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Vangelis (Evangelos Odysseas Papathanassiou)


Gast Lareneg

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Das nächste Album in DELECTUS dürfte den meisten hier bekannt sein. Es ist die Musik zum CHARIOTS OF FIRE von 1981, die Vangelis sogar einen Oscar einbrachte. Das berühmte Titelthema enstand quasi nur auf Drängen von Vangelis hin, da der Regisseur des Filmes, Hugh Hudson, die Zeitlupenaufnahmen zuerst mit dem Stück "L'Enfant" aus dem Vangelis-Album "Opéra Sauvage" unterlegt hatte und dieses auch beibehalten wollte. Vangelis überzeugte ihn aber, ein neues Stück dafür zu schreiben, welches vom Tempo her aber gleich war. Das Ergebnis war das Eröffnungsstück "Titles", welches unter dem Namen "Chariots of Fire" bekannt wurde, obwohl es auf dem Album einen anderen Track gibt, der auch "Chariots of Fire" heißt. Das Stück wurde als Single ein weltweiter Hit und über Jahre hinaus in vielen Filmen und Serien parodiert, aber auch bei vielen Sportveranstaltungen verwendet.

Der angesprochene andere Track ist eine 20-minütige Suite, die den Abschluß des Albums bildet, dabei aber nicht nur Musik beinhaltet, die auch im Film ist. Überhaupt hat Vangelis fast alle Stücke für das Album neu aufgenommen, es sind also nicht die Filmversionen. Dafür fehlen Stücke, die im Film zu hören sind. Eine Praxis, die Vangelis auch bei dem Album zu BLADE RUNNER angewendet hat, weshalb Fans der Musik bis heute auf die Veröffentlichung der Filmversion der Musik warten. Vangelis selbst sagte dazu "A record is something other than a film. There have to be changes, not least of all for artistic reasons."

Jedes Album in DELECTUS wurde von Vangelis selbst neu remastered. Bei CHARIOTS OF FIRE habe ich nun die Vergleichsmöglichkeit mit meiner alten CD und ich muss sagen, dass die neue Version tatsächlich besser klingt. Alle Alben klingen bisher dynamisch, ausgewogen und satt, so auch CHARIOTS OF FIRE. Der Klang hat mehr Fülle als auf der alten CD, ohne jedoch das Klangbild zu verwaschen. Auf der alten CD klingt die Musik etwas dünner und manche der hohen Synthie-Sounds etwas spitz. Ich weiss nicht, ob die Version in der Box identisch ist mit der bereits remasterten 25th Anniversary Edition, sie klingt auf jeden Fall sehr gut.
 

 

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  • 3 weeks later...

So, habe die Box nun durch. Daher schnell etwas zu den restlichen Alben.

ANTARCTICA von 1983 kannte ich schon vorher. Das Titelthema finde ich toll, es ist die Musik zu einem japanischen Film. Die Musik fängt die schier endlose Weite der weißen Landschaft gut ein, hat gleichzeitig etwas erhebendes, wie auch etwas isoliertes. Das Hauptthema wird im Verlaufe des Scores immer wieder variiert, besonders im letzten Track "Deliverance" kommt das gut zur Geltung.

 

 

Das Album SOIL FESTIVITIES von 1984 beschreibt musikalisch den Mikrokosmos des Tierreichs. Die Musik ist daher auch recht "klein" gehalten, ausladende Themen gibt es hier nicht. Das Album besteht aus fünf relativ langen "Movements", die verschiedene Aspekte dieses Mikrokosmos widerspiegeln.

 

Das nächste Album, MASK von 1985, geht musikalisch wieder in eine andere Richtung. Auch hier besteht das Album aus mehreren langen Movements, wie eine Sinfonie. Klassisch muten auch einige Kompositionen an, aber Vangelis durchsetzt diese mit Ethno-Einsprengseln und einem großen Chor. Von daher scheint das Album eine Art Initialzündung zu sein für spätere Vangelis-Werke, besonders Filmmusiken wie ALEXANDER oder EL GRECO, bei denen Vangelis ebenfalls auf einen Chor setzt.

 

INVISIBLE CONNECTIONS von 1985 ist das experimentellste Album im Set. Melodien gibt es hier nicht, das Album besteht aus nur drei langen Tracks, in denen Vangelis eher minimalistische Klanglandschaften, unter anderem durch den Einsatz von verschiedenen Percussion-Sounds, erzeugt.

 

Das Album SHORT STORIES von 1980 ist das erste gemeinsame Album von Vangelis und Jon Anderson, Sänger der Prog-Rock-Band Yes. Im Vergleich zu späteren Alben der beiden dominieren hier eher noch sphärische Klangteppiche das Bild. Die unverwechselbare helle Stimme von Anderson verleiht der Musik einen eigenwilligen Charakter.

Bereits ein Jahr später, 1981, erschien das zweite Album der beiden, THE FRIENDS OF MR. CAIRO. Hier ist die Musik wesentlich poppiger im Vergleich zum Vorgänger und ein paar der bekanntesten Titel der beiden stammen von diesem Album, wie der Titeltrack und "I'll find my way home".

 

 

Das Set wird abgeschlossen vom dritten Album der beiden, PRIVATE COLLECTION von 1983. Hier wird der Kurs von THE FRIENDS OF MR. CAIRO weitergefahren. Es sollten danach zehn Jahre vergehen, bevor die beiden wieder ein gemeinsames Album machen sollten. Der Song "He is sailing" wurde als Single ausgekoppelt.

 

Das Set hat sich auf jeden Fall gelohnt. Wer Vangelis nur von seinen Filmmusiken her kennt, dürfte überrascht sein, wie vielfältig seine Musik über die Jahre war. Kurioserweise sind seine Filmmusiken, wie CHARIOTS OF FIRE oder ANTARCTICA, wesentlich simpler arrangiert als seine regulären Alben, bei denen Vangelis sich nicht nur als Multi-Instrumentalist zeigt (er spielt neben den Synthies auch Schlagzeug, Piano, diverse Flöten und was sonst noch auf den verschiedenen Alben nötig war), sondern auch als vielfältiger Komponist, der von Album zu Album komplett unterschiedliche Genres bedienen konnte. Aber bekannt bleiben wird er natürlich vor allem für seine Arbeit in der elektronischen Musik, deren Vielfältigkeit er auf seinen Alben eindrucksvoll unter Beweis stellt.

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  • 5 years later...

Vangelis war für mich ein wichtiger Komponist. Über ihn und John Scott bin ich zur Filmmusik gekommen. Anfang der 80iger Jahre habe ich mich mit elektronischen Musik und Jazz befasst, ehe ich dann die orchestrale Filmmusik schätzen lernte. Wichtig war hierbei die TV Serie "Die Geheimnisse der Meere" von Jacques-Yves Cousteau. Vangelis hat hier bezaubernde Musik komponiert und so verfolgte ich seine Veröffentlichungen. Nicht nur die RCA Zeit mit "Heaven and Hell" , sondern auch die folgende Polydor Phase beeindruckten. Seinen LP´s folgte immer ein Konzept und einem eigenen Sound. Einen guten Überblick über die einzelnen Phasen seiner Musik findet sich in der inoffiziellen Biografie "The Unknown Man" von Mark J.T. Griffin. In der Vor-Internetzeit eine wichtige Informationsquelle.

Für mich ist sein tragischer Tod unfassbar. Neben Jerry Goldsmith, James Horner und Akira Ifukube ist ein mir wichtiger Komponist verstorben.

Da Vangelis viele Veröffentlichungen seiner Filmmusiken blockiert hat, werden sich jetzt sicherlich die Pforten öffnen.

Eine wunderschöne Anekdote über Vangelis und seiner Einstellung zur Musik und Kommmerz gibt es von Jon Anderson:

 

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Vangelis einmal anders.

Die Intressen von Vangelis sind weit gefächert und neben der Malerei (er studierte Malerei in Athen) bschäftigte er sich mit allen Künsten. Für die 2020 Spring Summer Collection der Designerin Mary Katrantzou begleitet er die Live Performance in Athen auf dem Temple of Poseidon. Die Musik zeigt das Spektrum seiner Klangwelten. Mir gefällt die Musik besonders ab 4.25 Minuten sehr gut. Leider finden sich auf allen Videos an dieser Stelle die gleichen Störgeräusche. Viele Spaß mit der Musik und den Klamotten😉

 

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