Zum Inhalt springen
Soundtrack Board

Angus Gunn

Mitglied
  • Gesamte Inhalte

    805
  • Benutzer seit

  • Letzter Besuch

Alle Inhalte von Angus Gunn

  1. Gestern habe ich mir einen SF-Film namens District 9 von 2009 angesehen. Es geht mir nicht um eine Bewertung dieses Filmes, sondern darum, daß mir hier mal wieder die Filmmusik sehr negativ aufgefallen ist. Denn hier wird ein Stilmittel angewendet, was mir schon so manchen Kinobesuch verhagelt hat. Ich meine die omnipräsenten, verhallten Säusel-Stimmen. Zum ersten Mal sind mir diese möglicherweise in Ridley Scott´s Gladiator aufgefallen. Lisa Gerrard heißt die Dame, die sich dort aufs Übelste im Kitsch suhlt. Und tatsächlich: Seit damals kommt es mir so vor, als ob kaum ein Hollywood-Film, der irgendwas mit fremden Welten oder exotischen Kulturen zu tun hat, darauf verzichten kann. Und ich meine jetzt nicht den Gesang einer Edda Dell´Orso, die in C´era una volta il west die Emotionebene von Claudia Cardinale wunderbar trifft. Ich meine dieses weinerliche, wie improvisiert wirkende Ethno-Gesäusel, was bevorzugt zur Erzeugung von Emotionen über dramatische Szenen gelegt wird und dem Geschehen eine besonders tragische Note verleihen soll (was auch tatsächlich funktioniert, allerdings anders als beabsichtigt). Weitere Beispiele wären Tränen der Sonne oder Black Hawk Down, und man könnte auf den Gedanken kommen, diese Kompositionstechnik sei eine Zimmer-Spezialität, doch auch andere haben sich daran versucht, z.B. (leider!!!) auch John Williams, der mich sehr enttäuscht hat, als er eine hochdramatische Sequenz in Spielberg´s München damit vergeigte. Es ist schlicht und einfach unerträglich, und ich habe mir überlegt, wo denn wohl der Ursprung zu finden ist. In Blade Runner gibt es das Stück On The Trail Of Nexus 6, das zwar in eine ähnliche Richtung geht, doch hier funktioniert es besser, denn die Komposition gibt mehr her und der filmische Kontext ist ein anderer. Ich vermute, daß sich dieser Stil im Laufe der 90er Jahre entwickelt hat, und momentan fällt mir kein früheres Beispiel ein als eben Gladiator. Bestimmt weiß hier jemand mehr?
  2. Vielen Dank für die detaiierte Antwort! Der M/E-Track ist ja wirklich hochinteressant, schade, daß es keine richtigen Masterbänder mehr davon gibt. Dennoch finde ich die Tonqualität der Suite auf der Universal-CD, ob´s nun vom Vinyl stammt oder nicht, sehr zufriedenstellend. Ja, das sehe ich auch so. Er hat natürlich auch für Genre-Filme komponiert, aber selbst diese Musiken haben mitunter einen recht eigenwilligen Charakter, siehe z.B. Kampf um Troja. Auch ein Italo-Western namens Giarrettiera Colt (den ich mir zugegebenermaßen hauptsächlich wegen der bezaubernden Nicoletta Machiavelli angeschaut habe) bekam von Fusco einen für dieses Genre völlig ungewöhnlichen Soundtrack verpaßt. Meine Favoriten sind aber eindeutig seine kunstvollen Scores zu den anspruchsvollen, intimen Dramen Antonionis. Auch La guerre est finie ist natürlich beeindruckend. Er hat übrigens auch die Frühwerke der Taviani-Brüder vertont, was mir lange Zeit gar nicht bewußt war, bis ein mir völlig unbekannter Titel namens I Sovversivi vor wenigen Jahren auf einer GDM-CD auftauchte. Verstehe. Ich schaue hier im Forum ja nur ab und zu mal rein und bin mit den allgemeinen Gepflogenheiten nicht so vertraut, geschweige denn wer hier für was zuständig ist. Die Antonioni-Box war mir in der Tat ein Anliegen, da sie für mich eines DER Highlights der letzten Monate war. Und da bot es sich an, direkt mal einen Giovanni-Fusco-Thread zu eröffnen, auch wenn sich das allgemeine Interesse wohl in Grenzen halten wird. Gegen die gerade wieder aktuelle Flut an Intrada- und Varese-Club-CDs kann man freilich nicht mit solchen Italo-Kamellen ankommen...
  3. Nachdem ich nun die Suchfunktion bemüht habe, mußte ich feststellen, daß bisher so gut wie nichts in diesem Forum über Fusco geschrieben wurde, dabei bin ich von einigen seiner Kompositionen schwer beeindruckt, insbesondere von denjenigen, die er für die Antonioni-Filme geschrieben hat. Und hierauf bezieht sich meine Frage: Für Resnais´ Hiroshima, mon amour hat er eine Musik geschrieben, die stilistisch in die gleiche Richtung geht. Rund 5 Minuten davon finden sich auf diesem Sampler (als Suite zusammengefaßt, plus einem Track von Delerue): Laut soundtrackcollector gab es einzelne Tracks aus diesem Film auch auf anderen Tonträgern (inklusive einer zeitgenössischen EP mit parte prima und parte seconda), und es würde mich interessieren, ob diese identisch sind mit dem Material auf dem Resnais-Sampler. Vielleicht habe ich ja auch mit der Suchfunktion etwas falsch gemacht , aber ich habe den Eindruck, daß selbst die großartige Antonioni-Box, die vor kurzem bei Quartet Records erschienen ist, hier noch nicht einmal erwähnt wurde! Ich bin ein wenig geschockt, muß ich sagen...
  4. Sonst keiner? Also ich bin, wenn alles gut läuft, um ca. 19.30 Uhr am Eingang Südwest. Vielleicht bietet sich ja die Gelegenheit zu einem kleinen Plausch.
  5. Naja, sei´s drum. Ist denn sonst jemand da, und ist irgendwo ein gemeinsamer Treffpunkt ausgemacht?
  6. Falls noch jemand für das morgige Morriocone-Konzert in Köln ohne Fahrschein ist, ich hätte eine Karte im seitlichen Oberrang übrig, da hier jemand wegen Grippe ausfällt. Verlange nichts dafür (außer einem Bierchen vielleicht :-) Wäre nur schade, wenn die Karte ungenutzt verfällt.
  7. Liebe Leute, seit doch nett zueinander! Ich habe den Spendenaufruf erst diese Woche entdeckt, und ja, mich hat´s überzeugt (vor allem der wirklich amüsante Kommentar der Jungs von Buio Omega!) Hatte mich auch schon an der Heinz-Klett-Aktion (Blutiger Freitag) beteiligt, und zwar aus voller Überzeugung, da ich dieses Werk für die Apotheose des bundesdeutschen Action-Krimis halte (Mainstream-Konsumenten würden ihn vermutlich als Schund abtun). Gelohnt hat es sich, demnächst gibt´s ´ne DVD. Keine Ahnung, was mich im Fall der Schwedin erwartet, aber ich mag es, auch schonmal im cineastischen Abseits zu stochern. Ob mir das Ergebnis hinterher gefällt, ist eine andere Frage. Eine kleine Spende hilft und tut mir nicht weh.
  8. Was mich mal interessieren würde: Es werden derzeit Doppel-CDs angeboten mit MYSTERIANS / BATTLE IN OUTER SPACE und noch eine andere. Hat sich da klanglich was gegenüber den alten Futureland-Ausgaben verbessert? Und dann gibt´s da noch die LATITUDE ZERO, ebenfalls im Doppelpack. Laut Beschreibung soll der Score der internationalen Fassung und der japanischen Fassung enthalten sein, gibt´s denn da große Unterschiede?
  9. Cipriani stößt hier anscheinend auf wenig Gegenliebe. Auch ich habe so meine Probleme mit diesem Komponisten, da er meistens, so scheints, in Gefilden der Popmusik oder dem Easy Listening unterwegs ist und darauf seine Scores aufbaut. Das ist erstmal nicht verkehrt, aber bei ihm klingt vieles beliebig, seicht und austauschbar. Die weiter oben von Janek verlinkten Hörproben scheinen diesen Eindruck zu bestätigen, da ist wenig Attraktives dabei, das führt schnell zu gepflegter Langeweile. ANONIMO VENEZIANO ist wohl seine bekannteste Musik, von der ich mich aber schon vor längerer Zeit ohne Bedenken getrennt habe. Aber, und jetzt komme ich zu dem Grund für mein Posting, in den letzten paar Jahren sind mir vermehrt wirklich hörenswerte Scores von Cipriani aufgefallen, die mein Bild von diesem Komponisten doch erheblich verbessert haben. Zu meinen Favoriten zählt in jedem Fall LA POLIZIA RINGRAZIA. Der Film begründete das Subgenre der italienischen Polizeifilme, und Cipriani liefert einen relativ kurzen und durchgängig düsteren Score mit einem Hauptthema, daß zwischen Drama, Melancholie und Tragik pendelt, sich durch fast alle Tracks zieht und jedesmal von Neuem beeindruckt. IL VENDITORE DI PALLONCINI ist ein sehr melancholischer Score zu einem rührseligen Drama um einen todkranken Jungen und dessen Freundschaft zu einem Ballonverkäufer. Jedenfalls läßt sich das der Beschreibung entnehmen. Das Hauptthema ist das schönste, das ich von Cipriani je zu hören bekam und läßt ANOMINO VENEZIANO weit hinter sich. Schlicht aber sehr eingängig, wunderschön orchestriert und von entwaffnender Melancholie. Da die Geschichte im Jahrmarkts- und Schausteller-Milieu angesiedelt ist, finden sich auch immerwieder hübsche Zirkusmotive auf der CD, die zwischendurch für Abwechslung sorgen. Ein holprig inszenierter Kriegsfilm ist LA LUNGA NOTTE DEI DISERTORI. Cipriani Hauptthema begeistert von den ersten Takten an und steigert sich zu einer wuchtigen, dramatischen Komposition, die sich noch lange im Ohr festsetzt und an diesen Film doch eher verschwendet ist. Desweiteren gibt es nette Wüstenromantik und Abenteuermotive, die mich zeitweise ein wenig an Böttchers Karl-May-Musiken erinnert haben. Auf der CD von GDM tummeln sich viele Wiederholungen, aber bei einer solchen Musik sind mir auch diese willkommen. Verweisen möchte ich auch auf das Hauptthema von IL TRIANGOLO DELLE BERMUDE, wo Cipriani mit kleiner Besetzung den Geist mystischer Seefahrergeschichten heraufbeschwört. Sehr stimmungsvoll und hörenswert. Auf der selben CD findet sich auch der Score zum ähnlich gelangerten SF-Schundi URACANO DELLE BERMUDE, wo er sich zwar etwas aufdringlich in unmelodischer Sphärenmalerei übt, aber auch wieder ein sehr schönes Abenteuerthema anbietet, das irgendwo zwischen dramatischem Pathos und mystischer Romantik angesiedelt ist. Mit gefällt´s. Auch wenn ich nun kein ausgesprochener Anhänger von Cipriani bin (dazu hat er mir zu viele Belanglosigkeiten verzapft), so gibt es doch reichlich zu entdecken, und die genannten Beispiele sind mir da besonders positiv aufgefallen. Ich habe ihn jedenfalls stets im Auge behalten und werde dies auch zukünftig tun, damit es mir nicht entgeht, sollte mal wieder ein verstecktes Highlight erscheinen.
  10. Und das sind genau die Sachen, mit denen ich damals angefangen habe. In den 80ern war ich halt filmmusikbegeisterter Teenager und da griff man bevorzugt zu den Erzeugnissen aus dem Hause Varese. Das war ein tolles Label, da fühlte man sich wohl. Für Soundtracks kleinerer Produktionen aus europäischem In- oder Umland stand einem einfach nicht der Sinn, zumal einem auch diese teils merkwürdigen Filme gänzlich unbekannt waren. So hat dann auch Sarde bei mir keinen wirklich bleibenden Eindruck hinterlassen. Die erwähnten Soundtracks fanden zwar mein Gefallen, aber wirkliche Begeisterung ging anders. So war Sarde für längere Zeit erstmal als solider Durchschnittskomponist abgehakt. Ich vermute, daß es vielen Filmmusikfans meiner Generation so ergangen ist, und daher sind genau diese Scores diejenigen, die die meisten mit ihm verbinden. Die Wende kam dann mit FILLE DE D´ARTAGNAN, der mir statt der erhofften schmissigen Swashbuckler-Musik völlig neue musikalische Dimensionen erschloß. Von da an begann ich auch mal über den Tellerrand hinauszuschauen und eignete mir auch die ein oder andere Vinyl-LP von ihm an. Bis dann die großartigen Universal-CDs kamen, ohne die mein Sarde-Bestand heute bei weitem mikriger aussähe, und die mich noch viele weitere Schätze erstmals erlauschen ließen (und natürlich habe ich damals auch Deine Rezensionen mit Interesse gelesen ) Was Bresson angeht, so muß ich gestehen, von dessen Gesamtwerk eigentlich keine Ahnung zu haben. LANCELOT ist der einzige Film, den ich von ihm kenne. Aber wie ich das so sehe, haben Bresson und Sarde dreimal zusammengearbeitet... das wäre ja schonmal ein Anfang für einen schönen Sampler, wenn man mal träumen darf... Und was ich noch vergessen habe: Unheimlich stark fand ich damals jenen Trommel-Soundtrack, der als Untermalung beim TV-Vorspann DER ABENTEUERFILM und beim Kinotrailer von DER WINDHUND zu hören war. Es dauerte aber noch über 20 Jahre (!) bis ich per Zufall herausfand, woher dieses Stück stammte. LE JUGE FAYARD...
  11. Durch das Anhören der PREMIERS-DESIRS-LP bin ich auf den Geschmack gekommen, und habe eine weitere LP hervorgekramt, die ich schon fast vergessen hatte: THE PIRATE (bzw. Le Pirate) Hatte die als recht sperrig in Erinnerung, und war jetzt überrascht, wie gut die ist! Zwar etwas schwierig, und nicht unbedingt mit einschmeichelndem Wohlklang gesegnet, aber doch faszinierend und lohenswert. Das wäre eigentlich auch noch was für ein Varese-Re-Issue, aber bitte nicht in der aktuellen LP-to-CD-Reihe mit diesem Köfferchen. Wenn, dann richtig.
  12. Ja, ich weiß. Und gerade dieses Thema der Kampfszene finde ich großartig (in LE BOSSU ist es ebenfalls enthalten, und auch dort ist es zum Niederknien!), aber auch das elegische Schlußthema hat was. Es muß ja kein eigenes Album sein, ich denke da mehr an so einen Sampler, wie sie von "Universal France" schon des öfteren gekommen sind. Aber wer weiß, vielleicht verbergen sich da ja noch nicht verwendete Stücke auf den Masterbändern? Bei manch einem Francesco-Rosi-Film habe ich auch gedacht, was soll denn da bitteschön auf der CD sein ?, wenn die dann eine Laufzeit von 40 oder mehr Minuten hatte... Nein, tut mir leid, der LANCELOT muß unbedingt her! Das habe ich übersehen, sorry.
  13. So, ich habe mir jetzt auch PREMIERS DESIRS durchgehört. Sehr angenehmer Score, und ja, es ist tatsächlich das Thema aus LES DEUX AMIS. Schwamm drüber, ich habe keine Probleme damit, und hat Sarde nicht auch mal gesagt, er habe das Recht, in seine eigene Küche zu gehen? (Oder war das Morricone? Bin jetzt nicht sicher.) Damit hat er jedenfalls vollkommen recht, wie ich finde. Ich tue mich schwer damit, einen Lieblings-Sarde zu nennen, aber wenn´s unbedingt einer sein müßte, würde ich mich für LA FILLE DE D´ARTAGNAN entscheiden, und da hat es mich dann Jahre später auch sehr angenehm überrascht, als das Eloise-Thema in neuem Gewand wieder auftauchte, und zwar bei UN FRERE. Ansonsten sind es Sachen wie CHOIX DES ARMES, MORT D´UN POURRI oder auch FLIC OU VOYOU, die ich zu meinen Favoriten zähle. Alles Werke von großer Originalität und Kunstfertigkeit, jedenfalls soweit ich das als Nicht-Musiker beurteilen kann. Wovon ich mir eine CD-Edition wünschen würde, wäre LANCELOT DU LAC. Das war ich nicht, das hat jemand anderes aus dem ursprünglichen Thread genommen!
  14. Aha, sieh´ mal an! Das wußte ich nicht, d.h. an SEINS DE GLACE mußte ich schon denken, aber ...CE GARCON kenne ich nicht. Von PREMIERS DESIRS habe ich die LP, allerdings schon ewig nicht mehr reingehört. Das wäre ja jetzt mal ein Anlaß... Spontan fällt mir jetzt auch QUAI D´ORSAY ein, wo es ein wiederhören mit L 627 gibt. Grundsätzlich habe ich aber nichts gegen die sarde´schen Wiederverwertungen einzuwenden, denn i.d.R. bekommt man dabei ja interessante Varianten geboten.
  15. Wenn QUARTET bisher nichts anderes gemacht hätten, als ihre Philippe-Sarde-CDs, dann hätten sie allein deshalb bei mir für immer einen Stein im Brett. Gerade LES DEUX AMIS ist ja wirklich phantastisch!
  16. Schönes Thema. In den letzten Jahren sind so einige meiner geheimsten Soundtrack-Wünsche in Erfüllung gegangen, aber es ist noch das ein oder andere übrig: The Land That Time Forgot - Douglas Gamley Excalibur - Trevor Jones, komplett & remastered Wallenstein - Eugen Thomass La Chanson de Roland - Antoine Duhamel Lancelot du Lac - Philippe Sarde The Train Robbers / Chisum - Dominic Frontiere Jaws Of Satan - Roger Kellaway Flug in die Hölle - Klaus Doldinger Zeppelin - Roy Budd Frenzy - Ron Goodwin Dem Ruf nach "Ten Commandments" schließe ich mich übigens zu 100 % an.
  17. Ja, ja, Filmfans und ihre Sammlungen... manchmal weiß man nicht, ob das nun eher bedauerlich oder bestaunenswert ist. Wer sich in Fankreisen bewegt, dem sind ähnliche Fälle sicherlich bekannt, und ich nehme mich selber davon nicht aus. Solange es nicht in Zustände ausartet, wie sie in der großartigen Doku "Cinemania" (2002) gezeigt werden, ist es ja noch tragbar. Aber es freut mich sehr zu sehen, daß wir zwei gemeiname Vorlieben haben: den Carpenter der 70er/80er Jahre und -wie man schon an meinem Profil sieht- die drei Fragezeichen.
  18. Rustichelli hat diese Orgel auch gerne verwendet, um gruselige Stimmungen zu erzeugen, z.B. in den Bava-Filmen, oder in den Fantasy-Epen jener Zeit, wenn irgendwelche Fabelwesen ihren Auftritt hatten (z.B. I Giganti della Tessaglia). Gerade dort finde ich ihren Einsatz recht effektiv.
  19. Danke für die Mühe! Ja, ich hatte mir auch schon gedacht, daß das Library Musik gewesen sein könnte, obwohl ja auch eine Tschaikowski-Aufnahme im Film ist, wenn ich mich nicht irre. Direkt bei der GEMA nachzuforschen, darauf bin ich noch gar nicht gekommen, aber an diesem Herrn Chase bleibe ich mal dran. Sicher, das Stück ist in diesem Film fehl am Platz, aber für sich genommen hat es einen einlullenden, ohrwurmhaften Charakter. Als ich STAGECOACH in meiner Jugend in den 80ern erstmals sah, ist mir das schon aufgefallen. Bei Wikipedia wird sie übrigens als "lächerliches Kaffeehaus-Geklimper" bezeichnet, was ich auch wieder ganz amüsant finde.
  20. Bekanntermaßen haben viele Filme der 30er/40er Jahre bei uns eine völlig neue Vertonung erhalten, die Musik eingeschlossen. So auch John Ford´s STAGECOACH. Weiß hier vielleicht jemand, welches Musikstück hier als Titelmusik verwendet wurde?
  21. Ach ja, jetzt seh´ ich´s auch... na, wenigstens einer, der mir zustimmt. Über Ortolanis "Tuareg" hätte ich eigentlich auch was schreiben können. Wenn Du Dich erinnerst, hatte ich Dich vor einiger Zeit mit diesem Titel gelöchert. Nun ist er ja ganz offiziell erschienen. Das Hauptthema haut mich immerwieder um.
  22. Also, was ich wundert, ist der Umstand, daß Carlo Savina hier völlig übergangen wird. Deshalb möchte ich auf zwei Savina-Scores hinweisen, die wahrlich mehr Aufmerksamkeit verdient hätten: Comin´ At Ya! Keine Ahnung, was Savina dazu bewogen hat, zu diesem obskuren 3D-Italowestern eine derart fulminante Musik zu schreiben (wer ihn mal gesehen hat, wird wissen, was ich meine). Bei rund 50 Minuten Laufzeit erlaubt sich die CD nicht einen Durchhänger, die Komposition ist stets durchdacht und sorgfältig ausgeführt. Sei es nun das episch-romantische Hauptthema, die furiosen Action-Tracks, oder auch nur die einsamen Cantina-Gitarren, nichts verkommt hier zum lustlos hingeschluderten Beiwerk, wie es bei vielen anderen Italowestern-Scores leider der Fall ist. Hervorzuheben ist vor allem das dramatisch-aufbrausende "Carried Away", das mich schlicht nach Luft japsend zurückgelassen hat. Und direkt danach gehts weiter mit der unendlich elegischen Streichermelodie in "Peaceful Memories". Natürlich gibt es auch einige Morricone-Anleihen, gerade in Tracks wie "A Green Wound", aber wer sich mit Savina auskennt, der wird auch viel von dessen Personalstil erlauschen. Den Film kann man ruhigen Gewissens verpassen, der Musik sollte man jedoch unbedingt eine Chance geben! L´Osceno Desiderio Hier arbeitet Savina mit einem kleinen Ensemble und läßt viel Spielraum für Klavier, Violine und tiefe Holzbläser (Fagott?). Gerade die Violine ist hauptverantwortlich für die düster-unheimliche Stimmung, die fast den gesamten Score durchzieht (das Booklet spricht von "a devilish violin solo") Ihr solistischer Einsatz erinnert an die entsprechenden Passagen aus Savinas Western-Scores "Vivo per la tua morte" und "Joko invoca dio ...e muori", und die von Savina in Spannungstracks so gerne verwendeten gestopften Trompeten schauen auch mal kurz vorbei. Bei dem Film handelt es sich wohl um ein bei uns nicht gezeigtes italienisches "Exorzist"-Plagiat, und wieder einmal bin ich erstaunt, was Maestro Savina für einen exquisiten, geschmackvollen Score gezaubert hat, der (da möchte ich wetten) den von ihm begleiteten Bildern mal locker das Wasser abgräbt. Indem er auf plumpes Horrorscoring verzichtet und statt dessen auf raffiniert ausgefeilte Atmosphäre setzt, hat er ein hinreißendes, zeitlos schönes Werk geschaffen, das ich jedem Anhänger von schwarzer Romantik empfehlen kann. Erschienen ist dieser Score bei Quartet und ist dort hinter einer weiteren (zugegebenermaßen verzichtbaren) Savina-Musik versteckt: "L´Ingenua", ein Erotikfilm von 1975, der auch das Cover ziert.
  23. Ich bin gerade erst auf dieses Forum gestoßen, weil ich mal nachschauen wollte, was zur Zeit beim Soundtrack-Club los ist. Aber wie ich sehe, herrscht hier auch eher Ratlosigkeit. Bin selber dort auch schon Kunde seit den seligen Cinema-Zeiten in den 80ern und habe derzeit auch einige Titel bei Herrn Krohn auf Eis liegen, zum Teil schon seit einigen Monaten. Stornieren werde ich allerdings nicht, schließlich bin ich mehr als 25 Jahre lang stets zufrieden gewesen, da darf´s dann ruhig auch mal etwas holpriger zugehen.
×
×
  • Neu erstellen...

Wichtige Information

Wir nutzen auf unserer Webseite Cookies, um Ihnen einen optimalen Service zu bieten. Wenn Sie weiter auf unserer Seite surfen, stimmen Sie der Cookie-Verwendung und der Verarbeitung von personenbezogenen Daten über Formulare zu. Zu unserer Datenschutzerklärung: Datenschutzerklärung