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Sebastian Schwittay

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Alle Inhalte von Sebastian Schwittay

  1. Bin noch nicht ganz durch, aber bislang wirklich sehr, sehr angetan vom Score! Desplat ist einfach der bessere Komponist für Action, Suspense und Co., da er im Gegensatz zu Giacchino Einflüsse aus der (modernen) Kunstmusik einfließen lässt. Giacchinos Referenzkosmos besteht nur aus anderen Filmmusiken - das kunstmusikalische Erbe spielt bei ihm keine Rolle. Heißt: keine bzw. wenig Modernismen, eine glatte und überraschungsarme Klangästhetik, sowie eine Harmonik, die modale Färbungen meidet. Was mir bisher aufgefallen ist: - wunderbar verspielter Einsatz der Marimba im "Opening Lab" (erste 20 Sekunden, später um 2:30!) - Desplat-"Earfuck" (3:42 in "Opening Lab"): ich liebe diese Tonhöhen-verschleiernden Mischungen aus Synths, tiefen Holzbläsern und sul ponticello-Streichern (gibt's auch oft in GODZILLA) - fast Streichquartett-artiger Klang der Streicher in den ersten Takten von "Dart Show" (Desplats luftiger kammersymphonischer Satz ist einfach enorm reizvoll, gerade im Kontext solcher Blockbuster-Produktionen) - der minutenlange Klaviersatz in "Zora and Kincaid" hat mich auch überrascht; bei Giacchino wäre spätestens ab 0:36 ein konventioneller Streichersatz dazugekommen, hier treten Streicher und Harfe erst sehr spät in gläsern-impressionistischer Manier dazu - die exzentrische Bläsercluster-Hysterie in "Mosasaur Attacks Yacht" um 1:31 muss man sich auch erstmal trauen! - in "Zora and Loomis Chat" deutet sich zu Beginn eine Passacaglia-ähnliche Struktur an; schade, dass er das nicht weiter durchzieht (trotzdem feinster Streichersatz, und herrlich, wie er später ins Williams-Thema überleitet) - alles, was die Solo-Trompete in "Boat Chase" macht - die Einfärbung des Satzes mit verschiedener Percussion in "Fins Attack - Part 1", vor allem Xylophon (schön ab 2:40), aber auch Klavier+Marimba (1:07) und Marimba solo (3:00) - "Fins Attack - Part 2" endet irritierend synkopisch (auf letzter Achtel oder Sechzehntel des Taktes, bin gerade zu faul es exakt auszuzählen - ziemlich strange^^) to be continued...
  2. Um die Diskussion mal in den passenden Thread zu holen (für künftige Generationen, die das nachlesen wollen: hier ist der andere Thread): Gefällt dir denn auch sein toller MONKEY SHINES? Der ist ja rein sinfonisch, sehr subtil und kunstvoll in der Themenverarbeitung, und hat eine unglaublich stark vertonte Eröffnungssequenz mit einem fast Schnittke-haften, dissonanten Schock auf dem Höhepunkt. Besonders schön am vorgestellten Thema finde ich, wie er Jazz-Harmonik und spätromantische Wendungen zusammenführt (besonders auffällig bei 1:45 in den Holzbläsern und Streichern, das könnte fast Strauss sein). Diese "jazzige Spätromantik" findet man so eigentlich auch nur bei ihm.
  3. Da ich Anfang des Jahres einen Aufsatz über Fielding für eine Michael-Winner-Publikation geschrieben habe und mich in diesem Rahmen wieder intensiver mit seiner Musik auseinandergesetzt habe, kann ich das recht einfach entkräften. Tatsächlich komponierten beide gerne polytonal, jedoch bezieht sich Fieldings Polytonalität auf das große Vorbild Bartók (meist parallele Quint-Klänge, die eine sehr "eigene" Klangwirkung erzielen, siehe z.B. "Pas de deux" aus THE NIGHTCOMERS oder "Indian Rodeo" aus CHATO'S LAND), während Shires polytonale Färbungen aus der Jazz-Harmonik stammen, also erstmal überhaupt keinen "E-Musik"-Sound an sich haben. Vielleicht auch ein Faktor, warum Stefan mit Shire nicht so kann? Jedenfalls muss sich hier gar niemand am anderen messen - beide haben (nicht nur im Western-Genre) völlig unterschiedlich komponiert, mit völlig unterschiedlichem Ergebnis in der Klangwirkung.
  4. Ich will dich sicher nicht zum Shire-Jünger machen. Mir ist doch völlig egal, was du anhörst oder sammelst. Aber schön, dass nun etwas mehr über Shire geschrieben wird. Das war mein Ziel. (SOMETHING FOR JOEY kenne ich selbst übrigens noch gar nicht. Bin sehr gespannt auf weitere Entdeckungen!)
  5. Das, was du beschreibst, sind Idiome und Stile, die Filmkomponisten beherrschen müssen, weil Filmmusik ihrem Wesen nach polystilistisch ist. Film A verlangt nach Jazz, Film B nach romantischer Sinfonik, Film C nach modernistischer Kammermusik. Die Handschrift eines Komponisten bestimmt sich aber nicht durch die verwendeten Stile, sondern durch Parameter wie Harmonik, Charakteristika in der Melodiebildung, Rhythmusbehandlung, etc. pp. Und allein Shires Harmonik ist so krass unverwechselbar, dass es mich wundert, dass jemand wie du, der die Ohren so gut aufmacht (siehe oben), davon überhaupt nichts merkt.
  6. Habe mich entschieden, den Sommer mal wieder ganz der Musik Alfred Schnittkes zu widmen. Höre mich derzeit durch sein komplettes Schaffen und schließe die letzten verbliebenen Lücken. Als Einstieg mal wieder eins meiner Lieblingswerke: das Konzert zu dritt für Violine, Viola, Violoncello und Streichorchester (1994). Ein ausgesprochen sprödes Werk der letzten Schaffensphase (Schnittke starb nur vier Jahre später), bei dem die ersten drei Sätze jeweils einem Solo-Instrument zugeordnet sind: der erste dem Cello, der zweite der Bratsche, der dritte der Violine. Im vierten Satz finden alle drei zusammen und liefern sich ein wütendes Gefecht. Das Werk schließt mit einem kurzen "Menuett" - ursprünglich ein eigenständiges Stück, fungiert es hier als Epilog des Konzerts. Hier der unglaublich dichte und spannungsreiche 2. Satz (Bratsche + Streicher): Und der vierte Satz, in dem alle drei Solisten zusammenfinden: erst das atemlos voranpreschende Cello; dann die Bratsche, die mehrere Male ein schmerzhaft-expressives Thema wiederholt; dann die Violine, die sich manisch in die Höhe schraubt. Dann, plötzlich, wie aus dem Nichts: ein Klaviercluster - und der Satz ist zu Ende. Und zum Schluss das "Menuett". Ein Stück für die einsame Insel. Eine der anmutsvollsten und zugleich abgründigsten Streicherkompositionen, die ich kenne. ❤️
  7. Weiß ich, und deswegen wundere ich mich, dass du jemanden wie Shire nicht ganz oben auf (d)einer "Möchte-alles-von-ihm-hören"-Liste führst. Wer hat denn in den 70ern einen ausgeprägteren Personalstil als Shire? Sein Werk ist doch eine absolute Schatztruhe, wenn man eine Vorliebe für ausgeprägte filmmusikalische Individualstile hat.
  8. Wie du weißt, polarisiere ich gerne, wenn es einem guten Zweck dient. Golden-Age-Konventionen, wie man sie beim Gold hört, sind einfach etwas überrepräsentiert in der Aufmerksamkeit der älteren Filmmusiksammler... Shire dagegen braucht viel mehr Aufmerksamkeit! Bin wirklich sehr begeistert von der "John Brown Chase". Shires distinkt polytonale Jazz-Harmonik macht sich im Western-Setting echt gut. Ein ziemlich einzigartiger Zugang zum Genre.
  9. RIP. Er scheint eine sehr dynamische, lebensfrohe Persönlichkeit gewesen zu sein, was man so hört. Kenne außer THE HELLSTROM CHRONICLES, DIRTY HARRY, THX 1138, THE MANITOU und M:I aber leider noch zu wenig von ihm. Möchte ich widersprechen. Jonny Greenwood?
  10. Glaube, man kann jetzt schon: JURASSIC WORLD: REBIRTH, Alexandre Desplat
  11. Ausgehend von diesem einen Track: bester JP-Score seit THE LOST WORLD! Wunderbar farbig orchestriert, tolle Percussion, erfrischende 6/8-Rhythmik und starke motivische Arbeit. Das absteigende Motiv der tiefen Blechbläser (0:26, 0:51, 1:14) scheint ziemlich zentral zu sein, so vielfältig wie es verarbeitet wird. Super auch das Williams-artige Tutti bei 3:09 - gefolgt von einem kurzen Zitat des LOST WORLD-Ostinatos bei 3:20. ❤️
  12. Tracklisting und erster kompletter Track: 1. Opening Lab (4:53) 2. Bridge of Deal (0:59) 3. Natural History Museum (5:04) 4. Team Gathered (1:12) 5. Voyage (2:51) 6. Dart Show (1:18) 7. Zora and Kincaid (2:24) 8. Mosasaur Attacks Yacht (4:00) 9. Zora and Loomis Chat (1:57) 10. Mayday (3:32) 11. Mosasaur Bumps Boat (1:12) 12. Boat Chase (5:15) 13. Fins Attack – Part 1 (4:49) 14. Fins Attack – Part 2 (1:31) 15. Cave Swim (3:48) 16. Hurry (1:42) 17. Walking the Swamp (3:21) 18. The Pistol / Scare in the Trees (1:33) 19. Do the Job (2:28) 20. Dino Lovers (2:59) 21. Dino Spectacle (1:43) 22. What’s This Smell? (1:16) 23. Crossing the River / T-Rex (8:10) 24. Clifftop (0:36) 25. Climbing the Wall (3:37) 26. Bird Strike (3:40) 27. Let’s Go Home (0:31) 28. Gentle Boat Ride (4:05) 29. Mutadons Fly In (4:55) 30. The Old Lab (2:38) 31. Tunnel / Helicopter (4:19) 32. Run to the Gate (2:44) 33. Bella and the Beast (4:50) 34. Sailing Away (2:08)
  13. Balfe konnte doch nicht, weil er das NAKED GUN-Remake von Joel McNeely befreien musste...
  14. Ich zitiere mich mal und update mein Sinfonien-Ranking. Platz 1: Sinfonie Nr. 2 H-Dur "An den Oktober" (1927) Platz 2: Sinfonie Nr. 6 h-moll (1939) Platz 3: Sinfonie Nr. 5 d-moll (1937) Platz 4: Sinfonie Nr. 8 c-moll (1943) Platz 5: Sinfonie Nr. 13 b-moll (1962) - hat sich über die Jahre in meine Top 5 gespielt ❤️ Platz 6: Sinfonie Nr. 4 c-moll (1936) Platz 7: Sinfonie Nr. 12 d-moll (1961) Platz 8: Sinfonie Nr. 14 (1969) Platz 9: Sinfonie Nr. 10 e-moll (1953) Platz 10: Sinfonie Nr. 9 Es-Dur (1945) Platz 11: Sinfonie Nr. 7 C-Dur (1941) Platz 12: Sinfonie Nr. 1 f-moll (1926) Platz 13: Sinfonie Nr. 15 A-Dur (1972) Platz 14: Sinfonie Nr. 11 g-moll (1957) Platz 15: Sinfonie Nr. 3 Es-Dur (1930)
  15. Ich meinte den Western-Kontext. Zwischen 1970 und 1980 wurden schließlich viel weniger Westerns produziert wurden als zwischen 1950 und 1960, folglich hört man jene avancierteren Konzepte tatsächlich deutlich seltener im Genre als den hier vertretenen Americana-Sound der 40er und 50er. Ich möchte deine Sichtweise gar nicht ändern - ebenso wenig wie ich den Gold-Score schlecht finde - , mich wundert nur das Gefälle in der Aufmerksamkeit. Hat aber vermutlich auch mit den immer seltener werdenden Golden-Age-Veröffentlichungen und einer "Ich nehm alles, was ich noch kriegen kann"-Einstellung zusammen, oder? Eure Begeisterung für Tiomkins NIGHT PASSAGE konnte ich im Nachhinein auch nicht recht nachvollziehen. Solide-geschäftiger Genre-Standard dieser Zeit, der zwischen seinen ganzen Noten kaum künstlerische Akzente setzt.
  16. Tolle Klangqualität, musikalisch ist allerdings Shires SKIN GAME der deutlich interessantere der beiden heute veröffentlichten Western-Scores. Golds Konzept hat man in dieser Form wirklich schon zigtausendfach gehört. Beim Shire dagegen: Polytonalität, Collagen, haufenweise ungerade Metrik... ❤️
  17. Großartiges Release, vor allem natürlich wegen des Western-Scores SKIN GAME, auf den ich mich am meisten freue. Schade, dass Calderas Shire-Releases immer noch so wenig diskutiert werden hier. Stattdessen ist ein solider Ernest-Gold-Score drüben von Intrada die große Entdeckung...
  18. MISSION: IMPOSSIBLE - THE FINAL RECKONING (Christopher McQuarrie, GB/USA 2025) Man glaubt es kaum, aber nach dem unfassbar zerdehnten ‚Talking Heads‘-Agentenfilm DEAD RECKONING hat man sich zum (vorläufigen) Finale noch einmal zusammengerissen und liefert den wahrscheinlich packendsten Teil der Reihe ab. Im Gegensatz zum Vorgänger spannen die Actionsequenzen gelungene und durchgehend spannende Bögen (U-Boot-Kapitel, inklusive St.-Matthew-Insel), es gibt ein halsbrecherisches Flugzeug-Finale im Geiste von CAPRICORN ONE, und sogar der Score der Lorne-Balfe-Praktikanten Max Aruj und Alfie Godfrey setzt trotz seiner simplen Art an einigen Stellen überraschend wohlüberlegte dramaturgische Akzente (etwa in der Auftauchszene, wenn plötzlich ganz unvermittelt zu einem recht weit entfernten Dur-Akkord gewechselt wird – Cruises Nahtoderfahrung bekommt hierdurch einen angemessen außerweltlichen Effekt). Die Wiederkehr Rolf Saxons und der Rückbezug zum Langley-Einbruch aus dem ersten Teil ist zudem einer der schönsten narrativen Schlenker, den die Reihe bislang vollbracht hat.
  19. Na, immerhin ist jetzt bald Goldenthals S.W.A.T. an der Reihe. Dass mittlerweile ausnahmslos jedes Früh-2000er-Mittelmaß in Luxus-Ausgaben veröffentlicht wird, als wären es verschollene Meisterwerke... naja.
  20. Ich glaube auch, dass es mehr ein gesellschaftliches Problem ist, und Musiker/Komponisten sich dem anpassen müssen. Wenn du zu kompliziert schreibst, wirst du irrelevant. Komplexe Idiome werden nur noch dort toleriert, wo es Zeitkolorit oder (passender) Background ist: bei historischen Stoffen, bei Stoffen über klassische Musiker, usw. Die Gegenwart soll davon aber bitte nicht mehr "belästigt" werden, denn das Alte haben wir ja überwunden...
  21. Ich versuche mich immer diplomatisch auszudrücken, aber ja: Degeneration trifft es letztlich auch. Dabei sind es ja oft gar nicht mal die Komponisten, was mich zu @magnum-p.i.s Kommentar führt... Als ausgebildeter Komponist wird Balfe sicher auch ein Jazz-Arrangement schreiben und die passende Harmonik verwenden können. Am Ende liegt das Übel wohl eher in den digitalen Workflows, die sich inzwischen verselbständigt haben: alles muss schnell gehen, alles muss spontan schneid- und abänderbar sein (bis zum Vorabend der Endmischung, versteht sich!), weshalb es für den "Dienstleister" praktischer und effizienter ist, in der ausgelieferten Ware so simpel wie möglich zu bleiben. Das, verbunden mit dem unseligen Narren, den die Filmindustrie seit Ende der 90er an Minimal Music und New-Age gefressen hat, bringt uns an den Punkt, an dem wir heute sind.
  22. Auf jeden Fall ist es eine Regression. Das späte 19. und das 20. Jahrhundert haben unsere Harmonik erweitert, bereichert und an den Rand der Tonalität gebracht. Seit dem Siegeszug der Minimal Music entwickeln wir uns wieder zurück zur einer primitiven Harmonik der Grundakkorde (Tonika, Subdominante, Dominante). Manche werfen den Parameter Harmonik sogar komplett über Bord und bleiben nur auf einem einzelnen Ton oder rhythmischen Grundmuster (siehe auch die Entwicklungen hin zum reinen Sprechgesang in der Popmusik). Dass mittlerweile nun auch schon Klassiker des Jazz (einer einst populären Musikform) derart "umgeschrieben" werden, finde ich schon sehr trist. Hat ja auch was mit Überlieferung und Vermittlung zu tun. Heutzutage schreibt man Altes lieber um, damit es in den Zeitgeist passt. Höre ich bei deinen Beispielen eigentlich nicht. Bei der Clayton/Mullen-Version des M:I-Themas ist der Jazz-Akkord am Ende auch drin - zwar nur gesampelt vom Original, aber immerhin. In den 90ern konnten das Populäre und das Kunstvoll-Traditionelle eben noch nebeneinander bestehen, ohne dass eins davon an das andere angeglichen werden musste.
  23. Da das ein ganz interessanter Punkt ist, habe ich dazu mal einen extra Thread aufgemacht. Zur Oktatonik in PREDATOR in Kürze mehr. (Im November gibt es beim Karacho-Actionfilmfestival in Nürnberg übrigens einen Vortrag dazu, im Rahmen eines Silvestri-Specials zu seinem 75. Geburtstag. Insofern bereite ich das eh gerade vor... )
  24. Da mich @TheRealNeo in einem anderen Thread gebeten hat, es näher zu erläutern: Seit Lorne Balfe die MISSION: IMPOSSIBLE-Scores übernommen hat, reduziert sich nicht nur die Komplexität der Instrumentierung, sondern auch die Jazz-Harmonik im Hauptthema ("Mission: Acomplished" oder "Curtain Call" auf den Score-Veröffentlichungen der letzten Filme). Besonders auffällig ist das beim Schlussakkord, der bei Schifrin (und auch bei Elfman, Giacchino und Co.) eine sehr jazzige Wendung aufweist. Das finale DA-DAAAA ist in der Melodie ein Sprung von F nach G. Das G ist Grundton des Themas, aber statt in der Akkordbegleitung einfach nur zur Grundharmonie g-moll zu wechseln, wählt Schifrin einen Es-Dur-Akkord in der 2. Umkehrung (b - es - g) und würzt ihn sehr prägnant mit einem Des im Bass! Ein aufregender und abenteuerlicher Akkord, nicht zuletzt, weil das Des ein Tritonus zu G und damit eine Dissonanz zum Grundton ist! Balfe macht nichts dergleichen: in FALLOUT springt er an der Stelle (F > G) lediglich in eine Harmonie auf C. Relativ langweilig, da C einfach nur die Subdominante von G ist, und auch im Bass keine weitere Reibung oder Dissonanz mehr vorhanden ist. In DEAD RECKONING lässt er den Akkord an der Stelle, an der er kommen sollte, ganz weg. In FINAL RECKONING wechseln Max Aruj und Alfie Godfrey nicht mal mehr nach C, sondern einfach nur zurück nach g-moll, also zur Tonika. Langweiliger geht es nicht. Fazit: es findet eine extreme Vereinfachung des harmonischen Ausdrucks statt. Offenbar möchte man dem jungen Publikum keine jazzige Harmonik mehr zumuten und hält deswegen alles so einfach und clean wie möglich. Was am Ende übrig bleibt, ist nur noch das Hauptmotiv als Gerippe und der prägnante 5/4-Takt.
  25. "A special CD production, THE FILMATION MUSIC OF RAY ELLIS, is taking our RETROGRADE RECORDS brand out of mothballs for a new CD release of vintage animation music." Na gut, da kann ich immerhin guten Gewissens passen.
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