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Interessant, danke! In LE BOSSU klingt es ähnlich Source-Music-artig wie in LANCELOT DU LAC, aber die Verarbeitung in LE CHOC ist schon verblüffend! Für diese mittelalterlichen Idiome hatte er offenbar auch eine Vorliebe, LE JUGE FAYARD ist ja ähnlich konzipiert, auch wenn ich das Thema dort wesentlich prägnanter finde in seiner Beweglichkeit und Dynamik.
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Der beliebteste Soundtrack 2025 / Nominierungen
Sebastian Schwittay antwortete auf Sebastian Schwittays Thema in Filmmusik Diskussion
Sehe ich nicht so. 2025 war wieder ein starker Jahrgang; mit ONE BATTLE AFTER ANOTHER, BUGONIA, JURASSIC WORLD: REBIRTH, DRACULA und FRANKENSTEIN hatten wir einige große Highlights zu verzeichnen. -
Der beliebteste Soundtrack 2025 / Nominierungen
Sebastian Schwittay antwortete auf Sebastian Schwittays Thema in Filmmusik Diskussion
Ich nominiere mal noch: EDDINGTON, Bobby Krlic, Daniel Pemberton -
Der beliebteste Soundtrack 2025 / Nominierungen
Sebastian Schwittay antwortete auf Sebastian Schwittays Thema in Filmmusik Diskussion
Ob wir dieses Jahr noch weniger Scores nominiert bekommen als 2024 und 2023? 2024 hatten wir 54 nominierte Scores, 2023 nur 51. Für 2025 stehen wir derzeit bei 42 Scores. -
Danke mal wieder für das Aufzeigen der thematischen Querverweise - LE BOSSU habe ich noch nicht gehört, steht aber weit oben auf meiner Liste. Und da wir gerade bei LE BOSSU sind: Wo gibt es denn in LANCELOT DU LAC ein "Thema", noch dazu ein elegisches Schlussthema? Ich habe den Film vor kurzem im DFF in Frankfurt von 35mm gesehen, und es gibt genau ein (!) Stück für Snare Drums, Dudelsack und Flöte, das sowohl zu Beginn des Films als auch - ganz leicht variiert im Tempo und mit Flöte statt Dudelsack - am Ende eingesetzt wird, siehe YouTube-Link. Das rhythmische Spiel des Dudelsacks bzw. der Flöte würde ich kaum als klassisches Thema bezeichnen, eigentlich hat das Stück sogar eher Source-Music-Charakter. Gibt es hier wieder Musik, die nicht im Film verwendet wurde? Kann mir kaum vorstellen, dass Sarde für jemanden wie Bresson eine besonders große Auswahl an Stücken geschrieben hat.
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LA TENTATION D'ISABELLE (Eifersuchtsdrama von Jacques Doillon, 1985) Sardes Komposition für Violine, Kontrabass und Streichquintett kenne ich leider nur in der dreisätzigen 8-Minuten-Suite, die auch auf Spotify zu finden ist. 1985 gab es auch eine LP, auf der über 30 Minuten Musik enthalten sind. Auch in der Kurzfassung eine unglaublich ausdrucksstarke Musik, in der Solo-Violine und Solo-Kontrabass das Streichquintett quasi "einrahmen". Das geschieht auf kompositorisch äußerst elaborierte Art, etwa im "Mouvement 2", wo das Streichquintett einen Satz im pizzicato spielt, während sich darüber und darunter die beiden Einzelstimmen (arco) entwickeln. Wahnsinnig beeindruckend auch der rhythmisch-bohrende dritte Satz, wo die Melodie der Solo-Violine auf ihrem Höhepunkt immer wieder atonal vom Kontrabass konterkariert wird (siehe Video unten bei 0:59 oder 1:26). Ein Moment, der mich jedes Mal aufs Neue völlig wegbläst! Den Film muss ich unbedingt mal sehen - wo bitte kommt dieser dritte Satz in einem solchen Film vor? Eventuell gar nicht, @Stefan Schlegel?
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Holy Grails - gibt es sie noch?
Sebastian Schwittay antwortete auf Osthunters Thema in Filmmusik Diskussion
Zusätzlich zu den von dir genannten Fieldings natürlich auch noch: - THE OUTLAW JOSEY WALES Wird halt leider nie passieren. Ein von Universal Pictures in Italien produzierter, mit Ausnahme der Hauptdarsteller fast komplett mit europäischen Darstellern besetzter Liebesfilm, der in Rom spielt. Nicht mehr als eine nette kleine Rarität, aber die Musik ist schön. -
Holy Grails - gibt es sie noch?
Sebastian Schwittay antwortete auf Osthunters Thema in Filmmusik Diskussion
Der Partitur nach zu urteilen gibt es bei JFK kaum mehr Material als das, was es bereits auf der Elektra-CD gibt. Und das ist schon mehr, als im Film zu hören ist. Bei SPHERE schließe ich mich natürlich an. Eins der Meisterwerke der 90er-Jahre-Filmmusik, bei dem wirklich jede Minute überzeugt. Die kursierende Komplettversion des Scores ist eine Wucht. -
Holy Grails - gibt es sie noch?
Sebastian Schwittay antwortete auf Osthunters Thema in Filmmusik Diskussion
Ein Haufen 90er-Shore, bei dem sich leider überhaupt nichts tut... Einige davon sind wirklich herausragend. - SINGLE WHITE FEMALE (1992) - GUILTY AS SIN (1993) - STRIPTEASE (1996) - GLORIA (1999) u.a. Wahrscheinlich hat Shore selbst den Finger drauf und gestattet anderen Labels nur in Ausnahmen Veröffentlichungen seiner Musik (siehe jüngst SLIVER). -
COURS PRIVÉ (Lehrerdrama von Pierre Granier-Deferre, 1986) Diese kurze Musik zu einem Erpressungsdrama im Lehrermilieu hat mich sehr begeistert. Obwohl die Musik, wie Stefan hier schreibt, thematisch auf Sardes PREMIERS DÉSIRS von 1983 basiert, fasziniert mich hier die Instrumentation, genauer gesagt der Einsatz der E-Gitarre, ungemein. So eine klangsinnliche Kombination des Instruments mit einer kammermusikalischen Besetzung kenne ich sonst nur aus den "End Credits" von Goldsmiths FIERCE CREATURES. Gibt es die E-Gitarre denn auch in PREMIERS DÉSIRS? Eher nicht, oder? Anspieltipp: "Labo Photo"
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veröffentlichung Intrada: THE CHAIRMAN (Jerry Goldsmith)
Sebastian Schwittay antwortete auf Osthunters Thema in Scores & Veröffentlichungen
Hier im Vergleich die Originalaufnahme: -
veröffentlichung Intrada: THE CHAIRMAN (Jerry Goldsmith)
Sebastian Schwittay antwortete auf Osthunters Thema in Scores & Veröffentlichungen
Tatsächlich interessiert mich bei dieser Veröffentlichung die Demo von THE GAME OF THEIR LIVES am meisten. Die CHAIRMAN-Musik gefällt mir in der Originaleinspielung eigentlich gut, mich würde allerdings interessieren, wie mein Lieblingsstück "The Marketplace" in neuem Gewand nun so klingt... EDIT: Das Album ist ja schon auf Spotify. Das Stück heißt hier "The City", und nun ja, irgendwie ist mir die Percussion etwas zu sehr im Hintergrund gegenüber der Originalaufnahme. Ich liebe diese hackenden Sechzehntel, die im Original alle zwei Takte total präsent auf der 1 zu hören sind - in der Neuaufnahme sind sie nach dem Anfang kaum noch wahrnehmbar. Das sind halt diese kleinen Sachen, die einen am Ende dann doch an der Originalaufnahme halten... https://open.spotify.com/intl-de/album/4Rb0ABog7QypdUFgu45Vms?si=9EHNxu_CQ-u9YNNsnBYZYA -
Der beliebteste Soundtrack 2025 / Nominierungen
Sebastian Schwittay antwortete auf Sebastian Schwittays Thema in Filmmusik Diskussion
Bisher wurden 41 Scores nominiert: 28 YEARS LATER, Young Fathers AIMING HIGH, Diego Baldenweg, Lionel Baldenweg, Nora Baldenweg AMERICANA, David Fleming ASTÉRIX & OBÉLIX: LE COMBAT DES CHEFS, Mathieu Alvado AVATAR: FIRE AND ASH, Simon Franglen BUGONIA, Jerskin Fendrix CAPTAIN AMERICA: BRAVE NEW WORLD, Laura Karpman CLAIR OBSCUR: EXPEDITION 33, Lorien Testard CREATION OF THE GODS II: DEMON FORCE, Gordy Haab DALLOWAY, Philippe Rombi DEADPOOL VR, Christopher Young, Gil Young DONGJI RESCUE, Atli Örvarsson DORA AND THE SEARCH FOR SOL DORADO, Kenny Wood DRACULA, Danny Elfman F1, Hans Zimmer THE FANTASTIC FOUR: FIRST STEPS, Michael Giacchino FOUNTAIN OF YOUTH, Chris Benstead FRANKENSTEIN, Alexandre Desplat GHOST OF YOTEI, Toma Otowa HOLLAND, Alex Somers HOLLOW KNIGHT: SILKSONG, Christopher Larkin HOME IS THE OCEAN, Diego Baldenweg, Lionel Baldenweg, Nora Baldenweg HOW TO TRAIN YOUR DRAGON, John Powell INVISIBLE NATION, Wei-San Hsu JURASSIC WORLD: REBIRTH, Alexandre Desplat KAAMELOTT - DEUXIÈME VOLET: PARTIE 1, Alexandre Astier DAS KANU DES MANITU, Ralf Wengenmayr THE KING OF KINGS, Kim Tae-seong THE LIFE OF CHUCK, The Newton Brothers LITTLE SIBERIA, Panu Aaltio THE LONG WALK, Jeremiah Fraites NUREMBERG, Brian Tyler ONE BATTLE AFTER ANOTHER, Jonny Greenwood THE OVAL PORTRAIT, Andrew Morgan Smith PLAY DIRTY, Alan Silvestri THE SHROUDS, Howard Shore SINNERS, Ludwig Göransson SUPERMAN, John Murphy, David Fleming SWORD OF THE SEA, Austin Wintory THUNDERBOLTS*, Son Lux WICKED: FOR GOOD, John Powell, Stephen Schwartz -------------------------------------------------------------------- Die Nominierungsphase endet am 31. Januar 2026. Bitte immer folgendermaßen nominieren: FILMTITEL, Komponist Also Filmtitel in Großbuchstaben, dann ein Komma und dann den Namen des Komponisten in normaler Schrift. -
Der beliebteste Soundtrack 2025 / Nominierungen
Sebastian Schwittay antwortete auf Sebastian Schwittays Thema in Filmmusik Diskussion
Bei dem drücke ich mal ein Auge zu, da der Film laut IMDb nicht außerhalb von Filmfestivals lief und keinen regulären Kinostart hatte... -
Super, vielleicht finden wir ja eine DEFA-Kopie, das wäre auf jeden Fall billiger als eine französische Fassung, die man aus der Schweiz oder gar aus Frankreich holen müsste... Danke für die spannenden Informationen! Dann war Sarde ja offenbar so inspiriert vom Film, dass er hier etwas völlig Originäres geschaffen (und später noch davon gezehrt) hat. Das macht den Film für unsere Auswahl noch spannender.
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Derzeit im Sarde-Fieber: - LA GARCE (Philippe Sarde) - COURS PRIVÉ (Philippe Sarde) - GARCON! (Philippe Sarde) - LA MAISON DE JADE (Philippe Sarde) - IL FAUT TUER BIRGITT HAAS (Philippe Sarde)
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Anlässlich einer 2026 stattfindenden Retrospektive zum französischem Genrekino im Deutschen Filmmuseum Frankfurt, bei dem es auch einen Philippe-Sarde-Schwerpunkt geben wird, höre ich mich derzeit wieder verstärkt durch die Scores von Sarde. Kürzlich habe ich eine Musik von ihm entdeckt, die mich sehr in ihren Bann gezogen hat: LA GARCE (Kriminalfilm von Christine Pascal, 1984) Erschienen 2024 auf einer Music-Box-CD zusammen mit dem meisterhaften LE CHOIX DES ARMES (1981) und der feinen Komödienmusik zu GARCON! (1983). Der Film von Christine Pascal, den wir wahrscheinlich ins Programm aufnehmen werden (sofern sich eine 35mm-Kopie finden lässt), handelt von einem Polizisten, der eine 17-jährige junge Frau (Isabelle Huppert) vergewaltigt, und nach seiner Haftstrafe eine Tätigkeit als Privatdetektiv aufnimmt, wo er in ein Komplett um sein ehemaliges Opfer verwickelt wird. Ich habe den Film selbst noch nicht gesehen, musste bei der Beschreibung des Vergewaltigungsthemas jedoch öfter an Hupperts späteren Film ELLE denken. Hier wie dort dreht es sich um die kontroverse Frage, ob und wie das Opfer selbst Lust an der Tat empfinden und möglicherweise selbstbestimmt damit umgehen kann. Mal sehen, ob es hier tatsächlich noch weitere Parallelen zu entdecken gibt. Sardes dunkel-romantische Noir-Musik kombiniert den transparenten Klang eines Kammerorchesters mit atemberaubend expressiven Soli eines Tenor-Saxophons und eines Akkordeons. Der Umgang mit dem Streichorchester ist unglaublich differenziert und feingliedrig, dazu brechen Trompete, Horn und Posaune immer wieder reizvoll das Klangbild auf; der melodische und rhythmische Erfindungsreichtum kennt kaum Grenzen. Eine wahnsinnig starke, sinnliche Musik. Anspieltipp auf Spotify bzw. YouTube: "Fuite d'Aline et Lucien". Hat jemand von euch den Film gesehen?
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Ruhige Ambient-Scores gesucht
Sebastian Schwittay antwortete auf coteaus Thema in Filmmusik Diskussion
Weiß nicht, ob das so genau für dich passt, und Elektronik gibt es da auch nicht viel, aber ich mag Thomas Newmans Musik zu IN THE BEDROOM (2001) sehr: (Track anklicken, dann gibt es auf YouTube das gesamte Album das Playlist.) -
Was habt ihr zuletzt gesehen?
Sebastian Schwittay antwortete auf Scorechasers Thema in Film & Fernsehen
Ein paar aktuelle Filme, die ich äußerst sehenswert fand: CAUGHT STEALING (Darren Aronofsky, USA 2025) Anwärter auf den besten New-York-Film der 2020er Jahre. Schön die Besetzung von Griffin Dunne als Verweis auf AFTER HOURS, einen der besten New-York-Filme der 80er Jahre. Und: obwohl CAUGHT STEALING verdammt lustig ist, tun die Gewaltszenen richtig weh. BARBARIAN (Zach Cregger, USA/BG 2022) Neben einer Chronik männlicher Gewalt ist BARBARIAN auch eine Chronik der US-amerikanischen Immobilien- und Raumnutzungsgeschichte: vom Eigenheim-Boom der Reagan-Ära, über den ‚urban decay‘ der Finanzkrise der 2010er Jahre, bis hin zum Airbnb-Plattformkapitalismus der jüngsten Vergangenheit. Ein starker Horrorfilm, der es schafft, zwei der wichtigsten Themen unserer Zeit auf originelle Weise unter einen Hut zu bringen. WEAPONS (Zach Cregger, USA 2025) Horrorfilme brauchen Humor. Zach Cregger beherzigt diese gerne vernachlässigte Grundregel des Genres, wodurch seine SALEM'S LOT-Variation nicht nur erzählerisch enorm packend und dynamisch gerät, sondern auch einen satirischen Blick auf den Mikrokosmos Kleinstadt offenbart, der in Vielem an das große Vorbild Stephen King heranreicht. Ebenfalls toll: die bissige Magritte-Anspielung ("ceci n'est pas un fusil"...), die den Spirit von WEAPONS wunderbar in einem Bild zusammenfasst. THE MASTERMIND (Kelly Reichardt, USA/GB 2025) Vom herbstlich-entspannten Familien-Heistmovie in die lakonische Drifter-Depression: Kelly Reichardt gelingt in ihrem 70er-Jahre-Pendant zu NIGHT MOVES (2013) mal wieder eine virtuose wie unaufgeregte Modulation durch die Stimmungen. Kaum ein/e andere/r Filmemacher/in des zeitgenössischen US-Kinos versteht es, harten Existenzialismus und relaxte Kontemplation derart nuanciert in der Balance zu halten. AFTER THE HUNT (Luca Guadagnino, I/USA 2025) An einer amerikanischen Elite-Uni kommt es zu einem Fall sexueller Belästigung. Das Opfer, die schwarze Studentin Maggie (Ayo Edebiri), versucht die Philosophie-Professorin Alma (Julia Roberts) mit toxischen Vereinnahmungs-Taktiken auf ihre Seite zu ziehen. Guadagninos Blick auf den Mikrokosmos amerikanischer Universitäten und ihrer diskursiven Schlachtfelder ist geistreich und unerträglich zugleich – so betont klug und feinsinnig gab sich schon lange kein Film des Regisseurs mehr. Der Score von Trent Reznor und Atticus Ross ist dieses Mal nicht mehr als prätentiöses Gewichse, aber immerhin wird – das erste Mal seit I AM LOVE – wieder ausgiebig John Adams verwendet ("City Noir", großartig eingesetzt während der Psycho-Bitch-Konfrontation zwischen Roberts und Edebiri). Neben dem erfrischend anti-woken Tonfall des Films einer der interessantesten Aspekte von AFTER THE HUNT. -
STAR WARS: STARFIGHTER - Thomas Newman
Sebastian Schwittay antwortete auf TheRealNeos Thema in Scores & Veröffentlichungen
Erwarte da auch überhaupt nichts. Newman kann sich den tristen Anforderungen des Blockbuster-Kinos sehr gut (viel zu gut...) anpassen, siehe den von ronin erwähnten PASSENGERS. -
Bugonia - Jerskin Fendrix
Sebastian Schwittay antwortete auf ronin1975s Thema in Scores & Veröffentlichungen
Danke. Es geht einfach nichts über Vorurteile über Musiken, die man gar nicht gehört hat... Ich mochte den Film auch nicht sonderlich, aber konventionell empfand ich an ihm eigentlich gar nichts. BUGONIA ist surreale Satire und kunstige Echokammer für linksliberale Intellektuelle. Das machte ihn für mich auch eher uninteressant. Einen straighten Genrefilm sah ich da in keiner Minute, dafür ist das Ganze viel zu thesenhaft (wie auch schon POOR THINGS, den ich als Film aber deutlich gelungener fand). -
Bugonia - Jerskin Fendrix
Sebastian Schwittay antwortete auf ronin1975s Thema in Scores & Veröffentlichungen
Wenn ich mir anschaue, wieviele Likes dein Beitrag bekommt, würde ich sagen, dass dir die meisten hier eher stillschweigend zustimmen. Was soll ich sagen... ich bin es ja gewohnt. Ich war hier im Board noch nie sonderlich beliebt und es gab immer Anfeindungen, wenn ich mal etwas ambitionierter für bestimmte Ansätze in der Filmmusik oder analytische Perspektiven geworben habe. Das hat sich bis heute nicht geändert. Mein Kommentar vom 11. November war ein Gedankenanstoß - es ist völlig klar, dass das kleine deutsche Soundtrack-Board (geschweige denn einige einzelne User) keine "Revolution" in der Filmmusik-Rezeption anleiern können. Aber wir können immerhin alle dazu beitragen, dass dieser derzeit schöne Trend in Richtung anspruchsvoller Sinfonik möglichst viel Aufmerksamkeit bekommt. (Um ein Beispiel zu nennen: nicht wenige der hier Mitlesenden sind Mitglieder der International Film Music Critics Association, allein da gibt es schon ganz konkrete Auswirkungen.) Ich verstehe die Abneigung gegen den Score übrigens wirklich nicht ( @peter-anselm, wo liegt das Problem abseits persönlicher Animositäten?). Ein großsinfonischer, teils bombastischer Score irgendwo zwischen Goldenthal, Corigliano und Carl Orff - what's not to like? Nur, weil sich der "elitäre Schwittay" für ihn eingesetzt hat, ist der Score nun wieder ein rotes Tuch? Dann besteht doch gar kein grundlegender Dissens, oder? -
Nein, im Film sind noch einige Stücke, die nicht auf dem Album enthalten sind, unter anderem die Musik für die Vogelspinne auf dem Schreibtisch. Für das Album wurde zwar extra Musik aufgenommen, aber dafür eben auch einige Passagen aus dem Film weggelassen. Früher oder später kommt der also sicher auch. (Was ich begrüßen würde als jemand, der den Score regelrecht gefressen hat. Einer meiner Top-5-Goldsmiths.)
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Bugonia - Jerskin Fendrix
Sebastian Schwittay antwortete auf ronin1975s Thema in Scores & Veröffentlichungen
Es lässt sich bei Autorenfilmen halt schlecht objektivieren, was "gut" oder "schlecht" eingesetzte Filmmusik ist. Bei Genrefilmen wie AIR FORCE ONE ist das einfacher (siehe der Vergleich Newman/Goldsmith), aber bei derart sonderbar-auteuristischen Visionen wie denen von Yorgos Lanthimos (oder von Ari Aster) ist das schlicht unmöglich, weil bereits die Filme nicht eindeutig sind in dem, was sie musikalisch "verlangen". Was "verlangt" ein Film wie BUGONIA? Gibt es da überhaupt irgendwelche Genre-Konventionen, auf die ein erprobtes filmmusikalisches Konzept "passen" könnte? -
Bugonia - Jerskin Fendrix
Sebastian Schwittay antwortete auf ronin1975s Thema in Scores & Veröffentlichungen
Och, ich hab das eigentlich schon genauso gemeint. Hier wird immer gerne am falschen Ende idealisiert. Wozu die (meist schwachen) Musiken zu Franchise-Produktionen mit Gleichberechtigung und Relativierung schützen, wenn die und deren Stil eh schon überproportional populär und einflussreich sind? Einer der Gründe für den musikalischen Verfall in der Filmmusik ist halt auch eine fehlgeleitete Aufmerksamkeitsökonomie: Zimmer, Marvel, Blockbuster- und Franchisemusik wurden und werden über alle Maßen diskutiert und rezipiert, weshalb auch junge Komponisten sich eher diesem Stil zuwenden als weniger diskutierten Idiomen wie Modernismus, Kammermusik, etc.pp.. Zwar ist es schön, dass experimentelle instrumentale Konzepte derzeit einen Aufwärtstrend erleben (Greenwood, Fendrix, Willis, etc.), aber es bedarf halt noch mehr, eigentlich ein absolutes Maximum an Aufmerksamkeit, um vielleicht irgendwann mal wieder einen breiten filmmusikalischen Aufschwung, eine neue goldene Ära der Filmmusik anzustoßen. Und dazu können wir alle beitragen. Stichwort: Aufmerksamkeitsökonomie.