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Soundtrack Board

Sebastian Schwittay

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Alle Inhalte von Sebastian Schwittay

  1. Was ist daraus eigentlich geworden? Oder habe ich etwas übersehen? Der 10. Juni war ja nun schon.
  2. Ah, tatsächlich... Das kratzige, verfremdete Cello im ersten Track hatte ich damals gar nicht als das Predator-Ostinato identifiziert! Jetzt, wo ich nochmal so drüber höre, zweifellos auch ein originelleres Konzept als bei Wallfisch. Trotzdem arbeitet Schachner sehr sphärisch und pulsierend und auf Grundtönen herumhackend, wie es in der modernen Filmmusik so üblich ist... Auch da wäre letztlich mehr drin gewesen. Man kann als Musiker halt so viel aus dem Konzept herausholen, ohne direkt wie eine Kopie des Originals zu klingen. Wieviele Gestaltungsmöglichkeiten allein die Oktatonik mit sich bringt, zeigen die Scores von Jonny Greenwood, aber auch schon diverse 90er-Scores wie Debneys THE RELIC oder Poledouris' STARSHIP TROOPERS (siehe Bug-Thema)...
  3. Eher transparent. Und solistische Highlights in der Orchestrierung sind ja nun keine Technik, um gegen ungünstige Filmmischungen anzukämpfen, sondern eher sinfonische Tradition. Um im Filmmix gehört zu werden, sollte das Klangbild so wenig differenziert wie möglich sein, das monierte ja schon Goldsmith in den 90ern.
  4. WINNING (James Goldstone, USA 1969) Paul Newman als Rennfahrer, der mit Eheproblemen zu kämpfen hat. Klingt erstmal wenig originell, ist aber tatsächlich ein echtes Film-Kunstwerk, bei dem Montage, Tongestaltung und Schauspiel absolut perfekt ineinandergreifen. Quentin Tarantino hasst den Film ("I'd rather saw my fingers off than sit through that again."), und schaut lieber Roger-Corman- und AIP-Rennfahrerfilme von der Stange. Für so jemanden ist WINNING natürlich Perlen vor die Säue. (https://f1socialdiary.wordpress.com/2013/08/21/quentin-tarantino-my-favourite-racing-movies/) Gesehen von einer 4-Kanal-Magnetton-Kopie in der Schauburg Karlsruhe, die auch den entspannten Score von Dave Grusin wunderbar transparent zur Geltung bringt. Eine der befriedigendsten analogen Filmsichtungen seit langem!
  5. (Der Anfang von "Flare" hat mich übrigens ein bisschen an John Adams und "Short Ride in a Fast Machine" erinnert - eine eher billige Emulation, aber immerhin. )
  6. Das zentrale Merkmal von Silvestris PREDATOR-Musik ist die oktatonische Harmonik. Alle seine Motive ergeben sich aus dem Tonvorrat zweier oktatonischer Tonleitern. Hast du ein paar Beispiel-Tracks mit Zeitangaben, wo genau das in PREY prägnant zur Geltung kommen soll? Zumindest im Film ist mir überhaupt nichts aufgefallen, ebenso wenig beim Querhören des Albums. Hab mir jetzt mal drei Tracks aus dem Wallfisch-Score gegeben ("Heat", "Flare" und "Fight to the Death"). Zumindest das Actionscoring ist schon sehr lieblos zusammengestückelter Krach aus der Drum Machine - selbst die "orchestralen" Stimmen sind oft nur Samples. In "Flare" gibt es tatsächlich ganz kurze Silvestri-Anklänge (direktes Zitat bei 3:24), allerdings sind die oktatonischen Elemente - also die Begleitakkorde im Orchester - maximal verschleiert. Übrig bleibt nur die reine Melodielinie, die kurz zitiert wird. Diese Melodielinie ist natürlich auch oktatonisch, aber ohne die Harmonisierung und durch die Kürze des Zitats entsteht der charakteristische PREDATOR-"Sound" einfach nicht. Hier zeigt sich mal wieder die Angst vor farbiger Harmonik, die in der zeitgenössischen Filmmusik um sich greift (siehe auch Balfes MISSION: IMPOSSIBLE-Scores, die Schifrins Jazz-Akkorde komplett aus dem Thema verbannt haben). Unter den gegebenen Umständen ist es also kaum möglich, einen PREDATOR-Score zu schreiben, der wirklich Silvestri-Feeling transportiert - dafür müsste man erstmal wieder modale Harmonik zulassen.
  7. - SPORT, SPORT, SPORT (Alfred Schnittke) - BIRD OF PARADISE (Daniele Amfitheatrof) - PHANTOM THREAD (Jonny Greenwood) - THE SHROUDS (Howard Shore) - GODZILLA (Desplat)
  8. Interessante Orchestration - mit den hervorgehobenen Solo-Trompeten ab ca. 1:00 wirkt es schon fast etwas exzentrisch... Einige Anspielungen auf Williams' LOST WORLD sind auch drin (Tamburin).
  9. Bisher wurden 8 Scores nominiert: ASTÉRIX & OBÉLIX: LE COMBAT DES CHEFS, Mathieu Alvado CAPTAIN AMERICA: BRAVE NEW WORLD, Laura Karpman FOUNTAIN OF YOUTH, Chris Benstead HOLLAND, Alex Somers THE KING OF KINGS, Kim Tae-seong LITTLE SIBERIA, Panu Aaltio SINNERS, Ludwig Göransson THUNDERBOLTS*, Son Lux -------------------------------------------------------------------- Die Nominierungsphase endet am 31. Januar 2026. Bitte immer folgendermaßen nominieren: FILMTITEL, Komponist Also Filmtitel in Großbuchstaben, dann ein Komma und dann den Namen des Komponisten in normaler Schrift.
  10. Auch bei PURSUIT: wirklich toll, wie exakt man die Aufnahme-Ästhetik der Originalaufnahmen getroffen hat. Es klingt tatsächlich wie ein klangtechnisch aufpoliertes "Remastering" des Originals.
  11. 3 x Jerry Fielding: SCORPIO (Michael Winner, USA 1973) Eine meiner schönsten retrospektiven Filmsichtung des bisherigen Jahres! Eigenwillig nostalgischer Spionage-Thriller, der ganz um das „Alte“ kreist, sei es in der Darstellung alternder Spione und ihrer überkommenen Weltsichten (toll: die gemeinsamen Szenen von Burt Lancaster und Paul Scofield), oder im Fokus auf die „alte Welt“, die vor allem mit dem Schauplatz Wien zur Geltung kommt. Unfassbarer Ultrakunst-Moment: Lancasters Ankunft in Wien, mit Establishing Shots des Riesenrads am Prater; die aufflackernden Straßenlaternen der Altstadt-Gassen; dazu Jerry Fieldings bizarre Jahrmarktsmusik, die das abendliche Wien in unbeschreiblich surreale Farben taucht. Wenn ich nur einen Moment aus Winners Filmographie behalten dürfte – dieser wäre es. Gesehen für einen Jerry-Fielding-Aufsatz, den ich im Rahmen einer Publikation zu Michael Winner geschrieben habe. Erscheint diesen Sommer. THE GAMBLER (Karel Reisz, USA 1974) Frisch und forsch zockt sich James Caans Figur durchs Leben, immer haarscharf am Untergang vorbei, aber letztlich doch unrettbar verloren. Gustav Mahlers erste Sinfonie („Titan“) als ironischer Kommentar unter dieser faszinierend leicht erzählten, aber doch unendlich bitteren Geschichte über einen Spielsüchtigen ist ein großartiger Einfall. THE GAUNTLET (Clint Eastwood, USA 1977) Ein wunderbarer Film über Phoenix und seine städtebauliche Entwicklung. Die weiträumige brutalistische Architektur der Phoenix Civic Plaza ist heute einem tristen Convention Center gewichen – eingepfercht zwischen sterile Glas- und Stahlbauten findet man heute nur noch die damals freistehende Phoenix Symphony Hall, die in THE GAUNTLET die „Phoenix City Hall“ mimt, und auf deren Vorplatz das ganz und gar unwahrscheinliche, ja fast magische Finale des Films stattfindet. Der Score gehört nicht zu den Großtaten Fieldings, aber der Blues über dem abendlichen Phoenix während der Vorspannsequenz ist schon extrem stimmungsvoll.
  12. Ich werde die Expandierung beizeiten mal auf Spotify durchlaufen lassen, aber i.d.R. bleibe ich in Fällen, wo von einem 35-Minuten-Album auf eine 90-minütige Komplettfassung expandiert wird, auch beim alten Album.
  13. Wäre für mich - wie so oft - nur wegen des Waxman-Scores interessant. So viel Geld habe ich aber leider schon lange nicht mehr zur Verfügung, um mir für 30 Minuten Musik solch teure Sets kaufen zu können.
  14. (Weiß allerdings nicht, ob ich die Erweiterung unbedingt brauche... Das Album ist wirklich toll zusammengestellt!)
  15. Die Actionpassagen in THE THREE MUSKETEERS sind formal tatsächlich deutlich geschlossener, und die Tanz-Untertitel der Cues auch nicht ganz aus der Luft gegriffen, wie ich finde. Auf jeden Fall der filigranere Historienscore von Kamen, auch wenn ich die beiden gar nicht gegeneinander ausspielen will. Viel mehr gewinnt Kamen dem Sujet in beiden Scores sehr unterschiedliche Facetten ab, was ja super ist. Eins der schönsten instrumentalen Song-Arrangements der Hollywood-Filmmusik ever, wie ich finde.
  16. Vor allem wird auch der Score wie eine leblose KI-Version eines PREDATOR-Scores wirken. Wallfisch, TWISTERS, weißte Bescheid...
  17. Danke, freut mich, wenn sie dir gefällt! Den abgelehnten Mandel-Score zu THE SEVEN-UPS kenne ich noch gar nicht, mal reinhören... Den Trompetensatz habe ich bewusst etwas "exzentrisch" gestaltet, dissonant und in sehr weiten Lagen - ein bisschen "modern-archaisch" à la CLEOPATRA, dessen Fanfaren wohl unterbewusst Pate standen. Ansonsten komponiere ich aber rein intuitiv und kann nur selten konkrete Vorbilder benennen. Live-Aufführung ist erstmal nicht geplant, müsste die Partitur dafür auch erstmal auf Spielbarkeit revidieren. Ein paar Stellen sind so hingebogen, dass sie mit den Samples von Notion für iPad gut klingen, aber live wohl schwierig umzusetzen sind...
  18. Diesen April habe ich meine Filmfestival-Aktivitäten endlich mal mit meiner musikalischen Tätigkeit verknüpfen können, und habe eine Fanfare für das Berliner Underground-Filmfestival "STUC - Festival des stählernen Films" geschrieben. Gezeigt werden dort "stählerne" Filme, die anstrengend durchzustehen sind oder keine offensichtlichen Qualitäten besitzen (allerdings laufen auch immer wieder Hollywood-Filme mit tollen Scores, wie AIR FORCE ONE, THE PATRIOT oder - dieses Jahr - LOST IN SPACE). Der Titel des Stücks ist Programm: durch Anstrengung zum Licht. Beschwertes, aber diszipliniertes Schreiten, mit schweren Viertel-Triolen der Hörner, die von den punktierten Trompeten immer wieder auf- und vorangepeitscht werden. Eigentlich eine Mischung aus Fanfare und Marsch. Im Mittelteil ein kurzer Maestoso-Blechchoral, drei mal wiederholt, mit jedem Mal kraftvoller und selbstbewusster: das heroische Herz der STUC-Philosophie? Viel Spaß beim Hören:
  19. Mit spektakulärer Verspätung noch die Siegerehrung nachgereicht: Mit 10 Stimmen ist Christopher Youngs THE PIPER der Sieger der diesjährigen Soundtrack-Board-Awards. Platz 2 belegt THE RINGS OF POWER Season 2 von Bear McCreary mit 7 Stimmen. Platz 3 belegt HORIZON: AN AMERICAN SAGA - PART 1 von John Debney mit 5 Stimmen. Danke fürs Mitmachen, und bis zum nächsten Jahr!
  20. Habe das mal verglichen (Bluray, Intrada, Varèse-CD), und keinerlei Tonhöhenunterschiede feststellen können. Das muss sich wirklich im Nanobereich bewegen. Aus meiner Sicht kein Grund für ein Update.
  21. Ich glaube, gerade Desplat mit seiner Tendenz zum Spaltklang und "gleißenderen" Klangfarben könnte hier wieder etwas harschere Idiome einbringen. Immerhin ist der neue Film ja auch von Gareth Edwards, der genau das bei GODZILLA wollte.
  22. Bei SCREAM 4 blieb das (osteuropäische?) Orchester weit hinter den Erwartungen zurück, weshalb mit Samples "aufgedickt" werden musste bzw. ganze Passagen durch Sample-Versionen ersetzt wurden. Dadurch wirkt das Klangbild seltsam künstlich und billig. Da die Tyler-Scores wieder in Hollywood aufgenommen wurden, bin ich guter Dinge, dass uns ein solches Debakel diesmal erspart bleibt.
  23. Die Aufnahme selbst klingt nicht bedeutend schlechter als die anderen Fox-Goldsmiths dieser Zeit (100 RIFLES, PLANET OF THE APES, TORA! TORA! TORA!, THE MEPHISTO WALTZ...). Man hört halt, dass es ein LP-Transfer ist. Noch etwas besser als die von der LP gezogene Prometheus-Ausgabe klingt die 13-minütige Suite aus der Goldsmith-at-Fox-Box von 2004. Dort sind Passagen enthalten, die nicht auf der LP waren - folglich wurde hier wohl auf anderes Bandmaterial zurückgegriffen.
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