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Amazon-Dokumentation


Bastet
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Sollen die deiner Meinung nach in Ihrem Land bleiben und mit dem Hunger kämpfen oder was?

 

Zunächst einmal bin ich der Meinung, dass wir weniger Milchmädchenrechnungen aufstellen sollten.

Als nächstes bin ich der Meinung, dass langfristiges Denken sinnvoller ist als kurzfristiges Prostituieren.

Es gibt hier kein klares Schwarz und Weiß. Und im Zweifel: ja, dann sollen sie lieber daheim bleiben und dort versuchen gesellschaftlich etwas gegen den Hunger zu machen. Allerdings ist mir dieser Satz schon zu Stammtisch, weil zu einfach, da es ja noch andere Faktoren im System gibt.

Wenn eine politische gesellschaftliche Hand fehlt, die die Missstände ändern kann, dann ist für mich hier der Hebel anzusetzen und nicht im kleinen Schachern um die Menschenwürde. Ich verstehe die Motivationen, halte die Handlungen für nachvollziehbar und dennoch muss irgendwann ja auch mal der Hebel angesetzt werden, um den Teufelskreis zu durchbrechen.

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Nur mal so am Rande: Ich bin extremst gegen eine Rundfunkgebühr, wie sie derzeit geregelt ist. Dies gleicht einer permanenten Steuer und spiegelt eher eine Selbstbedienungsmentalität wieder ohne Verhältnis zum tatsächlichen Finanzbedarf der Sender. Eine allgemeingültige Haushaltsabgabe, die ohne wesentliche Einschränkungen bis zum Tod gezahlt wird, müsste erhebliche Veränderungen im Programm nach sich ziehen, wenn es darum geht, der Bevölkerung eine anspruchsvolle Versorgung mit Informationen und Unterhaltung zur Verfügung zu stellen. Stattdessen gibt´s selbst in den "Versuchslabors" der Sender wie ZDF neo überwiegend nur noch Dosenware.

 

Darüber hinaus ändert sich auch an den Produktionsbedingungen nichts. Denn wenn es schon um die Ausbeutung von Arbeitskräften geht, kann man ja mal die permanent festen Freien in den Redaktionen zum Beispiel von WDR und vor allem NDR befragen. Darüber hinaus deckt sich die Produktion solcher "Skandal-Reportagen" paradoxerweise gerade bei den Öffentlich-Rechtlichen oftmals nicht mit gehobenen Ansprüchen an die journalistische Sorgfaltspflicht. Wenn man genau hinschaut, steht die Story in der Regel, bevor das erste Bild gedreht ist, und stützen sich Beweise oftmals auf recht wacklige Quellen.

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Nur mal so am Rande: Ich bin extremst gegen eine Rundfunkgebühr, wie sie derzeit geregelt ist. Dies gleicht einer permanenten Steuer und spiegelt eher eine Selbstbedienungsmentalität wieder ohne Verhältnis zum tatsächlichen Finanzbedarf der Sender. Eine allgemeingültige Haushaltsabgabe, die ohne wesentliche Einschränkungen bis zum Tod gezahlt wird, müsste erhebliche Veränderungen im Programm nach sich ziehen, wenn es darum geht, der Bevölkerung eine anspruchsvolle Versorgung mit Informationen und Unterhaltung zur Verfügung zu stellen. Stattdessen gibt´s selbst in den "Versuchslabors" der Sender wie ZDF neo überwiegend nur noch Dosenware.

 

Darüber hinaus ändert sich auch an den Produktionsbedingungen nichts. Denn wenn es schon um die Ausbeutung von Arbeitskräften geht, kann man ja mal die permanent festen Freien in den Redaktionen zum Beispiel von WDR und vor allem NDR befragen. Darüber hinaus deckt sich die Produktion solcher "Skandal-Reportagen" paradoxerweise gerade bei den Öffentlich-Rechtlichen oftmals nicht mit gehobenen Ansprüchen an die journalistische Sorgfaltspflicht. Wenn man genau hinschaut, steht die Story in der Regel, bevor das erste Bild gedreht ist, und stützen sich Beweise oftmals auf recht wacklige Quellen.

 

Absolute Zustimmung. Große Teile (aber längst nicht alle) des aktuellen Programms und der Produktionen sind Schmorz und da gibt es einiges (eine maßlose Untertreibung) an Hausaufgaben (Vor allem auf Seiten der Betreiber, aber auch der Rundfunkteilnehmer).

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sicherlich kann man sich fragen, weshalb bei dem umsatz, den amazon erwirtschaftet, nicht bessere bedingungen für die mitarbeiter drinne sind. jedoch ist das oberste ziel doch gewinnmaximierung. und wenn amazon möglichkeiten wie leiharbeitsfirmen gegeben werden, um dieses ziel ganz legal zu erreichen, dann kann man ihnen keinen vorwurf machen, diese auch zu nutzen. auch bezüglich preise und lieferkonditionen, die man hauptsächlich nur auf diese weise durchsetzten kann, kann man ihnen keinen vorwurf machen. wir als kunden wollen doch alles so schnell, so günstig und dazu noch in perfekter qualität. uns interessiert nicht, was hinter den kulissen abgeht.

 

ich erlebe das tagtäglich. ich betreibe einen internetshop für betriebstechnik. alles was ein geschäft entscheidet ist der preis und die lieferzeit so schnell und so günstig wie möglich. wenn man das gedrücke der preise nicht mitmacht, wird der kunde jemanden finden, der es macht. und das kann man nur mitmachen, wenn man das aufs personal umlegt. woanders kann man gar nicht mehr sparen.

 

nick hat das schon richtig beschrieben. man muss bei sich selbst anfangen. man muss bereit sein, für etwas auch mal mehr geld auszugeben oder auf die ware etwas länger warten. und große unternehmen, die genug umsatz machen und entsprechend gewinn erwirtschaften, sollten ihre mitarbeiter auch entsprechend daran teilhaben lassen, auch wenn gewinnmaximierung das oberste ziel ist.

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sicherlich kann man sich fragen, weshalb bei dem umsatz, den amazon erwirtschaftet, nicht bessere bedingungen für die mitarbeiter drinne sind.

Ist das tatsächlich so? Laut Medienberichten Ende 2012 schreibt zumindest Amazon in den USA tiefrote Zahlen.

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sicherlich kann man sich fragen, weshalb bei dem umsatz, den amazon erwirtschaftet, nicht bessere bedingungen für die mitarbeiter drinne sind. jedoch ist das oberste ziel doch gewinnmaximierung. und wenn amazon möglichkeiten wie leiharbeitsfirmen gegeben werden, um dieses ziel ganz legal zu erreichen, dann kann man ihnen keinen vorwurf machen, diese auch zu nutzen. 

 

Das erschließt sich mir so nicht. Nur weil es legal ist, ist es ja noch lange nicht kritik-resistent. Wenn Gesetz, Wert und Preis immer auf einer Linie liegen würden, wäre das verständlich, so ist doch aber ein jeder Vorwurf verständlich, der aber selbstverständlich auch relativiert werden kann.

 

Ich verstehe den Ansatz insgesamt nicht recht. Der Konsument soll sich Gedanken aufgrund seiner Verantwortung machen, die Unternehmen aber nicht. Ganz abgesehen davon, dass das primäre Ziel der Gewinnmaximierung ja auch längst gar nicht mehr einziger Tenor ist. Zahlreiche Unternehmen haben daneben noch weitere Leitziele ausgerufen, die sich aber selbstverständlich der Marktfähigkeit beweisen müssen.

 

 

 

nick hat das schon richtig beschrieben. man muss bei sich selbst anfangen. man muss bereit sein, für etwas auch mal mehr geld auszugeben oder auf die ware etwas länger warten. und große unternehmen, die genug umsatz machen und entsprechend gewinn erwirtschaften, sollten ihre mitarbeiter auch entsprechend daran teilhaben lassen, auch wenn gewinnmaximierung das oberste ziel ist.

 

Da bin ich voll dabei, aber ich finde es immer etwas arg verkürzt, nur eine Säule zu benennen. Ich finde viel eher, dass sowohl privater Haushalt, wie öffentlicher Haushalt und wie auch der Staat gleichermaßen bei sich selbst anfangen müssen. Immerhin ist ein Unternehmen genauso Käufer wie ein privater Haushalt. Man kann als Konsument den Unternehmen auf die verschiedenste Art und Weise Anreize liefern, ebenso aber kann man das auch als Unternehmen für die Käufer machen und es hat sich gezeigt (Beispielsweise beim Thema Bio [was leider auch schon korrumpiert wird]) das mit einer offenen Marketingstrategie die Käufer auch bereit sind, mehr zu zahlen. Das mag erst im Zuge des zeitgenössischen Nachaltigkeits-Marketing aufgekommen sein, aber es funktioniert. Wenn sich Unternehmen da herausnehmen wollen, dann ist das nicht mehr zeitgemäß.

Oder anders ausgedrückt: Unternehmen, die starr die Gewinnmaximierung alleine in den Leitlinien haben, werden schnell merken, dass das Geschäft so nicht funktionieren wird. Ansonsten müssten die Ausbeuterunternehmen dieser Erde ja nicht ständig Propaganda betreiben und Lügen verbreiten.

 

Es geht bei Nachhaltigkeit und dem Preis-Wert Verhältnis auch um offene Kommunikation, die ein System zum Erfolg führen kann.

Bearbeitet von Gast
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@Alexander: Ich wollt´s gerade sagen. Man darf nicht den Fehler machen...

 

und große unternehmen, die genug umsatz machen und entsprechend gewinn erwirtschaften, sollten ihre mitarbeiter auch entsprechend daran teilhaben lassen, auch wenn gewinnmaximierung das oberste ziel ist.

 

...nur auf den Umsatz zu schauen und von einem hohen Umsatz automatisch auf hohe Erträge zu schließen. Man müsste sich mal genau die GuV von Amazon (meinetwegen auch Konzern und Land) anschauen, um zu sehen, wie viel denn wirklich unter dem Strich übrig bleibt und wo das übrige Geld hingeht.

 

Zalando geht das genauso: Ein Umsatz von mehr als einer Mrd. Euro, trotzdem rote Zahlen: http://www.abendblatt.de/wirtschaft/article113659767/Zalando-waechst-rasant-schreibt-aber-noch-immer-rote-Zahlen.html

 

Der Preis ist übrigens nicht der alleinige Grund, warum man bei Amazon kauft (ich eingeschlossen). Es dürften auch der Service und die schlichte Flexibilität sein. Rückgabe, Umtausch, Eintausch, Ergänzungen von Bestellungen bzw. Stornierung und Neubestellung, Kontakt zum Kundendienst etc., da hat Amazon einfach die Nase vorne. Das kriegt keiner der großen Elektronikmärkte hin und unsere kleinen Soundtrack-Nischenanbieter auch nicht. Aber ok, wenn das auf dem Rücken der Mitarbeiter geboten wird, ist das natürlich sehr negativ. Insofern lohnt es sich wohl, auch Alternativen zu nutzen - so sie denn besser sind.

Bearbeitet von Aldridge
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Der Preis ist übrigens nicht der alleinige Grund, warum man bei Amazon kauft (ich eingeschlossen). Es dürften auch der Service und die schlichte Flexibilität sein. Rückgabe, Umtausch, Eintausch, Ergänzungen von Bestellungen bzw. Stornierung und Neubestellung, Kontakt zum Kundendienst etc., da hat Amazon einfach die Nase vorne. Das kriegt keiner der großen Elektronikmärkte hin und unsere kleinen Soundtrack-Nischenanbieter auch nicht. Aber ok, wenn das auf dem Rücken der Mitarbeiter geboten wird, ist das natürlich sehr negativ. Insofern lohnt es sich wohl, auch Alternativen zu nutzen - so sie denn besser sind.

 

War tatsächlich bei mir immer der Hauptgrund - die bequeme Schnelligkeit. Da können sich manche von Amazon durchaus auch eine Scheibe von abschneiden. Und klar ist auch, dass die guten Preise bei Amazon natürlich nicht nur auf Ausbeute basieren, sondern auch aufgrund des großen Sortiments, das sich gegenseitig die Margen hin- und herschiebt. Ich will da Amazon nicht schlechter machen, als es ist.

 

Gerade die Bestellungsinformationspolitik hat Amazon sehr gut drauf. Man weiß zu jeder Zeit, wann welche Bestellung was macht und kann stornieren, ergänzen etc. Eine solche offene Kommunikation würde kleineren Anbietern gut zu Gesicht stehen, denn das Verständnis für eine beispielsweise etwas längere Lieferung wächst mit der einfache Erklärung der Geschäftsgröße, sofern man es denn weiß und ein Nischengeschäft einem nicht vorgaukelt ein Amazon zu sein.

Bearbeitet von Gast
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aber genau diesen ganzen "extra sachen" wie verlängertes rückgabegaberecht oder lieferung bis morgen und das natürlich alles kostenlos, kostet doch dem unternehmen alles extra. ich zahl 20 € für amazon prime im jahr und dafür wird mir garantiert, dass ich die ware morgen habe. 20 läppische €. normalerweise zahl ich für express pro lieferung fast soviel. und der postbote muss es definitiv abliefern. wieviel gehalt soll denn der kriegen, damit das für 20 € überhaupt rentabel ist?

 

oder das rückgaberecht bei zalando. kein wunder dass die bei dem umsatz trotzdem minus machen. kommt ja auch sonst wieviel zurück. aber genau diese extras sind der grund, weshalb der kunde im netz kauft und nicht beim händler vor ort. dazu kommt noch die große auswahl, die natürlich auch auf lager sein muss und der kaum vorhandene preisunterschied.

 

bezüglich lieferzeit: auf ne anbauwand warte ich gerne paar wochen, auch auf einen soundtrack aus japan. aber nicht bei nem fernseher oder dem neusten arnie streifen auf dvd. das muss ab lager sein, sonst hab ich keinen grund bei dem internetshop zu kaufen. und kein kunde akzeptiert längere lieferzeiten nur weil ich ihm erkläre, dass ich ein kleiner laden bin und kaum was auf lager hab. dann geht er nämlich zum nächsten.

 

bezüglich große unternehmen. es ist sehr traurig, dass große unternehmen, bei denen man weiß, dass genug geld vorhanden ist, nicht bereit sind dieses bei ihrem zulieferer auszugeben. hauptsache man kann sich und eventuell noch die angestellten mehr als vernünftig bezahlen, wenn man sie denn am erfolg teilhaben lassen möchte. in dem fall muss ja zwangsläufig jemand auf der strecke bleiben. und das ist meistens der händler. aber wie soll der das finanzieren, wenn nicht mal die bereit sind geld auszugeben, die genug davon haben.

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Die Versandgeschichte wird natürlich mit einem Deal mit DHL - und ja auch Hermes - zu tun haben. Die Verträge kennt man nicht, auch nicht das Gehalt der DHL-Zusteller (das von den Hermes-Mitarbeitern kann ich mir höchstens vorstellen). Amazon wird aber ordentlich Auftragsvolumen für DHL bedeuten, insofern wird sich das schon rechnen. Fiele Amazon als Monsterkunde weg, wäre das in letzter Instanz für den DHL-Mitarbeiter wohl auch nicht von Vorteil.

 

Bei Bekleidung ist es natürlich schwierig. Laut Faustregel gehen 50 % der bestellten Ware wieder an den Online-Shop zurück. Zalando wird ja bislang noch gestützt von recht potenten Investoren wie den Samwer-Brüdern. Die nehmen gerade in der Aufbau-Phase solche Kosten in Kauf. Die Frage ist eher, was passiert, wenn sich die Geldgeber zurückziehen und das Unternehmen auf eigenen Beinen stehen muss.

 

Das Problem, das vor allem kleinere Anbieter und Ladengeschäfte mit Online-Shops wie Amazon bekommen, ist ja irgendwo auch hausgemacht. Viele haben sich über Jahre nicht weiterentwickelt und ewig ihren Turn gemacht. Wenn ich heute in die Stadt fahre, kostet mich das Zeit, Sprit, Parken und sonstige Anstrengungen. Der Aufwand wird dann damit belohnt, dass die von mir gewünschten Sachen nicht auf Lager sind oder einige Verkäufer gar nicht erst die Ahnung haben, um auf meine Fragen kompetent zu antworten, geschweige denn, dass manche überhaupt aus der Hüfte kommen. Wenn ich was umtauschen will, bin ich dann noch dem Wohlwollen des Geschäfts ausgeliefert, weil es nicht wie im Internet das Rückgaberecht gibt. Geld zurück gibt´s in den seltensten Fällen, höchstens einen Gutschein. Als Kirsche obendrauf kommen dann oft kleine Anbieter, die auch von Kundenansprache und Servicegedanken noch nichts gehört haben und gerne mal pampig reagieren, gibt´s zuhauf.

 

Ganz ehrlich: Niemand muss sich wundern, wenn die Leute dann zunehmend vom heimischen Sofa bestellen und auf der sicheren Seite sind. Dabei verschlafen kleine Anbieter auch gerne mal einige Chancen. Nehmen wir die Online-Boutique Stylebop. Der Betreiber hatte früher eine echte Boutique in München mit einem Umsatz, der naturgemäß an seine Grenzen gestoßen ist. Irgendwann hat er das aufgegeben zugunsten eines Online-Shops. Jetzt macht er das x-Fache an Umsatz und meiner Vermutung nach auch einen ordentlichen Ertrag, sonst gäbe es den gar nicht mehr.

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das problem bezüglich der leiharbeiter ist vielleicht ja nicht mal amazon. ich kenne noch 2 andere unternehmen die auch auf leiharbeiter zurückgreifen. diese unternehmen zahlen den leiharbeiterfirmen eiegntlich sehr gutes geld. das problem ist nur, dieses geld kommt nur zu einem bruchteil beim leiharbeiter an. dass amazon und andere firmen leiharbeiter verwenden ist vollkommen ok. anders kann man engpässe gar nicht bewältigen. du bekommst solche arbeiter ruck zuck ran und wirst sie ebenso schnell wieder los. dass ist ja der hauptgrund, denn vom lohn her gibt es ja kaum unterschiede. also müsste man vielleicht bezüglich der leiharbeiterfirmen etwas unternehmen.

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aber genau diesen ganzen "extra sachen" wie verlängertes rückgabegaberecht oder lieferung bis morgen und das natürlich alles kostenlos, kostet doch dem unternehmen alles extra. ich zahl 20 € für amazon prime im jahr und dafür wird mir garantiert, dass ich die ware morgen habe. 20 läppische €. normalerweise zahl ich für express pro lieferung fast soviel. und der postbote muss es definitiv abliefern. wieviel gehalt soll denn der kriegen, damit das für 20 € überhaupt rentabel ist?

 

oder das rückgaberecht bei zalando. kein wunder dass die bei dem umsatz trotzdem minus machen. kommt ja auch sonst wieviel zurück. aber genau diese extras sind der grund, weshalb der kunde im netz kauft und nicht beim händler vor ort. dazu kommt noch die große auswahl, die natürlich auch auf lager sein muss und der kaum vorhandene preisunterschied.

 

bezüglich lieferzeit: auf ne anbauwand warte ich gerne paar wochen, auch auf einen soundtrack aus japan. aber nicht bei nem fernseher oder dem neusten arnie streifen auf dvd. das muss ab lager sein, sonst hab ich keinen grund bei dem internetshop zu kaufen. und kein kunde akzeptiert längere lieferzeiten nur weil ich ihm erkläre, dass ich ein kleiner laden bin und kaum was auf lager hab. dann geht er nämlich zum nächsten.

 

bezüglich große unternehmen. es ist sehr traurig, dass große unternehmen, bei denen man weiß, dass genug geld vorhanden ist, nicht bereit sind dieses bei ihrem zulieferer auszugeben. hauptsache man kann sich und eventuell noch die angestellten mehr als vernünftig bezahlen, wenn man sie denn am erfolg teilhaben lassen möchte. in dem fall muss ja zwangsläufig jemand auf der strecke bleiben. und das ist meistens der händler. aber wie soll der das finanzieren, wenn nicht mal die bereit sind geld auszugeben, die genug davon haben.

 

Du hast mich da vielleicht ein wenig missverstanden. Es geht ja eben nicht darum, dass ein kleiner Nischenhändler alles genauso anbietet wie Amazon. Das geht aus den von dir genannten Gründen nicht. Kleine Reformhäuser in der Innenstadt haben ja schon Schwierigkeiten EC-Zahlung anzubieten. Das ist vollkommen normal und klar ist: am Ende muss die Qualität der Ware und des Service, außerdem auch die Beratung, stimmen. Ausreden haben da nichts zu suchen. Aber: wenn ein Laden genau diesen Service und die Qualität der Waren bietet, gleichzeitig aber auch klar zeigt (auf welche Weise auch immer), dass man manche Amazon Angebote des Service einfach nicht leisten kann, dann wird das die wenigsten Kunden stören. Es ist eine Mär, dass jeder Shop im Internet den Amazon Standard erreichen muss. Unsere kleinen Soundtrack Händler zeigen das doch.

 

Ergänzend zu dem, was Aldridge über die Versäumnisse einiger Läden geschrieben hat:

Viele Geschäfte kranken nicht an der Preispolitik größerer Anbieter, mit denen sie mitziehen müssen, sondern daran, dass ihr eigenes Angebot einfach nicht so qualitativ ist, dass es aus dem Markt heraussticht. Es gibt genügend Beispiele von Unternehmen, die solide wirtschaften, weil sie auf Qualität setzen, ohne dabei jedem Markttrend hinterher zu laufen. Versäumnisse bei der eigenen möglichst einzigartigen Unternehmensführung müssen nicht immer mit dem bitteren Marktmechanismus übertüncht werden.

Ich schätze beispielsweise mein kleines Reformhaus, weil es dort Qualitätskontrolle gibt, die es im großen Supermarkt in dieser Form nicht gibt. Das ist ein klares Pro für den kleinen Laden, der sich dieses Pro aber auch hart erarbeiten muss. Das ist klar.

Bearbeitet von Gast
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@Lars: Ich kenne mich zugegeben mit den einzelnen Modellen bei der Leiharbeit nicht so aus. Ich weiß nur, dass die Leiharbeit gerne mal als großes und positives Beispiel dafür genommen wird, warum Deutschland noch so verhältnismäßig gut durchs Krisenjahr 2009 gekommen ist.

 

Amazon schreibt in seiner Stellungnahme, dass Leiharbeiter gerne auch als potenzielle feste Mitarbeiter gesehen werden - je nachdem wie sie sich bewähren. Wie es abseits der Lippenbekenntnisse für Leiharbeiter wirklich aussieht, kann ich mir aber vorstellen. Wer will schon als Mitarbeiter zweiter Klasse auf ungewisse Zeit in einem Unternehmen arbeiten und je nach Bedarf eingesetzt werden?

Bearbeitet von Aldridge
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Amazon schreibt in seiner Stellungnahme, dass Leiharbeiter gerne auch als potenzielle feste Mitarbeiter gesehen werden - je nachdem wie sie sich bewähren. Wie es abseits der Lippenbekenntnisse für Leiharbeiter wirklich aussieht, kann ich mir aber vorstellen. Wer will schon als Mitarbeiter zweiter Klasse auf ungewisse Zeit in einem Unternehmen arbeiten und je nach Bedarf eingesetzt werden?

das ist aber leider realität. leiharbeiter werden ran geholt für eine bestimmte zeit auf probe und ihnen wird dann gesagt, wenn sie sich bewähren, bekommen sie eine festanstellung. kurz bevor diese probezeit abgelaufen ist, wird ihnen mitgeteilt, dass jetzt keine arbeit mehr vorhanden ist und schon werden sie nach haus geschickt. jedoch stehen merkwürdigerweise schon neue leiharbeiter parat. so bindet man sich halt keine leute ans bein, zumal sie immer noch etwas günstiger sind als ein festangestellter, wenn auch nicht viel.

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Der erste Verlag jedenfalls hat schon Konsequenzen gezogen und die Geschäftsbeziehungen mit Amazon gekündigt.
 Das ist erstaunlich - bei der Marktmacht von Amazon.

 

Hier das gesamte Interview:

 

15.02.2013 Interview mit Martin Oetting zu Shitstorms
"Amazon wird den Dialog mit seinen Kunden suchen"

Amazon muss nach der ARD-Dokumentation auf seiner Facebook-Seite einen wahren Shitstorm erleiden.  Was heißt  das überhaupt? Muss Amazon die Boykottdrohungen ernst nehmen? Boersenblatt.net hat den Marketingexperten Dr. Martin Oetting (trnd, München) gefragt.

Shitstorm – was ist das überhaupt?
 Auf den Begriff reagiere ich mittlerweile allergisch. In Marketing-Zirkeln ist das seit ein, zwei Jahren ein Modewort. Immer wenn auf einer Internetseite mehr als 15 negative Kommentare hinterlassen werden, wird von einem Shitstorm gesprochen.  Meistens ist das ein Sturm im Wasserglas. Unternehmen sind es einfach nicht gewohnt, dass ihnen Kritik entgegenschlägt.

Auch 15 negative Kommentare können weh tun. Wie sollte man reagieren?  
 Also zunächst mal die Kirche im Dorf lassen, ruhig bleiben. Wenn bei einer Bevölkerung von 80 Millionen ein Facebook-Profil eines Unternehmens 200 negative Kommentare hat, kann das so bedeutsam nicht sein.  

Sie raten dazu, den Konsumenten zu ignorieren?
 Aber nein. Trotzdem glaube ich, dass man nicht gleich einen Berater engagieren muss.

Der Internetriese muss nicht nur harmlose Pöbeleien ertragen.  Die Kunden drohen massiv mit Boykott.
 Darauf muss Amazon natürlich reagieren. Das ist nur gar nicht so einfach. Zunächst muss sich das Unternehmen mit den Medien auseinandersetzen, die Vorwürfe prüfen und dazu Stellung beziehen.

Warten die Kunden solange?
 Amazon wird in absehbarer Zeit den Dialog mit seinen Kunden suchen, da bin ich sicher.  

„Ihr Sklaventreiber. Bei euch bestelle ich nichts mehr“ – wie reagiert man darauf?
 Das ist das Problem. Amazon kann jetzt schlecht sagen, von allem nichts gewusst zu  haben.

Die Stimmung im Forum ist aufgeheizt. Wie ernst sind solche Boykottdrohungen überhaupt zu nehmen?
 Amazon muss angemessen reagieren, Veränderungen der Arbeitsbedingungen ankündigen, neue Regeln für Subfirmen einführen – und sich entschuldigen. Sobald Amazon das liefert, wird der gewohnte Service gern wieder in Anspruch genommen.  

Der erste Verlag jedenfalls hat schon Konsequenzen gezogen und die Geschäftsbeziehungen mit Amazon gekündigt.
 Das ist erstaunlich - bei der Marktmacht von Amazon.

 

Quelle: http://www.boersenblatt.net/595039/ ; Hervorhebung durch mich

 

Hier weitere Informationen/Interviews:

http://www.boersenblatt.net/595022/

http://www.boersenblatt.net/594936/

http://www.boersenblatt.net/594995/

http://www.boersenblatt.net/594996/

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Das Interview mit dem ver.di-Menschen, das Bastet oben verlinkt hat, finde ich sehr entlarvend in Bezug auf meine Äußerungen, wie die Redaktionen bei den Öffentlich-rechtlichen solche Reportagen produzieren. Da kriegt man längst keine objektive Sicht präsentiert. Finde ich gut, dass der ver.di-Typ das bei aller Kritik, die berechtigt sein mag, so herausstellt.

Bearbeitet von Aldridge
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Bei dem Thema hier gibts zu viele Unterschiedliche Ansichten als dass man sich einig werden könnte. 

 

Das Gute ist: muss man ja auch gar nicht zwingend.  ;)

 

 

 

Das Interview mit dem ver.di-Menschen, das Bastet oben verlinkt hat, finde ich sehr entlarvend in Bezug auf meine Äußerungen, wie die Redaktionen bei den Öffentlich-rechtlichen solche Reportagen produzieren. Da kriegt man längst keine objektive Sicht präsentiert. Finde ich gut, dass der ver.di-Typ das bei aller Kritik, die berechtigt sein mag, so herausstellt.

 

Da stimme ich zu. Es ist ein wahres Problem, dass gleich immer heute alles als Skandal verkauft wird (was es zum Teil auch ist), aber statt solche Berichte, "Shitstorms" und Ungereimtheiten einfach auch als Bestandteil eines Prozesses zu sehen, wird gleich eine Art Lynch-Journalismus betrieben, der sich natürlich auch von den Lesern speist. Unser Rechtsstaat hat in dieser Sache noch einiges aufzuholen, hier werden Fehler jeder Art immer gleich mit wahnwitziger Empörung ins Extrem geschoben. Leider sind aber auch oft Politik, Unternehmen und Bevölkerungsteile sehr schwerfällig, was konstruktive Bewegungen betrifft.

So hoffe ich, dass aus diesem Feuerchen am Ende einfach eine Besserung bei herumkommt, damit wäre schon viel gewonnen und der Schauprozess kann abgesagt werden.

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Ich werde mich auch mal äußern :

 

Zu erst mal finde ich die Doku sehr gelungen. Finde es immer gut wenn TV-Sender Geld in solche Beiträge stecken - einfach mit dem Ziel Missstände aufzudecken.

Die Doku nutzt natürlich auch alle filmdramatischen Mittel um das Ganze krass darzustellen. Schön unheimlliche Musik usw. Trotzdem wirkt die Doku sehr sachlich und ich wüsste nicht warum ARD hier irgendwas dazu erfinden sollte oder falsch darstellen sollte. Meiner Meinung nach kann man also davon ausgehen das es sich bei vielen angesprochenen Dingen um Fakten handelt. Auch wenn solche Dinge wie mit der Lohnabrechnung nicht nachweisbar sind, bin ich weit davon entfernt mir solche Dinge einzureden wie : "Man weiß ja nicht ob es stimmt". Das wäre nur ne Ausrede um sich nicht mit dem Thema beschäftigen zu müssen.

 

Leiharbeit an sich ist ja kein schlechtes Ding. Ich finde es auch gut das Amazon sowas anbietet. Denn wie schon erwähnt wurde. So haben Menschen ohne Arbeit wenigstens die Chance Geld zu verdienen. Der Lohn der genannt wurde war ja jetzt auch nicht soo wenig. Und wenn Amazon nun mal in der Weihnachtszeit mehr Arbeiter braucht und danach nicht mehr, dann bedeutet das nun mal Entlassungen. Aber so funktioniert Leiharbeit nun mal. Das ist ja bei Aushilfskräften nicht anders. Mein Problem liegt vor allem bei den Bedingungen. Das mit den Bussen. Sowas muss man doch ordentlich organisieren können. Man kann doch die Menschen nicht Nachts im Winter stundenlang warten lassen. Das ist echt unmenschlich. Schlimm finde ich auch das die so kontrolliert werden! Und dann noch durch solche Securitiys, die mit der rechtsradikalen Szene in Verbindung zu bringen sind. DA sollte Amazon mal seine Prinzipien überdenken und ganz schnell handeln.

 

Der Service von Amazon ist Super! Ich bin damit sehr zufrieden. Solche Meldungen regen mich immer auf weil man einfach ein schlechtes Gewissen bekommt. Und ich bin normalerweise ein Verfechter, wenn es darum geht dann solche Dinge zu boykotieren. Bei Hühnereiern mache ich das zum Beispiel ganz strikt. Aber irgendwann geht es einfach nicht mehr oder? Dann würften wir NICHTS mehr kaufen, weil alle Dreck am stecken haben. Alle Textilläden machen Kinderarbeit. MCDonalds und KFC nterstützen Tierqualen...Sachsenmilch....Alles Fleisch was nicht direkt vom Bauernhof kommt. Können wir bei der Menge an Verbrechen überhaupt was dagegen machen? Ist es nicht auch irgendwann außerhalb unserer Macht? Sollen wir nichts mehr kaufen?

 

Ich bin weit davon entfernt die Verantwortung abzugeben. Aber ich denke das Vater Staat hier schon mehr Macht haben könnte als er will! Bin irgendwie in einer Zwickmühle. Mein Konsumverhalten so hart zu ändern das ich nur noch in Bioläden kaufe und mir Hosen für 200€ hole weil die nicht aus Asien kommen....dafür hab ich erstens kein Geld und zweitens bin ich einfach zu schwach.....und das ärgert mich an mir selbst....

 

Zum Thema Amazon. Ich denke es gibt weitaus schlimmere Arbeitsbedingungen. Und deswegen Amazon zu boykottieren halte ich für überzogen. Aber ändern sollten die trotzdem mal was. Grade die Überprüfung der Firmen mit denen sie zusammenarbeiten wie die Securityfirma. Und natürlich (aber das trifft auf jedes Unternehmen zu), sollten sich die Bosse mal hinterfragen ob die ihr eigenes Gehalt vieleicht einfach mal kürzen um ein paar mehr Menschen feste Arbeit geben zu können bzw. besser bezahlen zu können....

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