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Mephisto

Italienische Genre-Filmmusik der 50er-70er Jahre

Empfohlene Beiträge

vor einer Stunde schrieb Mephisto:

Also IL GRANDE SILENZIO und UN BELLISSIMO NOVEMBRE wurden von Beat Records auf einer CD veröffentlicht. Ich fand die Musiken ziemlich unterschiedlich und IL GRANDE SILENZIO hat weniger spröde Streicher, als eine sehr zarte und fast fragile Lyrik, dazu noch eine grandiose "barocke" Passage.

In diesem Zusammenhang empfehle ich Dir auch unbedingt Morricones LA MONACA DI MONZA, der ein Jahr später, also 1969, komponiert wurde, weil es da nämlich ganz ähnliche solche grandiose "barocke" Passagen gibt. Hör Dir nur mal etwa "Falsa tranquillità" aus der Musik an, denn das ist wirklich ganz nah dran an so was wie "Invito all´amore" aus GRANDE SILENZIO. Der Anfang mit dem Klavier ist sogar fast identisch.
Wird Dir garantiert gefallen:

 

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vor 16 Stunden schrieb Stefan Schlegel:

Dein Freund hat im Film aber wohl sehr genau hingehört. :)
Denn nur in einer einzigen Szene im Mittelteil von UN BELLISSIMO NOVEMBRE erklingt für sicher nicht mal eine Minute aus einem Radio das Hauptthema aus IL GRANDE SILENZIO. Ansonsten besteht allerdings keinerlei Beziehung zwischen den beiden Filmen und Musiken.

Es stimmt also überhaupt nicht, daß etwa große Teile von GRANDE SILENZIO hier gar wiederverwendet worden wären. Das ist schon eine ziemlich verquere Aussage.

Es war gar nicht von "großen" Teilen die Rede, nur von "Teilen". :) Habe gerade auch nochmal nachgefragt: er meinte tatsächlich nur das eine Stück. Danke jedenfalls, dann ist das geklärt. 

vor 16 Stunden schrieb Stefan Schlegel:

Zwei der etwas spröden, morbiden Tracks ("La zia e la veglia" und "Notte profonda") fehlen auf der CD gegenüber der Intermezzo-LP. 

Ich habe die Beat-CD leider nicht, fehlen diese spröderen Streicherpassagen dort somit gänzlich? Dann müsste ich, wenn ich diese Passagen mal losgelöst vom Film betrachten wollte, ja eher zur LP greifen, oder?

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vor 43 Minuten schrieb Sebastian Schwittay:

Ich habe die Beat-CD leider nicht, fehlen diese spröderen Streicherpassagen dort somit gänzlich? Dann müsste ich, wenn ich diese Passagen mal losgelöst vom Film betrachten wollte, ja eher zur LP greifen, oder?

Die Beat-CD habe ich selbst nicht, ich habe nur die alte Intermezzo-LP und da eigentlich früher viel öfters die A-Seite mit LA MONACA DI MONZA gehört denn UN BELLISSIMO NOVEMBRE.
Allerdings kann ich es vom Tracklisting her schon eindeutig sagen: Mit "Sensi" (2:43 Minuten) und "Buio mattino" (3:05 Minuten) sind noch zwei der avantgardistischer gehaltenen Tracks auf der Beat-CD mit oben. Dagegen fehlen eben merkwürdigerweise "La zia e la veglia" (2:21 Minuten) und "Notte profonda" (1:15 Minuten), die durchaus Deinen Geschmack treffen würden. Diese 3 1/2 Minuten gibts daher bislang nur auf der LP.

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vor 3 Stunden schrieb Stefan Schlegel:

Allerdings kann ich es vom Tracklisting her schon eindeutig sagen: Mit "Sensi" (2:43 Minuten) und "Buio mattino" (3:05 Minuten) sind noch zwei der avantgardistischer gehaltenen Tracks auf der Beat-CD mit oben. 

Bei "Sensi" hatte es mich schon im Film gewundert, dass Morricone diesen Maultrommel-Sound für dieses Setting gewählt hat. Passt ja nicht so ganz rein, und wäre in einem Italowestern wohl tatsächlich sinniger gewesen.

Das Stück ist es jedenfalls schon mal nicht, was ich oben mit dem "Schnittke-Flair" meinte. Dann bleibt nur noch "Buio Mattino" (ist nur leider nicht auf YouTube)... ich versuche mein Glück mal mit der Beat-CD. 

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vor 26 Minuten schrieb Sebastian Schwittay:

Das Stück ist es jedenfalls schon mal nicht, was ich oben mit dem "Schnittke-Flair" meinte. Dann bleibt nur noch "Buio Mattino" (ist nur leider nicht auf YouTube)... ich versuche mein Glück mal mit der Beat-CD. 

Kleiner Tipp: "Buio mattino" erklingt in der Youtube-Version vom Film ab Minute 29:40. Ist ohne Maultrommel und entspricht wohl schon eher dem, was Du suchst:

 

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Ja, genau das ist es, danke! Erinnert mich irgendwie an den zweiten Satz aus Schnittkes "Konzert zu dritt". Ich mag solche brüchigen Linien von Solo-Bratsche mit weiten Sprüngen ungemein gerne. :) 

Auf den Gedanken, nach dem kompletten Film zu suchen, kam ich leider nicht.^^

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ANDREMO IN CITTA  -  Ivan Vandor

Während des zweiten Weltkrieges lebt die jüdischstämmige Lenka (ganz bezaubernd: Geraldine Chaplin) alleine mit ihrem kleinen Bruder in Jugoslawien. Der Faschismus überzieht Europa und Lenka wird zunehmend Ziel antisemitischer Anfeindungen.

Den aus Ungarn stammenden Komponisten Ivan Vandor hatte ich bisher überhaupt nicht auf dem Schirm. Seine Musik zu diesem bewegenden Kriegsdrama habe ich mir jetzt allerdings sofort nach Ansicht des Films bestellt. Sie ist schlicht und einfach großartig. Eine herrliche Musik von großer, melodischer Anmut, die von Tragik und Hoffnung erzählt, durchzogen vom Flair balkanischer und jüdischer Folklore. In der Titelmusik wird das Hauptthema vorgestellt, konzertant von Klavier und Streichern dargeboten. Dieses Thema hatte dann abseits des Films noch ein Eigenleben geführt, und zwar in einer von Iva Zanicchi gesungenen Form. In Deutschland wurde daraus "Weißt du noch?" von Alexandra.

 

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vor 3 Stunden schrieb Angus Gunn:

ANDREMO IN CITTA  -  Ivan Vandor

Den aus Ungarn stammenden Komponisten Ivan Vandor hatte ich bisher überhaupt nicht auf dem Schirm. Seine Musik zu diesem bewegenden Kriegsdrama habe ich mir jetzt allerdings sofort nach Ansicht des Films bestellt. Sie ist schlicht und einfach großartig. Eine herrliche Musik von großer, melodischer Anmut, die von Tragik und Hoffnung erzählt, durchzogen vom Flair balkanischer und jüdischer Folklore.

Diese Musik liegt mir auch sehr am Herzen seit ich sie vor rund 20 Jahren das erste Mal gehört habe.
Das Besondere an am alten Album war, daß es - obwohl ein italienischer Film - davon nur eine japanische LP von ca. 1966 gab, während in Italien selbst im gleichen Jahr einzig und allein eine Cinevox-Single mit den zwei Hauptthemen ("Oltre la Notte"/"Tema d'Amore") erschienen ist. Es handelt sich folglich um eine der ersten japanischen Soundtrack-LPs überhaupt. Und bei den Japanern war es damals anscheinend üblich, daß die Platten nach Ablauf einer bestimmten Zeit - wenn sie also vom Markt genommen wurden - von den Händlern und Labels vernichtet wurden. Selbst wenn es vielleicht eine Auflage von etwa 1000 Exemplaren damals gab, dürften davon heutzutage nicht mehr als an die 100-200 existent sein. Ich habs vor dem Erscheinen der CD an 2011 auch jahrelang versucht, ein LP-Exemplar zu ergattern, aber es ist fast unmöglich gewesen, an eins ranzukommen. Daher mußte ich mich nur mit einem LP-Transfer zufriedengeben, da ich wenigstens einen LP-Top-Sammler kannte, der sie hatte. Auch Claudio Fuiano, der die Saimel-CD produziert  und gemastert hat, kannte die Japan-LP nicht - ich hatte ihm deshalb auch eine Kopie zukommen lassen als er an der Saimel-CD arbeitete.
Vandor war übrigens wie auch Morricone ein Schüler von Goffredo Petrassi gewesen, was man in den leicht dissonant gefärbten Abschnitten der Partitur durchaus ganz gut raushört. ANDREMO IN CITTÀ ist sicherlich der schönste Score , den ich von ihm kenne, er ist tief berührend und ein absoluter Geheimtipp. Von vorn bis hinten großartig komponiert und instrumentiert, wobei sich vor allem zwei herrlich ausdrucksstarke Hauptthemen durchziehen. Auffallend ist natürlich gleich von Beginn an das stark hebräische Kolorit, aber auch ungarisches Flair durchzieht die Musik und ab und an scheint sogar leicht die herbstliche Melancholie von Rózsa´s Spätwerk PROVIDENCE durch. Jedenfalls ein herrlicher Score, den ich absolut nicht in der Sammlung missen möchte.
Leider war die CD für Saimel damals ein totaler kommerzieller Flop und davon dürften wohl  kaum mehr als ein paar Dutzend Exemplare verkauft worden sein. Aber natürlich ist klar, daß weder Komponist noch Musik irgendeinen Bekanntheitsgrad oder gar Kultstatus in der Szene besitzt und somit nicht viel laufen kann.

Im Übrigen ist auch Vandors UNA SPIRALE DI NEBBIA von 1977, der ebenfalls 2011 auf einer Doppel-CD von Digitmovies zusammen mit dem eher schwachen OEDIPUS ORCA von James Dashow erschienen ist, eine recht anspruchsvolle und hörenswerte Musik - allein deshalb lohnt sich eine Anschaffung dieser Doppel-CD. Ich könnte mir vorstellen, Angus, daß das vielleicht auch noch was für Dich wäre.

 

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vor einer Stunde schrieb Stefan Schlegel:

Leider war die CD für Saimel damals ein totaler kommerzieller Flop und davon dürften wohl  kaum mehr als ein paar Dutzend Exemplare verkauft worden sein. Aber natürlich ist klar, daß weder Komponist noch Musik irgendeinen Bekanntheitsgrad oder gar Kultstatus in der Szene besitzt und somit nicht viel laufen kann.

Einleuchtend. Ich habe die damals ja auch übersehen, bzw. nicht beachtet. Reiner Zufall, dass ich jetzt durch den Film darauf aufmerksam geworden bin. Die Infos bezüglich der Veröffentlichungs-Geschichte dieser Musik sind sehr interessant.

vor einer Stunde schrieb Stefan Schlegel:

Im Übrigen ist auch Vandors UNA SPIRALE DI NEBBIA von 1977, der ebenfalls 2011 auf einer Doppel-CD von Digitmovies zusammen mit dem eher schwachen OEDIPUS ORCA von James Dashow erschienen ist, eine recht anspruchsvolle und hörenswerte Musik - allein deshalb lohnt sich eine Anschaffung dieser Doppel-CD. Ich könnte mir vorstellen, Angus, daß das vielleicht auch noch was für Dich wäre.

Die habe ich mir tatsächlich auch schon bestellt!  Bin gespannt.

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UNA SPIRALE DI NEBBIA - Ivan Vandor 

Eine Doppel-CD mit drei Filmen von Eriprando Visconti (Neffe von Luchino), die mir allesamt unbekannt sind.

UNA SPIRALE DI NEBBIA ist ein schöner, sehr melodischer Score. Durchgehend ruhig und elegisch mit gelegentlichen Dissonanzen, die aber keineswegs störend aus dem Rahmen fallen. Exponierteste Instrumente sind die Streicher, die in jedem Track ausgiebig aktiv sind. Die Intonation der Melodielinien geschieht meißt durch die Holzbläser. Weiteres Instrumentarium taucht nur als gelegentliches Beiwerk auf, ein Harfenglissando hier, eine angeschlagene Klaviertaste dort, und das Hauptthema wird behutsam auch mal von der Gitarre übernommen. Von der Stimmung her etwas trübsinniger und vielleicht nicht so eindrucksvoll wie der oben vorgestellte ANDREMO IN CITTA, aber eine empfehlenswerte, angenehm zu hörende halbe Stunde.

OEDIPUS ORCA besteht aus käsig hingewurschtelten Elektroniktracks mit Freejazz-Einschüben vom Saxophon. Zum Teil immerhin recht stimmungsvoll, hauptsächlich aber nervtötend. Von daher hat es mich überrascht zu lesen, dass der Amerikaner Dashow ebenfalls Petrassi-Schüler ist. LA ORCA (Federico Arduini) hat instrumentalen Schlagerkitsch, gespielt von Synthie und Orchester. Nix dolles, und dazu noch von überraschend mäßiger Tonqualität.

 

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Den hatte ich mir auch direkt mitbestellt. FLUCHTPUNKT AKROPOLIS gehört zum Euro-Spy-Genre, und ich habe ihn sogar noch aus früheren 35-mm-Tagen in ganz guter Erinnerung. Ein grimmiger Kriminalreißer mit einer gewissen Härte, eher bodenständig, und ohne die sorglosen Albernheiten wie sie beispielsweise in der Kommissar-X-Reihe vorkamen.

Der Score ist sehr jazzig und die Titelmusik wunderbar reißerisch. Ein weiteres gelungenes Thema ("Gangsters") besitzt einen eher zwilichtigen Charakter. Deneben gibt es viel Gefälliges für Action- und Jukebox-Szenen, Blues, auch ein kurzer Bossa und eine Menge effektiv eingesetztes Bongogetrommel. Ein paar hübsche Sirtaki-Tracks sind dem Ort der Handlung geschuldet und gegen Ende, als man schon gar nicht mehr damit rechnet, kommt auch noch ein feines Liebesthema zu Gehör, das man sich länger gewünscht hätte, und bei dem auch mal die Streicher ganz für sich alleine sind. Zwar gibt es auch hier die für italienische Genrefilme üblichen minutenlangen und eher drögen Suspenseuntermalungen, aber im Großen und Ganzen würde ich BERSAGLIO MOBILE als einen Score bezeichnen der in seinem mit Höhepunkten nicht gerade gesegneten Subgenre zu den überdurchschnittlichen Vertretern zählt. Die Klangqualität ist sehr erfreulich, trotz mono.

Was ich nicht verifizieren konnte ist eine angebliche Beteiligung von Fiorenzo Carpi. In älteren Filmlexika ist Carpi als Komponist genannt, und in der Imdb steht er als "uncredited" vermerkt.

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Ein Synthi-Score aus den 80er Jahren, von Quartet Records gerade wieder zugänglich gemacht. Das Titelthema (Track 6) ist eine offensichtliche, aber sehr coole Variante vom BLADE RUNNER End Title. Reminiszenzen an den Vangelis-Score durchziehen das gesamte Album. Die bluesigen Trompeten- und Saxophon-Soli, z.B. in REDUCI DAL VIETNAM , sind weitere Highlights. Gelegentlich kommt es zu seichtem Synthi-Pop, reinen Klavierthemen, und schrägeren Einschüben mit synthetisch erzeugten Extravaganzen. Im Großen und Ganzen ganz nett, aber zum Patucchi-Fan macht mich das jetzt nicht.
Vielleicht nochmal allgemein zu Patucchi: Ich kenne nicht viel von ihm. Vom Hocker gehauen hat mich davon bisher nichts. SESSO DELLA STREGA ist sehr formelhaft und von geradezu rekordverdächtiger Belanglosigkeit. Der Western-Score BLACK KILLER ist wesentlich gefälliger, aber auf Dauer arg repitiv. SIEGFRIED besitzt ein hübsches, augenzwinkerndes Heldenthema, viel muntere Abwechslung und einige charmante Ideen, wenn auch nicht jeder Track gefällt. LOS AMIGOS ist allerdings ein durchweg reizvolles, unterhaltsames Album mit einem klasse Titelsong. Wenn ich einen Patucchi weiterempfehlen müßte, dann wäre es dieser.

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