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Hallo in die Runde,

gibt es eine gute, deutschsprachige Plattform, auf der Nachwuchs-Komponisten registriert sind und deren "Talent" man anhand von Hörproben begutachten kann, bevor man sie kontaktiert? Ich kenne solche Plattformen im visuellen Bereich, wo man einen Pool an Grafikern hat, die man für seine Projekte dann auswählen und buchen kann.

Ich suche nämlich für einen Hörspiel-Produzenten nichts anderes wie Hörspielmusik. Diese kann / darf bereits fertig produziert vorliegen, da man sowieso nicht auf die Szenen komponiert und man die Musiken eventuell für verschiedene Serien verschiedener Genre einsetzen möchte. Gut wäre es, wenn man CDs mit Musiken für gewerblichen Einsatz kaufen könnte und die Musiken quasi einmalig lizenzieren könnte, um nicht wegen jedem Hörspiel eine neue Lizenz für das immer gleiche Musikstück kaufen muss. Im Endeffekt sowas wie das Tonstudio Europa (Miller International) damals machte: Die hatten Auftragsarbeiten an diverse Musiker vergeben, die "auf die Schnelle" 50 Musikstücke / Backgroundmusiken mit einer Laufzeit von je 1,5 bis 2 Minuten eingespielt haben und die heute noch in den Hörspielen Verwendung finden.

Das Augenmerk liegt an orchestral-klingender Musik, mit treibenden Grooves, bzw. orchestrale Arrangements mit Synthie-Klängen (Mischung aus Orchester, Fusion, Funk. Heroisch. Moll-betont). Was ich meine ist sowas:

https://www.youtube.com/watch?v=AXGfFK6bWcY&list=PLD00CDE8ADD7B4B84

https://www.youtube.com/watch?v=NYF-uyHeTZA&list=PL874E8F614109A1D2

Sind natürlich echte Orchestermusiken, was den finanziellen Rahmen sprengen würde. Real-klingener Sound aus dem Musikcomputer genügt. 

Andere Beispiele was gesucht wird, z.B. aus dem Filmmusikbereich, wäre ein Sound / Rhythmus wie die Bond-Scores von David Arnold.

Schön wäre es natürlich, wenn die Musiken exklusiv komponiert würden und noch keine Verwendung anderswo fanden. Ist halt eine Preisfrage. Wie immer ist das Budget natürlich eingeschränkt (da Hörspiele die Nische der Nische sind) und 1500,-€ für 60 Minuten Musik schon viel sein können.

Gerne dürfen sich auch Komponisten direkt melden via Privatnachricht hier im Forum. Eventuell wird noch orchestral-klingende Musik gesucht für ein zweites Hörspielprojekt, welches im Grusel-Horror-Bereich beheimatet ist. Benötigt würde die Musik frühestens im Herbst / Winter 2018.

Vielen Dank für die Mithilfe.

Stese

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Es gibt hunderte Webseiten, wo du fertige Musikstücke lizensieren kannst. Dort bekommst du aber normalerweise keine exklusiven Rechte, da das Konzept solcher Seiten ist, dass die Komponisten ihre Musik mehrfach verkaufen können. Abgesehen davon, ist die Forderung nach 60 Minuten Musik für 1500€ schon fast beleidigend für jeden Berufskomponisten. Das ist eher ein Preis den du so ungefähr für 1-2 Minuten Musik rechnen kannst, falls du sie neu komponieren lässt. Wenn du nur lizensieren möchtest, liegen die Preise natürlich weitaus niedriger. Aber wie gesagt - 1500€ für 60 Minuten Musik - sorry - da scheint dir jedes Verständnis für die Arbeit zu fehlen die in einer Minute Musik steckt.

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Bin zwar kein Musiker, aber 1500,- EU für 60 Minuten ist tatsächlich ein Witz. Das grenzt eigentlich an Schnorrerei. Wobei man sich in Deutschland und speziell in Berlin wahrscheinlich schon an Dumping aller Art gewöhnt hat.

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Da sieht man mal, wie wertlos Musik heutzutage in der Wahrnehmung der Menschen geworden ist. @Stese, stell dich drauf ein, für eine Minute neu komponierter Musik mindestens 300 Euro zu zahlen, alles andere ist Ausbeuterei. 

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Sicherlich ist es auch schwer zu verstehen, dass man heutzutage für ein einzelnes Hörspiel ein Budget von etwa 2000,-€ zur Verfügung hat, bzw. vom Auftraggeber bekommt.

Da ist die Sprechergage für ein Ensemble, das Tonstudio, die Drucksachen u.a. Dinge enthalten. Wenn man dann 1000 Stück verkauft ist es viel.

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Es ist halt leider wie beim (Independent-)Film: die Macher sind eher bereit, Geld für Schauspieler, Kamera und Technik (analog zum Sprecher-Ensemble und Tonstudio beim Hörspiel) auszugeben als für die Musik. Es muss das Bewusstsein dafür gestärkt werden, dass Musik einen genauso großen Batzen des Budgets ausmacht wie technisches Equipment oder Schauspieler. Andernfalls werden irgendwann keine Komponisten mehr für kleinere Projekte arbeiten wollen...

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Dann zur Lizenzierung: Welche Portale sind denn da die Anlaufstellen, wo man kurze Instrumentalstücke verschiedener Styles "kaufen" kann?

Es dürfen auch Hobbymusiker dabei sein.

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Am 2.3.2018 um 16:36 schrieb Stese:

Im Endeffekt sowas wie das Tonstudio Europa (Miller International) damals machte: Die hatten Auftragsarbeiten an diverse Musiker vergeben, die "auf die Schnelle" 50 Musikstücke / Backgroundmusiken mit einer Laufzeit von je 1,5 bis 2 Minuten eingespielt haben und die heute noch in den Hörspielen Verwendung finden.

Und selbst das hatte einen bitteren Beigeschmack. ;) Europa hat damals nämlich einfach die verschiedenen Komponisten, darunter auch Carsten Bohn, zu einem Pseudonym zusammengefasst, beispielsweise Bert Brac. Das bedeutete, dass die Komponisten so gut wie nichts von den Tantiemen gesehen haben und das waren, vor allem in den 80ern, als Hörspiele noch Goldene Schallplatten bekamen, schon ordentliche Sümmchen. Carsten Bohn hat dagegen ja geklagt und als Resultat wurde seine Musik aus allen Europa-Hörspielen entfernt, auch aus denen, die schon seit Jahren auf dem Markt waren. Damit verloren viele Serien, allen voran DREI ??? und TKKG, ihre musikalische Identität, denn Bohns Musik machte einen großen Anteil aus. Vor einigen Jahren hat man sich dann ja geeinigt und Bohn hat seitdem drei Alben mit seiner alten Hörspielmusik neu eingespielt. Und als DREI-???-Fan der (fast) ersten Stunde kann ich sagen, dass keine Musik, die danach kam, den Hörspielen so eine Atmosphäre verleihen konnte wie die von Bohn. Im Gegenteil, vieles scheint nach dem Zufallsprinzip zwischen die Szenen geschnitten worden zu sein und auch musikalisch sind viele der neuen Sachen eher eintönig.

Aber das nur am Rande. ;)

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@Alexander Grodzinski Das stimmt. Die ganz aktuellen Musiken sind zwar nicht schlecht, klingen aber sehr kühl, frostig, glatt, düster. So ein kühler Synthie-tune passt einfach nicht, wenn eine Szene in der Wüste oder bei Sommerzeit spielt.

Es ist zwar musikalisch besser geworden seit etwa 2 Jahren, aber trotzdem weit entfernt von den alten Zeiten.

Das gute Laune Feeling hatte Carsten Bohn einfach drauf.

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vor 7 Stunden schrieb Alexander Grodzinski:

 Und als DREI-???-Fan der (fast) ersten Stunde kann ich sagen, dass keine Musik, die danach kam, den Hörspielen so eine Atmosphäre verleihen konnte wie die von Bohn.

Das trifft auch auf mich zu. Die BNO 4 steht ja bereits in den Startlöchern, und, ehrlich gesagt, es gibt zur Zeit nichts worauf ich mich mehr freue. Ostern wurde angepeilt, einen genauen Termin gibt es bisher nicht. Und das Beste:  Carsten hat auch einen Live-Gig angekündigt! Egal wann, egal wo, egal wie teuer, ich werde dabeisein:applaus:!!!

 

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vor einer Stunde schrieb Stese:

@Alexander Grodzinski Das stimmt. Die ganz aktuellen Musiken sind zwar nicht schlecht, klingen aber sehr kühl, frostig, glatt, düster. So ein kühler Synthie-tune passt einfach nicht, wenn eine Szene in der Wüste oder bei Sommerzeit spielt.

Es ist zwar musikalisch besser geworden seit etwa 2 Jahren, aber trotzdem weit entfernt von den alten Zeiten.

Das gute Laune Feeling hatte Carsten Bohn einfach drauf.

Nicht nur das, ich erinnere da an die tollen düsteren Tracks auf "Die Geisterinsel" oder "Der Teufelsberg". Und "Das Gespensterschloß" bekommt in der alten Fassung durch seine Musik genau die richtige Mischung aus Jugendabenteuer und (kindergerechtem) Grusel.

Aber allgemein ist das ja eigentlich schade, wenn selbst die Macher der wohl populärsten und auch erfolgreichsten deutschen Hörspielserie, DIE DREI ???, scheinbar so wenig Feingefühl für musikalische Untermalung haben. Von den neueren Musikstücken transportieren nur wenige wirklich irgendein Gefühl und werden auch immer wieder völlig falsch eingesetzt. Da hat man beispielsweise eine spannende Szene und der Übergang zum dramatischen Wechsel wird durch einen wummernden Techno-Beat bestritten, der die ganze Suspense einfach wieder einreißt.

Aber es gibt durchaus Hörspiele, die sich da wesentlich mehr Mühe geben. Beziehungsweise es gab. Denn leider, wie du ja auch schon bemerktest, hat man es als Hörspiel-Produzent schwer, wenn man nicht gerade an DREI ??? oder TKKG arbeitet. Und wirklich aufwändige Hörspielproduktionen haben oft keine lange Lebensdauer, weil sie einfach die Kosten durch die geringen Verkäufe nicht mehr reinholen. Ein Teufelskreis. Aber positive Beispiele waren da POINT WHITMARK und GABRIEL BURNS. POINT WHITMARK ist ja im Grunde wie DREI ???, auch drei Teenager als Protagonisten, auch Fälle mit scheinbar übernatürlichem Hintergrund und auch einen Erzfeind a la Skinny Norris. Von der Produktion her war die Serie aber den DREI ??? deutlich überlegen. Bessere und spannendere inszenierte Geschichten, bessere Sprecher, bessere Musik (die teilweise sogar die alten Bohn-Sachen imitiert) und einfach eine viel liebevoller und aufwändigere gestaltete Klangkulisse.

Bei GABRIEL BURNS ging das noch einen Schritt weiter. Das war wirklich Kino für die Ohren. Ein eigens komponierter, orchestraler Score mit Themen (!), die sogar innerhalb der Stücke variiert (!!) werden. Bekannte Sprecher von Hollywood-Stars, düstere, schwere Atmosphäre und eine Klangkulisse, die fast für jede Folge neu entworfen wurde. So klang ein Strassenzug in Bukarest anders als ein Strassenzug in Vancouver. Mit viel Aufwand und viel Liebe zum Detail wurde das produziert, aber die Verkäufe waren scheinbar nicht gut genug. Oder Volker Sassenberg, der mit seinem Studio die beiden Serien produzierte, hat die Lust daran verloren. Zumindest haben beide Serien turbulente Zeiten mitgemacht. GABRIEL BURNS erschien zuerst bei Universal Music. Dann lief der Vertrag aus und es kam zu einem Rechtsstreit, weil Sassenberg der Ansicht war, dass Universal keine angemessenen Tantiemen ausgezahlt hatte. Das brachte die Serie zum Stillstand. Erst viel später ging es dann mit einem neuen Label weiter. Aber auch da scheint nicht alles glatt gelaufen zu sein. Die Folgen erschienen in immer größeren Abständen und seit einigen Jahren mittlerweile gar nicht mehr. Von Seiten Sassenbergs gab es aber nie eine Erklärung, warum das so war. Selbst beteiligte Sprecher und Autoren wissen nicht, was Sache ist. Einer der Autoren meinte sogar, Sassenberg hätte quasi von einem Monat auf das andere einfach aufgehört, Nachrichten oder Anrufe zu beantworten. Das finde ich echt schade, denn beide Serien waren eine Bereicherung für den Markt. Aber eben vielleicht zu aufwändig und kostspielig produziert, um lange bestehen zu können.

 

vor 1 Minute schrieb Angus Gunn:

Das trifft auch auf mich zu. Die BNO 4 steht ja bereits in den Startlöchern, und, ehrlich gesagt, es gibt zur Zeit nichts worauf ich mich mehr freue. Ostern wurde angepeilt, einen genauen Termin gibt es bisher nicht. Und das Beste:  Carsten hat auch einen Live-Gig angekündigt! Egal wann, egal wo, egal wie teuer, ich werde dabeisein:applaus:!!!

 

Cool. :) Eine Live-DVD gibt es ja bereits von Bohn.

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