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Mephisto

Italienische Genre-Filmmusik der 50er-70er Jahre

Empfohlene Beiträge

Die italienischen Filmproduktionen verzeichnen seit den 50er Jahren auffällige Genre-Schwerpunkte. Angelehnt an die Bibelepen Hollywoods produzierte an ab den 1950er Jahren sogenannte Pelum-, zu deutsch Sandalen-Filme, die nicht immer, eher sogar selten, die amerikanischen Vorbilder in Hinblick auf den materiellen Aufwand erreichen konnten. Die Sandalenfilme wurden Anfang der 60er von den Western abgelöst, die sich anfangs ebenfalls an den entsprechenden Filmen Hollywoods orientierten, dank Sergio Leones kompromisslosen Beiträgen, insbesondere durch die Dollar-Trilogie, einen völlig eigenständigen Unterbereich im Western-Genre begründeten und ab Mitte der 60er einen wahren Boom erlebten, der bis in die frühen 70er anhielt.

 

In diesem Thread soll es um die musikalische Begleitung derartiger Peplum-Filme und Italo-Western gehen. Inspiriert zu einer näheren Beschäftigung mit diesen Musiken wurde ich durch die meisterhaften Kompositonen Ennio Morricones zu den Leone-Western FÜR EINE HANDVOLL DOLLAR, FÜR EIN PAAR DOLLAR MEHR, ZWEI GLORREICHE HALUNKEN, SPIEL' MIR DAS LIED VOM TOD und TODESMELODIE. Es folgten die drei FSM-Alben zu NAJAVO JOE, FIVE MAN ARMY und GUMS FOR SAN SEBASTIAN. Insbesondere die letzteren haben mich sehr beeindruckt, sodass ich mutiger wurde, mich in die schier unüberblickbaren Gefilde der Italo-Western-Musik zu begeben. Nahezu wahllos bestellte ich ich bei GDM eine Handvoll CDs, die mich aber mehr oder weniger enttäuschten. Los ging es mit

 

John Ireson und Weyman L. Parham - UCCIDEVA A FREDDO

 

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Bei der Masse, die dank des löblichen Engagements diverser italienischer Label in den letzten zehn Jahren an Italo-Western-Musik-Veröffentlichungen erschienen sind, verwundert es nicht, dass auch mal die eine oder andere Blindschleiche dabei ist - wie diese hier.

Der bloß im lokalen Verleih und heute vollständig vergessene Italowestern UCCIDEVA A FREDDO wurde von den als "Wilder Brothers" bekannten Musikern John Ireson und Weyman L. Parham vertont. Der erste und einzige Höhepunkt bildet das ganz charmante Titellied, "He Wore A Silver Star". Danach bekommen wir endlos langweilige Variationen der Titelmelodie geboten, oftmals anscheinend nur von den beiden Musikern dargeboten, wahlweise mit E-Gitarre+E-Bass, zwei Gitarren und männlicher summender Stimme, oder einem auf schätzungsweise fünf Musikern aufgestockten Ensemble. Zwei ziemlich ähnliche Suspense-Stücke gibt es auch noch, einige unspektakuläre, noch nicht einmal schmissige Saloon-Musiken und noch zwei weitere Songs der "Wilder Brothers", dann ist der langweilige Spuk auch schon (Gott sei Dank) vorrüber. Substanzlos und langweilig ohne jedes Fünkchen Witz oder Einfall - schade.

Ich habe diese CD einmal für knapp 5,- Euro "mitgenommen", die üblichen 16+ ist sie auch niemals wert. Da gibt es geschätzt 400 spannenderere Italowestern-CDs auf dem Markt.

GDM hat sich allerdings auch bei dieser Veröffentlichung nicht lumpen lassen: ein schön bunt bebildertes Booklet und ein famoser Klang helfen der wahnsinnig uninspirierten Musik zwar nicht, wahren aber die hervorragenden Standarts des Labels...immerhin...

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Nico Fidenco - JOHN IL BASTARDO

 

Weiter geht's mir der Erforschung der Musik des Italowestern, dieses Mal mit Nico Fidencos Beitrag zu JOHN IL BASTARDO. Der Film hat kaum eine weite Verbreitung gefunden, die Musik war immerhin auf LP erhältlich und wurde von GDM hier nun auf eine Dreiviertelstunde gestreckt. Eröffnet wird das Album von einer poppigen, aber stimmungsvollen Ballade über "John Bastardo". Nach diesem ersten Höhepunkt geht es dann langsam aber stetig abwärts. Der zweite Titel eröffnet mit einer Paraphrase des Cellos über die erste Eröffnungsfigur von Scott Joplins "Entertainer", anschließend erklingt eine vergnügte Variation von "Reich mir die Hand, mein Leben" aus Mozarts "Don Giovanni" in der Flöte über die beschwingte Begleitung einer Rhythmusgruppe. Nicht schlecht gemacht, aber auch nicht besonders spektakulär. Die leicht abgewandelte Mozart-Melodie erklingt dann auch als Arrangement für Gitarre, anscheinend als Leitmotiv für die weibliche Hauptfigur. Neben einigen wenig aufregenden Versionen der "John Bastardo"-Ballade gibt es noch ein wenig modal anmutende Kirchenmusik, ein bisschen Suspense mit E-Gitarren und abscheulich gedroschene Saloon-Musik. Ich muss zugeben, ich hatte insgesamt von der Italo-Western-Musik etwas mehr erwartet, aber je mehr ich von Fidenco, Rusticelli und wie sie alle heißen mitbekomme, habe ich das Gefühl, dass Morricone eben doch das unschlagbare Original war. Meine letzten beiden Hoffnungen heißen daher noch Angelo Francesco Lavignino und Francesco de Masi, dessen LONE WOLF MCQUADE ich sehr schätze.

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5000 DOLLARI SUL'ASSO - Angelo Francesco Lavagnino

 

Auch wenn FÜR EINE HANDVOLL DOLLAR den europäischen und insbesondere den italienischen Western nach 1964 prägen sollte, gab es bereits vorher in Mitteleuropa - maßgeblich Deutschland, Italien und Spanien - produzierte Westernfilme. Bevor Leones und Corbuccis Antihelden schonungslos aufräumten, orientierten sich die Macher zu einem großen Teil an den amerikanischen Vorbildern, so auch DIE GEJAGTEN DER SIERRA NEVADA oder 500 DOLLARI SUL'ASSO. Die Motive um einen miesen Bandenchef, der im Dienste eines einflussreichen Strippenziehers steht, einer terrorisierten Farmersfrau und eines aufrechten Revolverhelden entstammen ohne Frage dem Westernkanon der US-Produktionen.

 

Auch musikalisch ist die Musik zu DIE GEJAGTEN DER SIERRA NEVADA weit von Morricones Stil entfernt, vielmehr lehnt man sich auch hier an amerikanische Vorbilder an, das Ergebnis bleibt jedoch äußerst dröge. Auf melodisch-thematischer Ebene wartet die Musik immerhin mit einem netten Song auf, dessen Refrain und Strophe im weiteren Verlauf der Kompositon als Leitmotive eingesetzt werden. Der geneigte Hörer kann wählen, ob er die vokale Fassung mit gepfiffenem Intro hören möchte, oder die etwas behäbige instrumentale Fassung vorzieht. Auf diesen nicht weltbewegenden Einstieg folgt auch schnell die Ernüchterung. Zwar hatte Lavagnino eine Orchesterbesetzung zur Verfügung, er kostet aber kaum die Möglichkeiten eines derartigen Klangkörpers aus. Relativ lange und unspektakuläre Suspense-Passagen mit gewichtigen Paukenschlägen und einigen von der E-Gitarre gezupften Melodiefragmenten lassen die Erwartung sinken. Die melodischen Momente bleiben in ihrer kargen Beschaffenheit äußerst blass. Hauptsächlich wird eines der beiden Themen von der Mondharmonika über einzeln angeschlagene Gitarrenakkorde intoniert. Nur ein einziges Mal kommt es wirklich zu treibender Action: "Dramma nel canyon" ist nicht überaus originell, aber durchaus gelungen und macht umso schmerzhafter bewusst, was für ein Potential der Komponist hier nicht ausschöpft. Aufgefüllt mit zahlreichen Source-Stücken bleibt dieses Album dann auch weiterhin austauschbar, denn diese Saloonklaviere und mexikanisch-folkloristischen Momente hat man nun auch schon oft so oder so ähnlich gehört.

 

Ein überaus verzichtbares Album für Westernfreunde, die sich auf etwas mehr Biss gefreut haben. Lavagnino habe ich durch seine Vertonung von DAS VERMÄCHTNIS DES INKA schätzen gelernt. Allerdings soll diese Musik ja bereits in einem anderen Western zu hören sein. Weiß da jemand Genaueres? Wie so oft bei Italowestern-CDs handelt es sich auch hier um ein äußerst liebevoll gestaltetes Album und die Coverbilder sind ohnehin immer toll.

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ALLA CONQUISTA DELL'ARKANSAS - Francesco de Masi & Heinz Gietz

 

DIE GOLDSUCHER VON ARKANSAS war ein früher Versuch, erfolgreich auf der Westernwelle zu reiten. Die deutsch-italienisch-spanische Produktion vereinte aus den Karl-May-Filmen bekannte Gesichter wie Mario Adorf, Marianne Hoppe und Ralf Wolter in einer Geschichte rund um das Goldfieber in Arkansas.

 

Für die musikalische Untermalung zeichneten sich zwei Komponisten aus: Heinz Gietz vertonte die deutsche und die französische Fassung, Francesco de Masi die italienische. Gietz' Musik ist bis heute unveröffentlicht, de Masis Aufnahmen wurden vor einigen Jahren auf ramponierten Bändern entdeckt. Darauf fand sich auch das orchestrale Arrangement des Titellieds von Heinz Gietz, da sich beide Filmmusiken das Hauptthema aus der Feder des deutschen Komponisten teilten. Eingespielt wurde es allerdings vom italienischen Orchester und dem italienischen Chor. Ob de Masi einfach das Thema von Gietz ebenfalls einspielte oder er es neu arrangierte, ist nicht vollständig geklärt. Immerhin erklingt auch in der deutschen Filmfassung die Version auf dieser CD. Der Song, in dem zum Hauptthema so behäbig-kreative Zeilen wie "Viel Gold und keine Freunde, das hab' ich nicht verdient" gesungen wird, hat anscheinend kein italienisches Äquivalent erfahren.

Gietz' Hauptthema ist recht stimmungsvoll, insbesondere in der Orchesterversion mit Chorvokalisen. Francesco de Masi hatte die etwas undankbare Aufgabe, für die italienische Fassung größtenteils Suspense-Musik um Gietz' schmetterndes Hauptthema zu komponieren, aber er schlägt sich wacker. Auch de Masi arbeitet mit einem voll bestückten Orchester, das er gekonnt einsetzt. Somit wird das Hörvergnügen kaum durch die Tatsache abgeschwächt, dass man es hier größtenteils mit einem Western-Suspense-Score zu tun hat. Ein schweres pentatonisches Hauptthema für die Indianer, einige lichte Momente für Streicher und Gitarre und auch blechgeladene und streichergetriebene Action gibt es hier zu hören. Abgerundet wird das Erlebnis durch zwei Source-Stücke vom Harmonium, einem Mundharmonikasolo von niemand geringerem als Francesco de Gemini gespielt, einem netten Saloon-Song von Heinz Gietz und einem lyrischen Thema aus de Masis Feder, das leider nur einmal erklingt.

 

Beat Records sowie de Masis Sohn, der den Begleittext verfasste, entschuldigen sich mehrfach für die angeblich schlechte Tonqualität. Ja, der Klang ist dumpf, aber nicht so schlimm, dass es ernsthaft dem Hörvergnügen schaden könnte. Leider gibt es keine weiteren Informationen über die Arbeitsteilung Gietz/de Masi bei den Aufnahmen der Titelmusik, Gietz' Musik wäre ohnehin noch ein netter Bonus gewesen, aber da müsste dann wahrscheinlich eher ein deutsches Label ran. Insgesamt hat Beat Records hier eine schöne Veröffentlichung gelandet, und es verdient Lob, dass man sich dieses Titels trotz der stiefmütterlichen Behandlung des Komponisten durch die Prodkution angenommen hat.

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Gerrit, ich bewundere dein Engagement so tief in die Musiken dieser B-Movies einzusteigen. Hören werd ich sie im Zweifel nicht, deine Rezis lese ich jedoch gerne. Mich würds nicht wundern wenn du dir als nächstes die alten Peplum-Filme vornimmst (Kronos hat diesbezüglich ja schon einiges auf den Markt gebracht).

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Gerrit, ich bewundere dein Engagement so tief in die Musiken dieser B-Movies einzusteigen...deine Rezis lese ich jedoch gerne. Mich würds nicht wundern wenn du dir als nächstes die alten Peplum-Filme vornimmst (Kronos hat diesbezüglich ja schon einiges auf den Markt gebracht).

 

Ja, möchte mich den Worten anschließen - lese ich auch sehr gerne. Ausgehend von meinen persönlichen Favoriten würde ich im Falle von Peplum allerdings nicht mit Kronos, sondern mit Digitmovies und Carlo Rustichelli starten, hier mal zwei Beispiele:

 

1. Annibale - fantastischer Main Title, habe auf youtube nur den ganzen Film gefunden. CD hat leider nicht mehr den besten Klang

https://www.youtube.com/watch?v=_6MYzqlKsxs

 

2. I giganti della Tessaglia - schwer zu sagen, vielleicht mein persönlicher Favorit von Rustichelli. Gelungenes Zusammenspiel von Orchester und Chor. CD kann absolut empfohlen werden. Auf youtube auch hier nur den film als Ganzes gefunden und dann auch auf russisch. Um einen Eindruck von der Musik zu gewinnen aber auf alle Fälle ausreichend:

 

Diese nur exemplarisch, gibt noch zahlreiche weitere tolle Peplum-Scores von Carlo Rustichelli.

 

Im Falle von Lavagnino kann ich nur auf unsere Alhambra-CDs hinweisen, auch wenn kein Western dabei ist - dafür musikalisch wesentlich farbenfroher als der von Dir beschriebene "5000 Dollari", z. B. L'IMPERO DEL SOLE. Nicht von uns, aber seeeehr gerne höre ich von Lavagnino "Venere Imperiale" (ist aber zugegebenermaßen stilistisch sehr weit vom Western-Genre entfernt):

 

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Meine Güte!

Ist das in Russland so üblich, das einem der ganze Vorspann vorgelesen wird?

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5000 DOLLARI SUL'ASSO - Angelo Francesco Lavagnino

Ein überaus verzichtbares Album für Westernfreunde, die sich auf etwas mehr Biss gefreut haben. Lavagnino habe ich durch seine Vertonung von DAS VERMÄCHTNIS DES INKA schätzen gelernt. Allerdings soll diese Musik ja bereits in einem anderen Western zu hören sein. Weiß da jemand Genaueres? Wie so oft bei Italowestern-CDs handelt es sich auch hier um ein äußerst liebevoll gestaltetes Album und die Coverbilder sind ohnehin immer toll.

Hierzu doch einige Anmerkungen:

Die komplette Partitur (M1-M81) liegt - wie übrigens alle Lavagnino-Partituren aus dem Nachlaß - in der Bibliothek Lugi Chiarini im Centro Sperimentale in Rom vor, und zwar unter dem italienischen Verleihtitel VIVA GRINGO. Hier nachzusehen:

http://scuolacinema.sebina.it/SebinaOpacSCR/Opac

Das heißt also, es ist schon speziell für VERMÄCHTNIS DES INKA ein Score komponiert worden, obwohl es im Karl May-Buch von Michael Petzel ja heißt, es sei eventuell für einen anderen Italo-Western schon angefertigt worden. Regisseur Georg Marischka hat vom italienischen Co-Produzenten PEA ein fertiges Musikband erhalten und die Musik mit den passenden Szenen kombiniert. So bei Petzel zu lesen. Allerdings hat es in gewiessem Sinne schon auch seine gewisse Berechtigung, wenn Marischka anscheinend behauptet hat, er hätte die Musik auch in anderen Filmen gehört. So hat z.B. Lavagnino nur ein paar Monate nach INKA den Italo-Western GLI UOMINI DAL PASSO PESANTE (deutscher Titel: DIE TRAMPLER) vertont und der Main Title bzw. das Hauptthema ist nur ganz leicht abgeändert gegenüber dem aus INKA. An einigen Stellen klingt es fast gleich. Der komplette Film ist auf Youtube drauf. Es läßt sich also dort schön nachhören.

 

Zum Anderen frage ich mich natürlich schon, wie man nun ausgerechnet darauf kommt, über so eine recht lasche Musik wie die zu 5000 DOLLARI SULL'ASSO Lavagnino entdecken zu wollen. Gerade Du, Mephisto, bist doch ansonsten Jemand, der auch eher von der Klassik herkommt und dem sinfonische Verarbeitung, kompositorische Dichte, inspirierte Melodik und farbige instrumentierung wichtige Kriterien sind. So was wird man in den Italo-Western von Lavagnino aber wohl eher weniger finden. Das war nun mal einfach nicht sein Terrain, weil er auch zu einer anderen Generation aus den 50ern gehörte, zu einer alten Garde, die Mitte der 60er dann kaum noch gute Filmangebote erhielt. Filme aus der A-Kategorie waren so ab Mitte 60er ganz im Gegensatz zu den Jahren davor für ihn einfach vorbei, wenn man mal von ganz wenigen Ausnahmen wie Orson Welles' FALSTAFF absieht. Hätte er also nicht die Billigproduktionen angenommen, wäre er wohl ganz weg gewesen vom Fenster. Und er hat ja dann auch Anfang der 70er ganz aufgehört. Die Western-Arbeiten zählen von daher eher zu den Schwachstellen in seinem Oeuvre, die meist äußerst dürftigen Filme haben ihn auch nicht inspiriert wie er das selbst in Interviews betont hat: Sie haben weder Herz noch Verstand angesprochen, so meinte er. Es sind reine Routinearbeiten gewesen, die in ein paar wenigen Tagen erledigt wurden und wo es meist nur um rein atmosphärische Funktionalität im Filmzusammenhang ging.

Wie in den USA gab es ab Mitte der 60er radikale Veränderungen in der europäischen Filmindustrie und die traditionelle Sinfonik war nicht mehr  unbedingt angesagt. Man merkt das in den Lavagnino-Western ja auch, wie er versucht hat, sich da ein wenig den Trends anzupassen, auch ein paar Pop-Stilismen der Zeit einfließen zu lassen. Man hats gemacht, weil es ein Job war und man seinen Lebensunterhalt damit verdienen mußte. Er hatte auch nicht wie manch andere italienische Komponisten bekannte und wirklich gute Regisseure, mit denen er über Jahrzehnte an renommierten Filmen zusammenarbeiten konnte. Da kam insofern irgendwie Alles zusammen. Und gerade ab Mitte der 60r Jahre gabs nur noch wenige Sachen von ihm, wo er sich wie früher üblich musikalisch wirklich voll entfalten konnte und wo man auch seinen ihm ganz eigenen Stil sofort heraushört.

Den typischen sinfonischen Lavagnino-Stil muß man zumeist in den früheren Scores suchen und vor Allem auch in anderen Genres, wo er sich viel mehr zu Hause fühlte: Im Kostüm- und Hisotrienfilm, im Epos, im Melodram und im exotischen Dokumentarfilm. Überhaupt ist die klangsinnliche Exotik ja seit Mitte der 50er Jahre ein essentieller Bestandteil der wichtisten Lavagnino-Scores gewesen.

Ich empfehle deshalb, einfach mal in unsere Alhambra-Reihe reinzuhören. Die CDs sind ja alle erhältlich und es gibt ja heutzutage doch die Mögiichkeit, die es früher nicht unbedingt gab, das Alles ganz einfach zu entdecken.

Vielleicht machen ja auch die Ankündigungstexte zu den einzelnen CDs von mir ein wenig neugierig auf die Musik.

Einfach  doch mal etwa die zu L'IMPERO DEL SOLE (1956), CONTINENTE PERDUTO (1955), L'ULTIMO PARADISO (1957), SOLEDAD (1958)/L'OCEANO CI CHIAMA (1957) oder I BRIGANTI ITALIANI (1961) durchlesen:

http://www.soundtrack-club.net/content/product_info.php?products_id=813

http://www.soundtrack-club.net/content/product_info.php?products_id=2703

http://www.soundtrack-club.net/content/product_info.php?products_id=3812

http://filmscoremonthly.com/board/posts.cfm?threadID=92665

http://filmscoremonthly.com/board/posts.cfm?threadID=104737

 

Auch andere bekannte Lavagninos wie THE NAKED MAJA, VENERE IMPERIALE, L'ASSEDIO DI SIRACUSA oder die Musiken zu den Orson Welles-Filmen OTHELLO und FALSTAFF sind selbstverständlich sehr zu empfehlen. Es gibt da eine ganze Latte von Titeln, die man nennen könnte.

Nur, wenn man mit 5000 DOLLARI anfängt und gar meint, das sei repräsentativ für Lavagninos eigentlichen Stil, ist man ganz sicher auf der falschen Fährte.

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Gerrit, ich bewundere dein Engagement so tief in die Musiken dieser B-Movies einzusteigen. Hören werd ich sie im Zweifel nicht, deine Rezis lese ich jedoch gerne. Mich würds nicht wundern wenn du dir als nächstes die alten Peplum-Filme vornimmst (Kronos hat diesbezüglich ja schon einiges auf den Markt gebracht).

 

Am Anfang stand das Vorhaben, die Lücken im Western-Bereich ein bisschen zu schließen. SILVERADO, TOMBSTONE, JAYHAWKERS und auch MAGNIFICENT SEVEN oder HIGH PLAIN DRIFTER stehen hier immer noch ungehört herum (aus den Filmen kenne ich die meisten Musiken natürlich). Begonnen habe ich mit der Entfolierung der expandierten Morricone-Leone-Musiken und diese persönlichen Wiederentdeckungen haben mich so beeindruckt, dass ich die Amis weiter nach hinten schob und mich mit einigen Italowestern-CDs eindeckte. Mehrere Peplum-Scores stehen bereits auf meiner Liste, aber erstmal wird es noch einige Italo-Western und dann Ami-Western zu hören geben.

Die Absicht ist auch weniger, die Leute zu animieren, hier alles nachzuhören (dann würde ich die Musiken wie UCCIDEVA A FREDDO oder JOHN IL BASTARDO weitaus positiver besprechen), aber ich hoffe halt auf einige Anregungen, die ja auch prompt kamen :)

 

Ja, möchte mich den Worten anschließen - lese ich auch sehr gerne. Ausgehend von meinen persönlichen Favoriten würde ich im Falle von Peplum allerdings nicht mit Kronos, sondern mit Digitmovies und Carlo Rustichelli starten, hier mal zwei Beispiele:

 

1. Annibale - fantastischer Main Title, habe auf youtube nur den ganzen Film gefunden. CD hat leider nicht mehr den besten Klang

 

2. I giganti della Tessaglia - schwer zu sagen, vielleicht mein persönlicher Favorit von Rustichelli. Gelungenes Zusammenspiel von Orchester und Chor. CD kann absolut empfohlen werden. Auf youtube auch hier nur den film als Ganzes gefunden und dann auch auf russisch. Um einen Eindruck von der Musik zu gewinnen aber auf alle Fälle ausreichend:

 

Diese nur exemplarisch, gibt noch zahlreiche weitere tolle Peplum-Scores von Carlo Rustichelli.

 

Im Falle von Lavagnino kann ich nur auf unsere Alhambra-CDs hinweisen, auch wenn kein Western dabei ist - dafür musikalisch wesentlich farbenfroher als der von Dir beschriebene "5000 Dollari", z. B. L'IMPERO DEL SOLE. Nicht von uns, aber seeeehr gerne höre ich von Lavagnino "Venere Imperiale" (ist aber zugegebenermaßen stilistisch sehr weit vom Western-Genre entfernt)

 

 

 

Von Carlo Rusticelli habe ich bisher nur UCCIDI O MUORI gehört und war recht angetan. Endgültig vom Hocker hat es mich jedoch nicht gerissen, dennoch neben Riz Ortolanis AL DI LÀ DELLA LEGGE eine eher bevorzugte Musik in meiner eher kleinen Italo-Western-Sammlung. Wie gesagt, die Peplum-Geschichten kommen sicher, aber später.

 

Meine Güte!

Ist das in Russland so üblich, das einem der ganze Vorspann vorgelesen wird?

 

Ja, für den Fall, dass nicht jeder im Publikum der lateinischen Buchstaben mächtig ist...kannst Du denn alle russischen Vorspänne in kyrillisch lesen? ;)

 

Die komplette Partitur [zu IM REICHE DES INKA] (M1-M81) liegt - wie übrigens alle Lavagnino-Partituren aus dem Nachlaß - in der Bibliothek Lugi Chiarini im Centro Sperimentale in Rom vor, und zwar unter dem italienischen Verleihtitel VIVA GRINGO. Hier nachzusehen:

http://scuolacinema....inaOpacSCR/Opac

Das heißt also, es ist schon speziell für VERMÄCHTNIS DES INKA ein Score komponiert worden, obwohl es im Karl May-Buch von Michael Petzel ja heißt, es sei eventuell für einen anderen Italo-Western schon angefertigt worden. Regisseur Georg Marischka hat vom italienischen Co-Produzenten PEA ein fertiges Musikband erhalten und die Musik mit den passenden Szenen kombiniert. So bei Petzel zu lesen. Allerdings hat es in gewiessem Sinne schon auch seine gewisse Berechtigung, wenn Marischka anscheinend behauptet hat, er hätte die Musik auch in anderen Filmen gehört. So hat z.B. Lavagnino nur ein paar Monate nach INKA den Italo-Western GLI UOMINI DAL PASSO PESANTE (deutscher Titel: DIE TRAMPLER) vertont und der Main Title bzw. das Hauptthema ist nur ganz leicht abgeändert gegenüber dem aus INKA. An einigen Stellen klingt es fast gleich. Der komplette Film ist auf Youtube drauf. Es läßt sich also dort schön nachhören.

 

Kann man denn darauf hoffen, die INKA-Musik einmal in Form einer schmucken Veröffentlichung auf CD hören zu können? Die Karl-May-Box von Bear Family enthielt ja nur die Titel- und die Abspannmusik. Interessant, was Du zu der Entstehung schreibst. Ich hatte beim Anhören der meisten Italo-Western-Musiken ohnehin den Eindruck, dass die Musik unabhängig vom Bild entstanden ist und anschließend angeglichen wurde. Das würde auch erklären, warum viele Stücke auf diesen Alben wie instrumentale Easy-Listening-Pop-Arrangements aufgebaut sind und nicht wie in den amerikanischen Gegenstücken, deutlich kleinteilig-motivischer gearbeitet sind. Ein weiteres Indiz wäre für mich auch die Präsentation dieser Musiken auf CD. Fast nie ist die Musik in chronologischer Filmreihenfolge enthalten, Titel, die einem eine Orientierung geben, vermisst man ebenfalls zu großen Teilen. Da heißt es dann nur immer "Sequenza 1", "Sequenza 2" etc.

 

 

Zum Anderen frage ich mich natürlich schon, wie man nun ausgerechnet darauf kommt, über so eine recht lasche Musik wie die zu 5000 DOLLARI SULL'ASSO Lavagnino entdecken zu wollen. Gerade Du, Mephisto, bist doch ansonsten Jemand, der auch eher von der Klassik herkommt und dem sinfonische Verarbeitung, kompositorische Dichte, inspirierte Melodik und farbige instrumentierung wichtige Kriterien sind.

 

Es war ja auch gerade dieser poppige Charakter, der mich dann beim Anhören solcher Musiken wie UCCIDEVA A FREDDO oder JOHN IL BASTARDO abgeschreckt hat. Ich habe immer geglaubt, dass Morricone immer zu sehr gehypt wird und vermutet, dass auch seine Kollegen kreative und spannende Westernmusiken geschrieben haben. Haben sie wahrscheinlich auch, aber ein Großteil ist leider tatsächlich weit hinter Morricone zurückgeblieben. Morricone kann seine kleinen musikalischen Gimmicks, das Koyotenheulen, die Spieluhr, die Peitsche, die Orgel etc. musikalisch sinvoll in seine Musiken einbauen. Sie bilden ein klangliches Gesamtkunstwerk. Bei anderen Westernmusiken erscheinen mir solche "extras" wie implantierter Firlefanz. Bisher ist er für mich immernoch das Italo-Western-Original. In keiner anderen Westernmusik ist mir eine derart "bissige" Trompetenmelodie wie zum Schluss bei ZWEI GLORREICHE HALUNKEN aufgefallen, kein Thema hat mich bisher in anderen Kompositionen so gefesselt wie Jills Thema und in keiner anderen Italo-Western-Musik habe ich eine derartig mitreißende Mischung aus Folklore, melodischem Einfall und kerniger Instrumentation erlebt wie in der Titelmusik zu FIIVE MAN ARMY. Und ich bin alles andere als eine Morricone-Apologet.

 

Für mich sind die von Dir aufgezählten Kriterien allerdings wichtig. auf DIE GEJAGTEN DER SIERRA NEVADA bin ich gekommen, weil ich gelesen habe, dass sich hier musikalisch noch stark an den amerikanischen Vorbildern orientiert wird. Es musste ja nicht gleich ein zweiter Newman oder Tiomkin sein, aber etwas mehr Biss und thematischen Einfall habe ich schon erwartet als diese blasse und schwachbrüstige Musik. Lavagnino ist für deswegen natürlich noch lange nicht abgehakt, seinen Western werde ich mich aber so schnell nicht wieder nähern. Dieser stärker werdende poppige Einschlag lässt sich ohne Frage auch stark in der italienischen Genre-Filmmusik beobachten wie z.B. dem Hauptthema von SPARA, GRINGO, SPARA von Sante Mario Romitelli, das zugegebenermaßen ziemlich cool ist - insbesondere durch den Einsatz der Hammond-Orgel, aber keinen besonderen kreativen Einschlag aufweist. Auch das rumbaartige Thema aus IL VENDITORE DI MORTI von Maio Migliardi ist doch eine recht unspektakuläre Angelegenheit, die nicht an Reiz gewinnt, wenn man sie sich in zig Variationen über 50 Minuten ahört.

 

Angetan bin ich aber durchweg von der Präsentation dieser Musiken, die wirklich liebevoll ist. Reich bebilderte Booklets, stimmungsvolle Cover, großzügig gefüllte CDs und ein anscheinend bestmöglicher Klang.

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Titel, die einem eine Orientierung geben, vermisst man ebenfalls zu großen Teilen. Da heißt es dann nur immer "Sequenza 1", "Sequenza 2" etc.

 

Dies findet man leider häufiger bei älteren italienischen CDs. Kann Stefan sicherlich besser ausführen, glaube mich aber zu erinnern, dass dies auch eine lizenzrechtliche Frage ist.

 

 

Von Carlo Rusticelli habe ich bisher nur UCCIDI O MUORI gehört und war recht angetan. Endgültig vom Hocker hat es mich jedoch nicht gerissen, dennoch neben Riz Ortolanis AL DI LÀ DELLA LEGGE eine eher bevorzugte Musik in meiner eher kleinen Italo-Western-Sammlung.

 

Was Western & Rustichelli betrifft, da höre ich am Häufigsten "I quattro dell' Ave Maria" (allerdings ein eigenes Best-Of aus der DoCD) sowie "Un Minuto Per Pregare,Un Istante Per Morire" - beide sind sehr unterschiedlich. Zu letzterem gab es glaube ich eine Neuauflage, habe "nur" die alte CD, welche perfekt durchläuft.

 

 

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Vielen Dank für die tollen Empfehlungen. Dann gebe ich Rustichelli demnächst nochmal eine Chance :)

 

Bei mir verklangen gerade die letzten Töne einer weiteren Westernmusik aus der Feder Francesco De Masis:

 

L'UOMO DELLA VALLE MALEDETTA - Francesco De Masi

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Diese frühe Westernmusik Francesco de Masis atmet noch vollständig den Geist der amerikanischen Vorbilder. Mit dem schmissigen Hauptthema trifft der italienische Komponist den Americana-Nagel so trefflich auf den Kopf, dass man meinen könnte, man habe es bereits in gefühlt einem Dutzend US-Western gehört, dennoch wurde es erst anfang der 60er für eine italienische Produktion geschrieben. Dem traditionell westernhaft gestalteten Thema stellt De Masi eine klagende Melodielinie mit vielen fallenden Sekundschritten gegenüber, die oftmals in den satten Streichern über einem bedrohlichen Puls des tiefen Blechs und der Pauke, und in einer besonders schönen Variante von Solostreichern über elaboriert harmonisierte Celli und Bässe erklingt.  Besonders in der ersten Hälfte des Albums tauchen beide Themen innerhalb der einzelnen Stücke auf. De Masi schafft es allerdings, durch mehrere Variationen - insbesondere des Hauptthemas - keine Langeweile aufkommen zu lassen. Da erklingen beide thematische Gedanken dialogisch in solistisch besetzter Gitarre und Flöte über einem sanften Streicherteppich, vergnügt legt sich das Hauptthema im Akkordeon über ein Gitarrenriff oder prallt mit dem aufbegehrenden Seitenthema aneinander. In der zweiten Albumhälfte nimmt der Komponist die Dominanz der beiden Themen etwas zurück, sorgt für treibende Actionmomente inklusive tiefer Blechlinien oder fast traumhafte Passagen mit einem Celestasolo für Abwechslung, bis ein letztes Mal das Hauptthema optimistisch im Orchester aufblüht und diesen unterhaltsamen Ritt durch die Prärie nach einer halben Stunde beschließt.

 

Man würde es kaum glauben, hier eine Italowesternmusik zu hören. Vielmehr bedient sich Francesco De Masi zahlreicher typischen US-Western-Topoi, die er ebenso gekonnt einzusetzen vermag wie seine Kollegen jenseits des großen Teiches. Ob es sich bei dieser Präsentation von Beat Records um eine vollständige Veröffentlichung handelt, vermag ich nicht zu sagen, ich schätze allerdings nicht. Die meisten von De Masis Westernmusiken aus diesen Kopplungen wurden mittlerweile einzeln und expandiert wiederveröffentlicht.

Diese halbe Stunde weist jedoch einen exzellenten Hörfluss auf, der auch durch die sehr exponierte Stellung der einzigen memorablen thematischen Ideen durch den versierten Umgang des Komponisten mit seinen Themen und dem orchestralen Ensemble gewahrt bleibt.

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Ich würde mich da schwer tun, alle Spaghetti Western-Musiken richtiggehend über einen Haufen zu werfen. Eines ist klar: Es gibt natürlich ziemlich viel Murks in der ganzen Sparte, und wenn man sich nicht ein wenig auskennt, kann man sich recht schnell verlaufen.
Ich finde, daß Du schon mit einige der schlechtesten Kandidaten überhaupt ausgewählt hast bei den Titeln, die Du weiter oben erwähnst. Ich habe die fast alle mal gehört, würde aber keinen von diesen Titeln je kaufen wollen. Fidenco ist ja ganz schwach, auch Migliardi natürlich, genauso bringt der Romitelli über eine längere Strecke hinweg nichts. Da würde ich dann schon sagen: Es gibt zumindest noch wesentlich Besseres als diese kaum jemanden vom Hocker reißenden zweit- und drittklassigen Arbeiten, eben Musiken, die dann auch demgegenüber wenigstens noch Mittelmaß darstellen. Oft ist es aber so, daß gerade bei diesen Italo-Western-Scorees ein oder zwei Tracks mit dem Hauptthema auf Samplern reichen, da der Rest oft genug in reinem Suspense versandet.

Und auch ich würde mit Dir darin übereinstimmen, daß aufs Ganze gesehen sicherlich die einflußreichsten und mitreißendsten Italo-Western-Scores von Morricone geschrieben worden sind. Der Einzige, der ihm in diesem von ihm begründeten Western-Stil halbwegs das Wasser reichen konnte mit Arbeiten wie ANDA MUCHACHO SPARA, INDIO BLACK oder CORRI UOMO CORRI war Bruno Nicolai. Aber er war eben ja auch jahrelang Morricones Dirigent gewesen und konnte den Stil dementsprechend gut imitieren. Wobei man wiederum sagen muß: Er konnte in seinen Anfangsjahren aber auch anders, und sein 10000 DOLLARI PER RINGO von 1965 ist eine richtig starker Score, wo ein tempogeladenes Orchesterfeuerwerk auf den Hörer losgelassen wird nebst einem schmissigen Song, das insgesamt wenig bis gar nichts mit Morricone zu tun hat. Solltest du Dir auf jeden Fall mal anhören. Ist weitaus sinnvoller als wie die bereits oben genannten, arg trashigen Exemplare der Gattung. Daß es völlig anders geht denn wie bei Morricone, zeigt sich etwa auch bei Rustichelli in L'UOMO, L'ORGOGLIO, LA VENDETTA oder dem gerade von Jürgen erwähnten UN MINUTO PER PREGARE. Da ist viel eher opernhaftes Pathos nebst urwüchsiger Folklore angesagt, und melodisch ist das natürlich bezaubernd. Gerade diese beiden Musiken würde ich noch ein ganz gehöriges Stück über UCCIDI O MUORI stellen, der da auf keinen Fall rankommt. UCCIDI O MUORI ist nett, beileibe aber nicht herausragend.

Noch eine Variante gibt es natürlich bei Piero Piciconi in MINNESOTA CLAY von 1964, wo sich Streicher aus den Karl May-Musiken mit stark synkopierten Rhythmen und Jazz-Elementen mischen. Eine recht interessante und originelle Musik, die ich ebenfalls zum Hören empfehlen würde.

Ich habe zu allen drei Scores vor langer Zeit auch mal Rezensionen geschrieben. Die kannst Du hier bei Interesse nachlesen:

http://www.cinemusic.de/2005-3460-italo-western-special-5-cds-zu-rustichelli-nicolai-piccioni/

 

Es gbt im übrigen auch deutlich bessere De Masi-Western-Musiken als den mir zu biederen ALLA CONQUISTA DELL'ARKANSAS, der mich in den frühen 80ern - ja, so lange gibts davon bereits einen Tonträger - schon auf LP ziemlich gelangweilt hat. Wiederum ein Score, den ich nicht kaufen würde. Da bieten De Masi's SETTE DOLLARI SUL ROSSO oder ARIZONA COLT, selbst sein QUANTO COSTA MORIRE doch weitaus zupackendere und zündendere Themen. Gerade bei SETTE DOLLaRI ist teilWeise auch noch ein wenig amerikanischer Einfluß präsent. Und ARIZONA COLT hat einen der ohrgängisten Italo-Western-Songs überhaupt. Sollte man von daher auf jeden Fall kennen, wenn man sich näher mit dem Genre beschäftigen möchte.

 

Es gibt auch darüber hinaus durchaus noch einige zumindest teilweise ganz ansprechende und nicht schlecht gemachte Scores, die vielleicht nicht ganz durch gelungen sind, aber die man sich zumindest schon zulegen kann und immerhin mehr zu bieten haben als die von Dir bisher vorgestellten Titel. Die jetzt alle noch zu benenen. würde ein wenig den Platz sprengen.

 

Was die Sequenzierungen auf den CDs anbetrifft: Im Großen und Ganzen wird schon einigermaßen chronologisch sequenziert auf den Digitmovies und GDM-CDs, nur eben meist keine Titel vergeben. Das hat mehrere Gründe: Zum einen sind meistens nur die Ansagen mit den "M-Nummern vorhanden bei den Originalbändern und daran hangelt man sich entlang, schaut nicht noch lang erst den Film extra an, um Alles abzugleichen. Da hätten sie sonst etwas viel Arbei bei den italienischen Labels. Das heißt, M1 ist sozusagen meist der Main Title und so wurde dann bei den Recording Sessions entsprechend den Filmszenen fortlaufend durchnumeriert. Das ist sozusagen der Leitfaden, wenn so eine CD produziert wird. Oft fehlen weitere infos, also sogenannte Cue Sheets, so daß eben auch keinerlei Titel da sind. Dann gibt es eine Auflage vom italienischen Rechteinhaber Sugar, daß bei einer CD-Veröffentlichnug hinter jedem Track der Filmtitel nochmals notiert werden muß oder man eben noch einfach die Tracks in der Art à la "Seq. 1, Seq. 2" etc. bringt, die wiederum  M1, M2 etc. entsprechen. Manchmal wird natürlich auch zusammen editiert, wenn es mehrere kurze Stückchen gibt, die man besser nicht für sich allein stehen läßt.

Die übliche Prozedur war schon die, daß die Recording Sessions nach "M"s gegliedert waren. Denn sonst hat man ja überhaupt keine Übersicht. Oft ist es aber auch vorgekommen, daß man ein Stück mehrfach verwendet hat im Film. Nicht unbedingt war das dann aber eine Entscheidung des Komponisen.

Nicht ganz so oft dürte es jedoch passiert sein, daß wie bei Morricone/Leone geschehen ein großer Teil der Musik schon im voraus komponiert worden ist. Für diesen Luxus war ja gar keine Zeit vorhanden bei den vielen Aufträgen, die für die Komponisten zu vergeben waren und bei dem Output, der abgedreht wurde in den paar Jahren Mitte/Ende der 60er. Auch nicht ganz alltäglich ist dieses Vorgehen wie bei VERMÄCHTNIS DES INKA. Das hat aber einfach wohl damit zu tun, daß es sich hierbei um eine Co-Produktion von drei verschiedenen Ländern gehandelt hat, der Regisseur ein Deutscher war und den Komponisten ohnehin nie gesehen hat. Ist daher also recht eigenartig gelaufen.
 

Es sind zwar viele Bänder im Lavagnino-Nachlaß da, aber nicht von VERMÄCHTNIS DES INKA. Daher wird also auch nichts veröffentlicht werden in naher Zukunft. Der zuständige Musikverlag war ohnehin Chiappo/Sonorfilm -  und da kann man meist davon ausgehen, daß dort eh nichts mehr vorhanden ist.

 

Zum Abschluß noch eine kurze Anmerkung: Lavagnino konnte durchaus großartige Westernmusik im traditionellen amerikanischen Stil schreiben, wenn er wollte. Ich verweise da nur auf den wunderbaren Track "Covered Wagons" in SOLEDAD. Das ist schon tolle epische Musik mit Chor und allem Drum und Dran -  fast all dem vorzuiehen, was er später im Genre selbst dann komponiert hat. Da zeigt sich einfach, was machbar ist, wenn die Inspiration und der nötige Enthusiasmus tatsächlich vorhanden ist.

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Ihr Beiden, vielen Dank für diese geballte Ladung an Infos! :) Komplett aburteilen wollte ich die Italo-Western-Musik ja gar nicht, ich habe eben auf gut Glück ein paar Titel ausgewählt und habe da anscheinend ordentlich danebengegriffen. Von Nico Fidenco habe ich auch noch ALL'OMBRA DI UNA COLT, eine ziemlich schwachbrüstige Dollar-Kopie in der Titelmusik und langweilige Suspense-Musik. Wie kommt es eigentlich, dass - zumindest in diesen trashigen Musiken - kaum Action- aber so wahnsinnig viele Suspense-Anteile enthalten sind? Schlägereien und Schießereien gibt es doch in diesen Filmen zu Hauf.

Also ich habe mir jetzt alle genannten Titel vorgemerkt und werde sie mir wahrscheinlich nächsten Monat anschaffen.

Von Francesco De Masi habe ich fast die ganzen aktuellen Beat-Records-Alben hier, ausgerechnet SETTE DOLLARI SUL ROSSO und ARIZONA COLT sind noch auf dem Weg zu mir, aber ich höre die Sachen eh chronologisch, daher kommt jetzt erstmal UNA BARA PER LO SCERIFFO. Dass es spannender geht als die GOLDSUCHER AUS ARKANSAS war mir klar, das war ja auch keine vollständige De-Masi-Musik. L'UOMO DELLA VALLE MALEDETTA hat mir da aber deutlich mehr Freude bereitet und Lust auf mehr gemacht. Insgesamt kommen jetzt noch über zehn De-Masi-Musiken (zu denen ich hier gerne meine Eindrücke schreiben kann) und dann geht's nochmal zu den Herren Rustichelli und Bruno Nicolai :)

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Ja, die beiden De Masis UOMO DELLA VALLE MALEDETTA und UNA BARA PER LO SCERIFFO sind auf alle Fälle dem früheren ALLA CONQUISTA DELL'ARKANSAS vorzuziehen. Ich habe von BARA PER LO SCERIFFO nur die alte Beat-Fassung (gekoppelt mit RANCH DEGLI SPIETATI) mit rund 15 Minuten, aber das läßt sich eigentlich nur mit wenigen Hängern ganz gut durchhören, besticht durch ein flottes, am Anfang auch gesungenes Hauptthema, dann gibts ebenfalls wieder dahingaloppierende, auch mal nostalgisch angehauchte Passagen, die fast noch aus einem US-Western stammen könnten, und den typischen "brassy sound" von De Masi für die dramatischen Sequenzen. Für mich persönlich werden diese 15 Minuten sicherlich ausreichen. Bringt die Verlängerung auf der neueren Beat-CD hier denn wirklich noch was oder kommen wie üblich doch nur Spannungs-Tracks noch hinzu?

Viele Szenen in den Italo-Western bestehen natürlich schon aus zerdehntem Lauern, Hinterhälten und Wartestellungen. Gerade das wird dann oft durch rein atmosphärische Suspense-Musik untermalt. Szenen nur mit reinen Schlägereien oder Action mußten dagegen nicht immer noch musikalisch illustriert werden, die Pistolenschüsse waren ja oft laut genug.. Es ist ja auch nicht so, daß die Filme von von Anfang bis Ende vollgepfropft wären mit Musik, es gibt schon auch immer wieder musikalische Pausen.

 

Zu Nico Fidenco noch ein paar Anmerkungen: Eigentlich war er ja überhaupt kein richtiger Komponist, sondern nur ein popuiärer Schlagersänger. Er hatte nie irgendeine klassische Ausbildung gehabt, konnte wohl auch kaum Noten aufs Papier bringen. Das war ein Teamwork, das da die ganze Zeit über ablief. Der eigentliche Komponist bei den Fidenco-Scores war im Prinzip Gianni Dell'Orso (der Schwager von Edda Dell'Orso), der witzigerweise seit vielen Jahren ja der Chef vom italienischen GDM-Label ist. Dell'Orso hat das in einem Interview mal geschildert, wie die Arbeit mit Fidenco ablief: Fidenco hat praktisch die Melodien vorgesummt, die er haben wollte, Alles Andere, das Arrangement, die Orchestrierung, das harmonische Konstrukt, eben die ganze Kompositionsarbeit, war dann seine Sache.Mit den reinen Spannungsmusiken der Scores, wo keine Melodie vorkommt, hatte Fidenco dann überhaupt nichts zu tun, Das ging voll und ganz auf Dell'Orso's Konto. Man hat eben Fidenco für den Credit genommen, weil sein Name damals Mitte 60er schon sehr bekannt war - sozusagen als Aushängeschild. Und er war der Melodienlieferant für das oder die Hauptthemen der Musiken, aber nicht mehr.

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Vielen Dank für die Warnung! Damit sind DYNAMITE JIM und RINGO IL TEXANO endgültig von meiner Wunschliste gestrichen. UNA BARA PER LO SCERIFFO würde ich momentan zwischen ALLA CONQUISTA DELL'ARKANSAS und L'UOMO DELLA VALLE MALEDETTA ansiedeln, zu einem vorläufigen Urteil möchte ich mich nach dem ersten Hördurchgang noch nicht hinreißen lassen. Die expandierte Fassung läuft auch nur eine gute halbe Stunde und sorgt für gute Unterhaltung. Ich müsste mir einmal das originale CD-Programm von der Kopplung zusammenstellen, um das Hörerlebnis genauer vergleichen zu können.

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Sag Bescheid wenn du meine Sammlung griffiger Italo-Highlights mal querhören möchtest, ich habe in jedem Fall die guten Themen immer aufgehoben... ;)

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Ich kenne mich im Italo-Western-Scoring bislang eher schlecht als recht aus - ich finde die Filme in den meisten Fällen einfach nur fürchterlich überstilisiert und nervtötend (auch die Leone-Klassiker), deshalb war nie eine große Motivation da, mich mit den Filmmusiken näher auseinanderzusetzen. Die wichtigsten Morricones kenne ich grob, das war´s aber auch schon. Gibt es denn irgendwo im Italo-Bereich ähnlich sorgfältig ausgearbeitetes, modernistisch angehauchtes Actionmaterial wie etwa bei den ungefähr zeitgleich entstandenen Westernscores Jerry Goldsmiths? Gerade die Actionsequenzen scheinen mir - bei den wenigen mir bekannten Italo-Western-Scores - die größten Schwachpunkte zu sein: eigentlich immer nur thematisch-melodisch orientiert, von der komplexen Kleinteiligkeit des Bartók/Strawinsky-nahen Goldsmith ist wenig bis gar nichts zu spüren (hat ja Gerrit schon angesprochen). Wo sind die großen Ausnahmen - bzw. gibt es sie überhaupt?

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Um es mal klar zu sagen: Ich selbst war auch nie ein großer Fan der Spaghetti-Western und kam viel eher über völlig andere Scores aus ganz anderen Bereichen zur italienischen Filmmusik. Für mich gibt es wirklich nur ein paar sehenswererte Filme aus der Sparte, der größere Rest ist eher zum Abwinken. Von daher hat es auch früher länger gebraucht, daß ich mir die Musiken mal so nach und nach angehört habe. Wenn man sich jedoch für italienische Filmmusik interessiert und für bestimmte Komponisten, kommt man an dem Genre irgendwann nicht vorbei. Wenn ich so einen Score auf LP oder CD höre, dann abstrahiere ich meist vom Film selbst. Ich habs ja oben schon geschrieben: Es gibt einige Musiken für das Genre, die mir zum autonomen Anhören gut gefallen und die Spaß machen, aber doch auch sehr Vieles, was sich im mittelprächtigen Bereich bewegt oder noch darunter.

Hier mit Goldsmith daherzukommen, bringt eher wenig, denn die Italo Western-Musik ist zumeist eine ganz andere Art von Musik, die auch von anderen Traditionen herkommt. Zudem spielt bei vielen Scores die Morricone-Imitation selbstverständlich eine große Rolle: Wie oft wurden alle möglichen Komponisten gebeten, den Morricone-Sound für einen zweitklassigen Streifen nachzumachen? Auch die damals sich gerade im Trend befiindliche Pop-Musik der 60er hat ja eine große Rolle gespielt. Mit Goldsmith zu vergleichen ist insofern wie wenn ich Äpfel mit Birnen vergleichen würde. Obowhl man immerhin sagen muß, er hat auf der anderen Seite mit dem Pfeifen im Main Title von BANDOLERO und ein paar anderen typischen Instrumentierungen doch auch mal ein wenig auf den damals populären Italo-Western-Sound reagiert bzw. ein Stück davon integriert.

 

Ein Morricone arbeitet oft auch mit kleinteiligen Motivzellen, die dann verdichtet und übereinander geschichtet werden, aber es ist trotzdem einfach ein Stil für sich. Entweder mag man das oder halt nicht. Es gibt vielerlei Arten von Musik, die auf ihre Art gelungen sein können, und nicht Alles muß sich deshalb nach Goldsmith anhören. Wäre eigentlich auch schlimm, wenn es so wäre.

 

Was Actionmusiken in Italo-Western betrifft, so finde ich einige Tracks in Morricones LA RESA DEI CONTI (THE BIG GUNDOWN) doch auch äußerst gut gemacht. Das hat schon Verve und Klasse, bietet ein zündendes orchestrales Feuerwerk. So was gibts in anderen Italo-Western in der Qualität auch nicht so oft zu hören.

Oder natürlich wie oben schon erwähnt giibt es in Nicolais 10000 DOLLARI PER RINGO kraftvoll-zupackende Actiontracks, die mitreißen können und wo von der furiosen Rhythmik her schon auch mal ein wenig Strawinsky anklingen kann wie in "Incontro di fuoco" oder "Repressione violenta", wo Dissonanzen wild übereinander geschichtet werden, aber in der Spielart findet man das ansonsten eigentlich nicht so oft. Bei den vielen Komponisten aus dem B und C--Sektor fehlte es für solche Orchesterkniffe dafür dann natürlich auch oft an der Könnerschaft.

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Zumal viele der Italo-Western-Musiken kaum Actionmusik enthalten, was ich ja weiter oben bemerkte. Wie Stefan schon richtig schrieb, sind es oft die langen vorangehenden Suspense-Passagen, die musikalisch begleitet werden, weniger die ohnehin sehr geräuschlastigen Faustkämpfe und Schusswechsel. Ich wüsste z.B. bei SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD keine musikalische Actionpassage zu bennenen. Auch die teils poppige Veranlagung vieler mittelmäßiger Vertonungen schließt eine solche Vertonung oftmals aus. Schließlich hat Goldsmith bei IN LIKE FLINT ja auch nicht seine harsche Actionmusik à la RIO CONCHOS ausgepackt. Was ich bisher bei Francesco De Masi gehört habe, war auch mehr an die pompösen Westernmusiken eines Bernstein oder Tiomkin angelehnt, eigentlich gar nichts an Goldsmith, der sich aber, wie richtig bemerkt, an Stilmitteln der Italowesternmusik bediente. Nach dem was Du zu suchen scheinst, wirst Du beim Italo-Western viele musikalische und mehrere filmische Enttäuschungen in Kauf nehmen müssen.

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UNA BARA PER LO SCERIFFO - Francesco De Masi

 

Auch bei der Vertonung dieser filmischen Kreuzung des Rachewesterns nach Motiven aus den ersten beiden DOLLAR-Filmen (ein Unbekannter schaltet eine Banditenbande von Innen heraus aus) bleibt De Masi mehr der klassischen Westernvertonung treu, als auf den modischen Zug unzähliger Morricone-Plagiate aufzuspringen. Laut De Masi verlangten Western nach einer groß angelegten Vertonung, die in den ewigen Weiten der Prärie nicht verlorengehen soll.

 

Die Vergleiche zu Tiomkin und Bernstein sind in diesem Falle aber weiter hergeholt, als wenn man sie zu L'UOMO DELLA VALLE MALEDETTA angebracht hätte. Zwar stand dem Komponisten zumindest für einen Teil der Aufnahmen ein voll besetztes Orchester zur Verfügung, dieses wird aber oftmals zurückhaltend und auf wenige Ensembles reduziert eingesetzt. Eröffnet werden Film und CD von der eingängigen Ballade "A Lonely Man". Die größtenteils orchestrale Begleitung wird von Rhythmusgruppe mit E-Bass und Schlagzeug vorangetrieben und erhält so einen poppigen Anstrich, der sich auch in einigen späteren Passagen Bahn bricht. Die Melodie des Titelsongs wird das Thema des Protagonisten Texas Joe, der sich der Bande des mexikanischen Banidten Rojos anschließt, um seine Frau zu rächen, die einst von einem Bandenmitglied bei einem Postkutschenüberfall vergewaltigt und ermordet wurde.

Das Thema für den Rachefeldzug ist von mexikanisch-folkloristischem Charakter und erklingt entweder in der Gitarre oder einer Solotrompete über eine Gitarrenbegleitung. Diesem Thema fehlt allerdings die Griffigkeit ähnlicher Soli eines Morricone. Leider sind auch die Tonspuren mit der Melodiegitarre verlorengegangen, sodass man als "Seq. 3" drei Minuten ausschließlich die Gitarrenbegleitung, aber keine Melodie hört.

Rojos Bande hat ein ebenfalls ein Thema in Form einer energisch aufsteigenden Linie, die mal in den Suspensepassagen angedeutet oder kraftvoll in den Posaunen über treibende Rhythmen der Streicher und der Rhythmusgruppe erklingt. Die meisten Passagen auf dem Album, das laut Begleittext jede Sekunde enthält, derer man habhaft werden konnte, werden von dem Hauptthema oder dem Rache-Thema bestritten. Suspensepassagen halten sich glücklicherweise stark in Grenzen, die drei Actionpassagen "Seq. 5", "Seq. 9" und "Seq. 10" sorgen für ordentlich Tempo. Insgesamt handelt es sich bei der Musik zu UNA BARA POR LE SCERIFFO jedoch um leicht verdauliche Kost, der die symphonische Kraft des L'UOMO DELLA VALLE MALEDETTA fehlt. Die Gesangs- und Instrumentalfassung des Titelsongs bleiben am ehsten in Erinnerung, das Rache-Thema und das der Banditen sind doch arg stereotyp konstruiert. Die Musik erschien erstmals mit Auszügen aus OKLAHOMA JIM bei Beat Records. Vor wenigen Jahren wurden alle überlebenden Aufnahmen einzeln auf CD veröffentlicht (auch OKLAHOMA JIM erschien in dieser Reihe in erweiterter Form. Man hätte dennoch beide Musiken immer noch auf eine CD pressen können).

An Hand des Films habe ich folgende Titelliste erstellt. Das Album ist offensichtlich nicht nach Filmreihenfolge sequenziert. Das gestaltet sich allerdings als schwierig, da die Musik im Film ohnehin sehr zerhackstückt wurde:

 

01 Titelsong

08 Instrumentalfassung I

14 Instrumentalfassung II

02 Joe Logan trifft in Richmond ein

06 Lauernde Banditen

10 Überfall auf Richmond

04 Aufnahmeprüfung

07 Das erste Opfer

11 Joe und Nelsy

03 Fahrt der Wilsons/Lauernde Banditen

12 Fahrt der Wilsons/Lauernde Banditen (Verson II)

05 Verfolgungsjagd

09 Feuer

13 Finale

15 Bonus-Track

 

Eine Empfehlung für diese Musik würde ich nicht unbedingt aussprechen. Man kann sie sich auf die wesentlichen Momente gut runterkürzen, aber mit einer Länge von einer guten halben Stunde weiß das Album auch in Gänze zu unterhalten. Dennoch hadelt es sich hier nicht um einen großen melodischen oder anderweitig originellen Wurf.

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IL RANCH DEGLI SPIETATI - Francesco De Masi

 

IL RANCH DEGLI SPIETATI, der auch unter dem Verleihtitel OKLAHOMA JOHN bekannt ist, vermischt anscheinend die klassische Westerngeschichte des Unbekannten, der in einer gesetzlosen Stadt aufräumt, mit dem "Wer-war-es?"-Muster des Kriminalfilm. Ich selber habe diesen längst vergessenen Film nicht gesehen. Die Musik wurde im Rahmen der De-Masi-Serie von Beat Records in wahrscheinlich vollständiger Form veröffentlicht, nachdem sie bereits auf einer CD in Auszügen zusammen mit UNA BARA PER LO SCERIFFO gekoppelt war.

 

Auch IL RANCH DEGLI SPIETATI beginnt mit einem Eröffnungssong, der allerdings vom einem kleinen Chor gesungen wird und nicht von einem Solisten. Die solide Melodie wird im späteren Verlauf der Musik die Rolle des Leitmotivs für den Helden übernehmen. Eine instrumentale Fassung findet sich in "Seq. 4". Neben diesem Hauptthema lassen sich weitere melodische Elemente in der Musik ausfindig machen, denen eine leitmotivische Funktion zukommt wie dem knappen Bedrohungs-/Banditen-Motiv, das häufig in den glücklicherweise seltenen Suspense-Passagen solistisch von einzelnen Instrumenten wie der Gitarre oder der Bassklarinette vorgetragen wird und nur selten kraftvoll im Blech in den Actionpassagen zur Geltung kommt. Das Juwel dieser Musik ist allerdings das Liebesthema. Von der Gitarre in "Seq. 7" eingeführt, blüht es anschließend satt in den Streichern auf, von Harfenglissandi durchströmt.

 

Zwei kurze Passagen schielen etwas in Richtung Morricone, wenn eine mexikanisch-folklorstisch angehauchte Melodie im Englischhorn über eine dezente Gitarrenbegleitung vorgetragen wird. Letzten Endes bleibt die Musik aber unter meinen Erwartungen, da der Komponist auch für dieses Werk wieder ein mittelgroß besetztes Orchester zur Verfügung hatte, dessen Potential er aber leider nicht zufriedenstellend ausschöpft. So bleibt die Musik häufig etwas dünn und kraftlos. Schade eigentlich, denn insbesondere das Hauptthema bietet die Möglichkeit für kraftvolle und kernige Westernmusik, auch das knappe, aber sehr wandlungsfähige Banditen-Motiv verlangt geradezu nach einer symphonischen Verarbeitung in den Actionszenen. Wirklich gelungen sind einzig die Passagen mit dem Liebesthema, das stets sehr üppig, fast wie schon in einer Steiner-Musik daherkommt.

IL RANCH DEGLI SPIETATI ist wie UNA BARA PER LO SCERIFFO nicht sonderlich spektakulär. Sollte ich aber einmal die Aufgabe haben, einen Western mit De-Masi-Musik  zu unterlegen, so würde ich für die Liebesgeschichte allein auf das schwelgerische und äußerst elaboriert harmonisierte Liebesthema zurückgreifen.

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Direkt nach UNA BARA PER LO SCERIFFO folgte für Francesco De Masi dieser Western, der auch unter dem Verleihtitel OKLAHOMA JOHN bekannt ist,

Da stimmt aber die Chronologie nun rein gar nicht. OKLAHOMA JOHN kam nämlich lange vor UNA BARA PER LO SCERIFFO in den italienischen Kinos heraus, wurde eigentlich sogar noch an 1964 produziert. Die Erstaufführung war im März 1965, die von BARA PER  LO SCERIFFO dagegen aber erst im Dezember 1965.

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Vielen Dank für die Anmerkung, ich habe es jetzt rausgenommen. Ich muss gestehen, dass es nicht einfach ist, eine wirklich chronologische Reihenfolge beim Hören der Alben zu erstellen, da sich mehrere einschlägige Quellen widersprechen. Heute geht's jedenfalls etwas heiterer weiter:

 

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PER UN PUGNO NELL'OCCHIO - Francesco De Masi

 

PER UN PUGNO NELL'OCCHIO entstand direkt als Antwort auf FÜR EINE HANDVOLL DOLLAR. Für die Vertonung der Geschichte um zwei trottelige Waffenhändler, die sich in einer Grenzstadt das große Geschäft versprechen, aber nur ein schlafloses Nest vorfinden, war erneut Francesco De Masi verantwortlich. Im Film nimmt die Handlung durch die verschiedenen Aktionen der Protagonisten immer mehr Fahrt auf, der Komponist schöpft schon von Beginn an aus den Vollen.

 

Das Album beginnt mit einem Vielversprechenden Auftakt: De Masi gestaltet eine fast collagenartige Eröffnung, in der immer wieder Bruchstücke der noch jungen Italo-Western-Musik-Klischees aufgegriffen werden, die sich durch scharfe musikalische Schnitte rasant abwechseln. Pistolenschüsse, Röhrenglocken und andere kleine Extras verweisen eindeutig auf die kreativen Einfälle Ennio Morricones. Das Hauptthema klingt auch bereits hier schon an, wird aber immer wieder von Peitschenknallen, Orgelclustern oder einer schmetternden Solotrompete unterbrochen. Erst im zweiten Stück kann sich das Thema erstmals voll entfalten. Die "Ciccio E Franco Ballade" kann als Antizipation von "Farewell to Cheyenne" gehört werden. Langsam trottet die Begleitung dahin, während das vergnügte Thema auf der Mundharmonika erklingt.

 

Dieses Thema ist eines der wandlungsfähigsten Elemente der Musik. Im weiteren Verlauf des Albums erklingt es mal kraftvoll im Blech über treibende Streicherbegleitung, wird in Suspense-Passagen eingearbeitet oder in komödiantischer Natur ins Mickey-Mousing verkehrt. Ihm gegenübergestellt sind mehrere andere melodische Elemene, die zum großen Teil lateinamerikanisches Kolorit enthalten. Da ist zum einen das markante Solo für Trompete, das mit seinem pathetischen Ausdruck ein bisschen Morricones HANDVOLL DOLLAR ERINNERT. Ein energischer Tango und ein leicht desolater mexikanischer Walzer machen das Paket komplett.

Insgesamt handelt es sich um eine sehr abwechslungsreiche Musik, die insbesondere im Vergleich zu UNA BARA PER LO SCERIFFO und IL RANCH DEGLI SPIETATI mit mehr Witz und Abwechslung überzeugt. De Masi geht hier mehr in die Vollen, um den parodistischen Charakter der Musik zu erzielen. Dabei schießt er aber nie übers Ziel hinaus. Stattdessen erhält die Musik als eigenständiges Hörerlebnis mehr Schlagkraft als die vorherigen genannten Werke.

 

Zum Filmstart wurde sogar eine LP produziert, deren Stückzahl allerdings so gering war, dass sie schon bald vom Markt verschwunden war und Gerüchte umgingen, sie hätte nie existiert. Da die originalen Masterbänder anscheinend verloren sind, griff man bei der Produktion dieser CD auf die Bänder der LP zurück, die immerhin 31 Minuten Musik enthalten. Ob es die komplette Musik ist und ob sie einigermaßen chronologisch ist, kann ich nicht sagen. Die sehr knappe Spielzeit der einzelnen Titel tut dem Vergnügen keinen Abbruch, da der musikalische Charakter der meisten Stücke ohnehin sehr sprunghaft ist. Insgesamt handelt es sich bei diesem Album um kein Muss, aber um eine erfrischende Bereicherung der Italo-Western-Sammlung.

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Ich weiß jetzt natürlich nicht, welche Quellen Du benützt, aber so große Widersprüche bei den Daten für die Uraufführungen der Filme sehe ich eigentlich nicht. Es gibt ja die IMDB, die oft ganz zuverlässig ist, aber nicht immer.
Ich würde Dir auch die Seite "Archivio del Cinema Italiano" noch empfehlen, nur wird da immer das exakte Datum vom Freigabebescheid des jeweiligen Films verwendet. Das eigentliche Uraufführungsdatum ist dann natürlich meist erst ein paar Tage oder auch ein paar Wochen später gewesen. Aber zuverlässig ist die Quelle auf jeden Fall:

http://www.archiviodelcinemaitaliano.it/index.php/archivio-del-cinema-italiano.html

 

Für die Italo-Western gibts zusätzlich auch noch das Lexikon von Ulrich Brückner "Für ein paar Leichen mehr", wo ebenfalls alle  Startdaten der Western in Italien und Deutschland genau drin sind. Es gibt natürlich noch andere Bücher in itaiien selbst, aber allein mit den drei Quellen kommt man doch sehr gut zurecht und ich sehe da eigentlich keinerlei Probleme.

 

Die CAM-LP von De Masi's PER UN PUGNO NELL'OCCHIO ist nie recht auf den Markt gekommen, das heißt, normal im Laden gabs das auch an 1965 früher nie zu kaufen. Es sind nur eine Handvoll Promo-Exemplare gepresst worden, die dann möglicherwesie an Radiostationen verschickt wurden, aber nicht zum normalen Verkauf kamen. Von daher ist da natürlich ein Mythos um die und auch noch ein paar andere dieser CAM-LPs entstanden, die weltweit gesehen vielleicht gerade mal 2-3 Top-Sammler überhaupt je mal in den Händen gehabt haben.

Das ist also nicht mit einer normal üblichen Plattenpressung zu vergleichen. Höchstens vergleichbar mit so was wie David Shires OLD BOYFRIENDS an 1979, wo ja damals wohl auch nur ein knappes Dutzend Promo-Scheiben in den Umlauf kamen.

 

Mir persönlich gefällt die Musik zu PER UN PUGNO NELL'OCCHIO nicht so besonders. In Teilen ist das ganz nett, aber auch durchwachsen und für mich mit zuviel komödiantischem Mickey Mosunig dabei. Sicher gibts ein paar hübsche Einfälle, aber die kurzen Tracks fügen sich nicht wirklich zusammen und Vieles bleibt dann im Endeffekt Stückwerk. Von daher habe ich die CD auch nicht behalten, nur mal kurz hier gehabt. Man könnte sich vielleicht so rund 10-15 Minuten zurecht schneiden, aber insgesamt war es mir denn doch zu sehr auf einem Durchschnittslevel angesiedelt und man hat von den Themen her auch schon Besseres gehört.

 

Normalerweise müßtest Du ja jetzt vom chronologischen Gesichtspunkt her bald mal zu De Masi's SETTE DOLALRI SUL ROSSO vordringen, denn der ist von 1966. Bin mal gespannt, wie der Score bei Dir ankommen wird. Ich habe meine alte CAM-CD davon (die auch QUELLA SPORCA STORIA NEL WEST noch enthält) gerade mal wieder angehört und bin immer noch sehr angetan davon. Das fatalistisch ausgekostete Trompetenthema zählt für mich zum Feinsten, was De Masi je komponiert hat, genauspo stark ist das heroische "A Man Must Fight". Es macht wirklich Freude, den Themen, von denen es hier mindestens 3-4 im Score gibt, und deren sehr ordentlicher Verarbeitung hier zuzuhören. Es gibt eigentlich nur zwei Aussetzer, mal eine Saloon-Musik und mal ein Arrangement von "Yellow Rose of Texas", aber ansonsten empfinde ich das als eine starke, zündende und abwechslungsreiche Western-Musik, die sich in den insgesamt 14 Tracks über 30 Minuten sehr gut hält. Auch die dramatischen Orchesterausbrüche kommen ziemlich tempogeladen und gepfeffert rüber. Macht echt Laune. Stilistisch ist das schwer einzuordnen, da sozusagen eine Art Brücke zwischen dem alten US-Western-Stil - Moross schielt etwa mal kurz um die Ecke - und dem der typischen Italo-Western gebaut wird. Aber auch De Masis eigene Handschrift ist hier sehr deutlich etwa hinsichtlich der Melodieführung.

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Um es mal klar zu sagen: Ich selbst war auch nie ein großer Fan der Spaghetti-Western und kam viel eher über völlig andere Scores aus ganz anderen Bereichen zur italienischen Filmmusik. Für mich gibt es wirklich nur ein paar sehenswererte Filme aus der Sparte, der größere Rest ist eher zum Abwinken. Von daher hat es auch früher länger gebraucht, daß ich mir die Musiken mal so nach und nach angehört habe. Wenn man sich jedoch für italienische Filmmusik interessiert und für bestimmte Komponisten, kommt man an dem Genre irgendwann nicht vorbei. Wenn ich so einen Score auf LP oder CD höre, dann abstrahiere ich meist vom Film selbst. Ich habs ja oben schon geschrieben: Es gibt einige Musiken für das Genre, die mir zum autonomen Anhören gut gefallen und die Spaß machen, aber doch auch sehr Vieles, was sich im mittelprächtigen Bereich bewegt oder noch darunter.

 

Dafür kennst Du Dich aber gut aus - im Gegensatz zu mir, weshalb ich auch für einige Patzer um Verzeihung bitten möchte. SETTE DOLLARI SUL ROSSO sind wie ARIZONA COLT auf dem Weg zu mir, aber die Post, die Post...

PER UN PUGNO NELL'OCCHIO war eben nach den anderen beiden Musiken recht erfrischend, ich gebe aber zu, da recht wohlwollend gewertet zu haben. Mir kamen nämlich UNA BARA PER LO SCERIFFO und IL RANCH DEGLI SPIEATI doch etwas schwächlich daher, da fand ich diese Musik teilweise energischer. Ich finde es schön, wenn solche raren Titel wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden - auch da vielen Dank für Deine Korrektur, was den Vertrieb der LP betrifft. Ein bisschen De Masi kommt ja auch noch, ich bin recht gespannt. Bisher siegt aber immer noch LONE WOLF MCQUADE. Nach De Masi kommen dann wohl noch ANDA, MUCHACHO, SPARA, 100 000 DOLLARI PER RINGO, L'UOMO, L'ORGOGLIO, LA VENDETTA, und UN MINUTO PER PREGARE, UN INSTANTE PER MORIRE sowie CORRI, UOMO, CORRI und QUATTRO DELL'AVE MARIA. Danach muss dann mal jemand anderes hier weitermachen.

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