der für Ridley Scott sehr typisch äußerst lang und aufwändig in Szene gesetzte Film bleibt auch zehn Jahre nach dem Start der erfolgreichste Sandalenfilm der Neuzeit. Als Ridley Scott seinen damaligen Hauskomponisten Hans Zimmer anrief und ihm das Projekt anbot, musste der erstmal lachen und meinte, er solle nicht ernsthaft Musik zu Männern in Röckchen mit Kurzschwertern schreiben? Scott bot ihm daher an, ihn auf dem Set in England für die Germanenschlacht zu besuchen. Wenige Momenten nach seiner Ankunft war Zimmer klar, dass er sich sofort an die Arbeit machen würde und schrieb neben einem modernen Klassiker wahrscheinlich eine der wegweisendsten Filmmusiken des neuen Jahrzehnts. Anstatt sich auf von Rozsa und Newman eingeführte Traditionen der Filmmusik zu berufen, ging Zimmer den antiken Stoff von einer völlig neuen Seite an. Natürlich arbeitete der Chef der Media-Venture-Studios auch hier mit einer groß angelegten Orchesterbesetzung, die vor Allem von den Streichern und dem Blech dominiert wird. Allerdings fügt er dem Instrumentarium weitere Elemente hinzu wie das Duduk, das armenische Nationalinstrument, das der Klarinette ähnlich ist und das mit seinem etwas altertümlichen Klang antike Athmosphäre in die Musik bringen soll. Das Instrument wird vom Virtuosen Djivan Gasparyan gespielt, der auch an einigen Stücken mitarbeitete. Ein weiterer äußerst entscheidender Bestandteil ist die Stimme Lisa Gerrards, deren klagender Gesang bei schicksalsreichen Szenen eingesetzt wird und deren Passagen auch von Gerrard selbst komponiert wurden. Um schließlich die Wurzeln des Protagonisten, des römischen Feldherrn Maximus Decimus Meridius, musikalisch zu charakterisieren griff Zimmer auf die Gitarre zurück, die von Heitor Pereira gespielt wird. Diese drei Solo-Elemente boten Zimmer alleine verschiedene Klangfarben, mit denen er auf verschiedene Aspekte und Themen des Films eingehen konnte doch auch in den überiwegend vom Orchester getragenen Kompositionen ist die Musik sehr variabel. Wie auch schon die Filme der 60er Jahre war "Gladiator" von Leni Riefenstahls "Triumph des Willens" zumindest optisch inspiriert, was besonders deutlich während Commudus' Ankunft in Rom wird. Hier komponierte Zimmer eine wagnerianisch Anmutende Passage mit ausladenden Dreiklangsbrechungen in den Streichern und noblen Motiven der Hörner, die sogar mit dem Chor gekrönt wird. Für Maximus' Zeit als Gladiator in Zucchabar schrieb Zimmer einige orientalisch anmutende Momente mit Schalmay-Soli und arabischer Perkussion, natürlich nicht ohne auch ausgiebig auf die Zigeuner-Tonleiter zurückzugreifen. Die tragischen Momente wie die Ermordung des Kaisers durch den eigenen Sohn, das Gespräch zwischen Maximus und Proximo oder Commodus' Drohungen gegenüber seiner Schwester werden mit dramatischen Passagen hauptsächlich für Streicher unterlegt, die teilweise weit über Zimmers typische d-moll-Kadenzen hinausreichen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt filmisch wie musikalisch natürlich auf den Actionszenen, zu denen Zimmer überraschend szenenbezogen komponierte, sodass melodisch-glatte Stücke wie in "The Rock" hier nicht auftauchen. Das Orchester bricht voll heraus, um sofort wieder inne zu halten, sich weiter zu setigern und in endgültigen Ausbrüchen alle Kraft loszulassen. Die Actionmusik ist überraschend gut durchkomponiert und strukturiert und wartet natürlich teilweise mit typischen Zimmer-Action-Motiven auf. Den Mittelpunkt der beiden großen Schlachtmusiken macht allerdings das "Gladiatoren-Walzer"-Motiv aus, das deutlich Gustav Holsts "Planeten" entlehnt ist und vom Blech mal bedrohlich mal brachial über pulsierende Rhythmen der Streicher gespielt wird. Der strahlenden musikalischen Welt Roms und den erhabenen Streicherkompositionen stellt Zimmer hier jedoch äußerst brutale und rauhe Töne entgegen, sodass einige Passagen durchgängig neben den klassischen Dreiklängen auch um die große Septime erweitert wurden, um so einen möglichst dissonanten Effekt zu erzielen. Diese zugegebenermaßen nicht sehr einfallsreiche und plakative Methode verfehlt allerdings ihre Wirkung nicht und lässt den Schlachtenlärm doppelt dreckig und brutal klingen. "Gladiator" ist außerdem von einer für Zimmer untypischen thematischen Vielfalt gekennzeichnet. So komponierte er für den Protagonisten gleich zwei Melodien. Einmal das mal ruhige, mal nobel anmutende Maximus-Thema ("Honor Him"), das auch den Refrain des Filmsongs für den Abspann bestreitet sowie die Schlachtenfanfare, die Maximus stets während des jeweiligen Wendepunkts in einem Kampf unterlegt und ein Hauptthema aus "Fluch der Karibik" deutlich vorwegnimmt. Die Gesangseinlagen Gerrards sind stets von demselben Motiv ("Sorrow") gekennzeichnet und stehen für schicksalsschwere Momente. Für die Legionen Roms existiert ebenfalls ein absolut Zimmer-typisches Thema, das gleich zu Beginn von "The Battle" erklingt. Ein weiteres sehr prägnantes Motiv ist das für Commodus, das gleich in den ersten Takten der Musik von der Flöte erklingt und schließlich im Circus Maximus in den schmetternden Fanfaren erklingt (die übrigens noch keine Halbtöne spielen konnten). In den Actionszenen existieren natürlich auch weitere unzählige Motive, die wiederkehren sowie die Reisemusik durch die Wüste, die schnell gezupfte Tonfolge in der Gitarre und der ruhige Zapfenstreich nach der Schlacht ("Earth"). Insgesamt ist Hans Zimmer hier wahrscheinlich sein Magnus Opum gelungen, das die Filmmusik bis heute spürbar beeinflusste. Die Musik ist thematisch stringend konstruiert, abwechslungsreich gestaltet und trägt die imposanten Bilder perfekt. Die CD bestreitet mit rund 60 Minuten knapp die Hälfte der kompletten Filmmusik und lässt leider einige wichtige Passagen aus wie Maximus' Flucht nach Spanien, die Musik für die Karawane oder die Musik zu Maximus' erstem Einzelkampf. Die Stücke wurden außerdem zusammengefasst und für einen besseren Hörfluss arrangiert sowie aus der chronologischen Filmreihenfolge gebracht. Insgesamt handelt es sich aber um eine gut zu hörende Präsentation einer der beeindruckendsten Musik Hans Zimmers, die wahrscheinlich jedem geläufig ist, deren Qualität aber leider vor dem Hintergrund vergessen wird, dass nach "Gladiator" der Markt mit vielen seelenlosen Kopien der Musik, auch von Zimmer selber, überschwemmt wurde. -
Ich höre gerade folgendes Album...(Teil 2)
Mephisto antwortete auf Marcus Stöhrs Thema in Filmmusik Diskussion
Der Da Vinci Code: Sakrileg - Hans Zimmer & Richard Harvey Der Da Vinci Code: Sakrileg - Hans Zimmer & Richard Harvey Die Werke Dan Browns erfreuen sich großer Beliebhteit und waren zum Erscheinungsdatum in aller Munde, während man nach einer unterhaltsamen kurzen Lektüre schon dem nächsten spannenden Buch entgegenfieberte. Letztendlich entpuppen sich die Bestseller jedoch als recht nett gemachte Trivialliteratur, die besonders auf schriftstellerischem Nivau einige Makel erkennen und in der etwas hastigen Übersetzung Bastei-Lübbes sogar unübersehbar werden lassen. Brown konstruierte besonders in den Büchern "Illuminati" und "Skarileg" aus diversen Halbwahrheiten zugegebenermaßen spannende Thriller um den Symbol-Forscher Robert Langdon, die fast sofort nach der Veröffentlichung auf den ersten Plätzen der Bestsellerlisten landeten. Natürlich ließ eine Verfilmung nicht lange auf sich warten und 2006, zwei Jahre nach dem Erscheinen des Romans, brachte Sony die Verfilmung des Romans "Sakrileg" unter Regie von Ron Howard mit Tom Hanks und Audrey Tautou in die Kinos. Die Verfilung ist relativ glatt inszeniert aber unterhaltsam und es überrascht, wie dich sich der Film an der Vorlage bewegt. Für die Musik war kein Geringerer als Hans Zimmer zuständig, der dem Film die richtige Stimmung verleihen sollte. Zimmer selbst war der Ansicht, dass eine zu religiöse Musik vielleicht einige Zuschauer verletzen könnte und versuchte, die bedrühliche Stimmung und die dichte Athmosphäre des Films musikalisch zu unterstreichen. Das gelang ihm sogar so gut, dass man nach der Testvorführungen die zu düster erscheinende Musik ändern musste. Zimmer, der mittlerweile hauptsächlich den Namen und die Hauptthemen zu den Remote-Control-Productions-Musiken beisteuert, die dann von etlichen Co-Komponisten auf den Film abegstimmt wurden, arbeitete hier ausnahmsweise wieder völlig alleine und schuf eine überraschend sruhige athmosphärische Komposition. Auch die Besetzung ist relativ untypisch für Remote-Control-Productions-Verhältnisse. So wurde bei der Besetzung bis auf die Hörner auf sämtliches Blech verzichtet, dafür aber die Holzbläser vollständig besetzt. Das Schlagzeug besteht eigentlich nur aus dumpfen Schlägen der Pauken und der großen Trommel sowie einem einzigen Beckenschlag.Den größten Teil machen allerdings die voll Streicher aus und für besonders sakrale und mystische Passagen greift Zimmer auf einen gemischten Chor zurück. Des Weiteren wurde das Enselbme um diverse Solo-Partien erweitert wie das Klavier, die Harfe, die Celesta, Solo-Passagen für Violine und Cello sowie weitere historische Saiteninstrumente und Sopran. Die Musik wurde von Lorne Balfe, Nick Glennie-Smith und Henry Jackman arrangiert und erklingt natürlich im typischen synthetisch aufpolierten Gewand. Leider wird auch die Kapazität des Ensembles nicht genügens ausgereizt. So sind die Solo-Passagen schön stimmungsvoll gehalten, allerdings sind bei orchestralen Momenten die Streicher stets so in den Vordergrund gemischt, das die Holzbläser entweder gar nicht wahrzunehmen sind oder für eine halbe Sekunde hier und da hervorschimmern. Außerdem fällt die Orchestrierung etwas plump aus, sodass die meiste Zeit Holzbläser und die entsprechenden Streicher unisono spielen. Auch der Chor ist wieder einmal viel zu hallig abgemischt und klingt daher sehr schnell relativ künstlich, was besonders schade in Anbetracht des guten Satzes und der lateinischen Texte von Graham Preskett ist, die dabei zu sehr untergehen. Insgesamt dominiert in der Musik zu "Sakrileg" eine sehr düstere und ruhige Athmospähre, die besonders von den tiefen Streichern verbreitet wird. In einigen geheimnisvollen Passagen spielt die Harfe langsame und stimmungsvolle Arpeggien zu den sanften Streicherteppichen. Der Chor fügt sich in den satten Streicherklang oft ein und verbreitet eine etwas anmutende und mystische Athmosphäre. Die Celesta und das Klavier wurden meistens für einzelne solistische Interpretationen besimmter Themen über leise Streicherteppiche eingesetzt. In den wenigen Actionpassagen treiben die tiefen Streicher pulsierende Rhythmen voran während die Violinen schwungvolle Tremoli spielen. Wirklich interessant dürfte das Stück "Beneath Alrischa" sein, in dem solistische Streicher immer wieder abwechselnd kleine Sekunden und Tritoni intonieren und sich so dissonant überlappen. Ein weiterer Höhepunkt ist das für den Chor komponierte "Kyrie" für Magdalena von Richard Harvey für den Abspann. Hier ist der Chor auch schön deutlich aufgenommen. Nicht nur bei der Besetzung und der Stimmung der Musik sondern auch in der thematischen Arbeit weicht Hans Zimmer von seinen üblichen Mustern ab. Zwar bleibt er sich selber treu und schrieb wieder fast ausschließlich in d-moll, aber die einzelnen Motive und Themen sind meistens bar jeden maskulinen Heroismusses oder hohen Adrenalinpegels. Selbst das Hauptthema ist für Zimmer'sche Verhältnisse eher bedächtig und im Film sehr zurückhaltend eingesetzt, bevor es beim Finale zu voller orchestraler Macht heranwächst. Das Thema ist an sich recht simpel gehalten und basiert auf den typschen Akkorden einer d-moll-Kadenz und kündigt sich in den Celli und Bässen schon in den ersten Takten der Musik an. Auch in der vollen Version ("Chevaliers de Sangreal") erklingt das Thema in den Celli und Bässen während die Violen und zweiten Violinen die jeweiligen Akkorde in treibenden Brechungen spielen. Wie auch schon bei anderen Zimmer-Themen macht erst der Kontrapunkt die Komposition interessant, denn die ersten Violinen (später auch mit dem Chor) spielen eine hohe und stimmungsvoll komonierte Gegenstimme, die nun die streicherlastige Besetzung um das hohe und letzte Register erweitert. Schließlich setzen auch der Chor und die Hörner ein (die Holzbläser spielen da sicher auch irgendwo) und führen das stets anwachsende Stück zum strahlenden Höhepunkt. Für den Albino-Mönch Silas des Ordens Agnus Dei komponierte Zimmer ein zweistimmiges sehr zurückhaltendes Thema, das den demütigen und seelisch kränkelnden Attentäter musikalisch gut charakterisiert und während dessen Selbsgeißelungen zu schmerzvollen von Dissonanzen geprägten Darbietungen aller Streicher heranwächst. Des Weiteren gibt es noch ein sehr ruhiges und sakral unmutendes Thema, das zuerst in der E-Violine und dann dem Klavier erklingt und im Verlauf der Musik häufiger solistisch vom Klavier oder dem Sopran interpretiert wird. Insgesamt ist Hans Zimmer also eine recht untypische, athmosphärisch dichte und den Film gut untermalende Musik gelungen, die zeigt, dass er doch zu guten Leistungen fähig ist, wenn er will und kann. Leider kränkelt die Musik trotzdem unter den klassischen Remote-Control-Productions-Phänomenen wie dem etwas zu verwaschenem aufpoliertem Klang oder der fehlenden Abwechslung in Hinblick auf die Instrumentatin oder Themenvariation. Besonders der letzte Aspekt lässt zu Beginn des ersten Drittels der CD einigen Leerlauf aufkommen. Ansonsten überzeugt die Musik allerdings durch ihre athmosphärische Dichte. Das Album wurde von Mark Wherry zusammengestellt und repräsentiert zwei Drittel der kompletten Musik. Auch hier wurden die einzelnen Stücke außerhalb der chronologischen Filmreihenfolge angeordnet und blenden am Ende jedes Stücks in das Folgende über. Das Booklet enthält die wichtigsten Angaben über die Mannschaft sowie einen netten Einleitungstext des Regiesseurs Ron Howard und ist reich bebildert. Freunde der Zimmer'schen Action-Musik werden vielleicht etwas überrascht sein, Kritiker werden stets noch genug Punkte finden, die Musik zu kritisieren aber trotzdem sollte man dieser stimmungsvollen CD eine Chance geben. -
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Mephisto antwortete auf Thomas Nofzs Thema in Filmmusik Diskussion
Natürlich sind die noch eine Zeit lang zu bekommen, aber es ist traurig, dass nicht alle CDs in Umlauf kommen konnten und jetzt sogar vernichtet werden müssen -
Eure Errungenschaften im Mai 2010
Mephisto antwortete auf Soundtrack Composers Thema in Filmmusik Diskussion
Definitiv eine tolle Musik! War ja auch nicht böse gemeint von mir. Ich finde es sehr schön, dass deutsche Komponisten etwas Aufmerksamkeit bekommen, besonders, wenn die Musik so toll ist. Sowieso beeindruckend, welche Perlen zu diversen miesen Filmchen hierzulande gemacht wurden. -
Eure Errungenschaften im Mai 2010
Mephisto antwortete auf Soundtrack Composers Thema in Filmmusik Diskussion
Sind jetzt alle im Wengenmayr-Fieber? -
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Mephisto antwortete auf Thomas Nofzs Thema in Filmmusik Diskussion
Ich habe mittlerweile Gott sei Dank bei in meine Sammlung integriert. Was macht man denn jetzt mit den verbliebenen Exemplaren bei Varèse? Besonders in Hinblick auf "Studs Lonigan" ist's ärgerlich, da der ja als älteste veröffentlichte Goldsmith-Filmmusik überhapt historisch bedeutend ist. -
Eure Errungenschaften im Mai 2010
Mephisto antwortete auf Soundtrack Composers Thema in Filmmusik Diskussion
ann mal viel Spaß damit, ist 'ne nette Angelegenheit. Das Hörspiel habe ich einmal gehört, weil ich den Film nicht kannte. -
Ich höre gerade folgendes Album...(Teil 2)
Mephisto antwortete auf Marcus Stöhrs Thema in Filmmusik Diskussion
Broken Arrow - Hans Zimmer, Harry Gregson-Williams, Don Harper Operation: Broken Arrow - Hans Zimmer, Harry Gregson-Williams, Don Harper Auch wenn Hong-Kong-Action-Regielegende John Woo schon mit Jean-Claude Van Damme seinen ersten amerikanischen Film drehte, so war es 1996 "Broken Arrow", mit dem er wirklich auf amerikanischem cineastischen Boden Fuß fasste und die Wege für "Face/Off" und "Mission: Impossible II" ebneten. Der Film über einen Air-Force-Offizier, der seinen Partner beinahe tötet und zwei Nuklearwaffen stiehlt ist ein absolut gradlininiger, fast schon stupider Actionfilm, der allerdings bei entsprechender Stimmung durch unzählige explodierende Fahrzeuge (darunter vier Helikopter und ein Zug) und brillant in Szene gesetzte Schießereien zu unterhalten weiß. Auch John Travolta schien seine erste Rolle als Bösewicht sichtlich zu genießen. Mitte der Neunziger war der Zimmer-Klang in Hollywood natürlich schon längst durch Filme wie "Crimson Tide", "Drop Zone" oder "Backdraft" etabliert und Hans Zimmer an der Spitze seines Media-Venture-Studios ein vielbeschäftigter Mann. Schon einige Monate später sollte allerdings "The Rock" nicht wenig dazu beitragen, dass Zimmer eine stilistische Welle lostrat, die bis heute noch spürbar ist und die Musik in Hollywood nicht nur nachhaltig beeinflusste, sondern fast schon dominiert. Nichts desto trotz stammt "Broken Arrow" noch aus einer Zeit, in der Zimmer nicht nur Namensgeber und Themenschreiber war, sondern mit gewisser Unterstützung einiger Co-Komponisten einen damals noch frischen und eigenen Stil kreierte. Obwohl Zimmer schon Mitte der Neunziger durch seine typischen Mischungen von maskulinen Themen, puslierenden dicken Teppichen von Bässen und Celli und der Aufpolierung seines Orchesterensembles durch synthetische Klangfarben bekannt war, arbeitete er zu "Broken Arrow" fast ausschließlich mit Synthsizern, die teilweise typische Elektro-Klänge kreieren sowie orchesterähnliche Klangfarben erzeugen konnten. Zu den auffälligen Elementen der Musik dürfte der teilweise rasch hämmernde gesampelte Amboss, der hell klingende Knabenchor und das Banjo sowie die Mundharmonika zählen, denn die Landschaft von "Broken Arrow" mit den stillgelegten Minen, den Wüstenstraßen und den Canyons erlaubte Zimmer, neben den klassischen Action-Elementen einen Hauch Western-Athmosphäre in die Musik zu mischen. Die Action wird natürlich von treibenden Rhythmen des synthetischen Drumsets und fetzigen Melodien der künstlichen Streicher und Bläser getragen. Für spezielle Klangfarben fügte Zimmer seiner synthetischen Musik allerdings einige Solo-Instrumente hinzu, die echt eingespielt wurden wie die Gitarren (gespielt von Duane Eddy und Bob Haspit) und dem Gesang von Lizbeth Scott. Der Film wird von einem recht eingängigen Thema in den gesampelten Zimbeln eröffnet, das sehr bald zu Zimmer-typischen Bombast heranschwillt während der Vorspann läuft. Diese zugegebenermaßen hübsche Thema wird allerdings hauptsächlich von der Streicher/Gitarren/Perkussions-Klanggewalt denn durch Einfallsreichtum getragen. Das präsentesten Thema des Scores dürfte die Melodie für Travoltas Figur des Major Vic Deakens sein und zu den "coolsten" und maskulinsten Themas in Zimmers Schaffen überhaupt gezählt werden. Über einen leichten Beat und helle Glöckchensamples spielt die Gitarre das lässige ein bisschen westernhafte Thema, das, so simpel es auch ist, seine Wirkung absolut nicht verfehlt. Deaks Gegenspieler Riley Hale wird mit wenigen Momenten für Streicherteppiche und Solo-Trompete charakterisiert, denn neben Deaks Thema liegt der Schwerpunkt definitiv auf Action. Hier setzt Zimmer sehr viele Perkusions-Effekte ein, die manchmal schon zuviel des Guten sind, sodass der gesampelte Amboss bald schnell seine Wirkung verliert, da Zimmer ihn nicht nur häufig, sondern in rasanten Schglägen hintereinander verwendet. Auch die ständig nachhallenden nicht klar zu definierenden Synthie-Schläge haben schnell einen lärmenden und störenden Charakter, da viele Streicher- und Gitarren-Elemente in den überlauten Effekten untergehen und die Musik so teilweise einen recht breiigen Charakter erhält. In den beiden fulminatesten Actionszenen des Films, der Schießerei in der Mine und der Prügelei auf dem fahrenden Zug laufen Zimmer und seine Gefährten allerdings zu Höchstform auf. Treibende Rhythmen und typische Motive und Melodien (natürlich in d-moll und mit einer großen und einer kleinen Sekunde beginnend) mit einigen Banjo- und Knabenchoreinwürfen gewürzt sorgen für ein unterhaltsames Hörvergnügen und Tempo im Film. Insgesamt komponierte Zimmer wie üblich rund 90 Minuten Musik für den Film und arrangierte die wichtigsten Momente zu acht Suiten mit einer knappen Stunde Laufzeit. Leider sind die einzelnen Stücke der Suiten weder in chronologischer noch situativen Logik zusammengefasst, dass die Musik oft nicht eine über zehn Minuten lange Suite tragen kann. Außerdem enthält die Musik noch zu viele lärmende und uninteressante Passagen. Vielleicht wäre es am Klügsten gewesen, die Stücke wie im Film zu lassen und einfach den Vor- und den Abspann sowie die beiden über eine Viertelstunde langen Stücke in der Mine und auf dem Zug zu nehmen. Der Klang ist durch die synthetischen Elemente teilweise etwas verschwommen aber das liegt nicht an der Aufnahme oder der Mischung. Obwohl die CD seit dem Erscheinen des Films gibt, ist sie noch zu kaufen und sollte allen emfpohlen sein, die sich einmal an die Wurzeln des heute so gängigen Zimmer-Klangs wagen wollen. Zimmer- und Action-Fans haben diese CD wahrscheinlich schon sowieso. -
Ich höre gerade folgendes Album...(Teil 2)
Mephisto antwortete auf Marcus Stöhrs Thema in Filmmusik Diskussion
Otto, der Katastrophenfilm - Darius Zahir Otto, der Katastrophenfilm - Darius Zahir Als 2000 das 18 Millionen teure Spektakel in die Kinos kam, waren zuerst die Erwartungen und dann die Enttäuschungen sehr groß. Eine zusammenstürzende Freiheitsstatue und weitere spektakuläre graphisch gut in Szene gesetzte Kathastrophen können nicht über die Einfallslosigkeit der ewig aufgewärten Witzchen des Ostfriesen hinwegtäuschen. Zu alt sind die abgelutschten Klischee-Persiflagen, die billigen Parodien und die vorhersehbaren Wortspielchen, sodass am Ende nur einige der groß aufgemachten Momente zumindest für kurze Zeit in Erinnerung bleiben. Natürlich baute Otto Waalkes mehrere Szenen ein, in denen er sein musikalisches Talent unter Beweis stellen kann, sodass man neben "An Englishman in New York" von Sting, "No Milk today" und vielen anderen Klassikern einige typische abgewandelte alte Bekannte zu hören bekommt wie "Du dummer Sack" oder eine aufgepeppte Version von "Only you" im Duett mit seiner Film- und Lebenspartnerin Eva Hassmann. Doch zu der opulenten Ausstattung des Films gehört auch eine orchestrale Filmmusik, die der Komponist Darius Zahir beisteuerte und mit dem renommierten Babelsberger Filmorchester einspielte. Zahir schrieb für die groß angelegte Rahmenhandlung des internationalen Versicherungsbetrugs, die Liebesgeschichte Ottos für Eva sowie das "imposante" Schiff "Queen Henry" eine groß angelegte und abwechslungsreich orchestrierte Musik, die ganz dem Bernstein'schen Prinzip folgt, eine Komödie mit einer leicht übertriebenen, aber stets seriös klingenden Musik zu unterlegen. Die Musik wird von einem düsteren Stück eröffnet, das mit dem tiefen Brummen der Kontrabässe beginnt, worauf die Bläser einsetzen und von dem militärartigen Rhythmus der kleinen Trommel angetrieben werden. Verschiedene rhythmische Motive im Schlagwerk sowie eine markante Figur der Celli und Bässe und ein etwas mystisch klingender Akkord im Harfenarpeggio bilden das musikalische Material für die fragwürdigen Methoden Manimaka Sans und die vom ihm ausgehende Bedrohung. Für die beschauliche Kindheit, die der junge Otto bei dem alten "Seemann" verbringt, komponierte Zahir sehr freundliches und idyllisches Material mit sanften Streichern und einem lieblichen Thema, das oft von den Holzbläsern solistisch vorgetragen und mit dem Glockenspiel verziert wird. Vom gleichen Charakter ist auch das sanfte Thema für Sonja und die Passagen für die gemeinsamen Szenen der beiden. Für die "Queen Henry" und ihre glorreiche Fahrt schrieb Zahir einige behäbige vom tiefen Schlagwerk und den Bässen fundierte noble Variationen über das Hauptthema, das hier meistens strahlend vom Blech intoniert und ebenfalls vom Glockenspiel und weiteren Glanz erweitert wird. Bei den zahlreichen Action- und finalen Katastrophenszenen nutzt Zahir den ihm zur Verfügung gestellten Klangkörper voll aus. Mal heroisch, mal bedrohlich geben die Blechbläser die Themen zum Besten, die Streicher liefern ein hektisches und nervöses Fundament und besonders die stets präsente kleine Trommel liefert eine treibende rhythmische Basis. Durch die vielen cineastischen Anspielungen des Films kam Zahir auch nicht umrum, hin und wieder einige bekannte Filmmusik-Klischees zu parodieren, sodass bei "Western-Pinguin" einmal kurz Morricones "Zwei glorreiche Halunken" herlugen oder fesche Countrymusik während Ottos ersten Schritten seiner großen Reise erklingt. Insgesamt schrieb Darius Zahir für "Otto - der Katastrophenfilm" eine rundum gelungene und toll komponierte und orchestrierte Musik voller Überraschungen und ohne Leerlauf. Die orchestrale Filmmusik ist bei einer Laufzeit von 45 Minuten auf der CD fast vollständig vertreten und außerdem noch mit einigen Bonus-Stücken und natürlich allen von Otto gesungenen Songs ausgestattet, deren Texte sich im Booklet finden und die in chronologischer Filmreihenfolge eingefügt wurden. Die CD wird natürlich längst nicht mehr gepresst, ist aber stets relativ günstig zu bekommen, sodass es sich durchaus lohnt, schnell zuzugreifen und eine weitere gelungene deutsche orchestrale Filmmusik zu einer eher weniger merkenswerten Komödie zu genießen. -
Klingt interessant. Von Saint Saens kenne ich natürlich auch Karneval der Tiere sowie sein Cello-Konzert.
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Noch krebse ich ja bei der Filmmusik rum, allerdings habe ich bald meinen Marathon durch. Danach werde ich vielleicht nochmal die eine oder andere Perle in den Spieler werfen und mich danach dann den angehäuften LPs widmen. Als nächstes steht auch noch einiges von Berg, Messians und Schönberg auf dem Zettel, allerdings haben Strauss' Orchesterwerke (EMI) und die Havergal Brian Symphonien (Naxos) Priorität.
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Mephisto antwortete auf Marcus Stöhrs Thema in Filmmusik Diskussion
Dann haben dieser Thread und meine Texte ihren Sinn erfüllt. Das fand ich auch merkwürdig, dass besonders Qui-Gon nicht eins mit der Macht geworden ist. Finde sowieso schade, dass der gleich sterben musste, denn zumindest in "Episode II" wäre es interessant gewesen, wie er auf die Seperatisten-Gründung seines alten Meister Dookus reagiert hätte. Mir gefällt von den alten Filmen die Musik zu letzten Teil am Besten, vor allem wegen des genialen "Imperator"-Themas und dem schönen Ewok-Material. Die Actionmusik zum Finale ist brillant und ich liebe diesen Moment, in dem Luke und Vader ein letztes Mal gegeneinander kämpfen und dann der Chor mit den satten Streichern erklingt oder die Musik zu Vaders Tod...einfach wundervoll. Ich bin mit Williams überhaupt noch nicht warm geworden und auch an seinen "Star Wars"-Musiken habe ich hin und wieder etwas auszusetzen, aber trotzdem sind's alle toll komponierte Meilensteine. -
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Mephisto antwortete auf Marcus Stöhrs Thema in Filmmusik Diskussion
Ghost Rider - Christopher Young Ghost Rider - Christopher Young 2007 war es für die Fans der Comic-Reihe endlich soweit. Nach einem Jahr Post-Produktion und aufwendiger Nachbearbeitungen kam das Spektakel um den Stuntfahrer Johnny Blaze, der einen Pakt mit dem Teufel eingeht und seine Seele aufgibt, um seinen Vater zu retten in aufwendiger Inszenierung auf die Leinwand. Nicolas Cage spielte sich mit Eva Mendes an die Spitze der amerikanischen Kino-Charts. Für die Musik war Christopher Young zuständig, der weder im Horror- noch im Comicfach als unbewandert gelten kann. Für "Ghost Rider" schuf er eine sehr düstere Musik, die besonders auf die bedrohlichen Elemente der Vorlage eingeht. Youngs Musik stützt sich auf drei elementare Bestandteile: Für die übermenschliche Bedrohung durch den Teufel und die satanischen Aspekte wählte der Komponist eine große Orchesterbesetzung inklusive eines Chors, um der Musik die nötige mystische und schwere Nuance zu verleihen. Um das Lokalkolorit rund um den Mittelwesten einzufangen, setzt Young zudem einige spanisch/mexikanisch anmutende Gitarren- und Trompetensoli ein, die der Musik zusätzlich einen rauen und abenteuerlichen Touch geben. Zu guter Letzt hebt Young durch den Einsatz von E-Gitarren und Drumset auch den Aspekt des Motorradfahrens hervor und mischt alle diese Elemente je nach Situation und Szenario, sodass "Ghost Rider" insgesamt eine sehr düstere orchestrale gothisch angehauchte Musik ist, die von E-Gitarren dominiert und mit einigen mexikanischen Einsprengseln gewürzt ist. Für die wenigen besinnlichen Szenen und einige Auftritte Mendes' komponierte Young zusätzlich noch einige ruhige Passagen, die hauptsächlich mit Streichern und Holzbläsern (Klarinetten insbesondere) besetzt sind. Neben einem ruhigen Motiv für eben diese Szenen schrieb Young ein 7-Noten-Motiv, das als Hauptthema fungiert und oft vom Blech und dem Chor vorgetragen wird. Die Actionszenen werden fast hauptsächlich von den Rockelementen getragen, sodass "Ghost Rider" eine hauptsächlich laute Musik ist. Da es der Actionszenen vieler sind, treten die Rockelemente in fast jedem Track auf, allerdings vermag Young gut die Balance zwischen dem orchestralen Klangkörper und den E-Gitarren halten. Trotzdem scheint die Ausarbeitung einiger vielversprechender orchestraler Passagen durch den Einsatz der Rockelemente oftmals verhindert, was besonders in Anbetracht der Tatsache schade ist, dass Young besonders in den orchestralen Momenten sein kompositorisches Können unter Beweis stellt, denn die temporeichen Actionsequenzen sind filigran und wirkungsvoll orchestriert und der Chor ebenfalls sehr gekonnt gesetzt. Außerdem fehlt mit einem wirklich prägnanten Hauptthema der rote Faden in der Musik und die Rock- sowie die orchestralen Teile wirken dadurch etwas gesichtslos, auch wenn sie gut arrangiert sind und laut daherkommen. Teilweise rutscht Young sogar in einige Klischees ab, sodass man hier an vielen Stellen fehlende Originalität bemängeln könnte. Insgesamt schrieb Young eine überraschend düstere und ungewöhnliche Marvel-Musik, die aber gut auf den Anti-Helden Blaze eingeht und die Stimmung des Films wirkungsvoll einfängt und unterstützt. Für sich alleine stehend fehlt der Musik allerdings noch ein prägnantes Thema und ein origineller Einsatz dieser altbekannten Elemente, die den Hörer trotz einer knappen Stunde Laufzeit und gekonnter Orchestrierung etwas unbefriedigt zurücklassen. Das Album von Varèse enthält die wichtigsten Passagen und einige weitere Stücke. Dass die Tonqaulität nicht so klar und brillant wie sonst ist dürfte an der Musik selber liegen. Insgesamt also eine Musik, bei der zumindest die Young-Fans auf ihre Kosten kommen und an der auch Freunde von rockiger Filmmusik Gefallen finden werden. -
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Mephisto antwortete auf Marcus Stöhrs Thema in Filmmusik Diskussion
Das Geschwister-Thema wird auch gerne als "Welsungen-Liebe" bezeichnet und tritt in der "Wal..quatsch Also das "Geschwister-Thema" hört man das erste Mal schon gleich in konzertreifen Arrangement auf CD 2 von "Episode VI" unter "Luke und Leia". Außerdem tritt's natürlich nochmal im Abspann auf. Ich weiß jetzt gar nicht, ob das auch schon während Yodas Tod zu hören ist, schließlich weist er ja da auf Leia als seine Schwester hin. -
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Mephisto antwortete auf Thomas Nofzs Thema in Filmmusik Diskussion
Da brauche ich noch: Aber die halten sich hoffentlich noch alle bis Ende des Jahres. Schließlich gab's vor einem halben Jahr schonmal eine Warnung. -
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Mephisto antwortete auf Marcus Stöhrs Thema in Filmmusik Diskussion
Ja, ein hübsches Thema, nicht zu kitschig aber schön schwelgerisch, natürlich nach bester "Star-Wars"-Williams-Manier arrangiert und variiert. -
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Mephisto antwortete auf Marcus Stöhrs Thema in Filmmusik Diskussion
So ziemlich überall. Deutlich jedenfalls bevor Han eingefroren wird und der "Imperial March" mit fetter Perkussion zu hören ist oder bevor der Abspann einsetzt. -
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Mephisto antwortete auf Marcus Stöhrs Thema in Filmmusik Diskussion
Stadt der Engel - Gabriel Yared Stadt der Engel - Gabriel Yared Es ist in Hollywood längst Gang und Gebe, interessante Filme aus Europa und Asien einfach noch einmal neu zu verfilmen und in der massentauglichen amerikanischen Hochglanzästhetik zu inszenieren. Neben "Departed - Unter Feinden" und "Vanilla Sky" trifft das auch auf "Stadt der Engel" zu, bei dem es sich um eine Neuverfilmung des deutschen Films "Der Himmel über Berlin" von Wim Wenders handelt. Der Engel Damiel möchte Mensch werden, gibt dafür sogar seine Unsterblichkeit auf und findet in einer Trapezkünstlerin sein Equivalent. War das Original ein tiefgründiger Film mit vielen philosophischen Ansätzen und zeitdokumentarischen Aspekten so bleibt "Stadt der Engel" leider nur ein polierter Aufguss der Rahmenhandlung und viel Kitsch. Hier verliebt sich der Engel Seth zuerst in die Ärztin Maggie und gibt dann seine Unsterblichkeit auf. Für die Musik der Neuverfilumng war Gabriel Yared zuständig, dem wegen seines Oscargewinns für "Der englische Patient" oft melodramatische Stoffe angeboten wurden. Man kann seine Musik für "Stadt der Engel" grob in zwei Abteilungen einteilen, denn zu Beginn arbeitet Yared fast ausschließlich mit elektronischen Mitteln, bevor das zentrale Liebesthema sanft emporkeimt. Hier setzt Yared hauptsächlich ein Streichorchester mit einigen Klaviersoli ein. Ansonsten kommt hin und wieder die Akkustik-Gitarre zum Einsatz. Zu Beginn ist die Musik fast rein synthetisch und wird durch erhabene Klangflächen und sphärische Effekte getragen und steht so für die Zwischenwelt, in die Seth die Verstorbenen begleitet. Auch die morgendlichen Treffen der Engel am Strand von Los Angeles werden mit flächigen Synthiechören unterlegt. Die geschäftige Welt der Ärztin Maggie wird durch pochende Elektro-Beats und streicherähnliche Klangteppiche vertont und erst als die menschliche Seite der Ärztin durch Schuldgefühle wegen eines verstorbenen Patienten zum Vorschein tritt, greift Yared erstmals auf das Streichensemble zurück. Hier tritt nun erstmal das Liebesthema zaghaft und sanft auf. Typische für Yared handelt es sich um ein sehr gefühlvolles emotionales Thema, das wie gewohnt gekonnt harmonisiert wurde und mit der Liebe der Protagonisten wächst. Für Maggies Privatleben schrieb Yared ein Bossa-Nova-Stück, das von der Solo-Gitarre gespielt wird und den lebensfrohen Charakter der Figur hervorhebt. Ein wirklicher Höhepunkt der Musik dürften die beiden Kompositionen für Seths Sprung vom Hochhaus und den anschließenden Fall sein. Hier spielen die Streicher erst das Liebesthema, bevor Seth Anlauf nimmt und ein treibender Rhythmus im Schlagwerk beginnt. Der Chor setzt ein und spricht beschwörerische Worte während eine Solo-Sopranstimme immer stärker crescendiert und die Musik plötzlich abbricht, als Seths Füße vom Dach abheben. Der anschließende Fall mit einem polyphonen Satz für mehrere Gesangstimmen unterlegt, in den sich später die Celli einschalten. Auch hier schafft Yared mit der etwas dissonanten Harmonisierung eine ungewöhnliche Athmosphäre. Der Rest der Musik wird hauptsächlich von sanften Streichern und Klaviersoli getragen und nochmals kommen die elektronischen Elemente zum Einsatz. Insgesamt schuf Gabriel Yared eine athmosphärisch dichte und stimmungsvolle Musik, doch die begrenzte Variation des Themas und die immergleiche Besetzung vermögen es nicht, die 60 Minuten Laufzeit der kompletten Musik zu tragen. Eingefleischte Freunde von Yared'schen emotionalen und gefühlvollen Klängen kommen besonders gegen Ende der Musik auf ihre Kosten, andere Höhrer könnten sich schnell zu langweilen beginnen. Die zum Film erschienene CD enthält auch nur vier Stücke, die alle wichtigen Elemente der Musik enthalten. Ansonsten findet sich eine recht stimmungsvolle Song-Zusammenstellung, die mit dem Film allerdings nicht allzu viel zu tun hat und eher den kommerziellen Zwecken dienen soll. Wer ernsthaftes Interesse an Yareds Musik hat sollte sich die DVD mit isolierter Musikspur zulegen. Hier bekommt man nicht nur die komplette Filmmusik sondern zwischen den einzelnen Stücken einen Audio-Kommentar von Yared selbst. Insgesamt erfüllt Yareds Musik also die Aufgabe, einen Film durch die Musik emotional zu tragen, sehr gut, für sich alleine stehend sind andere Musiken des Komponisten allerdings zum Hören besser geeignet. -
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Unterwegs nach Cold Mountain - Gabriel Yared & Andere Unterwegs nach Cold Mountain - Gabriel Yared & Andere Nach seinen oscarprämierten Filmen "Der talentierte Mister Ripley" und "Der englische Patient" verfilmte Regiesseur Anthony Minghella nun das 1997 erschienene mit dem National Book Award ausgezeichnete Buch "Unterwegs nach Cold Mountain" von Charles Frazier. Die Handlung um den jungen Handwerker Inman, der die gebildete Pfarrerstochter Ada kennenlernt und bald darauf in den Krieg ziegt, desertiert und sich zu Fuß auf den Weg in das Heimatdorf - Cold Mountain - macht, weil er begriff, dass die Liebe das Einzige ist, wofür es sich zu kämpfen lohnt, bot dem Regiesseur ein breites Feld. So wechseln sich idyllische Szenen des ländlichen Lebens mit grausamen Kriegsszenen, beeindruckenden Landschaftsaufnahmen und tragischen Momenten ab. Neben der namenhaften Besetzung der Protagonisten (Jude Law, Nicole Kidman und Renee Zellweger) sind auch viele Nebencharaktere, denen Inman während seiner Odyssee begegnet, mit vielen Stars besetzt. Der Film verfügte über ein für eine Miramax-Produktion ungewöhnlich hohes Bugdet und man erhoffte sich anscheinend auch von der Musik ein sich gut verkaufendes Album erstellen zu können. So wurden hauptsächlich Songs im Stile des Bluegrass im Film eingesetzt, die den historischen Aspekt unterstreichen sollten. Zweifellos orientierte man sich hier an dem erfolgreichen Soundtrack zu dem Film "O Brother, where art thou?" und engagierte denselben Produzenten der Musik - T-Bone Burnett - um nochmals eine solche Songzusammenstellung zu kreieren. Allerdings sind die Songs der Stimmun des Films entsprechend melancholischer und ruhiger und wechseln sich auch von der Interpretation ab. So stehen sehr traditionell klingende Arrangements mit Fidel, Mandoline und Banjo neben A-Capella-Gesängen und moderner instrumentierten Songs. Zu den beiden absoluten Glanzlichtern dürften die authentischen Gesänge der "Sacred Harp Singers" sein, die auch in einer historischen Kirche aufgenommen wurden. Neben den im Film oft als Source-Musik eingesetzten Songs komponierte Gabriel Yared, der auch schon vorher mit Anthony Minghella zusammen gearbeitet hat, zusätzlich eine orchestrale Filmmusik. Yared arbeitete hier mit einem kleiner besetztem Ensemble, das hauptsächlich aus Streichern und Holzbläsern besteht. Außerdem fungieren das Klavier und die Harfe hin und wieder als Solo-Instrumente und auch die Pauke kommt einige Male (sanft) zum Einsatz. Für die Musik komponierte Yared hauptsächlich vier Themen: Ein sehr erhabenes und idyllisches Thema für den Ort "Cold Mountain", das in "Anthem" von den strahlend glockenhaften Akkorden des Klaviers über hohe Streicher erklingt und dann schließlich in die schwelgerischen Klänge des gesamten Ensembles mündet und schließlich mit der Solo-Trompete und der Solo-Violine, die das zweite Thema zart vorweg nehmen, beschließt. Das zweite Thema erklingt ebenfalls zuerst im Klavier und wird dann von der Harfe mit leichter Unterstützung der Streicher übernommen. Liebhaber der sanften melancholischen yared-typischen Klänge dürften hier voll auf ihre Kosten kommen, doch es ist das "Liebesthema", in dem der Autodidakt sein kompositorisches Können unter Beweis stellt. Das Thema in den Violinen ist keinesfalls so eingängig wie die ersten beiden Themen, aber von tiefgründiger Schönheit. Die manchmal etwas harschen teilweise sogar sperrig anmutenden Harmonien beschreiben den quälend langen Weg, den Inman zu seiner Geliebten zurücklegen muss und verleihen dem Stück eine tief emotionale Wirkung. Das Vierte ("Ada & Inman) ist ein sehr eingängiges Thema, das zuerst sehr simpel beginnt und später in für Yared typische melancholische Phrasen mündet. Insgesamt ist Yareds Musik sehr vom emotionalen Aspekt geprägt und geht überhaupt nicht auf die Bluegrass-Aspekte oder andere historische musikalische Elemente ein. Stattdessen arbeitet er fast durchgehend mit dem kleinen Ensemble, mit dem er wie gewohnt gekonnt umzugehen weiß. Allerings findet die Action während der Kriegsszenen oder andere Kampfhandlungen musikalisch wenig Beachtung. Die CD enthält nahezu alle im Film zu hörenden Songs, allerdings nicht in chronologischer Reihenfolge und nicht immer in der Filmversion. Einige der Bluegrass-Stücke wurden noch einmal in längerer und eingägigerer Fassung für's Album arrangiert. Von den rund 40 Minuten, die Yared für den Film komponierte, haben es lediglich 15 Minuten in vier Stücken auf den zweiten Block der CD geschafft. Auch hier handelt es sich bei "Ada plays" und "Anthem" um speziell arrangierte Albumversionen der Stücke, sodass alle vier wichtigen Themen in gut hörbaren Arrangements vorliegen. Yared selber brachte eine komplette Fassung der Musik als Promo in Umlauf, auf der sich jedoch größtenteils Variationen der bekannten Melodien finden. Einzig und allein die Musik während Inmans Flucht in Ketten dürfte noch für den normalen Hörer interessant gewesen sein. Insgesamt handelt es sich bei CD um ein sehr stimmungsvolles Album, das besonders Kundigen des Films Freude machen dürfte. Die Musik von Yared ist weder originell noch für den Komponisten besonders überraschend, punktet aber durch wundervolle Themen und kompositorisch gute Leistungen, sodass man hier eine Empfehlung für Interessierte an einer hübschen Mischung aus Bluegrass und gefühlvoller Filmmusik aussprechen kann. -
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Star Wars Episode VI: Die Rückkehr der Jedi-Ritter - John Williams Star Wars Episode VI: Die Rückkehr der Jedi-Ritter - John Williams Mit "Die Rückkehr der Jedi-Ritter" führte Lucas alle Fäden seiner opulenten Weltraum-Oper zusammen und brachte durch Luke, seine Schwester Leia und seine alten Gefährten Chewbacca und Han Solo das galaktische Imperium endlich zu Fall. Besonders die legendäre Darstellung Ian McDearmids als Imperator Palpatine erweiterte das Feld der zentralen Figuren um eine unglaublich starke Person. Außerdem war Jarjar Binks nicht die erste Star-Wars-Figur, die Kontroversen auslöste. Auch schon bei den Ewoks stritt man sich, ob diese wie Teddybären anmutenden Mondbewohner nicht ein bisschen fehl am Platze wären. Insgesamt handelt es sich wie auch bei den neuen Filmen bei diesem letzten Teil um den düstersten Film. Die gewachsene Bedrohung durch den neuen Todesstern und der Einfluss des Imperators persönlich stellen eine gegenwärtige Gefahr für die Rebellen dar. Interessant auch, dass Luke Skywalker, der mittlerweile mit einer grünen Lichtschwertklinge kämpft, komplett schwarz gekleidet ist. John Williams legte insbesondere mit seiner Musik zu "Das Imperium schlägt zurück" einen so gut entwickelten Grundstein für das Finale, dass er unter Verwendung des vorangegangenen Materials und seiner neuen Kompositionen einen üppigen ausladenden Score komponieren konnte. Dabei knüpft er direkt an die in den ersten Filmen etablierte Leitmotivtechnik an und arbeitet erneut mit einem groß besetztem Orchester. Außerdem spielt der Chor eine wichtigere Rolle als in "Das Imperium schlägt zurück", wo Williams nur ein paar Takte für den Chor während des Anflugs auf die Wolkenstadt schrieb. Außerdem setzt Williams erstmals deutlich elektronische Mittel ein und erweitert den bedrohlichen Klang der tiefen Kontrabässe während der Szenen auf Tatooine mit einem düster wabernden Syntheffekt. Auch die barock anmutende Source-Musik für Jabbas Palast ist rein synthetisch. Für die Ewoks, die auf dem Waldmond Endor leben und die späteren zahlreichen Actionszenen, in die die kleinen Waldbärchen ebenfalls involviert sind, erweiterte Williams das Schalagwerk um mehrere exotisch anmutende Perkussionsinstrumente und erweitert die Klangpalette um eine weitere Farbe. Da Williams in "Episode V" für nahezu alle Charaktere ein Thema komponierte, das er auch in diesem Film einsetzt, führte er bis auf das "Geschwister-Thema" nur noch für neue Figuren neues musikalisches Material ein. Das wichtigste dieser neuen Motive dürfte das Thema des Imperators sein, das auch in den neuen Filmen Verwendung fand. Die bedrohliche Melodie wird nur vom Männerchor gesummt und von den Fagotten und Bässen gespielt während die Violinen einige befremdend klingende Glissandi beisteuern. Diese düstere Musik verbreitet eine unglaublich bedrohliche Stimmung und passt perfekt zum stets ruhigen Charakter des mächtigsten Sith-Lords. Erst zum Ende hin gewinnt es an Kraft und Stärke, bevor das Thema mit dem (wortwörtlichen) Sturz des Imperators für immer verstummt. Für die Waldbewohner komponierte ein niedliches Thema für die Holzbläser, die von den gezupften Streichern begleitet werden und weist somit deutliche musikalische Paralleln zu den Schrottsammlern von Tatooine auf. Gegen Ende hin erklingt ein weiteres Freudenthema im Ewok-Gewand, als die Helden den endgültigen Sieg feiern. Auch Jabba the Hutt enthielt nun ein eigenes behäbiges Motiv für die Solo-Tuba, die den brummelnden und sich vorwärts wälzenden Riesenwurm perfekt musikalisch charakterisiert. Die Actionszenen sind wie gewohnt brillant durchkomponiert und mit vielen Themen und Motiven ausgestattet. Allerdings ist auffällig, dass Williams zum ähnlichen Szenario der Zerstörung des Todessterns auf Material aus der Schlacht von Yava zurückgreift, was allerdings in Hinblick auf die handlungstechnischen Parallelen nicht störend auffällt. Insgesamt bringt John Williams die musikalische Reise durch das "Star Wars"-Universum zu einem mehr als zufrieden stellenden Schluss. All die Glanzlichter und Höhepunkte der vorangegangenen Filme sind enthalten und Williams erweiterte das Sortiment um weitere tolle Momente und Themen. Auch hier ist die RCA-Victor-Veröffentlichung vorbildlich gestaltet und enthält eine Alternativfassung zu dem Kampf auf der Barke sowie die beiden Source-Stücke aus Jabbas Palast. Das Booklet ist reich bebildert und wie immer äußerst informativ. Auch hier sollte man sich schnell auf die Suche machen, bevor man nur noch auf die Sony-Editionen zurückgreifen kann. -
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Mephisto antwortete auf Marcus Stöhrs Thema in Filmmusik Diskussion
In der Tat absolut kultige Musiken. Habe ich erst letzten Monat wieder ausgegraben. Das Hauptthema sowie das aufgedrehte Xylophon-Flöten-Motiv für Juve sind herrlich. Absolute Empfehlung auch meinerseits! -
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Mephisto antwortete auf Marcus Stöhrs Thema in Filmmusik Diskussion
Besten Dank! Williams wird im Booklet des ersten Teils zitiert, wo er beschreibt, wie er nach einem Thema für Obi-Wan gesucht hat. Auch in den Begleittexten wird es zuerst hin und wieder als Obi-Wans Thema bezeichnet. Das mit "Siegfried" ist schon fast ein bisschen dreist. Ist halt nicht nur Horner, der sich ganz gerne mal bedient. Aber trotzdem eine tolle Musik. Ich bin ja auch von der zum sechsten Teil begeistert. Da kommt irgendwie alles zum Schluss und es gibt das geniale "Imperator"-Thema, die herrlichen Ewok-Sequenzen und das Jabba-Thema. -
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Star Wars Episode V: Das Imperium schlägt zurück - John Williams Star Wars Episode V: Das Imperium schlägt zurück - John Williams Obwohl Lucas nicht mit einem durchschlagenden Erfolg seines ersten "Star Wars"-Films rechnete, konzipierte er den Film doch als den ersten Teil einer möglichen Trilogie, was auch erklärt, dass die Handlung in sich geschlossen ist, aber einige Hintertürchen frei lässt. So wurde ein deutlicher Tod Darth Vaders vermieden und das Imperium existiert natürlich auch nach der Zerstörung des Todessterns weiter. "Das Imperium schlägt zurück" hingegen ist mit seinem offenen Ende und den kurz vor'm Finale aufgeworfenen Fragen ein deutlicher Mittelteil einer der erfolgreichsten Filmreihe überhaupt und wird von vielen als der stimmungsvollste Film gehandelt. Lucas erweiterte hier nicht nur durch den Charakter Yoda die Philosophie und die Hintergründe rund um die Macht und lässt eine Romanze zwischen Han und Leia aufkeimen sondern verleiht dem Imperium durch das erste Auftreten des Imperators (hier noch eine speziell für den Hologramm-Auftritt geschminkte Frau) ebenfalls mehr Hintergrund. Auch John Williams, der schon zum ersten Film eine beeidnruckende, aber in sich geschlossene und kompakte Filmmusik schrieb, erweiterte sein musikalisches Universum proportional zum Film. Auch hier nutzt Williams wieder die Kraft eines voll besetzten Orchesters und durch all die verschiedenen Handlungsorte konnte er dessen Klangfarben noch besser variieren. Kühle und modern inspirierte Passagen für den Eisplanet Hoth schwingen in beeindurckend durchkomponierte Actionpassagen für die Schlacht im Eis um. Der mysteriöse Planet Dagobah enthält durch die tiefen Holzbläser eine geheimnisvolle Stimmung und für die Stadt in den Wolken nutzte Williams sogar noch zusätzlich zu den schwebenden Streichern und flirrenden Bläsern einen Chor. Williams zieht alle Register und seine wie gewohnt gekonnte Orchestrierung machen diese Musik zu einem äußerst abwechslungsreichen Score. Trotz all der verschiedenen Stimmungen schafft er es außerdem, die Musik wie aus einem Guss wirken zu lassen und all die verschiedenen musikalischen Fäden miteinander zu verknüpfen. Durch die Einführung neuer Orte und Charaktere musste Williams natürlich auch die Palette seiner Leitmotive erweitern und schrieb einige seiner markantesten Themen überhaupt. Sein absolutes Glanzstück für diese Musik dürfte ohne Zweifel der "Imperial March" sein, der für Darth Vader steht und das "Imperial-Motiv" aus "Episode IV" ablöst. Gleich nach der Titelmusik erklingt es bedrohlich in der Piccolo-Flöte und den gedämpften scharfen Trompeten, bevor es während der Eisschlacht zum markanten Marsch heranreift, wie man ihn kennt. Das Thema selber dürfte eventuell aus einem Horn-Motiv des Trauermarsches aus Mahlers fünfter Symphonie entlehnt sein. Der Jedi-Meister Yoda bekommt ein sehr sanftes Thema für Streicher und Holzbläser, was den weisen und ruhigen Charakter sehr gut unterstützt und zum Schluss sogar in einer großorchestrale erhabenen Version erklingt, als der Meister dem Padawan Luke die wahren Asumaße der Macht demonstriert. Für die unumgängliche Romanze zwischen Han Solo und Leia schrieb Williams ein sehr eingängiges Liebesthema, das erst zwart hervorlugt und später in großorchestraler Pracht erstrahlt. Neben diesen drei tragenden neuen Leitmotiven führte Williams außerdem noch ein Motiv in den Holzbläsern für die beiden Droiden C-3PO und R2D2 ein sowie eine bedrohlich grummelnde Figur für den Kopfgeldjäger Boba Fett. Auch Lando Calrissian, ein alter Kumpel Hans erhielt ein offenes und heiteres Thema, während der alte Glücksritter die Freunde durch seine Wolkenstadt führt. Natürlich treten auch viele der Themen des ersten Films auf wie das noble, etwas an die "Siegfried"-Fanfare erinnernde Thema für Obi-Wan Kenobi, das mittlerweile eine Doppelfunktion als "Macht-Thema" hat sowie das zwarte Thema für Prinzessin Leia, das aber sehr bald dem Liebesthema weicht und natürlich Lukes Thema. Trotz dieser Fülle an Themen rutscht Williams glücklicherweise nicht in das Verfahren ab, die Themen nach Bedarf "abzuspulen" sondern schafft es, die Themen stets in das jeweilige der Situation angepassten musikalische Material entsprechend einzubetten. So erklingt Lukes Thema in Momenten des Zweifels oft in Moll, anstatt in heroischem Dur. Viele Orte und Situationen erhielten ohnehin ihre eigene musikalische Farbe und Melodie, sodass die Themen zwar eine auffallende aber nicht allzu dominante Funktion haben. Williams nutzt die Stärke seiner prägnanten Themen stets nur in Situationen aus, die auch wirklich auf den jeweiligen Charakter eingehen. Insgesamt erweiterte Williams seinen musikalischen "Star Wars"-Stil bis zur Perfektion und schuf eine beeindruckende Symbiose aus Themen, Musik und Filmhandlung. Viele handeln die Musik sowie den Film der fünften Episode als das Zenit der "Star Wars"-Reihe und tatsächlich lässt die Musik keine Wünsche offen. Wie auch schon zum ersten Film veröffentlichte RCA Vicotr eine vorbildlich ausgestattete Doppel-CD, die die komplette Musik in chronologischer Filmreihenfolge sowie ein äußerst informatives Booklet enthält. Leider sind die Doppel-Alben mittlerweile vergriffen und von den weniger informativen Sony-Alben ersetzt worden. Es lohnt sich aber trotzdem, nach den alten Fassungen Ausschau zu halten, die genau dieselbe Klangqualität wie die neuen CDs aufweisen. -
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Mephisto antwortete auf Marcus Stöhrs Thema in Filmmusik Diskussion
Wharg! Verdammt!...naja, dafür klingt der "Superman-Marsch" viel primitiver. Streichen wir das also. Csongor, wie ich schrieb, handelt es sich hier um die "bestmögliche" Klangqualität. Wahrscheinlich ist bei diesen Aufnahmen nicht mehr drin. Aber dafür klingt es hübsch "knackig", was besonders zum Charakter der ersten Musik passt.