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Soundtrack Board

Sebastian Schwittay

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  1. Du meine Güte... habe mir das gerade mal vergleichend angehört. Wer um alles in der Welt empfand dieses Allerwelts-Minütchen des Desplat-Tracks so wahnsinnig prägnant, dass er/sie sich beim Williams-Track "disclosure..." daran erinnert fühlte? @Soundtrack Composer, du? Das sind a-moll-Quinten als Liegetöne mit Kleinterz- und Sekund-Tupfern im hohen Klavier. Das erreicht nicht mal Schöpfungshöhe. Und die Unterschiede sind ja dann auch viel charakteristischer als die Gemeinsamkeiten: die bei Desplat ab 0:55 einsetzenden Bassstimmen bewegen sich viel schneller und "sphärischer", während die Celli bei Williams geradlinig und melodisch verlaufen. Und die Hauptidee des Williams-Tracks ist ja eh die schmerzlich fallende Sekunde des Englischhorns bei 2:07, und später auch der anderen Holzbläser. Diese Idee findet man im Desplat-Track nirgends. Hier mal beide Tracks im Vergleich, dass sich alle Mitlesenden ein Bild dieser Spitzfindigkeit machen können:
  2. Der "modernste" Track ist btw gar nicht "disclosure..." oder gar "dive..." - die im Detail beide sehr Williams-typisch sind - , sondern "kxce..." mit seiner konventionellen Moll-Figur, die ständig auf andere Tonstufen geschoben wird. Ein absolutes Klischee in der Spannungsvertonung seit den frühen 2000ern. Dass Williams hier nochmal derart in moderne Scoring-Konventionen eintaucht, hätte ich nicht für möglich gehalten.
  3. Wir sind hier zunehmend überhaupt nicht mehr einer Meinung. Immer öfter bügelst du hier mit vorschnellen Urteilen über starke und gehaltvolle Musik, während du die Auffassungen anderer Foren-Mitglieder arrogant abkanzelst statt sie als Anregung aufzufassen oder deine eigene Perspektive zu bereichern. "Ich habe mir meine Meinung bereits gebildet", krakeelst du selbstsicher, einen Tag nachdem das Album erschienen ist. WTF? Wenn ich eines aus meiner "Sozialisation" im Cinemusic-Forum - und durch die Beschäftigung mit (ernsthafter) Filmmusikkritik in den frühen 2000ern - gelernt habe, dann dass sich starke Filmmusik oft erst durch mehrere Hördurchgänge erschließt. Dein grotesk selbstbewusstes Auftreten bei völligem Am-Kern-des-Gegenstands-Vorbei erinnert mich ein bisschen an mein 16-jähriges Ich, das damals zurecht von Michael Boldhaus und Co. zurechtgewiesen wurde... Setz dich mal hin, vertief dich in den Score und poste in einer Woche was zur Musik, wenn du sie gehört hast. Ein völlig unsinniger Vergleich. Ähnlich gelagerte Williams-Musiken, die sich zum Vergleich anböten, wären A.I., MINORITY REPORT, z.T. auch WAR HORSE, was die pastoralen Vaughan-Williams-Einflüsse betrifft, oder auch THE FABELMANS, in der Behandlung von Solo-Klavier und -Harfe. Aber nun ganz sicher nicht CATCH ME IF YOU CAN.
  4. Das Album enthält fast den vollständigen Score. Plus Konzertversionen und Themen, die im Film gar nicht verwendet werden. Bin noch total geplättet vom Score (und vom Film!) und werde noch 1-2 Tage brauchen, bis ich etwas formulieren kann, was diesem späten Meisterwerk gerecht wird. Ich kann nur sagen: @Mistermaffay, du bist auf dem völlig falschen Dampfer.
  5. Album ist ja nun schon durchgesickert - ich rate allerdings von einem Hördurchgang ab, da stark komprimiert. Habe kurz reingehört, die Tracks oben waren echt, und - was mir wichtig war - es gibt zumindest zwei vollwertige Actiontracks: "chase..." und "unseen...". Ersterer schön modernistisch à la WAR OF THE WORLDS (mit haufenweise Akzenten der muted trumpets), der andere rhythmisch-treibend à la MINORITY REPORT. Macht Laune!
  6. Ab 1:55 hört man immerhin das "Archimedes-Thema" in einer ziemlich authentisch klingenden Variation – und dass das Thema echt ist, beweist ja der Paris-Instagram-Clip sowie die Dolby Promo. Hast du beide gesehen und gehört, @Howard? Würde mich schon wundern, wenn eine KI ein bestehendes Thema so gut und ausdrucksvoll variieren könnte. Zusatzinfo aus dem JWFan-Forum: - "ScoreWorld is Bart Oss IIRC. Notorious leaker." - "Only posting this here because they posted two of Ben Wallfisch’s Twister's cues before that album was officially announced / released back in 2024." Also offensichtlich ein Raubkopierer, der irgendwie bereits ans Album gekommen ist und das nun über Telegram überteuert ungeduldigen Fans andrehen will.
  7. Ausschnitte aus zwei weiteren Tracks: "believe..." und "celestial..." Das Thema in "celestial..." ab 1:55 im Video dürfte das zweite (oder vielleicht das eigentliche Haupt-)Thema sein, das so ein bisschen nach dem Archimedes-Thema aus DIAL OF DESTINY klingt. Hat man schon im Paris-Instagram-Clip gehört, als Spielberg auf die Bühne geht.
  8. Ich mag den altertümlichen, fast mittelalterlichen Touch des Themas. Die Kirchentonart dorisch, sowie die Kadenz-hafte Wirkung (das Thema wendet sich sofort auf den Ton zurück, auf dem es angefangen hat) lassen es für mich wie ein ehrwürdiges Grals- oder Kreuzritterthema klingen. Habe da sofort alte französische Burgen und Klöster vor dem inneren Auge. Hätte ich bei dem Stoff nicht erwartet! Toll auch die Highlights der Harfe, der anmutsvolle Einsatz der Blechsektion bei 2:13, und vor allem natürlich diese mystische Dissonanz kurz vor Schluss bei 3:37. Eine tolle erste Konzertfassung, ich bin begeistert!
  9. Ein Clip von der Premiere in Paris. Im JWFan-Forum meint man, es sei aus Williams' Score. Erinnert etwas ans Archimedes-Thema aus DIAL OF DESTINY. https://www.instagram.com/p/DZF-6L5oP5T/
  10. Wirklich großartige Musik, die beste des bisherigen Jahres. Mir völlig schleierhaft, wieso der Tenor hier so negativ ist. Alles hat unglaubliche Verve und Musikalität, die Verbindung der (toll instrumentierten!) sinfonischen Teile mit der Techno-Elektronik ist originell und spürbar mit Spaß an der Sache gemacht; es ist nie krachig/soundig gedacht, sondern immer Struktur-fokussiert; die Actiontracks sind zuweilen erste Sahne, vor allem der von @Dunge_Onmaster erwähnte "All Weapons Hot" (aber auch "Tracking Lord Janu" und "Strap In" sind stark). Originell sind auch die ROCKY/Conti-Anmutungen beim Rotta-Material. Wüsste auch gar nicht, was ich am Album großartig kürzen sollte. Die letzten drei Tracks - "All Weapons Hot", "Red Jammer" und das großartige "Your Turn, Grogu" - plus der Main Title, "Grogu's World" und "Flying Home to Navarro" ergeben aber eine tolle Suite, wer in die Highlights reinhören möchte.
  11. Angeblich hat er alles selbst dirigiert. Soweit mir bekannt, hatte die Schwäche in der rechten Seite ja mit dem Schlaganfall zu tun. Offensichtlich hat er sich davon recht gut erholt.
  12. Für mich sind Film und Score auch das Event des Jahres! Bin natürlich besonders gespannt, was für Konzertfassungen das Album bereit halten wird. Hoffe, dass das Tracklisting bald durchsickert. Was das Konzept des Films betrifft, verdichten sich ja die Hinweise, dass es ausgeprägte Chase- und Conspiracy-Elemente geben wird - dementsprechend hoffe ich auf Paranoia- und Hatzmusik à la WAR OF THE WORLDS oder MINORITY REPORT. Die relativen kühlen Bilder der Regierungs-Einrichtungen im Trailer unterstützen ja durchaus die Annahme, dass Williams hier wieder etwas "gläserner" und abstrakter schreiben könnte. Und auf das 20-Minuten-Finale, von dem in verschiedenen Reviews gesprochen wird, bin ich auch sehr gespannt...
  13. Es liegt einfach am Mastering, nicht an der Streaming-Plattform. Leider zeigt der Trend bei den Beltrami-Scores schon seit Jahren abwärts, was die Aufnahmequalität betrifft. Bei den Sessions in Budapest wurde scheinbar arg geschlampt und weite Teile mussten offenbar schon wieder (!) mit schlecht klingenden Samples zugekleistert werden, ähnlich wie bei SCREAM 4. Die allermeisten Actionpassagen klingen daher krachig, unnatürlich und Zimmer-mäßig "aufgeblasen" (ganz schlimm: "Burning Down the House"). Wie es eigentlich klingen sollte, wenn Beltrami seinen transparenten modernistischen Stil auspackt, hört man in "Hide and Seek" von 0:37 bis 1:07 - easy der beste Actiontrack des Albums. Recht hübsch sind auch Teile von "Don't Spoil It, Pt. 1", sowie "A.I. Aye Aye" von 1:26 bis 1:36. Hier blitzt immer wieder der starke, modernistische Beltrami à la SCREAM 3 auf; wahrscheinlich die einzigen Takes, die dem Orchester gelungen sind und an denen nicht mit Samples herumgedoktert werden musste. Schön sind auch die getragenen Passagen wie die erste Minute von "Ghostfan", oder eben die letzten beiden Tracks (auch wenn die Bläser in "What's in a Name?" ebenfalls wie aus der Konserve klingen.) Insgesamt macht der Score im Film eine deutlich bessere Figur. Muss das irgendwann nochmal im Detail vergleichen, denn im Film ist mir dieser "gekleisterte" Sample-Sound nicht aufgefallen... Seltsame Sache.
  14. Keine Ahnung, was da wieder schief gelaufen ist, aber die Klangqualität zumindest der Spotify-Veröffentlichung ist zum Davonlaufen. Klingt wie komprimiert auf 128 Kbit/s. (Meine Spotify-Einstellungen sind korrekt.)
  15. Naja, sieht aus wie eine dieser Promo-CDs aus den 90ern... mich stört's nicht.
  16. Fand das sowohl im Film als auch auf Spotify nett-plätschernd und klangschön, aber völlig vergessenswert. Pembertons unverfängliche Ästhetik gibt mir irgendwie überhaupt nichts, und ich erinnere mich bis heute an keinen einzigen seiner Scores im Detail. Das betrifft selbst MOTHERLESS BROOKLYN und ALL THE MONEY IN THE WORLD, die ich damals relativ ausdrucksstark fand.
  17. Rein interessehalber: kannst du sagen, was genau dich persönlich nicht anspricht?
  18. McKeon ist ein brutaler Sonorist, auch EVIL DEAD RISE war eine unfassbare Neo-Penderecki-Schlachtplatte. Bin aber froh, wenn hier thematisch etwas mehr hängen bleibt - in der Hinsicht war EVIL DEAD RISE trotz seiner Radikalität schon etwas gesichtslos.
  19. Den Film habe ich kürzlich erst wieder gesehen. Die Musik ist tatsächlich ziemlich schön und prägnant. Parker hat ja darüber hinaus auch die Musik zu JAWS 3-D geschrieben, seine wahrscheinlich bekannteste Arbeit.
  20. Grundsätzlich finde ich das auch nicht verkehrt. Ich finde viele seiner North-Einspielungen mittlerweile sogar musikalisch schlüssiger als die Originale (VIVA ZAPATA!). Im Falle von TORA! TORA! TORA! hat mich die ästhetische Neuausrichtung aber nie überzeugt. Der Konzerthallenklang passt zum epischen Charakter des Hauptthemas, aber das ist auch schon alles. Alle modernistischen Details und auch die kammermusikalische Instrumentierung des asiatischen Kolorits leiden unter der Ästhetik. (Passt aber zu Goldsmiths Einstellung in den 80ern und 90ern, die modernistischen Errungenschaften seines Frühwerks eher zu unterschätzen und überall eher das Lyrische und/oder Romantische herauszukehren.)
  21. Interessant. Die TORA!-Suite nehme ich immer als Beispiel für misslungenen Transfer von Close-Miking-Ästhetik in einen halligen Konzerthallenklang. Die avantgardistischen Details in Goldsmiths Orchestrierung gehen im Hall der Glasgower City Hall total unter.
  22. Absolut! Und ich denke, wenn mehr Leute einfach mal reinhören würden (siehe YouTube-Links oben!), würde das total einschlagen und zum Board-Hit werden... @bimbamdingdong, @Osthunter, @Mistermaffay, gerade für euch dürfte das was sein!
  23. Mein lieber Herr Gesangsverein, was für ein Shire-Fest! Großartig! Die Musik zu KRAMER VS. KRAMER lag offenbar nur in schlechter Qualität vor (private Tapes von Shire?), aber immerhin, besser als nichts. Wieder ein neuer Kandidat für die Fortsetzung unserer Replacement Business-Reihe.
  24. Dann nehmen wir wohl vor allem den Film sehr unterschiedlich wahr. Ich finde ihn meisterhaft und so emotional mitreißend wie lange keinen Hollywood-Film mehr. Bei "Unsympathen" würde ich auch nicht mitgehen, die Protagonisten sind eher vom Leben gezeichnete Verlierer. Selbst die Sean-Penn-Figur tut mir leid, da sie ja im Grunde auch nur auf der Suche nach einer (Ersatz-)Familie ist. Wunderbarer Film, meiner Meinung nach zurecht mit Oscars überschüttet. Seit dem Oscar-Siegeszug schlägt ihm aber auch sehr viel Ablehnung entgegen, wahrscheinlich weil ihn jetzt auch viele Menschen sehen, die ihn sonst eher nicht angeschaut hätten. In seiner Zielgruppe - bei einem cineastisch orientierten Publikum - war er ja im Spätsommer und Herbst unglaublich erfolgreich und bekam fast nur Lob.
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