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Angus Gunn

Der amerikanische FILM NOIR von 1941 - 1958

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Ein schönes und aufwendig produziertes Album mit Musik des Republic Studios ist Anfang der 90er auf CInedisc erschienen, war vorher aber auch schon auf LP. Insgesamt gab es drei Alben mit Neuaufnahmen vom originalen Notenmaterial diverses Scores aus den Serials des Studios. Aber nur zu dem Album mit Musik aus The Lone Ranger gab es auch historische Originalaufnahmen. Dabei nutzte man die Azetate der Aufnahmen von Cues aus dem Lone Ranger Serial, welche Anfang der 1940er in Mexiko entstanden waren, um sie in den USA in der Radioversion der Serie nutzen zu können. Dabei hat man, um Copyright umgehen zu können, hier und da ein paar Noten der Stücke verändert. Dies wurde auf der Cinedisc den Originalversionen der Stücke gegenübergestellt. Hole die Platte immer mal wieder gerne aus dem Regal.


 

Music of the Lone Ranger

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Am 22.11.2020 um 11:23 schrieb Trekfan:

Insgesamt gab es drei Alben mit Neuaufnahmen vom originalen Notenmaterial diverses Scores aus den Serials des Studios. Aber nur zu dem Album mit Musik aus The Lone Ranger gab es auch historische Originalaufnahmen.

Das wußte ich nicht. Kenne von diesen James-King-Aufnahmen nur die Varese-CD-Auflagen.

 

Hugo Friedhofer:  VIOLENT SATURDAY (1955)

Dieser Film stammt aus dem selben Jahr wie BAD DAY AT BLACK ROCK und weist mit diesem mehrere Gemeinsamkeiten auf (Farbe, Cinemascope, Kleinstadt-Milieu, Marvin, Borgnine). Die Handlung ist denkbar simpel:  In einer vom Bergbau bewirtschafteten Gemeinde wird ein Bankraub vorbereitet und ausgeführt. Interessant ist dabei die Erzählweise. Eine handvoll Einwohner und deren Umfeld werden vom Drehbuch herausgegriffen und mit ihren kleinbürgerlichen Sorgen und Marotten skizziert. Parallel dazu laufen die Planungen des Ganoventrios. Als es schließlich zur Eskalation kommt, wird jeder der zuvor porträtierten Figuren auf die eine oder andere Art in das Geschehen um den Raubüberfall mit hineingezogen. Ein interssanter und spannender Film, der vor allem an den Alltags-Charakteren und ihren Verhaltensweisen in dieser Ausnahmesituation interessiert ist. Die drastische und glaubwürdige Darstellung bei Schußwechseln und Gewaltszenen war ihrer Zeit voraus. Die britischen bzw. amerikanischen Blurays sind toll aber zur Zeit leider sehr kostspielig. Von der spanischen DVD muß ich ausdrücklich abraten. Inzwischen wird davon auch eine Bluray-Version angeboten. Ob diese eine wirklich bessere Bildqualität besitzt, weiß ich nicht.

Friedhofers Score ist kurz und präzise getimt, schweigt während der finalen Auseinandersetzungen fast völlig (eine weitere Gemeinsamkeit mit BAD DAY...). Große, einprägsame Melodien wird man hier nicht finden. Und da der Film in dem Sinne auch keinen Hauptdarsteller hat (sämtliche Charaktere agieren annähernd gleichberechtigt nebeneinander) bietet sich auch kein Ansatzpunkt für charakterbezogene Themen).

 

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Am 12.12.2020 um 14:52 schrieb Angus Gunn:

Das wußte ich nicht. Kenne von diesen James-King-Aufnahmen nur die Varese-CD-Auflagen.

 

Hugo Friedhofer:  VIOLENT SATURDAY (1955)

Dieser Film stammt aus dem selben Jahr wie BAD DAY AT BLACK ROCK und weist mit diesem mehrere Gemeinsamkeiten auf (Farbe, Cinemascope, Kleinstadt-Milieu, Marvin, Borgnine). Die Handlung ist denkbar simpel:  In einer vom Bergbau bewirtschafteten Gemeinde wird ein Bankraub vorbereitet und ausgeführt. Interessant ist dabei die Erzählweise. Eine handvoll Einwohner und deren Umfeld werden vom Drehbuch herausgegriffen und mit ihren kleinbürgerlichen Sorgen und Marotten skizziert. Parallel dazu laufen die Planungen des Ganoventrios. Als es schließlich zur Eskalation kommt, wird jeder der zuvor porträtierten Figuren auf die eine oder andere Art in das Geschehen um den Raubüberfall mit hineingezogen. Ein interssanter und spannender Film, der vor allem an den Alltags-Charakteren und ihren Verhaltensweisen in dieser Ausnahmesituation interessiert ist. Die drastische und glaubwürdige Darstellung bei Schußwechseln und Gewaltszenen war ihrer Zeit voraus. Die britischen bzw. amerikanischen Blurays sind toll aber zur Zeit leider sehr kostspielig. Von der spanischen DVD muß ich ausdrücklich abraten. Inzwischen wird davon auch eine Bluray-Version angeboten. Ob diese eine wirklich bessere Bildqualität besitzt, weiß ich nicht.

Friedhofers Score ist kurz und präzise getimt, schweigt während der finalen Auseinandersetzungen fast völlig (eine weitere Gemeinsamkeit mit BAD DAY...). Große, einprägsame Melodien wird man hier nicht finden. Und da der Film in dem Sinne auch keinen Hauptdarsteller hat (sämtliche Charaktere agieren annähernd gleichberechtigt nebeneinander) bietet sich auch kein Ansatzpunkt für charakterbezogene Themen).

 

Ist - so weit ich weiß - doppelt veröffentlicht worden: einmal bei Kritzerland zusammen mit The Barbarian and the Geisha und das andere Mal bei Intrada zusammen mit Harline's Warlock 

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Ich habe gerade gesehen, dass dieser Film morgen auf Arte ausgestrahlt wird.  Grund genug, ihn an dieser Stelle zu würdigen.

731159555_sorrywrongnumber.jpg.2edb307765190f4ad25fd40927cd8b46.jpg

Leona (Barbara Stanwyck) ist aufgrund einer Herzkrankheit ans Bett gefesselt. Als ihr Mann (Burt Lancaster) eines Abends nicht nach Hause kommt, ruft sie im Büro an. Es kommt zu einer fehlerhaften Verbindung, und Leona belauscht am Telefon ein Komplott. Eine Frau soll zu einer bestimmten Uhrzeit ermordet werden. Den Ort des Verbrechens erfährt sie jedoch nicht. Da die Polizei mit den Angaben nichts anzufangen weiß, versucht Leona mit einem erneuten Anruf im Büro selber etwas herauszufinden, was ihr auch gelingt, bis sie selbst auf die Abschußliste gerät.

Du lebst noch 105 Minuten ist über weite Strecken ein enorm spannendes Kammerspiel, das in allererster Linie von Barbara Stanwyck getragen wird. Eigentlich ein reiner Thriller, doch die abgründigen Charaktere, die sich rund um Leona tummeln, gehören unbedingt in den Noir-Kosmos. Angemessen fiebrig und schroff ist Franz Waxmans Musik. Gerade die Situationen von Stress und Hilflosigkeit, in die die Protagonistin gerät, fängt der Score effektiv ein, und weckt dabei Assoziationen zu vibrierenden Nervensträngen. Auf Intradas "Noir-at-Paramount"-Set ist die Originalaufnahme in Form von 7 aufreibenden Tracks enthalten.

Wer ihn noch nicht kennt, sollte ihn nicht verpassen, zumal es bisher keine wirklich empfehlenswerte deutsche DVD hiervon gibt. Und ruhig auch mal das deutsche TV-Remake mit Ingrid Andree und Harald Leipnitz antesten.

 

 

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Am 21.2.2021 um 23:39 schrieb Angus Gunn:

Ich habe gerade gesehen, dass dieser Film morgen auf Arte ausgestrahlt wird.  Grund genug, ihn an dieser Stelle zu würdigen.

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Leona (Barbara Stanwyck) ist aufgrund einer Herzkrankheit ans Bett gefesselt. Als ihr Mann (Burt Lancaster) eines Abends nicht nach Hause kommt, ruft sie im Büro an. Es kommt zu einer fehlerhaften Verbindung, und Leona belauscht am Telefon ein Komplott. Eine Frau soll zu einer bestimmten Uhrzeit ermordet werden. Den Ort des Verbrechens erfährt sie jedoch nicht. Da die Polizei mit den Angaben nichts anzufangen weiß, versucht Leona mit einem erneuten Anruf im Büro selber etwas herauszufinden, was ihr auch gelingt, bis sie selbst auf die Abschußliste gerät.

Du lebst noch 105 Minuten ist über weite Strecken ein enorm spannendes Kammerspiel, das in allererster Linie von Barbara Stanwyck getragen wird. Eigentlich ein reiner Thriller, doch die abgründigen Charaktere, die sich rund um Leona tummeln, gehören unbedingt in den Noir-Kosmos. Angemessen fiebrig und schroff ist Franz Waxmans Musik. Gerade die Situationen von Stress und Hilflosigkeit, in die die Protagonistin gerät, fängt der Score effektiv ein, und weckt dabei Assoziationen zu vibrierenden Nervensträngen. Auf Intradas "Noir-at-Paramount"-Set ist die Originalaufnahme in Form von 7 aufreibenden Tracks enthalten.

Wer ihn noch nicht kennt, sollte ihn nicht verpassen, zumal es bisher keine wirklich empfehlenswerte deutsche DVD hiervon gibt. Und ruhig auch mal das deutsche TV-Remake mit Ingrid Andree und Harald Leipnitz antesten.

 

 

Sorry, Wrong Number _ Prelude/The Foreword * Stanwyck, Lancaster / music by Franz Waxman _ 1948 - YouTube

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vor 6 Minuten schrieb Mephisto:

werde heute Abend ARTE einschalten :)

Zu spät, der Hinweis bezog sich natürlich auf den gestrigen Abend. :D Am 25. wird er aber nochmal wiederholt.

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Am 12.12.2020 um 14:52 schrieb Angus Gunn:

Das wußte ich nicht. Kenne von diesen James-King-Aufnahmen nur die Varese-CD-Auflagen.

 

Hugo Friedhofer:  VIOLENT SATURDAY (1955)

Dieser Film stammt aus dem selben Jahr wie BAD DAY AT BLACK ROCK und weist mit diesem mehrere Gemeinsamkeiten auf (Farbe, Cinemascope, Kleinstadt-Milieu, Marvin, Borgnine). Die Handlung ist denkbar simpel:  In einer vom Bergbau bewirtschafteten Gemeinde wird ein Bankraub vorbereitet und ausgeführt. Interessant ist dabei die Erzählweise. Eine handvoll Einwohner und deren Umfeld werden vom Drehbuch herausgegriffen und mit ihren kleinbürgerlichen Sorgen und Marotten skizziert. Parallel dazu laufen die Planungen des Ganoventrios. Als es schließlich zur Eskalation kommt, wird jeder der zuvor porträtierten Figuren auf die eine oder andere Art in das Geschehen um den Raubüberfall mit hineingezogen. Ein interssanter und spannender Film, der vor allem an den Alltags-Charakteren und ihren Verhaltensweisen in dieser Ausnahmesituation interessiert ist. Die drastische und glaubwürdige Darstellung bei Schußwechseln und Gewaltszenen war ihrer Zeit voraus. Die britischen bzw. amerikanischen Blurays sind toll aber zur Zeit leider sehr kostspielig. Von der spanischen DVD muß ich ausdrücklich abraten. Inzwischen wird davon auch eine Bluray-Version angeboten. Ob diese eine wirklich bessere Bildqualität besitzt, weiß ich nicht.

Friedhofers Score ist kurz und präzise getimt, schweigt während der finalen Auseinandersetzungen fast völlig (eine weitere Gemeinsamkeit mit BAD DAY...). Große, einprägsame Melodien wird man hier nicht finden. Und da der Film in dem Sinne auch keinen Hauptdarsteller hat (sämtliche Charaktere agieren annähernd gleichberechtigt nebeneinander) bietet sich auch kein Ansatzpunkt für charakterbezogene Themen).

 

Heute endlich mal gesehen - auf der DVD von Twilight Time mit isolierter Tonspur. Die Bilqualität ist nach heutigen Maßstäben (und verglichen mit den späteren Twilight-Time-Blu-Rays) katastrophal, auch fehlen Untertitel. Aber der Film selbst hat mich beeindruckt. Ein wirklich interessantes Konzept mit tollen Darstellerinnen und Darstellern in Szene gesetzt!

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vor einer Stunde schrieb Mephisto:

Heute endlich mal gesehen - auf der DVD von Twilight Time mit isolierter Tonspur. Die Bilqualität ist nach heutigen Maßstäben (und verglichen mit den späteren Twilight-Time-Blu-Rays) katastrophal, auch fehlen Untertitel. Aber der Film selbst hat mich beeindruckt. Ein wirklich interessantes Konzept mit tollen Darstellerinnen und Darstellern in Szene gesetzt!

Sehr gut ist die britische Bluray von Eureka, aber leider schon länger ausverkauft. Der Film ist großartig, einer meiner liebsten Filme von Richard Fleischer. Und ein großartiger Ernest Borgnine. 

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Am 25.7.2020 um 21:33 schrieb Angus Gunn:

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Leigh Harline:  BLACK WIDOW  (Die Spinne)

"Professionell und spannend inszeniertes Eifersuchts- und Kriminaldrama mit gesellschaftskritischem Einschlag im attraktiven Künstlermilieu" steht es im Filmlexikon zu lesen. Der Film ist rein vom formalen Aspekt her weit entfernt vom typischen Noir-Stil früherer Jahre, und bei seiner Dialoglastigkeit bestand eigentlich kein Grund, ihn in Cinemascope und Farbe zu inszenieren. Die Geschichte jedoch, die ihren Hauptcharakter (Van Heflin) und die ihn umgebenden Figuren immer tiefer in einen Strudel der Unmoral zieht, gehört eindeutig in den Noir-Kosmos.

Beurteilen kann ich das selber nicht, da ich ihn bisher noch nicht gesehen habe. Die Musik allerdings dürfte eine der schönsten sein, die einen Noir zu jener Zeit bereichert haben. Die Titelmusik (unten verlinkt) ist ein Wunderwerk von düsterer Eleganz und melodisch umwerfend. Klavierstücke und Orchestertutti, mal schwelgerisch, mal solistisch, beschreiben das exquisite High-Society-Milieu. Erst in der zweiten Hälfte kehren die dunkleren Klangfarben zurück (DECISION und CONFESSION sind Kompositionen von großer Intensität, ebenso malerisch wie schwermütig) und beenden den nur 22-minütigen Score mit schwarz-romantischen Walzer-Klängen, basierend auf dem Strauss´schen SALOME-Tanz, der zuvor im Score auch direkt zitiert wird. Alfred Newman dirigiert das Fox-Orchester in gewohnter Präzision und Hingabe ("... next to impossible to duplicate.") Unbedingte Empfehlung!

 

Heute Abend erstmals von der Twilight-Time-Blu-Ray gesehen. In jeder Hinsicht ein Genuss! Tatsächlich spielt das Liebesthema aus Salome von Richard Strauss eine große Rolle in der Musik, denn es begleitet die Protagonistin bei ihrem Auftsieg in die New Yorker High Society, während sie immer weiter in Nähe des Central Parks zieht. Ein wirklich sehenswerter Film, wobei mich, auch wie VIOLENT SATURDAY, überrascht hat, dass er in Cinema Scope und in Farbe gedreht wurde. Absolute Empfehlung!

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