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Masterbänder bei Brand zerstört


Stese

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Selbstverständlich hat da auch sehr viel Filmmusik darunter gelitten, auch wenn der Artikel sich jetzt hauptsächlich mit Pop- und Jazz-Alben beschäftigt. Aber es heißt ja darin, daß so gut wie alle dort gelagerten Decca-Album-Master durch die Brandkatastrophe zerstört wurden. Auch Labels wie ABC, Dot, 20th Century Fox und MCA sind ganz stark betroffen. Wie Mike Matessino bei FSM betont, konnte man sogar für die neu editierten Williams-CDs JAWS, DRACULA,, E.T. und MONSIGNOR schon nicht mal mehr auf die originalen Album Master in den USA zurückgreifen, sondern mußte sich dagegen mit 1/4 Zoll-Kopien aus England begnügen.
Man kann davon ausgehen, daß vor allem die Frank Skinner und Victor Young Decca-Alben aus den 50ern durch das Feuer für alle Zeit vernichtet worden sind. Da kommt nichts mehr bzw. hat Disques Cinémusique in Kanada schon vor 10 Jahren Bescheid gewußt und deshalb einiges davon direkt von Decca-LPs gerippt und dann als digitalen Download angeboten. Clément Fontaine von DCM hat ganz genau gewußt, daß die US-Label so was einfach nicht mehr bringen können oder werden, weil natürlich die Album Master längst zerstört sind.
George Duning´s COWBOY oder Daniele Amfitheatrof´s THE MOUNTAIN sind da ganz bestimt genauso betroffen wie ein paar Malcolm Arnolds wie ROOTS OF HEAVEN oder INN OF THE SIXTH HAPPINESS, vermutlich auch die Dot Album Master von NEVADA SMITH (Newman) oder WILL PENNY (Raksin). Kann man alles den Hasen geben und wird daher auch kaum mehr noch auf offiziellen CDs kommen.
Zum Glück gibt es ja von vielen Titeln dieser UMG-Labels längst schon CDs, aber da, wo eben noch nichts gemacht wurde oder nur Bootlegs mit LP-Rips existieren, sind für die Zukunft eben dann einfach keine Originalvorlagen mehr für irgendwelche CD-Produktionen greifbar.

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Ich sehe gerade, daß Doug Fake sich an 2010 im Intrada Forum sogar noch etwas darüber gewundert hatte, warum UMG ganz offensichtlich keine Album Master der Skinner-Decca-Alben mehr besitze. Sein "curiously" in der Klammer unten ist beim heutigen Wissensstand dagegen wohl reichlich überflüssig geworden:

"I've looked into a lot of Skinner possibilities because so many of them were originally on Decca (now UMG), especially SHENANDOAH but also including MAN OF A THOUSAND FACES, IMITATION OF LIFE, BACK STREET, MADAME X, MAGNIFICENT OBSESSION and so on. He had a lot of LPs! Anyway, at the moment there are (curiously) a lot of missing Skinner album masters."
 
Und die Frage ist dazuhin sowieso: Was hat Universal selbst, also nicht UMG, denn überhaupt noch an originalen Skinner-Materialien?
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  • 9 months later...

@ Stefan:

Ich habe gerade die Liste gesehen (https://en.wikipedia.org/wiki/2008_Universal_Studios_fire), wo die Musiker draufstehen, deren Master komplett oder teilweise zerstört worden sind. Was für ein Horror!!! Da in dem Lagerhaus auch Kopien von Universal TV-Serien (d.h. fertige Episoden, nicht nur Musik) lagerten, frage ich mich ob bzw. inwieweit die Musik-Master Tapes von Post/Carpenter ("Rockford"/Magnum"/"A-Team"), Levay ("Airwolf") und Hammer ("Miami Vice") betroffen sind. Hast Du da eine Ahnung oder kennst Du jemanden, der darüber etwas weiß?

P.S: Ein anderer aktuellerer Artikel behauptet, daß der Schaden längst nicht so groß ist, wie angenommen: https://variety.com/2020/music/news/universal-music-fire-archive-damage-update-2008-1203525454/

Keine Ahnung, was nun stimmt.

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Nähere Details wird wohl kein Sammler haben, da ja nur richtige Insider in den USA überhaupt wissen, was genau alles zerstört worden ist. Und selbst Labelchefs wie Fake oder Gerhard, die wahrscheinlich schon ein paar mehr Infos über die Zustände bei UMG haben dürften, halten sich nach außen hin darüber immer sehr bedeckt. Sie arbeiten natürlich auch mit UMG oft eng zusammen und da darf man es mit denen selbstverständlich nicht verscherzen.
Daß UMG selbst alles zu beschwichtigen versucht, ist eh klar. Völlig unklar allerdings, ob das denn alles stimmt, was die in dem Variety-Artikel nun alles behaupten. Und die beziehen sich ja logischerweise fast nur auf Popmusik-Alben - von alten mehr oder wengier obskuren Filmmusik-Alben für eine kleine Minderheit redet selbstverständlich niemand, weil das viel zu kleine Fische sind.
Es ging bei dem Brand in der Hauptsache um Album Master - also überwiegend Titel, die es früher schon mal auf Platten der UMG-Labels gab - wie ich es ja oben im Falle Frank Skinner und dem Decca-Label beschrieben habe. Man sieht zumindest eindeutig, daß die Master der alten Decca-Skinner-Alben bei UMG gar nicht mehr vorhanden sind - da kann der Archivar von UMG viel schreiben, sie hätten von fast allem Duplikate oder Sicherheitskopien gefunden. Glaube ich bei den Titeln aus den 50ern doch eher nicht.

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Für mich besteht da eigentlich kein Zusammenhang

vor 1 Stunde schrieb queenofthefoovultures:

Vielleicht gibt sowas dann auch Anlass zu mehr Tadlow/Stromberg/Raine Neueinspielungen dieser Scores; falls noch Partituren irgendwo aufzutreiben sind.

Für mich besteht in dieser Hinsicht eigentlich keinerlei Zusammenhang. Nur weil seit Jahren einige alte Album Master eventuell aus den 50ern bei UMG nicht mehr vorhanden sind, wird es deshalb keine weiteren Golden Age-Neueinspielungen geben. Dafür sind letztere viel zu teuer geworden und an sich kaum mehr rentabel. Es ist ja nicht so, daß es an Partituren fehlen würde - die gibt es überall in allen Ländern von allen möglichen Komponisten noch zuhauf -, sondern das, was eingespielt wird, muß sich ja auch ein wenig verkaufen. Niemand wird deshalb ALL THAT HEAVEN ALLOWS oder WRITTEN ON THE WIND von Skinner - um mal gerade beim obigen Beispiel zu bleiben - neu aufnehmen. Total illusorisch.
Desweiteren muß man bedenken, daß James Fitzpatrick, der hinter dem Tadlow-Label steht, gesundheitlich inzwischen ziemlich schwer angeschlagen ist -  die Veröffentlichung des seit mehreren Jahren geplanten KING OF KINGS wird deshalb ja immer wieder hinausgezögert und könnte eventuell sogar seine letzte Produktion  sein. Finanziell lohnt es sich ja sowieso schon lange nicht mehr, aber jetzt kommt noch Alter und Krankehit sehr erschwerend bei ihm hinzu.
Das Tribute Label von Morgan/Stromberg ist ja ohnehin längst Pleite und da kommt nichts mehr - also bleibt fast nur noch Intrada, die über die Kickstarter-Spendenaktion sich DIAL M FOR MURDER haben teilweise finanzieren lassen, wobei da ganz sicher noch Gelder von den Tiomkin-Erben mit eingeflossen sind. Und die Resonanz auf diese CD war in den Foren - sowohl bei Intrada wie bei FSM - äußerst mager. Kann mir kaum vorstellen, daß davon überhaupt mehr als 1000 Stück verkauft worden sind. Und sobald ein wenig populärer Titel in Angriff genommen wird, gehen die Zahlen locker auf 500 oder noch weniger runter, die abgesetzt werden können. Das kann sich bei den massiven Kosten, die solch eine Einspielung ja eben verschlingt, heutzutage kaum mehr ein Label leisten, wenn es nicht von irgendwelchen Stiftungen subventioniert wird.

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Nein, es gab  ganz sicher niemals eine LP oder CD mit dem Original-Score von DIAL M FOR MURDER. Tiomkin hat nur das Liebesthema an 1955 für den LP-Sampler "Movie Themes From Hollywood" neu eingespielt, aber nicht mehr:
https://www.discogs.com/de/Dimitri-Tiomkin-And-His-Orchestra-Movie-Themes-From-Hollywood/release/2442496

Die Originalaufnahme gibts bei Warner inzwischen genausowenig mehr wie die von I CONFESS von 1953. So gut wie alle ihrer Scores vor 1954 hat Warner eh schon Mitte der 70er entsorgt und auch in der zweiten Hälfte der 50er gibt es einige Lücken.
Selbst von Tiomkins ADVENTURES OF HAJJI BABA (von der Fox verliehen, aber eigentlich eine Allied Artists-Produktion) aus demselben Jahr 1954, den ich auch sehr mag und liebend gerne hätte, gibt es nichts mehr - selbst wenn die letztjährige Twilight Time-Blu-Ray vom Film kurioserweise einen "isolated music and effects track" anbietet. Aber der ist ein absoluter Witz, da er in fast allen Passagen, bei denen Dialog vorkommt, mit Teilen aus  Rimsky-Korsakov´s "Scheherazade" aufgefüllt wurde. :)
Auch diese Musik wird selbstverständlich niemand neu einspielen, weil es viel zu wenige Fans dafür gibt..

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@ Stefan: Aha, dann habe ich mich jetzt geirrt. Insofern ist Intradas Neueinspielungsplan aber eigentlich nicht schlecht gewesen. Den Originalscore gibt es nicht mehr, Hitchcock-Filme sind nach wie vor beliebt und Tiomkin ist eine Klasse für sich. Deshalb kapiere ich nicht, warum die Resonanz seitens der Soundtrack-Fans so schlecht gewesen sein soll. Wenn solche klassischen Film-Scores nicht mehr ziehen, was denn dann? Selbst Scores aus den Zeiten, die noch im Original vorhanden sind, verkaufen sich angeblich schlecht. Und wenn ich Deine Kommentare so lese, dann könnte man meinen, daß LLL, Intrada usw. in spätestens fünf Jahren dicht sind und wir auf dem Trockenen sitzen. Aber in Anbetracht der Unsicherheiten mit Lizensierungen, Krach mit den Studios bzw. Komponisten und den Kalkulationen seitens der Labels, was sich überhaupt noch verkaufen könnte bzw. was nicht, ist es ein Wunder, daß die überhaupt noch weitermachen. Ich denke, daß die Lösung wohl leider darin bestehen wird, mehr Scores als Download anzubieten. Teure Booklets und CD-Pressungen würden entfallen, Limitierungen sowieso, weil man nicht befürchten muß, daß die Lager überquellen und eventuell würden auch mehr Leute angelockt werden, weil sie keine teure CD bezahlen müßten, wenn sie nur ein Titel des Scores interessiert.

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Ich finde es an und für sich jetzt nicht so verwunderlich, daß die Resonanz auf die Intrada-CD mit DIAL M FOR MURDER eher gering ausgefallen ist. Schau Dir doch noch mal diesen Thread vom letzten Jahr an, wo wir über die kuriose Wahl des Tiomkin-Scores diskutiert und das alles bereits durchgesprochen hatten:

https://www.soundtrack-board.de/topic/16442-intrada-kickstarter-projekt-dial-m-for-murder-dimitri-tiomkin/

Über die ganzen letzten Jahre hinweg stand der Tiomkin-Score im FSM Board nie groß auf der Wunschliste der Sammler. Man mußte echt einen Thread suchen, wo ihn überhaupt mal jemand erwähnt hat. Von daher ja auch die Verwunderung, warum denn nun ausgerechnet der Titel, der in voller Länge musikalisch doch gar nicht so viel hergibt, gemacht werden mußte. Fake und Stromberg haben sich aus diversen Gründen - u.a. kein so großes Orchester wird benötigt, leicht zu beschaffende Partitur, sehr populärer Hitchcock-Film - für diesen Titel eben wohl entschieden und wollten den unbedingt durchsetzen, obwohl im Grunde gar keine große Nachfrage danach war. Das ist ja der Witz bei der Geschichte. Was soll man dazu im Endeffekt sagen?
Es gibt viele Titel aus dem Golden Age, die immer wieder von Sammlern gefordert worden sind - sei es nun Newman´s MARK OF ZORRO oder Rozsa´s JUNGLE BOOK oder Steiner´s BIG SLEEP etc. -, aber ganz gewiß nicht DIAL M FOR MURDER, zumal es ja auch schon die Silva Screen-Suite davon gab, die alles Wesentliche bereits umfaßt. Von daher kann eigentlich die Resonanz nun auch nicht so berauschend sein.
LLL oder Intrada wissen ansonsten schon in etwa, was sie bringen müssen, um am Leben zu bleiben. Es müssen übers Jahr verteilt immer irgendwelche Fan-Favorites - ob die nun von Goldsmith, Horner oder Williams sind oder ob es sich um bestimmte Kulttitel oder Comic-Zeug handelt - gebracht werden mit denen sich das Label über Wasser halten kann. Und dadurch kommen sie halt dann auch über die Runden - vermutlich, wenn nicht alles schief geht aufgrund der derzeitigen Pandemie, auch noch über die nächsten paar Jahre. Aber es wird selbstverständlich immer schwieriger, da ja die gängigsten Titel - wenn x-fach expandiert und neu aufgelegt - so langsam auch mal durch sind und das Business dementsprechend zu einer Gratwanderung wird.
Den Downloadbereich behalten sich die Studios gerade bei der Lizenzierung älterer Titel ja selbst vor und da kommen Labels wie LLL oder Intrada dann meist gar nicht ran. Insofern wird das wohl eher nicht die Lösung sein. Auch kommt bei älteren Titeln nicht wirklich so viel an Geld dabei herum.

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Na, dann ist das m. E. ein klassisches, am Kunden vorbei realisiertes Produkt. Ich kapiere bloß nicht, warum? Die müssen doch die Resonanzen in den Foren ein wenig beachtet haben. Das ist doch der Hauptgrund, warum man in den großen Foren, wie z. B. FSM ("Soundtrackboard" zähle ich da nicht dazu, weil zu bedeutungslos, um es mal knallhart zu formulieren) überhaupt aktiv ist: die vage Hoffnung, daß jemand, der bei den Labels etwas zu sagen hat, da mitliest und Projekte nach den Wünschen ausrichtet. Das sieht für Intrada nach Verlustgeschäft aus, aber die Tiomkin-Sammler (vielleicht 20 Leute?) wird es freuen. Aber interessant, was so eine Kickstarter-Kampagne zu realisieren vermag. Bei "Moonraker" wurde die Finanzierung ja auch erfolgreich realisiert, aber EMI hatte dem Projekt dann doch noch den Stecker gezogen. Ich habe so das Gefühl, daß die Labels manchmal nicht richtig nachdenken. Nur weil ein Titel relativ einfach zu bewerkstelligen ist, muß das doch nicht jeder haben wollen. Den Score von Bruns zu einem Disney-Film letztes Jahr wollte, glaube ich, auch kaum jemand. Es ist eben schade, daß die Labels entweder nicht an die interessanten Sachen - im TV-Bereich wäre ja eine Menge zu holen - herankommen oder sich nicht herantrauen.  

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vor 2 Stunden schrieb magnum-p.i.:

Na, dann ist das m. E. ein klassisches, am Kunden vorbei realisiertes Produkt. Ich kapiere bloß nicht, warum? Die müssen doch die Resonanzen in den Foren ein wenig beachtet haben. Das ist doch der Hauptgrund, warum man in den großen Foren, wie z. B. FSM ("Soundtrackboard" zähle ich da nicht dazu, weil zu bedeutungslos, um es mal knallhart zu formulieren) überhaupt aktiv ist: die vage Hoffnung, daß jemand, der bei den Labels etwas zu sagen hat, da mitliest und Projekte nach den Wünschen ausrichtet.

Bei der Umfrage auf der Intrada-Webseite mit den Titeln, die eventuell für eine zukünftige Einspielung in Frage kommen, haben sie schon ein bißchen mehr auf die oft geäußerten Wünsche der Fans im Intrada oder FSM-Board Rücksicht genommen, aber eben nicht bei diesem ersten Titel.
Zustande kam das ja wohl folgendermaßen: Stromberg wollte offenbar den ersten Tiomkin-Score für einen Hitchcock-Film, nämlich SHADOW OF A DOUBT, machen, aber Feigelsons Wahl fiel dann letztlich auf DIAL M FOR MURDER. Vermutlich, weil Feigelson den Film selbst sehr schätzte oder weil er meinte, auf Grund seiner Popularität würde er auch gleichzeitig eine Menge Hitchcock-Fans noch mit ansprechen.
Und Feigelson hat schlußendlich auch die Liner Notes für die CD geschrieben, obwohl er ansonsten wirklich nicht der Golden Age-Experte bei Intrada ist. Demnach hatte er anscheinend das Hauptinteresse an dem Projekt. Und besonders augenfällig bei seinen Liner Notes ist, daß er auf die Musik selbst witzigerweise nur in einem einzigen Absatz eingeht, der zur Hälfte dann auch noch mit Zitaten aus Christopher Palmers Tiomkin-Buch gefüllt ist. Da wird klar erkenntlich, daß gar nicht die Musik selbst als so besonders wichtig erschien, sondern es hauptsächlich um den Film ging. Über den Namen Hitchcock wollte man das eben vermarkten und dachte, das ist der beste Weg, um an die dementsprechenden Film-Fans (jedoch nicht unbedingt Soundtrack-Fans) ranzukommen..
Recht einfallslos ja auch die Idee, dann noch eine Suite von STRANGERS ON A TRAIN als Bonus auf die CD zu packen, die es nicht nur auf Silva schon gab, sondern vielmehr gabs diesen Score bereits in längerer Form (mit 16 Minuten) und dazuhin sehr gut neu eingespielt auf Varese in den 80ern mit dem Utah Symphony Orchestra unter Charles Ketcham.
Ich will nicht mal meckern über die Interpretation: Das ist schon alles mit viel Engagement dirigiert und gespielt, aber viele andere Tiomkin-Musiken hätten eine Neuaufnahme weitaus mehr verdient gehabt als DIAL M, der zumindest mich in dieser Komplettfassung nicht recht überzeugt und zu oft auf der Stelle tritt mit vor sich hin mäandernder Spannungsuntermalung und Repetitionen der immer gleichen Motive, die man nach einer Weile echt über hat.

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Das wurde hier und bei FSM x-mal durchgekaut, weshalb es ausgerechnet zur Wahl von Tiomkins Dial M gekommen ist. Offensichtlich bestand auch von Seiten der Familie großes Interesse an dem Projekt, denn parallel wurde auch noch das Album mit den Ballettmusiken aufgenommen, das gar nicht Teil der Kickstarter Kampagne war. Wenn sie Glück haben, setzen sie von Dial M 1000 Exemplare ab, aber was man wirklich betonen muss, wie herausragend diese Einspielung gelungen ist. Dramatisch-zupackend, musikalisch rund. Eigentlich ein Genuss. Nur schade, dass dieser Score auch mir unterm Strich zu nichtssagend ist.

Das finde ich auch deshalb bemerkenswert, weil Stromberg zuvor nicht alle Aufnahmen z.B. auf Marco Polo vollkommen überzeugend gelungen sind, sogar mit richtigen Ausreißern nach unten wie das späte lauwarme Korngold Album. Und auch Intrada hatte vorher seinen problematischen Spellbound unter einem anderen Dirigenten. Habe neulich den Fehler begangen, erst den Film anzuschauen und dann die Intrada zu hören. Lethargisch, das Gegenteil von Rozas zupackendem Dirigat. Die Aufnahme fängt sich zwar im Verlauf des Albums, aber der Grundeindruck bleibt. Man fragt sich his heute, was die geritten hat. Erinnere mich noch an euphorische Videos von den Aufnahmesitzungen damals, wo sie gerade die träge Titelmusik gepostet hatten.

Ich weiß, dass ich hier recht alleine damit bin, aber als nächstes Projekt würde ich mir die beiden frühen Westernscores Goldsmiths wünschen.

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  • 2 weeks later...

Diese Links wurden mir von einem Kumpel geschickt, die den Brand etwas ausführlicher betrachten:

https://www.nytimes.com/2019/06/11/magazine/universal-fire-master-recordings.html

https://www.nytimes.com/2019/06/25/magazine/universal-music-fire-bands-list-umg.html

Ein Wahnsinn, was da wohl alles vernichtet wurde.

P.S.: Mein 400. Beitrag in diesem Forum. Schade, daß es kein glücklicherer ist.

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