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Soundtrack Board

Sebastian Schwittay

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  1. Sicher, aber ich denke nicht, dass die solch einen Hype nach sich ziehen, wie er momentan bzgl. Goldsmith herrscht. Die Leute sind halt froh, dass die letzten Musiken von ihm gehoben werden. Wenn das gestemmt ist, wird da wohl wieder Ruhe einkehren. Und es ist doch besser, wenn junge Sammler über Goldsmith an die 50er und 60er herangeführt werden als überhaupt nicht, oder?
  2. Freue ich mich sehr drauf, vor allem auf THE MAN. Einer der letzten Mosaiksteine im Zyklus der "Paranoia"-Goldsmiths der 60er und 70er.
  3. BLACK PATCH ist von 1957. "Alt" ist erfüllt, "50er" ebenso. Lasst den Leuten ihre Freude, Goldsmith ist nun eh bald komplett. Bist du tatsächlich so vertraut mit beiden Musiken? Hast du THE MAN gesehen? Dein Tonfall klingt, als ob es einen Konsens bezüglich beider Musiken gäbe, von dem zumindest mir nichts bekannt ist.
  4. Ein paar spannende Erstveröffentlichungen wären in der Tat mal wieder schön, gern auch aus den 70ern oder 80ern. Auf Joel Goldsmiths THE MAN WITH TWO BRAINS warten z.B. viele Fans, oder mal wieder was Unveröffentlichtes von David Shire oder gerne auch Kamens HIGHLANDER. Auch aus diesen Jahren ist noch einiges zu holen.
  5. Ausgehend von diesen beiden Tracks ist die Klangcharakteristik altbekannt (etwas lachhaft in der Tat, dass dieser sphärische Ethno-Sound als weitestmöglich entfernt von jeder Konvention verkauft wird, was er schlicht nicht ist), aber innerhalb seiner stilistischen Grenzen finde ich gerade "Paul's Dream" gar nicht mal so schlecht, besonders die sich wurmartig nach oben und wieder zurück windende Linie des elektronischen Cellos ab 2:30 in der Zigeuner-Dur-Tonleiter. Das Ganze schiebt er über mehrere Minuten um eine kleine Sekunde rauf und runter - da ergibt sich schon eine spannende Steigerung. Seit einigen Jahren hat er es irgendwie mit Chromatik und kleinen Sekunden. Mal schauen, wie die Musik in Gänze so wird. Schön aber, dass es mit dem "Dune Sketchbook" ein konzertantes Album geben wird, wo die Ideen expansiver präsentiert werden.
  6. Ja, Ende 2020 kam die dann. Die Facebookseite von Goldenthal hatte mal ein Foto von einem Karton voller CDs frisch aus dem Presswerk gepostet.
  7. Ist das nicht einfach die Zarathustra-CD, die es jetzt schon länger gibt?
  8. Neben dem Lady-Diana-Biopic SPENCER hat Greenwood dieses Jahr auch den neuen Film von Jane Campion vertont: THE POWER OF THE DOG. Der Film spielt auf einer Ranch in den 1920er Jahren und ist mit Benedict Cumberbatch und Kirsten Dunst in den Hauptrollen besetzt. Der Film ist eine Netflix-Produktion, und wird Anfang September in Venedig gezeigt, einen Monat später beim New York Film Festival. Im Laufe des Herbstes wird der Film dann ins Netflix-Programm aufgenommen. Die historische Verortung in den 20er Jahren ist musikalisch vielversprechend. Vielleicht wieder ein spröderer Western-Greenwood im Geiste von THERE WILL BE BLOOD? https://deadline.com/2021/07/jane-campion-the-power-of-the-dog-netflix-new-york-film-festival-centerpiece-1234800138/
  9. Letztens mal wieder gehört und relativ erschüttert festgestellt, dass der Score doch enorm bildbezogen ist und zumindest auf CD nicht annähernd so gut funktioniert wie andere Elfman-Highlights der 90er wie EDWARD SCISSORHANDS oder BATMAN RETURNS, die auch als Album "konzertanter" zusammengestellt sind. Weiß gar nicht, warum ich SLEEPY HOLLOW über die Jahre immer in meiner Elfman-Top-5 hatte - würde das mittlerweile doch etwas nach unten korrigieren. Einen Complete Score brauche ich davon wirklich nicht.
  10. Was mir am ersten besser gefällt, ist die thematische Geschlossenheit. Das tragische, etwas an "Sidney's Lament" aus SCREAM angelehnte Hauptthema hält den Score echt gut zusammen, und es gibt einige Tracks, wo das Thema schön breit ausgemalt wird. Dahingegen gibt es im zweiten Score nur ein kurzes Hauptmotiv - ein spukiger, 'haunted house'-artiger h-moll/g-moll-Wechsel, meistens im Klavier - , der kaum weiter ausgebaut wird. Hier hätte ich mir noch irgendein größeres Statement oder eine ausformulierte Konzertfassung gewünscht. Auf der anderen Seite sind die modernistischen Horrorpassagen viel einfallsreicher und farbiger als im ersten, ganz klar.
  11. Was du da ab Zeile 2 beschreibst, ist allerdings der erste... Der ist auch schon recht gut, aber der zweite ist noch stärker. Gerade für dich dürfte das etwas sein, mit deiner Vorliebe für sprechenden/flüsternden/schreienden Chor.
  12. Prima, die Anschaffung der LaLaLand-CD habe ich immer auf die lange Bank geschoben, deswegen fehlt dieser Goldsmith noch physisch im Archiv. Hier ist jetzt wohl auch der alte Albumschnitt dabei - perfekt. Der Score ist recht unterschätzt, finde ich. Allein die Vorspannsequenz ist herausragend gut vertont.
  13. FEAR STREET PART 2: 1978, Marco Beltrami, Brandon Roberts
  14. Oh, wie toll, der zweite Score verzichtet nun noch mehr auf Elektronik, ist fast vollkommen modernistisch-sinfonisch, inklusive Chor. Nochmal stärker als der erste. Hätte ich echt nicht erwartet, dass Beltrami für einen aktuellen Horrorfilm nochmal so ins ausdifferenziert Modernistische zurückkehrt. Klasse!
  15. FEAR STREET PART 1: 1994, Marco Beltrami, Marcus Trumpp
  16. Puh, also bis auf ein, zwei Tracks auch wieder sehr enttäuschend: die soliden thematischen Passagen sind aus der ersten Musik übernommen - nett ist ansonsten die optimistische Schlussvariation über das Familienthema ("A Grateful Family"), und evtl. der kammermusikalisch angehauchte Actiontrack "Watch Us Run". Insgesamt aber: verzichtbar. Lieber FEAR STREET hören.
  17. Ich höre natürlich auch viel lieber HELLBOY oder anderes von Beltrami, aber das muss mich ja nicht daran hindern, anzuerkennen, dass es hier endlich mal wieder einen etwas stärkeren Beltrami zu hören gibt - zumindest im Vergleich mit dem Durchschnitt der letzten Jahre. Oder hörst du hier keine Unterschiede zu bspw. A QUIET PLACE 2?
  18. Selber schuld. Einer der deutlich besseren Beltramis der letzten Jahre. Warum du gerade nach den ersten vier Tracks, die ja dramaturgisch für sich schon ein sehr schlüssiges Ganzes abgeben, ausgemacht hast, verstehe ich überhaupt nicht. Mit "Berman is the Key" gibt es auch seit Jahren endlich mal wieder einen recht stimmigen Actiontrack mit modernistischen Spitzen von Beltrami. Überhaupt würde ich sagen: sein bester SCREAM-Score seit SCREAM 3.
  19. Mastorakis, nice! Zusammen mit Stanley Myers hat Zimmer für den einige seiner frühesten Scores geschrieben. Für's Filmkollektiv Frankfurt schwebt mir ja schon seit längerem eine Mastorakis-Retro mit seinen 80er-Genrefilmen und Hans Zimmer als Stargast vor... wer weiß, vielleicht mag Hans ja mal für einen Wochenend-Trip zurück in den Taunus.
  20. Ich höre den Score gerade mal wieder in Vorbereitung auf den Nachfolger (ich befürchte ja schon Schlimmstes...), und meine damalige Einschätzung hat sich nochmals verfestigt. Es ist echt schade, dass Beltrami seine Geräuschkompositionen mittlerweile fast nur noch elektronisch realisiert, mit dumpfem Gewummere, Verzerrungen und sonstigen elektronisch manipulierten Effekten. Das Schöne an der avantgardistischen Klangkomposition, wie er sie noch Ende der 90er/Anfang der 2000er Jahre kultiviert hat (in Scores wie SCREAM 3 oder MIMIC) ist eben, dass die unkonventionellen Sounds dem traditionellen Instrumentarium des Orchesters entlockt werden, und nicht der DAW. Der Synthesizer und der manipulierte Soundeffekt sind da höchstens zusätzliche Klangfarbe. In "It Hears You" sorgen immerhin die Streicher für ein wenig typische Beltrami-Rhythmisierung (bei 1:00 mit schön stolpernden Triolen, und 1:15) - der größte Teil des Tracks besteht allerdings aus der nervenzerrenden 'braaam'-Zimmer-Tradition post INCEPTION. Auch in OLD MAN schnarrt hin und wieder die Bläsersektion in einem Penderecki-haften Dickicht vor sich hin, wird aber leider allzu schnell wieder vom elektronischen Gewummere überlagert. Alles schon sehr frustrierend anzuhören. Am schönsten finde ich nach wie vor die melodischen Passagen mit dem Familienthema ("A Quiet Family", "A Quiet Life"). Der solistische Einsatz der Close-Miking-Klaviere und -Klaviersaiten hat was, die verstimmten Viertelton-Effekte ebenfalls - allerdings: bin das nur ich, oder ist das Familienthema ziemlich überdeutlich an das Clarice-Starling-Thema aus HANNIBAL angelehnt?
  21. Was ist denn das für ein Beltrami/Sanders-Score? Taucht nirgends in seiner IMDb-Filmographie auf, und ist mir auch überhaupt nicht bekannt. Oder läuft der in der IMDb unter anderem Titel?
  22. Ob das endlich mal wieder was wird? Immerhin hat der Film 90er-Jahre-Bezug - vielleicht darf er dann mal wieder etwas traditionell-modernistischer wie damals?
  23. Das MATRIX-Konzept (oder ein MATRIX-nahes Konzept) könnten Tykwer/Heil sicher nicht in dieser Form umsetzen. Das hervorstechende Stilmerkmal der Scores ist ja die Verbindung von (Post-)Minimalismus und Modernismus - und letzterer setzt einen gewissen Akademismus voraus, den Davis als zeitgenössischer Konzertkomponist klar mitgebracht hat. Mit Tykwer/Heil wird es sich evtl. rein auf die minimalistischen Elemente konzentrieren, und da ist die Gefahr schon groß, dass der MATRIX-Sound seine Distinktionsmerkmale verliert. Reinen Minimalismus gibt's ja heute überall.
  24. Ja, wieder über Gordons Online-Shop auf seiner Seite. https://christophergordon.net/magic-fire-music-store
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